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Seite 6. Mittwoch, 17. Oktober 1906.

WissvKdeWeV TägMan»

Morgen-Musgabe, 1. Blatt. Nr. 484.

Balustrade fort. Der derzeitige Rektor der Universität, Geheimrat Dr. Jacob i, übernahm dann das Denk­mal mit Liner Ansprache an den Kaiser. Die Feier schloß mit dem Gesänge des Liedes „Deutschland, Deutsch- land über alles." Hieraus besichtigte der Kaiser das Denkmal und nahm den Vorbeimarsch der Ehren- kompagnie und des Husarenregiments ab. Nachdem der Kaiser noch eine große Reihe der Anwesenden durch Ansprachen ausgezeichnet hatte, begab er sich nach dem Tchaumburg-Lippeschen Palais zurück. — Der Kaiser verlieh dem Oberbürgermeister Spiritus die Brillanten zum Kronenorden 2. Klasse.

Cuxhaven, 16. Oktober. Der König von ^Sachsen ist heute vormittag 11 Uhr 10 Min. hier ein- getroffen. Nach der Besichtigung der Wartehalle oer Hanrburg-Amerika-Linie ging der König an Bord des ncuerbauten Dampfers „König Friedrich August", dec die Königstanöarte hißte, während das Fort „Glimmern" einen Salut von 21 Schutz abgab. Kurz vor 12 Uhr.trat der Dampfer eine Probefahrt nach Helgoland an.

wb. Bonn, 16. Oktober. Der Kaiser unternahm heute vormittag nach dem Frühstück einen Spaziergang. Um 11 Uhr empfing der Kaiser den bisherigen komman­dierenden General v. Deines, dem er die Uniform der Königs-Husaren verlieh, und nahm hierauf die Meldung des neu ernannten kommandierenden Generals v. Plötz entgegen.

wb .' Hamburg, 16. Oktober. Der König von S a ch s e n traf heute früh hier ein und fuhr nach einem mehrstündigen Aufenthalte mit dem für die Teilnehmer an der Probefahrt des Doppelschraubendampfers „Könrg Friedrich August" bestimmten Sonderzug nach Cux­haven ab.

wb. Hamburg, 16. Oktober. Der Arbeitgeber-Ver- !band für Binnenschiffahrt und verwandte Gewerbe macht bekannt, daß infolge des Aus st an des der Boot s- I e u t e u n d H e i z e r der regelmäßige Schiff- f a h r t s b e t r i e b hat eingestellt werden müssen. Kn einer zweiten Bekanntmachung erklärt der Verband, idatz der Verkehr trotz des Strerks mit den treugebliebe- nen Mannschaften nach bester Möglichkeit aufrecht­erhalten werden soll und bittet die Kaufmannschaft, den Verband in dem ihm anfgedrungenen Kampfe zu unter­stützen.

wb. Magdeburg, 16. Oktober. In einer gestern abend abgehaltenen Versammlung der organisierten Bo o t s I e u t e des Elbschiffahrtsverkehrs wurde be­schlossen, da die Arbeitgeber die aufgestellten Forderun­gen nicht bewilligt haben, in den A u s st a n d zu treten. Infolgedessen stellten heute früh die organisierten Elb- schiffer die Arbeit ein. Die, Schiffahrtsgesellschaften sind bemüht, den Betrieb mit Nichtorganisierten Mann­schaften durchzuführen.

Wien, 16. Oktober. In hiesigen parlamentarischen Kreisen wird bestätigt, daß von höchster Stelle der unga­rischen Regierung die Mitteilung zugegangen sei, daß ein eventueller R ü ck tr i t t des Grafen G o l u- chvwski derzeit nicht erwünscht sei.

hd. Paris, 16. Oktober. . Nachrichten aus Marokko zufolge ist ein neuer Auf rühr in Rehamau aus­gebrochen. Die Verbindung von Marokko nach der Küste ist unterbrochen. Mehrere Karawanen sind von Mara- kesch nach Tafilalet unterwegs. Man fürchtet für ihr Schicksal.

