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MMwsch, 27 . De ember 1905,

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N«. cos Avei»d-A«sgabe. 1. Blatt. Wiesbadener Tagdlarr.

heißt sich nicht mancher Papa heute schon beim Anblick teurer Spielsachen-Trnmmcr, baß es diesmal aber ganz gewiß das letztemal war, wo er sein gutes Geld für so'n Zeug zum Fenster hinausgeworfen hat? Hier und da wird das zutreffen, im allgemeinen aber wird die stille und laute Weihnachtsfreude noch nachzittern: so lange die Tanne im Zimmer duftet, ist die Weihnachtsstimmung lebendig. Und außerdem: die Zeitzwischen den Jahren" ist ja ohnehin eine recht stille Zeit, so daß man schließlich öie Weihnachtsfreude gerne noch eine Zeitlang flackern läßt und sich friedlich selbst mit zerbrochenen Spielfachen verträgt, die leider allzufrüh an das Endliche aller Erden­freude erinnern. Noch ein paar rasche Schritte und das neue Jahr tritt auf. Und beim Silvesterpunsch werden öie letzten Kerzen des Weihnachtsbaumes abgebrannt . . .

o. Der Magistrat und das Volksschulgcsetz. Der 'Magistrat hat den Gesetzentwurf über die Schulunterhal­tungspflicht der Schulöeputation zur eingehenden Prü­fung überwiesen. Wenn deren Ergebnis auch noch nicht vorliegt, so ist der Magistrat doch einig darin, daß die Städte alle Ursache haben, zu dem Gesetzentwurf Stellung Lu nehmen und dafür zu sorgen, daß von ihren Rechten an der Schule nichts verloren geht. Er erklärte sich des­halb auch mit dem Vorschläge des Magistrats von Cassel einverstanden, zu dem Zwecke den preußischen Stäütetag einzuberufen.

Ein neuer Prozeß droht der Stadtgemeinöe Wies­baden, und zwar, wie aus denEinsendungen aus dem Leserkreise" in unserem Sonntagsblatte hervorgeht, von Eigentümern von Thermalquellen, welche sich durch die am Bäckcrbrunnen durch das Kanalbauamt vorgenommene Arbeiten in ihrem Besitzstände bedroht glauben, weil der Spiegel ihrer Quellen sich merklich gesenkt hat. Die Quelleninhaber bestreiten der Stadt das Recht zur Ausführung der erwähnten Arbeiten am Bäckerbrunnen in dem bestehenden Maße und verweisen aus die strenge Durchführung der in dieser Frage speziell für Wiesbaden bestehenden Gesetze und Verordnungen gegenüber privaten Unternehmern nach dem Grundsätze: »Was dem einen recht, ist dem anderen billig". Es war schon vor kurzem darauf hingewiesen worden, daß z. B. die Wilhelmsheilanstalt Hierselbst ebenfalls infolge der wehrerwähnten Grabungen durch das Kanalbauamt Unter einem Mangel des Zuflusses von Thermalwasser SU leiden habe und daß dieser Zustand gerade im Hin­blick auf die zurzeit in der genannten Anstalt als Rekon­valeszenten weilenden Afrikakrieger doppelt empfind­lich und bedauerlich sei. Man bestritt zwar diese Tat­sache insofern, als man deren Ursache von zuständiger Seite nicht zugeben und die Schuld anderen zuschieben wollte. Demgegenüber aber wird auf das bestimmteste versichert, daß die bedrohlichen Erscheinungen, welche in den Kreisen der Quelleninhaber natürlich große Er­regung verursachen, lediglich der eigentümlichen Tätig­keit des Kanalbauamtes zur Last fielen und daß letzteres den Fall obendrein in ziemlich rücksichtsloser Weise ein­seitig im kommunalen Interesse ausschlachte. Sind alle diese Behauptungen begründet, so darf wohl die Erwar­tung ausgesprochen werden, daß auch hier die Aufsichts­behörde schleunigst nach dem Rechten sieht und Bcein- irächtignngen nicht nur privatrechtlicher, sondern in enn- ventcm Sinne allaemeiner Natur entgegentritt da die Thermalquellen Wiesbadens den Weltruf unserer Stadt begründen und daher unter allen Umständen auf das energischste geschützt werden müssen. Dann wird wohl wich noch rechtzeitig einem Rechtsstreit vorgcbengt wer­den können, der unter Umständen für den Stadtsäckel Noch unangenehmer ausfallen dürfte wie der in diesen Tagen bekannt gewordene Prozeß wegen der Hammer­wühle.

