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Str. 37.

Morgen-Ausgabe, 1. Blatt.

^tätigen Zwecken in hiesiger Gemeinde, und zwar zugunsten hiesiger Bürger verwendet werden. Der Verein hat rn der kurzen Zeit seines Bestehens schon eine recht ansehnliche Mitgliederzahl zu verzeichnen und es wäre rm Hrndlick aus den edlen Zweck eine recht allgemeine Beteiltgung erwünscht, zumal der Jahresbeitrag (2 M.) ein sehr geringer ich.

Schierstein, 21. Januar. Hier hat, sich nunmehr nach längeren Vorverhandlungen ein G a st ttt 1 1 e ö e r et n ge­gründet, dem die Mehrzahl der hiesigen Gastwirte betgetreten ist. Vorsitzender desselben ist Herr Chrtsttan Horcher,Zum grünen Baum". Nach dem Bericht über da-> abgelaufene Fahr setzt sich die Mitgliederzahl desM ann erg e s ang - Vereins" aus 18 Ehren-, 71 aktiven und 81 inaktiven Mitgliedern zusammen, wovon 30 neu eingetreten sind. Der Verein veranstaltet am Fastnachtsonntag den üblichen Masken­ball imDeutschen Kaiser", sowie im Frumahr, noch ein Konzert. Der Rentner F i n ke n e st verkaufte sein Saus kt der Lehrskraße an den Tapezierer Bordner zum Prerse von 21 000 M.

/X Eltville, 21. Januar. Das am hiesigen Ufer gesunkene mit 3300 Zentner Kohlen beladene Neckarsch iss wird von dem Taucher Bohne aus Mainz gehoben. Mit den Vor- arbeiten rst bereits heute begonnen worden. Schiff und Ladung waren versichert.

V. Frankfurt a. M., 22. Januar. Mittwoch den 23. Fan., wird der neue BallonZ i e g I c r" des Physikalischen Ver­eins Frankfurt a. M. seine erste^Fahrt machen, die die Nacht hindurch dauern soll. Der Ballon (1400 Kubikmeters ist für meteorologische Forschungen bestimmt; der Aufstieg erfolgt nachmittags 5 Uhr unter Fahrung von Dr. Wegener von Oer neuen städtischen Gasanstalt Offenbach aus.

?? Nieberselters, 21. Januar. In der Reihe der dies­jährigen Wintervergnügungen folgte gestern abend imSaalbau Staudt" derTurner-Ball , dem turnerische Aufführungen der Vereinsmitglieder vorausgtngen. Obgleich es jetzt auch auf dem Lande an Gelegenheit zu Vergnügungen nicht fehlt, ist doch hier von Weihnachten bis Fastnacht jeder Sonntag mit einer anderen Lustbarkeit besetzt, so konnte doch der geräumige Saal die Erschienenen kaum fassen, ern Zeichen, daß der Turnverein sich ber der Einwohnerschaft bierselbst größter Sympathie erfreut. Die Freiübungen, aus­geführt von sämtlichen Turnern, die Musterriegen am Barren, Aufstellung von Pyramiden usw. ließen erkennen, mit welchem Fleiß und mit welcher Lust und Liebe zur Sache die jungen Leute sich der Turnerei hingeben. Der erst vor chehreren Jahren gegründete Verein darf der Unterstützung der Bewohnerschaft auch weiterhin gewiß sein.

! Herborn, 21. Januar. Der Dill-Sängerbund hielt gestern die Feier seines 10jährigen Bestehens im Nassauer Hof" ab. Gesänge der erschienenen Vereine und mancher Toast verkürzten die Zeit des gemütlichen Bei­sammenseins. Den diesjährigen W e t t st r e i t im Bunde hat der Verein -Gutenberg" in Burg übernommen. Frau ivr- König, Gesang- und Klavierlehrerin Hierselbst, ver­anstaltete gestern abend im Saalbau Metzler ein Wohl­tätig k e i t s k o n z e r t für die hiesigen Armen. Der Besuch desselben befriedigte, wie auch der pekuniäre Ertrag ein befriedigender war.

ms. Darmstadt, 22.. Januar. Auf eine von der hiesigen Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft an Kolonial­direktor Dernburn gerichtete Anfrage, ob er geneigt ie', auch in seiner Vaterstadt über die kolonialen Fragen ßu sprechen, ging die telegraphische Antwort ein, daß er sich seine Entscheidung bis nach den Hauptwahlen Vorbehalten müsse.

