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Mittwoch, 83. September 1SS8.

Ministeriums erklärt, Jkt bei den gegenwärtigen nervösen Verhältnissen in «der Türkei Umstände eintretcn könnten, die eine größere Beweglichkeit der Büsatzungstruppen notwendig machen würden.

Rirtzkaird.

Eine deutsche T r u p p e n a b t c i ln n >g aus Ki-autschou ist in Ufa eingetrolffeu. Die dortige Garnison eurpfing die Abteilung mm Bahnhof und gab ihr M Ehren ein Frühstück, wobei Trinksprüche auf Heu deutschen Kaiser und den Kaiser von Rußland ausge bracht wurden.

WissÄMorrert TKgNatr.

Abend-Ausgabe, 1. Blatt.

Nr. 448.

ANS Stadt und Zand.

Wiesbadener $lad)viditcn.

Wiesbaden, 23. September.

Bezirksausschuß.

Unterm 6. April v. I. ist dem B-adha-us-bcsitzer Louis Weyer -dahier eine Verfügung des Königl. Polizei­präsidenten zugegangen, welche ihm auszibt, Linnen acht Tage den ohne polizeiliche Genehmigung auf d>em Grundstück Goldgafse 8 eingerichteten Pumpvetrieb, durch welchen die benachbarten Ther m a l q u eilen in ihrem Erträgnis beeinträchtigt würden, einzustellen. W. jedoch hat mit dem Antrag auf Kassierung der Ber- fügung wider diese den Klageweg beschritten und Le- gründet feine Klage mit der Behauptung, der Pumpbe- trieb auf seinem Grundstück habe seit unvordenklicher Zeit schon bestanden, und zwar in seinem heutigen Um­fang, die Thermalquellen in der Umgebung wür-den dnr-ch denselben nicht in ihrer Leistung herabgesetzt. Es sind iu dieser Sache verschiedene Sachverständi-gen-Gut- achten erstattet worden, auch wurde durch Zeugenbewcis süstgestellt, daß während früher nur eine Hauspumpe aus dem Grundstück ausgestellt war, deren später zwei vorhanden waren, von denen die eine zum Füllen von Fässern benutzt wurde, und daß -an die Stelle des Han d- betriebs zwischenzeitlich der maschinelle Betrieb ge­treten ist. Wenn.tatsächlich der Wasserspiegel am Bäcker- bvnnnen und in der Wilhelms-Heilanstalt sich gesenkt habe, so sei das behauptet Weyer der Kanalisation zuzuschreiben. Der Punrpbetrieb auf seinem Grundstück habe i n dem ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts bereits bestanden. Damals sei aus dem Grundstück eine Gerberei betrieben worden, wührenid später, und bis zur Errichtung seines Badhanses, der Pmnpbetrieb an einen Bäöerlieferanten verpachtet gewesen sei. Die Anlage habe demgemäß bestanden vor der Berorduuug der Lan­desregierung vom 7. Juli 1-866, und diese könne aus die­selbe keine Anwendung finden. Im übrigen seien Be­schwerden über eine ungünstige Beeinflussung der Nach- barguellen durch seinen Betrieb früher nie laut gewor­den, und nach einer Mitteilung, welche Bürgermeister Heß bei irgend einer Gelegenheit gemacht habe, liefere der Bäckerbrunnen zurzeit 106 Liter pro Minute, d. h. 52 Liter mehr als in den 96er Jahren. Er (Weyer) habe sein Badhaus errichtet mit einem Kostenautwan-d von einschließlich der Ausmöblierung 7- bis 800 060 M., lediglich unter der Voraussetzung, das Thermalwasser uneingeschränkt benutzen zu können. Demgegenüber bc- hauptet -der beklagte Polizeipräsident, das größere Er­trägnis des Bäckerbrunnens sei lediglich aus den Um­stand zurückzuführen, -daß die Stadt jetzt alles über­flüssige, ihr gehörige Thermalwasser nach dort leite. Ob durch die Kana-lisati-ou den Quellen Wasser entzogen werde, bildet den Gegenstand von eben noch schwebenden Erhebungen. Für Liesen Streitfall komme es darauf nicht an.^ Heute wird die Klage als unbegründet abgewiesen, weil tatsächlich B-etriebsveränd-erungen stattgesunüen Hätten, und weil nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts die Polizeiver-ordnung aus 1965 zu Recht bestehe. Bei ganz derselben Sachlage ist dieselbe Auslage ergangen an den B-aöh-ausbesitzer tzirschberger (Znm Rheinstein") und den Bad- ,Hausbesitzer I. B. D r e st e (Znm Spiegel"). In einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts wird einem Kläger auheim-gestellt, nachträglich die polizeiliche Genehmigung für -die Anlage nachzufuchen, wobei die Menge des zu verwendenden Mineralwassers bestimmt zu bezeichnen und die -Vorrichtungen, welche die Garantien dafür bieten sollen, -daß diese Menge nicht überschritten werde, zu bezeichnen seien. Um -diesbezügliche .Verhandlungen einzuleiten, wird die Vertagung dieser Verhandlungen beantragt -und beschlossen.

