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Samstag, 12. Oktober 1907.

WiesLmdsner TergblrrLt.

Morgen-Ausgabe, 1. Blatt.

Nr. 477.

'adern auf. Er ist tu das Hiesige Garnisonlazarett ge­bracht worden.

hd. Paris, 11. Oktober. Der Ausstand der 3000 KoHlenträger wurde heute beendet, nachdem die Arbeitgeber eine Lohnaufbesserung zugestanden haben.

hcL Verdun, 11. Oktober. Ein junger Unteroffizier t>eS 16L Infanterie-Regiments ist seit zwei Tagen unter Mitnahme von 5000 Frank aus der Regimentskasse v c r- fch-wnndeu.

hd. Pontarlier, 11. Oktober. Sieben auf einer Brücke mit Eröarbeiten beschäftigte Arbeiter wollten mit einer Fähre über den Fluß setzen. Die Fähre wurde jedoch von der starken Strömung fortgeriflen und kenterte. Alle sieben Personen er­tranken.

hd, London, 11. Oktober. In North-Cumberland er­eignete sich ein fünffacher Mord. Eine Mutter er­tränkte ihre 5 Kinder in einer Badewanne und verübte darauf Selbstmord, indem sie sich vor einen Schnellzug stürzte und sich überfahren ließ.

UoLkswirtschaftliches.

Bienenzucht.

Bienenzüchter-Verein. Nächsten Sonntag, den 13. d. M., findet imFriedrichshof" däluer, nachmittags 3 Uhr, die Qktoberverfammlung desBienenzüchtervereins Sektion Wiesbaden" statt. Herr BorLach-Biöbrich wird über die Generalversammlung in Weilbnrg berichten. Den Hauptvor­trag wird Herr Dr. Reinhardt halten überTheorie und Praxis in der Bienenzucht".

Marktberichte.

o. Idstein i. T., 10. Oktober. Der heutige H erbst - markt war mit Rindvieh schwach befahren, nur 54 Kühe und Rinder waren aufgetricben. Die geforderten Preise waren antzerordontkich hoch und der Handel flau. An Schweinen waren 46 Wagen angefahren; die Züchter hassten wohl bei der guten Kartoffelernte hohe Preise zu erzielen, aber sie täuschten sich. Fette Schweine wurden mit 64 und 65 Ps. pro Pfund SchlachlgSwichk verkauft. Läufer galten je nach Qualität 12 bis 30 M. Gar keinen Absatz fanden die Ferkel, so daß dieselben zum Schluß mit sage und schreibe 4 Dt. 50 Pf. als Spanferkel verkauft wurden. Der Kram­markt war reichlich mit Buden beschickt, die Kauflust des Publikums aber sehr gering; auf seine Kosten dürfte nur der wahre Jakob" gekommen sein. Bon nachmittags 4 Uhr ob fand eine gutbcsctzte Tanzmusik imLöwen" statt.

p. Dietkirchen, 10. Oktober. Unser Vieh- und Krammarkt, der am 8. und v. Oktober hier abgchalten wurde, litt sehr unter der Ungunst des Wetters. Infolge des Regenwetters am ersten Tage war Rindvieh sehr wenig auf- getrieben, Schweine dagegen einigermaßen. Bei Rind­vieh galten die alten Preise, die Schweinepreise konnten sich kaum behaupten. Es kosteten: Fette Ochsen per Zentner Schlachtgewicht 8586 M fette Stiere 8486 M-, fette Kübe und Rinder 7578 M. Per Zentner Schlachtgewicht. Kälber zum Schlachten wurden zu 75-80 Pf. pro Pfund Schlachtgewicht verkauft. Auf dem Schweinemarkt galten schwere Einleger 8590 M jüngere und leichtere 5560 M. und 4 bis 6 Wochen alte Ferkel 16-2i M. pro Paar. Der Kranmnarkt konnte sich wegen des schlechten Wetters kaum entwickeln. Ws am zweiten Markttage der Himmel ein freundlicheres Gesicht zeigte und es aufhorte zu regnen, ent­wickelte sich der Markt, der den Limburgern als Kirmes gilt, einigermaßen zu einein Volksfeste. Leider nimmt der all­bekannte Dietkirchen Markt auch von Jahr zu Jahr immer mehr an Bedeutung ab.

