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Seite 4.

Freitag. 14. Februar 1908. ' Wiesbadener T«§K!att.

Morgen-Ausgabe, 1. Blatt.

Rr. 75*

Für technische Zrvecke zu einem die Erweiterung dieses Absatzes sichernden geringeren Preise. Dabei sind sowohl die Interessen der chemischen und Essigiwdnstrie, als ins­besondere diejenigen weiterer Be lk eru ngsk ve i se an billigem Brcnnspiritus zu berücksichtigen; 4. es wird Anfgabe der Monopolverwaltung sein, dafür Sorge zu tragen, daß der Trinkbranntwein in gut gereinigtem Zustand iiberall im Deutschen Reich zu gleichmäßigem Preise erhältlich und der pveiserhöhenden Wirkung eines Groß-Zwi schenhand els entrückt wird. Der technische Spiritus mutz in amtlich verschlossenen Gesäßen unter Sicherstellung des Alkoholgehalts im Klcinvcrkauf leicht zugänglich sein; 5. den Erzeugern von Qualitäts- branntwein ist ihre Ware unter geeigneten Erleichterun­gen für die ikteinen Betriebe zur eigenen Verwertung zu belassen.

3. Abgesehen von der Verwendung in der chemi­schen und E s s i g i n d n st r i c ist der Absatz an tech­nischem Spiritus gebunden an die Konkurre n z - fähig k eit mit dem P e t r o l e u m. Es empfiehlt sich daher, gleichzeitig mit der Einführung des Branntwein- Monopols eine Zollerhöh nng auf Petroleum. Eine etwaige Erhöhung der Petroleumpreise belastet die wohlhabenden Klassen stärker als die ärmere Bevölke- rnng, weil der Petrvleunrvcrbranch pro Kopf in den wohlhabenderen Klassen ein erheblich größerer ist. Es kann aber die Preiserhöhung für das Petroleum in engen Grenzen gehalten werden durch billiges Angebot von Brennspiritus, so daß die Zollerhöhnng nicht, oder nnr Mm Teil im Inlandspreis zum Ausdruck kommt, der höhere Zoll vielmehr von dem Petroleum produzie­renden Ausland getragen wird.

4. Zum Ausgleich der durch etwa eintretende erhöhte Petrolenm-Kleinprcisc bewirkten Belastung der Bevölkerung empfiehlt es sich, entweder den ganzen oder wenigstens einen großen Teil des Mehrauskom- mens aus dem Petroleum zur Herabsetzung zu benutzen, dies zugleich im Interesse der schwer Larniederliegenden Z n ck e r i n d u st r i c."

Der Deutsche Landwirtschaftsrat hörte die eingehen­den Ausführungen des Referenten und erhob dann den vorstehenden Antrag zum Beschluß.

Die morgige Sitzung, zu welcher der Kaiser sein Er­scheinen zngesagt, beginnt um 10 Nhr im großen Sitzungssaal des Herrenhauses. Schluß der Sitzung ty 2 Uhr.

Aus Stadt mrd Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Wiesbaden, 14. Februar.

Schlaf im Kindesalter.

Das moderne Leben hat tausend Mittel und Wege, um der Volksgesundheit schweren Schaden zuzufügen. Namentlich dasKind leidet vielfach unter unseren sozialen Zuständen, und zwar nicht etwa nur das Kind des Armen, sondern auch die Jugend der begüterten Klassen, denn das Elend des Kindes ist nicht immer ans soziale Not, sondern häufig auch auf die Leichtfertigkeit und Unwissenheit der Eltern zurückzuführen. So ist cs auch bei der namentlich in jüngster Zeit von Päda- gogen und Ärzten lebhaft beklagten zu kurzen Schlaf- daner vieler Kinder. Nach den Feststellungen der Ärzte sind die gesundheitlichen Folgen sehr schwere. Das Aus­sehen wird blaß, der Appetit wird geringer, Haut und Muskulatur werden welk und schlaff. Die jugendliche Fröhlichkeit geht verloren, Unlust zum Spiel und zur Arbeit, Abspannung und Unaufmerksamkeit treten ein, hierzu gesellt sich häufig quälender Kopfschmerz und im verderblichen Kreislauf Schlaflosigkeit. Gestützt ans diese Wahrnehmungen haben Ärzte und Schulmänner vielfach warnend darauf hingewiesen, daß unserer Jugend unter dem Einfluß mannigfacher Ursachen die segensreiche Einwirkung genügenden Schlafes häufig verloren geht. Als solche Einflüsse kommen in Betracht: Überbürdnng durch die Schule, verkehrte Tagesein­teilung, vorzeitige Teilnahme an gesellschaftlichen B c r g n ü g u n g e n, übertriebener Ncbennnterricht, Genuß von Alkohol, Kaffee, Tee und Tabak und ge­schlechtliche Verirrungen. Das sind Einflüsse, die mehr oder weniger leicht zu beseitigen sind,' schwerer sind da­gegen andere Faktoren ausznschalten, die ans un­günstigen sozialen Verhältnissen des Elternhauses be­ruhen, wie mangelhafte Wohnung, gewerbliche Beschäf­tigung der Schulkinder, ererbte krankhafte Zustände und anderes.

