Jette 4. Freitag, Id. Juli 1887. MrSSlMdLNer Morgen-Ausgabe, 1. Blatt. Nr. 331.
wohnlich umfangreiche Sendungen usw. als nützlich erwiesen. Nach den Erfahrungen hat die weitgehende Scheidung der Briefeinwürfe für die verschiedenartigen Zwecke dazu beigctrageu, die Auflieferer an die Mit- üeteiligung am Sortiergeschäft zu gewöhnen, was als ein wirksames Mittel zur Erleichterung und Beschleunigung des Abfertigungs- und Bestellungsdienstes anzusehen ist.
— Bezirksausschuß. Herr Kaufmann Eugen Winter- neyer hier ist vom Magistrat zur Grundsteuer veranlagt worden unter Zugrundelegung eines derzeitigen gemeinen Wertes des betreffenden Geländes, der, wie W. selbst zngibt, den tatsächlichen Verhältnissen entspricht, den er aber mit Rücksicht auf den daraus gezogenen Nutzen für zu hoch hält. Seine Klage bleibt heute erfolglos. — Herr Apotheker Karl Weihrich tu F r a n k - fu r t sucht die Genehmigung für den Handel mit Giften nach. Der Kreisarzt ist mit Rücksicht aus die P c r j o n des Antragstellers Gegner der Bewilligung des Gesuches. Die Klage von W. wider den ablehnenden Vorbescheid bleibt erfolglos. — Herr Johann Burkardt in König- stein möchte die seit 100 Jahren von seiner Familie betriebene Wirtschaft Langgasse 21 von seiner Stiefmutter, der Witwe Edelmann, übernehmen, der Kreisausschuß jedoch hat ihn mit Rücksicht auf die den gesetzlichen Anforderungen heute nicht mehr entsprechende Beschaffenheit der in Frage kommeirden Lokalitäten abgewiescn. Heute wird ihm nur mit Rücksicht darauf, daß es sich um eine Konzeftions-Übertragung in derselben Familie handle, unter Aufhebung des Entscheids der Vorinstanz die Schankerlaubnis erteilt. — Mit Rücksicht darauf, daß die freiwilligen Mitglieder der Ortskrankenkassen diese vielfach bei minimalen Beiträgen ganz erheblich belasten, hat die Generalversammlung der hiesigen Kasse eine Änderung des Kassenstatuts nach der Richtung beschlossen, daß der Berechnung ihrer Beiträge nicht der durch s ch n i t t l i ch e, sondern der o r t s - ü b l i ch e Tagelohn zugrunde zu legen sei. Nach dem Jahresbericht für 1008 nämlich belief sich unter diesen freiwilligen Mitgliedern der Prozentsatz der Erkrankten ans 56,5 Prozent gegen 51,8 Prozent der Zwangsmit- gliedcr, und derjenige der längere Zeit Kranken aus 28,7 Prozent gegen 18,9 Prozent der anderen, während von 169 in der Zeit vom 1. Januar bis 30. September 1906 freiwillig Beigetretenen 55 Prozent in der niedrigsten, 36 Prozent in der zweitniedrigsten und nur 9 bis 10 Prozent in den beiden höchsten Klassen ihre Beiträge bezahlten. Das Krankentafsengesetz nun aber stellt, abgesehen davon, daß bei den freiwillig cintretenden Kassen- mitgliedern ein ärztliches Attest über ihren Gcsunbheits- znftand verlangt, resp. von diesem die Aufnahme abhängig gemacht werden kann, und daß die Feststellung einer Karenzzeit für sie statthaft ist, beide Mitgliederkategorien vollständig gleich. Es läßt eine Ausnahme zu nngnnsten der einen oder anderen nicht zu, deshalb hat ein vom Bezirksausschuß ergangener Vorbescheid dem Generalversammlungsbeschlutz die Genehmigung versagt, und wenn auch der Geschäftsführer der Kasse, Herr Kilian, heute darauf hiuwies, daß die Orkskrankenkasse zunächst für die ordentlichen Mitglieder da sei, daß cs dem Sinne weder des Gesetzgebers noch des Kassenstatnts entspreche, wenn freiwilligen Mitgliedern die Gelegenheit geboten werde, sic zu Schaden zu bringen, daß auch im übrigen im Gesetz wesentliche Unterschiede zwischen Zwangs- und freiwilligen Mitgliedern festgelegt seien, daß das Unfall- unö das Jnvaliöitäts-Verstcherungsgesctz Analogien zu dem beanstandeten Generalversammlungsbeschluß auf- wiesen, — so erzielte er doch keine Änderung des Vorbescheides. Dieser wurde vielmehr als in seiner Grundlage nicht erschüttert aufrecht erhalten.
