Verlag Langgasse 27.
Fernsprecher Nr. 2953.
Ruszeit von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends.
23,000 Abonnenten.
Bezugs-Preis für beide Ausgaben: 50 Pfg. monatlich durch den Verlag Langgasse 27, ohne Bringerlohn. 2 Mk. 50 Pfg. vierteljährlich durch alle deutschen Postanstalten, ausschliesslich Bestellgeld. — Bezugs-Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstellen Wilhelmstraße 6 und Bismarckring 29, sowie die 147 Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: die dortigen 33 Ausgabestellen und rn den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger.
Anzeigen-Annahme: Für die Abend-Ausgabe bis 12 Uhr mittags; für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr nachmittags.
2 Tagesausgaben.
Zweigstellen:
WNHelmstratzc 6 (Hünpt-Agentnr) Nr. 967. BiSmarck-Niiig 29 Nr. 4020.
Anzeigen-PreiS für dir Zeile: 1ö Pfg. für lokale Anzcmcn im „ArbeitSmarkt" u»d „Kleiner Anzeiger" in einheitlicher Satzform: 2>>Pfg. in davon abweichender Satzausführuna sowie für alle übrigen lokalen Anzeigen: 30 Pfg. für alle auswärtigen Anzeige»; 1 Mk. für lokale Reklamen: 2 Mk. für auswärtige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlausclid. nach belonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwilckicnränmkn entwrechender Rabatt.
Für die Aufnahme später eingcreichtcr Anzeigen in die nächsterscheinende Ausgabe wird keine Gewähr übernommen.
Nr. 492.
Wiesbaden, Montag. 21. Oktober 1907.
55. Jahrgang»
Abend-Ausgabe.
1. iBCaft.
Die Polenfrage.
Jeder Kampf muß ein Ziel haben, sonst istz er sinnlos. Was kann die Absicht bei der Polcnpolitik sein, die nun schon seit bedauerlich langen Jahren betrieben wird, und deren Erfoge (wenn man überhaupt von Erfolgen sprechen kann) so dürftig sind, daß es einen jammern kann. Beinahe vier Millionen Polen wohnen längs unseren östlichen Grenzen. Sollen Deutsche aus ihnen gemacht werden? Preußische Staatsbürger sind sie und folglich auch Deutsche im staats- und verfassungsrechtlichen Sinne, aber Deutsche im nationalen Sinne sind sie nicht, können sie nicht sein, wollen sie nicht sein. Soll trotzdem versucht werden, sie zu zwingen, daß sie es werden? Der Gedanke ist so ungeheuerlich, daß man ihm nur ins Gesicht zu sehen braucht, um seine Unmöglichkeit zu erkennen. Trotzdem aber muß die Polenpolitik des Fürsten Bülow doch den Sinn und Zweck haben, die Polen zu germanisieren. Welchen anderen Sinn die als untauglich zu Genüge erwiesenen Mittel dieser Politik haben können, ist uns unerfindlich. Freilich, es wird gesagt, nur die Stärkung des Deutschtums sei beabsichtigt, damit ein befestigtes Deutschtum die weitere Arbeit, einen Schutz gegen die polnische Überflutung zu gewähren, selber übernehmen könne. Das ließe sich allenfalls hören, wenn die vermeintliche Kräftigung des Deutschtums in ven -Ostmarken nicht zur unmittelbaren Folge gehabt hätte, daß sich das P o l e n t u m in gleichem Tempo gesammelt, gestärkt, zu einer Angriff skolon ne formiert hat. die nun immer einschneidendere Mittel auf deutscher Seite erforderlich macht, so aber, daß diese neuen Mittel dem Deutschtum inehr schaden als dem Gegner. Jedenfalls hat die bisherige Art, den Kampf zu fuhren, für jeden unbefangenen Beurteiler hinreichend ergeben, daß ein Erfolg, wofern er überhaupt erzielt werden könnte, erst in unendlich ferner Zeit zu erwarten wäre. Wird die Methode nicht geändert, so kann es ein Jahrhundert und länger dauern, ehe von einem Siege der heutigen Polenpolitik gesprochen werden darf. Es ist das noch die günstigste Auffassung der Lage, zu der wir uns verstehen können. Im Ernst glaubt kein Verständiger an die Wirkungen, die uns von der Bülow- schen Polenpolitik verheißen werden, und kein noch so großer Vorteil könnte schließlich die unabsehbaren Nachteile. die Verluste an Geld, die Häufung von ganz unnötiger nationaler Verbitterung, die Schmähung des staatlich-gesellschaftlichen Organismus aufwiegen, alles Nachteile, die wir alle jeden Tag beobachten. müssen, und von denen nur die Verblendung der Ostinärker behaupten kann, sie seien nicht vorhanden.