EinsLudungen aus dem Leserkreise.

(Auf Rücksendung oder Aufbewahrung der uns für diese Rubrik zugehevden. nicht verwendeten Einsendungen kann sich die Redaktion nicht crnlasken.)

* Zur Privatbeamten-Versicherung. In De« großen Widerstreite der Meinungen, ob die Versicherung der Prtvatbeamten eine eigene Kasse erhalten oder der be­stehenden Invaliden- und Altersversicherung angegliedcrt werden soll, stellt sich derDe ul s ch n a t i o n a I e Hand­lung s g eh ilfenv erb an d" auf die Seite derer, die eine eigene Kaffe wünschen. Die Ausführungen des Redners in der Versammlung vom Mittwoch imFriedrichshof" gipfelten darin, und er wurde voii seinen Vebbandsgenosscn auch applaudiert. Die von ihm vorgetragene, zu erstrebende Leistungsfähigkeit der künftigen Kasse war ja für den Un­eingeweihten sehr bestechend, denn er gab an, daß bei 40jahri-ger Beitvagszeit % des Gehaltes als Pension an den Versicherten und an dessen Familie im Falle seines Todes Ebenfalls eine ziemlich hohe Rente gezahlt würden. Die Veüsichernngsprämie betrage nach der Berechnung des be­fragten Mathematikers für Prinzipal und Gehilfe je 5 Proz. von dessen Gehalt. Alles sehr schon, aber viel Zukunfts­musik! Die Angliederung an die bestehende Versicherung verinarf der Redner, ohne aber die ihm dagegen gemachten Einwürfe entkräften zil können. Als berufsmäßiger Agitator hatte er wohl Worte der Entgegnung, ließ aber die Haupt­fragen völlig unbeantwortet. Sie seien deshalb hier noch­mals öffentlich diskutiert: Gesetzt den Fall, die Jnvaliden- bersichernnaskasse erhielte einen weiteren Ausbau, dann kann der Privatoeamte sich doch in einer höheren Klasse als seit­her Versicherer. Beträgt der höchste Beitrag jetzt 36 Pf. pro Woche, dann kann er später 1.80 M also das öfache sein, ivas etwa 50 M. pro Jahr ausmacht, mutz also auch eine bfache Rente gegen jetzt aüwerfen. Einzelne Bestimmungen, die am alten Gesetz bemängelt werden, können durch eine Novelle ohne Schwierigkeit geändert werden, wodurch die Wünsche der Privatbeamton in Erftillung gehen. Sic haben den Vorteil, daß sie aus der jetzigen Klaffe einfach steigen und ihre früher eingczahltcn Beträge aufgerechnet erhalten. 'Ein Riefenfonds ist vorhanden, um allen Anforderungen ge­nügen zu können, wie auch die Versicherung bald in Kraft treten kann. Wird eine neue Kasse gegründet, die nach An­sicht des Vortragenden nur vom Prinzipal und Gehilfen unterhalten werden sollen, die je mindestens 100 M. jährlich zu zahlen haben, während auf einen Reichszuschuß verzichtet wird, dann dauert es viele Jahre, bis ein genügender Fonds gesammelt ist, so daß dann in absehbarer Zeit nichts für die Versicherten zu erwarten ist. Diejenigen, die jetzt über 30 Jahre sind, würden den Segen der Versicherung kaum verspüren, werden also wenig Interesse an einer Agitation herben, die den Epigonen allein Vorteil bringen kann. Ge­wiß soll man nicht nur egoistisch seine eigenen Interessen in den Vordergrund drängen, aber daß die Taube in der Hand jedenfalls besser als 10 auf dem Dache, ist ein altes Sprichwort, das auch hier seinen Wert behält. Die Deutsch- nationalen sollten dies auch einschen und die Materie nicht derart verwirren, daß die Gesetzgeber vor ein Dilemma ge­stellt sind. Prwcftbeamie und Arbeiter können ganz wohl einer Kaffe angahoren, deren Vevwaltungsapparat nur wenig mehr kostet, wenn sie ausgebaut wird, während eine besondere Kaffe Widder enorme Verwaltungskosten verschlingt, die dem Versicherten entzogen werden.. Es dürste die Mehrheit der Prtvatbeamten ein solches Gesetz wünschen. Arminins.

