Wiksbsdkmr Tsgblstt.
54. Jahrgang.
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st»
gen.
N». 54.
Berlags-Zernixrecher No. 2853.
Freitag, den 3. Februar.
NedaktionS-Fernfprechcr Nr 82.
1806 .
Morgen - Kusgabe.
1. iAkatt.
Uiefmanilaacun^ dieKleuersUMde in Mand.
Unser Peters b u r g e r F-Korrespondent schreibt uyS:
, Der traditionelle Optimismus des russischen Finanzministeriums hat sich bei Aufstellung des Etats für 1906 "och als nicht stark genug erwiesen, um eine Fata Mor- Lana hervorzuzaubern, die die Blicke von der wirtschaftuchen Verwüstung, die Krieg und Revolution zurück- ichsen, ablenken könnte. Zwar, hat der Finanzminister, einer auf seinem Posten Wohl erblichen Gepflogenheit gc- iftu, einen Voranschlag ausgestellt, der sogar einen Überschuß der ordentlichen Einnahmen über die ordenl- 'ichen Ausgaben im Betrage von 9 Millionen Rubel ünfweist, was sich aber nur dadurch ermöglichen ließ, daß die Ausgaben bis zur Grenze äußerster Sparsamkeit herabgedrückt, andererseits die Einnahmen unter Voraussetzung einer wesentlichen Besserung im Erwerbsleben bemessen wurden. Damit ist allerdings von der bisher stets so erfolgreich geübten Praxis, die zu erwartenden Einnahmen zu niedrig einzuschätzen, um am stnde des Jahres mit einem erheblichen Überschuß im ^ndegt hervortreten gs- können, einmal abgesehen' worden; dafür wird man von der Realisierung des Budgets llir 1906 kaum eine Aufbesserung der Finanzlage erwarten dürfen. Äußerst bedenklich erscheint der im ^ktraordinarium verbliebene Fehlbetrag von 490 Millionen Rubel der durch zuknüftige Kreditopera- iwnen gedeckt werden soll. Rußland wird demnach für wenigstens 500 Millionen Rubel neue Anleihen auf- Nehmen niüssen, unx nur seinBudget imGleichgewicht zu erhalten. Ohne außergewöhnliche Zugeständnisse russi- icherseits werden sich die erforderlichen Summen, selbst wenn die Ruhe und Ordnung im Reiche bald wieder her» gestellt sein sollte, ^im Auslände ans keinen Fall aus- oringen lassen. Sehr besorgniserregend ist schließlich »ie Verminderung der Goldreserven und dieVermchrung "es Papiergeldes. ES erscheint nach Lage der Umstände "ls unausbleiblich, daß die Parität zwischen Gold und Vadier durchbrochen werden wird, und Wenn dann Äeichmohl vas Ausland die Zinsen für die in Goldwährung lautenden Anleihen aus Heller und Pfennig erhalten soll, so muß rechtzeitig dafür gesorgt werden, ^aß das Inland die Kosten der Valutakrisis zu tragen oermag. Dementsprechend beschäftigt sich die russische Legierung angelegentlichst mit neuen Stcuerplänen, dm sich allerdings nach alter Gewohnheit wieder sämtlich P]- den Bahnen eines öden Fiskalismus zu bewegen scheinen. Letzteres trifft wenigstens für eine Bestcue-
FeniUetorr.
(Nachdruck verboten.)
Monatliche Himmelsschau sz-ebrnach.
Von vr. F. K. D. Müller.
