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Nr. 414. Abend-AusgaSc, 1. Blatt. Miesbkdrnrr TagblM» Freitag, 4. September 1908. Seite 5.

mannangeführt" wurde. Sollte es nicht an der Zeit sein, auch für derartige Transporte, die sich^doch immer wiederholen, ein geeigneteres Gerät zu benyaffen, Lurch das dem Publikum solche Anblicke erspart bleiben? Mög­lich wäre das doch wohl.

Pech hatte gestern nachmittag eine Frau, die, mit einem >Sack Hühner- und Taubenfutter beladen, in Hattersheim den Zug nach Flörsheim bestieg. Beim Aussteigeu auf letzterer Station fiel ihr der Sack in Len Wagen 4. Klasse, so daß der Inhalt herausflog. Viel Zeit zu verlieren, gab es nicht, da der Aufenthalt nicht lange währte, und so halfen denn Mitpassagicrc der be­stürzten Frau die verschütteten Körner auflesen, aber ein großer Teil mußte doch liegen bleiben, in den sich hernach die Reisenden teilten.

Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern in der Wiesbadener Eisengießerei" an der Mainzer Landstraße. Dem 28 Jahre alten Eisengießer Wilhelm Seel aus Erbenhcim floß beim Gießen glühendes Eisen auf den linken Fuß, wodurch sehr schmerzhafte Brandwunden entstanden. Die zn Hilfe gerufene Sanitätswache legte dem Verunglückten einen Notverbanö an und beförderte ihn ^dann in das städtische Krankenhaus.

Die Feuerwache wurde heute früh %5 Uhr infolge der persönlichen Meldung eines Arbeiters alarmiert, der beim Passieren der Philippsbergstraße aus einer Woh­nung des Hauses Nr. 4 Rauch dringen sah und ein Schadenfeuer daselbst vermutete. Dies wurde auch tat­sächlich dort festgestellt; cs war anscheinend schon abends vorher durch einen Gasofen entstanden, hatte sich aber nur in ganz geringem Maße entwickelt, so daß die Feuer­wehr, die erst die Leute im Haufe wecken mutzte, nur wenig zu tun fand.

Lehrerinnenverein für Nassau. Samstag, den 6. September, findet eine Zusammenkunft auf dem Taunusblick statt. Abfahrt 4.08 Uhr nachmittags. Die Oktoberversammlung ist auf Samstag, den 26. Septem­ber, verlegt.

Kurhaus. Das von der Kurverwaltung für morgen Samstag angekünldigte Gartenfest beginnt bereits um 4 Uhr nachmittags mit einem Doppelionzerte der Kurkapelle unld des 88. Infanterie-Regiments. Während des Abcnd- konzertes wird das Boston-Quartett in zwei Abteilungen auf- treten, und zwar mit. einem sehr eigenartigen Programm aus 8 Nummern bestehend, darunter solche amerikanischer Komponisten, teils Quartette humoristischer Art, auch Plan- tagenm-elodien mit Nachahmung des Banjos werden nicht fehlen. Die große Illumination wird wieder ganz neue Affekte aufweisen. Zum Ball besteht kein Frackzwang. Bei angeeianeter Witterung findet, da der Saal für den abend­lichen Ball vorbereitet ist, um 4 Uhr Wbonnementskonzert in oex Wandelhalle statt, ob 7 Uhr werden die in die Ballver- rnstaltung einbezogenen Räume für die Inhaber von Tages­festkarten (2 M.) und Abonnementsvorzugskarten (1 M) reserviert, da um 8 Uhr Konzert mit dem Boston-Quartett im Hause und darauf großer Ball stattfindet. Sonntag- mvmittaa veranstaltet die Kurverwaltung wieder 10% Uhr ab Kurhaus einen Mailcoach-Ausflug nach Langsnschwalbach und zurück.