M. Petersburg, 16. Oktober. Da die Reichsbank von der Polizei benachrichtigt wurde, daß erneute Überfälle auf ihre Wert-Transporte ge­plant seien, hat die Leitung der Reichsbank die Absen- dung größerer Wertsendungen vorläufig eingestellt. — Der Prokurator des Wilnaer Gerichtshofes erklärte, die Jude »Hetze in Polen sei von einer sehr real- stionären Partei inszeniert, damit das Militär ein Blutbad anrichte.

wb. Petersburg, 16. Oktober. Wegen bedeutender Unruhen in T ur k est a n und in der ^Gegend an Wer Zentralasiatischen Bahn ist in den Städten Kras- nou'vdok. Kisilarrat, Aschabad, MerW, Tschardschuji, Neubuchara, Samarkand, Taschkent und anderen Orten der „Zustand des außerordentlichen Schutzes" verhängt Worden.

wb. London, 16. Oktober. Laut einer Mitteilung des Kricqsmintsteriums sind die Schlußfolgerungen ans dem Bericht der Kommission für die Untersuchung der die südafrikanischen Kriegsvorräte be­treffenden Angelegenheit nunmehr gezogen. Man ist zu dem Schluß gekommen, daß kein Grund vorliege, gegen irgend einen General vorzugehen. Zwölf Offi­ziere sind gematzregelt worden, davon vier unter Ver­lust der aus dem Dienstalter sich ergebenden Rechte; sechs sind mit, einer ohne Pension verabschiedet worden. Außerdem wurden 10 Offiziere aus dem Dienst ent­lassen. Fast alle diese Militärs gehören dem Train an.

wb. London, 16. Oktober. Der „Daily Telegraph" erklärt, die gestrigen Ausführungen des „Standard" über die V e r m i n d e r u n g der im Dienst befindlichen Linienschiffe seien Weder neu, noch entsprächen sie den tatsächlichen Verhältnissen. Änderungen seien in der Tat in der Verwendung der Schiffe erwogen. _ Die Mittelmeerflotte solle verringert werden, die Admirali­tät könne hier infolge des Freundschaftsverhältnisses zwischen England und Frankreich sparen und der Erfolg, den das System, bei den sechs in Reserve befindlichen Schiffen nur die Besatzungsstämme zu erhalten, mit sich bringt, sei, daß die Kanalflotte über 14 Schlachtschiffe, 4 Panzerkreuzer und die atlantische Flotte über sechs Schlachtschiffe, vier Kreuzer verfügen und daß die Reserdeslotte 20 Schlachtschiffe zählen werde. Die „Tribüne" und der „Daily Chronicle" veröffentlichen einen ähnlichen Artikel.

hd. Saarbrücken, 16. Oktober. In dieser Nacht wurde am St. Johanner Rathausplatz die auf einem Monnmentalbrnnnen stehende, aus Marmor gear­beitete nackte Telemach - Statue in nicht wieder­

zugebender Art verstümmelt. Außerdem wurde bas Schwert der Statue abgebrochen. Die Statue ist ein hervorragendes Kunstwerk des bekannten Bild­hauers Kauer aus Kreuznach. Ein Bronzeguß der Figur befindet sich im Besitz des deutschen Kaisers. Schon vor einigen Jahren ist gegen das Bildwerk ein Attentat verübt worden. Es konnte damals indessen gui restauriert werden.

wb. Breslau, 16. Oktober. Wie amtlich gemeldet wird, sind hier drei leichte Fälle von Erkrankungen an Blattern vorgekommen. Die Erkrankten wurden im Wenzel-Hankeschen Krankenhanse isoliert. Bon seiten der Behörden wurden die umfassendsten Schutz­maßregeln getroffen, so daß eine Weiterverbreitung der Krankheit voraussichtlich nicht erfolgen kann.

hd. Paris, 16. Oktober. Die Leichen der Kata­strophe von Epernon sind gestern mittels Son­derzuges in Paris angekommen und wurden in. die Wohnungen der Angehörigen gebracht. Der Verkehrs­minister wird in der Kammer über die Nachlässigkeit der Eisenbahn-Gesellschaft interpelliert werden. Ferner wird behauptet, daß der Zug, in dem sich die Ärzte, der Polizeipräfekt und die Mitglieder der Gerichtsbehörde befanden, durch die Nachlässigkeit der Eisenbahn-Gesell­schaft drei Stunden znrückgehalten wurde.

hä. London, 16. Oktober. Aus Plymouth wird gemeldet, daß während eines Sturmes ein Untersee­boot mit drei Mann Besatzung gesunken ist.

hd. Rom, 16. Oktober. Me verstorbene Künst­lerin R i st o r i Hat kein V e r m ö g en Hinterlassen obwohl sie bei Lebzeiten über große Einnahmen ver­fügte. Die Königin-Mutter von Italien soll beab­sichtigen, die von der Künstlerin hinterlassenen An­denken anzukaufen.

hd. Neapel, 16. Oktober. Heftige Gewitter­regen sind hier nieöergegangen und haben weite Landstrecken überschwemmt. In Torre del Greco sind mehrere Frauen ertrunken. Wie aus Maffena be­richtet wird, hat auch dort das Unwetter großen Schaden angerichtet. Mehrere Dampfer wurden beschädigt, ein Fischerboot ist gesunken. Aus der Umgebung wird ge­meldet, daß mehrere Lanüleute vom Blitz getötet wurden. Auch bei Ajaccio sind mehrere Boote im Sturm untergegangen.