o. Volkszählung. Bei der Volkszählung vom 1. Dez, wurden bekanntlich 100 056 ortsanwesende Personen hier llezühlt: 45 870 männliche und 55 585 weibliche, sowie 1788 aktive Militärpersonen. Der Religion nach sind davon 84 180 (28 998 männliche und 35 182 weibliche) evangelisch ^2 678 (14 505 münnlickw und 18 173 weibliche) katholisch, 2651 (1178 männliche und 1473 weibliche) Juden und 1446 Angehörige anderer oder unbekannter Bekenntnisse. Von den Evangelischen vezeichneten sich 38 875 (18 039 münn- kiche und 20 830 weibliche) als uniert, 12 057 (5349 männ- kiche und 6708 weibliche) als lutherisch, 5856 (2850 männ- kkche und 3006 weibliche) als reformiert, 7892 (326 münn- ^khe und 4632 weibliche) als anderer evangelischer Rich- i^ug. Au W o h n st ä t t e n wurden 5517 bewohnte und unbewohnte Wohnhäuser und 102 andere bewohnte Gebäude (Hütten usw.), an Haushaltungen 21183 ^wohnliche Haushaltungen von zwei und mehr Per­sonen, 1852 einzcllcbendc Personen mit eigener Haus­wirtschaft, 218 Gasthäuser, Herbergen und dergleichen mit ^»logierten Gästen und 64 andere Anstalten aller Art er­mittelt.

. , Todesfall. Am Sonntag starb nach langem Kränk­let Herr Fritz Roth, der frühere Inhaber des bckann- en Bildhauerei- und Grabsteingeschäfts am neuen Fricd- ivf. Der Verstorbene hat ein Alter von nahezu 51 Jahren ^reicht, ein Gemütsleiden, welches ihn vor längerer Zeit ^fallen, hatte den Grund zu seinem frühen Ableben ge- Müt. Herr Roth war ein tüchtiger, intelligenter Geschäfts­sinn, ein lauterer Charakter und ein in weiten Kreisen siebter und geachteter Mitbürger, dessen Andenken ^vren bleibt.

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- o. Eine Maffenkündignug städtischer Arbeiter, von der .n den letzten Tagen vor Weihnachten die Rede war, hat ^ diesen Kreisen nicht geringe Aufregung hervorgerufen, r.is Bauamt, so hieß es, wolle 200 Straßenbauarbeitcrn Nnüigen. Richtig ist, daß sich das Bauamt gegenwärtig iourch in einiger Verlegenheit befindet, daß es nicht ge- AiSende Arbeit für alle Leute hat, die ständig bei der tadt beschäftigt sind. Um nun einerseits den Stadtsäckcl /was zu entlasten, andererseits aber die Leute nicht bröt- °®, Sit machen, sic auch bei nächster Gelegenheit wieder ^isen zu können, wollte das Bauamt etwa 150 Mann Manlassen, sich für städtische Notstandsarbeiten vvrmer-