Ein Mahner und ein Warner tut not, der uns von dem unseligen Streit befreit. Bis dabin, wo die nützliche Einkehr entweder durch die Gewalt von unbeugsamen Tatsachen oder durch die Tat eines bedeutenden Mannes erzwungen wird, wollen wir sorgfältig alle Äußerungen der Bedachtsamkeit, der Klugheit, der vaterländischen Überzeugtheit und Ergriffenheit sammeln, die uns von dem betretenen Irrwege wieder auf eine vernünftige Bahn zurück lenken möchten. Wir zählen zu den Warnern, die Dank verdienen, auch den Professor Hans Delbrück, der soeben einer, zur Versöhnung die Hand bietenden kleinen Schrift des polnischen Gutsbesitzers von Turno*) ein schönes Vorwort mit ans den Weg gegeben hat. Die Vorstellung. sagt Delbrück u. a., daß man die fast 4 Millionen Polen in Preußen allmählich germanisieren könne, ist jetzt wohl allgemein als Illusion erkannt und aufgegeben worden: fragt man, weshalb denn nun noch eigentlich gekämpft werde, was das Ziel dieser ungeheueren Anstrengungen und Leidenschaften sein soll, so erhält man sehr unbestimmte und unsichere Antworten. Trotzdem ist kaum abzuschen, wie man zu einem Frieden gelangen soll. Die führenden Parteien und Persönlichkeiten haben sich zu sehr se st gelegt, und der Fanatismus der Massen hüben und drüben ist von einer blinden Wut. Delbrück sieht wohl, wie er sagt, was geschehen könnte und müßte, aber er glaubt kaum, daß es geschehen wird. Er würde ein Entgegenkommen der Regierung in der Schulfrage für dienlich halten. Der neue Kultusminister müßte den Grundsatz aufstellen, daß die S ch u l s p r a ch e in jeder Gemeinde nach Möglichkeit im Einvernehmen mit den Eltern festgestellt werden solle: denn wie kann eine Schule segensreich wirken, die nicht in Einklang mit dem Elternhause arbeitet? Ist es vine gesunde Pädagogik, die diesen
* S. v. T u r n o. Zum Enleignungsprojekt. Offenes Wort eines preußischen Staatsbürgers polnischer Nationalität. Mit einem Briet des Professors Hans Delbrück «ls Vorwort. Vreis 50 Pf. Posen. Ed. Bote und G. Bock.
I Grundsatz vernachlässigt? Selbstverständlich ist die I Frage zu verneinen. Delbrück erzählt, er habe soeben eine Reise in Österreich gemacht, sei eigens in doppel- sprachige Gebiete gegangen, um zu sehen, wie man dort dies Problem behandle, und habe sich _ überzeugt, wie vorteilhaft (obgleich sonst der Nationalitätenhader dort ja noch schlimer ist als bei uns) die Einrichtung, die Eltern bei der Feststellung der Schulsprache zu hören, wirkt. Selbst gegen den Willen des Pfarrers entscheiden sich die slowenischen Bauern dahin, daß ihre Kinder auch Deutsch lernen sollen: der Vorteil der Doppelsprachigkeit ist ja auch dem einfachsten Verstände einleuchtend. Aber das Mißtrauen hüben und drüben bei uns dünkt ihm viel zu groß, die Pedanterie und Herrschsucht unserer Schulbureaukratie viel zu hart, um ein versöhnliches Entgegenkommen zu ermöglichen.