— Vom Feldberg. Nach einer Bekanntmachung der Ortspolizei in Niederreifenberg ist durch ministerielle Verfügung der große Feldberg der Gemarkung Nieöcr- reifenberg ernverleibt worden. Seither gehörte er zu Dornholzhausen. Grund zu dieser Änderung war de; Umstand, daß es streitig war, namentlich bei den Oberhäuptern der in Betracht kommenden Gemeinden, wohin der große Felöberg gehöre, ob zu Oberreifenberg oder zu Nieöerrcifenberg. Bei der Volkszählung kam es deshalb sogar zu Differenzen. Nun hat Europa Ruh!
— Milchremsion. Gegenwärtig revidiert unsere Polizeibehörde wieder die Milchhändler. Ein Wachtmeister, begleitet von einem Schutzmann, entnahm gestern von sämtlichen Milchhändlern Proben. Es sollen in letzter Zeit Klagen über die Beschaffenheit der Milch laut geworden sein.
— Neuer Rheindampfer. Ein frohes Fest feierte die Reederei von August Waldmann in Biebrich. .Es galt wiederum ein neues Schiff in den Dienst zu stellen, bereits das dritte seit Jahresfrist. Aber diesmal soll cs nicht nur ein Lokalboot, den Verkehr zwischen Biebrich-Mainz vermittelnd, sein, sondern der neue Dampfer —- „B i e b r i ch" ist sein Name — wird besonders zu Rherntonren aller Art dienen und sieht demgemäß auch viel stattlicher und einladender drein als seine Vorgänger, die sich kaum mit dem Neuling messen können. Selbst neben den stolzen „Cöln-DLssclüorfern" wird die „Biebrich" sich sehen lassen können. Und aus diesem festlichen Anlaß hatte Herr Waldmann eine Reihe von Einladungen ergehen lassen, quasi zur Eröffnungsfahrt, der man um so lieber folgte, als lachender Sonnenschein nach grauen Regentagen über dem Rhcin- . ström glitzerte. Die zahlreichen Gäste, Damen und Herren aus Wiesbaden, Biebrich, Mainz usw., bestiegen Dienstag gegen 8 Uhr nachmittags das festlich geschmückte Schiss, das unter Böllerschüssen und Musikklängen und unter lebhaften Rufen der am Ufer Zuschauenden seinen Kurs gen Mainz nahm, um sich dort zuerst in seiner ganzen Frische zu präsentieren. Aber der Vater Rhein .war sehr wenig erbaut von dem Neuling, der da ohne Erlaubnis so stolz seine Fluten durchzog und an der Kaiserbrücke erschien er zornig mit einem gebieterischen Halt. Eine liebliche Rheintochter besänftigte seinen Groll, indem sie ein glückliches Bild entwarf, von dem Blühen, Wachsen und Gedeihen der Firma Waldmann und jo gab sich denn auch Vater Rhein zufrieden und schied versöhnt mit Segenswünschen für das neue Unter
nehmen von der fröhlichen Gesellschaft. Diese hatte das kleine von Herrn Engen Pausa verfaßte Festspiel mit vielem Beifall ausgenommen und spendete auch den Darstellern Herrn Oskar M eu er -Elbing und Fräulein Schräder von hier volles Lob. Inzwischen fuhr der Dampfer langsam am goldenen Mainz vorüber und lenkte dann nach dem Rheingau hinab. Viel fröhliche Reden würzten Speise und Trank, an denen cs die gastfreie Familie Waldmann wahrlich nicht fehlen ließ. Herr Wald mann