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64 Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgabe». — Bezngs-PreiS: durch den Verlag 5« Pfg. monatlich, durch die Post S Mk. S» Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

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für die Abend-Ausgabe bis 13 Uhr mittags, für die Morgen-AuSgabe bis 3 Uhr nachmittags. — Für die Aufnahme spater eingereichter Anzeigen zur nächst- erscheinenden Ausgabe, wie für die Anzeigen-Aufnahme an bestimmt vorgeschriebenen Tagen wird keine Gewähr übernommen, ledoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

Uo. 104.

Berlags-Fernfprecher No. 2888.

Savrstag» drn 3. Marz.

RebaktionS-Fernsprecher Ro. 82 . 1000.

Morgen - Ausgabe.

_ 1. Wtertt.

Die Ksuserrry.

Für die Mittelmeerreise des Kaisers sind alle Vor- bereitungen getroffen. Der Kaiser wird sie auf dem Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie „Hamburg" bcnd nach Ostern von Kuxhaven aus antreten. Auf der Fahrt wird ein spanischer Hafen angelaufen werden. Die Be­deutung des Reiseplans liegt namentlich darin, daß er geeignet ist, die Besorgnisse wegen eines_ etwaigen Scheitern der Konferenz zu mildern. Der Kaiser würde die Fahrt nicht antreten, wenn Unheil von Algeciras her zu befürchten wäre. An maßgebenden Stellen wird aus diese Zusammenhänge mit Betonung hingewiesen. Sollte die Konferenz ergebnislos bleiben, so würde das also nicht nur gegen den Wunsch, sondern auch gegen die Er­wartung der deutschen Reichsleitung geschehen. Er­warten aber die verantwortlichen Männer der deutschen Politik ein positives Ergebnis, so müssen sie dabei von zwei Voraussetzungen ausgehen, nämlich von der, daß in Paris noch lange nicht das letzte Wort gesprochen worden ist, daß man dort also sehr viel weiter als bis­her entgegenkonunen wird, und sodann von der ferneren, Voraussetzung, datz unter Umständen auch deutscherseits diese oder jene Draufgabe erfolgen könnte, ohne dem deutschen Standpunkt prinzipiell abträglich zu werden. Inzwischen sollte man nun aber die Vorgänge auf der Konferenz selber von einem Gesichtspunkt aus betrachten, der bisher nicht genügend beachtet worden ist. Es lätzt sich feststellen, datz die erst in zweiter Linie beteiligten Mächte, auch die uns sonst näherstehenden, den deutschen Ansprüchen bestenfalls eine sehr matte Unterstützung, wenn überhaupt eine, angedeihen lassen. Natürlich ge­nug ist es ja, datz England am französischen Strange zieht, und daß Spanien dasselbe tut. Beide Mächte sind der Republik durch Verträge verpflichtet, und von ihnen kann man hier also nichts erwarten. Warum aber halten sich die anderen so still beiseite? Frankreich will Marokko in die Tasche stecken, Deutschland will das Land den wirtschaftlichen Einflüssen und Betätigungen aller Staaten offen halten, beweist also seine Uneigennützigkeit und kämpft für Rechte, die den Mächten durch die Madrider Konferenz von 1880 verbürgt worden sind. Man sollte meinen, datz es für keine Regierung da eine Wahl geben könnte, wohin sich stellen? Weshalb also, um nochmals zu fragen, die augenscheinliche Zurück­haltung. Sollte es so liegen, wie cs Professor Delbrück im Märzheft der „Preußischen Jahrbücher" schildert, wenn er schreibt. Die Passivität der Neutralen dürfte daher rühren, datz Deutschland heute überhaupt eine sehr unbeliebte Macht in der Welt ist, mag man das nun mehr auf den Neid auf unser unerhörtes wirtschaftliches Voranschreiten oder auf die Antipathie gegen das

Femlleton.

<Äachdru<r verboten.)

Monatliche Himmelsjchnu Mär;).

Von Dr. F. K. D. Müller.