Sport.

DKB. Was kostet das Automobilfahren? Auf diese Frage antwortet einem belgischen Blatte einganz Be­rufener", offenbar der bekannte Rennfahrer Jenatzi: Ich habe einen 24-Pferder, und das kommt mich min­destens auf 12 000 Frank das Jahr, den Monat 1000 Fr. Dazu sind zu rechnen: Autsteuer 350 Frank, Unfallver­sicherung (50 000) 190 Frank, die Versicherungen gegen Diebstahl, Brand, Gage des Chauffeurs, Livree, Pneus, Essenz, Öl, Petroleum, Carbid, Reparaturen: sodann, was etwas schwer zu berechnen ist, Wasser sür die Maschine, zum Reinigen und Elektrizität für die Auf­frischung der Laternen-Akkumulatoren. Ich bin 18000 Kilometer das Jahr gefahren, 7000 im Auslände, somit kostet mich das Kilometer zu fahren 92 Centimes, worin hie Amortisation der Maschine nicht mitenthalten ist. verschieden sind auch die Einkaufspreise des Materials: in Belgien kostet die Essenz 32 Centimes das Liter, Öl ( 75, Petrol 16, Karbid 100, iu Frankreich 3550, 60 und 70, in Deutschland und Österreich ist's wie in Belgien. In Italien 80100, 200 und 75!! In Frankreich spart man bei den guten Wegen Essenz: von Ostende nach Brüssel 130 Kilometer, 40 Liter, von Reims nach Chatillon 185 Kilometer, 38 Liter.

Gerichts saat.

S t r a f k a m m e r s i tz u n g vom 22. Januar.

Im Automaten-Restaurant.

Der Hausvursche Joseph St. war ehedem im Kaiser-Automatcu-Restaurant au der Kirchgassc be­schäftigt gewesen, und dadurch mit den Verhältnissen im Hause bekannt geworden. Anfangs Dezember hatte er Leine Stelle und befand sich in großer Not. Als er eines Tages in einer Spcisewirtschaft faß, gesellte sich ihm der Graveur Samuel B. zu, dessen Verhältnisse womög­lich noch schlechtere waren als die seinigen. Im Scherz warf dabei St. die Äußerung Hin, daß im Automatcn- Restaurant, in dem er früher tätig gewesen, viel Geld zu Holen sei. Aus dem Scherz aber wurde Ernst, und während der Nacht vom 18. zum 19. Dezember stattete man, nachdem man sich abends in den Keller des Hauses eingefchlichen, durch das offene Abortfenster dem Lokale seine Visite ab. Man erbrach verschiedene Behält­nisse. Dieselben waren jedoch bereits entleert, und man ergatterte nur etwa 80 Pf. Im Begriff, sich, nachdem man den Rolladen hochgezogen, durch die Haustüre zu entfernen, kreuzte der Lokalinhaber ihren Pfad. Man suchte daher den Rückzug über den Hof zu bewerkstelli­gen, gelangte auch bis zur Schwalbacherstratze, wurde hott aber festgenommen. Heute legen die beiden Ein­brecher ein Geständnis ab und sie werden mit der Maßgabe, daß von der Strafe, je 1 Monat als verbüßt an- zusehen sei, zu 5, resp. 4 Monaten Gefängnis verurteilt.

Ein frecher Schwindel.

Der Arbeiter August I. von Lorch hat sich zeit­weilig zur Verbüßung einer Strafe im hiesigen Land- gerichtAgesängrns aufgchalten. Nach seiner Entlassung begab er sich zu den katholischen Pfarrern in Aßmanns- Hausen und Lorch und erzählte ihnen, in der Absicht, sich dafür eine Belohnung zu verschaffen, im Gefängnis habe

er die Bekanntschaft zweierschwerer Jungen" namens Grimm und Meup gemacht, welche im August entlassen würden, und welche ihm gegenüber ihre Absicht kund- gegeben Hätten, dann gemeinsam einen Raubzug an den Rhein zu unternehmen, und insbesondere die katholischen Kirchen und Pfarrhäuser heimzufuchen. Man habe davon gesprochen, daß besonders in Kiedrich eine Monstranz im Werte von 42 000 M. vorhanden sei, und daß in den vielen Wallfahrtsorten hohe Beträge in den Opserstöcken gu sein pflegten. Nur in Aßmannshanfen erreichte er seinen Zweck, während man in Lorch gleich Verdacht schöpfte und ihn mit leeren Händen entließ. Die beiden Gefangenen Grimm und Meup sind zwar Leute, denen Taten, wie die angeblich von ihnen beabsichtigten, zuge­traut werben könnten, sie haben aber jeder noch eine mehrjährige Zuchthausstrafe zu verbüßen und können die ihnen zugeschovene Äußerung nicht getan haben. I. wird wegen versuchten und vollendeten Betrugs im kriminellen Rückfall in ideeller Konkurrenz mit Betrug 6 Monate Gefängnis verbüßen müssen.

