Seite 2. Samstag, IS, Mai 1867.
diese Inkonsequenz gelegentlich unter die Nase gerieben wird, daß die Gegner ihnen sagen werben, die Standcsvorurteile seien bei ihnen stärker als die christlichen Grundsätze. Was wollen sie ihnen antworten?" Vermutlich gar nichts, weil es für ihre antisoziale Haltung eben keinerlei Entschuldigung gibt.
* Was die Orden kosten. Die Verleihung von Orden ist bekanntlich ein Privilegium des Monarchen, aber sie kostet dem Staat eine hübsche Summe Geldes. Im preußischen Etat für IMS waren beispielsweise 220 006 M. zur Anschaffung und Unterhaltung von Ordensinsignien ausgeworsen worden; dieser, Etatsansatz aber ist um nicht weniger als 98 000 M. überschritten worden. Auf die Anfrage der Rechnungskommissron des Abgeordnetenhauses hat die Regierung, wie die „Freisinnige Zeitung" aus-führt, erwidert, Laß im Jahre 1903 eine unerwartet große Zahl von Ordensverleihungen stattgefundeu habe. Unter anderem sttrd über 2000 Kriegsauszeichnungen an Angehörige der Schutztruppe zur Verleihung gelangt. Da aus ein Nachlassen des Ordcnsrcgens auch in Zukunft nicht zu rechnen ist, so beabsichtigt die Regierung, den Etatstitel im nächsten Etatsjahre zu erhöhen. In den Etats für 1906 und 1907 beträgt er noch 220 000 Mark.
* Die Reserendarprüfung. Zu einer Meldung der „«rossischen Zeitung" über eine bevorstehende Abänderung der Prüfungsordnung für die Gerichtsreferendare bemerkt die „Kren-zzeituug", die Nachricht sei in dieser Form nicht zutreffend. Zwischen den beteiligten Ministern schwebten allerdings seit längerer Zeit Verhandlungen, die auf eine Abänderung der Prüsungsord- mung für die Gerichtsreferendare gerichtet seien, sie seien aber noch lange nicht so weit gediehen, daß der 1. Jan. 1808 als Einsührungstcrmin überhaupt nur ins Auge gefaßt wenden könnte; man sei sich noch keineswegs darüber im klaren, ob die häusliche Examensarbeit beive- halten oder durch eine Klausurarbeit ersetzt oder aber Leide nebneinander eingesührt werden sollen.
* Der neue Bonner Kurator. Die bereits gemeldete Ernennung des Landrats a. D. Ebbinghaus zum Kurator der Universität Bonn wird im „Staatsanz." bekannt gemacht. G. Ebbinghaus ist 1864 güboren und im Januar 1888 al§ Referendar im Oberlandesgerichtsbe- tzivk Cöln in den Staatsdienst getreten. Später ging er zur allgemeinen Staatsverwaltung über, wurde Regic- rnngsreferendar in Düsseldorf und tat Januar 1894 Regierungsassessor. Als solcher arbeitete er bei den Landratsämtcrn in Bonn und in Düsseldorf und seit 1898 bei der Düsseldorfer Regierung. Im Jahre 1902 mit der Verwaltung des L an d r at samt s in Homburg v. d. H. beauftragt, wurde er im Juni 1908 dort entgü'ldig Landrat und im folgenden Jahre in gleicher Eigenschaft nach Düsseldorf versetzt, nahm aber ans Ge- sundheitsrücksichten bereits 1903 seinen Abschied. Jetzt kchrt er als Nachfolger des Wirkl. Gch. Rats v. Nottcn- burtz in den Staatsdienst zurück.
