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Morgen-Ausgabe, 1, Blatt.

Seite «. - Dienstag, 8. Mai 194)6* WiSSlM-Stter TaßhIM.

No. 212

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Berlin, 7. Mai.

Am Ministertisch: Unterstaatssekretär Fleck.

Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der . ersten BeuatzMg der Seku ndärbahn- Bor­lag e.

Weitere Abgeordnete bringen Wünsche vor.

Abg. Bartling (Ntl.) wünscht den B a u v o n n e u e n Bahnen in Süd-Nassau.

Abg. Gamp (Freikons.) bittet um Fortsetzung der Bahn Wahlau-Fricdlanö.

Abg. Dasbach (Zentr.) bittet um einen weiteren Ausbau des Bghn netzes auf dem West er- n> ald.

Abg. Lörcher (Freikons.) klagt über die Verkehrs- oerhältnisse arrf dem Lehrter Bahnhof in Berlin.

Nach Vorbringen weitgehendster weiterer Wünsche seitens verschiedener Redner wird die Sekunda r - bahn-Vorlage an die Budgetkommission über­wiesen.

Es folgt die Beratung des Antrages Schenckcndors, ' eetr. die Förderung des HandfertrgkeitsUnter­richts. Der Antrag wird der Regierung zur Berück­sichtigung überwiesen.

Ohnt> erhebliche Debatte wird darauf der Kom­missionsbeschluß, betr. Reorganisation des landwirt­schaftlich eit Instituts an der Universität Klei, der Regierung überwiesen.

*

Berlin, 7. Mai. Im Senioren-Konvent des Reichstages machte Präsident Balle st rem Mitteilung dämm, daß der Stellvertreter des Reichs­kanzlers, WrafPosadowsky, für den 80. Mai eine Ver­la g u n g des Reichstags bis 13. November in Aussicht gestellt habe, falls vorher die dringlichen Arbei­ten erledigt sein werden. Die Senioren nahmen in Aussicht, während d«c laufenden Woche, biS zum 12. Mai. das Stempelsteuer-, Erbschaftssteuer- und Mautelgesey in zweiter Lesung, am 14. die Diätenvorlage in zweiter Lesung, vom Ist. bis 18. die Steuervorlage in dritter Lesung, sodanm die Diäten- und Flottenvorlagen in dritter Lesung, vom 21. bis 23. die Militär-Pensionsge­setze, am 25. dieselbe Vorlage in dritter Lesung zu be­raten, so daß für die dritte Lesung des Budg^s noch drei Tage, vom 23. bis 30., frei blieben.

wb. Paris, 7. Mai. (Mmmertvahlen.) In Verdun wurde Capitaine Humbert (rad. Soz.) gegen Colonel Müsset (Rat.) gewählt. In Oran wurde Kriegsminister Etierme, iA Constanline. Marineminister Thomson ge­wählt. In Milande ist der Bonapartist Cassagnac, in Apt der radikale Sozialist Laguerre unterlegen.

- wb. Paris, 7. Mai. (.Kammerwahlen.) ^ Gewählt sind: In Argentan Mackau (kons.), in Villefranche- Rouergue Maruckjouls (linkssteh. Republikaner), in Autun Schneider (kons.), in Montpellier Leroy-Beau- lieu (kons.), in Langres Mougeot (rad.), in Charolles IRinisterpräsidcnt Sarrien, in Dünkirchen Guillain (Proaress.), und in Murat Graf de Castellane (Pro- gressist). In Mayenne ist RenauA Morliere (Progr.) unterlegen. In Pontoise kommt Major Driant (Rat.) in die Stichwahl.

wb. Petersburg, 7. Mai. (Petersburger Telegr.- Agentur.) Ein heute erschienener Erlaß des Kaisers verfügt die A u f h e b u n g des Ministerkomitees, dessen Befugnisse teils auf den Ministerrat, teils auf den Reichsrat übergehen. Ein zweiter Erlaß des Kaisers beauftrc^t den Staatssekretär Frisch mit der Er­os f n u u g der ersten Sitzung der Neichsduma gemäß den Bestimmungen des Wahlgesetzes.

wb. Bisdy bei Montpellier, 7. Mai. Bei der Be­kanntgabe des Wahlresultatcs kam es hier zu Schlä­gereien. Mehrere Personen wurden verwundet darunter der sozialistische Wmeinderat Roque, der dst Wahlresultate nach der Präfektur brachte, schwer.