Merkur kommt zwar am 20. Februar um 10 Uhr ^e>chts in obere Konjunktion mit der Sonne,.bleibt aber ^arlünfjg unsichtbar. Am 22. Februar steht er um ^0 Ühr nachts mit dem Saturn und am selben Tage un. 1 Uhr morgens mit der Venus in Konjunktion, so daß me siuiimelskörper Saturn, Venus, Merkur, «onne, Erde der Reihenfolge, wie wir sie hier nnsühreii, säst n. gerade Linie zu stechen kommen. Am 23. Februar um ~ Uhr nachmittags steht Merkur mit dem Monde ,n Konjunktion. Auch die Venus, welche am 13. g-cbrnar ?0n io Uhr vormittags tu obere Sonncnkoniunknon Klangt und nun Abendstern wird, bleckst im Februar insichtbar, so daß ihre interessanten Annäherungen au E'n Saturn (am 22. Februar um 6 lUn' abends) ttite oit den Mond (am 23. Februar mit 1 UW' "^achntutags, beobachtbar bleiben. Die Dauer der L-ichtbarker. Mars, der sich rechtläufig im Wassermann und den ^sichen bewegt, nimmt bis auf Wz »tttMöett ab, am , chinsse des Nionats geht er um 0 Uhr Man. nachte- "Nter. Am 26. Februar steht Mars mit dem Monde um Uhr nachmittags in Konjunktion. Auch bet Jupiter, Os' rechtläufig im Stier ist, nimmt die Dauer der Achtbarkeit schnell ab; am Schluffe des Monats steh J hoch im Meridian und geht um 1,3 Uhr nachts ntcr. Am 2. Februar steht Jupiter mit dem Monde 0 Uhr abends, am 16. Februar um 6 Uhr morgens ’e* der Sonne in Konjunktion. ASaturn kommt am 7 ' Februar mit der Sonne mit Mitternacht nt Kon- "Nktion und wird daher schon in der ersten Hälfte dev Monates unsichtbar, indetn er in der Dämmerung »er* 'f'windet; zuletzt geht er bald nach 5 Uhr abends unter. Uw 23. Februar steht er mit dem Monde in Koninntitou. Am l. Februar um 1 Uhr 30,9 Min. nachmittags
rung aller Papiersortcn zu, die zunächst in Aussicht genommen ist. Man zerbricht sich, wie die „Nowoie Wremja" mitzuteilen weiß, bereits den Kopf darüber, in welcher Weise die Steuer erhoben werden müsse —, vom Rohstoff oder von der Fertigware. Dagegen macht man sich keine Gedanken darüber, ob die russische Papierindustrie, welche infolge der ungerechten Eisenbahn- tarifierung, der Teuerung der Maschinen und der ausländischen Konkurrenz schwer um ihre Existenz ringe» muß, eine Steuerbelastung zu ertragen vermag. Eine Papierstener ist zu verlockend für den gleichsam vom Tode auferstandenen russischen Tschinownik, als daß er sich dis Freude an ihr durch eine solche Bagatelle wie dcit möglichen Ruin einer eben in der Entwickelung begriffenen Industrie verderben ließe. Was man auf der einen Seite durch eine Lockerung des Zensurwesens der Freiheitssache zugestanden» kann ans der andern Seile durch eine Papierstener wieder znrückgenommen werden, ohne daß daraus der Vorwurf der Wortbrüchigkeit abgeleitet werden könnte; denn die Besteuerung von Papier bedeutet die Besteuerung des geistigen Lebens in allen seinen Äußerungen. Die Zeitüngssteuer, die in Deutschland 1814, in England 1855, in Franreich 1881 und in Österreich erst 1899 abgeschafft wurde, hatte nicht nur den Zweck, der Staatskasse eine neue Einnahmequelle zu erschließen, sondern auch die Beaufsichtigung der Presse zu erleichtern. Der Metternichsche Zeitungsstempel hat die gesamte geistige Entwickelung Österreichs niederzn- halten, vermocht: ein gleiches'Schicksal droht auch Rußland durch eilte Papiersteuer. Mit Recht hebt daher ein Petersburger Blatt hervor: „Die Idee der Papier-
besteuernng ist würdig der sterhenden Bureaukratie; sie paßt aber nicht hinein in die Wdankcngango. wie sie der 17. Oktober gewiesen hat, und darum muß sie als ein kulturfeindliches Attentat mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden."
Politische Übersicht.
Zur Diätensragr.
Für die Diäten an Parlamentsmitglieder hat man in den Veriassungsstoaten eigentlich nur die beiden Systeme der Tagegelder und des Pauschqnaittnms. Jedes dieser Systeme hat seine Vorteile und seine Nachteile, und es wird wohl schwer sein, zu entscheiden, welches das bessere sein mag. Frankreich zahlt ein Pauschquantum, übrigens auch an die Mitglieder des Senats, von 9000 Frank jährlich. Noch einträglicher ist ein Abgcordneteninandat in den Vereinigten Staaten, wo Senatoren, Repräsentanten und Delegierten zum Kongreß 5000 Dollars jährlich (also 21000 Mark) be
hüben wir erstes Viertel, am 8. Februar um 8 Uhr 45,7 Min. morgens Vollmond, am 15. Februar um 5 Uhr 22,5 Min. morgens letztes Viertel und am 22. Februar um 8 Uhr 57,2 Min. morgens Neutnond. Am 1. Februar um 2,1 Uhr nachmittags steht der Mond fit Erdferne, am 13. Februar um 11,2 Uhr nachts in Erdnähe, und am 28. Februar um 10,7 Uhr vormittags in Erdferne.