C. K. Ei« Amerikaner über den deutschen Wahl­kampf.Amerikanern und Engländern, die an all den Trubel und die Aufregung eines Wahlkampfes gewöhnt sind", so schreibt der Berliner Korrespondent desNew York Herald",muß die anscheinende Gleichgültigkeit, die man hier am Vorabend eines bedeutungsvollen Kampfes an den Tag legt, sehr überraschend erscheinen. Außer einigen unauffälligen roten Plakaten an den Anschlagsäulen, außer der Verteilung von einigen Flug­blättern an den Straßenecken, außer den Artikeln in den führenden Zeitungen gibt es nichts, woraus ein Fremder schließen könnte, daß über das Los der gegen­wärtigen Regierung (!) in den nächsten Tagen die Ent­scheidung fallen soll. Selbst in den vielen Wahlversamm­lungen, denen ich beigewohnt habe, gärte keine Er­regung: Konservative wie Sozialdemokraten betreiben ihre Verhandlungen mit einer ruhigen Kühle, die jeder .wissenschaftlichen Versammlung Ehre machen würde. Kein Tusch, keine Musik empfängt den Wahlkandiöaten, nirgends tönt das amerikanischeSeht den kühnen Helden nahen", keine begeisterten Applaussalven er­mutigen den Redner in seinem Vortrag: und wenn der Reichstagskandidat sich nach seiner Rede bescheiden zu­rückzieht, so folgen ihm keine wilöbegeisterten Hochrufe. Der persönliche Besuch des Wühlers, ohne den wir uns kaum eine Wahl vorstellcn können, ist unbekannt, und auch nur eine annähernde Schätzung der Stimmenver- hältniffe in einem bestimmten Wahlbezirk ist unmöglich.

* Der älteste Schisfsfiihrer der Hamburger Handels­flotte, Kapitän Temme, ist in Blankenese gestorben. Er hat ein Alter von fast 87 Jahren erreicht. Mit 22 Jahren wurde er Kapitän. Er hat 25 Jahre lang Hamburger Segelschiffe, von den kleinsten bis zu den größten, ge­führt. Als er nach dieser Zeit krankheitshalber die See­fahrt aufgebeu mußte, stand er dem Betriebe einer Ende der 60er Jahre in Hamburg gegründeten Fischcrslotte vor, die aber durch den deutsch-französischen Krieg ein­ging. Hierauf war er lange Zeit Inspektor der Schiffe der Firma Wm. O'Swald u. Cie. in Hamburg. Nach­her hat Kapitän Temme die Aufsicht über die Neubauten vieler Segler und Dampfer gehabt. Der letzte Neubau, den er beaufsichtigte, war der FünfmasterPotosi". Auch dem Hamburger Staat hat Temme treue Dienste geleistet, indem er 28 Jahre als praktischer Examinator in der Prüfungskommission der Novigationsschulc wirkte.

* Eine Münzensammlung im Munde. Eine italie­nische zahnärztliche Wochenschrift erzählt, daß ein närrischer Amerikaner, Herr Henry Rikelscenk von Cincinnati, in seiner Verrücktheit manche nennen cs Originalität" so weit ging, daß er sich sein zer­brochenes Gebiß durch neue, aus alten Goldmünzen her­gestellte und auch in seinem Munde noch die alte Münz­prägung aufweisenöe Zähne ersetzen ließ. Die Arbeit war von einem wirklichen Künstler ausgeführt morden, und man konnte, wenn der Uankee den Mund auftat, neun überaus seltene Münzen mit den Bildern der Kaiser Jnstinian, Honorius, Hadrian, Tiberius, Konstan­tin, Konstans, Trajan usw. bewundern. Eine dieser Münzen hatte einen Wert von 8600 M., und das ganze Gebiß kostete 24 000 M. Jede Münze entsprach einem Zahn. Dieser exzentrische Amerikaner erinnert ein wenig an jenen Soldaten Napoleons I., der sich aus einem Gemälde eines alten Meisters, das er mit seinem Säbel aus dem Rahmen geschnitten hatte, eine bunte Weste machen ließ.