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wb. Neustadt a. d .Haardt, 7. Mai. Verhaftet wurde Zier der Maurer (Kcorg Gilbert unter der Anschuldigung, vor ; Jahren an einem Bauersmann auf der Meckenhcimor Land­straße einem Raubmord verübt zu haben. Wie derPfäl­zische Kurier" meldet, soll das in einer Erziehungsanstalt be­findliche Söiprchen den Vater bezichtigt haben.

Uolkswirtschaftliches.

Weiubau und Wcinhaudel.

«. Elir-ike is» Rheingau, 5. Mai. Die Herren Gutsbesitzer Franz Herber und FuürrS M ü l y e n s hatten heute ihre Wernversteigerung. Die ausgehotenen Nummern 1808er, 1994er und 1805er Eltvillcr Weine eigenen Wachstums waren rosige, elegante Gewächse, bei denen auch die Spitzen nicht fehlten, welche dementsprechend bezahlt wurden. Die 1901?v des Herrn Herber erzielten Stückpreise von 4000, 5020, 5220 und- 6620 Mavts die 19W<w des Herrn Mülhens wurden mit Stück­preisen bis zu 2800, 8840 und 5200 Mark bewertet. Der Ge­schäftsgang war bet gutem Besuch flott und die Weine fanden bis auf drei Nummern leicht Nehmer. Die Preise für das Halb­stück 1908er aus dem Gute von Franz Herber stellten sich auf 290 biz 880 Mark, siir das Halbstück 1904er aus demselben Gäbe auf 6708810 Mark. Das Halbstück 1905er des Herrn Herber kostete -8801510 Mark. Das Halbstück. 1905er aus dem Gute des Herrn Julius Mülhens kostete 4202600 Mark. Die. Durchschnittspreise stellten sich bei den Weinen des Herrn Herber für das Halbstück tW.Zer auf 438 Mark, für das Halbstück 1904er auf 1640 Mark, für das Halbstück 1906er auf 726 Mark. Das Halbstück 1905er deS Herrn Mülhens kostete durchschnittlich 1072 Mark. Der GcsamterlöS stellte sich für die Weine deS Herrn Herber auf 88 760 Mark, für die Wotne des Herrn Mülhens auf 19 800 Mark mit Fässern.

m. Hochhcim a. M., 5. Mai. Herr Georg Kroeschel, Weingutsbesitzer zu Hochheim und Raucnthal, brachte heute 70 Nummern 1908er, 1904er und 9105er Weiß- und Rotweinen aus Lagev 5s* Gemarkungen Hoch heim und Nauenthal zur Ver­steigerung, Tie Weine waren reintönige, gepflegte Gewächse. Bon der mittleren Stufe entwickelten sie sich zu dem hervor­ragendsten Qualitätsgewächsen, die bei den 1904er Stückpreise bis zu 4020, 5200, 6340, 6480 und 7480 M. sür Rauenthaler er­reichten. Die höchsten Stückpreise der 1904er Hochheimer waren 4100, 4M0' 5020, 6040 und 6580 M. Der Geschäftsgang war leb­haft, die^Gebote und .bxr Zuschlag erfolgten flott und sämtliche

ausgebotenen Nmnmern fanden leicht Nehmer. Für das Halb­stück 1908er wurden 410 bis 820 M. bezahlt. Das Halbstück 1903er kostete durchschnittlich 580 IN. DaK Halbstück 1905er kostete 800 bis 650 M. Für 10 Halbstück 1905er wurden 5120 M. oder durch­schnittlich 512 M. erlöst. Für das Halbstück 1904er wurden 650 bis 3740 M. bezahlt. Für 27 Halbstück 1904er Hochheimer wur­den 43 080 M., für 19 .Halbstück 1904er Rauenthaler wurden 29 190 M. bezahlt. Der Durchschnittspreis stellte sich für das Halbstück Hochheimer auf 1695 M., sür das Halbstück Raiien- thaler «Df 1536 M. Da§ Vtertelstück 1908er Rotwein (Hoch- hcimer Valkenberal kostete 250 bis 269 M., daö Vtertelstück 1904er Rotwein (Hochheimer Falkenbcrgs kostete 240 bis 480 M. DaS Viertelstück 1903er Rotwein kostete durchschnittlich 256 M., das Viertelstück 1904er 322 M. DaK Gesamtergebnis war für 62 Halbstück und 8 Vtertelstück 88 290 M. Die 1904er Weißweine wurden mit den Fässern, alle anderen ohne Fässer versteigert.