* Der 7. allgemeine Parteitag der freisinnigen Volkspartei wird Mitte September in Berlin abgehalten
werden. _
* Die Stellung der Polen zn der Berwa-tung des erzbischöflichen Stuhles in Posen-Gnefe« kennzeichnet nachstehende Auslassung der „Schles. Ztg.": In einer Unterredung mit dem Vertreter des in Krakau erscheinenden ,/Glos Narodu" hatte sich Ende vorigen Jahres Herr v K o s z i e l s k i, das bekannte Herrenhausmitglied, über die Posener Erzbischofswahl dahin geäußert, seiner Ansicht nach sei es am besten, sich damit nicht z n beeil e n, sondern zu warten. Ein Bischof sei Verwalter, es dränge also nichts und das Warten könne die Lösung hevbeiführcn. Das Warten sei um so angezcigter, als die Ernennung eines Deutschen verhängnisvoll werden
einer Kollekte zu beteiligen, deren Ertrag teils zur Unterstützung Bedürftiger, teils für den Bau eines Felö- berghaüses Verwendung finden werde. Der schließlich von ihm ausgesprochene Wunsch, man möge sich von niin ab alljährlich am 1. Juli an gleicher Stelle zu We.t- turnen zusammenfinden, erweckte hellen Jubel, wobei das von einem Usinger verbreitete Flugblatt „Volks-Fest her Taunus-Freunde auf dem Feldberg am 8. August 1847" (gedruckt zu Wetzlar) reihenden Absatz fand. ^Dasselbe enthielt in poetischer Form einen „Gruß . nno eine „Erinnerung", deren erster und letzter Vers hier folgen wögen.
Im „Gruß" heißt eS:
1. Seid willkommen, seid gegrüßct,
Turner! heut auf Feldbergs Land!
Deutsche! Alle Kt umschließet Nur ein einig Freundschaftsband,
Das in seiner Festigkeit Reicht bis zu der Ewigkeit.
6. Nehmt sie mit. des Festes Weihe!
Pflanzet sie als Laren auf Am Altar der Pflicht und Treue,
Zum Sckutz für jeden Zeitenlauf,
Daß den deutschen Turnergerst Alles Volk der Erde preist.
Zur „Erinnerung" sollte dienen:
1. Es schlugen die Kerzen so mächtig und stark Auf Feldbergs luftigen Höhen; . ^
Es gütet! bie Seele, es gittert bas Marr,
Der Menschen unnennbares Sehnen.
4 Es kehre alljährlich der Tag uns zurück,
Denn herrlich ist's droben auf Hohen,
Wo ein herrlicher Umblick dre Menschen entzückt,
Da wünscht man sich öfter zu sehen.
Das Jahr 1848 brachte indessen der Vereinstmrnerei einen starken Rückschlag durch das politische Verhalten der Turner, die nach dem Ausdruck eines Zeitgenossen ,mls die leichten Truppen einer Armee erschienen und sich zur Verbreitung revolutionärer Tendenzen gebrauchen ließen", wodurch sic den Anssichtsbehörden berechtigtes Mißtrauen einflötzten. Als ihnen auf der großen Turner- versammlung zu Hattersheim im Januar 1848 Metternich sott Mainz seine freiheitlichen Ideen in die Köpfe gesetzt hatte, traten sie bei der Volksbewegung in den Märztagen schon hier und dort bemerklich hervor, und ans dem Turntag zu Hanau am 3. April entwickelten sie ganz offen ihr politisches Glan-bensbekenntnis. Eine Folge davon war, -daß sich zu WieMaöen, kurz vor den dortigen Unruhen des 18. Juli, die jüngeren Turner,
WiesbaöeiiM TagN^rr«
könnte. Das polnische Volk sei katholisch und gläubig, aber nicht so sehr fromm. Die Erbitterung gegen den in die Kirchen und die Schulen sich eiudrängenden Germanism u s sei groß. Ein deutscher Erzbischof könnte, so schloß Herr v. Koszielski, auf Widerstand stoßen und ein S ch i s m a Hervorrufen. Die Polen sind demnach mit dem Interregnum des Weihbischofs Likowski wohl zufrieden. Noch vor kurzer Zeit konstatierten sie auch, so teilt der „Osten" mit, aus Anlaß seines 25jährigen Bischossjubilüums, daß der Einfluß dos Geistlichen aus die Verwaltung beider Erzdiözesen während dieser ganzen 23 Jahre immer dominierend gewesen sei. Auch bei Lebzeiten der beiden Erzbischöfe habe die Hauptlast der kirchlich-bischöflichen Pflichten auf Likowski geruht und cs sei für die Polen nur zn hoffen und zu wünschen, daß sie noch lange aus diesen Schultern ruhen möge. — Wenn die Polen nach diesem interessanten Eingeständnis des Herrn v. Koszielski mit dem Interregnum des Weihbischofs Likowski offenbar zufrieden" sind, sollte die Regierung die Konsequenz daraus ziehen, daß im Interesse der deutschen Sache die baldige Beendigung der crzbischosslosen Zeit durch die Bestellung eines der deutschen Sache ergebenen Erzbischofs geboten erscheint — selbst auf die Gefahr des angedrohten „Schismas" hin, das ja nur von neuem bewegen würde, daß es den Polen gar nicht aus seelsorge- rische, religiöse Fragen bei der Besetzung des Gnesener Erzbischofsstuhls ankommt, sondern auf nationalpolnische, antideutsche politische Tendenzen.