Meine GhrorrUr.

Nahezu 13 000 Fenerbcstattnnge« haben bis Anfang dieses Jahres in Deutschland stattgesundcn. Die Zahl der Einäscherungen des letzten Jahres betrug, nach der Flamme", 2061 (gegen 1709 im Vorjahre). An der Spitze der Öfen steht der zu Gotha mit 445 Einäscherun­gen, dann folgen Hamburg (mit 402), Mainz (mit 219) und Jena (mit 183). Die Zahl der Öfen beträgt jetzt 13.

Reicher Sprottenfaug in der Ostsee. Aus Danzig wird gemeldet: Enorme Vreitlingsfänge mit Millionen Fischen sind seit einigen Tagen in der Danziger Bucht gemacht worden. Täglich treffen ganze Dampfer- senöungen von der Halbinsel Hcla ein. In frischem und geräuchertem Zustande als schmackhafte Ostseesprotten gehen diese Fische in zahlreichen Waggonladungen nach auswärts.

VomBernkastelcr Doktor". In der Angelegenheit der patentamtlichen Eintragung der Bezeichnung Bern- kasteler Doktor hat die Mitbesitzerin der Doktor-Lage, Witwe Dr. Thanisch, jetzt ihren Antrag auf Schutz der Marke endgültig zurückgezogen.

Im Zeitalter ber bayerischen Aufklärung. Man schreibt denMünch. N. 9t." aus Obcrbayern:Meine Frau, protestantisch, dingte auf brieflichem Wege ein 18 jähriges Mädchen von E. Am 7. eingetrcten, erklärte das Mädchen plötzlich am 11.:Ich mag v.et da bleiben!" Sie wurde auf die gesetzliche Kündigungsfrist (15.) ver­wiesen und die Sache schien abgetan. Heute früh (14.

Sette i».

Januar) nun sagte sie zu meiner Frau:Sie haben mich betrogen, Sie Haben mir nicht gesagt, daß Sie prote­stantisch sind, da komme ich nicht in den Himmel!!" So ge­schehen im 20. Jahrhundert, 30 Kilometer von München!"

Ein Campanile für St. Louis. Der Campanile von San Marco wird ein Ebenbild in St. Louis erhalten. Eine Baptistengemeinöe baut in einer der ersten Straßen St. Louis ein neues Gotteshaus, das äußerst prächtig zu werden verspricht. Eins der Gemeindemrtglieder hat 160 000 M. für die Erbauung des Turmes unter der Be­dingung gestiftet, daß der Campanile von Venedig genau nachgebildet wird. Diese Idee ist im übrigen für Amerika nicht neu, denn auch die große Synagoge tu Philadelphia ist eigentümlicherweise mit einem Turm geziert, der genau die Formen des Campanile zeigt.

Ranbübersall. Nach Meldungen aus Hilden ist dort auf offener Landstraße ein Fuhrmann von drei Strolchen überfallen worden, die anscheinend davon wußten, daß der Fuhrmann im Besitze einer größeren Geldsumme war. Die Wegelagerer beraubten den Fuhrmann um 700 M., versetzten ihm mehrere Messerstiche und warfen den Schwerverletzten vor die Räder seines eigenen Fuhr­werks. Als Leute hinzueilten, entflohen die Wege­lagerer und entkamen unerkannt. Der tödlich verletzte Fuhrmann wurde ins Krankenhaus gebracht.

Ein großes Brandnnglück, bei dem ein Neffe Tolstois sein Leben einbüßte, ereignete sich in Rußland. Graf Tolstoi, ein Intendant der kaiserlichen Krongüter im Distrikt Bromitzky, befand sich auf seiner Besitzung Tlini, wo er mehrere Freunde und Verwandte als Gäste be­herbergte. Um sechs Uhr morgens brach ein heftiges Feuer aus. Alle Bewohner suchten das Freie zu er­reichen. Gräfin Tolstoi und einigen anderen Personen gelang es, sich zu retten, während Graf Tolstoi, Regie- rnngsrat Pcrfiliew (ein Bruder der Gräfin), Chilowsky, Sekretär der Militärkommission in Moskau, Frau Kolinetz und mehrere Bediente in den Flammen um­kamen.