Einsendungen aus dem Leserkreise.

(Sluf Rücksendung oder Aufbewahrung der uns sür dieie Rubrik zugehenden, nicht verwendeten Eilsendungen kann sich die Redaktion nicht einlassen.i

* Die Nennung meines Namens im Berichte über dte größere' Vertretung der evangelischen Gesamtkirchengemeinde", Abend-Ausgabe Nr. 207, und das Eingesandt in der Nr. 210 zwingt mich zu folgender Erklärung: 1. Weder mündlich noch schriftlich habe ich jemals mit Herrn Professor T h o m a e über die O r g a n i st e n a n g e l e g e n h e i t der M a rki­ll i r ch c verhandelt. 2. Meine akademisch-musikalische Ausbildung als Organist und Mustklehrer habe ich an der Königlichen Hoch­schule für Musik in Berlin, Abteilung sür Kirchenmusik, erhalten. Wahrend der Beurlaubung des Herrn Adolf Wald bin ich in zwölf Mittwochs-Konzerten und in dem Wohltätigkeits-Konzert des allgemeinen evangelischen Missionsvereins als Organist in der Marktkirche tätig gewesen.

Peter Weber, Lehrer am Königlichen Realgymnasium.

* Straßenbahn. Bor einiger Zeit verkehrten probe­weise auf der gelben Linie die Wagen alle 8V2 Minuten, was beim Publikum großen Anklnng fand. Weshalb hat die Gesell­schaft diese Einrichtung wieder ausgehoben? Die Elektrische, die Samstags gegen 7 Uhr von Mainz kam, hatte wieder mal Verspätung, und da wahrscheinlich die vorhergehende Bahn zu früb üurchgefahren war, hatten sich, während der viertelstündigen Wartezeit 'an jeder .Haltestelle etwa 10 biS 15 Menschen angc- sammelt. Da die Elektrische besetzt war, mutzte man sich bc- qi-.emeu, auf die nächste zu warten, wenn man eS nicht vorzog, zu Fuß nach der Stadt zu gehen. Kann denn die Süddeutsche Eiseuliahngesellschaft nicht genügend Wagen einstellen, um dem Verkehr gewachsen zu sein? Außerdem noch eine Frage: Finder denn die Gesellschaft, das, cs noch nicht warm genug ist, um die Sommerroggen heraus zu lassen? Es ist wirklich qualvoll, in den, dumpfen Wagen sitzen zu müssen, um so mehr, als es oft lvftscheue Fahrgäste gibt, die verlangen, daß manchmal nicht nur die Fenster, sondern auch die Türen geschlossen bleiben. (Am Sonntag fuhren die Sommerwagen. Die Rcd.j Zum Schluß nach eine Bitte: wäre es nicht möglich, die Haltestelle Koch­brunnen au die Ecke der Wilhelm- und TannuSstratze zu ver­legen? Es hätte de» doppelten Vorteil, erstens den Fahrgästen de-- roten Linie daS Umsteigen zu erleichtern, und zweitens könnten die Kurhausbefucher das Panlinenschlötzchen Mchter er­reiche», was besonders bei schlechtem Wetter sehr angenehm märe.

* Zur Hundesperre. Herr Dr. Fischenich Hat meinen

Artikel nicht richtig gelesen. Dort steht, daß Tollwut immer nur durch Biß Überträgen werde, nie aus innerer Erkrankung ent­stehen könne, also auch nicht durch die Belästigungen der Hunde- sverre. Die Kreistierürzte können aus gewissen Gründen nicht als unbefangene Richter gelten. Der Staat gebe den Kreis­tierärzten eine ausreichende Pauschalsumme. Die von ihnen be­antragte Hundesperre jedoch darf ihnen keinen Gewinn bringen. Ihre Zeugnisse mögen auf Stcmpelbvge» geschrieben werden, so daß die drei Mark der Staatskasse zukommen. Keine Milderung der Vorsichtsmaßregeln erbitten wir. Aber wir verlangen, daß aus dem Gesetz entfernt werde, was heute sogar in Rußland Un­willen erregen würde! Mit dem neuen Gesetze ist plötzlich Preußen zu einem einzigen großen Sperrbezirk geworden. Mit der Änderung deS Gesetzes wird die Tollwut. ebewo sckmell ver­schwinden, wie sie gekommen ist. Aber es ist die höchste Zeit! Frankfurt hat heuer 40 090 Mark weniger an Hundesteuer ver­einnahmt. In ganz Nassau sind die meisten und gerade die edelsten Hunde teils gestorben, teils von ihren verzweifelten Besitzern getötet worden. Die reichsten Familien bleiben Wies­baden fern, weil hier alljährlich die Hundesperre ist. Die Jäger sollten eine Eingabe ans Ageordnetenhaus machen. W.

