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Montag, 8. Dezember IS»,.

Wiesbadener TegLlaiL,

ALcnd-AusgaSc, 3. Blair.

Nr. 562.

eignete, >owic über öic Frage, wer: die Vcrantworilich- . -V r tre tfc- Borläufig wurde festgestellt, daß die ,,4-atrie' zu sehr belastet war, da sich im Korbe crftinen befanden und daß man, anstatt den Ballon wenigstens teilweise zu entleeren, ihn durch 200 Soldaten sestznhalten suchte.

Paris, 2. Dezember. Der Ingenieur Julliot wurre vom Kriegsministerium ansgesordert, zwei Luftschiffe nach dem . Modell derP a t r i e" zu bauen, für welche die Regierung von der Kammer einen Kredit von MO 000 Frank verlangt.

'.vb. Paris, 2. Dezember. Der Eigentümer des LuftschiffesBille de Paris", der Großindustrielle Deutsch, hat dem Kriegsministerium dieses Luftschiff als Ersatz für dieP a t v t e" anqehoteu. DieBille öe Paris" wird nächstens die Fahrt nach Verdun unter­nehmen.

LlllldWirtlchüst und Garlendau.

Ein sehr gefährlicher Apfelbaumschädling (Siamethis pariana) wird für kommendes Jahr aus dem Süden avisiert. Herr Landesobstbau - Konsulent Rebholz- München, Vorstandsmitglied des Deutschen Pomologen- vereins, weist in fürsorglicher Weise jetzt schon darauf hin, daß die Siamethis, eilt in manchen Gegenden Bayerns außerordentlich zahlreich auftretendes Insekt, welches das Blattgrün ähnlich wie die in den letzten Jahren zahlreich austretenöe Kirschblattwespe verzehrt, zahlreich anzutressen ist. Ganze Straßenalleen und Obstplantagen, weniger junge Bäume, zeigen oftmals derart befallene Kronen, daß nur noch braune Blatt­rippen statt Blätter zu sehen find, welche dem Baume ein häßliches Äußere verleihen. Der Schaden hat natürlich zur Folge, daß solche Bäume nur schwache Triebe bilden, keine Reservestoffe aufspeichern und ganz widerstandslos gegen geringe Kältegrade werden. Das schlimmste ist, daß dem Ungeziefer in seinen ver­schiedenen Entwickelungsstadien weder als Raupe, noch als Ei oder Motte mit einer Flüssigkeit beizukommen ist, weil es durch seine, seidenartige Härchen oder Kokons sich schützt. Nur durch Abschneiden der am Baume hastenden Blätter und Verbrennen derselben, sowie durch Verbrennen alles im Baumhof abgefallenen Laubes läßt sich das starke Auftreten des Schädlings eindämmen. Das 12 Millimeter lange und 1 Millimeter dicke gelbe schwarzpunktierte Räupchen ist im September ausgewachsen, hält sich aber nicht herdartig, sondern ganz vereinzelt aus den Blättern auf, spinnt sich, nach­dem es die Blätter ruiniert, in 10 Millimeter lange, weiße spindelförmige Kokons aus der Rückseite der Blätter ein, wo es überwintern soll. Wir hüben cs hier

mit einem schwer zu bekämpfenden Feinde zu tun, dem aber die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden ist. Jeder Gartenbesitzer soll überhaupt das abgefallene Laub, ins­besondere auch unter Spaltcrwänden nicht unter­graben oder kompostieren, sondern verbrennen, er vernichtet damit tausend verschiedene Sporen und' Bakterien, sowie eine Unlast Ungeziefer, das ihn während der Vegetation schädigt und ärgert.