* Vorz e i gn n g, von W e ch sc I a k z c p t e n. Es ist wirklich unerklärlich, wie unter Geschäftsleuten noch so wenig Verständnis über den Gegenstand sit, daß es viel vorteilhafter ist, sein Baargeld vom Bankier nch verzinsen, als cs im Hause unverzinslich liegen, vielleicht stehlen zu taffen. Sobald der Geschäftsmann dies tut, zahlt Lr auch seine A.zepte nicht meh.-

zu Haus, sondern akzeptiert seine Wechsel durch seine Unter­schrift mit Hiuzu'fügung, zahlbar bei der oder der Bank oder dem und dom Bankier. Ihm selbst, sowie dem einkassterenden Bankier older Geschäftsmann spart es auch viele Mühe.

Ein alter Geschäftsmann.

* Undank ist der Welt Lohn, so sagte ich mir,

als ich heute (Freitag) den Gegenartikel des Herrn H. M. las, denn ich hübe wirklich nicht gewußt, daß die 20 Pf. Refpektgclbühr für die edlen Zwecke der Volkserziehung ver­wendet werden. Ich muß da der Reichsbank und Iden Vor- schußivereinen den Borwurf machen, daß sie sich ,nicht auch in solch edler Weife an der Erziehung der Geschäftswelt be­teiligen. Ich für meine Person und mit mir wohl alle, die es angöht, bedanken sich für diese Humanität der Bank­geschäfte! Es ist wirklich unglaublich, zu behaupten, die Leute wollten Zinsen schinden! Wenige werden so gestellt sein, besonders 'aber nicht die kleinen Geschäftsleute, daß fte nn Salon sitzen und ans den Bankboten warten, damit ja kerne Arbeit für die Bank entsteht, wenn die Einlösung nicht sofort erfolgt. Wie viele Leute sind bei Vorkommen des Wechsels noch nicht im Besitz der Summe! Sie laufen wie ein gehetztes Wild von.Kunde zu Kunde, um das Geld zusammenzutrelben. Das nennt mein WidersacherZinsen schinden!" Wenn man das Recht hat, die Wechsel einen Dag später ernzuloseu, warum soll inan es nicht ausnutzen? Den meisten wird es nur angenehm sein, tvenn sie dem Boten das Geld mftgeben können, wenn sie es tatsächlich besitzen, denn dann sparen sie sich doch den Gang zur Bank. Das llnvermogen, den Wechiel sofort einzulöscn, darf aber nicht bestraft werden, ebenso das Vorzeigen der Wechsel bei Abwesenheit und nach Geichafts- schluß 'der Bezogenen. Meine erste Behauptung, daß die Banken fein R e'cfj t zur Erhöhung der 20 Pf. Respektgebuhr besitzen, muß ich aufrecht erhalten, und sie wird m auch von Herrn H. M. nicht bestritten. Gegen rechtswidrige Mißgriffe muß man aber energisch Front machen, und wenn ich die Geschäftsleute veranlaßt habe, gegen die Respektgebuhr am- zntreten, in cintretenöem Fall nicht zu bezahlen, dann ist der Zweck meiner Einsendung erreicht. W. A. H.

