Nr. 376.
Abend-Ausgabe, 1* Blatt»
Wiesbadener TagbLM.
«uch andere Departements bereiten derartige Schritte vor. — Heute soll der Generalstreik aller Tramwayangestellten beginnen; auch in den Fabriken und bei den Bahnen werden Ausstünde befürchtet.
Wie amtlich mitgeteilt wird, haben sich seit der neuen Ara in der Türkei 20 g r i e ch i s ch e u n ö 58 bulgarische Bande n u n t e r w or f e n. Auch 340 aufrührerische Albanesen Haben sich unterworfen.
Die Demission des Polizeimiwisters Rechiö-Bei ist aus Gesundheitsrücksichten erfolgt. Man bemüht sich, ihn zu bewegen, seine Demission wieder zurückzuziehen.
Die Bevölkerung von Kastanumi verhinderte die Abreise des ehemaligen Walt und verlangte, daß er die Gelder, welche er erpreßt habe, zurückzahle. Ähnliche Vorgänge gegen abgesetzte Funktionäre, sowie Drohungen gegen noch im Dienst stehende Funktionäre ereignen sich auch an anderen Orten Kleinasiens. Man befürchtet Racheakte gegen Funktionäre des alten Regime, besonders gegen Finanzbeamtc, die durch ihr Borgehen Unzufriedenheit und Haß erregt haben.
Konstantinopcl, 43. Aug. (Drcihtber.) Das mazedonische Komitee richtete an das jungtürkische Komitee eine Denkschrift, in welcher erklärt wird, daß die Mazedonier nicht aus der Absetzung des jetzigen Sultans bestehen, jedoch die Errichtung einer nationalen Miliz zur Sicherung der Verfassung fordern.
Marokko.
Nachrichten aus Tanger verzeichnen das Gerücht von einer Niederlage der Truppen des Sultans Abd ul Asis an dem Flutze Rcbbia. Die Verluste der Truppen von Abd ul Asis sollen bedeutend sein und der Sultan soll gezwungen gewesen sein, wieder über den Fluß zurnck- zwgehen.
UerKrargto Staate».
Balöwins Lenkballon wird einer Meldung aus Washington zufolge vom amerikanischen Kriegsdepartement übernommen werden.
Chi«».
Aus Hongkong meldet „Evening Standard", daß die chinesischen Behörden im Hafen von Tschintschau 10 000 Gewehre und zwei Millionen Patronen mit Beschlag belegten. Die japanischen Kaufleutc erhoben Protest und forderten das Frachtgut zurück.
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Arbeiter- und Lshrckewegimg.
w b. Hamburg, 12. August. In der heutigen Sitzung w Grrlppe Deutscher Schiffswerften wurde blaeüder Beschlnß gefaßt: Der Arbeiterausschuß des
Stettiner „Balkan" hat der Direktion mitgeteilt, daß der vctS der Nieter für been d e t e r k l ü r t sei und hat «GiöderaNfnahmc des Betriebes beantragt. Um dies ermöglichen, beschloß die Gruppe deutscher Seeschiffs- w'erften: Der „Vulkan" eröffnet vers u ch Zwei s e
14. August den Betrieb mit einem Drittel seiner Leute, schließt ihn aber wieder am 18. August abends, falls die Nieter vis dahin ihre Arbeit nicht m ausreichendem Umfange wieder ausgenommen haben. % Gruppe deutscher Schiffswerften verschiebt ihre Be- Äebseinschränkung bis zum 19. August abends. Die Kister haben cs also nochmals in 'der Hand, den Frieden
m ifcfrließctt.
wb. Kopenhagen, 12. August. Der Minister des Innern Berg hat einen Vorschlag zur Beilegung des Konfliktes im Typographengewerbe und;öcr übrigen gewerblichen Konflikte ausgeavbeitet. Vertreter der Arbeit- »eiher und der Arbeitnehmer haben dem Vernehmen nach versprochen, den betreffenden Organisationen den Vorschlag zur Annahme zu empföhlen.
hä. Rom, 12. August. Die Arbeitsbörse in Adria hat den Generalstreik proklamiert.