Ein Mittel gegen die Mäuscplage. Vom Lande schreibt ein Praktikus demHinter!. Attz.": Sehr viele» Landwirten dürfte vielleicht die Topinamburfrucht als Frühjahrsfuttermittel bekannt sein. Für diejenigen,, bei denen dies nicht der Fall sein sollte, sei bemerkt, daß diese eine kartoffelähnliche, immer fortwachsende Pflanze ist: sie wird im Spätfrühjahr nach erfolgter Bestellung der übrigen Frucht, genau wie die Kartoffel gepflanzt, jedoch in weiterem Abstande, da sie sich sehr schnell anZ- breitet. Ein besonderer Vorteil dieser Frucht ist der, daß sic auch im Winter fvrtwächst, so lange der Boden nicht gefroren ist, und daß die Knollen gerade im Winter, respektive Frühjahr erst zur Reise gelangen. Sie nimmt dabei auch mit dem denkbar geringsten Boden und ohne jede Düngung vorlicb, so daß man zu ihrer Kultur Bodenstreismi verwenden kann,, die sich für keine andere Frucht als höchstens Luzerne und Serradella eignen. Bepflanzt man nun bei kleineren Anwesen eine einzige Parzelle, etwa den hundertsten Teil der gesamten Acker­fläche, u u möglichst tut Mittelpunkte derselben belegen, mit dieser Knollenfrücht, so ziehen sich im Spätherbst und Winter die Mäuse aus weiterem Umkreise nach dieser Parzelle hin, weil sie an den Knollen ein reich­liches und vielleicht auch schmackhaftes Futter finden. So kommt es denn, daß der Boden besagter Parzelle sehr bald buchstäblich wie ein Sieb durchlöchert ist und die dünnen Erdwände sehr oft nur durch eintretenüen Frost als Stützen der unterirdischen Massenwohnungen mtfrcflir gehalten werden. Tritt dagegen im Frühjahr oder selbst nn Winter plötzliche Schnceschmelze oder warmer Regen ein, so kann die Feuchtigkeit infolge des tiefer gefrorenen Bodens nicht so schnell in diesen ein- dringeu, so daß sich die obere Bodenkrnme auZ dieier Ursache in eine zähe Schlammasse verwandelt. Letztere drückt nun so lange ans den unteren Teil, bis das Ganze wie ein mächtiger Kuchenteig in sich zusammensinkt und die ganze A'cäusebrut mit einem Schlage vernichtet, weil diese sich durch die Schlammasse nicht durchzuarbeiten vermag und erstickt. Sollte jedoch einmal ansnahms- weise, wie dies zum Beispiel im Jahre 1898 der Fall war, das Frühjahr ein vollständig trockenes sein, so ist es für den Landinann viel leichter, die kleine Parzelle, auf der sich tausende der schädlichen Nager befinden, mit Mäusegisten zu versehen, als ein großes Feld. Und das Decke und billigste Gift ist in diesem Falle Strychnin-

Vom Mchertisch.

-D a 8 H u n g e r j a h r." Erzählung von Heinrich V e ch t o l s h e i m e r. Verlag des Volksbildnngsver- eins zu Wiesbaden. Geschäftsstelle: Buchhandlung Hein­rich Staadt, Wiesbaden. Preis 50 Pf. Als Nr. 97 der Wiesbadener Volksbücher legt uns der Wies­badener Volksbilüungsverein eine größere Erzählung des rheinhessischen Pfarrers Heinrich Bechtolsheimer vor. Das Hungerjahr heißt die Geschichte, in der wir Menschen begegnen, die uns anmuten wie gute Bekannte, in welcher der tragische Knoten ohne komplizierte Ver­wickelungen geschürzt und ebenso einfach und schlicht als natürlich gelöst wirbt Die Geschichte spielt in der Zeit, da Napoleons Glück eben zertrümmert worden war: aber noch warf sein untergegangener Stern einen blutigen Schein über das deutsche Land, namentlich ani die Pfälzer Ecke zwischen Rhein, Elsaß und Mosel. Gleich einem Gespenst erhob sich aus den Trümmern napoleo- nischer Herrlichkeit das fürchterliche Hnngerjahr, von dem vor zwanzig Jahren noch mancher alte Mann auch in unserem nassauischen Rheinland zu erzählen wußte. Tragisch war die Zeit, die Ereignisse gruben sich unvergeßlicher der Erinnerung ein, als sie nicht den einzelnen, sondern ein ganzes Volk in Mitleidenschaft zogen. Der Dichter brauchte nur hineinzugreifen in das Volksleben jener Zeit und cs mußte sich schier von selbst eine interessante, spannende Geschichte cnttvickeln: Bechtolsheimer faßte den ihm reich zur Verfügung stehen­den Stoff mit der glücklichen Hand des Poeten und vor­züglichen Erzählers an, er formte daraus eine ergrei­fende und fesselnde Bauerngeschichte. Wahr sind" die Menschen, denen er nicht den Kittel auszog, denen er den schlechten Tabak ließ und die er in keiner Weise für & clt Salon zurcchtstutztc. Und schön ist das Buch, das trotz seiner Schlichtheit ein bewegtes Bild jener schweren Feit