Arrtozusammenstotz. Als der nationalliberale Reichs- tagskandidat Rechtsanwalt Pork aus Dortmund abends aus einer Versammlung in Westhofen, wo er gesprochen hatte, in seinem Automobil nach Hause zurückkehren wollte, hatte er auf der Landstraße nach Schwerte einen Zusammenstoß mit einem Reiter, dem Knecht Rüßler. Das Pferd erhielt dabei so schwere Verletzungen, daß es getötet werden mußte. Rüßler wurde selbst auch so schwer verletzt, daß keine Hoffnung besteht, daß er auf- kommen könnte.

Tod durch Hufschlag. In Wallren i. Sa. wurde ber 26 Jahre alte Kutscher Alfred Grochocki von einem jungen Pferde durch einen Hufschlag an den Unterleib getroffen. Der Kutscher, der eine schwere innere Blutung erlitt, wurde sofort in das Leipziger Stadt-, krankenhaus gebracht. Leider waren die erlittenen inneren Verletzungen so schwer, daß der Mann bald nach seiner Einliefernng in das Krankenhaus den Geist aufgab.

Fröhliche Morgensonne"! Auf ZecheFröhliche Mnryensonne" geriet der Bergmann Friedrich Lelitko aus Westenseld zwischen den Förderkorb und dieSchacht- zimmerung. Schwer verletzt wurde er ins Marieu- hospital geschafft, wo er seinen Verletzungen bereits er­legen ist.

Die Untertunnelung des Kanals. Ern Herr Masse veröffentlich tatSisole" einen längeren Artikel über den zu bauenden Turrnel unter dem Kanal. Er macht darin den Vorschlag, den Tunnel zu neutralisieren und die Neutralisation von allen Mächten, die an dem Kanal interessiert seien, anerkennen zu lassen.

Von einer Fensterscheibe erschlage«. Bei einem Umbau in Kaiserslautern schlug beim Einsetzen großer Fensterscheiben eine Kiste mit drei Erkerscheiben um, wobei der Glasermeister Mayer erschlagen und sein Ge­hilfe Hagemcier schwer verletzt wurde.

Auf dem Heimweg. Der Knecht Buesener stürzte, von einer Hagener Festlichkeit zurückkommenö, die zehn Meter hohe, mit Geländer versehene Ufermauer ab in die Volme und ertrank. Seine Leiche wurde morgens gefunden.

Im Turnverein zu Mühlhausen i. Th. stürzte bei einer Übung an den Schweberingen ein 18jähriger Schlosser so unglücklich zu Boden, daß er das Genick brach und aus der Stelle tot blieb.

Vom Zug zermalmt. Auf dem Hünfelder Bahnhofe wurde ein Zugschaffner von einem D-Zuge erfaßt und zermalmt.

Letzte Nachrichten.

Telegramme des33 iesbadeuer Tagblatts".

München, 22. Januar. Die Bayerische Noten­bank setzte den Wechseldiskont auf 6, den Lombard- Zinsfuß auf 7 Prozent fest.

Budapest, 22. Januar. Nach Privatberichtcn über die gestrige Konferenz der K o s s u t h - P a r t e i äußerte eine Anzahl Mitglieder den Wunsch, der Justiz­minister möge seine Ankläger vor dem Gericht zur Verantwortung ziehen. Kossuth trat mit seiner ganzen Autorität für den Justizminister ein, worauf der ge­meldete Beschluß gefaßt wurde. Die Partei erklärt die Angelegenheit tat Vertrauen zu dem Justizminister für erledigt. Ein Teil der Presse fährt fort, die Angelegen­heit leidenschaftlich zu erörtern.

Kingston, 22. Januar. Da die Aufräumungsarbeiten ständig sortschreitcn, haben zwei Banken ihre Tätig keir wiederaufgenommen und dadurch den Geldmangel gelindert. Mehrere Kaufleute treffen An­stalten, ihre Geschäfte vor Ende der Woche wieder zu be­ginnen. Der elektrische Straßeubahndienst ist teilweise wieder ausgenommen. In Amerika und Großbritannien sind umfangreiche Matcrialbestellungen gemacht worden.

Tokio, 22. Januar. (Reutermeldung.) Der Minister­präsident Marquis S a i o n j i gab heute im Hause der Pairs eine allgemeine Darlegung der Politik der Regierung. Er sagte, das englisch-japanische Bünd­nis sei fest begründet. Die Unterhandlungen mit Ruß-

wlllUvocy, A3. Januar 15*07.