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MMwoch. 3. Imrrrax lSOS. WiesbadsttSr TttglÜE.
Sehenden ausznüöen. Auch werden sie künftig mit einem
einzigen Abc auskomme», statt deren zwei zu bedürfen, wie es bei den früheren Verfahren der Fall war. Die Maschine ist mit einer Reihe von Tasten versehen,'wenn ein, zwei oder mehr dieser Tasten mit den Fingern her- jrntergedrückt werden, so erscheinen die gewünschten Buchstaben oder das. verlangte Wort. Die neue Schreibmaschine mit Tasten ist weitaus das vollkommenste Gerät, das Blinden bisher zum Schreiben öargeboten worden ist. iSie ist leicht tragbar, gestattet sehr schnelles Schreiben und -gibt eine regelmäßige, auch für die Blinden deutlich unterscheidbare Schrift. Dabei ist es noch besonders wichtig, daß die Zeilen nicht ineinander geraten können. In der Ecole Braille für Blinde in Paris sind Versuche mit der Schreibmaschine gemacht worden, die zu ganz unver- iglerchlichen Ergebnissen geführt haben. Ohne Zweifel wird man die Erfindung Dussauds in der ganzen Welt \ftU würdigen wissen, in der es etwa zwei Millionen Blinde gibt.
— Zur Krebsthcrapie. Die Wiener klinische Wochenschrift veröffentlicht unter dem Titel: „krinsixils obska!" ein Mahnwort, das sich in der Frage der Krebstherapic ian die Arzte richtet und dessen Wortlaut in der von der Wiener Gesellschaft der Ärzte eingesetzten KrebS- Kvmmission beschlossen wurde. In dem Artikel wird ge- sagt, Saß der Krebs in der großen Mehrzahl der Fälle -heilbar sei, daß er dauernd geheilt werden könne in dem 'Stadium, da er noch ein lokales Leiden üarstellt, und ^das derzeit zuverlässigste Heilmittel sei das rechtzeitig strnd richtig angewendete Messer des Chirurgen. Es wird /weiter in dem Aufrufe ausgeführt, daß die meisten I.Krebsfülle erst in vorgeschrittenen Stadien zur Operation kommen und dadurch die Möglichkeit eines radikalen Borgehens erschweren. Daß daran in vielen Fällen die Krebskranken selbst schuld seien, könne nicht .geleugnet werden, andererseits aber dürfe man sich auch nicht verhehlen, daß die Kranken häufig durch ärztliches ! Verschulden spät, manchmal zu spät zur Operation gelangen.
j o. Tot anfgesunden. Daß die Leiche der Ehefrau '.Schmidt von hier so weit entfernt von der Stadt aus- !gefunöen wurde, erklärt sich daraus, daß sic sich, wie 'angenommen wird, auf dem Wege nach Auringen befand, wo sie Verwandte hatte. Dabei wurde sie von einem Hirnschlage betroffen. Sie ist jedoch nicht, wie man glaubte, von der Straße abgeraten, in eine Dick- wurzgrnbe oder einen Graben gestürzt und dort erfroren, denn die Leiche lag auf der Chaussee. Auch wird angenommen, daß der Tod infolge des Schlaganfalles eingetreten ist.
o. Verschwunden. Von dem Auktionator Kuhn, der Mitte Dezember spurlos von hier verschwunden ist, wurde angenommen, daß er fremde Gelder, die er von /Versteigerungen her im Besitz gehabt, in größeren Beträgen veruntreut habe. Dies ist bisher jedoch nur von einem Falle bekannt geworden, in dem es sich um ca. 800 M. handelt. Wenn Kuhn, wie cs-heißt, in Damenbegleitung von hier avgereist ist, wird er mit der Summe nicht weit kommen.