Pastor Felkes Jungborn-Heilweisc in Wiesbaden. Man schreibt uns: Tausende von Kranken, welche von anderer Seite als unheilbar ausgegeben wurden, haben durch Herrn Pastor Felkes Jungborn-Heilwetse ihre Gesundheit wieder- erlangt. Die Zahl der Felke-Vereine ist darum groß, in nächster Nähe hat Diez einen blühenden Felke-Verein. Die Felke-Vereine haben sich zu einem Verbände zusammenge­schlossen, welcher auch Wiesbaden diese bewährte und gute Sache übermitteln will. Wer sich des näheren unterrichten will, besuche die am 16. September cr. im Saale derWart­burg", Schwa libacher Straße, stattfindende Versammlung.

i Güterrechtsregister. Gütertrennung haben vereinbart die Eheleute WcinhäNdler Bernhard A n s l i n g e r und Anna, gdb. Bauer, zu Eltville, Hochoscnmeister Hermann Schnepper und Frau, Emma, geb. Zimmermann, in Rabenscheid, Schleusenmeistergehilfe Jakob Schneider und Christiane, güb. Hafeneier, in Schwanheim a. M.. Priva­tier Franz Roth und Auguste Martha, geb. Busch, in Falkenstein, Or. Arnold Wegen er, praktischer Arzt, uüd Francine, geb. Kruse, beide rn Kemel, Kaufmann Johann Baptist Bertlein zu Wiesbaden und Anna Eva, geb. Wackenreuter, Kaufmann Gustav Krause zu Wiesbaden unld Minna, geb. Grunow, und Maschinist Bernhard Heinz zu Wiesbaden und Anna, geb. Hofmann, Rangierer Georg Luft und Maria, geb. Hoffmann zu Biebrich, und Kauf­mann Alfred Hagen und Elisabeth, geb. Groschwib, zu Schierstein.

Beschlagnahmt wurden folgende Lieferungen der In­timen Geschichtein: Nr. 169:Hinter dem Tapetentürchen", Nr. 138:Weibcrtreue und Weiberschläue". Nr. 179:Heißes Blut", Nr. 196:Wenn die Sinne erwachen" und Nr. 204: Der Meifterringer".

Steckbrieflich verfolgt werden wegen Diebstahls Haus­bursche Peter Oswald, geb. am 8. September 1890 zu Zahl­bach, Kreis tlnterfranken, wegen widernatürlicher Unzucht Knecht Valentin Schmidt, goü. am 8. Februar 1866 zu Kirchheim, Kreis Hersfeld, und wegen Diebstahls Monats­frau Anna Olsen, gab. am 2. September 1862 zu Almes­ried tn Schweden.

Kleine Notizen. Großfürst Alexis von Ruß­land (Onkel des Zaren) und Herzog von Leuchten- b era nebst Gefolge trafen gestern nachmittag, im Auto von Homburg kommend, im Kurhause ein und probierten Rhein- gauer Wwlgowächse, verschiedener Jahrgänge der W. Ruthe­schen Kellerei. Später besichtigten die Fürstlichkeiten sämt­liche Räume des Kurhauses und verweilten noch einige Zeit in der Rhsingauer Weinstube. Gegen 6 Uhr erfolgte die Ab­reise nach Hombuvg. DerTeregraphenarbeiter- Verei/n Wiesbaden und Umgegend" feiert am Samstag, den 8. September, abends 8 Uhr, seine diesjährige Rekrutenabschiedsfeier. Dem Schreiner Michael Gntten- b erg er hier, Dertramstraße 11, wurde vom kaiserlichen Patentamt auf eine Hundekopierscherc Patent er­teilt. Die Tanzschüler des Herrn Herrmann unter­nehmen Sonntag, den 6. September, einen Ausflug nach herWaldluft", Platter Straße.

Theater, Kunst, Vorträge.

