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Seite ». Mittwoch, 5. August 1908.

nämlich dem Blatte über einen Grenzzwischenfall, ber dem ein deutscher Zollbeamter eine junge Französin, welche mit drei Freundinnen die Grenze überschritt, gefragt hätte, ob sie nach Straßburg ginge, um den Kaiser zu sehen. Auf deren Antwort, "daß sie zu Be- kannten nach Straßburg führe, habe der Zollpascha in den Bart gebrummt:Schmutzige Franzosenhunde

(Sales chiens de France). Sie kommen ohne Unterlaß zu uns: mit denen hat man die meiste Arbeit." Das Blatt beklagt sich dann bitter über diese Unhöflichkeit und erhofft schleunigste Nemedur. Ich möchte wirklich den Deutschen sehen, der vonschmutzi­gen Hunden" redet diese > Trope ist in Deutschland bekanntlich. völlig ungebräuchlich; dem Franzosen allerdings ist seinsale chien" schon zur zweiten Natur geworden! Solch kleine logische Schnitzer haben natürlich nicht das geringste zu sagen wenn man nur den verhaßten Prussiens etwas am Zeuge flicken kann!

Das KmsrrMür ln Stockholm.

wb. Stockholm, 4. August. Etwas vor 11 Uhr fuhren der Kaiser und der König mit ihrem Gefolge in Automobilen zum Übungsplatz der Leibgarde zu Pferde, wo eine Regimentsbesichtigung und Parade stattfand. Um 3 Uhr machten die Mitglieder der schwedischen Königsfamilie und das deutsche Kaiser­paar dann eine Spazierfahrt auf dem Maelar-See mit dem DampferTessin". Au der Tour nahmen außer dem Gefolge noch der Minister des Äußern, der erste Hofmarschall, der deutsche Gesandte, Graf Pückler und andere teil. Die Tour dauerte zirka drei Stunden. An Bord wurde der Tee serviert.

wb. Stockholm, 4. August. Der König und die Königin gaben ein Familiendiner für die Kaiserlichen Majestäten und die Mitglieder der schwedischen Königs- familie. Für die Gefolge der Herrschaften fand gleich­zeitig Hosinarschalltafel statt. Gegen 9 Uhr wurde bei den schwedischen Majestäten der Tee eingenommen.

wb. Stockholm, 4. August. Staatssekretär v. Schön zog,sich, auf der Reise eine Erkältung zu, ist aber nach zweitägiger Bettruhe wieder fieberfrei und hofft, morgen wieder aufstehen zu können.

* Ein bürgerlicher Name für einen preußischen Prinzen. Wie uns ein eigener Drahtbericht aus Zürich meldet, beantragte gutem Vernehmen derZüricher Zeitung" zufolge Prinz Joachim Alvrecht von Preußen beim allerhöchsten Chef des Hauses Hoheuzollern die Genehmigung zum Austritt aus hohenzollcrnschem Familienverbawd und .zur Annahme des bürgerlichen Namens Joachim Albrech t.

* Zum Ableben des Herrn v. Lucanus. DerReichs­anzeiger" veröffentlicht einen Nachruf für Lucanus, in dem es heißt: Dem Heimgegangenen ist es vergönnt gewesen, durch lange Jahre, bis die letzte Krankheit ihn zur Ruhe zwang, feine Dienste dem Vaterlande und seinem Königlichen Herrn zu widmen. Ein Leben, reich an Ehren undErfolgen, ein reicheres aber noch an selbst­losester Arbeit ist abgeschlossen. Durch fast zwanzig Jahre hat das Kultusministerium seines Geistes Wehen gespürt und ist er der unermüdlichste Mit­arbeiter, der treueste Berater und die zuverlässigste Stütze seines Chefs gewesen. Als ihn darauf seines Kaisers nndKönigsVertrauen auf den verantwortungs­reichen Posten des Chefs des Geheimen Zivilkabinetts berief, hat er sich hier mit seinem scharfen Verstand, mit seinem klaren staatsmärmischen Blick, mit seinem warmen Herzen und mit feiner großen Bescheidenheit als der treuefte und hingehendste Diener