Hieskasten.

Ariadne. Zunächst hat Ihr Vermieter die Pflicht, Sie in den vollen Genuß der von Ihnen gemieteten Sache, also des Hofes zu setzen und während der Bertragsdaner zu erhalten. Tut er dies nicht, so. ist er Ihnen schadenersatzpsltchtig. Wenden Sie sich aber auch einmal an die Polizei, welcher festzüstellcn ob­liegt, ob in Ihrem Falle den für Väckerschornsteine bestehenden besonderen Vorschriften genügt ist oder nicht. Ist erstercs der Fall, dann freilich bleibt Ihnen nichts übrftg, als den Mietver­trag so bald als mögUh aufzulösen.

Bsldmsrklhoweguiig. Vis wir bereits gestern mitteilten, bat die Bank von England ihren Diskont, auf 4 Proz. erhöht. Die Bank ist zu diesem Entschluß gekommen, um sich vor weiteren Goldentnahmen für amerikanische Rechnung zu schützen. Wurden der Bank doch allein in der Vorwoche qa. 1 Million Pfund Sterling Gold in Eagles für New Yorker Rechnung entzogen. Der 3 l /2proz. Diskontsatz bestand bei der Bank seit 5. April. Es wird angenommen, daß nun der amerikanische Goldbedarf zum mindesten vorübergehend nach Paris ablenken wird.

Vom New Yorker Geldmarkt. Am vergangenen Samstag hat sich eine Befestigung der Gesamtbörsentendenz gezeigt, weil gemeldet wurde, daß die Spannung am New Yorker Geld­markt wieder nachgelassen hat. Es \<erlautet bestimmt, daß die Bank von Frankreich sich bereit erklärt habe, außer dem für New York bereits abgegebenen großen Betrag auch weiter im Bedarfsfall Gold dorthin gehen lassen zu wollen. In dieser Form klingt die Nachricht eigentlich doch etwas selt­sam, aber es verlautet bestimmt, die Schwierigkeiten des New Yorker Geldmarktes seien überwunden. Aber wir wollens abwarten.

Landwirtschaftliche Kreditbank, Frankfurt a. M. Die am

Samstag stattgehabte Generalversammlung dieser Gesellschaft, welche sich in einer ziemlich kritischen Lage befindet, ge­nehmigte den Rechnungsabschluß und erteilte der Verwaltung Entlastung. Auf Anfragen wurde mitgeteilt, daß zwei Münche­ner Grundstücke verkauft und Verhandlungen im Gange seien, nach deren Verlauf sich annehmen lasse, daß auch die übrigen Grundstücke demnächst in andere Hände übergehen. Ange­sichts der beträchtlichen Zinsrückstände habe sich der ge­samte Aufsichtsrat solidarisch für haftbar erklärt. Die Über­nahme der neuen Aktien sei durch eine erste Hypothek von 1 200 000 M. auf ein Grundstück im Werte von 6 Millionen Mark sichergestellt. Der Antrag auf Einsetzung einer Kom­mission, welche die Münchener Geschäfte der Bank nach­prüfen soll, wurde abgelehnt. Dagegen wurde eine Kom­mission gewählt, die mit der Verwaltung in Fühlung bleiben und von ihr alle erforderlichen Mitteilungen erhalten soll.

Zulassung. Zum . Handel an der Berliner Börse wurde ! i Million Mark neue Aktien der Aktiengesellschaft Joh. G.

Tecklenburg, Schiffswerft und Maschinenfabrik in Bremer­haven, zugelassen. In der betreffenden Kundmachung wird mitgeteilt, daß für das laufende Jahr gute Beschäftigung ge­sichert sei; es sei daher wieder ein zufriedenstellendes Ergeb­nis zu erwarten.

Koks-Mehrbeteilignng heim Kohlensyndikat. DerK. V.-Z, nach erhöhte sich durch die mit dem 1. Februar bezw. 1. April in Kraft getretene Mehrbeteiligung in Koks die Beteiligüngs. Ziffer in Koks beim Kohlensyndikat gegen den Stand vom 1. Januar er. um 498 910 Tonnen oder 4.02 Proz. Von der Neubeteiligung entfallen auf die Bergbaugesellschaft Konkordia, die Gelsenkirchener Bergwerks-Aktiengesellschaft, die Har- peuer Bergbaugesellschaft und die Gewerkschaft Vereinigte Konstantin der Große je 100 000 Tonnen.