ken zu lasten, so daß sie also nur für deren Dauer aus dem städtischen Arbeitsverhältnis ausgeschieüen wären. Da nun aber die Notstandsarbeiten, trotz allen gegen­teiligen Versicherungen der Beamten, von den Arbeitern als eine Art Armenunterstützung angesehen werden, so waren auch die städtischen Arbeiter von diesem Ansinnen des Bauamts wenig erbaut. Doch der Magistrat kam ihnen zu Hülfe und befreite sie noch vor Weihnachten von dieser Sorge, indem er beschloß, daß alles beim alten bleiben solle. Das Bauamt wird dafür sorgen, daß die Leute auch während der Wintermonate, wie bisher, be­schäftigt werden. Die Stadt kann sie auch nicht entbehren, denn für die nächste Zeit schon stehen wieder größere Ar­beiten, wie der Umbau der Nikolasstraße und Neupflaste­rungen in der Luisen- und Oranienstratze, bevor. In früheren Wintern wurden die Leute in dieser Zeit häufig mit Schneefegen beschäftigt, doch gab cs hierzu bis jetzt keinen Anlaß. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß sich bis jetzt 175 Notstandsarbeiter, von denen jedoch nur 85 die ihnen angewiesene Arbeit, Steineklopfen, übernahmen, gemeldet haben. Diese Arbeit ist zwar keine leichte, doch sollen fleißige Leute damit in 14 Tagen 70 bis 80 Mark verdient, andere es auch nur auf 5 bis 6 Mark in der Woche gebracht haben, wie die Verwaltung an­nimmt, um zu zeigen, daß mit dieser unbeliebten Arbeit nichts zu verdienen sei. Heute wurde eine große Not­standsarbeit die Abgrabung von 3000 Raummeter Erde von den städtischen Bauplätzen neben der Oberrealschule am Zteteir-Ring, vergeben. Sie wurde Herrn C. Schätz-, lcr unter der Bedingung übertragen, damit in erster Linie Arbeiter, die sich bei der Stadtverwaltung als Not­standsarbeiter gemeldet haben, zu beschäftigen.

Die evangelische Bergkirche ist am Sonntag vor Weihnachten zum erstenmal seit längerer Zeit wieder für die Abhaltung des Gottesdienstes benutzt worden. Sic war vom 18. Juli ö. I. ab wegen Reparaturen und Reno- vierung geschlossen gewesen. Seit ihrer Erbauung im Jahre 1879 sind in der Kirche Erneuerungen nicht vorge­nommen worden. Sie war trotzdem noch relativ gut im­stande, nur die Vergoldung war abgcblaßt und die Wand­malerei an einigen Stellen unschön geworden. Deshalb beschloß mau die Renovierung. Diese fand unter Leitung des Geheimrats Otzen aus Berlin statt, der auch seinerzeit die Kirche erbaut hat. Die Malereien führte Maler Hildebranö von hier aus. Er hat die ihm übertragene Aufgabe in vorzüglicher Weise gelöst. Die neue Wand­malerei ist mit vornehm künstlerischem Geschmack ausge- wählt und prächtig ausgeführt. Die Gemälde sind sorg­fältig nachgcsehcn und schadhafte Stellen beseitigt wor­den. Fast überall ist die Vergoldung erneuert worden, und besonders der Altar mit seinen Schnitzereien und Verzierungen präsentiert sich jetzt in wesentlich vorteil­hafter Weise. Tie gemalten Fenster sind einer gründ­lichen Reinigung unterzogen worden, man könnte sie für ganz neu halten. Der Boden der Kirche ist mit Mett­lacher Plättchen belegt worden. Auch die Sakristei hat verschiedene Verbesserungen erhalten. Besondere Erwäh­nung verdient die Einrichtung der elektrischen Beleuch­tung. Am Abend ist eine glänzende Erhellung der Kirche dadurch möglich, was jetzt in den Weihnachtstagen schon wirkungsvoll zur Geltung kain. Daß die Renovierung der Kirche erhebliche Kosten verursachte, ist selbstverständ­lich. Doch ist ein Teil des^Betrages, besonders das Geld für die elektrische Beleuchtungsanlage, wie bekannt, von Mitgliedern der Gemeinde geschenkt worden.