begrüßte seine Gäste, dankte ihnen für ihr zahlreiches Erscheinen und gab einen Überblick über den Werdegang des Schiffes. Es sprachen dann noch die Herren Dr. Bambcrger- Mainz für die Stadt Mainz, Beigeordneter T r o p p namens der Stadt Biebrich, ferner Herr Rechtsanwalt Dr. Iün g e r - Wiesbaden, Herr Werner vom „Ruderverein Biebrich", Herr Rechnungsrat R e tz l a f f - Wiesbaden, Herr B r c m s - Wiesbaden, Herr K r u ft - Biebrich und Herr Dr. V a n c x thal- Schierstein. Um 10 Uhr -abends erfolgte die glückliche Ankunft in Biebrich, wo das Fest im „Kaiserhof" noch bis znm frühen Morgen seinen fröhlichen Fortgang nahm. Die Laufbahn des neuen Schiffes Hat somit einen glücklichen und glückverheißenden Anfang genommen, möge ihm auch fernerhin das gleiche Schicksal zu teil werden. — Schließlich sei noch erwähnt, daß der Dampfer 500 Personen aus Deck faßt, 42 Meter lang und 10 Meter breit ist und eine Deckhöhc von 2,40 Meter aufweist. — Gestern hat die Schiffsuntcr- snchungskommission das neue Fahrzeug geprüft und dasselbe von tadelloser Beschaffenheit gefunden. Es wurde auf 510 Personen Belastung auf Deck amtlich geeicht.
— Willkürliche Bewertung »ott VerMögensstücken. In der Entscheidung des Reichsgerichts sEntsch. R.-G. in Strafsachen 89. Band S. 222) finden sich folgende Grundsätze: Es bedarf hier keiner Erörterung der
Frage, wie weit materielle Unrichtigkeiten in der Bewertung von Vermögensstücken die Grundlage für eine Verurteilung aus 8 240 Nr. 3 zu geben vermögen. Jedenfalls ist die Anwendbarkeit dieser Strafvorschrift auf den vorliegenden Fall nicht zu bezweifeln. Wenn der Kaufmann verpflichtet ist, in seinen Büchern die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen (§ 88 H.--G.B.) und zu dem Zwecke jeine Vermögensgegenstänüe mit Angabe des Werts jedes einzelnen genau zu verzeichnen (§ 89 daselbst), auch in der Bilanz nach dem Zeitwerte anzusetzen (§ 40 daselbst), so ist zweifelsfrei, daß ihm die Verpflichtung obliegt, hierbei allenthalben nach bestem Wissen und Gewissen zu verfahren. Er verletzt schon seine materielle Pflicht zu „ordentlicher" Buchführung, wenn er seine Vermögensstücke auch nur willkürlich bewertet, noch gröber, wenn er für sie Werte einsetzt, die, wie er weiß, falsch sind. Und beides ist gegen den Beklagten ebenso beöenkenfrei festgestellt, wie als erwiesen erachtet ist, daß die Bücher zufolge der so begründeten Buchführungsmängel keine Übersicht über den Vcr- mögensstanü des Angeklagten gewähren. Er hat, wie im Urteil näher öargelcgt rst, bei der ersten Eintragung des Postens' „Krone" gar keine Unterlagen für seine Bewertung gehabt und den Betrag „100 600" Mark als einen ganz willkürlich gewählten eingesetzt, und er hat ferner, nachdem er die Überzeugung von der derzeitigen Wertlosigkeit dieses Postens erlangt. Hatte, ihn unverändert gelassen und weder.in den Büchern, noch in der Bilanz eine Abschreibung uorgenommcn.
