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Vtittwoch, 18. November 1908.

Wiesbadener Tagdiatt.

Morgen-Ausgabe, 1. Blatt.

Nr. 541

RSsvlution stimmte und -die Posta er-waltung auch dieses Endg-eHalt — 8600 M. — vorgeschlagen hatte, womit sie aber tm Bundesvat nicht -durchdvang. Preußen leistete Mit Rücksicht aus seine Eisenbahnassistenten Widerstand. Nun heißt es allerdings, der Postassistent könne auch Postsokretär oder Oberpostsükretär wenden. Das ist auf dem Papier richtig. Er -muß aiber einmal, um dies zu erreichen, ein weiteres schweres Examen bestehen, und dann können wegen Mangel an Sekretär- ib-ezw. Obevpostffekrctävstellc'N auch beim Bestechen des Examens noch nicht 10 Prdz-ent 'ber PostaMtenten in diese höheren Stellet! einrücken.

Liebenbevger Intriger»?

In Berliner Blättern tauchen Gerüchte aus, daß, wie Bei allen früheren Krisen, so auch bei der jetzigen wieder Fürst Eulenburg die Hand im 'Spiel Habe. So schreibt die ,M. Z. am Mittag": „So unglaublich, so saibelchaft es klingen mag, cs ist buchstäblich wahr: Seine Krankheit Hindert den Fürsten aus Liebenberg sticht, ein« fieberhafte politische Wirksamkeit auSzuNben. Spuren dieser Tätigkeit lassen sich in ausländischen, namentlich in französischen Blättern Nach­weisen, wo sich in den letzten Tagen versteckte und offene Anspielungen auf Ereignisse und Aussprüche des Kaisers fanden, die nur dem Fürsten E u l e nbur g be­kannt sein konnten. Noch deutlicher Uber spürt man AulenDurgS oder seines Freundes L e c o m t e Hand in einer Auslassung der letzten Nummer des Pariser Wochenblattes „Opinion". In diesem hinter den .Kulisfan einer Krise oder ein schlechtbedicntcr Kaiser" überschriebenen Artikel, der seinen Wog nach Donan- eschingen gefunden hat, wird gesagt daß Herr ». Holstein nach seinem Älbfchiedc häufig tat Aus- närtigen Amt erscheine und än der WiHelmstraße noch immer den größten Einfluß habe. Es wird ferner an- gedvutet, >datz ein Holstein-Getreuer wahrscheinlich ab- stchtlich das Kafser-Jnterviow zur BeröfscntltHung Habe gelangen lassen, um zwischen London und Paris Mißtrauen zu sähen, Nicht ohne Absicht wird Herr v. Holstein, der feit seinem Abschiede die Räume des Auswärtigen Amts nicht betreten hat, als sehr nnflußreich Hin-gestellt, denn dem Verbreiter dieser Ente ist bekannt, von welchen Gefühlen der Kaiser gegen den auf seine Veranlass ung verabischiedeten Gehe im rat v. Holstein bofeelt ist. In dem Artikel wird vom Fürsten Bülow gesagt: „Büloiw erhält während seiner Ferien enorm viel Depeschen vom Kaiser. Der Draht läßt ihn keimen -Augenblick los. Man mutz den Kanzler auf Fersen gesehen Haben, wie er v o r d e n kaiser­lichen Depeschen förmlich flieht, und uw auch nur eine» halben Tag Ruhe zu haben, die Depeschen voll Unwillen in Eile er­leb i g t." Bon Bülow wird weiter erzählt, daß er von Manufkriptenfur cht ergriffen sei, und der Ans­spruch eines Diplomaten -erwäHnt, der behauptete, auf dem Tiische des Reichskanizlers nie Akten gesehen zu haven. Vom Fürsten Eulenburg aber behauptet der Gewährsmann -des frangösksch-en Wochenblattes, er sei der einzige in der Umgebung des Kaisers gewesen, der den -Mut hatte, iHm die Wah rhci t zu sagen und die Dinge darznstellen, wie sie sind. Aber auch an an­deren Anzeichen für die Wirksamkeit des Fürsten fehlt es -nicht. Bor dem Schloßtore von LieHestberg sind in den letzten Tagen wroder Persönlichkeiten vorg-efahren, die eine Zeitlang von Euleüburg abgerückt waren, und haben sich Winke -geholt für die Aktion, die nunmeihr im Gange ist." t

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Deutsches Deich.