* Wiesbadener Künstler auswärts. Bei der Kaiser­

borstellung in Metz, bei der der 2 und 3. Akt desFreischütz" gegeben wurde, wirkten auch hiesige Künstler mit. Wir lesen darüber in einer Besprechung derMetzer Ztg.": Als Agathe zeichnete sich Frau Müller-Weiß von der Wiesbadener Hof- aper durch warmen ödelgcbildeten Ton und poesievollen Aus­druck aus. Weiter lesen wir: In den prachtvollen Klängen von Herrn Karl Brauns (Wiesbaden) edler Baßstimme er­strahlten zum Schluß hoheitsvoll dle Worte des Eremiten. Perm Verlassen des Theaters sprachen die Majestäten Herrn Direktor Brucks ihre Höchste Anerkennung über die Vor­stellung aus. ^

* Königliche Schauspiele. Von älteren bewährten Werken soll zunächst AndersDie Stumme von P o r t i c i", deren seinerzeitige Neueinstudierung von außerordentlichem Erfolge begleitet war, nach längerer Pause wieder in den Spialvlan auiaenommen werden. Die Over, welche mehr

als 6 Jahre nicht mehr gespielt wurde, erfahrt bet dieser Gelegenheit eine vollständige Neubesetzung ihrer Hauptrollen. Eine spätere Wiederholung dürfte ein besonderes Interesse dadurch gewinnen, daß Rita S a ch e t t o, die berühmte Tanzkünstlerin, in der interessanten Rolle der Fenella auf- troten wird. Am SamStag kommt Lortzings OperZar und Zimmermann" mit den Damen Engen und Schwach und den Herren Braun, Engelmann, Erwin, Frvde- rich, Gethe-Winkel und Henke zur Ausführung. Die Partie der Marre singt Fräulein Engell zum erstentnal.

* Volks-Theater, Dotzheimer Straße 18 (Kaisersaal). Heute Freitagabend geht BenedixVetter" über die Bretter und morgen Samstagabend ist eine Aufführung vonDer Glockenguß zu Breslau" zu kleinen Preisen. Sonntagnach­mittagRobert und Bertram" und abends gelangt das histo­rische Schauspiel mit GesangLconore" zur Darstellung, welches bei seiner Erstaufführung am Sedantag großen Er­folg hatte und durch die hübschen Volksmelodien, die herr­lichen Kostüme, schöne Inszenierung besonders zur Geltung kommt. Rach vielen eingelaufen-en Wünschen des Publikums hat die Direktion sich entschlossen, auch m der Wintersaison den Beginn des Theaters ans 814 Uhr anzusetzen, was von den Geschäftsleuten wohl angeneHm begrüßt werden wird. In Vorarbeitung befinden sich die PosseEiner von uns re Leut'", HolteisLorbeerbaum und Bettelstab", Sudermanns Ehre", dannDie deutschen Kleinstädter",Trilbsi und Das Schloß am Meer". Am Mittwoch, den 9. September, findet nachmittags 4 Uhr eine Extra-Vorstellung statt für die Schulen. Es kommtDer Glockenguß zu Breslau zur Aus­führung, und zwar zu kleineu Preisen. Billetts zu dreier Vorstellung sind von Montag, den 7. September. ab, an der Kasse des Volks-Theaters zu haben.

* Kurhaus. Vielem Interesse begegnet die von der Kur­verwaltung für Sonntagvormittag 1114 Uhr anaeiagte Orgel-Matinee im großen Saale des Kurhauses, in der durch den Gesanglehrer an der hiesigen höheren Madchen- schule, Herrn Fritz Zech, Präludium rn H-Moll von I. S. Bach, Pastorale aus der Orgslphantasie überNun danket alle Gott" von H. v. Herzogenberg und Agitato aus der D-Moll-Sonate für Orgel von I. Rheinberger . zur Aus­führung kommen. Herr Kapellmeister Jrmer wird Adagio für Violine und Orgel von F. Zech und Adagio aus dem 9. Violinkonzert von Spohr spielen, ferner kommt durch die Herren Zech, Jrmer und Hahn Meditation für Orgel, Violine und Harfe von I. A. Kwast zum Vortrag.