— Ein Jagdprozetz von allgemeiner Bedeutung ist kürzlich vom Landgericht Frankfurt a. M. entschieden worden. Der Kläger ist Mitpächter einer Jagd bei Homburgs die von fiskalischem Gebiet begrenzt wird. Beklagter ist der Königs. Förster, welcher sowohl die fis- . kalische als auch die betreffende Gemeinüejagd in forst- schutzlicher Beziehung zu beaufsichtigen hat. Dieser chat nun zugestandenermaßen — wie er sagt, auf Befehl seines Forstmeisters — fortgesetzt durch Schießen, Pfeifen und dergleichen das Austretcn von Wild aus dem fiskalischen aus das klägerische Revier zu verhindern gesucht, wodurch der Klüger sich benachteiligt fühlte. Das Gericht hat nach eingehender Prüfung aller in Betracht kommenden tatsächlichen Verhältnisse und gesetzlichen Bestimmungen die Klage als gerechtfertigt anerkannt und dem Beklagten jede weitere Tätigkeit, die Anlaß zu einer derartigen Besitzstörungsklage geben könnte, verboten.
— Betrogene Betrügerin. Vor einiger Zeit vergiftete sich hier ein vom Niederrhein stammendes Dienstmädchen. Der an sich nicht ungewöhnliche Fall hatte eine tragikomische Vorgeschichte, und die Trägerin des Falles hatte auch ihre Vorgeschichte, von der hier aber nur das Schlußkapitel in Betracht kommen kann, wie es der „Franks. Zig." mitgeteilt wird. Vor nicht allzulanger Frist war sie nach manchen Ouerfahrten wieder einmal in ihrem Heimatsöörfchcn am Nieöer- rhein aufgetaucht, um ihre Gönner und Freunde zu. besuchen. I» ihrem Gefolge befand sich ein vornehm auftretender Herr, den sie den erstaunten Dörflern als den Amtsrichter .1., ihren Bräutigam, präsentierte. Besonders freundlich wurde das Mädchen im Hause ihrer Patin ausgenommen, in dem es auch schon in früheren Zeiten Zuflucht gesucht und gesunden hatte. Und hier führte die „Braut des Amtsrichters" einen nicht ganz alltäglichen Betrug durch. Sie erzählte den guten Leuten, um den-Eltern ihres Bräutigams die Einwilligung abzuringen, habe sie sich diesen gegenüber als Besitzerin eines Gutes in ihrem Geburtsorte aufgespielt. Die Heirat mit ihrem sehr reichen Verlobten könne aber nicht eher stattfinöen, bis sie sich als Besitzerin ausgewiesen. habe. Durch Bitten und wohl auch durch Versprechungen wußte sie das Bauernpaar zur angeblich scheinbaren Übertragung des Gutes zu bewegen. Ter notarielle Alt wurde in einem nahen Rheinstädtchen vollzögen und die neue Eigentümerin hatte nichts Eiligeres zu tun, als bei der Sparkasse desselben Städtchens ein-: Hypothek über 20 000 M. aus ihre billige Erwerbung^ aufzunehmen. Als sie dann vergeblich ein zweites Gut und eine zweite Hypothek in gleicher Weife zu. erwerben suchte, erfuhren ihre gutwilligen Kontrahenten von der Sache und wurden mißtrauisch. Sie sollen noch eine stattliche Summe geopfert haben, bevor
sie unter großen Anstrengungen die RücküLertraguno ihres bis dahin schuldenfreien Eigentums erlangen konnten. Die hypothekarische Verzierung blieb nämlich daran haften. Die „Amtsrichterbrautt scheint aber, trat lyrer Gerissenheit, von ihrem Verlobten um ihrer Anteil an der Hypothek erleichtert worden zu sein. <Si? nahm wieder eine Dienststelle an und hat dann ihren bewegten Leben selbst ein Ende gesetzt.