* Eltville, 9. Oktober. Folgender kaum glaubliche

Vorfall, der sich am verfloffcnen Samstag auf dem Stationsbureau des Eltviller Bahnhofs ab­spielte, verdient hier näher erwähn! zu werde». Lief da für den Inhaber eines Eltviller Baugeschäfts bereits nachmittags 4 Uhr 50 Min. ein Telegramm ein, das ihm jedoch erst abends 7 Uhr 10 Min. zngestellt worden ist, trotzdem die Wohnung des Empfängers kaum 1 Minute vom Bahnhof entfernt liegt. In richtiger Würdigung des Zweckes einer Depesche, legte hierauf der Adressat sofort am Bahnhof berechtigte Beschwerde Mer die verzögerte Zustellung ein, «die von dem diensttuenden Beamten in militärischer Kürze einfach mit der nichtssagen-- den Antwort abgetan wurde:Ich hatte niemand für oas Telegramm zu bestellen, da die Arbeiter zu rangieren hatten. Soll ich es Ihnen.vielleicht selbst bringen?" Da man sich mit einer solch schneidigen Antwort nicht zufrieden geben kann, so wäre zu hoffen, daß man höheren Orts diesem Be­amten endlich einmal im Verkehr mit dem Publikum einen anderen Ton beibringen möchte, zumal derselbe, wie ver­lautet, schon des öfteren zu berechtigten Klagen Anlaß ge­geben hat. Eni Abonnent.

Vom Finanzmarkte.

Berlin, 10. Oktober. Der Verkehr in New York bot diesmal keine bemerkenswerten Einzelheiten. Einer schwachen Eröffnung, veranlaßt durch matteres London, folgte auf Grund größeren Deckungsbedürfnisses eine Erholung. Dieses hielt in­des nicht bis zum Schluß an. Der unbefriedigende Bankaus­weis und erneute Rückgänge am Kupfermarkt riefen abermals stärkere Absehwächun gen hervor. Auch in London wickelte sich das Geschäft ohne besonders interessierende Einzelheiten ab. Die Tendenz war im Einklang mit Wallstreet und wegen der Vorgänge am Metallmarkt vielfach nach unten gerichtet, ohne daß stärkere Ermäßigungen eingetreten wären. Am Geldmarkt zeigte der Pnvatdiskont eine leichte Versteifung, während tägliche Darlehen schließlich etwas billiger wurden. Paris verkehrte in den ersten Tagen in recht unfreundlicher Haltung, meist wegen der Schwäche am Kupfermarkt. Die letzten Tage brachten infolge besserer Nachrichten aus Ruß­land eine allgemeine Befestigung. In Wie n machte die an­fängliche Mattigkeit, die mit den innerpolitischen Verhältnissen und der Eisenbahnerresistenz Zusammenhang, einer vorüber­gehenden, ziemlich intensiven Hausse Platz, als das Perfekt­werden des Ausgleichs bekannt wurde. Am Ende wurde aber die Tendenz wieder schwächer. Die Berliner Börse stand fast völlig unter dem Einflüsse solcher Erwägungen, die sich mit der wirtschaftlichen Konjunktur in Deutschland befaßten. Arg verstimmend wirkten naturgemäß die schlechten. Nach­richten über die heimische Eisenindustrie. Die Arbeiter­entlassungen bei Krupp, die neuen Preisermäßigungen für Schweißeisen, die ungünstigen Berichte aus Amerika und Eng­land gemahnten daran, daß die zum Herbst erwartete Be­lebung diesmal nicht zur Tatsache werden würde. Ein Gegen­gewicht bildete freilich die befriedigende Situation, doch reichte dies nicht aus, um die Verstimmung ganz zu beseitigen, und speziell bei Montan papieren sind per Saldo ziemlich bedeutende Rückgänge zu verzeichnen. Dieselben würden größer sein, wenn nicht bei Beginn das Auftreten eines um­fangreichen Deckungsbedürfnisses eine verhältnismäßig statt­liche Aufwärtsbewegung geschaffen hätte. Am Renten­markt ging es einigermaßen lebhaft zu; heimische Anleihen erfreuten sich guter Beachtung und konnten anziehen, von fremden fanden Russen auf Paris hin vorübergehend Auf­merksamkeit. Unter den Transportwerten erfuhren amerikanische Bahnen infolge der von New York gemeldeten Schwäche Rückgänge. österreichische profitierten zeitweise von dem Zustandekommen des Ausgleichs in der Nacbbar- mcnarchie, gaben aber am Schluß wieder nach. In Banken war das Geschäft still und die Haltung vorwiegend etwas schwach. Bei den österreichischen Werten dieser Art sprachen die bei Bahnen angeführten Faktoren mit. Der Kassamarkt, der anfänglich ganz günstig disponiert war, litt nachher unter umfangreichen Abgaben. Am Geldmarkt ging der Privatdiskont auf 4% Proz., tägliche Darlehen waren zu 3 bis 3si- Proz. reichlich erhältlich. ___