Deutscher Dückertug.
(Schluß.)
S. & II. Hannover, 11. August.
In der zweiten Hauptversammlung des Berbands- mges des Zentralverbandes Deutscher Bäcker-Innungen Germania" wurde zunächst in eine Debatte über die gestern bereits mitgetcilte Resolution zum Genossenschaftswesen eingetrcteu. Nach längerer Debatte, an der sich zahlreiche Redner aus allen Teilen des Reiches beteiligten, wurde der Anregung auf Gründung von Genossenschaften einmütig zuge st i m m t.
Das Referat über den folgenden Punkt der Tagesordnung: Ruhepausen im H a nd e l s g e w e r b e, erstattete Recke- Stettin. Er legte folgende Resolution vor, die einstimmige Annahme fand: Der gefchüfts- führeNde Vorstand möge an maßgebender Stelle dahin vorstellig werden, daß die gemäß § 139 c der Gewerbeordnung den Verkäuferinnen im Bäckereigewerbe zu gewährende ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 10 stunden eine unterbrochene sein darf. Der Verbandstag nahm dann folgende Resolution an: „Der Zentraloerband wolle an maßgebender Stelle dahin vorstellig werden, daß der Verkauf von Backwaren auch vor g Uhr morgens statlfinöen darf. Ans die Verkäuferinnen oder sonstigen Angestellten im Bäckereibetriebe ^oll diese Ausnahme keine Anwendung finden.
' Nach längerer Debatte gelangte weiter eine Resolution im Sinne der Ausführungen des Referenten, die eine stärkere Vertretung der Bäckermeister im Vorstand der Verussgcnossenschaft fordert, einstimmig zur Annahme.
Es sprach dann Rcichstagsabgeorüncter R i e i e - berg - Quedlinburg über den Gesetzentwurf, betreffend Arbeitskammern. Eine Resolution im Sinne seines Vortrages, der „eine schwere Gefahr für das Bäcker- gewerbc" in dem Entwurf sah, wurde angenommen.
Weiterhin sprach sich der Deutsche Bäckertag für die Aufhebung der Zentralstelle für Arbeitsnachweis aus. Sodann beschäftigte sich der Verbandstag mit der Ruhezeit im Bäckergewerbe und der Frage der erweiterten Sonntagsruhe.
Hierauf sprach Biene r-Chemnitz über die enormen
Schädigungen des Bäckergewerbes durch Boykotts und Streik s. Man verlangte in einer Resolution dazu eine Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen.
T i eh el-Chemnitz empfahl die Beschränkung der Vergünstigungen für die Getreideausfuhr und die Wiedereinführung des Jdentitätsnach- w e i s e s. Hierzu gelangte eine längere Resolution zur Annahme, in welcher die Regierung au'fgefordert wird, 1. bei der Ausfuhr von Brotgetreide und Mehl den Identitätsnachweis wieder einzuführen, 2. alle Aus- nahmetarifc für Brotgetreide und Mehl aufzuhoben. Der Vorstantö wird ersucht, sich mit dem Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag ins Einvernehmen zu setzen, um ein gemeinsames Vorgehen in dieser Angelegenheit hevbeizuftthren.
Obermeister G a e d e - Berlin empfahl dann die Aufnahme der Hygiene und Gesundheitspflege als obligatorischen Lehrgegenstand in den Bäcker-Fach- und Fortbildungsschulen.
