N». 601
Movgr«-A«sgade. i. Klatt.
Wiesbadener Tagdlatt.
Somrrag, 34. Drxemver 1808.
Ssite 5 .
Wilhelmstraße 54, ein Sofakissen und bat, ihr dasselbe mit Quittung nach ,Mlla Maria", Rheinstraße, zu senden. Diese Villa gibt es in der Rheinstratze nicht. Die Schwindlerin hat vermutlich den Aufenthalt in der Ausstellung zu Diebstählen benutzt.
o. Auszeichnung. Dem städtischen Weinbergs-Aufseher Herrn Schäfer wurde anläßlich seines 80jährigen Dienstjubiläums Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.
— Residenz-Theater. Der Bedeutung des ersten Feiertages entsprechend, geht am Mvntag ein ernstes, gehaltvolles Stück in Szene: Petzolds Schauspiel „Es werde Licht!" In diesem aktuellen Werk, das in einem dörflichen und priesterlichen Milieu spielt, wird die Beichtfrage und die Sündenvergebung behandelt. Der Held des Stückes ist der junge Pfarrer Balkner, diesen spielt Heinz Hctebrügge, die anderen Hauptrollen sind mit den .Herren Rücker und Weber und den Damen Krause, Schenk und Noorinan besetzt, Herr Rücker führt die Regie. Der Dichter, der auch den Proben beigewohnt, wird am Abend der Aussührung anwesend sein. — Am Montagnachmittag (1. Feiertag) ist Sudermanns „Stein unter Steinen" zu halben Preisen. Der zweit« Feiertag, Dienstag, wird vom Humor beherrscht und kommen von hiesigen Schriftstellern zu Wort: am Nachmittag Rich. Skowronnek mit seiner Komödie „Das graue Haus" und am Abend Curt Kraatz mit seinem neuen Schwank „Die Doppelehe."
— Walhalla-Theater. Am 1. Feiertage beginne» die beiden ,E r ö f f n u n g s -B o r st e l l u n g e n des großen Weiynachts- sest-Programms. An beiden Feiertagen finden je zwei Wortstellungen statt. Nachmittags 4 Uhr bei kleinen und abends 8 Uhr bei gewöhnlichen Preisen. Aus dem reichen Repertoire des aus neun erstklosfigen Debüts bestehenden Programms heben wir besonders hervor: Lcs trois Dafils, die berühmten Kunst- »nd Meisterschaftsfahrer auf Bicykle und Motorrädern in der Luft, Lantini-Trto, der Jongleur im Salon, Les Figinis mit ihrer sensationellen Neuheit, Burton und Mago, moderne humoristische Reckturner. Als weitere Glanznummern verdienen erwähnt zu werden: The 3 Bernhards, phänomenaler Kraftakt aU hängenden Seile», Mlle. Gillon mit ihren dressierten Rasse- tauben, Reset del'Jane, Primaballerina vom Hoftheatcr in München, Qkrtcttc Milard, Soubrette, Alois Pöschl, der hier io beliebte Humorist.
— Wiesbadener Privat-Handclsschnle. Mit der räumlichen und ziffernmäßigen Ausdehnung, welche unser zur Großstadt erblühtes Wiesbaden erfahren hat, ist erfreulicher Weise auch Handel und Wandel in rascher, noch vor wenig Jahren ungeahnter Weise gewachsen. Wurde jahrhundertelang das alte „Mattiacum" nur als Heilung spendender Bäderplatz genannt und von den vielen Tausenden, denen seine gesegneten Duellen Linderung und Genesung brachten, verehrt und gepriesen, so hat auch jetzt sein Name, was ihm lange versagt war, im Reiche Merkurs und seiner Jünger einen guten Klang. Die Zahl hochangcsehcner Firmen und Hanülungshüuser in allen Zweigen des Geld- und Warenumsatzes steigert sich fortwährend: staatliche und städtische Behörden, tatkräftige, strebsame Männer und ziclbcwußte kans- männische Vereine fördern und stützen diese erfreuliche, Wohlstand bringende Entwickelung: Reform-, F"rlb°lönn. s- und
