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Wiesbs-eilkr Tsgblstt.

S4« Jahrgang»

Erscheint in zwei Ausgaben. BezngS-PreiS: durch den Verlag S« Pfg. monatlich, durch die Post S Mk. S« Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Lairggafle 27.

23,000 Ktmmrrutr«.

Anzeigen-PreiS:

Die einspaltige Petitzeile für lokale Anzeige« 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 2o Pfg. Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für auswärts 1 Mk.

Anzeigen - Annahme NLLKML N 8 GeL-'LöL..« SSi-SH-^^L

Nr. 456 .

Fernsprecher für Be« Verlag No. 2958. Nuszeit vo» 812 «. 27 Uhr,

Sonntag» den 3 V. Septemder.

Fernsprecher sür die Redaktion No. 52.

Nufzeit von 81 n. 87 Uhr.

1666 .

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Morgen - Ausgabe.

_ 1. Matt. _

Die Konferenz für Funkentelegrnphie.

Am 3. Oktober tritt in Berlin die Konferenz zu­sammen, die sich mit der in den letzten Jahren hoch­wichtig gewordenen Frage des sunkentelegraphrschm Verkehrs der Küstenstationen mit Schiffen und der Schiffe untereinander beschäftigen und wenn möglich eine internationale Regelung des drahtlosen Depeschen- Verkehrs auf dem bezeichneten Ge­biete herbeiführen soll, während die Regelung des drahtlosen Ver­kehrs von Land zu Land einer 'spateren Zeit überlassen bleiben soll. Die drahtlose Telegraphie rst so recht ein Beispiel für die unge­heure Schnelligkeit unserer moder­nen Entwicklung. Welch werter Weg ist durchschritten worden von dem sogenanntenOptischen Tele­graphen", der allerdings kein Tele­graph, sondern nur eine Art Sig­nalstange war, und den im Jahre 1793 der Franzose Chappe kon­struierte, biä' zu dem ersten Primi­tiven Telegraphen, den 1809 Söm- mering erfand, von diesem bis zu dem 1833 von Gauß und Weber konstruierten elektromagnetischen Telegraphen, der 1836 durch den Morseschen Schreib apparat eine weitere Verbesserung erfuhr, von diesem bis zu dem ersten Kabel, das 1851 zwischen Dover und Calais gelegt wurde und dem 1886 'bereits das Kabel zwischen Europa sind Amerika folgte, und von diesen Unterseekabeln endlich bis zu der nach den älteren Versuchen des Engländers Ruthersort und des Russen Poposf zuerst von Marconr verwirklichteii Methode der draht­losen Funkentelegraphie, der jetzt die deutschen Systeme von Braun- .Siemens und Slnby-Arco, die nunmehr vereinigt worden sine, allermindestens gleichwertig gegen­überstehen. Welche Anerkennung me Leistungsfähigkeit des deutschen Fun­kentelegraphen - Systems gefunden hat, geht am besten daraus hervor, daß neuerdings die amerikanische Kriegsmarine deutsche Telefunken- Apparate eingeführt hat. .Aber sowohl das deutsche System wie die itn anderen Ländern mit mehr oder minder Abweichungen konstruier­ten Systeme haben schwer unter der übermächtigen Konkurrenz zu leiden, die ihnen das Marconi- Systeni auf Grund einer ziemlich weit ausgedehnten Monopol-Stel­lung bereitet. Die Marconi-Gesell- schaft hat mit der italienischen Re­gierung und, was noch viel mem besagen will, mit der englischen Schisfahrtsgesellschaft Lloyds Ver­träge abgeschlossen, die den allei­nigen Gebrauch der Marconi-Appa- rate sichern. Die Marconi-Gesell- schaft besitzt 22 Landstationen in England, 20 in Italien, 2 in Bel­gien, 1 in Holland, 1 in Monte­negro, 7 in den Vereinigten Staa­ten von Amerika, 19 in British- Nordamerika und 2 in Ägypten, zu denen noch eine Menge Stationen kommt, die von der englischen Regierung sür den Schisfsmeldedienst eingerichtet worden sind.