Berger-Wiesbaden sprach für einen DcklarationSzwang der Mehle und empfahl Sie Annahme einer Resolution, durch die der Vorstand beauftragt wird, an maßgebender Stelle darauf hinzuwirken, daß gesetzliche Bestimmungen dahingehend erlassen werden, daß 1. für ganz Deutschland eine einheitliche Numerierung der Mühle durchgeführt wird, 2. daß diese einheitlichen Mehlnummern durch Typen der Versuchsanstalt für Getreideoerarbeitung in Berlin monatlich bindend bestimmt und sest-gclcgt werden, 3. daß jeder Müller seine Mehle nur in mit einer Frrmaplombe versehenen Packungen liefern darf, und teöe derselben extra mit einer hinter der Plombe angebrachten Anhängekarte (Mehlmarke) versehen werden muß, aus deren Aufdruck die betreffende Mehlausbeute klar hervorgeht. Ferner mutz auf der Anhättgekartc angegeben fein, ob und in welchem Prozentsätze Beimischungen von anderem Mehl, zum Beispiel ans Weizen (bei Roggenmehl), Gerste, Mais, Reis, Hülsenfrüchten vder anderen Cerealien, oder aber aus gemälzten Cerealien enthalten sind; 4. daß Bleichen der Mehle verboten wird; 5. jeder Malzmehllieferant ist verpflichtet, in unzweideutiger Weise zu deklarieren, wenn sein Malzmehl außer dem Mehl aus gemälzter Gerste, Weizen noch Mehl aus anderen gemälzten Cerealien oder aus Roh- frucht unter jeweiliger Angabe des Prozentsatzes enthält; 6. jeder Trockenmilchlieferant ist verpflichtet, an seinen zum Verkauf gelangenden Packungen in zweckentsprechender Weise einen Deklarationsnachweis anzu- l-ringen, aus dem hervorgeht, ob in den Packungen unverfälschte, getrocknete reine Vollmilch, Halbmilch oder Magermilch enthalten ist. Sind dem Fabrikat Süß-, Fett- und Farbstoffe zugesetzt, so ist dieses in leicht bemerkbarer Weise mit zu deklarieren, und zwar in Prozenten ansigedrückt; 7. dem in Verkehr gebrachten Backpulver ist von seiten der Behörden eine schärfere Beachtung zuzuwenden, damit nicht die Zusätze, wie die von Stearinsäure und kohlensauerer Magnesia und solchen ähnlicher Art weiter verwendet werden; 8. alle uns dem Auslande eingeführten Produkte vorgenannter Art sind denselben Bestimmungen zu unterwerfen.
Nach einem Referat von S e g a d l o - Königsberg über die Ausdehnung der sozialen Reichsversichcrungs- gcsctzc auf das selbständige Handwerk wurde schließlich noch eine Resolution angenommen, wodurch die Bcr- sicherungsberechtigung der selbständigen Gewerbetreiben- den bei der staatlichen Jnvaliöitüts- und Altersversicherung auf alle sei b st 8 n d i g e n Gewerbetreibenden bis zu einem Einkommen von 3000 M. ausgedehnt werden soll.
Als Ort für die Abhaltung des in drei Jahren zu- fammentretenöen nächsten Berbanüstages wurden Frankfurt a. M., Kiel und Stuttgart in Aussicht genommen.
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Am dritten und letzten Berhandlungstage referierte Syndikus E r t e l t - Berlin über den Arbeitgeber-Schutz- verband für das Bäckereigewerbe. Er teilte mit, daß dem Verband über 5000 Meister mit 15 000 Beschäftigten angehören. Die an die Kasse gestellten Ansprüche aus Unterstützung seitens Der durch den Streik und Boykott Geschädigten wurden befriedigt.
Im Anschluß hieran wurde über die Stellungnahme gegen beim Lohnkampf abgeschöbcnc Gesellen beraten. Der Referent K a m p m a n n - Coln legte folgende Resolution vor: Wenn beim Eintritt eines Bückerstreiks
Gesellen seitens der Streikleitung abgeschoben werden, sind alle Sprechämter verpflichtet, während der Dauer des Streiks Gesellen aus dem Streikgebiet nicht cinzu- stellen. Die Resolution wurde angenommen.
Durch einen Dringlichkeitsantrag von K u o st - Hamburg und Kampmann-Cöln wurde noch einmal die Frage einer Einigung zwischen dem H e f e s y n d t k a t und den B ä ck e r h c s e f a b r i k a n t c n zur Verhandlung gebracht. Es folgte eine lange Debatte, in er ein Redner einigen Innungen vorwarf, daß sie sich vom Syndikat Mahlzeiten und Festlichkeiten bezahlen ließen. Darauf entstand ein wüster Tumult. -Schließlich beschloß man, eine Kommission zu bilden, deren Aufgabe darin bestehen soll, zu versuchen, zwischen den Bäcker- hefefabrikanten einerseits und dem Verbände der Preß- hefefabrikanten andererseits M i n d e st p r e i s e für Hefe auf Grund von Vertragsbestimmungen einzuführen.