WiesImÄerrex Tagdlatt»

seines Kaiserlichen Herrn bewährt. Den schön­sten Lohn für seine Arbeit fand der Heimgegangene in­dem unbedingten Vertrauen, das ihm sein Kaiser ent­gegenbrachte und in der Liebe und Verehrung seiner Untergebenen und aller derjenigen, welchen es be- schieden war, ihm näher zu treten. Der Artikel schließt: Sein Andenken wird mit der Geschichte der Hohen- zollern und des Vaterlandes als eines der treuesten der Treuen für ewig in Verbindung und in hohen Ehren bleiben. Der Reichskanzler richtete an den Ritt­meister v. Lucanus ein Beileidstelegramm.

* Zum Fall Eulcnburg. Zu den Mitteilungen Ber­liner Blätter, daß in nächster Zeit ein ärztliches Gut­achten über den Gesundheitszustand. Eulenburgs einge­holt würde, wird derF. Z." aus Berlin mitgeteilt, daß das Verfahren zurzeit vollkommen ruht, und daß Gericht und Staatsanwaltschaft ruhig a b w a r - ten. Daß in absehbarer Zeit ein ärztliches Gutachten über Las Befinden Eulenburgs eingefordert werden wird, muß als selbstverständlich gelten. Zurzeit jedoch kann nach ärztlichem Urteil weder von einer Berhand- lungsfähigkeit. noch von einer Transportfähigkeit die Rede sein. Die Trombose hat völlig nachgelassen, je­doch hat der Patient als Folgeerscheinung der Grippe noch Fieber bis zu 38 Grad und Husten.

* Ein Fürst als Ordensbruder. In Venlo legte gestern Fürst Karl zu Löwenstein in Anwesenheit vieler Fürstlichkeiten die Ordensgelübde ab.

* Wernstcncr ober nicht? DieNcrtional-Zritung" meldet: Von dem Plane einer Weinsteuer, von der manche Blätter zu berichten wissen, ist an m a tz g c b c n - der Stelle n ichts bekannt. -

* Vichmarktplätze und Schlachthöfe. Dem Reichstag wird demnächst eine Vorlage zugehen, nach der der Bundesrat ermächtigt wird, anzuordnen, daß die Bieh- marktplätze und Vtehhöfe sich räumlich getrennt von öffentlichen Schlachthäusern befinden müssen.

* Gegen die Elcktrizitätssteucr. Der Finanz­ausschuß der bayerischen Reichsrats-Kammer hat sich dem bekanntlich einstimmig gefaßten Beschluß der Ab- geordneten-Kammer gegen eine Elektrizitätssteuer an- geschlossen.

* Das kaiserliche Anfsichtsamt für Privatbersicherung

macht folgendes bekannt: Seit dem Schluffe des

Jahres 1905 sind im Aufträge der beteiligten Regie­rungen von Vertretern der mit der Beaufsichtigung des privaten Versicherungswesens befaßten Behörden Österreichs, der Schweiz, Ungarns und des Deutschen Reichs Verhandlungen über die Schaffung einer ein­heitlichen Form für die diesen Aufsichtsbehörden von den Versicherungsunternehmungen (ausgenommen die landwirtschaftlichen) zu legenden Jahresrechnungen ge­pflogen worden. Über die dabei erstmals ausgestellten Rechnungsmuster wurde im Jahre 1906 der Versiche­rungsbeirat gehört. Die demnächst fortgesetzten Ver­handlungen haben zur Vereinbarung eines abgeänder­ten Entwurfs, d, d. Wien, den 18. November 1907, und damit zu einem vorläufigen Abschlüsse geführt. Vor der endgültigen Festlegung der Verhandlungsergeb­nisse soll mit Ermächtigung des Herrn Reichskanzlers der Öffentlichkeit, insbesondere den Fachkreisen, Ge­legenheit zur Beurteilung der Entwürfe und zur An­regung von Änderungen geboten werden. Zu diesem Zweck werden die Entwürfe durch das Unterzeichnete Amt auf Ansuchen in je einem Abdruck unentgeltlich ab­gegeben werden, soweit der Vorrat reicht. Etwaige Änderungsvorschläge werden baldmöglichst erbeten, damit sie für die Schlußverhandlungen nicht zu spät kommen.