in die Biwaks. Die 21. Division biwakierte in der Gegend Simmersbach, Eiershausen, Lirfc-ld, Ober- Horlcn. Auch der kommawöi-erende General v. Eichhorn nahm im Automobil am -Gefecht teil, sein H-anptquartiler war in Dillenburg. Eines sehr starken Zuspruchs er­freute -sich die Feldbackeret zu Dillenburg, sie lieferte täglich 3- bis 4600 Laib Brot, die in Lastauto- mobilen und aus -V-agazewagen zu den Truppen gebrn-cht wurden. Manche Trnppenteil-e hatten Märsche von 40 bis 50 Kilometer am Montag und -Dienstag ins Gefecht und zurück ins -Biwak zurücklegen müssen. Trotz dieser Leistungen gab es doch nur wenigSchlappe". In bezug auf die Erhaltung der Marschfähigkeit der Truppen haben die fahrbaren Feldküchen sich vorzüglich be­währt. Sie s-olg-ten den Regimentern dicht Hinter der Front und verabfolgten fortgesetzt Erfrischungen, wie Kaffee und Tee. Zu den großen Märschen kamen die fortgesetzten Biwaks der letzten Tage, in denen die Truppen ö-och nur wenig der Ruhe pflegen. Auch waren öl-e Biwaksnächte bitter kalt, und am Tage brannte die Sonne, wie im August, hernieder. Nach- d-em Gescch-t vom Montag bei Li-xfeld und Roth lagerten die Regimenter der 21. Division bei Eiersh-ausen, Eibelshausen, Man- dtzln im Biwak, bezw. Notq-u-artter. Ihre Vorposten stan­den bei Roth. In dieser Stellung begann auch in der Frühe des Dienstags das Gefecht aufs neue. Ein hef- tig-es Schützen- und Kanonenfeuer entbrannte aus den Höhen um Gönnern, lange wogte der Kampf unentschie­den hin und her, bis schließlich auch die aus seiten der 21. Division stehende Fußartillerie Nr. 3,Brandenburg", ins Gefecht mit ihren schweren Haubitzen -eingriff. Hier­auf mußte sich um 10 Uhr die 2-5. Division über Botten- ho-r-n -und Dernbach gc-gen G-la-d-enbach zurückziehen, immer verfolgt von dem Feind. -Bei Römershansen setzte sich die 26. Division aus den Höhen aufs neue -fest, die 21. Division nahm Stellung bei Dernbach-Rachelshausen. Von drüben rückten 80er, 81er, 166er, 87er, 88er immer mehr Heran, als diese Regimenter schließlich zum Sturm gegen Rümershausen schreiten w-ollten, war -das Gefecht für die 25. Division -abermals verloren. Um y z 3 Uhr fand Kritik bei Rachels-Hausen statt. Sämtliche Fuh- truppen bezogen Biwak, die Artillerie nird Kavallerie M-assenquarticr. Die Regimenter der 21. Division in und um Botten-Horn, Hartenrod, Eiserchausen, Holz- Hansen. Ihre Vorposten standen bei Römershans-cn, Rnnzhausen und Bellnhausen. Abends flackerten lustig die Wacht- und Biwaks euer von d-en Höhen,' -die Orte aber wimmelten von Militär und Zivilisten. Verflossene Nacht sollte das ganze Korps alarmiert werden und heute das Gefecht bei Gladenb-a-ch beginnen und sich im Salzbödet-al g-e-gen Niederwalgern und Lollar Hinziehen. Um 9 Uhr heute vormittag dürste die ,-Schila-cht" zu End-e gewesen sein. Dann sollen etwa 10 000 Mann in der -großen Feldküche bei Niederwalgern gespeist werden.