Da nun die meisten für die Anlage von Telefunkm- Stationen geeigneten vorspringenden Punkte in eng­lischem Besitz sind, und da die Marconi-Gesellschast eS grundsätzlich ablehnt, ihre Stationen mit anderen als Marconi-Systemen in Verbindung treten zu lassen, so verfügt dies System und damit diese Gesellschaft über eine Monopolstellung, die nicht nur die Verbreitung der anderen gleichberechtigten Systeme verhindert, sondern auch vom internationalen Standpunkt, insbesondere auch für den Fall eines etwaigen Krieges, als höchst be­denklich erscheinen muß. Hat sich doch die Hamburg- Amerika-Linie auf eine lange Reihe von Jahren hinaus verpflichtet, auf ihren Schissen nur Marconi-Apparate

zu führen, und auch bei den meisten anderen deutschen Dampserlinien nimmt das Marconi-System eine ganz übarragende Stellung ein. Ganz abgesehen von dem erdrückenden Wettbewerb, der auf diese Weise der deut­schen Industrie bereitet wird, müssen auch die Bedenken ins Gewicht fallen, die daraus herrühren, daß aus unseren Schnelldampfern, die in einem etwaigen Kriege als Hülfskreuzer benutzt werden sollen, ein zum nicht geringen Teil von Engländern bedientes Telefunken- svstem im Gebrauch ist.

Der Zweck der rn Berlin zusannnentretenden Konfe­renz, an die man übrigens von englischer Seite nur mit großem Widerstreben heranging, und die auch auf die

Mit dem I. Oktober l. J. wirb der

An3eigen-Ceil des Wiesbadener Üagblatts

eine einfcbneibenbe Veränberung erfahren, insofern als er, nach bem Vorbilbe bemjenigen grotzstäbtiscker Zeitungen, in einzelnen seiner Anzeigen-Arten

in neuer KnorDnung unD in einkeitlicker Satzkorm

erscheint.

Wir glauben mit bieser neuen Anzeigen-Anordnung bes Hagblatts, welche bie Abteilungen

\V 0 bm 1 ngs-An 3 eiger || 0elö- und Immobilien-ODarfet unb Arbeits-Markt II Kleiner Anzeiger

umfaßt unb bie vorwiegenb burcfo bas tägliche Anwachsen bes Anzeigen-Stoffes geboten erschien, die Übersichtlichkeit und Wirksamkeit bes rlagblatt-Anzeigenteils wesentlich zu erhöhen unb unserer geehrten Oesamtleserschaft, wie insbesonbere unseren geehrten Auftraggebern von Anzeigen eine willkommene Verbesserung geschaffen zu haben. Oie Anzeigenpreise sinb vom l. Oktober l. ]. ab:

15 pfg. bie Zeile für lokale Anzeigen imArbeitsmarkt" unbKleiner Anzeiger"; 20 pfg. bie Zeile für alle übrigen lokalen Anzeigen;

30 pfg. bie Zeile für alle auswärtigen Anzeigen;

1 Mk. bie Zeile für lokale Reklamen;

Mk. bie Zeile für auswärtige Reklamen.

Qanze, halbe, Drittel unb viertel Selten lokaler Anzeigen, burcblaufenl, nach besonderer Berechnung. Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen entsprechender Rabatt.

Alle vor dem t. Oktober I. J. eingereichten unb über diesen Zeitpunkt weiter» laufenden Anzeigen-Aufträge werben zwar in der neuen Satz-Anordnung erscheinen, aber noch zu den alten preisen Aufnahme finden.

Oie Orböbung der Laghlait-Anzeigen-Preise rechtfertigt sich im Allgemeinen durch bie neuzeitliche Preissteigerung von Abgaben, Löhnen, Rohmaterialien etc. auf allen Crwerbsgebieten unb im Besonderen noch dadurch, baß bas Wiesbadener Hagblatt seit nahezu 20 Jahren keine Crböbung seiner Anzeigen-Preise eintreten ließ, obwohl seine Auflage zur Zeit 23,000 Abonnenten unb damit sein Interessen- unb Wirkungskreis inzwischen eine fast 3 fache Ausdehnung erfahren haben.

Wir sind überzeugt, mit dieser Auffassung der Zustimmung aller unserer geehrten Leser unb Oeschäftsfreunbe zu begegnen, die ohne Zweifel immer mehr erkennen werben, baß, im Vergleich zu anderen, gleichwertigen Liagesblättern,

das WiSsbadenSr ^agblatt das bNNgstE und wirksamste Knzeigenblatt Wiesbadens mm

wie Nassau s überhaupt ist.

Der vezugs-Preis

Des XViesbeDener üagblatts:

50 pfg. monatlich durch den Verlag, ohne Bringerlohn,

2 Mk. 50 pfg. vierteljährlich durch alle deutschen Postanstalten, ausschließlich Bestellgelo,

bleibt unverändert.