T. Berufung der Staatsanwaltschaft gegen Schücking. .Wie wir erfahren, wird auch die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil von 500 Mark Geldstrafe, das gegen den Bürgermeister Schücking gefällt wurde, Berufung ein- legen. Es wird somit Über die Berufung, die Schücking

selbst eingelegt hat, sowie über die der Staatsanwalt­schaft vor dem großen D isziplinarsenat des O b er ver w altu n gs ge r i ch ts verhandelt werden. Dieser ist als Berufungsinstanz zuständig und setzt sich ans dem Vorsitzenden, Präsidenten v. Bitter, und sieben Oberverwaltungsgerichtsräten zusammen. Bei den Beratungen ist die -Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Ä Die „unterdrückte" Kinematographen-Vorstellung vor dein Kaiser. Das „Woffsche Telegraphen-Burean" hat, wie schon mitgeteilt, bekanntlich eine Kinemato- graphen-Vorstellung, die sich der Kaiser in Donau- eschingen verführen ließ, unterdrückt, da der Kaiser Auf­trag gegeben hatte, nur kurz und s a ch l i ch zu berichten. Über diese Boxstellung erfährt man aus Hofkreiscn folgendes: Der Fürst von Fürstenberg hatte zur Unter­haltung des Kaisers die Direktion eines Frankfurter Uniontheaters ersucht, dem Kaiser ein geeignetes Pro­gramm vorzuführen, das auch den Kaiserlichen Neigungen angepatzt wäre. Die Direktion entsprach diesem Wunsche und führte folgende Films vor: Erstens die fran­zösischen Manöver, die den Kaiser derartig in­teressierten, daß ihnen die deutschen Kaisermanüver als Gegenstück angefügt werden mußten. Ferner ließ er sich den Aufstieg des „Zeppelin", dem er soeben bcige- wohnt hatte, auch kinematographisch vorführen. Es folgten die italienischen Seemanöver und schließlich auch noch die Kaiserreise nach Korfu! Der Kaiser hatte also Gelegenheit, seine vorjährige Früh- lingsreise noch einmal im Bilde wrederzuerleben. Die Vorstellung dauerte fast 3 Stunden. Auch Graf Zeppelin wohnte ihr bei.

* Die Bolksschullehrcrimien zu dem VcsolbungsgeseN- entwurf. Mit den für die Lehrerinnen geltenden Be- stiinrnPnaen 'des Preußischen Besoldungsgesetzentwurfs befaßte sich ach Sonntag in der Reichshauptftadt eine große außer­ordentliche Versammlung des Landesverband es preu­ßischer V o Ik s s ch u l l e h r i n n e n. Die Versammlung protestierte in einstimmig gefaßter Resolution gegen die in der Vorlage zum Ausdruck gebrachte „a u ß e r o r d e n t l i ch n e r i n g e Bewertung" der Arbeit der Lehrerschaft über­haupt, insbesondere aber der Lehrerinnen. Sie fordert gleiches Grundgehalt mit den Lehrern, den Wegfall behördlicher Beschränkungen der Kommunen hinsichtlich der Ortszulage, eine Erhöhung des vorgesehenen NormalsatzeZ, 80% der Alterszulagen, 80% der Ortszulagen und 75 % der MIetsentschädigunaen, die den Lehrern gewährt werden. Mit besonderer Schärfe wurde gegen eine in der Begründung der Vorlage enthaltene Bemerkung Verwahrung eingelegt, die das Grundgehalt von 1050 Mark als „der Vor­bildung der Lehrerschaft und der Schwierigkeit und Wichtig­keit KZ Qehreramts entsprechend" bezeichnet. Der Gehaltssatz von 10.50 Mark stelle die Lehrer auf dieselbe Stufe wie die germast besoldeten unmittelbaren Staatsbe­amten, und sogar noch um ein weniges unter den Schul­diener. Die Versammlung sprach die Erwartung aus, daß die gesetzgebenden Körperschaften die Bestimmung der Vorlage der kulturellen Bedeutung des Lehrerberufes entsprechend er­weitern.