Ein Berliner Schularzt, Dr. L. Bernhard, wurde durch die große Zahl von blassen, schlecht genährten und nervösen Kindern, die er in seinem Wirkungskreise kennen lernte, veranlaßt, den Ursachen nachzugehen und namentlich auch über die Schlafverhültnissc der Gemeindeschulkinöer seines Bezirks Untersuchungen an­zustellen. Die Beobachtungen wurden an Kindern ans dem Zentrum Berlins gemacht, und zwar aus den Kreisen der unteren Mittelstands- und der allerärmsten Arbciter- schichten. Dr. Bernhard hat im Lause von drei Jahren seine Erhebungen ans 6861 Kinder ausgedehnt und das Ergebnis jetzt auch im Heft 30 der bei Beyer und Söhne, Langensalza, erscheinendenBeiträge zur Kin-dcr- forschung und Heilerziehnng" mitgetcilt. Er wirst die Frage auf: Wie groß soll die Schlafzeit für die einzelnen kindlichen Altersstufen sein? Eine bestimmte Antwort läßt sich darauf nicht geben. Das Schlafbedürfnis ist verschieden groß, selbst für Kinder gleichen Alters. Es ift abhängig von individuellen Anlagen. So werden schwächliche Kinder mehr Schlaf nötig haben als gesunde , 1 es richtet sich ferner nach äußerlichen Verhältnissen, nach Klima, Jahreszeit. Im Sommer ist das Schlafbedürfnis kürzer als im Winter. Die Ärzte verlangen, daß normale Kinder im Alter von 7 bis 6 Jahren elf Stun­den, von 10 bis 11 Jahren zehn bis elf Stunden, von 12 bis 14 Jahren neuneinhalb bis zehn Stunden schlafen. Dr. Bernhard fand, daß die Schlafzeit für alle von khm beobachteten kindlichen Altersklassen ganz erheblich hinter der als notwendig sestgestellten zurücktritt.

Nach den weiteren Beobachtungen Dr. Bernhards liegen die Ursachen der zu geringen Schlafdaucr der

Kinder nicht in der überbürdnng mit Schularbeiten. Auch sind bei ihnen ererbte oder erworbene krankhafte Zustände, die zur Schlaflosigkeit führen, verhältnismäßig selten. Die Ursachen liegen auch nach seiner Über­zeugung zum Teil in der U n f ä h i g k e i t b c r Eltern, die Bedeutung hinreichenden Schlafes für die Schul­jugend zu würdigen, zum Teil in den mißlichen sozialen Verhältnissen. Unverständig von den Eltern ist es, die Kinder bis in die späte Nacht ans der Straße spielen zu lassen; zu verurteilen ist es ferner, die schulpflichtige Jugend bei Ansslligen und anderen Ver­gnügungen bis nach Mitternacht wach zu halten. Bon sozialen Ursachen, die den Schlaf der Kinder beeinträch­tigen, fand der Untersucher: Mithilfe bei der Heimarbeit, z. B. bei Anfertigung von Zigarren ultd Zigaretten, Überziehen von Knöpfen, Knopfloch­arbeiten, Anfertigung von Spielzeug für Weihnachten, Tütenkleben, Mehrarbeit zu den Licfertagcn in der Kon­fektion. Das Austragen von Zeitungen und Backwaren wurde trotz des behördlichen Verbots beobachtet, ebenso nächtlicher Straßenlmnüel von Schulkindern. Doch kommen, wenn auch glücklicherweise vereinzelt, noch traurigere Fälle vor. So lernte Dr. Bcrühard einen Knaben kennen, der seinen in Tanzlokalen musizieren­den Vater nicht selten dorthin begleiten mußte und direkt vom Ballsaal morgens zur Schule kam. Seine Müdigkeit war dementsprechend so hochgradig, daß er im Stehen cinschlief. Ein dem Schularzt wegen Nervosität und Blutarmirt zugeführtes 12 Jahre altes Mädchen muhte seinem Vater jede Nacht bis 12 Uhr stets die­selbe Geschichte vorlescn. Der Vater war irrsinnig und als nicht gemeingefährlich aus der Irrenanstalt ent­lassen worden. Derartige Beispiele ließen sich noch manche anführen. Es konnten Schlafminima bis zu fünf Stunden festgestellt werden. Daß unter solchen Um­ständen die Widerstandsfähigkeit des kindlichen Körpers untergraben und die Leistungsfähigkeit in der Schule herabgeörückt wird, ist selbstverständlich.