-- Dynamit ans den/Eisenbahnschienen. Über die Verhütung einer furchtbaren .Eisenbahnkatastrophe werden aus V op p arö a. Rh. folgende Einzelheiten gemeldet: Auf den Schienen des Bahnüberganges hinter Hirze- !nach hielt dieser Tage ein mit 40 bis 86 Zentner. Dynamit iund anderen Sprengstoffen beladener zweispänniger Magen. Vergeblich trieb der Fuhrmann die Pferde an, Smi vor dem bald darauf die Stelle passierenden Nachtschnellzug herüberzukommen. Es verrannen für den Bahnwärter, der die Sachlage sofort überschaute und nach Hirzenach telegraphiert hatte, sowie für den Fuhrmann
trotz energischer Antreibung und größter Anstrengung den Wagen nicht von der Stelle zu bringen. Der Fuhrmann besaß in seiner Todesangst noch so viel Geistesgegenwart, dem Zuge entgegenzueilen und dessen Führer durch Schwingen mit der Handlaterne auf bas gefährliche Hindernis aufmerksam zu machen. Der heranbräusende Zug konnte infolgedessen noch rechtzeitig seine Fahrgeschwindigkeit vermindern und kam langsam bis zur Unfallstelle gefahren, wobei der. Dynamitwagen noch etwa vier Meter fortgedrückt wurde.
— Kirchliche Vvlkskvnzeric. Das erst« dieser Konzerte im neuen Jahre findet heute Mittwoch, den 3. Januar, abends 6 Uhr, in der Marktkirche statt. Die uns von ihrem früheren Auftreten in diesen Konzerten in bester Erinnerung stehende Konzert- und Oratoriensängerin Fräulein Emmy Kloos, Herr Konzertmeister van der Boort und Herr Assessor Theobald haben ihre Mitwirkung freundltchst zugesagt. In Verhinderung des Organisten Herrn Petcrsen, hat Herr Organist Grohmaun, der uns aus diesen Konzerten ebenfalls als ein hochgeschätzter Künstler- bekannt ist, die Orgelsoli und Begleitungen übernommen. Zum Vortrag kommen Arien, Lieder, Orgclsolt und Violivvorträge von Mendelssohn, Beardley, »an de Water, Ziegler, Klicka, Rheinberger uttd auf besonderen Wunsch werden die Herren Konzertmeister van der Boort und Herr-Affessor Theobald das Largo aus dem Konzert für zwei Violinen von Bach und das Andante und Allegro aus einer Sonate für 2 . Violinen von Händel nochmals spielen, worauf wir ganz besonders aufmerksam machen wollen. Das Konzert findet wie immer bei freiem Eintritt statt.
— Märcherrabend in der Loge Plato. Wir machen nochmals auf den heute Mittwoch, den 8. Januar, im Saale der Loge Plato stattfindenden Märchenabend des Königlichen Hofschaüspielers Hermann Vallentin aufmerksam. Auch eine rheinische Legende „Der Fiedler von Mainz", die bei den Cölner Blumen- spielen 1902 mit dem Preise- der Rhcinprovinz gekrönt worden ist, und die den in Wiesbaden lebenden Dichter A. C.. Strahl zum Verfasser hat, wird Herr Vallentin zum Bortrag bringen. Der Vorverkauf der Platze in den Buchhandlungen von Jurany u. Hensel, Staadt und Nocrtershäuser, sowie im Reisebureau von Engel, Wilhelmstraße, findet nur bis nachmittags 4 Uhr statt. Dann sind die Billetts an der Abendkasse erhältlich.
— Freie Schnlstellen sind zu besetzen in: 1. Gög/ges- Hausen, Kreis Westerburg, katholische Lehrerstelle mit 1020 M. Grundgehalt, freier Dienstwohnung, 180 M. Alterszulage. In dem Grundgehalt ist eine Vergütung von 20 M. für kirchliche Dienste enthalten. — 2. Caan, Kreis Unterwesterwald, katho- li'che Lehrerstelle mit 1150. M. Grundgehalt, freier Dienstwohnung, 150 M. Alterszulage. — 8. Rambach, Kreis Wiesbaden, evangelische Lehrerstelle mit 1300 M. Grundgehalt, 200 M. Mietsentschüdigmig für verheiratete, 100 M. für unverheiratete Lehrer, eventuell auch freie Dienstwohnung, 178 M. Alterszulage. — 4. Herüorn, Kreis Dill, evangelische Lehrerstelle mit '1200 M". Grundgehalt, 800 M. Mietsentschädigung für verheiratete, 200 M. für unverheiratete Lehrer, 200 M. Alterszulage. 5. Hunzel, /Kreis St. Goarshausen, evangelische Lehrerstelle mit 1070 M. Grundgehalt, freier Dienstwohnung, 150 M. Alters- zulagc. In dem Grundgehalt ist eine Vergütung von 20 M. für- kirchliche Dienst« enthalten. Anmeldungen sind zu den fünf Stellen bis zum 1. 2. 06 einznreichen, Antrittstermin am 1. 4. 06. — 6. Niedershausen, Kreis Oberlahn, evangelische
