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Seite 2. Donnerstag, 8. Juli 1808.

Henken bewahren. Meine Frau schließt sich meinen Emp­findungen von Herzen an. Reichskanzler Fürst von Bülow."

Nencr Ballon. Major Parseval stellte einen Neuen lenkbaren Ballon fertig nach öem unstarren System, in abweichender äußerer Form, indem er den Kallon vorn dick und hinten spitz, also birnenförmig, ge­staltete. Die Probefahrten stehen unmittelbar bevor.

Die Verwendung der neuen Feldküchen im Kaiser- manöoer ist für dieses Jahr in Aussicht genommen; sic sollen für größere Verbünde täglich während des Marsches die Mahlzeiten garkochen, so daß die Truppen ohne Zeitverlust ihre Verpflegung sofort erhalten können, sobald dies eine Pause in den Unternehmungen gestattet. Daß hierdurch die Schlagfertigkeit der Kämpfenden beträchtlich vermehrt werden wird, liegt auf der Hand. Auch die Bevölkerung des Manövergelänücs Wird diese fürsorgliche Maßnahme der Heeresverwal­tung freudig begrüßen. Da die diesjährigen Übungen möglichst kriegsmäßig abgehalten werden sollen, so ist die vorherige Anlage von Magazinen, aus denen die Ver­pflegung der Truppen bisher geschah, in diesem Kaiser­manöver nicht mehr vorgesehen, sondern die erforder­lichen Lebensmittel sollen erst an Ort und Stelle aufge­kauft und je nach der Gefechtslage in einem geeignet gelegenen, von Fall zu Fall neuzuerrichtenden Magazin gesammelt werden, aus dem dann die Ausgabe wie bis­her erfolgt. Für den Train und die Intendantur wird diese dem Ernstfall angepatzte Verpflegungsart sehr lehr­reiche Gefechtsbilder ergeben.

Die neue Feldnnisorm. Beim Lehrinsauterie- Bataillon in Potsdam trägt bekanntlich seit einiger Zeit eine Kompagnie die neue feldgraue Felduniform, und zwar tragen sie nicht nur Unteroffiziere und Mann­schaften, sondern auch die Offiziere. Beim Garde- Husaren-Regimeut geschieht dies von einigen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften jeder Schwadron, und zwar tragen die Offiziere Uniformen von demselben Stoff (Kommißtuch) wie die Mannschaften. Wenn man auch die Zweckmäßigkeit der neuen Feldnnisorm gebüh­rend anerkennt, so findet ihre äußere Erscheinung doch wenig Anklang. In Gardekreisen glaubt man nicht an das völlige Eingchen der glänzenden Paradeuniformen, namentlich in der Kavallerie.

Deutsche Kolonie».

Staatssekretär Dcrnbnrg ist in Prieska eingctrosfen. Er tritt von hier aus eine Landreise über Upington und Ukamas nach Keetmanshoop an.

O Ergänzende praktische Übungen am Kolonial- institnt. Abgesehen von den Vorlesungen und prak­tischen Übungen des Hamburger Kolonialinstituts, die wn den festangestellten Professoren abzuhalten sind, soll, wie wir erfahren, eine Reihe weiterer Übungen und Vorlesungen stattfinden, zu denen auch auswärtige Dozenten hinzugezogen werden. Für jeden Freund der kolonialen Sache wird es erfreulich sein, zu hören, daß man praktische Samariterkurse für den Tropenöienst und Anleitungen zur Verwendung und Zubereitung frischer Nahrungsmittel in den Tropen einstellen will. Auch die ueugeplanteu Vorlesungen kommen entschieden einem praktischen Bedürfnis entgegen. Kenner der betreffen­den kolonialen Verhältnisse (ehemalige oder außer Dienst befindliche Kolonialbeamte) sollen über die Verwaltungs­praxis und das Eingöborenenrecht lesen, und außerdem werden praktisch gehaltene Vorträge überHaus- und Wegebau in den Tropen", über tropische Tierseuchen, über Fischerei und Tierzucht in den Kolonien, sowie über Reederei- und Kaibetrieb stattfinden. Der Ham- burgische Senat hält fernerhin auch die Schaffung einer ständigen Professur für Geschichte und Kultur des Orients für geboten. Aus allem erhellt, daß das Ham­burger Kolonialinstitut allen Bewerbern und Inter­essenten eine Fülle geistigen Rüstzeugs bieten wird, das

Femürton.