Merkur, der am 12. März um 6 Uhr abends in sein Perihel gelangt und am 18. März um 6 Uhr abends in größter östlicher Elongation von 18 Grad 31' sich befindet, wird, obivohl er bei seiner hohen Deklination fast zwei Stunden nach der Sonne untergeht und in diesen Tagen sehr hell ist, wegen der Nähe der Sonnenstrahlen viel­leicht nicht gut aufzufinden sein. Am 26. März um 2 Uhr nachts befindet er sich mit dem Monde in Konjunktion. Venus ist vom 21. März ab, drei Viertelstunden nach der Sonne untcrgehenö, am Abendhimmel zu sehen. Am 25. März um 7 Uhr abends steht sie mit dem Monde, der eine halbe Stunde nach der Sonne untergeht, in Kon­junktion, Bei Mars, der sich rechtläufig in den Fischen und im Widder bewegt, nimmt die Dauer der Sichtbar­keit weiter ab. Er geht Ende des Monats um 9,4 Uhr nachts unter. Am 11. März um 4 Uhr nachmittags be­findet er sich im aufsteigenden Knoten seiner Bahn und steht genau in der Ekliptik. Am 27. Mürz um 8 Uhr nach­mittags steht er mit dem Monde in Konjunktion. Jupiter, der rechtläufig, am Ende des Monats zwischen den Hyaden und Plejaden, durch den Stier geht, geht in der zweiten Hälfte des Monats schon gegen Mitternacht unter und ist daher am Ende des Monats nur noch vier Stunden am nordwestlichen Himmel zu sehen. Am 1. März um 6 Uhr morgens und am 29. März um 11 Uhr nachts steht er mit dem Monde in Konjunktion. Saturn bleibt im Monat März unsichtbar.

Am 2. März, 10 Uhr 28,3 Minuten vormittags, haben wir erstes Viertel, am 10. März, um 9 Uhr 17,4 Minuten

illiberale Regiment im Innern, das ja in noch schlechte­rem Rufe steht als es wirklich verdient, zurückführen. Dann aber dürfen wir uns nicht verhehlen, daß unsere Position sachlich eine schwachen Punkt hat, der den Fran­zosen sehr zu statten kommt. Wir wollen, datz Marokko nicht unter die Herrschaft einer europäischen Macht ge­rate, sondern daß es sich aus eigenem selbstbestimmenden Entschluß dem europäischen Wirtschafts- und Kultur­leben auf- und anschließe. Werden aber der Sultan und der Maghzen das wirklich tun? Wird eine sichere Rechts­ordnung unter der Souveränität desSultans wirklich ge­schaffen werden? Ist nicht der innere Widerstand des Islams viel zu stark, als daß ohne den positiven Zwang einer tatsächlich europäischen Verwaltung ein befriedigen­der Zuitand zu erwarten ist? Wir haben ja in der Türkei. die Analogie nach beiden Seiten — Ägypten ist in wunderbarem Aufblühen, seit die Engländer die Re­gierung in bi 6 Hand genommen haben, die übrigen Sultansländer haben zwar auch einige Fortschritte ge­macht, aber doch nur sehr geringe, unter fortwährenden Rückschlägen und Konvulsionen, und in Makedonien herrscht seit Jahren ein Zustand der Anarchie und des permanenten Bürgerkrieges, der immer unerträglicher wird." So Delbrück. Wenn er nicht zu pessimistisch ur­teilt, so müßte man hiernach nichts Gutes erwarten, aber es geht ja nicht nach Mehrheiten und Minder­heiten, sondern unsere Stimme wird entscheidend sein wie freilich die Stimme Frankreichs auch. Und gerade deshalb wird zuletzt immer noch eine Verständigung er­hoffen werden dürfen. Die Franzosen wissen sehr wohl, daß sie außerhalb der Konferenz nur auf dem Umwege über die schwersten Konflikte dasjenige erreichen könn­ten, was ihnen deutscherseits jetzt offen und unter Beein­trächtigung sogar der eigenen Interessen angcbotcn wird. Kann die Wahl da schwer sein? Wir halten an der Hoffnung fest, daß Frankreich die einzig zuträgliche Wahl treffen wird.

Me Kifjeiaftninig der MWen MarMerje.

Es ist richtig, datz unsere Feldartillerie, soweit sie noch nstt dem Geschütz 96 ausgerüstet ist, sich theoretisch gegenüber dem französischen Rohrrücklausgeschütz mit Schutzschilden im Nachteil befindet. Me Bedienung des französischen Geschützes ist — nach erfolgter Feuer­eröffnung — handlicher, die Mannschaften sind durch Stahlschilde gegen Frontalfeuer geschützt und verbesserte Richteinrichtuugen erleichtern wesentlich das Schießen aus verdeckten Stellungen. Demgegenüber zeigte aller­dings unsere Feldartillerie den Vorzug größerer Be­weglichkeit und schnellerer Feuerbereitschaft, sowie stär­kerer Geschützzahl; doch blieb immerhin eine Überlegen­heit der französischen Feldbatterien bestehen, die jetzt durch schleunige Durchführung der Neulafettievung unserer Geschütze ausgeglichen wird.