Vom Kvrpsmauöver des 18. Armeekorps.

Wie zu erwarten, spielte sich das erste Gefecht am Montag in der Gegend südlich Biedenkopfs ab. Die 21. Division war aus dem Siegerl-and über Westerwald und Roth-aar gegen Str-aßebersbach im nördlichen Dillkreis heranmarschi-ert, sie hatte am Freitag und Samstag zwei starke Kriegsmärsche zurückgele-gt. Die 21. Division be­fehligte Generalleutwa-nt Scholz. Bereits um V 2 8 Uhr früh verließen -die Truppen ihre Quartiere. Es war -ein anstrengender Marsch, nahezu öy 2 . Stunden ging cs berg­auf, bergab. Endlich tau-chte -der Feind drüben bei Ritter-sh-aüsen, Stvaßcb-ersba-ch und Eibelshausen auf, und bald gerieten die Vorposten aneiuauder, bis um Mittag auch das Gros eingriff. Der erste Gescchtsta-g stielte -sich aus den Höhen zwischen Simmersbach, Stein­lrücken, Lixselü, Roth und Ober-Hörlen ab. Die 21. Division stand auf dem Burgberg bei Steinbrücken, die 25. zwischen Roth und Simmersbach am Heiligeberg. Das Tal der Di-etzhölz befand sich zwischen beiden. Aus dem Heiligeberg und östlich nach Ober-Hörlen hatte die 25.^ Artilleriebrigade früh -Stellung eingenommen und eröffnete -das Gefecht. Die Infanterie lag im Grund. Auch ein Pa n z e ra n -t -0 m 0 b i l war auf seiten der 26. Division, als Besatzung Hatte es einen Offizier, einen Unteroffizier und errr-en Fahrer. Im Lause des Gefechts mußte -die 25. Division sich gegen Ober-Hörlen und Gönnern zurückziehen. Das Gefecht dauerte bis gegen 5 Uhr, dann rückten die Truppen, die einen anstrenaen- den Marsch und ein heftiges Gefecht Hinter sich hatten,

^ Angekvmmenc Gäste. Es sind Hier eingetrosfen: Staatsrninister van S w i n d e r e n aus Haag im Hotel Bie-mer": Generalkonsul N 0 r d - T h 0 m s 0 n a-us Amsterdam imHotel Nassau und Cecilic",' General Helm holz aus Ossawetz imHotel Royal".

Post-Personalien. Postassistent Fuchs ist zur Ver- tretung des erkrankten Postvcrwaltcrs Postsekretär Bruschona nach Johannisberg iRheingau) versetzt.

Todesfall. Der langjährige Aufseher des alten Friedhofs an der unteren Platter Straße, Herr Franz K e r n, ist nach schwerem Leiden im Alter von 64 Jahren verstorben. Er versah seinen Dienst seit 1893 und war vorher geraume Zeit städtischer W-LlöPro-m-enadcna-ust- *eher.