Sehr bedauerlich ist es, daß auch den Schlaf- raumen aus Unverstand oder Mittellosigkeit zu wenig Beachtung geschenkt wird. Durch schlechte Luft, über­füllte Schlafräume uird unzulängliche Lagerstätten wird auch der Verbreitung von Infektionskrankheiten, insbe­sondere der Tuberkulose Vorschub geleistet und ihre Be­kämpfung erschwert. Auch kann es nicht zweifelhaft sein, daß die Kinder unter derartigen Verhältnissen in mora­lischer Beziehung Schaden leiden.

Wie lassen sich diese Zustände bessern? Der Ber­liner Arzt verlangt, daß man sich in erster Linie an die Eltern wende und diesen immer wieder die Bedeutung ausreichenden Schlafes für die Kinder begreiflich mache. Die leidige Gewohnheit, Kinder bis spät in die Nacht hinein zuBergnngnngen mitzunehmen, ihnen Alkohol, Kaffee und Tee zu geben, schlechte, aufregende Lektüre zu gestatten, müsse stets von neuem gerügt wer­den. Die Schule solle sich in den Dienst der Gesnndheits- lehre stellen und die Jugend in der Gesundheitspflege unterrichten. Di-. Bernhard ist überzeugt, daß es sich wohl ermöglichen lasse, den Schulbeginn auf eine spatere Tagesstunde zu verlegen. Vor allem soll man aber auch eine schärfere Kontrolle der gesetzlichen Kinder­schutzbestimmungen durchführen und nicht vergessen, daß die Gesundheit der Kinder vielfach eine Frage der Be­schaffung wohlfeiler und gesunder Arbeiterwvhnungen ist. __ s. c.

o. DerKur-Verein" beschäftigte sich in seiner be­reits erwähnten allgemeinen Mitgliederversammlung am Mittwochabend noch mit einigen Eingängen, so mit einem Gesuche der Firma L. Rettenmayer, dafür einzu­treten, daß in den hiesigen Postschalterräumen Orien­tierungstafeln mit s r a n z ö s i s ch c n und eng­lischen Aufschriften angebracht werden. Wenn auch dagegen eingcwendet wurde, daß im Auslande keine deutschen Aufschriften in den Posträumen zu be­merken seien, so beschloß die große McHr-heit doch mit Rücksicht auf den Charakter Wiesbadens als Kur- und Fremdenstadt, dem Ersuchen mit der Erweiterung ans das Kurhaus und das Bahnhofsgebäude zu entsprechen. Die Handwerkskammer übersendet Listen zum Zeich­nen von Beiträgen zum Garantiefonds der nächstjährigen Ausstellung. Der Kur-Verein als solcher zeichnet 300 M. mit der Maßgabe, daß dieser Betrag, sofern die Aus­stellung stattsindet, als Beitrag zu den Kosten verwendet wird. Bemerkenswert ist noch, daß zu dem Vortrag des Redakteurs Moeglich über den Kurbetrieb und dessen Vervollkommnung die Herren der Kurdirektion, sowie sämtliche Mitglieder des Magistrats und der Stadtver- oröneten-Bersammlnng cingcladen worden, aber nur ein Magistvatsmitglied erschienen war. Der Vorsitzende bedauerte dies lebhaft.

Die Vermeidung von Härten beim Schulmcchsel

bezweckt ein neuer Erlaß des Unterrichtsministers an die Provinzialschulkollegien. Bon Eltern, die ihren Wohnsitz wechseln und ihreKindcr umzuschulen genötigt sind, wird oft darüber geklagt, daß die Kinder, besonders die Söhne, in der neuen Schule nicht sofort dem Unter­richte zu folgen vermögen, weil Methode, Lehrstoffein- teilung und Lehrforderuugen der einen Schule nicht genau mit denen der anderen übereinstimmen. Mit­unter wird auch solchen Schülern nicht das nötige Wohl­wollen und Entgegenkommen zur Überwindung des Überganges erwiesen. Diese Schwierigkeiten steigern sich, wenn Eltern genötigt sind, ihre Söhne von einer Schulart zu einer anderen übergehen zu lassen. Der Unterrichtsminister hält es für unbillig, in solchen Fällen rücksichtslos für jedes Fach an den Normalfordc- rungen festzuhalten.