* Zur beabsichtigten elsaß-lothringischen Diözesan- vcränderung, d. h. einer Bereinigung der beiden reichs- ländischen Bistümer Straßbuvg und Metz mit den drei Bistümern Mainz, Limburg und Fulda zu cin-em Erzbistum, wird der „Rheim-Wests. Ztg." aus Metz geschrieben: „Die durch die Zeitungen hier bekannt gewordene Nachricht von den Abmachungen zwischen der R e ich s r e g i e r n n g und der päpstlichen Kurie behufs Veränderung der hiesigen Diözesanvetthältnisse haben im ganzen Lande, besonders im Oberelsaß und in Lochringen, gewaltiges Aufsehen erregt. Zwar war schon in den letzten Monaten hier und da die Rede von Verhandlungen nach der Richtung eines regeren Zusammenschlusses der beiden Bisrümer Straßburg und Metz, wie er ja auch in die Versasinngspolitik der neuen Blockpartei hineinpaßte, aber an eine Vereinigung der beiden reichsläudlschen Bistümer mit Mainz, Limburg und Fulda zn einem Erzstift hat damals gewiß niemand gedacht. Die ersten Nachrichten von DiSzesanändernngen tauchten auf, als vor etwa zwei Monaten Bischof B e n z l e r in Nancy, Toül und Verdun Besuchte machte, und daraus eine Reise nach Rom antrat. In der Presse wunde daun für die Besuche die Aufnahme der in Frankreich ausgssperrten Geistlichen in den elsaß-lothringischen Kirchendienst als Grund angegeben und auch bereitwillig geglaubt. Da vor dem Kriege 1870 Metz zn den genannten Bistümern in reger Beziehung stand, dürste es nunmehr wohl klar sein, daß es sich damals hauptsächlich nm Information über frühere kirchliche Verhältnisse gehandelt hat, wie auch die klerikale Presse durch- blicken läßt. In privaten Kreisen bringt man auch die wahrend und nach Benzlers Nomreise anfgÄanchien Gerüchte von der Absicht des Metzer Bischofs, irt fei n Kloster znrückzukehrcn, mit der Angelegenheit in Verbindung. Wie dom nun auch sei, der Ausfall dieser Verhandlungen ist zurzeit allen unerwartet gekommen. In altdeutschen katholischen Kreisen verspricht man sich aber nur Gutes von einer solchen näheren Verbindung mit dem deutschen Episkopat.
* Um eine friedliche Beilegung Ser Differenzen im Berliner Baugewerbe herbcizuführen, fand aus Veranlassung des Zentralausschusses der Berliner kanfmänni-
dic sich mit Politik befassen mochten, von dem 170 Mitglieder zählenden „demokratischen Turnverein" abson- derien und unter dem Bnchdrnckergchülfen Herder einen zweiten Verein gründeten. — Im Dezember 1848 bestanden tu Nassau 15 staatlich anerkannte Turnvereine, nämlich je einer zu Anspach, Camberg, Diez, Eltville, Geisenheim, Hochheim, Höchst, Idstein, Monirbaur, Rüdesheim, Usingen, Wiclcr und Winkel, und zwei zu Wiesbaden. Es waren also seit 1846 wieder eingeganzen Biebrich, Hervorn und Limburg, dagegen hinzngekommen Camberg, Diez, Geisenheim, Montabaur, Wicker und Winkel.