Verfinsterungen der Jupitermonde finden im Februar statt: am 1. Februar um 9 Uhr 47 Min. Eintritt dcö ersten Mondes am Rande (Austritt um 1 Uhr 14 Min. 55 Sek. nachts) im westlichen Gebiete noch gut zu beobachten; am 3. Februar um 4 Uhr 15 Min. abends Eintritt des ersten Mondes am Rande (Austritt um 7 Uhr 48 Min. 55 Sek. nachts); am 4. Februar um 4 Uhr 16 Min. nachmittags Eintritt des zweiteit Mondes am Rande (Austritt um 9 Uhr 24 Min. 25 Sek. nachts), am 8. Februar um 6 Uhr 21 Min. 22 Sek. nachts Eintritt des dritten Mondes (Austritt um 8 Uhr 10 Min. 53 Sek. nachts); am 10. Februar um 6 Uhr 9 Min. abends Eintritt des ersten Mondes am Rande (Austritt um 9 Uhr 39 Min. 45 Sek. nachts); am 11. Februar um 6 Uhr 48 Min. abends Eintritt des zweiten Mondes am Rande (Austritt tritt 9 Uhr 25 Min. nachts); mit selben Tage mit 9 Uhr 27 Min. 40 Sek. nachts Wiedereintritt desselben Mondes in den Schatten (Austritt 41 Sek. nach Mitternacht); am 15. Februar um 4 Uhr 53 Min. nachmittags Eintritt deS dritten Mondes am Rande (Austritt tun 6 Uhr 57 Min. nachts); dann am selben Tage Eintritt desselben Mondes um 10 Uhr 22 Min. 0. Sek. nachts in den Schatten (Austritt 13 Min. 4 Sek. nach Mitternacht); am 17. Februar um 8 Uhr 4 Min. nachtL Eintritt des ersten Mondes am Rande (Austritt um 1l Uhr 35 Min. So Sek. nachts); am 18. Februar um 9 llhr 23 Sek. nachts Eintritt deö zweiten Mondes am Rande (Austritt eine Minute nach Mitternacht), dann am selben Tage 3 Min. 48 Sek. nach Mitternacht Eintritt desselben Mondes in den Schatten (Austritt um 2 Uhr 36 Min. nachts); am 19. Februar um 2,6 Uhr nachmittags Eintritt des ersten Mondes am Rande (Austritt um 6 Uhr 4 Min. 80 Sek. abends), im Osten noch zn sehen; am 26. Februar um 4 Uhr 80 Min. abmrds
kommen, außerdem aber noch eine Vergütung für Eisenbahnfahrten. Ganz stattliche Bezüge erhalten sodann die ungarischen Reichstagsmitgliedcr, nämlich 2406 Gulden fest und 800 Gulden als sogenanntes Ouartier- gcld, im ganzen somit rund 5000 Mark. In Belgien werden Monatsgelder von 400 Franks gezahlt, aber nur an Abgeordnete, die ihren Wohnsitz nicht in Brüssel haben. Pauschalsummen gewähren ferner die Niederlande mit 2000 Gulden und Schweden mit 1200 Reichstalern. Sonst aber werden wohl überall Diäten gegeben, so in Österreich, in der Schweiz, in Norwegen, in Dänemark und unseres Wissens in allen deutschen Einzelstaaten. Es scheint jetzt doch, als ob die Rcichs- tagsmitglieder eine Pauschale von 3000 Mark erhalten sollen, mit der Abweichung jedoch von dem entsprechenden System in anderen Ländern, daß für den Fall der Abwesenheit von den Reichstagssitzungen jedesmal 20 Mark abgezogen werden sollen. Schön können >vir dies System nicht nennen. Die Mitglieder des Reichstags würden dabei einigermaßen wie Seminaristen behandelt werden, denen man scharf ans die Finger sieht, und die sich einer fortgesetzten Kontrolle unterwerfen sollen. Die Maßregel würde nicht einmal immer für ein beschlußfähiges Haus sorgen, sie würde höchstens dabin wirken, daß die Abgeordneten Berlin nicht verlassen. Nichts aber würde saumselige Mitglieder oder auch solche, die im Anhören von Reden keinen Genuß und keinen Gewinn erkennen, daran hindern, sich beim Beginn der Sitzung in die Präsenzliste einzutragen und