Aus Kunst und Leben.

Fortschritte mit den Aeroplanen. el. Paris, 7. Juli. Die Fortschritte mit den Aeroplanen sind wirklich überraschend. Henri Farman hat gestern einen neuen Rekord aufgestellt und den 10 000-Frank- Preis von Armengaud gewonnen, der für denSchwerer als Luft" ausgesetzt war, mit öem sich ein Mann mehr als 20 Minuten der Luft halten würde. In Rom hatte Delagrange es zu über 18 Minuten gebracht; gestern erhob sich Henri Fatmau vor der Kommission des Aeroklubs auf dem Manöverseld von Jssy-les-Mouli- neaux und legte in einer Höhe von durchschnittlich 5 Meter über den Erdboden, immer in der Runde fahrend, eine Wegstrecke von 19,7 Kilometer in 20 Minuten 19 Sekun­den zurück. Sowohl die Schnelligkeit der Fahrt wie auch die Sicherheit, mit der Farman jetzt seinenSchwerer als Luft" zu lenken weiß, versetzte die Zuschauer in Begeisterung. Farman hofft, wenn ihm Vervollkomm­nungen gelungen sein werden, sich an Höhenrekorde zu machen, um schließlich über Bäume und Häuser weg größere Entfernungen zurückzulegen. Dann freilich wird der kühne Erfinder erst sich wahren Schwierig­keiten aussctzen, denn bei dem Absturz, der ihm wieder­holt auf dem glatten Felde passierte, verhinderten die Pneumatikreisen der Räder, daß er sich verletzte. Wenn der Sturz aus größerer Höhe erfolgen würde, käme sein Leben in Gefahr. Vorher hatte ein anderer Aeroplan hübsche Erfolge, der Blsriots, der ebenfalls den Armen- ga-'/d-Preis gewinnen wollte, es aber nur zu zwei Luft­sprüngen brachte, von denen der eine 3 Min. 9 Sek., der andere 8 Min. 23 Sek. dauerte. Das letzte Experi­ment wurde durch das Versagen des Motors unter­brochen. Nichtsdestoweniger wurde Herr Blsriot auf das lebhafteste beglückwünscht, da sein Aeroplan von dem Fgrmans durchaus verschieden ist. Farman hat bekannt­lich einen Zellenaviator gebaut mit nebeneinander­liegenden Parallelflächen; Blsriots Apparat dagegen abmt die Vogelflügel nach. Der Sitz befindet sich in

_Wiesbadener TagblatS»

vorbildlich genannt werden kann. Die Eröffnung soll am 1. Oktober ü. I. stattfinden.

Prodnktionsstcigeruug in Togo. Von unterrich­teter kolonialer Seite wird uns mitgeterlt, daß der günstige Einfluß der Lome-Palime-Bahn sich bereits im ersten Jahre ihres Betriebes äußerst günstig geltend gemacht hat. Es betrisst dies insbesondere die Produk- tionSsteigerung zweier Produkte, die vorher fast gar keine Rolle in dem Schutzgebiet spielten. Diese sind Erdnüsse und Elfenbein. Die Ausfuhr von Erdnüssen war in den Jahren 1906/07 nur unbedeutend zu ncirnen. Sic hat sich nach den letzten Berichten derart gesteigert, daß sie jetzt ungefähr das Vierfache beträgt. An Elfenbein wurden im Jahre 1006 Werte von 65 000 M. ausgcführt. Im Jahre 1007 stieg die Summe bereits auf 182 000 M., der Export betrug also mehr als das Doppelte des vor­hergehenden Jahres, sind nach den Ergebnissen der ersten Monate dieses Jahres ist eine weitere Steigerung der Ausfuhr in diesem Artikel zu erwarten.