Heer rmÄ Flotte.

Die Kandidatenliste. Als Nachfolger deZ Grafen Hü ls en-H a e se l e r wird der komman­dierende General des 10. Armeekorps, General der In­fanterie von Löwenfcldt, genannt. Weiter stehen auch General der Kavallerie von Mackensen und Generalleutnant Freiherr von und zu Eglofs st ein und Freiherr von Lyncker sowie Ser öiensttnendc Flügeladjutant, Freiherr von Marsch all, aus der Kandidatenliste. Auch Generalleutnant von Jacobi, der frühere Militärbevollmächtigte in Petersburg, kann eventuell als Nachfolger in Frage kommen.

Der älteste Offizier der deutschen Armee. Der, wie schon gemeldet, in Berlin verstorbene älteste preußische Soldat, Generalmajor Philipp v. Franck, war am 30. November 1805 auf einem englischen Schiffe geboren. Er trat am 4. März 1826 in das 19. Jnfauterie-Regk- ment, in dem er bis zum Major aufrückte. Später gehörte er als Oberstleutnant der Landgendarmerie an und war zuletzt bis zum Jahre 1868 Kommandeur der Hafengendarmeric in Swinemünde. Als v. Franck am s 4. März 1906 den 80jährigen Gedenktag seines Eintritts ' -in den Heeresdienst beging, teilte ihm der Kaiser ln

Sie spielen den ersten Satz der A-dur-@onate.

„Was hast du?"

„Nimm deine frühere Geige — wenn du sie noch hast."

„Bist du ein närrischer Kauz! Das ist eine echte Lremoneser — ein Prachtmöbel, das hörst du doch!? — — — Na, meinetwegen, wenn dir die alte Kirmes- ftebel lieber ist!"

Er nimmt die andere Geige, stimmt, und sie be­ginnen den zweiten Satz.

Der Alte klopft unwirsch ans die Noten.

„He, da — ritardando!"

„Verzeihung, Meister — sa so, zwölf Monate — wir müssen uns wieder einspielen."

Sie spielen den zweiten Satz zu Ende.

Specht klappt das Heft zu.

„Was, Teufel! Nicht weiter? Na, wie du willst! Spielen wir deine Sonate. Sieh mal" — er holt eine Mappe aus dem Notenständer. — „Hab' mir sie binden lassen. Fein, wie? Bin ich nicht ein pietätvoller Kerl!? Also los!"

Sie spielen den ersten Sah, ein Allegro.

Er klopft dem Alten mit dem Bögen auf. die Schulter. „Herrlich, wie am ersten Tag! Und jetzt dein Adagio — da-dann-da-da!" Feierlicher Augenblick!

Sie spielen das Adagio.

Der Alte läßt die Hände herabgleiten und schaut starr vor sich hin.

. „Bravo! Alter Dachs — jetzt zufrieden?!" Der Alte steht auf. „Gute Nacht!"

„Oho! Freund! So laß ich nicht mit nur uiu- springen. Verdammt! Fetzt heraus mit der Sprache! Was hast du? Was soll das heißen?"

Da legt ihm der Grauhaarige schwer die Hand auf die Schulter und guckt ihn ruhig über die Brille an.

„Siehst du — als die anderen so auf dich los- schimpften, auf den Streber und Glücksiuacher, da sagte ich: Neidhännuel seid ihr! Ich warte ab. Der Tag kommt, wo er mich ruft — und dann, dann wirst du herausliören. ob er so ein Lump ist, wie sie sagen —"

„Und jetzt?"

„Jetzt — geh ab' dich wohl!"

„Du alter Narr! Wirst du mir jetzt in deiner liebenswürdigen Art sagen, wessen ich mich schuldig machte?!"

Wieder legt ihm der Alte die Hand auf dieSchulter. „Ja, das will ich! Dein Verbrechen heißt Hochverrat — deine Kunst hast du verraten! Nur still! — Siehst du, du hast gemeint, die Kunst bleibt einem wie das Einmaleins. Hat man's einmal, so hat man's!"