Weihnachtsfreude. DieWiesbadener Kronen Brauerei" hat, wie schon seit einer Reihe von Jahren, ihrem gesamten Personale auch in diesem Jahre eine besondere Freude bereitet. Jeder in ihrem Betrieb be­schäftigte Arbeiter erhielt ein nach der Zeit seiner Zu­gehörigkeit zu demselben bemessenes Geldgeschenk so­wie Weihnachtsbaum, Konfekt usw. Abgesehen von der Freude, welche die Direktion der Kroncn-Brauere: ihren Arbeitern bereitete, ist ein derartig schöner Brauch auch geeignet, die Harmonie zwischen Arbeitgeber und Arbeit­nehmer in einem günstigen Lichte zu zeigen.

Weihnachtsfeier auf dem Rhein. Altem Brauche gemäß, hatten die Schiffe auf dem Rhein an den Weih- nachtsfci erlagen festlichen Flaggenschmnck angelegt und auf den Spitzen von den Masten prangten vielfach buut- geschmücktc Christbäume, die, dem Herkommen folgend, gewöhnlich erst amDreikönigstag", den 6. Januar, wieder hernntergenommcn werden.

Neujahrs-Bricfvcrkehr. Unerläßliche Vorbedin­gung für die ordnungsmäßige Beförderung und die pünktliche Bestellung der Neujahrs-Briefsendungen ist eine richtige, deutliche und vollständige Aufschrift. Zur Vollständigkeit der Aufschrift gehört bei Briefen nach Städten die Angabe von Straße, Hausnummer, Gebäude­teil und Stockwerk, bei Sendungen nach Berlin außer­dem die Bezeichnung des Postbczirks und der Nummer der Bestellpostanstalt (0. 2, 8. 14. NW. 40). Zur Erleichte­rung des Stempels- 'chäfts müssen die Freimarken stets in die obere rechte Ecke der Aufschriftseite geklebt werden, wie dies auch in § 3 der Postordnung vorgesehen ist. Fer­ner ist es dringend erwünscht, daß die Firmen ihre Maffenörucksachcn nicht zu Neujahr, sondern zu einer für die Post günstigeren Zeit kurz vor- oder nachher ein» liefern. Um dem übermäßigen Andrang an den Schaltcr- stellen zu begegnen, empfiehlt es sich, die Postwertzeichen für die Neujahrs-Vriefsendungen schon einige Tage vor Neujahr zu kaufen. Zur beschleunigten Abfertigung des Publikums ist bei sämtlichen hiesigen Postanstalten vom 28. ab in den Hauptverkehrsstunöen je eine besondere Schalterstclle nur für den Markenverkauf eingerichtet. Am 30. und 31. Dezember findet der Verkauf von Postwert­zeichen an sämtlichen Schalterstellen der hiesigen Post­ämter (auch an der Paketannahme und an den -Ausgabe­stellen), sowie bei der Telcgrammannahme des Telcgra- phenamts statt.

Ein Wort für die Neujahrskarte. Ter Vorstand des Vereins deutscher Steindruckereibesitzer in Leipzig sendet uns folgendes zur Veröffentlichung: In den Tagesblättern ergeht seit mehreren Jahren um die Weih­nachtszeit vielfach durch Armenkassenverwaltungen, Wohl­tätigkeitsvereine usw. die Aufforderung, sich durch eine Geldspende für die Armen von der zum allgemeinen