Zu den Diamantcufuuden in Dentsch-Südwcstafrika teilt die.^treuzzeitung" mit, daß ihr ein dort gefundener Diamant von 4 Millimeter Durchmesser Vorgelegen hat. Der Fundort war 10 bis 12 Kilometer von Lüderitzbucht, dicht an der Bahn, wo angeblich ein Mann acht solcher Steine in einer Stunde an der Oberfläche aufgelesen haben soll. Diese Art von Funden wird einiges Miß­trauen erwecken; sic beanspruchen schwerlich schon größere Bedeutung. Übrigens ist auch die Qualität des Dia­manten eine geringe. Hofgoldschmied Kommerzienrat Albert Sy in Berlin hat in einem von Berliner Blättern veröffentlichten Schreiben sich dahin ausgesprochen, daß der Stein zweifellos ein echter afrikanischer Diamant und als solcher auch von der Bergakademie bezeichnet worden sei, aber von keiner besonders guten Qualität. Es sei darum verfrüht, schon ietzt die Hoffnungen all­zuhoch zu spannen; denn es komme sehr auf die Qualität und die Reichhaltigkeit der Ausbeute an, ob diese auch einen im großen betriebenen Abbau lohne. Man denke an die vor einigen Jahren entdeckte Premicrmine, deren Steine wegen ihrer Minderwertigkeit zum größten Teil nur zu technischen Zwecken Verwendung fänden. Auf feden Fall wird man gut daran tun, sich vor überschweng­lichen Hoffnungen zu hüten.

Technische Ausbildung der Kolonialtrnppen. Es besteht an zuständiger Stelle die Absicht, die Ausbildung der Kolonialtruppen nach der technischen Seite hin zu verbessern, so daß cs möglich ist, die Truppen in Frie- denszeiten zu Arbeiten ans öem Gebiete des Eisen­bahn- und T e l eg r aph e nw e s en s heranzu­ziehen.

Ehrungen für Graf Zeppelin.

DieNordü. Allg. Ztg." schreibt: Der Reichs­

kanzler Fürst Bülow richtete an den Grafen Zeppelin nachstehendes Telegramm:Ew. Exzellenz sende ich zu

Ihrem siebzigsten Geburtstage meinen herzlichsten Glück­wunsch. Möge Ihnen noch lange die kühne Tat­kraft erhalten bleiben, auf deren Erfolge ganz Deutsch­land mit Stolz blickt. Bülow."

Vom Staatssekretär des Reichsamts des Innern v. B e t h man n - H o l l weg erhielt Graf Zeppelin ebenfalls ein Glückwunschschreiben., in dem es u. a. heißt: Die Vollendung des bedeutsamen Abschnittes Ihres reich gesegneten, dem Dienste Ihres engeren und wei­teren Vaterlandes in hingebender Treue gewidmeten Lebens fällt zusammen mit der Erreichung eines Zieles, dem seit mehr als 15 Jahren all Ihr Denken, Sorgen und Mühen gegolten hat: der Erschließung des Luftweges für den menschlichen B e r k e h r. Was Sie seit langem vorahnend geschaut, woran Sie mit vorbildlicher Energie und Zähigkeit festhielten, die Herstellung eines leistungsfähigen lenkbaren Luftschiffes,

der Mitte vor dem Motor und auf einem Längskörper, der hinten in ein tuchgespanntes Gestell, ähnlich dem Vogelschwanz, ausläuft; rechts und links sind zwei breite und lange, ebenfalls mit Tuch bespannte Flügel. Solange Blsriot unter diesem nicht kleine Parallel­flächen angebracht hatte, die wohl denselben Dienst leisten wie bei den Vogelflügeln die Federn, durch die der Wind streicht, gelang es ihm nicht, lange in der Luft zu bleiben; jetzt scheint er ebenso gut wie Farman mit seinem Zellenapparat länger schweben zu können. Es muß abgewartet werben, welches der beiden Systeme das bessere ist.