Elftes Deutsches Turnfest. Vom 18. bis 23. Jul findet, wie bekannt, in Frankfurt a. Nt. das 11 . Deutsche Turnfest statt, zu dem über 40 000 Turner aus Deutsch­land, Österreich, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern erwartet werden. In dankenswerter Weise leihen neben der gesamten Bürgerschaft die städtische Behörden Frankfurts dem Fest ihre Unterstützung. So wird vor allem die im Bau begriffene städtische Festhall in ihrer Ausführung derart beschleunigt, daß der grob- 15 000 Personen fassende Saal zu den Veranstaltungen des Turnfestes bereits benutzt werden kann. Auch der

unmittelbar um die Festhalle sich erstreckende Festplatz mit seiner monumentalen Eingangshalle wird zmeck- eutsprechend Yergerichtet, so daß die turnerischen Vor- führungen von den Tribünen aus unbehindert verfolgt werden können. Ein Festbuch, das allen Teilnehrnern überreicht wird, gibt die wünschenswerten Auskünfte über die Stadt, Verkehrsmittel, Sehenswürdigkeiten asm.; ein beigefügter guter Straßenplan erleichtert die Orientierung. Auch das Festprogramm steht in großen Zügen bereits fest. Vom 11. bis 17. Juli wird i>te Tnrnerschaft Frankfurts auf dem Festplatz turnerisch« Vorführungen veranstalten. Am 18. findet dann j,te Begrüßung der von auswärts eingetroffenen Gäste und eine Jahn-Gedenkfeier in der Paulskirche, dem Sitzungs­raume der National-Bersammlung von 1848, statt. Um 10 . Juli (Sonntag) bewegt sich der Festzug durch die Straßen der Stadt. An diesem Tage, wie an den drei folgenden, wechseln auf dem Festplatze die Übungen der Kreise, Wettkämpfe, Spiele usw. in bunter Reihe. Mit einer Turnfahrt nach dem Feldberg und der Verkün­digung der Sieger in der Fcsthalle findet die Feier Ihren Abschluß. Bemerkt sei noch, daß an drei Abenden km Schauspielhause das von W. Henzen gedichtete eindrucks- volle Jahn-Festspiel zur Aufführung gelangt.

Tarifverträge im Baugewerbe. Am Montag, Dienstag und Mittwoch haben in Frankfurt a. M zwischen dem Mitteldeutschen Arbeitgeberverband für das Baugewerbe auf der einen Seite und dem Zentral- verband der Maurer Deutschlands, dem Zentralverband christlicher Bauhandwerker und Bauhilfsarbeiter Deutsch­lands, dem Zentralverband der Zimmerleute und ver­wandten Bernfsgenossen Deutschlands und dem Verband baugewervlichcr Hilfsarbeiter Deutschlands auf f, C r anderen Seite Verhandlungen wegen Abschlusses eine? neuen Tarifvertrags stattgefunden. Die Verhandlungen wurden vorgestern nachmittag abgebrochen und sollen Mitte März wieder ausgenommen werden.