Brauch gewordenen Versendung von Neujahrs-Glück­wunschkarten abzulösen. Es wird damit eine Anregung gegeben, die ohne Zweifel gut gemeint ist und nur Aner­kennung verdienen würde, wenn deren Befolgung nicht mit einer äußerst empfindlichen Erwerbsschädigung für eine sehr große Zahl von Gewerbetreibenden und Arbei­tern, die bei der Herstellung und dem Vertriebe von Glückwunschkarten beschäftigt sind, verknüpft wäre. An diese bedauerliche Folge wird von denen, welche zur Ab­lösung der Neujahrskarten anregen, und von allen, die sich dazu bereit finden lassen, so wenig gedacht, wie daran, daß diejenigen Kreise, welche von der Ablösung Gebrauch machen, dem besser und bestsituierten Teile der Bevölke­rung angehören, es also nicht notwendig haben, das eine zu lassen, um das andere zu tun. Man übersieht auch ganz, daß durch Veröffentlichung einer. Liste, in welcher die Namen der an der Ablösung Beteiligten verzeichnet werden, der Zweck, den der Kartenversender im Auge hat, und der Eindruck, den eine Glückwunschkarte auf den Empfänger macht, gar nicht erreicht werden kann. Gebe jeder dem Armen, soviel er vermag, und jeder, der sich dazu gedrängt und berufen fühlt, rege zur rechten Zeit und in rechter Weise zum Wohltun an, nie aber sollte dieZ geschehen zum Schaden für einen der zur allgemeinen Wohlfahrt erforderlichen Nahrungszweige.

Fernsprechverkehr. Zum Fernsprechverkehr mit Wiesbaden ist neuerdings zugelassen: Gonöelsheim vom 2. Januar 1906 ab. Die Gebühr für das gewöhnliche Dreiminutengespräch beträgt 1 Mark.

Hnndespcrre im Untcrtaunnskreis. Der am 24, November ö. I. in E s ch e n h a h n durch den Kreistier­arzt als tollwutvcrdächtig erklärte Hund wurde an das Kgl. Institut für Infektionskrankheiten in Berlin zur Unter­suchung gesandt. Die dort vorgenommenen Jmpfversnche haben typische Tollwut bei den Versuchstieren hcrvorge- rufen, und es ist deshalb vorläufig an eine Aufhebung der Sperrmatzregeln nicht zu denken.

o. Lebensmüde. Am Sonntag hat sich der seit einigen Wochen in einem hiesigen Hotel wohnende Chemiker Dr. F u ß aus Heidelberg erschossen. Mißliche Ver­mögensverhältnisse sollen die Veranlassung gewesen sein. Der im 50. Lebensjahre stehende Manu hatte sich, wie wir hören, seinerzeit mit einer vermögenden Weinhändlers­witwe aus Rüdesheim verlobt, die kurz vor der Verhei­ratung starb, ihn aber, testamentarisch zu ihrem Erbes einsetzte. Dieses Vermächtnis wurde von den Angehöri­gen der Verstorbenen im Prozeßwcge angefochten. Dr. Fuß soll zwar die beste Aussicht gehabt haben, den Prozeß zu gewinnen, doch vermochte er aus dem oben an­gegebenen Grunde das Ende nicht abzuwartcn.

Schlägerei. Im Wellritzviertel ging es in der Nacht zum zweiten Feiertag sehr lebhaft her. In der Helenenstraße entstand eine größere Schlägerei, die längere Zeit dauerte und deren Radau die Bewohner aus dem Schlafe weckte. Schließlich kam Polizei und brachte die Kämpfenden auseinander.

o. Die Feuerwache wurde am Samstagnachmittag kurz vor 6 Uhr nach der Mauergasse gerufen, woselbst in dem Eichmannschen Laden ein im Erker stehender Tannenbaum in Brand geraten war, der jedoch von dem Laüenbesitzer rasch gelöscht werden konnte, so daß die Wache nicht mehr in Tätigkeit zu treten brauchte. Am zweiten Feiertag rückte die Wache zweimal aus, das erste Mal um %4 Uhr nachmittags wegen eines Schornsteinbrandes im Hanse Oranienstratze 41, den sie bald gelöscht hatte, das zweite Mal um %7 Uhr abends. In diesem Falle war ihr telephonisch gemeldet worden, im Hanse Emserstratze 28 brenne es. Doch dort war man nicht wenig überrascht, die Feuerwehr zu sehen, denn Schadenfeuer war kcins ausgebrochen, auch von dem Alarm nichts bekannt. Wer den letzteren ver­anlaßt, vermochte die Wache nicht zu ermitteln.

o. Unfall. Der auf derSteinmühle" an der Mainzer Landstraße bcdienstete Knecht Leopold Scheurich wurde daselbst am ersten Feiertag durch den Hufschlag eines Pferdes so schwer am Kopfe verletzt, daß er durch die Sanitätswache in das städtische Krankenhaus gebracht werden mußte.