* Residenz-Theater. Das L i n s e m a n n s ch e Eusemble errang am gestrigen Abend mit WolzogenS prächtiger TragikomödieDas Lumpengesindel" einen vollen künstlerischen Sieg. Das lustige Durchein­ander der buntbewegten Szenen mit dem tollen Treiben der wunderlichsten Typen großstädtischer Boheme, versetzt mit einem Schutz von Empfindsamkeit, gefiel wieder von Anfang an bis zum Schluß, bis zum Ausblick auf ein intimes Glück zweier Menschen, die sich eben erst von neuem zusammenfanden. Wie gesagt, gespielt würbe gut. Das gesinnungstüchtige Vrüöerpaar-man weiß ja, wer zu diesen beiden Litcratenbrüdern Modell ge­standen gaben Karl Kümmerer und Paul Sl öll - nei mit herzersreucnder Frische und ehrlichster Natur- treue. Mitten im Treiben der abenteuerlichen Gesell­schaft standen sie prächtig ihren Mann, Karl Kämmerer erregte besonders mit seinen trockenen philosophischen Brocken und seiner Seelenruhe viel Heiterkeit. Clarissa Linden fand für die arme kleine Frau Else den rech­ten Ton, man war überzeugt von ihrem Leiden, als sie so gedrückt und bang in ihrem Heim umherschlich, in dem sich kein intimes Licbesleben entfalten kann, weil die lumpigste Boheme-Gesellschaft es zur räucherigen Lite- ratenbchausung macht Wie dann ihre Bitterkeit wächst, die Katastrophe schließlich in der militärisch-sauberen Stube des Wachtmeisters bcreinvricht, das war alles mit dem To» echter Empfindung gespielt. Marly Mar k- g r a f entfaltete den rechten Humor des ulklustigsten Berliner Kindes, Walter Stahl hatte als geldge, schwollener Kommerzienrat nur ein wenig zu stark aus-

Abend-AusgaLe, 1. Blatt. Nr. 316.

ist seit Ihrer Fahrt vom 1. Juli eine für jeden er­kennbare Ta t s a ch c geworden. Möge es Ew. Ex­zellenz durch Gottes Gnade vergönnt sein, in ungestörtem Glück Ihrer Familie, lebensfrisch an Körper und Gem. getragen von dem Vertrauen des deutschen Volkes, Ihr Lcbenswerk immer höherer Vervollkommnung im Dienste der Menschheit entgegenzuführen und damit dem R u h m e s k r a n z deutscher W i s f e n s chaft und Technik neue, unverwelkliche Lorbeerblätter hinzuzu­fügen. Im Namen der Reichsverwaltung bitte ich Ew. Exzellenz, das beifolgende kleine Kunstwerk, ein E m a i l b i l d nach dem Aquarell von Hans Thoma: Den den Lorbeer tragenden, über See und Gebirge frei dahinschwebendeu menschlichen Genius" freundlich anzunehmen, v. Bethmann-Hollweg."

Die naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig hat, ebenso wie die von Tübingen, den Grafen Zeppelin zum Ehrendoktor ernannt. Ferner hat auch die Stadt Konstanz dem Grafen Zeppelin das Ehrenbürgerrecht verliehen. Zahlreiche andere Glück­wunschtelegramme liefen außerdem bei dem Grafen Zeppelin ein, so vom König von Württemberg, der telegraphierte:Am heutigen Tage drängt es mich, Ihnen ganz besonders warme und innige Glückwünsche darzubringen, indem ich mich eins weiß mit dem ganzen Vaterland, das mit g e r e ch t e m Stolz auf feinen im Mittelpunkt seines Interesses und seiner Bewunderung stehenden Sohn blickt. Zn einem Zeitpunkt, da viele sich zur Ruhe setzen, ist cs Ihnen vergönnt, den wohlver­dienten Lohn eines Lebens der Aufopferung und der Arbeit zu ernten, um im Z e n i t d e s Schaffens zu stehen. Mögen viele glückliche, anGenugtuung reiche Jahre folgen. Ich mache mir die Freude, aus dem heutigen Anlaß Ihnen meine große Goldene Medaille für Kunst und Wissen s ch a f t am Bande des Kronenordens als äußeres Zeichen meiner Gefühle zu verleihen. Auch habe ich Ihrem kauf­männischen Vertreter. Herrn ühlaud, das Ritterkreuz 1. Klasse des Friedrichsordens verliehen und hoffe, auch damit Ihnen eine erfreuliche Ehrung zu erweisen. Wilhelm." Auch die Königin von Württemberg sowie der Grobherzog von Baden sandten Telegramme.