Handelsschulen sind bemüht, mehr und mehr im die mchmünnischc Heranbildung leistungsfähiger Kauflcnie zu s.rgen und sie mit gründlichen Kenntnissen und solidem Wissen auSzurüsten und aus ihnen leistungsfähige, den heutigen vielverlangendcn Bcrhült- »iffcjt gewachsene und dem wirklichen Kanfmannsstandc würdige Mitglieder zu schaffen. Diesem dringenden Bedürfnis noch mehr Rechnung zu tragen, ist dem Kaufmann Hermann Bein die Erlaubnis zur Führung einer Handelsschule erteilt worden. Er wird dieselbe mit dem kommenden Jahre unter der Bezeichnung: „Wiesbadener Privat-Handelsschnlc" allen, welche sich dem Käus- wannsstanüc oder einem speziellen Zweig desselben widmen wollen, in seinem Hause Rheinstraße 103, 1, eröffnen. Der Ge- «aniite steht seit fast 3 Jahrzehnten inmitten des kaufmännischen »rtriebes: er verfügt über gediegene Kenntnisse und reichliche, m leitenden Stellungen erster hiesiger und auswärtiger Handelsfirmen und Verwaltungen gesammelte Erfahrungen, so daß umcr seiner Leitung dem neuen Lehrinstitut selbst, wie auch seinen Sichnlcrn und Schülerinnen ein guter Erfolg versprochen werden Es ist Sorge getragen, daß auch die im kaufmännischen Wissen schon Vorgeschrittenen oder ättere Damen und Herren »ie in irgend einem Fach gewünschte Weiterbildung in völlig zu- agcnder Form erhalten können. Wünschen wir dem neuen Institut und seinen Besuchern ein gesegnetes Gedeihen und guten Erfolg.
— Wiesbadener Karneval. Der Wiesbadener Karnevalvercin „N a r r h a I l a" hat jetzt sein endgültiges Programm für die Karnevalsaison 1900 festgestellt. Er veranstaltet zur Eröffnung des Karnevals bereits am 1. Januar 1906, abends 8 Uhr II Min.,
t - ... — Konzertmusi.
uni'fi von der 2<«r Artillerie unter Leitung des Stabstrompeicrs Herrn Henrich gestellt. Nach dem Konzert findet wie bei allen Veranstaltungen der Narrhalla Ball statt. Der Eintritt zum Unzeit ist auf allen Plätzen auf 50 Pf. gestellt, damit jeder Gelegenheit hat, dem Karneval huldigen zu helfen. Di« erste -n'lks-Cnla-Da,neusitzung findet Sonntag, den 14. Januar, die zweite Bolks-Gala-Damensitznng Sonntag, den 28. Januar, die dritte große Gala- und Fremücnsitzung am II. Februar im Kaiser- ?°I« statt. Fastnacht-Sonntag, den 25. Februar, findet im ganzen Gtablißement „Kaisersaal", im großen und den beiden kleinen t-ale», sowie im Hofranm von nachmittags 8 Uhr ab großer Mariischer Jahrmarkt, sowie Kinder-Maskenfest statt: in sämt- ilchen Sälen des Etablissements konzertiert von 3 Uhr ab die , 'Ustk und abends 8 Uhr 11 Minuten findet der seit Jahren 1» sehr beliebt gewordene Volks-Bürger-Waskenball mit PreiS- »ertcilunq statt, wozu zwei Kapellen spielen. Außerdem soll am Eastnachtdienstag ««och eine große außergewöhnliche närrische ->eran,talt»ng stattfinden. Also kann dieses Jahr dem rheinischen Karneval nach Herzenslust gehuldigt werden.
, Di..Tagbla«"-Sammlitngen. Dem „Tagblatt"-Verlag gingen Für Kohlen für Arme: von Frau Grüning 30 M.. von 11 w M., von L. W. 10 M.. von Df. C. 5 M., von T. H 3 M - »für Frühstück für Schulkinder: von T. H. 3 M., von Fräuieiu %■ 3 ff., von 8. W. 10 M., von Dr. C. 5 M. - Für M.ttagL Men für bedürftige Kinder: von Frau S. 1 M., von Frau Grnning 10 M., von L. W. 10 M„ von Dr. C. 5 M., von T 0 «>> Jür die Augenheilanstalt: von .1. .1. 10 M.