Finanzen des Deutschen Reichs. Jüngst gingen Gerüchte um, das Reich werde demnächst zur Ausgabe einer neuen Anleihe schreiten. Demgegenüber wird nun versichert, daß die zuständigen Stellen den Wunsch und die Absicht haben, die Deckung des Geldbedarfs des Reichs bis über Ende des Kalenderjahres, je nach Möglichkeit bis über Ende des Fiskal­jahres, ata" über den April-Termin des Jahres 1908, hinaus­zuschieben. Das Reich wird sich vorläufig weiter mit der Diskontierung von Schatzscheinen bei der Reichsbank behelfen. Aber auch in dieser Hinsicht wird es voraussichtlich nicht nötig sein, über den augenblicklich im Besitz der Reichsbank befindlichen Betrag an lleichsschatzscheinen wesentlich hin­auszugehen. Die starke Inanspruchnahme der Reichsbank d'rch das Reich zum Oktober-Termin war hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß die Reichspost an die Berufsgenossen­schaften sehr erhebliche Vorschüsse zu leisten hatte. Diese Vorschüsse entnimmt die Post bei der Reichshauptkasse, und sie dürften vorübergehend den Betrag von .180 Mül. M. erreicht

haben. Diese Beträge werden voraussichtlich bis zum Mai 1908 wieder zurückfließen. Andererseits kann erwartet werden, daß das Reich in den nächsten Wochen in der Lage sein wird, größere Beträge von Reichsschatzscheinen wieder zur Ein­lösung zu bringen, da die Einnahmequellen des Reichs in der Regel in den Herbstmonaten am reichlichsten fließen; speziell die Einnahmen aus Zöllen erreichen im Herbst ihren Höhe­punkt.

Von der Berliner Börse. Die New Yorker Enthüllungen über Zwischengewinne bei der Metropolitan Company und die Befürchtungen vor Zusammenbrüchen in Holland drückten zu Beginn des gestrigen Geschäfts auf die Kurse. Auch herrschte Realisationslust vor. Diese war besonders in elektrischen Werten zu beobachten und wurden Edison zeitweise 2% Proz. niedriger. Im Verlauf erholten sie sich aber wieder und schließlich bis 203 Proz. Montanwerte waren nur in ge­ringem Grade abgeschwächt. Phönix waren angeboren, weil im Geschäftsbericht der Gesellschaft nichts über den Auftrags­bestand und die Aussichten gesagt ist; sie waren aber schließ­lich auch etwas gebessert und schlossen 108.80. Deutsch- Luxemburger gingen ca. 3 Proz. zurück. Sehr matt lagen auch Baltimore, die bis 88ka wichen. Pennsylvania notierten 117%, Canada 158%. Banken waren abgeschwächt. Be­hauptet blieben Große Berliner Straßenbahn. Fonds gingen leicht zurück, außer den deutschen Staatspapieren. Der Privatdiskont notierte 4% Proz.

Zur Zeichnung auf Herne-Obligationen. Wir haben gestern kurz mitgeteilt, daß der Hibernia-Trust 10 Millionen Mark seiner Obligationen zu 95% Proz. zur Zeichnung auflegt. Der Trust will offenbar das etwas flüssigere Aussehen des Geldmarktes zu einer Entlastung benutzen. Die Anleihe ist mit 4 Proz. verzinslich.

Hannoversche Maschinenbau-Anstalt Egestorff. Der Ab­schluß darf in jeder Beziehung als sehr günstig bezeichnet werden. Der Bruttogewinn beträgt 2 632 022 M. (im Vorjahr 1707 679 M.). Der Reingewinn 1579 243 M. (1088 364 M.:. Die Dividende wird mit 25 Proz. gegen 20 Proz. festgesetzt. Der Auftragsbestand wird mit 33 Millionen Mark 18 Millionen Mark höher als im Vorjahr angegeben.