dann auf 24 Stunden dem Reichstage den Rücken zu kehren. Die Voraussetzung bei der Diätengelvährnng ist doch, daß solche den Reichstag wieder arbeitsfähig' machen soll. Diese Voraussetzung wird auch erfüllt werden, wie denn die Praxis im preußischen Abgeordnetenhaus!! längst gezeigt hat, daß Diäten eine Bürgschaft gegen chronische Beschlußunfähigkeit sind. Man hat keine Veranlassung, dem Reichstage in dieser Beziehung mißtrauisch gegenüber- zustehen. Was nun die von den Parteien der Rechten künstlich - herangezogene Verbindung zwischen Diätenfrage und Geschäftsordnung betrifft, so ergibt, sich da. wenn man .es recht betrachtet, eine wunderlich unlogisch! Sachlage. Die Konservativen möchten Vorsorge treffen, daß die Sozialdemokratie nicht durch die jetzt so oft gebrauchten Geschäftsordntingsmittel die Verhandlungen nach Belieben hinzögert. Zu diesem Zwecke möchten sie vor allein die Bestimmung beseitigen, wonach jedes Mitglied' durch Anzweiflung der Beschlußfähigkeit jeden Antrag auf Schluß der Debatte tatsächlich hinfällig machen kann. Aber wenn Diäten für ein beschlußfähiges Haus sorgen (und das werden sie zweifellos tun), dann werden solche Anzweiflungen der Beschlußfähigkeit nach vorangegangener Beantragung des Be-
'Eintritt des ersten Mondes am Rande (Austritt utn 8 Uhr 16 Sek. nachts).
Am 19. Februar um 2 Uhr nachmittags tritt die Sonne in das Zeichen der Fische. Die Sonne geht am 1. Februar um 7 Uhr 46 Min. auf, um 1 Uhr 42 Min. unter, am 10. Februar um 7 Uhr 30 Min. ans, um 5 Uhr unter, am 20. Februar um 7 Uhr 10 Min. auf, nm 5 Uhr 19 Min. irnter und am 28. Februar um 6 Uhr 53 Min. auf und um 5 Uhr 38 Min. unter. Am 1. Februar beträgt die Taglänge 8 Stunden, 55 Min., die Nachtlänge 15 Stunden 5 Min. und am 28. Februar Mt Taglänge 10 Stunden 42 Min., die Nachtlänge 18 Stunden 18 Min,, es nimmt also im Februar die Länge des Tages um 1 Stunde 47 Min. zu.
Um Mitternacht am höchsten stehen im Februar am Himmel die Fixsterne: Eeta Wasserschlange (3,4. Größe) am 2. Februar, Jota großer Bär (3. Größe) am 8 Februar, Chi großer Bär (3,4. Größe) am 4. Februar 40 Luchs (3,4. Größe) am 11. Februar, Alfard (2. Größe) und Ii großer Bür (3,4. Größe) am 10. Februar, Theta großer Bär (3. Größe) am 11. Februar, Epsilon des Löwen (3. Größe) am 15. Februar, Eta Löwe (3 4 Größe) am 20. Februar, Regulus (1,2. Größe) am 21. Februar, Lamda großer Bär (3,4. Große), Eeta Löwe (3. Größe) und Gama Löwe (3. Größe) am °>3 Febt-mu und Mi großer Bär (3. Größe) am 21. Februar.
Ans die Nachtstunden fallen im Februar folgende Lichtminima veränderlicher Sterne vom Algolttwus: am 4. Februar um 2 Uhr nachts, am 7. Februar um 11 Uhr ' nachts und am 10. Februar um 7 Uhr nachts bei Algol, E b- Februar um 1 Uhr nachts, am 7. Februar nm Mittet nacht, am 11. Februar um 11 Uhr nachts, am 15 Februar um 9 Uhr nachts, am 1». Februar nur 8 Uhr nachts, am 23. Februar um 7 Uhr nachts und am 27. Februar lfm 6 Uhr abends bei Lamda des Stieres, am 3. Februar um 7 Uhr morgens, am 10. Februar um 7 Uhr nachts, am 17. Februar um 0 Uhr nachts und am 24. Februar um 6 Uhr nachts bei Delta der Wage, am 1, Februar um 4 Uhr nachts, am 4. Februar um 4 Uhr nachmittags, am 6. Februar um 4 Uhr nachts, am 11. Februar nm 1 Uhr nachts, am 16. Februar um