USlkswiNtschaftLiches.

Handel »nd Industrie.

v. Esten, 16. Oktober. Der Kupferrohrverband -rhöhte nach einer Meldung der „Rheinisch-Westfalischen Zeitung den Grundpreis für seine Erzeugnisse um 8 M. auf 268 M. für 100 Kilogramm.

Marktberichte.

Fruchtprcise. mitgeteilt von der Preisnotierungsstelle der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden am Fruchtmarkt zu Frankfurt a. M. Montag, den 15. Oktober. Per 100 Kilogramm gute, marktfähige Ware: Weizen: hiesiger 18 M. bis 18 M. 15 Pf.. Roggen, hiesiger 16 M. 50 Pf. bis 16 M. 75 Pf., Gerste, Ried- und Pfälzer 18 M. bis 18 M. 75 Pf., Gerste, Wetterauer 18 M. bis 18 M. 75 Pf., Hafer, hiesiger neuer 16 M. 75 Pf. bis 17 M. 25 Pf., Raps, hiesiger 32 M. bis 32 M. 50 Pf., Mais, La Plata 13 M. 30 Pf. bis 13 M. 60 Pf. ^ ,

Viehmarkt zu Frankfurt a. M. vom 15. Oktober. Zum Verkaufe standen: 425 Ochsen, 109 Bullen, 705 Kühe, Rinder und Stiere, 253 Kälber, 453 Schafe und Hammel, 1915 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochsen: a) voll- fleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren (Schlachtgewicht 85—89 M., bi mnge, fleischige nicht, aus- aemästete und ältere ausgemastete 76—80 M„ c) mäßig ge­röhrte junge, gutgenahrte ältere 69-—72 M. Bullen: a) voll­fleischige höchsten Schlachtwertes 77—80 M., b) mäßig ge­nährte jüngere und gut genährte altere 71—73 M. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): u). vollste,ichme. ausge­mästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes 81—83 M., d) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 77—79 M., c) altere aus- aemästete Kühe und wenig gut entwickelte lungere Kühe und Nen (Stiere und Rinderst 67-70 M. Bezahlt wurde für 1 Pfund: Kälber: a) feinste Mast- (Vollm.-Mast) und beste Saugkälber (Schlachtgewicht) 100—106 Pf., (Lebendgewicht, 60 —gg Pf., b) mittlere Mast- und gute Saugkalber Schlacht­gewicht) 96—100 Pf.. (Lebendgewicht) 56—59 Pf., c) geringe Saugkälber (Schlachtgewicht) 75—78 W. Schafe: a) Mast

Immer unb jüstgere Masthämmel (Schlachtgewicht) 81 Äs 8 Pf., d) ältere Masthammel (^Schlachtgewicht) 72—74 Pf. Schweine: a) vollfleischige der ferneren Rassen mrd deren kreuzungen im Alter bis zu 1-st Jahren (Schlachtgewicht) 6—77 Ps., (Lebendgewicht) 60 Pf., d) fleischige (Schlacht- ewicht) 74—75 Pf., (Lebendgewicht) 69 Pst. e) gering ent- lohne Sauen und Eber Schlachtgewicht) 68—70 Pf.

Handelsleil«

Von der Berliner Börse. Bei Eröffnung war die Börse ge­schäftslos und die Tendenz schwach, da die Bergarbeiter- beschlüsse einen ungünstigen Eindruck machten, obwohl sie einstimmig erklärten, daß ein Arbeiterausstand keinesfalls das Endziel der Lohnbewegung sein müsse. Die Arbeiter hoffen, ihre Forderungen auf friedlichem Weg zu erreichen. Verstim­mung übte auch der. Rückgang der Aktien der Deutsch-Luxem­burger Bergwerksgesellschaft aus, da angenommen wird, daß die Gesellschaft neues Geld braucht, nachdem nun, wie wir auch bereits mitgeteilt haben, der 10 Millioneh-Kredit aufge­braucht ist. Im weiteren Verlauf des Verkehrs waren einzelne Hüttenaktien gebessert, so Laurahütte, die bis 250.40 in die Höhe gingen; auch Dortmunder Union konnten etwas anziehen und Gelsenkirchener hatten sich erholt wegen des Versuchs der Wiederaufnahme des Betriebs in Aachen. Von Banken waren namentlich Darmstädter schwach. Amerikaner waren gedrückt durch die Vorkommnisse bei der Union Pacific und auf den Bankbruch in Toronto. Privatdiskont 4 7 /s Proz.