Kurverwaltungen und Komponisten. Seit dem Jahre 1908 schweben zwischen den deutschen Kurverwal­tungen und der Gesellschaft der Autoren, M-nsikv erleg er und Komponisten in Wien, -die viele Tausende von Mit­gliedern zählt, große Auseinandersetzungen wegen' der Tantieme für die von den Kurkapellen gespielten Stücke der Mitglieder jener Vereinigung. Dadurch, daß die Interessenten nach Inkrafttreten des Gesetzes vom Jahre 1901 angesangen haben, genau zu kontrollieren, wo die von ihnen komponierten -bezw. verlegten Stücke auf­geführt werden, sind die Kurverwaltungen in eine -üble Lage geraten. -Einige von ihnen haben sich mit dem Verband geeinigt und zahlen 5 bis 6 Prozent ihres Orchesteretats jährlich an den Verband. Dafür dürfen sie die -Stücke von öesfcn Mi-tglieHern, von denen sie das Aufführungsrecht besitzen, so oftffpielen, wie sie wollen. Zn diesen Verwaltungen, die sich einigten, gehören die meisten Ost- und Noröseebäder, W i e s b a d e n usw. Anderen Bädern erschien die geforderte Summe -zu hoch, sic haben die Stücke aus ihren Musikprogrammen ans- geschaltet, wodurch allerdings die Programme natur­gemäß nicht vielseitiger geworden sind, denn der Ver­band umfaßt alle bekannteren Komponisten und Musik- verleger. Man sieht in diesen Bädern, zu denen Hom­burg. Neuenahr und viele andere gehören, ein, daß es so nicht weitergehen kann, und hat deshalb einen Schnh- ver-ein gegründet, der die Interessen der Bäder gegen­über dem Verband wahrnimmt. Aber auch seine Ver­handlungen hatten bisher keinen positiven Erfolg, und die Frage, die so lange Fahre schwebt, bedarf nachgerade dringend der Erledigung. Da von verschiedenen Seiten Destritten wird, daß der Verband das Recht habe, in so rigoroser Weise die Interessen seiner Mitglieder zn ver­treten, so wind jedenfalls eine Kurverwaltung dazu über­gehen, die verbotenen, bezw. geschützten Stücke zu spielen und sich dann aus das Honorar verklagen zn lassen. Ist vom obersten Gerichtshof in Deutschland eine Entschei­dung hetzbeigesührt, so wird e8 nachher seicht sein, den richtigen Weg aus dieser unliebsamen Sache, die für die Kurverwaltungen und den Verband gleich unangenehm ist, zn finden.

Ermittelung des Güterverkehrs auf dem Rhein Der Güterverkchr längs des Rheines litt bisher unter dom Mißstande, daß nur an den Hanptladepl.itzcn die Menge und Art der zur Ans- und Umladung kommen­den Güter festgestellt wurde. Was an den kleineren Stationen ein- oder auSgelaöen wurde, wurde im ein­zelnen bisher eb-eüsowenjg festgestellt wie die Fracht­

güter, die an privaten Anlegestellen zur Verladung kamen. Es war infolgedessen unmöglich, eine vis in alle Einzelheiten genaue Übersicht über den wirischast- lichen Güterverkehr ans dem Rheine zn gewinnen. Da eine ' solche aber aus nationalökonomischen Grnnd-cn -wichtig und erforderlich ist, wird aus Veranlassung des Kaiserlichen statistischen Amtes demnächst ein neuer Modus zur Ermittelung des Frachtverkehrs eingeführt. Die -Schiffer werden fortan mit Zählkarten ausgerüstet werden, aus denen genau die Menge und Art der Güter, ihr Lade- und Bestimmungsort angegeben ist. An den Berbadestellen ist fortan -genau einzutragen, was cin- oöer ansgeladen wird, so idatz also in Zukunft aus dem ganzen Wege, den das Schiff macht, kein Frachtstück un- rogistr-i-ert das Schiss verläßt öder aus dieses kommt. Es wird zwar überall ausdrücklich daraus hingewiesen daß diese Ermittelung nur statistischen Zwecken dient, -aber die 'Hafewbohövöen und die ihnen unterstellten Organe sind wie die Aufstchtsboamten an kleineren Stationen und privaten Ausladestellen -und die Schiffs- sührer daraus hinge-wies-en worden, daß sie für die pcin- lich-ste Ausführung der neuen Vorschrift -zu sorgen haben. Die Mehrarbeit, die den beteiligten Gewerben öaönrch entsteht, wird sicherlich nicht freudig begrüßt werden.

Der itcttc Taler. Das neue Dreimarkstück, leichter und schmaler als der alte Täler, ist an die Reichsbank- hauptstellen ausgcgcben worden und wird binnen wenigen Tage im Umlauf sein. Das Stück, das unter dem alten Namen T-aler schnell populär werden wird gleicht in der Prägung der alten Münze. Die Umschrift um den Kopf des Kaisers ist gleich geblieben und nur

der Adler erscheint noch etwas heraldischer als bisher. Auch die RandprägungGott mit uns" ist geblieben^ Die Inschrift auf der Rcversseite ist anders geworden' derVereinstaler" ist fortgefallen, dafür steht zu lesen Drei Mark". Aber diese Änderung wird wohl auf de-» guten Klang, dessen sich der Taler erfreut, keinen Ein. fluß haben.