Lehrerstelle mit 1080 M. Grundgehalt, freier Dienstwohnung, 150 M. Alterszulage. — 7. Molsberg, Kreis Westerburg, katholische Lehrerstelle. mit 1100 M. Grundgehalt, freier Dienstwohnung, 1-80 M. Alterszulage. — 8. N a u n heim, Kreis Biedenkopf, evangelische Lehrerstelle mit 1050 M. Grundgehalt, freier Dienstwohnung nur für verheiratete Lehrer, 150 M. Alters- zulagc. — 9. NaurothKreis Untertannus, evangelische Lehrerstelle mit 1050 M. Grundgehalt, freier Dienstwohnung, 180 M. Alterszulage. Anmeldungen zu Stelle 6, 7, 8 und 9 sind bis zum 15. 1. 06 einzureichen. Antrittstermin am 1. 2. 06. — 10. R a bensch eiö , Kreis Dill, evangelische Lehrerstelle mit 1100 M. Grundgehalt, freier Dienstivohnung, 150 M, Alterszulage. In dem Grundgehalt ist eine Vergütung von 100 Nt. für kirchliche Dienste enthalten.- Anmeldungen sind bis zum 1. 2. 06 einznreichen, Antrittstermin am 1. 3. 06.
— „Tagblaill'-Sammlungeu. Dem „Tagblatt"-Berlag gingen zu: Für Kohlen für Arme: von Herrn Dr. insä. Leo Hirschland 100 M. — Für Mittagsessen für bedürftige Kinder: von E. M. 10 M.
Vereins-Nachrichten.
" Die Weihnachtsfeier des Männergesang-Vereins „H i l d a" findet am Sonntag, den 7. Januar, und nicht wie irrtümlich angegeben, am 6. Januar, statt.
ras Muster und die ruhigen vornehmen Farben zu einem machtvollen künstlerischen Eindruck dieses Königsmantels msammengewirkt haben müssen. Das älteste Gewebe, das iisher von europäischem Boden bekannt geworden ist, tammt von der Halbinsel Krim und wird auf 400 v. Ehr. zcschätzt. Die ägyptischen Webereien wären also noch -eichli'ch 1000 Jahre älter. Zudem beweisen, sie, daß die Weberei in Farben zurzeit des Pharao Amcnophis schon n einer überraschend hohen Blüte stand und mit einer ,ochsten Aufmerksamkeit würdigen Technik arbeitete. Die Webstühle waren ohne Zweifel aufrecht stehend, so daß >er Weber davor sitzen mutzte, sonst wäre die Feinheit ind Gleichmäßigkeit des Gewebes nicht zu erklären. Die Tunst ging sogar bei der.Ausführung so weit, daß an ge- vissen Stellen, wo dadurch eine Verschönerung in der Wirkung herbeigeführt werden konnte, die Fäden lockerer zewebt wurden, beispielsweise an den Flügeln von Zügeln. Im großen und ganzen waren die ägyptischen Weber kaum weniger geschickt als die Heutigen, und die ramals verwandten Farben, namentlich die roten und flauen, leuchten noch heute nach mehr als drei Jahr- anienden in voller Pracht.
* Frankfurter Stadttheate«. iSpiel p l a n.1 Opern-
, a u s. Mittwoch, den 3. Januar, nachmittags 3t/. Uhr: „Prinzeß Tausend-Händchen". Abends V -/» Uhr: „Frühlingsluft. Donners- ao den 4.: „Die Afrikanerin". Freitag, den 5.: Geschloffen. Sii instag, den 6.. nachmittags 8 1 /, Ut)x: „Prinzeß Tausond- jänbchen". Abends 7 Uhr: „Die Regimentstochter". Hierauf: Der verlorene Groschen". Sonntag, den 7., nachmittags 3V 2 fhr: „Prinzeß Tausendhändchcn". Abends 7 Uhr: „Rienzi", Nontag, den 8.: „Die Geisha". — Schauspielhaus.
Mittwoch, den 8. Januar: „Der alt« Bürgerkapitän . Hierauf: Der rote Schornsteinfeger". Zum Schluß: „Dodgeschosse".