*

Zu den Gratulanten des Grafen Zeppelin gehört auch derR ü d e s h e i m e r V e r k e h r s v e r e i n", der vom Niederwalddenkmal aus folgende Depesche an den greisen Erfinder aufgab:

Wie einst wir sah'n den deutschen Aar Zur Sonne stolz die Flügel heben,

So weißt auch Du nun wunderbar Siegreich durchs Atherblau zu schweben.

Das schönste Blatt im Ruhmeskranz,

Der heut' Dir wird ums Haupt geschlungen. Es fei der Dank des Vaterlands,

Der Millionen deutscher Zungen!"

wb. Paris, 8. Juli. DerMessidor" veröffentlicht eine Unterredung mit dem bekannten Luftschifser Grasen de la Vaulx über die jüngsten Fahrten des Zeppelinsche Luftschiffes. Graf de la Vaulx sagte, man müsse offen gestehen, daß die Deutschen in der Luftschiffahrt die Franzosen weitaus überflügelt haben. Ter französische LewkballonRspublique" sei gewiß in bezug auf rasche Ausrüstung und Fahrbereitschaft praktische^ aber das Zeppelinsche Luftschiff sei ein hervorragender Kreuzer. Zeppelin hat alle französischen Rekords ge­schlagen und er wird uns noch andere für unsere Eigen­liebe peinliche Überraschungen bereiten. Man sagt, Las Zeppelinsche Luftschiff habe einen Fehler: die Schwierig­keit der Landung: aber wenn ich berufenen Persönlich­keiten glauben darf, wie z. B. dem Erzherzog Leopold Salvator, mit welchem ich über diesen Punkt sprach, ^ wird diese Schwierigkeit gewiß gelöst werden.

getragen, während die komische Rolle der Witwe Schwnmbe bei Rosa Laasner in guten Händen lag. DasLumpengesindel" und der Wachtmeister Polke wur­den von den Herren Hilöebrand, UHinx B lenke und Lion prächtig gespielt, die tolle Über- brettlaune in den beiden ersten Akten ward durch keine Übertreibung gestört. Das Haus war gut besetzt, der Beifall sehr kräftig. . W. M.-W.

* Kaiser Wilhelm und das Cadiner Jubiläum.

Der Kaiser hat sich, wie dieInf." erfährt, kurz vor der Abfahrt derHohenzollern" zur Nordlandsreise vom Geheimrat b. Etzdorf, zu dessen Dezernat die Cadiner Werke gehören, über die Cadiner Arbeiten und das Jubiläum der Cadiner Werke Vortrag, Hallen lassen. Das Jubiläum, das, wie wir bereits kurz rnit- geteilt haben, in diesem Sommer gefeiert wird, wird ohne größere Festlichkeiten verlaufen. Der Besuch des Kaisers, der erwartet wird, wird auch dazu dienen, den Werken neue Aufgaben zuzuweisen. Innerhalb des Betriebes soll eine nur für einen intimen Kreis berechnete Ausstellung eine Übersicht über die Ent^ Wicklung der Cadiner Technik im ersten Dezennium ihres Bestehens geben. Zu dieser Zeit sollen die be­reits erwähnten -Serien für Fliesenbilder (Berliner Bilder, Menzelkopien usw.) vollendet sein und ebenso sollen auch die ersten Kopien der vom griechischen König gestifteten Stücke vorliegen. Auf Wunsch des Kaisers sollen ferner Fliesenbilder hergestellt werden, die Momente aus dem Krieg 1807/71 festhaltcn. Auch im Auslände scheint Interesse für die Cadiner Pro­dukte vorhanden -zu sein, da mehrere Bestellungen aus London und Paris eiugetroffen sind.

* Zeppelins Erfinder-Optimismus. DerFranks. Ztg." wird geschrieben: Vor etwa drei Jahren ging mir ein Schreiben zu, dem sechs Stück mit je 20 Pfennig fran­kierte Pvstanwcisungsformulare beilagen. Verwundert über die Seltsamkeit der Sendung, las ich den Brief mit besonderer Aufmerksamkeit. Er enthielt die Ritte, in Freundes- und Bekanntenkreisen Geldsammlungen zu veranlassen, um die Mittel für den Bau eines großen Luftschiffes auszubringen, da die Gelder deS Erfinders nahezu erschöpft wären. Dieses außergewöhnliche Schrift-