„Falsch, sage ich dir!" Er klopft ihm auf die Brust. „Da hast du nichts mehr. Alles ist daraufgegangen bei der Jagd nach der goldenen Herrlichkeit hier!"

„So? Darf ich jetzt reden?"

„Reden — reden! An Gerede Hab' ich nie geglaubt." Er schlägt auf seine Noten. „Aber da — an die Musik glaub' ich! Verstehst du — die lügt nicht! Die da nicht! Das ist Herzblut."

„Weiß ich! Jetzt Paß rnal auf! Also nach dem Geld Hab' ich gejagt?! Tat ich auch! Aber weshalb? Bin ich je ein geiziger, gieriger Schuft gewesen? Sag selbst! Nein! Wenn ein Goldstück vor mir herrollt — soll ich's nicht Haschen? Ich werde in dieses Haus ge- rufen, ein arnter Musikante, den ein Paar Liederchen ins Gerede brachten. Da ist ein verhätschelt einzig Kind — mit den Augen ruft es mir immer lockender: Greif zu! Und ich greife zu — ich, der Streber, der Glücksjäger! A bah — Neid ist's von euch, hunds­gemeiner Neid!"

Specht dreht sich um und geht nach der Tür.

Er hält ihn auf. „Verzeih! Ich rede von den anderen. Aber, daß du's nur weißt — gerade an dich dacht ich damals. Jawohl, an dich! Wohin hast du's denn gebracht mit deinen sechzig Jahren? Warst auch einmal jung, wie ich, hast dich abgeplackt, gehofft und iinmer gehofft, bis üir's zu dumm ward und du zu dem griesgrämigen, verbitterten Kerl geworden bist, den deine Bummelbrüderschaft zum besten hat. Das da hier" -— er hält ihm seine Sonate vor das Gesicht — „das ist alles, was du aus deinem Leben zogst, daran

einem huldvollen Handschreiben seine Beförderung zum Generalmajor mit und sprach ihm seine- besten Glück­wünsche aus. — Nur wenigen Angehörigen der Armee war es vergönnt, ein ähnliches Militärjubiläum zu feiern. Der eine war Kaiser Wilhelm I., der am 1. Januar 1887, in seinem 90. Lebensjahre, seine 80jährig-e Zugehörigkeit zur Armee feierte, der zweite Generalfeld­marschall Graf Wrangel, der mit 12 Jahren am 16. August 1796 als Fahnenjunker in die preußische Armee eingestellt wurde und ihr bis zu seinem am 1. November 1877 -erfolgten Tode a'ngehört hat.

Deutsche Kolonien.

Der Caprivizipfcl gesperrt. Durch Verordnung des Gouvernements von Deutsch-Sttdwestafrika vom 16. Okt. ist der Zutritt in den östlich des Okovango gelegenen Caprivizipfel bis auf weiteres bei Geldstrafe bis 6000 M. oder Gefängnis bis zu 3 Monaten verboten. Gegenstände, welche in den Caprivizipfel eingeführt oder dort er­worben sind, unterliegen der Einziehung. Warum dieser Landesteil unter . so rigorosen Strafandrohungen ge. sperrt worden ist, wird leide,r nicht gesagt.

Ausland.

Gsteiverch-Uirgoen

Dem „Obzor" zufolge sind in Sarajewo mehrere Mohammedaner aus dem Sandschak eingetroffen, um eine Aktion dafür einznleiten, daß Österreich das Sandschak wieder besetze.

Serbien.

Kronprinz Georg arbeitet seit einigen Tagen, um die Regierungsgeschäfte kennen zu. lernen, einige Stunden täglich tat Ministerium des Nutzern, und wird dann auch die Einrichtungen und den Geschäftsgang der anderen Ministerien studieren. Die Belgrader Redaktionen richteten eine Denkschrift über die Annexion Bosniens an die russischen Zeitungen und ersuchen sie, ihre Pflicht gegenüber dem Slaventum zu tun PtßTtfkhtf.