Halbzeug und Träger. Als Beweis für das ungewöhnlich rege Geschäft kann es gelten,* daß der Deutsche Stahlwerks­verband die Preise für Halbzeug und für Träger um je 5 M. pro Tonne erhöhte. Die Steigerung tritt sofort in Kraft, Die Maßnahm» wird mit der seit einer Reihe von Monaten be­sonders günstigen Geschäftslage begründet. Die Werke können nur mit höchster Anspannung den an sie herantretenden An­forderungen genügen. Dann seien die Preise für Roh­materialien, wie Erze, Eisen usw., auch die Arbeitslöhne stark gestiegen und dann haben das Kohlensyndikat und das Roh­eisensyndikat die Ausfuhrvergütung aufgenommen. Dadurch haben die Mitglieder des Stahlwerksverbandes einen weiteren Ausfall erlitten, der wieder hereingebracht werden muß.

Maschinenfabrik Moenns Aktiengesellschaft Frankfurt a. M. Nach dem Geschäftsbericht für 1905 stieg der Warenumsatz besonders in den gesetzlich geschützten Artikeln gegen das Vorjahr beträchtlich. Der Abschluß ergibt nach 58 053 M. (i. V. 58 936 M.) Abschreibungen und 30 984 M. (24 379 M.) Übertrag auf Sicherungsrechnung einschließlich 25 093 M. ',25 648 M.) Vortrag einen Reingewinn von 583 449 M.

(312 882 M.), woraus eine Dividende von 15 Proz. (11 Proz.) vorgeschlagen wird. Aus technischen Gründen ist die Auf­führung weiterer Bauten nicht zu umgehen. Da nun beim brozug in neue Räume ältere Betriebseinrichtungen teils ent­wertet, teils unbrauchbar werden, hält die Verwaltung die Schaffung eines Erneuerimgsbestandes von 100 000 M. für durchaus notwendig, zumal eventuell der ganze Betrieb ver­legt werden muß. Der Geschäftsgang ist zurzeit normal; ob und inwieweit außer anderen Einflüssen die neuen Handels­verträge denselben berühren, läßt sich noch nicht übersehen.

Zur mdnstrie'Ieu Lag®. Die Waggon- und Maschinen­fabrik, Aktiengesellschaft vorm. Busch in Hamburg-Bautzen, erhielt von der Sächsischen Staatsbahn 400 Güterwagen irr Vv erte von iVa Millionen Mark in Auftrag. Die Vereinigter Ksmraerichschen Werke haben in den letzten Tagen wieder den ersten größeren Staatsauftrag erhalten. Im ersten Vierte! des laufenden Geschäftsjahres lagen um 40 Proz. mehr Auf-> träge als im Vorjahr vor.

Kleine Fmanzchronik. Din Vereinigte Dampfziegeleien und Industrie-Aktiengesellschaft in Berlin beantragte eine Divi- dende von 8 Proz. gegen 15 Proz. in den letzten 2 Jahren. Di« Lage des Steinmarktes hat sich in der letzten Zeit gebessert, die Preise sind gestiegen. Die Konsolidierten Alkaliwerka zu Westeregeln berufen eine Hauptversammlung ein, die über die Beteiligung des Werkes an einem neuen Unternehmen mit 1 Million Mark beschließen soll. Die Dortmunder Hansa­brauerei-Aktiengesellschaft beruft eine Hauptversammlung ein, die über die Erhöhung des Aktienkapitals um 1 I? Million Mark auf P/4 Millionen Mark beschließen soll. Die Generalver­sammlung der Schlesischen Aktiengesellschaft für Bergbau und Zinkhüttenbetrieb setzte die Dividende auf 21. Proz. fest und wählte neu in den Aufsichtsrat deri Baron de Neuflize Regent der Bank von Frankreich. Nach neuesten Meldungen aus Brasilien sollen die Aussichten für das Valorisationsgeseta wieder besser geworden sein.

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Geschäftliches.

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Leitung: W. Schulte Vom Brühl.

Verantwortlicher Redakteur für Politik und Handel: A. Moeglich: für das Feuilleton: I. Kaisler; für den übrigen Teil: £. Rötherdt: für die Anzeigen und Reklamen: H. Dornauf; sämtlich in Wiesbaden.

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