— Ein reiselustiger Knabe ist das 10 Jahre altt Söhuchen eines Einwohners von Mainz. Der Junge geht schon seit Wochen ständig durch, hält sich tagelang im Freien ans und läßt sich durchaus nicht im Hause halten. Seinen Lebensunterhalt fristet er durch Betteln. Als Transportmittel hat sich der Junge die über Land fahrenden Bierwagen der Mainzer Brauereien ausgeüacht. Er setzt sich ans die seitlich hängenden Schrotleitern am Wagen und fährt frisch und munter ins blaue, unbesorgt um Ankunft und Einpsang. Vor seinem letzten Ausflug, den er letzthin eines Morgens, als er zur Schule sollte, unternahm, fühlte er auf einmal das Bedürfnis, einen Reisegefährten bei sich zu haben. Er nahm desbalb seinen siebenjährigen Bruder mit. Auf den „Frciplätzen" bei beiden Schrotleitern eines Wagens der Mainzer Akticn- branerei durchfuhren die beiden den sonnigen Rheingau und langten abends in Rüöesheim an, wo sie allerdings erfahren, mußten, daß sie vorläufig am Ziele seien, bcuv hier nahm sie der Rüdcsheimcr Onkel in Empfang und brachte die beiden „Globetrotter" nach dem Rathaus. Dort wurde für schnellste Rückbeförderung ins Elterro Haus Sorge getragen.
— Die Feuerwache wurde gestern nachmittag %3 Hfji durch das Telephon nach Dotzheimerstratze 20 gerufen, wo im Hofraum Kisten, Kasten uird Packmaterial durch eine weggeworscnc brennende Zigarette in Brand geraten waren. Ter Löschzug rückte sofort ab und hatte eine halbe Stunde zu tun. Erheblicher Schaden ist nicht entstanden.
— Ein „mehrsprachiger" Papagei-ist Eigentum eines Wirtes in der Vahnhofstraße. Derselbe hat das seltene Tier, welches des „Deutschen und Englischen mächtig" tst, aus England kommen lassen. Am verständlichsten soll er sein, wenn er abends 6 Uhr mit einer gewissen Pünkt- lichkeit sich vernehmen läßt: „Ich habe Hunger", woraus ihm fein Liebl-ingAfutter, eine Portion Fleisch, gererckg wird.
— Ein heiteres Stückchen wird uns aus Eltville berichtet. Dort wunde ein Mann aus Wiesbaden von einem Gendarmen am Bahnhof angehalten, weil er verdächtig schien, Vögel im Walde gefangen zu haben und sie bei sich zu tragen. Er mußte, nicht ahnend warum mit zur Polizei, und dort ergab sich die ziemlich harmlose Tatsache, daß der „Verbrecher" Ameisen zur Spiritu^- bereituttg gesammelt, nicht aber — gefiederte Säuger ihrer Freiheit beraubt hatte. Der Hüter der Ordnung hätte die Sache abkürzen und sich eine peinliche Situation ersparen können, wenn er dem Wiesbadener gleich am Bahnhof gesagt hätte, um was es sich handelt jwic dieser es haben wollte), statt ihn gleich unwirsch von der Stell-' weg mitzunehmen.
— „Tagblatt"-Sammlungen. Dem „TagbIatt"-VerH
gingen zu: Für den jahrelang gelahmten S o h 7 1
einer armen Witwe auf dem Westerwald- E. D. 3 M. 0011
Vereins-Nachrichten.
f- Der „W esterwaldklub Wiesbaden" bält nächsten Sonntag, den 21. d. M„ von nachmittags 4 Uftr q jS in dem herrlichen Garten auf der ..alten AbolfShöhe". S seinem Mitglied Paulh ein großes Sömmerfest ab. Die Ner gnügungskcnmm-sfion hat leine Mühe gescheut, das Fest ai-it schönste zu gestalten,, damit allen Teilen auf jegliche gil* Rechnung getragen ist. Es wird deshalb ein Beiuch bei pstst „Westerwäldern"- zu empfehlen sein. Bei Anbruch W,- Dunkelheit wird der Garten bengalisch beleuchtet.