Trübe Aussichten! Aber bleiben kann es doch nicht, wie es ist. Das Unglück wäre zu groß für Reich und Staat. Es müssen einmal andere Wege gegangen werden.
Pylrlrsche Übersicht.
Der Krieg in der badischen Sozialdemokratie.
Aus Karlsruhe wird uns geschrieben: Die Sozialdemokraten scheinen nicht imstande zu sein, in der Beurteilung einer Sache acht Tage lang konsequent zu bleiben. Der Abg. Geck bestritt bekanntlich energisch, bei der Verweigerung seiner Unterschrift für die Kondolenztelegraimne andere als verfassungsrechtliche Gründe gehabt zu haben. Und jetzt, wo Frank und Kolb wegen ihrer Teilnahme am Leichenbegängnis heftig gescholten werden, heißt es,, sie hätten Verrat geübt, während Geck die republikanischen Grundsätze der Partei treu gehütet habe! Es hat keinen Zweck, in der Sache für den emen oder den anderen Partei zu ergreifen, wir begnügen uns darnit, die Unklarheit der Genossen festzustellen und anzunageln. daß zuletzt wie immer die radikale Phrase die Oberhand bei ihnen behauptet. Einer Parteinahme enthalten wir uns um so mehr, als Kolb seine Teilnahme an der Beerdigung des Gcoßherzogs nicht, wie es so einfach gewesen wäre und am nächsten lag. mit menschlichen Rücksichten. sondern mit Großblock-Erwägungen ä tont prix (mit dieser Charakterisierung seiner Beweggründe hat der „Vorwärts" wirklich recht) zu begründen, die Geschmacklosigkeit hatte. Im übrigen soll ihm und Herrn Frank jetzt gegen den Genossen Adolf Geck der Genosse Oskar Geck helfen. Das hiesige Parteiorgan behauptet, sein Mannheimer Bruderorgan sekundiere dem „Vorwärts" nur ans dem zufälligen Grunde der Abwesenheit des Chefredakteurs Oskar Geck, der immer mit den Karlsruhern am gleichen Strang gezogen habe. Die badischen Arbeiter, auch die sozialdemokratischen, sind zweifellos mit der Ehrung des verstorbenen Grotz- herzogs sowohl aus menschlichen als auch halbwegs aus politischen (nicht aber Großblock-) Gründen einverstanden. Dafür ist die Teilnahme der sozialdemokratischen Stadtverordneten in allen Städten, wo es solche gibt, an den Trauerkundgebungen hinreichender Beweis, den wir dem „Vorwärts" entgegenzuhalten nicht versäumen möchten.
Ludwig Frank erklärt jetzt zu der Affäre in der Mannheimer „Volksstimme" dasFolgende: „Der Mannheimer „Generalanzeiger" ironisiert mein „Schweigen". Nach meiner Ansicht steht die Bedeutung der Beerdigungsaffäre in keinem Verhältnis zu dein von vielen Seiten gemachten Aufwand an Worten und Entrüstung. Ich selbst beteilige mich nicht an der öffentlichen Diskussion, weil ich zur weiteren Aufbauschung der Sache nicht beitragen will. Diesen Standpunkt zu verlassen, bieten mir auch die unrichtigen und verletzenden Bemerkungen des Genossen Bebel keinen Grund."
2. Deutscher Ardeiterkongreß.
Eine bedeutsame Rede des Staatssekretärs des Innern.
(Sonderbericht unseres Lebn.-Korrespondentcn.)
Berlin, 20. Oktober.