Nach Durchführung dieser Aptierung des Materials

nachts, Vollmond, am 17. März, 67,4 Minuten nach Mittag, letztes Viertel und am 24. März, um 12 Uhr 61,9 Minuten nachts, Neumond. Am 12. Mürz, um 7,6 Uhr morgens, befindet sich der Mond in Erdnähe, am 23. März, um 4 Uhr nachts, tu Erdferne.

Verfinsterungen der Jupitermonöe finden im März statt: am 1. März, um 3 Uhr nachmittags, Eintritt des zweiten Mondes in den Schatten (Austritt um 6 Uhr 81 Minuten 54 Sekunden abends: im Osten zu sehen): am 6. Mürz, um 6 Uhr 27 Minuten, Eintritt des ersten Mondes am Rande (Austritt um 9 Uhr 66 Minuten nachts): am 8. März, um 4 Uhr nachmittags, Eintritt des zweiten Mondes am Rande (Austritt um 9 Uhr 8 Min. 86 Sekunden nachts): am 14. Mürz, um 2,9 Uhr nach­mittags, Eintritt des ersten Mondes am Rande (Aus­tritt um 6 Uhr 20 Minuten 39 Sekunden abends): am 15. März, um 6 Uhr 42 Minuten abends, Eintritt des zweiten Mondes am Rande (Austritt um 11 Uhr 46 Min. 26 Sekunden nachts: im Westen wohl zu sehen): am 21. März, um 4,9 Uhr nachmittags, Eintritt des ersten Mondes am Rande (Austritt um 8 Uhr 16 Minuten 14 Sekunden nachts): am 23. März, um 6,4 Uhr abends, Eintritt des dritten Mondes (Austritt um 8 Uhr 24 Min. 41 Sekunden): am 28. März, um 6,9 Uhr abends, Eintritt des ersten Mondes am Rande (Austritt um 10 Uhr li Minuten 44 Sekunden nachts): am 30. März, um 6,9 Uhr, Eintritt des dritten Mondes am Rande (Austritt um 8 Uhr 10 Minuten nachts) und am selben Tage um 10 Uhr 27 Minuten 10 Sekunden Wiedereintritt desselben Mondes in den Schatten (Austritt 16 Minuten nach Mitternacht).

Am 21. März, um 2 Uhr nachmittags, tritt die Sonne in das Zeichen des Widders, die Frühlings-Tagund­nachtgleiche auf der nördlichen Halbkugel ist eingctrctcn. Am 1. März geht die Sonne um 6 Uhr 61 Minuten auf, um 5 Uhr 35 Minuten unter, am 10. Mürz um 6 Uhr 30

zu Rohrrücklaufgeschützen mit Schutzschilden wird' unsere Feldartillerie der französischen wiederum ein Stück voraus sein. Unser optiertes Material wird erheblich leichter als das französische. Das neue deutsche Geschütz ist darum viel beweglicher. Die schützende Mache der Schilde ist größer, wodurch ein besserer Schutz der Be­dienung erreicht wird. Vor allem aber ist die Feuer­bereitschaft ungleich größer, da das Geschütz nur von der. Protze abgehängt zu werden braucht, um schußbereit zu sein, während am französischen Material noch eine Ver­ankerung der Räder nötig ist. Dabei stehen die neuen deutschen Geschütze beim Schuß ganz gleichmäßig gut. Die ballistische Leistung beider Geschütze ist nahezu die gleiche. Das französische behält eine ganz geringe, aber kaum nennenswerte Überlegenheit, da wir ja das alte Rohr 96 beibehalten haben. Angesichts ider vielen ande­ren Vorzüge des neuen deutschen Materials fällt jedoch dieser verschwindende Unterschied nicht ins Gewicht. End-, lich wird unser neues Geschütz für fahrende und reitende Batterien gleichmäßig geeignet sein, so daß unsere ge­samte Feldartillerie, wie bisher, nur ein einziges Ge­schütz führen wird, was in Frankreich heute noch nicht der Fall ist.