* Französisch oder Englisch in der Reifeprüfung am Gymnasium. Der Kultusminister hat verfügt, daß die Oberprimaner der preußischen Gymnasien von jetzt an das Recht haben, anstatt im Französischen, sich in der englischen Sprache einer mündlichen Prüfung zu unter-

liukommt! Wie der Schrei eines Tieres hallt der Ruf herauf. Und doch: eine unbändige Freude, ein wil­der Jubel klingt durch die Stimme.

Auf der Terrasse war es still geworden. Als ob alles Leben erstarrt wäre, so sitzt alles bewegungslos, ganz Ohr, und lauscht. Was ist denn? Hat da nicht jemand gerufen: Zeppelin kommt?! Und durch diese feierliche Stille hallt ein gewaltiges, immer stärker anschwellendes Geräusch wie das tiefe Brummen einer riesigen Hum­mel. Jetzt wird es am Ufer lebendig. Nicht einer, zehn, fünfzig, hundert sind cs längs des Kais, die laut schreien: Zeppelin kommt! Das Luftschiff! Da, seht doch die Lichter!

Da löst sich die Erstarrung. In wildem Jubel schreit's einer dem anderen zu: Zeppelin in Mainz! Unbeküm­mert um die Zahlpflichtcu gegenüber den Kellnern die selber reißt die Gunst der Stunde fort stürzt alles da­von, stolpert übereinander, reißt Tische und Stühle um und rast zum Ufer und auf die Brücke. Das Restaurant speit sein Personal aus, und wenige Sekunden später ist die Stadthallc verödet. Am Ufer aber dichtet sich die Kette; mit Simrmeseile war der Ruf weitergetragen worden, und aus allen Winkeln und Gassen kommt hervor, was noch auf den Beinen ist.

Da funkeln in der Höhe zwei Lichter; wie schmale, weihe Kegel tanzt der Schein durch die dunstige Atmosphäre das Rheintal herauf; rasch nähert sich das Licht, jetzt schält sich aus dem nebligen Schwaden ein langer, grauer Körper, wächst rasch heran und läßt seine Umrisse erkennen. Nun tritt er in den Lichtkreis der Stadt halle. Und da bricht ein Jubel und Toben aus gewaltig und toll, ein Begeistcrungsrausch, wie er sich sel­ten aus Menschenherzen löst. Die Sirene des Dampfers Kaiserin Friedrich" weckt die Schläfer auf den Dampfern. Notdürftig gekleidet eilen die Mannschaften an Deck. Die Maschinisten springen an die Maschinen, und während vom User her in den tosenden Jubel die Böllerschüsse krachen, heulen und brüllen auf allen Dampfern die Dampfpfeifen und Sirenen los, als sei eine Hölle losge- lafsen worden, und ihr lärmender Freudengruß trägt durch das schlafende Mainz die überraschende Kuude^ Latz '

der erste deutsche Luftadmiral wie das Volk Zeppelin genannt hat Mainz besucht.

Während auf der -Erde der Jubel kein Ende nehmen will, zieht das Luftschiff stolz steine Bahn. Ruhig gleitet cs dahin, macht mit sicheren, eleganten Bewegungen etliche Manöver, steigt in verschiedene Höhen, kreuzt 5ett Rhein herauf, zeitweilig im Dunst verschwindend, und wendet dann, deutlich erkennbar, direkt über dem Bahn­hof Biebrich-Ost, wo die Beamten in laute Hochrufe aus- brecheu.