In den Germania-Sälen trat heute morgen der 2. Deutsche Arbeiterkongreß zusammen. Es sind über 300 Delegierte aus ganz Deutschland anwesend. Unter den Erschienenen bemerkt man mehrere Reichstagsabgeordnete: Pauli-Potsdam, Linz, Droscher (kons.): Schack, Behrens, Liebermann von Sonnenberg (Wirtschaft!. Vereinigung); Schiffer, Becker, Erzberger, Gies- bcrts (Zentrum) und Schwabach (nationalliberal). An dem Pressetisch hat der Rcichstagsabgeordnete Stöcker Platz genommen. Die Regierungsvertreter: der
Minister des Innern v. Bethniann-Hollweg. der Han- delsminister v. Delbrück, der Direktor des Reichsamts des Innern Caspar werden bei ihrem Eintritt in den Saul mit Händeklatschen begrüßt. Abg. Behrens
begrüßt die erschienenen Gäste auf das herzlichste. Die christlich-nationale Arbeiterbewegung sei eine Bewegung, mit der man rechnen müsse. Sie wünsche friedliches Zusammenhalten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, sei ein Freund des Mittelstandes und der Landwirtschaft, suche aber vor allem die Interessen der Arbeiterschaft energisch und zielbewußt zu fördern. Unter großer Spannung nimmt der Staatssekretär des Innern v. B e t h m a n n zu einer längeren, bedeutungsvollen Rede das Wort. Er führte aus:
Sie haben die Güte gehabt, mich zu diesem Arbciter- kongrcß einzuladen, und ich bin der Einladung mit Freuden gefolgt. Das Amt, zu dessen Führung ich berufen worden bin, erfaßt fast alle Lebensverhältnisse im Deutschen Reiche und so insonderheit die Verhältnisse Ihres Standes, des A rb e i t e r st a n d e s. Ilm so dankbarer bin ich für jede Gelegenheit, die mir geboten wird, mit Vertretern der verschiedensten -Berufsstände in persönliche Berührung zu treten. (Beifall.) Hängt es doch wohl auch mit einer solchen menschlichen Auffassung der Dinge zusammen, wenn Sie selbst meinem Amts-Vorgänger. dem Grafen Posadowsky, öffentlich Ihre Dankbarkeit bezeugt -haben für die außerordentlichen Verdienste, die er sich auf allen Gebieten und namentlich um die Sozialpolitik im Deutschen Reiche erworben hat, indem er unermüdlich und tatkräftig mit warmem Herzen für da§ Los der arbeitenden Klassen gesorgt und gearbeitet hat. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.)
Ich freue mich Ihrer Erstarkung seit Frankfurt aufrichtig, Sie selbst blicken mit verständlichem Stolz auf die Vergrößerung Ihrer Bedeutung und Ihrer Macht. Aber auch hier gilt der Satz, daß je größer die Macht einer bat, um so höher seine Verantwortlichkeit steigt. (Sehr richtig.) Gewiß ist eS natürlich und vollberechtigt, daß Arbeiter, die sich zu Vereinigungen zusammentun, mit allen Mitteln die wirtschaftliche, soziale und sittliche Wohlfcchrt des Arbciterstandcs zu heben suchen. Das ist nicht nur Ihr Recht, das ist Ihre Pflicht. (Beifall.) Aber Sie werden mir auch ein weiteres zugeben: Wir Menschen, wir alle, welchem Stande wir auch angehören niügen, unterliegen so leicht der Gefahr, Macht, die wir erlangt haben, zum Schaden anderer auszunutzen. Die ganze Menschheitsund die ganze Weltgeschichte ist ein einziges Zeugnis 'davon und auch die Koalitionen auf wirtschaftlichem Gebiete sind dieser Gefahr unterworfen. Ich brauche Sie, die Sie die Kämpfe, die Nöte und Sorgen des täglichen, häufig so mitleidslosen Lebens ganz unmittelbar fühlen, nicht an Einzelheiten zu erinnern. Sie wiffcn selbst am besten, wie Terrorismiis, von welcher Seite er auch kommen möge, nicht nur den moralischen Halt des Menschen vernichtet,
sondern auch ganze wirtschaftliche Existenzen zu zertrümmern geeignet ist. Die Waffen des sich darbieten, wenn cs gilt.