Während der eben berührten Zeitereigniffe war auch die Tätigkeit für den Bau eines Feldberghauses ins Stocken geraten; die freiwilligen Beiträge waren der Frankfurter Bankommissivn nur spärlich zngeflossen, so daß man sich im Sommer 1831 -mit der Errichtung einer Bretterhütte begnügte. Dieses provisorische Obdach ging im Winter 1832/53 zugrunde. 1833 und 1854 war ein Zelt airsgöschlagen. Aber 1855 ließ die Baukom- missron wieder eine größere Hütte Herrichten, deren Bewirtschaftung der Wirt Unschöner von Ooerreifenberg übernahm. Erst als dieser sich zu einem namhafteu Beitrag bereit erklärte, konnte zur Ausführung eines festeren Bauwerks geschritten werden, zu dem der Architekt Velde in Diez die Pläne entwarf. Im Juki 1858 wurde ans einer zwei Morgen umfassenden, von der Gemeinde Neisenberg für 50 Gulden erworbenen Fläche das Hans abgesteckt und am 26. Juni 1859 der Grundstein zu demselben gelegt. Es war ein Sonntag, utrd scharenweise fanden sich Teilnehmer aus der Umgegend dazu ein. Zwischen d-en aufgemauerten Fundamenten war eine Redncrbühne aNsgesch-lagcn und der von einem Frankfurter Steinmetz gestiftete Grundstein ausgestellt, in dem außer der Ravensteinschen Karte der Umgegend, einer Zeichnung der ersten 'Unterkunftshütte und der über den FeldSerg, den Brunhildisstein und den Taunus vorhandenen Literatur die Entstchungsgeschlchte des Feldüerqhanses mit einem von dem Maler Reifsenstein kunstvoll ausgenihrtem Titelblatt, die Baupläne, der Vertrag mit dem Gastwirt Ungeheuer, ein Verzeichnis der Spenden und Spender für das Haus, die gangbaren Kupfermünzen jener Zeit und einzelne Erzeugnisse des Gew-evbefleißes der näheren Umgegend eingebettet lageit. Die Rednerbühne umgaben Deputationen der Nachbarorte, GÄmm- und andere Vereine mtt ihren Fahnen,
Morgen-Aussabe, 1. Blatt. Nr. 229.
schen, gewerblichen und industriellen Vereine am 16. Mai, nachmittags, im Sitzungssaal des Vereins Berliner Kausleute und Industrieller eine Konferenz zwischen Vertretern des Verbandes der Baugeschäste und der Arbeiterorganisationen statt. Die fünfstündigen Verhandlungen führten zu keinem Erfolg.
* Der diesjährige 14. Delegiertentag des Verbandes Deutscher Jmrrualistcu- und Schriftstellervereine wird in Verbindung mtt der Generalversammlung der Pcn- stonsanstalt Deutscher Journalisten und Schriftsteller vom 16. bis 18. Juni in Dresden stattfinö-en. Als Hauptpunkte der Tagesordnung werden hierbei zur Beratung kommen: „Die Rechtsprechung und die Haftung der Presse." Berichterstatter: Rechtsanwalt Or.
Lubszynski -Berlin, und „Die soziale Fürsorge für Redakteure und Schriftsteller." Berichterstatter: Otto
Wenzel-Berlin.
Deutsche Kolonien.
Der Kriegszustand in Dentsch-Ostafrika wird nach amtlicher Bekanntmachung durch den Gouverneur Frhrn. v. Rechenberg nur noch im nordwestlichen Teile des Bezirks Songera, im Süden des Schutzgebietes, aufrecht erhalten. Dieser Teil des Landes bleibt bis ans weiteres für den öffentlichen Verkehr gesperrt.
Der geistige Urheber des Witboi-Ausstawöes gehängt. Eine recht interessante Nachricht kommt jetzt aus Düd- ivestafrtka. Der Major Baerecke, Befehlshaber in Kect- tnanshoop, hat folgendes Telegraurm an das Kommando der Schntztruppe in Windhoek gesandt: „Nach Meldung von Erikert ist der Prophet Stnurman von der Kap- polizei zum Tode verurteilt und anfgehängt worden. Er hat bei Kimberley die Aufwiegelung dortiger Eingeborenen gegen die Weißen begonnen und bereits eine kleine Bande gebildet, welcher ein Farmer zum Opfer gefallen war." Dieser Prophet Stnurman gilt als der Ansttster des Witboi-Ausstandes. Er entwickelte dort eine höchst aufregende Tätigkeit. Jetzt ist er seinem verdienten Schicksal verfallen und cs ist bezeichnend, wie die Kap- polizei, die gegenüber dem Ausstand im deutschen Schutzgebiet die größte Milde walten ließ, auf eigenem Gebiet ganz anders verfährt. Rasch und krüsttg konnte die Kappolizei ctngreiscn, ein militärisches Verfahren trat ein und der famose Prophet wurde ohne weiteres ausgc- hängt. Durch diese Tatsache wird das Verfahren der Kappolizei gegen uns in ein recht bezeichnendes Licht g estellt. _ _ ,
Ausland.