__ gibt. H. T).

^ un4 eine Wohltat für jeden Gläsertrogenden lat ein ort!iozentrl«ehpr Kneifer. Seine weite Verbreitung vei dankt ei meiner ausgezeichneten und ihm allein eigentümlichen Konstruktion (D. R.-P. angem. Preise vonMk.,5.' an; Alleinverkauf nur bet uns. f-ir. Auswahl jn^ Brillen, Lorgnetten, Theater-, Reise-, Jagd- und Prismengläsern. Wrilionentriselie Mm-ifer-Be». xn. b. H Frankfurt a. M. Bockenfieimer

Hafer. Jedoch müßte der Hafer nach meiner Ansicht von Staats wegen hcrgestellt und den Kreisen itnd Gemeinden zum Selbstkostenpreise abgegeben werden, um der Ge­samtlandwirtschaft Millionen von Verlusten zu ersparen. Ein weiterer Vorteil der Topinambur beruht übrigens auch auf dem Umstande, daß die noch im Frühjahr vor­handenen Knollen vollständig abgeerntet und an Schweine und Rindvieh verfüttert werden können, während auch die kleinsten zurückbleibenden Knöllchen wieder aufs neue treiben und neue Frucht ansetzen, so daß sich dieser Vorgang Jahre hindurch nach nur ein­maliger Anpflanzung wiederholt. Der Praktikus hat, wie er erklärt, das Mittel jahrelang mit bestem Erfolge angewandt.

Anlage 53, Erke tlperaiilati.

Literarische Gesellschaft f/iesbaden.

(Wiesbadener Blumenerden.)

Uicnstsgt den S. llezemker> nkends 8 XJJir« jrn 'liaiscmal,

DotzhoimaväU'aße 15:

III.

>*»§

von Oppeln-Bronlkoivski, Schriftsteller:

Das Junge Frankreich.

Für Mitglieder ist der Eintritt frei. SöIittriitsSuarteii f££r IViclit- 02i4glie<i«r: Reservierter Platz 3 Mk., 1. Plafc? 2 Mk., 2. Platz oder Galerie 1 Mk., Schülerkarten 50 Pf., sind in den Buchhandlungen von «Sraraay & Mensel, Moritz ntnd oerics*« Smeasser, Bloein v

u. Staadt* der Musikalienhandlung von HF« J^c*lDelleniI>erg" 9 Grosse Burg- Etrasse, sowie aStends an Ues' Slasse zu erhalten. F414

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daß sie ihren Kiiid-rn damit die größte Freude bereiten, kaufen sehr viele Eltern jedes Jahr einen neuen Anker-Steinbau- kasien (Ergänzungskasten) hinzu.

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daß in vielen Geschäften minderwertige Stcinbaukasten angcboten werden, sind die Mütter beim Einkauf recht vorsichtig und nehmen «mc solche Kasten an» die auf der Etikette deutlich in roter Farve »nit der Fabrikmarke Anker versehen sind. Es ist dringend anzuraten, vor dem Einkauf eines Süinbaukgstens, b-fonders aber beim Einkauf eines Ergännmgskastcns, die neue Mnstricrtc Bankasten-Preisliste zu lesen, die von der Unter­zeichneten Firma gern gratis und franko zugesandt wird. Richters

das bcri'hnite Original-Fabrikat, sind in allen feinen Stückwaren, Geschäften zm Preise von Mk, 1., 2., 8. und höher vor. rätig und kenntlich an der Fabrikmarke Anker. (Pa 2353 g) Plög

|. AS. Richter & Cie., Rudolstadt.

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er'chisschl!

Dienstag, den 8. Dezember d. % r abends Ä Uhr, findet im Gartensaale des Restaurants Kriedrichshof, Fricdrichstraße 35, eine

üffoittidfc Wiihler-Versammlimg

statt.

Thema: Die BedLUirrNg h§r KaufmKANsgerichiswahL.

Redner: Herr Gauvorsteher Z. KvlRßllr» aus Frankfurt a. M.

Iveie Ausspvcrcße.

Wir laden hierzu alle wahlberechtigten Handlungsgehilfen ein und bitten um vollzähliges Erscheinen.

DeiztjchmLmmler yaMungsgehilfen-Verhand,

Ortsgruppe Wiesbaden.

Der Wahl -Ausschutz.

Bescheinigungen zur Eintragung in die Wählerliste sind beim Vorstände erhältlich.