Österreichs Finanzlage. Es kann nun als erwiesen ange­sehen werden, daß sich Österreichs Wirtschaftslage auf dem Weg tatsächlicher auffallender Besserung befindet. Dies hat auch der österreichische Finanzminister im Parlament jüngst in seinem Exposee hervorgehoben. Er wies auf das Wachsen der wichtigsten ökonomischen Betriebe hin, teilte mit, daß die Steuereingänge alle Erwartungen übertreffen und konstatierte, daß nach einer langen, schwer empfundenen Periode der Stagnation zum Teil sogar Depression, das Land sich auf dem Wege wirtschaftlicher Wohlfahrt befindet. Daß, nachdem im vorigen Jahr ein Gebahrungsüberschuß von 52 Millionen er­zielt” wurde, die Steuereingänge in den ersten zwei Dritteln des laufenden Jahres ein Mehr von 58 Millionen Kronen ergeben haben, spricht eine beredte Sprache. Allerdings bedarf bei

den großen Mehrforderungen, welche Jahr für Jahr bald von der Kriegsverwaltung, bald vom Eisenbahn-Etat an den Staat gestellt werden, das Budget einer größeren Elastizität. Die Reserve, welche in den Gebahrungsüberschüssen liegt, ist notwendig. Die Finanzkreise haben die Veröffentlichungen des Finanzministers mit Befriedigung aufgenommen und wenn sich dies auch fürs erste auf dem Effektenmarkt noch nicht be­sonders geltend macht, so ist dies vorzugsweise auf die inter­nationalen, zum Teil aber auch auf die inländischen Geldver­hältnisse zurückzuführen.

Zuckermdsistrie. Wie schlecht es in neuester Zeit um diese Industrie bestellt ist, geht aus den verschiedenen Divi- denden-Ergebnissen und Jahresberichten hervor. Auch die Zuckerfabrik Fraustadt sendet einen ungünstigen Bericht. Sie kann diesmal nur eine Dividende von 4Vs Proz. in Vorschlag bringen, während im vergangenen Jahr 11 Proz. Dividende ge­zahlt werden konnten.

Diamanteniimd in Rhodesien. Das South African Option Syndicate teilt mit, daß eine weitere Konsignation von Dia­manten und anderen Edelsteinen aus den Somnabule-Diamant- feldern eingegangen ist. Die Diamanten wogen 660 Karat und seien von sehr guter Beschaffenheit gewesen. Sie wurden mit 2726 Lstr. verkauft, was durchschnittlich 82t4sh pro Karat ausmacht. Das Gewicht der anderen Edelsteine betrug 2731 Karat.

Kupfer. Nach dem Standard vereinbarten amerikanische. Kupferhäuser in den letzten Tagen die Annullierung von Liefe­rungskontrakten nach Europa unter Zahlung eines Abstands­geldes.

-e. Französische und deutsche Kohlensyndikats in Eng­land. Als voi einiger Zeit eine deutsche Gesellschaft in Wales dortige Kohlenfelder angekauft hatte, welche die Briten noch nicht abbaulen, weil sie ihnen zu tief lagen, erhob sich ein Mordshallo in der Londoner Presse. Die Deutschen würden im Kriegsfälle die englische Cardiffkohle benutzen. Der Eifer hat sich ja bald gelegt, aber es hat sich nunmehr ein fran­zösisches Syndikat gebildet, das in einer viel besseren Gegend bei Swansea um großartige Kohlendistrikte handelt. Das deutsche Syndikat war mit 2 Millionen, das französische ist mit 7 Millionen Frank zu Felde gezogen; es handelt sich um die Cwmbu Anthracite-Zechen sowie die Cwmnant Dry Stearn- Zechen, weiche Eigentum der Pontardawe-Bergwerksgenqssen- srhaft und dieier stummer Teilhaber sind. Die Sache ist schon perfekt geworden, wenn der Leser diese Zeilen erhält: die Ver­käufer sind diesmal so gescheit gewesen, nicht an Tie gr c?e Giocke zu schlagen, daß sie ausländisches Geld „interessiert" haben. Und so ist alles in. Ruhe und Eile abgemacht worden, Immerhin haben sich daraufhin auch in London einige kleinere Gesellschaften gegründet, welche bei Swansea Zechen er­standen; -vermutlich ist das eine Spekulation auf Wieder­verkauf an Ausländer.