Kurhaus. Zu dem großen W c i h n a ch t s ba l l e, welchen die Kurverwaltung am nächsten SamStag veranstaltet, ist der Eintrittspreis für die Kurhaus-Abonnenten, d. h. sowohl für die Inhaber der diesjährigen alS bereits gelösten nächstjährigen Hiesigen-Kmien, sowie für die Inhaber von Saison- nnü Jahrcs- fremdenkartcn auf 2 Nt. ermäßigt. Die betreffenden Kurhans- karten sind bei Lösung der Ballkarten zwecks Abstempelung vorzu­zeigen. Für Ntchtinhaber der erwähnten Karten beträgt der Eintrittspreis 4 M. Der Saal wird seitlich dekoriert und der weihnachtliche Charakter durch Aufstellung mehrerer Weihnachts­bäum« gewahrt sein, wie auch wieder eine Verlosung von wert­vollen Weihnachtsgeschenken stattfinden wird. Zum Besuche des Balles ist unbedingt BaütoUette (Herren: Frack und weiße Binde) erforderlich. Morgen Donnerstag findet Operetten- u n ö Walzer-Abend des städtischen Kurorchesters statt.

Der Rennklub hält heute abend tv/- Uhr im Saale des Hotels Grüner Wald" seine jährliche Mitgliedcr-Versammlnng ab, auf deren wichtiger Tagesordnung u. a. der Verkauf des Rcnn-Geländes an die Stadt Wiesbaden steht.

Das Weihnachlskvnzert des Brckerschen Kouscrvatvrmuis findet heilte Mittwochabend tm Saale üeö Katholischen Leseoer­eins. Luisenstraße 27. statt. In der 1. Abteilung um 6 Uhr ge­langen Weihnachtsstücke für Klavier zu 4 und 8 Händen zum Vor­trag. In der 2 . Abteilung werden größere Konzertstücke, u. «.: Große Polonäse, op. 22 von Chopin (gespielt von der Pianistin Fräulein E. Reuter): ferner Solo- und Ensemblevorträge für Klavier. Lieder, Duette nnü mehrstimmige Gesänge zur Auf­führung gelangen. Besonderes Jntcrcffe bringt die Ausführung in der 8. Abteilung, 8>/- Uhr,Die Meerkönigin", Märchen- dichtung von R. Musiol für Sopransolo (Fräulein K. Huik), Aaritonsolo (Herr H. Wcstenbergcr), Klavier (Fräulein E. Reuter), Deklamation (Fräulein I. Blättner) und Chor (Sopran und Alt) und Musik von F. Hummel. Programme, welche zum Eintritt berechtigen, sind am Saaleingang erhältlich.

Genossenschasisregister. In das Genossenschaftsregister ist die Krcdit-Ein- und Verkanssgenosseiychaft der Tapezierer-Innung zu Wiesbaden, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung, mit dem Sipe zu Wiesbaden eingetragen worden. Das Statut der Genossenschaft ist vom 7. August 1805, eine Änderung desselben vom 2. November 1806. Der Gegenstand des Unter­nehmens ist: 1. Ankauf von Rohmaterialien, Maschinen, Werk­zeugen usw. für die Mitglieder, 2. Annahme und Verzinsung der Einlagen, Hebung des Sparstnnes, Einziehung geschäftlicher Forderungen der Mitglieder, 8. Gewährung von Kredit, Diskon­tierung von Wechseln, 4. Einrichtung für vorteilhaften Verkauf und Absatz ihrer gewerblichen Erzeugnisse, 5. Vermittelung in ge- schästlichcn Streitigkeiten, sowie Abwehr und Rechtsschutz gegen Ubergrisse aller Art. Der Vorstand besteht aus: Fritz Kaltc