Kleine Finanzchronik. Wir meldeten jüngst, daß sich die Metallhandlung Weinberg u. Goldberg in Cöln in Zahlungs­schwierigkeiten befinde. Da ein außergerichtlicher Vergleich nicht zustande gekommen ist, wurde nun der Konkurs an­gemeldet. Die Verbindlichkeiten betragen etwa 350 000 M., die Vermögenswerte 100 000 M. Die Bankfirma Scholl, Engbert u. Schölten in Almelo (Holland) ist insolvent. Die Aktiven und Passiven werden mit je über 3,1 Mül. fl. angegeben. An Private schuldet die Firma 1,04 Milk fl., an Depositen 582 000 fl., während sie andererseits von Privaten 924 000 fl. zu fordern hat. Außer Effektengeschäften betrieb die Firma auch bedeutende andere Geschäfte. So besaß sie eine große Trikotfabrik, welche weiter betrieben wird. Die Mittel­deutsche Kreditbank teilt mit, daß im 1. Halbjahr den Rück­gängen im Börsengeschäft eine starke Steigerung im Konto­korrent-Geschäft gegenüberstand, so daß ein befriedigendes Ge­samterträgnis für 1907 in Aussicht steht. - Aus Coblenz wird gemeldet, daß in der gestrigen außerordentlichen Generalver­sammlung die Vereinigung der Pianofortefabriken C. Mand und Knaus mit der Rheinischen Pianofortefabrik - Aktien­gesellschaft in Coblenz zustande gekommen ist._

Geschäftliches.

D ie täglich neuerscheinenden, untsrschriftüch be­glaubigten Dokumente über die Erfolge mit BIOSON müssen überzeugen!

Schöneberg bei Berlin, den 22. Mai 1907. Sedan, straße 50. Mit dem zuletzt (während des Monates März! verbrauchten Paket Bioson habe ich eine Gewichtszunahme von 4 Pfund erzielt. Da ich auch schon bei den ersten beiden Paketen Bioson glänzende Erfolge zu verzeichnen hatte, kann ich nur allen Personen, deren Krüstezustand durch Krank­heit gelitten hat, Bioson als ein hervorragendes KräfttgungS- mittel empfehlen. Bioson hat einen äußerst angenehmen (Ässchmack und ist dasselbe ein vorzügliches Getränk. Der Preis des Bioson ist gegen andere Kräftigungsmittel ein sehr geringer und sollte auch schon deshalb Bioson in keinem Haus­halte fehlen. Indem ich meinen verbindlichsten Dank für bie Wirkung dieses Präparates ausspreche, zeichne ich Hoch­achtungsvoll! Georg Palm, Maler. Unterschrift glaulsigt: Schöneberg, den 12. Juni 07. Kgl. Amtsgericht Berlin-Schöneberg, Ludecke. Bwson ist in Apotheken. Drogerien usw. das Paket zu drei Mart erhältlich, welches für ca. 14 Tage ausreicht und wird jeder Arzt gerne Aus­kunft über die Vorzüglichkeit des Bioson geben. F §o

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Urs Morgeri-Arrsgabe umfaßt 16 Sertcir^

sowie die BerlagsbeilagenDer Roman" undAmtliche Anzeigen des Wiesbadener Tagblatts" Nr. 79.

Leitung: W. Schulte vom Brühl.

Verantwortlicher Redakteur für Politik und Handel: A. Heger Horst: fgx das Feuilleton: I. Kaisler: für Wiesbadener Nachrichten, Sport und Volfz. wirtschaftliches: C. Nvtherdt: für Nassauische Nachrichten, Aus der Um-tebuna DermiichteZ uud Gerichtssaal: H. Diefenbach: iür die Anzeigen uns H. Dornauf; sämtlich in Wiesbaden.

»ruck und Vcrlua der ü. Schelleudkrgjchen Hvj-LuchLrncler« iu