Zu dem folgenden Punkte: Maximalarbeitstag, wurde eine Resolution angenommen, in welcher sich der Verbandstag erneut und energisch dagegen wendet, daß die Verordnung, betreffend den Maximalarbeitstag im Bäckergewerbe vom 4. März 1896, noch immer nicht zu- vückgenommen ist. Der Verbandstag erklärt wiederholt, daß eine schablonenhafte Begrenzung der Arbeitszeit für das Bäcker-Handwerk infolge seiner Eigenart in der Regel nicht durchführbar -ist.
Das folgende Referat besprach die Schädigungen durch die Konsumvereine. Eine vorgelegte Resolution, welche den Staats- und Reichsbeamten die Tätigkeit in der Verwaltung der Konsumvereine verbietet, ebenso die Verteilung der Konsumvereine über 2 Prozent hinaus wurde angenommen.
Donnerstag, 18. August 1908. Seite 3»
Aus Stadt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Wiesbaden, 13. August.
Znm Jubiläum der „Achtnndachtziger".
Das „Militär-Woche n b l a t t" bringt in seiner neuesten Nummer einen längeren Aufsatz unter der Überschrift „Zum 100jährigen Bestehen des 2. nassaur- schen Infanterie-Regiments Nr. 88", worin es u. a. heißt: ^ ,
Eine ruhmreiche Geschichte ist cs in der Dar, auf die dieses Regiment jetzt zurückblicken darf, indem ihm auch die Taten des alten Regiments zu eigen wurden. Schon durch die kurz nach dieser Order (daß das Regiment 88 mit dem 2. nass. Juf.-Regt. eins und der Grnudungstag der 13. August 1808 sein sollte), am 27. Januar 1899. dem Regiment zuteil werdende Auszeichnung tritt dies zutage, indem cs Helmbänder erhielt mit den Namen „Mesa de Jbor", „La Belle-Alliancc" und „Medellin". Mefa de Jbvr und Medellin, zwei Ruhmestage auf Spaniens glühendem Boden im Solde des Korsischen Eroberers und La Belle-Allianee wieder Seite an Seite mit den deutschen Brüdern! Fällt doch die Errichtung des Regiments in die traurigsten Tage deutscher Vergangenheit. Napoleon brauchte immer neue Truppen für seine Erobernngskänrpfe in Spanien, und der Deutsche Rheinbund mußte immer mehr liefern, obwohl es dem Rhcinbunövertrag widersprach. Vorstellungen dagegen blieben erfolglos. ...
Bei der Besitzergreifung Nassaus hatte König Wilhelm in seiner Proklamation an die Bevölkerung des Landes gesagt: „Euere kriegstüchtige Jugend wird sich ihren Brüdern in Meinen anderen Staaten znm Schutze des Vaterlandes treu anschlicßeii, und mii Freude wind die preußische Armee die tapferen Nassauer empfangen, denen in den Jahrbüchern deutschen Ruhmes nunmehr ein neues größeres Blatt eröffnet ist" . . ,
Es kam das große Jahr 18 70, an dessen entscheidenden Erfolgen das Regiment seinen vollen Teil hatte. Im Verband der 42. Brigade, der 21. Division, des 11. Armeekorps zog es hinaus in den Krieg. Schon an dem Treffen von Weißenburg war dem Regiment eine, wenn auch nur bescheidene Anteilnahme zugefalleu, indem es dem gegen Ende des Kampfes eintreffenöen 1. Bataillon gelang, in Riedseltz. durch schnellen Angriff einige 80 Gefangene zu machen. Dann kam Wörth, das zu einem unvergeßlichen Ehrentag des Regiments werden sollte. Durch die hoch angeschwollene Sauer wateten das 1. und 2. Bataillon um Mittag bei Spachbach und drangen in schnellem Ansturm in den Niederwald, der nun der Schauplatz starken Ringens wurde, wie cS ein Waldgefecht ja fast immer unausbleiblich mit