Nun kehrt cs zurück, kreuzt unter dem immer lebhaf­ter werdenden Jubel die Kasteler Brücke, über der es direkt lotrecht über uns in vielleicht 100 Meter Höhe passiert, und verschwindet dann in der Rich­tung nach Höchst. Um 10 Uhr 40 Min. war Zeppelin ge­sichtet worden; als das Luftschiff auf der Höhe der St-adt- halle war, überzeugte mich ein Blick auf die Uhr, daß es genau 10 Uhr 48 Min. war, etwa 20 Minuten kreuzte Zeppelin im Nheintal, fuhr 11 Uhr 6 Min. wieder an der Stadthalle vorbei und verschwand 11 Uhr 15 Min. den Blicken. Über eine halbe Stunde weilte das- Luftschiff also im Gesichtskreis von Mainz; dann war die weltge­schichtliche Begebenheit -an der Stadt vorbciger-auscht, deren Einwohner sie in überwiegender Zahl verschlafen haben, tzlanz überraschend war Zeppelin gekommen: wie das Glückauf leisen Sohlen über Nacht . . .!"

Ans Kunst und Men.

Das neue Leben in der Türkei.

In einem Briefe aus K o n st a n t i n o p e l gibt Jean Rodes, der Korrespondent desTcmps", ein lebendiges Bild von dem neuen Leben und Treiben der BoSporuSstadt und von den Umwälzungen, die seit der Einführung der Verfassung mit einem Schlage der ganzcnStadt ein ueuesGepräge gegeben haben. Nur das Auge konnte vordem an der Farbenpracht der orien­talischen Welt sich erfreuen. Still und mit einer ge­wissen Bedrücktheit wickelte früher der Verkehr in den Straßen Kanstantinopels sich ab, ein jeder fühlte sich

Abend-Ausgabe, 1. Blatt. Nr. 362.

ziehen. Diese Freiheit der Wahl erstreckt sich nicht etwa nur auf diejenigen Anstalten, an denen in den Ober- klassen das Englische an Stelle des Französischen als verbindliches Fach gelehrt wird, sondern auch auf die­jenigen Gymnasien, an denen nach wie vor der englische Unterricht von Obersekunda ab wahlfrei bleibt. Jeden­falls wird von der Neueinrichtung bald Gebrauch ge­macht werden, namentlich von denjenigen Abiturienten, die ihres späteren Berufs wegen (z. B. Marineoffizier- Aspiranten) sich besondere Kenntnisse im Englischen zu erwerben haben und denen eine amtliche Bescheinigung dieser Kenntnisse vorteilhaft erscheint.

* Der Reichskommissar für die Weltausstellung iv Brüssel im Jahre 1910, Regierungsrat im Reichsamt des Innern, Albert, begibt sich in Gemeinschaft mit dem Geheimen Kommerzienrat Ravend aus Berlin nach Brüssel, um mit der belgischen Ausstellungsleitung über die Platzfrage zu verhandeln. Als künstlerischer Sachverständiger begleitet den Reichskommissar der be­kannte Münchener Architekt, Professor Emanuel von Seidl.

* Der Termin des Landtagsschlusses in Bade». Es wird mit der Schließung des badischen Landtags zum 19. August gerechnet.

D avlKmruraNrschrs.

Eine liberale Interpellation in der bayerischen Kammer. In der bayerischen Abgeordnetenkammer begründete der Abgeordnete Goldschmidt eine Inter­pellation der Liberalen wegen des Vorgehens des Kultusministers gegen den Professor Dr. Guettler an­läßlich dessen Äußerungen über den Vorstand des Georgianums, Professor Schmidt, in einem Artikel der Münchener Neuesten Nachrichten". Die Interpellan­ten fragen an, ob der Staatsregierung bekannt sei, daß der Kultusminister durch sein Vorgehen in die ver­fassungsmäßig gewährleisteten Rechte der freien Meinungsä u ß e r u n g e n eingreifc. Kultus­minister Dr. Wehner erklärte im Namen des gesamten Ministeriums: Don seinen Entschließungen im Falle Guettler hätten die übrigen Ministerien zuvor keine Kenntnis erhalten, weil es mit der Verfassung nicht vereinbar wäre, das Gesamtministerium über das Ressortministerium zu stellen. Über die Frage der freien Meinungsäußerung habe sich das gesamte Ministerium an: 30. April im Landtag geäußert. Der Fall Guettler fei in der Öffentlichkeit nur durch einen Bruch des Amtsgeheimnisses bekannt geworden. Das Disziplinarvorgehen habe nicht in Frage gestanden. Es wäre ein Streit zwischen Professoren an der gleichen Hochschule. Der Frieden innerhalb des Lehrkörpers sei im Interesse des Gedeihens der Universität er­halten worden. Von einer Einschränkung des Rechtes der freien Meinungsäußerung sei gar keine Rede.