Vereins-Feste.
(Aufnahme frei bis zu 30 Zeilen.)
* Die Rheinfährt des Gesangvereins „W icsbadener M ä n n e r k l u b" fand am letzten «onntag bei prachtvollem Wetter statt^Obwohl der sonst zuverlässige WeilburgerWetter- dienst für Sonntag trübes, regnerisches Wetter prophezeite' stellte sich nach wochenlangem Regen ein sonnenreicher ©on»-’ tag ein. Da formte cg nicht fehlen, daß sich zur Mittags^, die Mitglieder und Freunde des »Männer-Klub" in großer Zahl zum Stelldichein auf dem Luisenplatz versammelten Unter den Klängen der 80er ging es'zum Rhein; hier lag geschmückte Extra-Dampfer zur Abfahrt bereit. Nachdem die Teilnehmer auch das letzte Plätzchen auf dem Waldmann- Dampfer eingenommen hatten, ging es rheinabwärts. -> n rascher. Folge ging es an den schmucken Rbeinorten vorlr-- überall wurde der musikalische Gruß durch Tücherschwenken' erwidert. Zn rasch war man in Frciweinbeim angekomwöü- hier hielt man Einkehr bei Herrn Gastwirt und Metzgör t meister. Nikol. Schwcikard. Was sich in depen großen Lotali- täten alles cibspiefte, läßt sich nur andeuren; es wurde g.-I fungeh, getrunken, getanzt und gegessen — letzteres in vorzüglicher Weise, daß die Speisekarte alsbald große Luck-st auswies.' Die. Fülle des Magens stand im Gegensatz --F Leere der — Küche — das war das Wunder der bill-ß,.„ Preisberechnung. Alles das wurde durchwürzt von Clwst- gesängen, die die Vereinsdichter p Glücklich. A. Grünbera j Schwarz geschmiedet. Dabei gab es Reden, auch eine "sw ch), vom Ortsoberhaupt, der dem „Männer-Klub" dankte für cw- - herrliche Wetter, das er mitgebracht. Gegen 9 Uhr erfolgte die Abfahrt von Freiwsinhcim, wo man einige recht, chift anügte Stunden verlebt hatte. Bei einbrechender Dunkelhhil gab "es auf dem Dampfer weithin leuchtende Lampions, ein- Fackelpolonaise, konnte, da das «.chiff überfüllt war, nicht Ausführung kommen, außerdem bengalischer- Feuer, Raketen und in das alles mischten sich die Musikklänge und die Hochrufe des am Ufer weilenden Publikums und der SchifsZI insassen. Unter „Volldampf voraus" diirchschnitt der Wald. mann-Dünipser die Wellen des Rheins, und bereits vrn 1411 Uhr vollzog sich die Landung in Biebrich. Kein Mißton hatte die Feiem gestört. Den Weingeistern unterlag zwar manch starker Sänger — dach das konnte die Schönheit her Rheinfabrt nicht stören, und io trennte man sich mit dem Rufer „Auf Wiedersehen bei der 2.' Rheinfahrt!" F 48j
Nassattische Nachrichten.
N. Biebrich. 18. Juli. Der Magistrat hat in seiner gestrigen Sitzung u. a. folgende Bcmgespchca 1. des Herrn Philipp Wilhelm Graes zu. Wiesbaden, bctr. Errichtung eines Landhauses auf seinem Grundstück an der Wiesbadener Allee. 2 des Herrn Georg Dcngcl dahier, Bctr. Errichtung einer offenen Halle und Einfriedigung seines Grundstücks an der Wcihergasse, 3. der Firma Lauesen u. Heperlein dahier, be.tr. Errichtung einer offenen Halle auf ihrem Grundstück an dm Frank inrterstraße, und 4. der Herren Nroieisor M. Sevne