* Walhalla-Theater. Da Gastspiel von Mizi Gizi

bringt dem Theater fortgesetzt ausverkaufte Hauser. Sie tritt' jeden Abend um 9 Uhr 20 Mrn. auf. Am Sonntag findet eine Nachmittags-Vorstellung statt, an welcher das Pro­gramm genau wie abends bei kleinen Preisen zur Aus­führung kommt. _

Geschäftliche Mitteilungen.

* Wirksame Kohlensäurebädcr im Hause! Eine besondere Bedeutung haben in neuerer Zeit bei der Behandlung der verschiedensten Leiden, namentlich bei Nervosität, Herzleiden, Gicht, Rheumatismus usw. die Kohlenmurobader erlangt. Herr vrl Zucker, Dresden, erzielt durch Verpackung dcS Alkali in Stoffkissen unter Verwendung der im Bademoor enthaltenen Ameisensäure den Effekt, daß bei der Berührung der Kissen mit dem Badewasser rede Kohlensaurcblase m unzähliae kleine Perlen zerteilt wird. Die Kohlensäure- Entwicklung selbst ist sehr kräftig, der Patient verlaßt das Bad mit einem außerordentlichen Wohlbehagen und suhlt sich förmlich verjüngt. Metallwannen werden nicht be­schädigt. Die Fabrik Max Elb, G. m. b. H., Dresden, betreibt die Fabrikation von vr. Zuckers Kahlensäurebadernmrt den Kissen" im großen und die Bäder sind in wder Apotheke und Drogenhandlung zu mäßigem Preis zu haben.

* Biele Mütter glauben, ihre Säuglinge gilt zu er­nähren, wenn sie ihnen schon in den ersten Monaten unver­dünnte Kuhmilch geben, welche ihres zu großen Elwerßaehaltes wegen die meisten Kinder nicht verdauen können.. Will,man den Nährwert der verdünnten Kuhmilch erhöhen, so empnehlt sich am meisten der Zusatz vonKufekeh das die Kuhmilch auch leichter verdaulich macht, indem es im Mag-en eine fein- >flockigere Gerinnung des Eiweißes verursacht.

Nasfaniseffe ÄkarÄricitterr.

G Biebrich, 3. September. In anerkennender Weise läßt sich die hiesige Polizeivcrwaltung den Tierschutz angelegen sein. In erster Linie handelt cs sich um den Schutz der Pferde, da diese Tiere am meisten durch un­kundige oder Herzlose Führer zu leiden haben. Zn die­sem Zweck hat sich die Polizeiverwaltung mit dem T i e r- schutzverein in Wiesbaden in Verbindung ge­setzt, welcher ihr auf Ersuchen eine einschlägige Broschüre gratis zur Verfügung stellte, welche den Pserdeschutz be-> trifft. Das Büchelchen ist leicht faßlich geschrieben und behandelt zunächst den Umgang mit Pferden im allge­meinen und gibt eine Reihe guter Ratschläge über die Behandlung während des Fahrens usw. Die Polizei­verwaltung hat im ganzen 416 Heftchen an mit Pferden umgehende Personen verteilt. Im Sinne einer Ministe- rialverfügung sind seitens der Polizeiverwaltung die Exekutivbeamten angewiesen, in Zukunft streng darauf zu achten, daß ungeeignete Zugtiere zum Ziehen nicht mehr benutzt werden dürfen. Sind Fuhrwerke über­laden, so wird darauf gehalten, daß in solchen Fällen Vorspann oder aber eine Erleichterung der Ladung er­folgt, ferner, daß auf Baustellen möglichst befestigte Fahr­bahnen benutzt werden usw. Zu wünschen wäre, daß das Vorgehen der Viebricher Polizei auch in anderen Städten Nachahmung fände.

a. Dotzheim, 3. September. Hier ist auch ein Ar­beitsnachweis eingerichtet worden, und zwar im Nathans.

er. Rambach, 3. September. Nächsten Samstag, den 6. September, nachmittags 7 Uhr, wird die Verlegung von ca. 8 Meter Zcmentrohr an der Steinbruchsbrücke bei Sonnenberg im Submissionsweg vergeben.