Daß wir — so weit dies beim heutigen schnellen Fortschreiten der Technik überhaupt sich voraussehen läßt — nach der durchgeführten Aptierung unseres Feldgeschützes 96 auf längere Zeit wieder mit einem allen modernen Ansprüchen genügenden Material be­waffnet sein werden, und zwar unter Ersparung dey Kosten einer vollen Neubewaffnung, das zeigt am besten der Stand der Frage der Bekämpfung von Schildbatte-, rien. Man hat einstweilen trotz vielfacher Versuche: unserer leistungsfähigsten Geschützfabriken noch kein' Mittel gefunden, einer gepanzerten Artillerie gleiche! Verluste beizubringen wie einem Gegner, der ungepan­zerte Geschütze führt. Die neuen Konstruktionen von Krupp und Ehrhardt haben zwar Wege gezeigt, miss denen man vielleicht weiterschreiten kann. Bisher ist' aber ein durchschlagender Erfolg noch nicht erzielt wor­den, wenn auch die neuerdings erprobte Anwendung eines Universalgeschosses (Brisanz-Schrapnell oder; Brisanz-Streugeschoß) die Möglichkeit eines erfolg­reichen Bekämpfeus gepanzerter Feldartillerie zu geben scheint. Immerhin wird man sich einstweilen damit be­gnügen müssen, daß gegen Schildartillerie nur auf eine wesentlich geringere Trefferzahl zu rechnen ist. Ein völliges Niederkämpfen einer so geschützten Artillerie- linie wird, wenn auch nicht zu den Unmöglichkeiten, so doch jedenfalls zu den Ausnahmefällen zu zMen sein.

Was die Organisationsfrage anlangt, so wird sich bei uns zunächst nichts ändern. Gelangt man nach Durchführung der Umbewaffnung auf Grund der bis dahin gesammelten Erfahrungen zur Überzeugung der Überlegenheit einer anderweitigen Organisation, so dürste 'allerdings nach Maßgabe der verfügbaren Mittel zur Formierung von Batterien von 4 Geschützen ge­schritten werden müssen, ohne jedoch mit der G-esamt-

Minntcn auf, um 6 Uhr 62 Minuten unter, am 20. März um 6 Uhr 7 Minuten auf, um 6 Uhr 10 Minuten unter und am 31. März um 6 Uhr 41 Minuten auf und um 6 Uhr 29 Minuten unter. Am 1. März betrügt die Tagcs- lünge 10 Stunden 46 Minuten, die Nachtlänge 13Stunden 14 Minuten, am 31. März die Tageslänge 12 Stunden 60 Minuten, die Nachtlänge 11 Stunden 10 Minuten: es nimmt also im März die Tageslänge um zwei Stunden 4 Minuten zu.

llm Mitternacht am höchsten stehen im März die Fix­sterne: v Wasserschlangc (3,4. Größe) am 3. März, Beta großer Bür (2,8. Größe) und Alpha großer Bär (2. Größe) am 6. Mürz, Pst großer Bär (3. Größe) am 8. März, Delta Löwe (2,3. Größe) und Theta Löwe (3,4. Größe) am 9. März, v großer Bär (3,4. Größe) am 10. März, Delta Becher (3,4. Größe) am 11. März, Lamda Drache (3,4. Größe) am 13. März, Dcnevola (2. Größe) am 18. März, Beta Jungfrau (3,4. Größe) und Gama großer Bär (2,3. Größe) am 19. März, Epsilon Rabe (3. Größe) am 23. März, Gama Rabe (2. Größe) am 25. März, Eta Jungfrau (3,4. Größe) am 26. März, Delta Rabe (2,3. Größe) am 28. März, Beta Rabe (2,3. Größe) und Chi Drache (3,4. Größe) am 30. März und Gama Jungfrau (3,2. Größe) am 31. März.

Auf die Nachtstunden fallen im März folgende Minima von Veränderlichen des Algoltypus: Am 2. März um 8 Uhr nachts, am 6. März um 6 Uhr abends, am 22. März um 11 Uhr nachts und am 26. März uni 8 Uhr nachts bei Algol: am 3. März um 6 Uhr abends bei Lamda des SticreS: am 3. Mürz um 6 Uhr morgens, am 10. März um 6 Uhr morgens, am 17. März um 6 Uhr morgens, am 24. März um 4 Uhr nachts und am 31. März um 4 Uhr nachts bei Delta der Wage: am 3. März um 2 Uhr nachts, am 8. März um 2 Uhr nachts, am 13. März um 2 Uhr nachts, am 18. März um 1 Uhr nachts, am 23. Mürz um 1 Uhr nachts und am 28. März um 1 Uhr