Krrklarrd.
Unbegründete Attcntatsgerüchte, die aus London lanciert waren, veranlatzten, daß in Aarskoje Sseto eine strenge Untersuchung oingoleitet wurde. Ein Soldat gestand plötzlich weinend ein, er sei bestochen worden, ein Attentat zu verüben. Er bat nm Verzeihung und Schutz vor den Revolutionären. Nachdem er zwei Komplieen genannt hatte, wurde ihn: die Verzeihung gewährt.
Rirmmaett.
Aus Bukarest, 12. Mai, wird uns geschrieben: Die La-ge der Landwirtschaft in Rumänien, die vor einigen Tagen noch recht günstig zu sein schien, hat sich wieder merklich verschlechtert, und zwar in beunruhigender Weise. Es ist das der für die Jahreszeit außergewöhnlichen Hitze zuzuschre-iben, die ohne Übergang der Kälte eines strengen Winters folgte. Die ausgetrockncte Oberfläche des Bodens macht die ländlichen Frühjahrs- arbeiten unmöglich und verhindert das normale Wachstum der Pflanzen. Man hat daher mit einer schlecken Ernte zu rechnen, die leicht wieder zu Unruhen führen könnte.
und auch der Nassauische Altertumsvcrein hatte mehrere Mitglieder abgeordnet, um eine in einer Zinkkapscl verschlossene Pergamenturkunde in den Grundstein zu legen, die die früheste urkundliche Erwähnung des sagenhaften Felsens auf dem Gipfel des Fckdbcrgcs, Brunhildis Bett genannt, in einer Urkunde des Erzbischofs Bardo von Mainz von 1043 und die wissenschaftliche Deutung des Namens zum Inhalt hat. Nach der Begrüßung der Festversammlung durch A. Ravenstein von Frankfurt stimmten die Schulkinder Rcisenbergs einen Choral an, dem Ravensteins Festrede, die Verlesung der Entstehungsgeschichte des Fcldbcrg,Hanfes und die Ausführungen anderer Rsüner über die dreifache Bestimmung desselben als gastliches Obdach, als Stätte für wissenschaftliche Beobachtungen und als geoöätt'schen Signalpunkt folgten. Auch der Sekretär des Alterttrmsvcrcins ergriff das Wort, nm seiner Frorrde darüber Ansörnck zu verleihen, daß das als Luginsland im Ban begriffen« Haus dem erhabensten Punkte seines HeimatslanHes Nassau, einer Zierde -der deutschen Gauen, entsteigen solle. (Periodische Blätter von 1859, S. 253.) Mit großem Beifall kam endlich ein Gedicht von F. M. Hessentcr zur Verlesung, -das also anhebt:
Wir wollen liier ein Haus erbau'n.
Das soll in alle Fernen schaulli IlNd Aussicht haben weit hinaus,
Wie rings umher kein andres Haus.
Es soll uns bieten Dach und Fach Zu Schutz und Trutz und Ungemach Für jeden, den die Lust ergreift.
Daß er auf dieser Höhe schweift.
Von zündender Wirkung zeigten sich besorrderS die Verse 14 und 15:
Und wer das Vaterland bedroht Mit schnöder Willkür, Krieg und Not,
Dem sei's an jedem Teil gesagt,
Was jeder Teil fürs Ganze wagt!
Die Liebe zu dem Vaterland Reicht sich von Berg zu Berg die Hand Und schließt uns aneinander an,
Das Auge weithin aufgetan.
Diese Worte galten den damals hervortr-etendei: RheingrcnzgÄüst-en Napoleons III-, die Preußen zn: MarschbereitHaft veranlatzten und einen über ganz Dönischland verbreiteten Rat tonalverein ins Seien ri eisern