Kochkunst-Ausstellung. Die offiziellen Post­karten für die vom 10. bis 19. Oktober hier im Paulrnenlschlößchen abzuHalten-öe Kochkunst - Ausstellung sind in drei Ausführungen erschienen und zwar in ebenso -güschmackvoller als anziehender Ausschmückung. Der Alleinvertrieb der Karten ist der Firma Karl Koch jr., Ecke Michelsberg -und Kirchgassc, hier nberLr-agen worden.

Gegen die Gas- und Elektrrzitätsstener. In Frankfurt a. M. haben Stadtverorbneter Wedel und Genossen folgenden Antrag in der Stadtverordneten- Bersammlnng gestellt: Nachdem bis jetzt nicht bekannt geworden ist, daß der Magistrat entsprechend unserer Anregung Stellung gegen die drohende Gas- und Elektri- zitätssteuer genommen hat, da ferner die Frage auch nicht aus der Tagesordnung -des Deutschen Städtetags steht so beantragen die Unterzeichneten:Der Magistrat möge alsbäld in Gemeinschaft -mit der Stadtverordneten-Vcr- sammlung Protest gegen die geplante Steuer an die Reichsregierung ergehen lassen."

Die Schiersteincr Kirmes stand im Zeichen beson­ders schönen Wetters und eines starken, namentlich Wiesbadener Fr-emdenverkehrs. War der letzte Sonntag den breiteren Volksschichten gewidmet, so tvu-g der Kerwe-montag" mehr das Gepräge der vornehmer-en Welt, welche sich am sonnigen Rhein zwang- und harm­los ein Stelldichein gegeben zu haben schien. Zu Fnß^ zu Rad -um& im Auto, mit Straßenbaihn und -Dampsschlff waren die Gäste h-erbeigek-ommen, und bald war auch das letzte Plätzchen bei den freundlich blickenden Wirten b-e- s-etzt. Außer einem edlen Schiersteiner Ori-ginal--G-ötter- tran-k sorgten die verschiedenen Musikkapellen, Dreh­orgeln und andere Jd-calinstrnmente für eine echte rheinische Stimmung, -die so bald nicht ver-gcss-en sein wird.

Die neuen Akknmulatorcn-Doppelwagcn. Im preußischen Eisenbahnbetrieb vollzieht sich gegenwärtig etn beachtenswerter Umschwung. Man ist bestrebt dem Verkehrsbedürfnis auf Nebenstrecken usw., dadurch auf- zuhclfen, daß man auf kürzeren Zwischenräumen bessere Verkehrsgelegenheiten schafft, als das bisher der Fall war. Zu diesem Zwecke soll die Elektrizität dienstbar- gemacht werden, und zwar in Form von Akkumulatoren- Doppelwagen. von denen das Eisenbahnzentralamt in Berlin jetzt eine größere Anzahl, im ganzen 57, in Auftrag gegeben hat. Ein Mitarbeiter derFranks. Zeitung" hatte zufällig Gelegenheit, einen solchen von den Felten und Guilleaume Lahmeyer-Werken in Frank­furt a, M. erstellten neuen Wagen in Mainz zu besich­tigen und an der offiziellen Abnahmefahrt teilzu- nehmen. Zunächst sei einiges über das Äußere der Wagen und ihre innere Ausrüstung gesagt. Auf den ersten Blick scheinen sich die Doppelwagen wesentlich von den vorhandenen Typen zu unterscheiden. Nur durch den niederen Vorbau der Akkumulatorenräume erhalten sie ein von anderen Eisenbahnwagen abweichendes, ge­strecktes Aussehen. Im Grunde sind es zwei Wagen verschiedener Klaffe, die unter sich kurz gekuppelt sind nach Art der Berliner Stadt- und Ringbahnwagen. Der Wagen, in dem die Probefahrt von Mainz ans bis Münster a. St. vor sich ging, hatte ein Abteil dritter und vierter Klasse, zusammen etwa 100 Plätze und Ab- teile für das Dienstpersonal. Die innere Ein- richtung ist fast elegant zu nennen, und auch die elektrische Beleuchtung sticht wesentlich ab von der nicht immer vorbildlich zu nennenden Gasbeleuchtung auf kleineren Bahnstrecken. Die elektrische Ausrüstung ist sehr einfach. Sie besteht aus einer Akkumulatoren-