Donnerstag, den 4.: „Medea". Freitag, beit 5.: „Der Kaufmann mit Venedig". Samstag, den 6.: „Alt-Heidelberg". Sonntag, »en 7., nachmittags &-/ 2 Uhr: „Telephongeheimniffe". Abends ' Uhr: „Der Kaufmann von Venedig". Montag, den 8.: „Der öclfer".
Cvblenzer Stadttheater. sSpielplan.s Mittwoch, den / Januar: „Der Herrgottschnitzer von Oberammergan". DonnorS- ag, Sen 4.:.„Der Epangelimann". Freitag, den 6.: „Die Dame wn Maxim". Samstag, den 6., nachmittags 4 Uhr: „Der Hcrr- wttschnitzer von Oberammergan". Abends 7 Uhr: „Der Zrgeuner- >aron". Sonntag, den 7., nachmittags 4PU.hr: „Der Bettel- tudent". Abends 7 Uhr: „Hofsmanns Erzählungen". Montag, >en 8.: „Mignon".
* Verschiedene Mitteilungen. Der nächste kaiserlich e G e s a n g w e t t st r e i t findet im Spätsommer des Wahres 1987 voraussichtlich in Frankfurt a. M. statt. Mt den Proben für diesen Wettstreit haben die bedeutendsten Mannerchöre bereits vor einiger Zeit begonnen.
Der König hat den bisherigen Professor der Kunstschule zu Stuttgart Grafen Leopold Kalkreuth zum Kammerherrn ernannt.
Das freie Gewerkschaftskartell in Barmen hat mit der Theatergesellschaft in Hagen einen Vertrag abgeschlossen, wonach letztere in Barmen vier Volksvorstellungen veranstaltet. Als erste Vorstellung wird „Die größte Sünde" von Otto Ernst anfgetragen. Auch in Düsseldorf hat das Gewerkschaftskartcll mit der Direktion des neuen Schauspielhauses vereinbart, daß dem Kartell das Theater an mehreren Sonntagnachmittagen zur Aufführung klassischer Vorstellungen vermietet wird.
Heinrich Vögeler, der Worpsweder Maler und .Kunstgewerbler, tritt am-8s Januar eine Erholungs- und Studienreise nach Ceylon an. Im Mürz denkt der Künstler wieder in der Heimat einzutreffcn.
Die I u r y bei den Berliner Kunstausstellungen. Die Genossenschaft der ordentlichen Mitglieder der Akademie der Künste hat insofern üerBildung einerBerufungs- instanz zugestimmt, als sie auf ausdrücklichen Beschluß es den 20 Mitgliedern der Jury änheimgibt, aus sich heraus durch das Los eine Unter- und Ober-Jury zu wählen, ein Verfahren, das die bestehenden Satzungen Anlassen würden.
In Weimar starb die Reichsfreifrau Anna von d c r T a n n - Rathsamhansen, geb. Gräfin Voß, die Witwe des im Jahre 1881 verstorbenen bayerischen Heerführers General der Infanterie, Reichsfreiherr Ludwig von der Tann-Rathsamhausen, im 77. Lebensjahre. Sie war die Gründerin des Bayerischen Frauenvereins zum Roten Kreuz und stiftete in gemeinnützigen Vereinen viel Gutes. Die Leiche wurde nach München überführt und dort an der Seite ihres Gatteii zur Ruhe bestattet.
DieChcfrcda kti o n ö c r „K r e u z - Zeit«« g" wird, wie die „L. N. N." aus Berlin melden, der Geh. Regierungsrat Dr. Hermes aus dem preußischen Kultusministerium übernehmen. Der Termin ist noch nicht bestimmt. Der bisherige Chefredakteur der „Kreuz- Zeitung", Dr. Kropatschck, scheidet ans Gesundheitsrücksichten aus seiner Stellung.
Der bisherige Ältermantt der deutschen Ärzteschaft, Sanitätsrat Dr. Peter Jacobs, ist in Cvln im Alter von "96 Jahren gestorben.
Eine deutsche ozeanograph.ische E x p c - d.ition hat im Dezember die Ausreise angetreten. Das Expeditionsschiff ist das neue Vermcssnngsschiff „Planet",
Morgerr-Airsg-rvs. 1. §um. U». 2»
— Biebrich, 2. Januar. Die prächtige Eisbahn auf dem Weiher des grotzherzoglichen Schloß park es wurde heute nachmittag der ungehinderten Benutzung sreigegeben. — Infolge der anhaltenden Kälte bringt der Main seit verflossener Nacht leichtes Treib e i s.