Kleine Finanzchromk. In Wien wurde über das Vermögen der Schneideiartikelfirma Philipp Löwy der Konirurs er­öffnet. Rheinische, sächsische und thüringische Fabrikanten sind stark beteiligt. Die Schulden werden auf 2 Millionen Kronen geschätzt — Im Konkurse der Getreidekommissions­firma Julius Sichel in Würzburg stehen den Passiven von 169 000 M. an Aktiven 60 000 M. gegenüber. Der Konkurs- gläubiger, gegen den eine Untersuchung schwebt, ist flüchtig.

— Der Finanzminister hat die im Dezember v. J. erlassene Be­stimmung, wonach die Russische Staatsbank verpflichtet wird, die auf ausländische Valuta lautenden russischen Schatz­wechsel jederzeit auf Verlangen des Inhabers zu bVz Proz. Zinsen und 1 Proz. Provision zu diskontieren, um 1 Jahr, also bis zum 31. Dezember 1907 (13. Januar 1908) verlängert.

— Aus Aachen wird gemeldet, daß nach neuester Fest­

stellung die teilweise Betriebseröffnung des Aachener Hütten­werks Rote Erde für heute Dienstag gesichert ist. Das Ende des Streiks scheint bevdrzustehen. — Der Aufsichtsrat der Holstenbrauerei in Holsten-Altona schlägt 10 Proz. Dividende gegen 0 Proz. im Vorjahr vor, __

Geschäftliches.

Es war eine sehr e etliche Zeit!

Oberlahnstein, den 7. Juni 06. Meine Krankheit dauerte 8 Monate und bin von einsrn Arzt zuin an­deren gegangen keiner konnte mir helfen. Wohl hatte ich durch Arznei eine achttägige Linderung, nachher war es wie­der das alte Leiden. Es war mir gerade, als stünde mein Blut still und ich bildete mir ein, jeden Augen­blick sterben zu müssen. Sagte jedesmal zu meinen Ange­hörigen, so oft ich Arznei nahm: „So, die kann das bischen Blut nochmals durcheinander treiben, und würde dann da­durch der Tod noch einige Stunden fern bleiben." Es war eine schreckliche Zeit. Anfangs, d. h. die ersten 3 Tage, habe ich bei dem Verbrauch Ihres „Bioson" in einen Tassenkops einen halben Eßlöffel voll Milch, nach diesen 3 Tagen einen gestrichenen Eßlöffel genau abaestrichen verbraucht, und zwar morgens um 10 Uhr, um 2 Uhr nachmittags und um 6 Uhr nachmittags: wenn ich es später abends nahm, so saß die Milch über Nacht fest in meinem damals schwachen Magen, Für abends kann man sich — wie ich erprobt habe — eine feine, aber« auch wirklich wohlschmeckende Suppe bereiten. Durch Ihr „Bioson" war ich innerhalb 8 Wochen wieder ganz genesen! Nervosität (Neurasthenie), nervöse Verdau­ungsstörung war meine Krankheit. Bei dem Genuß Ihres Bioson" steigerte sich zuerst der Schlaf, denn ich hatte seit 3 Wochen keine halbe Stunde mehr geschlafen; dann nahm der Appetit von einer Mahlzeit zur anderen zu, ich fühlte innerhalb 10 Tagen ein ganz, anderes Leben. Ich freute mich an Allem, konnte mir wieder mit allerhand Beschäf­tigung Zeitvertreib machen — kurzum, vielen Dank meinem lieben Arzt und dem guten „Bioson", welches mich vom sicheren Tode gerettet hat. Innerhalb 6 Wochen nahm ich 15 Pfund zu und sah hübsch rot aus, schaue, klar aus den Auaen und fühlte mich noch nie so kräftig, wre letzt. Hoch­achtungsvoll Johannes Reff. Amtlich beglaubigt. Oberlahn- stRn den 22. Juni 1966. DerMagistrat. I. A.: Buß ©t°k lekretär. (B. B. 54 414) F 12

Bioson" ist in Apotheken, Drogerien usw. das halbe Kilovaket zu drei Mark erhältlich. Jeder Arzt kann auf Wunsch über die Vorzüglichkeit, des Bioson Auskunft erteilen.

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Dir MorKeA-Arrsgatrs umfafit 16 Seite»

und die Verlugsbeilage „Der Roman".

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