Deutsche Kolomrrn.

z. Ein Knrscrblld für Kiautschou. Der Kaiser hat der deutschen Kolonie in Kiautschou, aus deren Mitte ihm vor kurzem ein Huldigungswerk zuging, für das dortige Kasino sein Portrait in Lebensgröße ge­spendet. Das Bild stellt den Kaiser in der Gardedu- korps-Uniform mit dem Band des Schwarzen Adler- Ordens dar. Das kaiserliche Geschenk, welches bereits die Seereise angetrcten hat, ist von einem Handschreiben des Monarchen begleitet.

Die Umwälzung in der Tiirirei.

DiePolitische Korrespondenz" meldet aus Konstan- tiuopel: Der österreichisch-ungarische Botschafter Mark­graf Pallawicint wiederholte in einer Unterredung mit -dem Großwesir im Aufträge seiner Regierung die Ver­sicherung, daß das Wiener Kabinett an dem Schicksal der Türkei fortgesetzt lebhaften Anteil nimmt und die

umstrickt von den mißtrauisch beobachtenden Blicken der heimlichen Spione, und scheu barg der Bürger die Zeitungsnummer im Gewände, die ein Freund ihm vielleicht verschafft hatte. Der Fremde, der das alte Konstantinopel kannte, steht vor dem neuen wie vor einem Wunder.

Schon die erste Berührung mit den Beamten zeigt den völlig veränderten Charakter dieses neuen Lebens. Wenn man ehedem mit der Aussicht auf unangenehme Scherereien und endlose Umständlichkeiten der Zoll­revision cntgegenging, erfüllt man hiermit heute eine Formalität, die kurz und schnell sich abspielt wie in jedem westlichen Staate. Der Hotelbediente, dem man die altgewohnte Besorgnis ausdrückt, beruhigt einem mit einem überzeugten Lächeln:O nein, jetzt, da wir die Freiheit haben, geht das alles viel schneller." Und in der Tat, dieZollbeämten, die sonst mit mißtrauischem Blicke die Koffer und Taschen bis in die letzten Winkel durchstöbert und das kleinste Buch mit Beschlag be­legten und seden photographischen Apparat mit der peinlichsten Genauigkeit untersuchten, sie werfen jetzt nur einen halb zerstreuten Blick auf das erste Gepäck­stück, das man ihnen öffnet, und lassen den Rest ohne weiteres passieren. Gerade diese ruhige Gelassenheit illustriert den vollkommenen Svstemwechsel vielleicht mit größerer Eindringlichkeit, als der ungewöhnliche, laute, frohe Jubel, der heute aus den sonst so schweig, samen Straßen einem frisch und frei entgegentönt.

Kaum ist man auf der Straße, so sieht man sich im Herzen einer fröhlichen Volksmenge. Straßauf, straßab ziehen Züge van feiernden Menschen, überall tauchen Redner auf, ihre kurzen Ansprachen werden von jubelnden Hochrufen auf den Sultan, auf die Nation, auf die Freiheit, auf die Gerechtigkeit, auf die Armee unterbrochen, alle Augen leuchten, auf allen Lippen liegt ein Lächeln und oft hört man ein frohes befreites Lachen, das bei den sonst so ernsten Türken doppelt auffällt. Wo vor 14 Tagen noch der Besitz einer Zeitung ein kompromittierendes Belastungsstück war, tönen jetzt weithin schallend die Rufe der Zeitungs-