Bierstabt, 2.'Januar. Gestern abend veranstaltete der Hiesige Gesangverein „F r o h s i n n" unter Leitung seines Dirigenten Herrn Rektor C. Groß von Wiesbaden, unter der Mitwirkung der Gebrüder Pfaff und des Herrn Aug. Jäger von Bierstadt ein Vokal- und Jnstrumentalkonzert. Wie nicht anders zu erwarten, war der geräumige Saal „Zum Adler" schon lange vor Beginn des Konzerts überfüllt und es wurde dem Chor, sowie den Solisten lebhafter Beifall für ihre Darbietungen bargebracht. Ein Ball hielt die Teilnehmer noch bis zum frühen Morgen beisammen.
(!) Flörsheim, 1. Januar. Am hiesigen Bahnhof wird gegenwärtig eine Wasserleitung nach einem neuen patentierten System, das sich für kleinere Leitungen, speziell für die Wasserversorgung einzelner Gebäude besonders eignet, angelegt. Mittels komprimierter Lust wird das Wasser aus dem Brunnen nach den ang^fchlossenen Stellen getrieben. — Herr H. Klepper hat sein in der Kloberstvaße gelegenes Wohnhaus für 8500. M. an Herrn Joseph Geis verkauft. — Während bei Vergebung des Grubenholzes «ns den hiesigen Waldungen der voriges Jahr erzielte Erlös bei weitem nicht erreicht wurde, sind bei Sei abgehaltenen .Brennholz-Versteigerung ganz bedeutende Preise erzielt worden. So wurde das Klafter Kiefernholz mit 30—36 M. bezahlt. — Häufig ist schon über die ausgedehnte B e r e i n s g r ü n d u n g in unserer / Zeit, als einen sozialen Krebsschaden, Klage geführt worben. Selbst kaum ans der Schule^ entlassen« Knaben schließen sich zu Vereinen zusammen. So haben die im Jahre 1889 geborenen Knäbletn vergangenen Herbst hier einen „Klub" gegründet. In einem hiesigen Lokalblatte fordert nun der „Vorstand" die Mitglieder auf, sich an einer Versammlung wegen der- „Wichtigkeit" der Tagesordnung zahlreich zu beteiligen. Man möchte darüber lachen, wenn die Sache nicht auch ihre ernste Seite hätte.
(!) Vom Main, 2. Januar. Infolge des eingetretenen Frostes wurden gestern die Naöelwehre umgelegt. Die leeren Schiffe flüchten in die Winterhäfen. Beladene Kähne bringen ihre Fracht schleunigst an Ort und Stelle, um vor der bevorstehenden Eisbildung in Sicherheit zu kommen.
Ir. Usingen, 30. Dezember. Die vor 4 Jahren in hiesiger Seminarstadt gegründete „g- e r i e n l e h r c r v e r c i n igun g" hat sich bewährt. Eine Anzahl Lehrer aus Usingen, andere, die bei Berivanbten die Ferien hier verbringen, dazu die städtischen Lehrer versammeln sich je in den Ferien einmal, um über Beruf, Tagesfragen und Kunst sich gegenseitig auszusprechen. Auch die Förderung gemeinnütziger Interessen lassen sich die Mitglieder angelegen sein, da sie wiederholt zu dem Fonds des Walraddenkmals beisteuerten und am letzten Bereinsabend einen kleinen Beitrag zur Herstellung eines AussichtStirrmes im SHloßgarten stifteten.
-rn. Lorchhausen, 2. Januar. Die Weinernte in der Gemarkung Lorchhausen stellte sich in bezug auf Rotwein auf 86 Hektoliter. — Der Eichmeister H. Dahlen wurde zum amtlichen Sachverständigen für die Ausführung von Des- infektioüsarbeitcn an Wurzeln nnd Blindreben mittels Schwefelkohlenstoff ernannt.
in. Vom Rhein, 2. Januar. Bei Remagen ist der Kapitän eines dort vor Anker liegenden Schiffes aus England in den Rhein gestürzt und ertrunken. Der Kapitän war an Land gewesen und kam nachts zurück. Auf dem Steg nach dem Schiffe stürzte er ab und blieb mit einem Fuß an einer Kette, die an der Seite des Schiffes befestigt war, hängen, so daß er mit dem Kopfe zuerst bis an die Beine jm Wasser hing. Am Morgen wurde er tot aufgefundeii. Er war 57 Jahre alt und hinter- läßt Familie.