Der „Matin" veröffentlicht den Text des Berichts des Polizeikommissars Bords über die Angelegenheit Ler Deferteure in Casablanca. Der Bericht komurt zu folgen­den Schlußfolgerungen: Aus verschiedenen Stücken des Dossiers gehe hervor, daß der deutsche Konsulatsbeamte Just sich in das Haus begab, in dem sich die Deserteure befanden, daß sich der Dragoman Maens ebenfalls in dieses Haus begeben hat, daß ein schweizerischer Deser­teur durch einen eingeborenen Kawassen desselben Kon­sulats zum deutschen Konsulat geführt wurde, daß Maens die Deserteure bei sich empfangen und ihnen Mittel zu»! Entweichen verschafft hat, daß Konsul Lüderitz zugibt, Deserteure zu decken. Außerdem wird fcstgestellt, daß Just einen Unteroffizier der Fremdenlegion tätlich an ­gegriffen, daß er ferner zwei französische Matrosen angx, griffen hat, von denen einer zur Erde gefallen ist, daß der eingeborene Kawassc Gewalttätigkeiten begangen hau die erst aufhörten, als er gebunden war, daß der Passier­schein des deutschen Konsuls sich nur an die Deutschen richtete, und endlich, daß Just in irgendeiner Weise von französischen Matrosen geschlagen worden ist, die sich doch im Recht befunden hätten, wenn sie die Gewalttätig­keiten erwidert hätten. — Man wird demgegenüber eistp amtliche deutsche Darstellung zu erwarten haben.

Uereinigte Staaten.

Die Bundesregierung verklagt den Zuckertrust aus 3 624 000 Dollar wegen betrügerischer Gewichtsangaben bei der Versteuerung und Rückzahlung für die letzten zwei Jahre. Der frühere Betrag ist verjährt.

Kanada.

Die Wahlen für den kanadischen Kongreß ergaben eine große liberale Mehrheit.

glaubst du noch in deinem Bettelstolz, danach taxierst du mich, du Egoist! Verstehst du rmch nun? Ich wist mehr, viel mehr! Frei sein! Heraus wollt ich aus dem Schnurrautenelend, aus dem schnöden Broterwerb der uns das Mark aus den Knochen zehrt. Frei für mich, für meine Kunst!"

Der - Alte schaut ihn verblüfft an und pafft vor sick hrn. „Hm! — Jaja — Jajajaja — --"

„Und wenn ich Opfer bringen mußte — alles |at seinen Preis! Wen geht's was au! Ich lache euch aus —- jaja! Und das Lachen, das tut wohl. Ich sage dir — verdammt wohl!"

Da setzt sich der Alte wieder an den Flügel. „Ja

das Lachen!-— Auf dein Lachen höre ich schon den

ganzen Abend." — Er schlägt eine disharmonische

Äkkordfolge an-- —. „So klingt's! Und früher"

----- er greift wieder einige Akkorde — „da hörte man den guten Kerl heraus."

„Haha! Den dummen Kerl — jawohl! Aber jetzt ist's heraus! Gestern abend wart ihr im „Uhu" und du schleppst noch an deinem Kater!" Er klatscht sich auf die Knie. „Uhu! Uhu!! Und das merk ich erst jetzt!" -

Der Alte schüttelt den Kopf. „Die tollen Abende mach ich längst nicht mehr init. Ich wartete nur ans den einen Abend. Ich dacht immer, wie das schön war und ob du das so ganz vergessen könntest. — — — Ja, ich bin ein alter Egoist, du hast recht. — — -— Das war so mein Glück, die Abende mit dir. Du weißt das da" — er tupft auf seine Sonate. — „Das spielt

ich mit keinem anderen, nur mrt dir,-und das

werd' ich nun auch begraben, wie schon so viel!"

„Ich sage ja -- das graue Elend!! Komm, treiben wir's aus — eine Flasche Sekt!"

Da spielt Specht eine Weiche, schwärmerische Melo­die. -„Hör mal! Kennst du das noch? Das

hast du auch vergessen — vergessen und verraten. — —,

-— Hör nur!-- das floß dir einmal so in die

Finger. ---Das bißchen Melodie gab dir dein

armes,blondes Mädel ein.-— Wie einenZigarren.