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Anregung der englischen Regierung hin um längere Zeit verschoben wurde, ist vor allem der, eine Beseitigung der Monopolstellung der Marconi-Gesellschast anzustrebcn. Aus deutscher Seite hat man ein ganz besonderes Inter­esse daran, dies durchzusetzen, da der deutschen Schiss- sahrt an' ganz besonders großer Anteil am Weltverkehr zukommt und gerade die deutschen Passagierdampscr der Marconi-Gesellschast den größten Gewinn verschaffen. Neuerdings heißt es, daß die Marconi-Gesellschast ge­neigt sei, nach dieser Richtung hin Zugeständnisse zu machen, aber wir stehen dieser Kunde mit Mißtrauen gegenüber. Jedenfalls haben abgesehen von England und Italien, welch letzteres aus lokalpatriotischen Grün­den air dem Marconi-System hängt, alle Mächte em dringendes Interest daran, das Marconi-Monopol,

welches nicht nur den industriellen Wettbewerb ent« schränkt, sondern auch den Engländern einen bedenk­lichen Einfluß auf den Telefunkenverkehr einräumt, zu Fall zu bringen.___

Peremslag für UMs-Hygiene.

Am 21., 22. und 23. September fand in Metz die 5. Jahresversammlung des Deutschen Vereins für Volkshygiene linier dem Vorsitze des Geheimen Ober- Medizinalrats Professor Dr. Schmidtmann vom Preußi­schen Kultusministerium statt. Die bei der exzentri­schen Lage von Metz wider Erwarten große Zahl der Teilnehmer an der Versammlung aus Lothringen und aus allen Gauen Deutschlands bewies, daß den Arbeiten des Deutschen Vereins für Volkshygiene von allen Seiten das größte Interesse entgegen­gebracht wird. Die in der öffent­lichen Sitzung am 22. September gehaltenen Vorträge waren auch ' n hohem Maße geeignet, das allge­meine Interesse in Anspruch zu nehmen. Zunächst sprach Herr Hofrat Professor Raydt-Leipzig. eine aus dem Gebiete seines Themas bekannte Autorität, in lichtvoller und fesselnder Weise und unter dem Beifall' der Versammlungüber die Notwendigkeit von Spielplätzen und Spielnachmittagen für unsere Jugend". Der Inhalt seines Vor­trages faßt sich in folgende Sätze zu­sammen: 1. Die Spiele in freier

Luft sind sür die Gesundheit der- Jugend von großem Wert, 2. Für die Kinder in schulpflichtigem Alter sind Spielplätze in genügender Zahl anzulegen. Es ist dahin zu streben, daß sich in jedem Baublock ein ge­meinsamer Spielplatz befindet,- 3. Jede Schule muß einen geräumi­gen Schulhof, der als Turn- und' Spielplatz dienen kann, besitzen. Das Mindestmaß ist 3 Quadratmeter für den Schüler. 4. An jedem Ort? müssen große Rasenspielplätze ange­legt und erhalten werden. 5. Die Schule muß die Jugendspiele ist ihre Pflege nehmen,und zwar nicht bloß gelegentlich, sondern grundsätzlich und in geordneter Weise" (Erlaß dch Preußischen Kultusministeriums vom 27, Ok­tober 1882). 6. Für jede Schule

ist ein Spielnachmittag mit allge­mein verbindlicher Beteiligung ein­zurichten, der auch zu Wanderungen, Baden und Schwimmen, Schlitt­schuhlaufen und dergleichen ver­wendet werden kann. Dauernde Befreiung darf nur aus ärztliche Bescheinigung geschehen. 7. Tie entgegenstehenden Schwierigkeiten müssen überwunden werden, um die für das Vaterland notwendig; kräftige Generation" heranzu- bilden.

Den zweiten Vortrag hielt Herr Professor Dr. Schottelius-Freiburg über giftige Konserven". Er schilderte sehr anschaulich die Her­stellung der Konserven, die Möglich­keit ihres Verderbens imd die Mittel zur Verhütung einer Ver­giftung durch verdorbene Konserven. Sein Vortrag gipfelte in folgenden Sätzen: 1. Die giftige Zersetzung

von Büchsen - Konserven wird durch Bakterien hcrvorgerufen. 2. Die durch Sinneswahrnehmung als verdorben

erkennbaren . Konserven sind unbedingt von der Benutzung ausznschließcn und nicht etwa durch Aufkochen oder durch Zusatz starker Gewürze ge­nießbar zu machen. 3. Frische Nahrungsmittel sind besser als konservierte. Der Gebrauch von Konserven ist daher auf das notwendige Maß einzuschränken.

4. Die Benutzung deutscher Konserven bietet auf Grund der rationellen Herstellung derselben am meisten Ge­währ gegenüber gesundheitlichen Schädigungen. 6. Eine

Der Verlage

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Kontrolle über das Alter der Konserven ist im Inter­esse des Publikums wünschenswert.

Der dritte Vortrag von Herrn Dr. Matthes-Mctz über übertragbare Krankheiten und Wohnungsnot" klang in die Schlußsätze aus: 1, Die Geschichte der Medi>