-• — Jur das Verforgungshans für alte Leute: von 1 1 0 M von E. W. 2 M.. von A. B. 5 M. - Für die Kindes -ewahranftalt: von E. W. 2 M., von Frau S. 1 M., von X I G Ae. — Für den Kinderhort: von T. H. 3 M., von Frai> Amtn' berichtsrat Follenius 4 M., von L. W. 10 M., von Dr. C 5 SB "du Jpuu S. 1 M. — Für die Schrippcnkirche: von A. K' 5 M ' von Frau M. 2 M., von T. H. 3 M. — Für das Rettungsbaus- v°n Frau Amtsgerichtsrat Follenius 3 Al von CW2M- Für das Paulinenstist: von A. V. 5 M., von Frau S 1 M _ Fil,^ verschämte Arme: von Fräulein S. 8 M., von T. H.H
Z Für den Gefängnisverein: von Z. 5, M.. von T H s m j vur di« Herberge zur Heimat: von Frau M. 2 M. —' Für 'da ?wl Lindenhaus: von E. W. 1 M. — Für die Jdiotenani.aii -
, 77 .dldßmerkarten Auch d,e Reklame nimmt immer mehr
wirklich künstlerische Formen an. Die bekannte Tce-Jmvnri- irma M e tz m e r «Frankfurt a. M.j, die seit längerem hierin Mit gutem Bei,viel vorangegangcn, bietet in diesem Jahre ihrem Kundenkreise eine Reihe von Postkarten, die SteinzcichnuE hervorragender Künstler wie Graf Kalckreuth, Franz Hein G ^chonleber, G Kampmann u. a. in farbiger Reproduktion wieüergebcn. Diefe Postkarten «auch Neujahrskarten, gehören zu dem Besten, was überhaupt auf diesen, Gebiete geleistet worden. - Die Firma Metzmer versendet auf Ansraae diese Karten gratis und franko. " '
Eisklub .Sportplatz". Wenn Nachtfrost, ist die Eisbahn heute wieder geöffnet. * ,
— Kunstsalon Banger «Taunusstratze 6j. Neu ausgestellt: Josef Thomann, „Empirestilleben", „Pcrlmuttermuschel", „Bor dem Löwenkäfig", „Libelle", „Junger Knabe", „Fürst Bismarck tKopie nach Lenbachj", „Vier Porträts": Leoni« Ochsner-Thomann „Stillebcn, Taffe", „Beim Vesper", „vier Studienköpfe".
o. Berstcigorung städtischer Bauplätze. Bet der wiederholten Versteigerung der städtischen Bauplätze am Zietenring, an der Waterloo- und Eckernförderstraße blieben Letztbietende ans 1. den Platz am Zietenring, neben der Schule, von 6 Ar 26 Quadratmeter, taxiert 1200 Dt. die Rni«, Herr Theodor Rückert mit 1070 M., 2. den Platz Ecke des Ziet«nrings und der Waterloostraße von 5 Ar 22 Quadratmeter, taxiert 1850 M., Herr Cornelius Schätzler mit 1220 M., 3. den Platz an der Waterloostraße von 8 Ar 41 Quadratmeter, taxiert 1150 M„ Herr Adam G r ä f mit 1080 M., 4. den Platz Ecke der Watcrloo- nnd Eckernförderstraße von 6 Ar 72 Quadratmeter, taxiert 1250 M., Herr Adam Gr äs mit 1030 M., 5, den Platz an der Eckernförderstraße von 8 Ar 17 Quadratmeter, taxiert 1050_ M., Herr Architekt Chr. Fischer mit 1010 M. Die Versteigerung wird nochmals wiederholt, da ans einzeln« Plätze Nachgcbote eingelegt wurden. — Auf den städtischen Bauplatz ?«*> ai« Riederbergstraße von 8 Ar 95 Ouadr.imeter, taxiert M. die Rute, blieben die Herren Gebrüder H a b e r st o ck mit 8M M. Letztbietende.
— Besitzwechsel. Herr Kaufmann Adam Min ntg Hierselbst verkaufte an den Baunnternehmer W. I. B u ß zu Limburg ein vvä) im Bau befindliches Wohnhaus an der Ecke der Schlenkcrt- Holzheimersrraße üortselbst,
... filctne Notizen. In der A u g e n h e i l a n st a l t für -L lrt e öG Weih nachts bescherung heute nach
mittag gi/z Uhr statt. Freunde und Gönner der Anstalt sind dazu eingclaben.
Vereins-Nachrichten.