sich bringt. Langsam drangen die Bataillone, mit anderen Truppen des Korps vermischt, nach Norden schwenkend an den Nordsaum des Waldes vor, wobei ein Dnrcheinanöerkommcn der Verbünde unvermeidlich war. Bald folgte auch das Füsilierbataillon, das der Oberst Kühn v. Jaski begleitete. Schon waren zahlreiche Offiziere des Regiments gefallen oder verwundet. Hierbei war es der 12. und Teilen der 11. Kompagnie gelungen, drei Geschütze und eine Mitraillcnsc zu nehmen. Es war die erste Mitrailleuse, die genommen wurde, und das Regiment erhielt hierfür eine von patriotischer Seite gestiftete Ehrengabe von 1125 Talern, die es zu einem „Wörth- Fonds" verwendete, ebenso wie es aus den für die Eroberung der Geschütze empfangenen 280 Dukaten, den von Friedrich dem Großen 1758 gestifteten „Geschiitz- douceurgeldern", ebenfalls einen unauflöslichen „Geschützfonds" stiftete. Auch an der dann folgenden Eroberung von Fröschweiler nahmen Kompagnien des Regiments ruhmvollen Anteil. Bei dem Vorgehen aus dem Niederwald auf ein noch vor ihm liegendes kleines Gehölz fand Oberst Kühn v. Jaski, als er die letzte noch geschlossene Kompagnie in Den Kampf führte, durch eine Granate den Heldentod.
Außer seinem tapferen Führer verlor das Regiment hier noch 28 Offiziere und 822 Mann an Toten und Verwundeten. Als der Kronprinz nach der Schlacht das Regiment begrüßte und den Tod des Führers erfuhr, rief er nnr leise aus: „Auch der!" Dann wendete er sich zu den schweigend lauschenden Kolonnen mit den kurzen, unvergeßlichen Worten: „Ihr seid brav gewesen, der König dankt euch!"
Zum 100jährigen Bestehen des 2. naffauischen Infanterie-Regiments Nr. 88 trafen im Laufe des gestrigen Nachmittags und Abends etwa 6000 ehemalige Regiments- angehörige in Mainz ein. Heute vormittag fanden dort Festgottesdienste in der Christuskirche und der St. Peterskirche statt. In der elfteren hielt Divisionspfarrer Müller und in der letzteren Divisionspfarrer Jung den Gottesdienst ab. Um 10 Uhr vormittags fand die Aufstellung der Festteilnehmer auf dem Exerzierplatz bei Fort Weisenau zur Parade des Regiments statt. Nachdem die Parade von dem kommandierenden General v. Eichhorn abgenommen, brachte der Regimentskommandeur Oberst v. Dewitz das Hoch auf den Kaiser aus. Der Parademarsch wurde von: Regiment ausgeführt, hintenan schlossen sich die ehemaligen Angehörigen des Regiments. Es war ein erhebender Anblick, die alten Leute mitmarschieren zu sehen. Um 12 Uhr 30 Min. fand das Festessen der ehemaligen, sowie der aktiven Unteroffiziere und Mannschaften des Regiments in der Stadthalle, Kasino zum Frankfurter Hof, Kötherhof, Guange- lisches Vereinshaus und in der Turnhalle in der Schafs- gartenstratze statt. Die Übergabe der Geschenke an das Regiment findet heute nachmittag um 4 Uhr im Offi- zierskafino in Mainz statt. Abends 8 Uhr ist die allgemeine Feier mit Aufführungen in der Stadthalle. — Die Reinigungs- und Beleuchtungskosten für Die Stadthallc, die sich auf einige hundert Mark belaufen, übernimmt Herr Oberbürgermeister Br. Göttelmann auf seine Kosten als früherer Angehöriger des Regiments. — Für das Festessen in der Mainzer Stadthalle, bei dem über 3000 Mann gespeist werden, besteht das Menü ans Suvvc. Hannoverschem Mastkalbsnierenbratcn, grünen