Gegen die geplante Neuordnung der Ferusprech- gebühren erhebt sich allgemeiner Widerspruch. Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller hat mit dem Zentralausschnß Berliner kaufmännischer unü ft,- dustrieller Vereine eine umfassende Denkschrift an den Staatssekretär des Reichspostamts gerichtet. Die Ein- gabe weist ans die Notwendigkeit hin, den Verkehr rnög. lichst wenig zu belasten, sowie auf den Rückgang der Ein­nahmen, der bisher jeder Verkehrserschwernis und --Ver­teuerung gefolgt sei, sowie umgekehrt mit jeder Er­leichterung und Verbilligung einer Einnähmesteigerung stets Hand in Hand gehe. Die Postvcrwaltung nirnnn durchschnittlich 16 Gespräche pro Tag oder 5880 GesprAche im Jahre an, die in Zukunft S880mal 4 Pf. 234 M, plus 100 M. Grundgebühr 334 M., mithin mehr 154 Mark oder 85 v. H. kosten würden. Bei 1 40 Gesprächen täglich, wie sie der Verband Berliner Spezialgeschäfte bei seinen Mitgliedern festgestellt hat, ergäbe sich e t nc Jahresgebühr von 606 M. und eilte Verteuerung ltln 286 v. H. Zur Kennzeichnung der Verteuerung für ein, zelnc Geschäftszweige, die das Telephon nnbebjvqt brauchen, wird darauf hingewiesen, daß bei nur 10 be­sprachen täglich sich die Gebühr auf 260 Dt. erhöhen oder um 40 v. H. verteuern würde. Die Eingabe erkennt UV, daß eine stärkere Berücksichtigung des Prinzips von Leistung gerechtfertigt sei, daß aber diesem Prinzip *iitr dann Genüge geschehe, wenn für die Bemessung der Ge­bühren eine Staffelung vorgenommen werde, diese ober nicht, wie das Reichspostamt vorsieht, nach der Gvösft des Fernsprechnetzes, sondern nach der Zahl der Ge­spräche eingerichtet wird. Die Eingabe schlägt vor, {,( C Skala mit 50 M. unter Wegfall der Grund- und Einzel- gesprächsgebühr, die Pauschalgebühr mit 50 M. begingen und auf etwa 230 Dt. steigen zu lassen, und bei it 6 cr .. schrcitung einer bestimmten Gesprächsanzahl der Teil­nehmer zur Aufstellung eines zweiten Apparates verpflichten. In gleichem Sinne äußert sich eine Ein­gabe an den Reichstag, die den Vorstand des Deutschem Vachdruckervereins zum Absender bat, der narnenS 12 Verbände» verschiedener Geschäftszweige gegen f>K- Verteuerung des Fernsprechers protestiert.

Ein eigenartiger Unfall. Zu dem in Nr. 48 -es Wiesbadener Tagblatts" enthaltenen ArtikelEin eigenartiger Unfall" schreibt uns Herr Subdirektor Franz Klein z Hierselbst als Vertreter desAllgeuietz neu Deutschen Versicherungsvereins in Stuttgart a.

Bei dem Unfall handelt es sich um das Beckelsche am Eingang von Biebrich, Ecke Wiesbadener Straß,-, woselbst zur Zeit die Fahne heruntergefallen und hx,,' Spenglerlchrling Dankelnramr getroffen bat. Der -Faß ist, nachdem sich die Berufsgenossenschaft ablehnend ver­halte und ich mich durch ein Arztattest von der Krank­heit des Betreffenden informiert habe, aus gütliche,,, Wege ohne Weiterungen am 4. Dezember v. I. von wir reguliert worden, und cs kann daher von einer gcrichi- lichen Entscheidung nicht die Rede sein." Auch mit hem unter der SpitzmarkeUnfall oder Zufall" vor einiger Zeit gebrachten Artikel verhält es sich ähnlich, wie wit dem Fall Dankelmann. Dieser Fall liegt bereits ärel Jahre zurück und ist ebenfalls, ohne daß eine Klage von irgend einer Seite angeregt worden wäre, von mir er* ledigt worden. Dritte Personen können nie Klage gegen eine Versicherungsgesellschaft erheben, weil das ig cv . tragsvcrhältnis fehlt."

Verschlimmert hat sich gestern nachmittag der ,g u , stand der Schauspielerin Wally Gerold, wie wir «iw dem städtischen Krankenhaus erfahren. Die Ärzte Helgen wenig Hoffnung auf Erhaltung des Lebens der jung«-,, Künstlerin.

Handelsregister. Bei der FirmaKurt Teickvwnr, Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Biebrich" ist folgen des eingetragen worden:Durch den Beschluß der Gek,-n'

schafter vom 1. Februar 1908 ist die Gesellschaft mit schränkter Haftung Kurt Teichmann zu Biebrich aufgelös/ Die bisherigen Geschäftsführer Ludwig Dieckerl,off Kurt Teich m a n n sind zu Liquidatoren bestellt.". FirmaKosmos", Gesellschaft für Handel und Gewerbe beschränkter Haftung, ist eingetragen worden. Sitz der sellschaft ist Wiesbaden; der Gesellschaftsvertrag ist nJ" 20. .Januar 1908. Gegenstand des Unternehmens ist: Verwertung von Patenten und Schntzrechten aller Industrien der Vertrieb und die Fabrikation von Artikeln, speziell Neu' l,eiten aller Branchen, die Finanzierung und Gründung hÜ7 Gesellschaften, *bwie die Beteiligung an solchen, die <§£