,Schriftliche Angebote sind bis zum Termin bei der hiesi­gen Bürgermeisterei verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen abzuliefern. Angebotsformulare können von der Bürgermeisterei bezogen werden. Bei der durch den Gendarmerie-Wachtmeister Biererve und den Polizeiöiener Simon von hier vorgenommenen Revision der Maße und Gewichte bei den hiesigen Ge­werbetreibenden wurden verschiedene Gewichte be­schlagnahmt. Neben des Verlustes der Gewichte dürften die Gewerbetreibenden noch eine empfindliche Strafe zu gewärtigen haben.

el. Hochhcim a. M., 8 . September. Der starke Sturm, der gestern und vorgestern durch die M a i n - ebene fegte, hat großen Schaden angerichtet. Ganze Äste wurden losgerissen und Las Obst in Menge zu Boden geworfen. Fallobst gab es in Menge, und sind darum die Keltern bereits in Tätigkeit getreten und gibt es demnächst schon neuenHohenastheimer". Die Zwet- schen sind infolge der anhaltenden Feuchtigkeit vielfach aufgeplaht und fangen an zu faul-n. Es wäre besseres Wetter sehr mihtW&ettSroeri

wb. CronLerg, 3. September. Die Kronprinzessin und Prinz Georg von Griechenland sind heute früh 8 Uhr von Berlin wieder auf Schloß Friedrichshos einge- troffen. Die Prinzen August Wilhelm und Oskar von Preußen sind heute vormittag über Frankfurt a. M. nach Straßburg i. E. abgereist. Gestern abend waren auf Schloß Friedrichshof geladen u. a. Frau General von Eichhorn mit Sohn und Tochter und Fräulein Emma v. Grunelius. Nach der Tafel wurde getanzt. Der König von England hat dem Bürgermeister Pitsch- Cronberg den Viktoria-Orden 4. Klasse verliehen.

w. Cronberg i. T., 8. September. In der letzten Nacht wurde im ,Hotel Hahn" eingebrochen. Der Besitzer des Hotels wurde durch das Geräusch, das die Einbrecher verursachten, wach, und sah sich nun zwei be- ivaffncten Kerlen gegenüber. Dem couragierten Herrn gelang cs, einen der Spitzbuben, einen gewissen Schmitz aus Frankfurt a. M., festzuhalten, während der andere entkam. Schmitz wurde ins Gefängnis ge­steckt.

wb. Königstein t. T., 3. September. Die Kronprin­zessin von Griechenland, Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und der zum Besuch ans Schloß Friedrichs­hof cingetrof'fene Prinz Max von Baden besuchten heute nachmittag die Freifrau v. Rotschtld in ihrer Hiesi­gen Villa und blieben daselbst jum Tee.

a. Nied, 3. September. Die hiesige Polizei nahm gestern den ehemaligen Handschuhfabrikanten E. Lieb- man n aus Chemnitz fest, der von der dortigen Staats­anwaltschaft wegen betrügerischen Bankrotts steckbrieflich verfolgt wurde. übertriebene Ungstlich - feit hat einen hier wohnenden Arbeiter vom Wester­wald in Not gebracht. Er glaubte um Mitternacht, in seinem Zimmer seien Einbrecher. Schnell entschlossen sprang er, nur mit dem Hemd bekleidet, aus dem zwei­ten Geschoß auf die Straße und schlug Lärm. Als die Polizei und herbeigekommene Nachbarn das betreffende Haus durchsuchten, stellte sich heraus, daß der junge Mann g-cträuwt Hatte. Durch den Sprung auf die Straße hat cr sich nicht allein den Fuß schwer verletzt, sondern der Aufenthalt auf der Straße in Her lustigen Beklet- durrg hat ihm so geschadet, daß er heute in das Kranken­haus gebracht werden mußte. Mit dem Rathaus- Neubau ist hier begonnen worden. Der Bauplan ist von dem hiesigen Architekten Volk gefertigt, der die lange schwebende Frage glücklich gelöst hat. Das Rat­haus wird danach eine Zierde unseres Ortes werden. Die hiesige Polizei nahm drei Jungen fest, die sich mit Obststehlen beschäftigten. Es stellte sich heraus, daß sie der Anstalt Marienhausen entsprungen waren, wo­hin sie zurückgebracht wurden.