in. Bingen, 2. Januar. Seit gestern Morgen bringt die Nahe dichtes und schon recht starkes T r e i b e i s in ihrer ganzen Breite mit. Der Rhein hat Noch kein Treibeis, bei weiter fort- danerndein Frost dürfte aber auch dieses nicht ausbleibcn. --- Gestern morgen stand die Temperatur auf fast 5 Grad unter-Null. In langsam«» Steigen ist der Wasserstand begriffen. Ein lebhafter Schiffahrtsverkchr ist im Gange, da man vor stärkerem Frost noch möglichst viel Güter befördern will.
9 Aus der Umgebung. Tie-Königliche Eisenbahnbehörde Hai in Bierstaöt eine - bahnamtliche Spedition errichtet und dieselbe Herrn Spediteur L. Hofmann dort übertragen.
Das sechsjährige Söhnchen des SägewerkSbefitzers Herrn Konrad Rehm in E l t v i l t c kam der Transmission zu nahe, wurde erfaßt und am Hintcrkopf erheblich verletzt. Das Kind wurde nach dem Hospital in Wiesbaden verbracht.
In Freiendiez wurde eine Jahrhunderte alte Eichk gefüllt, die einen Umfang von 5,75 Meter, einen Durchmesser von nahezu 2 .Meter und eine Länge von ungefähr 5 Meter hatte.
Die Hundespcrre im U n t e r l a h n k r e i s ist mit dem 4. Januar aufgehoben, Ausgcnomlnen von dieser Verfügung
ein Dampfer von 650 Tonnen. Das Forschungsgeviet if der westliche tropische Große Ozean, wo (in Matupi) daß Schiff mehrere Jahre stationiert bleiben soll. Nach den „Globus" umfaßt die Aufgabe der Expedition neben Tief- seeforschungen Untersuchungen der meteorologischen Verhältnisse der oberen Luftschichten mittels Drachen. Fü: die geplanten Küsterraufnahmen soll die Stercophotv- grammetrie in größerem Umfange herangezogen werden; ferner wird man diese Methode auch für die Ermittelung und Darstellung der Größe und Gestalt der Meereswellen erproben.
Der in den letzten Lebensjahren des Komponisten zu Wien gegründete H u g o W o l f - B e r e i n, der sich die Verbreitung Wolfscher Musik zur Aufgabe setzte, soll, da diese Aufgabe als gelöst zu betrachten ist, in den letzten Dezembcrtagen aufgelöst worden sein.
Wie das „Wr. Extrabt." mitteilt, hat Frau Hans: N i es e von Direktor Amberg einen glänzenden Engagc- mentsantrag für Amerika erhalten: Tausend Mark für den Abend, verbürgte dreißig Vorstellungen, freie Überfahrt für zwei Personen und vollständig freie Station ebenfalls für zwei Personen während des ganzen Aufenthalts im Nankeelände. Die Wiener Künstlerin hat sich bisher doch nicht entschieden.
Der in den letzten Lebensjahren des Komponisten zu W i eit gegründete Hugo Wölf-Bercin, der sich die Verbreitung Wolfscher Musik zur Aufgabe setzte, soll, da diese Aufgabe als gelöst zu betrachten ist, in den letzten Dezembertagen aufgelöst werden,
Kosmos, Gesellschaft der. Naturfreunde in Stuttgart, zählt gegenwärtig 18 000 Mitglieder.
Die bekannte im Verlag von Oskar Coblentz, Berlin erscheinende „Allgemeine medizinische Zentral z e i t n n g", die älteste medizinische Wochenschrift, beginnt im Januar 1906 bereits ihren 75. Jahrgang.
Ein a l t e s r v m i s ch e s Dorf ist in England bei dem Dorfe Watchfield in Berkshire entdeckt worden. Man hat die Fundamente und Reste von Wohnstätteir, ferner viele Töpferwaren, Krüge, Flaschen, Ziegel, Nägel und andere Gegenstände gefunden. In einew Wasserkrng lagen zwei Dirhend Münzen, meistens von dem sogen. Kaiser Allectus.
Englische Blätter melden: Zwei Professoren der Landwirtschaftlichen Akademie in Tokio haben ein Verfahren erfunden, durch das sie aus dem Mochi-Reis Kautschuk Herstellen. Dieser Reis wurde bisher nach