baffen des rücksichtslosesten Zwanges mögen einen Todfeind nicderzuzwingen, zu vernichten. Aber liegt die Sache hier so? Freilich, die sozialdemokratische Bewegung meint es. Sie will alles, was ihrem Begehren nicht zu Willen ist, Niederkämpfen, um dann diktatorisch ihre neue Ordnung der Dinge aufzurichten. Sie, meine Herren, befinden sich in einer schwierigen Lage demgegenüber. Es ist ja so leicht, Hab, Unzufriedenheit, Neid zu säest. Sie, meine Herren, wollen mit anderen Mitteln kämpfen. Sie wollen unter den deutschen Arbeitern wieder die vier Grundpfeiler: Fleiß, Gottesfurcht, Nüchternheit und Zufriedenheit auff'chken. iBei- sall.) Oft tut sich Ihnen wohl die Versuchung auf, an Rücksichtslosigkeit anderen nicht nachznstehen. Ich würde es für ein schweres Verhängnis hallen, wenn Sie tiefer Versuchung erlägen. (Beifall.) Es handelt sich nicht darum, laß sich die Ihrem Programm folgende Arbeiterschaft als Sturmbock gegen die Sozialdemokratie brauchen losten solle, auch nicht darum, daß Sie eine schwächliche Sozialpolitik treiben sollen, sondern darum, daß Sie unter Festhalten am Vater lande, an der Treue zu Kaiser und Reich und den überkommenen Religionen für die Verbesserung der sozialen Lage der Arbeiter entschlossen, aber gemeinsam mit den anderen Gliedern unseres deutschen Volkes zusammen arbeiten wollen, unbekümmert um die Werbungen und Verlockungen von links her. (Großer Beifall.) Ich wüßte kaum eine größere Ausgabe der Gegenwart als diejenige, die mächtige Arbeiterbeiwegung unserer Tage e i n z u o r d n e n in tue bestehende Gesellschaft. (Großer Bestall.) Wenn Sie sich dieser Aufgabe hingcbcn, dann sorgen Sie nicht nur für Ihre steigende Teilnahme an den Errungenschaften der Kultur, smrdern -dann leisten Sie dem Batcrlande den größten Dienst. (Beifall.) Gewiß kann diese Aufgabe nur gelöst werden, wenn der ehrliche Wille besteht, sich gegenseitig zu verstehen, wenn auch die Staatsgewalt ehrlichen Willen unterstützt. (Beifall.) Die Arbeit der sozialpolitischen Gesetzgebung stockt nicht. Eine Ruhepause ist nicht eingetreten. Der Bundesrat beschäftigt sich mit dem Entwürfe zu einem Reichsvereinsgesetz und mit einer noch vom Grafen Posadowsky ausgcarbcitcten Novelle zur Gewerbeordnung, welche wichtige Bestimmungen über die Dauer der Frauenarbeil und über die Heimarbeit enthält. (Beifall.) An einem Gesetzentwurf über Arbeiterra mmern wird fortgcarbeitet. Er wird noch, wie ich hoffe, in diesem Winter feste Gestalt annehmen. (Beifall.) Es werden gewiß noch weitere Wünsche von Ihnen beraten und vorgckbracht werden. Sie wollen überzeugt sein, daß ich Ihren Verhandlungen mit der größten Ausmerffamkeit folgen und dankbar sein werde für wde Anregung. (Beifall.) Meine Herren! Ich kenne die Sorgen des wirtschaftlich Schwachen, kenne auch den Ernst unserer-Tage, in denen der innere Friede gestört und Kämpfe geführt wurden, die nicht nur unser wirtschaftliches, sondern auch unser staatliches Leben auf das schwerste gefährden. Gerade um deswillen bitte ich Sie, gerade, weil cs sich um Fragen handelt, die bis an den Lebensnerv der Nation gehen, bitte ich Sic. mit derselben Energie, mit der Sic für das Wohl des einzelnen aus dem von Ihnen vertretenen Stande eintreten, auch dem Wohl des gesamten Vaterlandes zu dienen. Und mit dieser Bitte wünsche ich Ihren Beratungen eigen gcdeihlicheu Erfolg. (Endloser Beifall.)
Namens der konservativen Partei begrüßt Pauli, Potsdam, der nationalliberalen Schwabach, der Wirt, schastlichen Vereinigung Liebcrmann von Sonnenberg, der Reichspartei Linz, des Zentrums unter großer Sensation Erzberger den Kongreß. Oberbürger, meffter Kirschner, der eingeladen worden isst ist am Er--