Bon der Aar, 3. September. Am Seöantag ging ein starkes Gewitter über unserer Gegend nieder, bei welchem der Blitz in Holzhausen ü. Aar in eine mit Winterfrucht gefüllte Scheune schlug und dieselbe bis auf die Grundmauern einäscherte. Auch ein Rind, Schwein und etliche Hühner fielen dem Brand zum Opfer. Das Unglück betraf arme Leute, deren empfind­licher Verlust durch keine Versicherung gedeckt ist.

o. Gemmerich, Kreis St. Goarshausen, 3. September. Auf dem Heimweg von der Tanzmusik in Winterwerb wurde der 22 Jahre alte Karl Breithaupt von hier von dem erst 18 Jahre alten Adolf Bonn durch Messerstiche schwer verletzt. Man glaubt nicht, daß V. mit dem Leben davonkommt.

a. Wolfenhausen, 3. September. Auf vis jetzt unbe­kannte Weise brach heute vormittag in dem Anwesen des Schuhmachers Peter Reuter Feuer aus. Die hiesige Feuerwehr war schnell auf der Brandstätte, und so war es ermöglicht, daß nur das Wohnhaus und der daran angebaute Stall niederbrannten. Durch die schnelle Hilfe konnten fast sämtliche Hausgeräte gerettet werden, wäh­rend die Futtervorräte von Heu usw. in dem Stall, wo das Feuer ausgebrochen war, ein Raub der Flamme» wurden. Reuter soll nicht versichert sein.

Gerichts saal»

rt. Wegen Beleidigung des Magistrats wurde der Stadtverordnete Elektrotechniker M. aus Hof­heim i. T. von dem Schöffengericht zu Höchst a. M. zu einer Geldstrafe von 10 M. verurteilt. Herr M. hatte sich darüber beschwert, daß der Magistrat die Auf­besserung eines Polizeiöieners ohne Anhörung der Stadtverordneten vornahm; dabei war ihm der Aus­druckBauernfängerei" entschlüpft.

wb. Dresden, 4. September. Das Landgericht Bautzen verurteilte den Lehrer Dhieme wegen Sitt­lich k e i r s v c r b r e ch e n, die er feit neun Jahren an Schulkindern begangen hatte, zu drei Jahren Zucht­haus. Dhieme ist 56 Fahre alt und Vater von 16 Kindern.

Kieme Ctrrourk.

Nene Aufstiege Wrights. Wright unternahm gestern in Le Maus mehrere Aufstiege, von denen einer 10 Mi­nuten 40 Sekunden dauerte. Er erreichte eine Geschwin­digkeit von 60 Kilometer.

Fräulein Olga Molitor, die gegenwärtig bei dem Kunstmaler Engelhorn in Lauterbach lebt, wird sich dem­nächst nach einer Meldung desB. T." mit dem dortigen Arzt Dr. Gäthjes verloben.

Durch eigene Schuld. In Crailsheim wollte ein Reisender auf den in Bewegung befindlichen Stuttgarter Schnellzug aufspringen. Hierbei kam er zu Fall und geriet unter die Räder. Er wurde überfahren, der Tod trat auf der Stelle ein.

Zu den Fleischvergiftungen im Virchow-Kranken- hans. In der gestrigen Stadtveroröneten-Verfammlung in Berlin erklärte Bürgermeister Reicke aus Anlaß von Anfragen und Anträgen zu den Fleischvergiftungen im Rudolf Birchvw-Krankenhaus, daß gegenwärtig Gefahr für die Erkrankten ausgeschlossen sei. Erkrankt seien im aanzen gegen hundert Personen, unter denen sich sechzig