, . , ?. er iesbaöener St ä b t. Arbeiterverein" feiert seine Christbanm-Berlosnng mit musikalischer Unterhaltung W 2 :l: Dezember, von nachmittags 4 Uhr ab, im Vereinslolal Bleichstraße 5. Eintritt frei.
-t h r t st l i ch e Arbeiterverc in" hält seine
Welynacht>>f«ier am 1. Feiertag, abends 7 Uhr, im Gemeinde- Han» Steingaffe. Gäste willkommcii.
Der „6 na « fl . Männer, u n d Jünglings- ^ ' P^slkistraßc 2 , hält am 1. Weihnachtsfeicrtage,
abends. 8 Uhr, im grosten Saale des Evang, B-reinshauscs, Platter,traße 2 , -eine diesjährige Weihnachtsfeier ab, wobei An- Ivrachcn, Gesangs-, Posaunen- und Zithervorträge, sowie Dekla- mationeli miteinander abwechseln. Außerdem kommt ein k^est- gesprach.für 1«, Personen mit Gesangssoli und Zithereinlagcn zur Aiiffuhrnng. Zu dieser Feier ist jedermann herzlichst cin- geladcn, Eintritt 20 Pf. "
r öm Dienstag, den 26. Dezember (2. Feiertag,,
abends 8 Uhr, im „Kaiscrsaale" «Dotzhcimerstraßc 15, start- jliideiiöe Weihnachtsfeier des Männergesang-Vereins U n i o n" machen wir nochmals anfmerksam.
f Die Weihnachtsfeier des Gesangvereins „W i e s ba d euer M a n n c r-K l n b", welche so allgemein beliebt, ist und stets zahlreichen Besuch hat, findet am Abend des 2. WcihnachtSfeier- tag«s, ».ienStag, den 26, d. M., in den Räumen des Kathvl. Lescvereins. Lniienstraße 27a, mit Konzert, Abendiiiiterhaltiing, Christbaumverlosung, Thcatepaufführnng und Tanz statt. Das, Programm ist ein reichhaltiges und interessantes und wird nach den getroncncn Vorbercitmigen der Verein Außerordentliches leisten. Zwei Weihnachts-Theaterstücke „Meister Zunkel" und „Das erst« Weihnachtsgeschenk oder eil, Mann, der seine Frau ttebt werden zur Verherrlichung des Abends viel beitraacn Der Begili,, ist auf 7 Uhr festgesetzt.
-i .Gesellschaft „F i d e l i o" veranstaltet ihre diesjährige ^.elhnachtsfeler, bestehend in Gesang, komischen Vorträgen und n,anz, am zweiten Weihnachtsfeiertage, nachmittags 4 Uhr, im <-aale der Restauration „Germania", Helenenstraße 25.
Der «temm- und Ringklub „G e r m a n i«" veranstaltet am 2. Weihnachtsfciertagb im Saalbau „Jägerhaus" an der Schlersteinerstratz« von nachmittags 4 Uhr ab ' seine Wcihnachts- feier, verbunden mit Unterhaltung und Tanz.
'"Das Sänger-Quartett „F r i s ch a u f" veranstaltet Dicns- nachmittags von 4 bis 12 Uhr, im „Deutschen Ho, «Golbgasse, seine Weihnachtsfeier. Freunde und Gönner dc» Vereins und eingcladen,
. .^„Der diesjährige WeihnaMball des Bäckerklubs „Heile r - k e i t nnoct am Dienstag, den 26. Dezember, abends 8 Uhr beginnend, n, den Räumen der „Walhalla" statt
- Der Dilettanten-Verein „Urania" veranstaltet am
Sonntag, den 31. Dezember, in der Turnhalle Wellritzstraße 4.1 feme dieSfahrige Weihnachtsfeier. Es gelangt zur Aufführnng- „Weihnachtsglück" von Eduard Fröhlich, Genrebild in 1 Akt nud „Das, Sviletten-GeheimniS" oder „Du bist blaß Luise" '«nst- spiel i» 1 Akt. ' ' ~ 1
* Das Weihnachtsfest des „Wiesbadener Militär- B erei n s" findet am 1. Januar 1906, abends, im Festtaale der --Walhalla ,tatt und zerfällt in Konzert, Theater-An'fftthrung, Christbanmverlosung und Ball. a
; :t D°r Gesangverein ,.L iederkran z" hält seine dies- mhrigc Weihnachtsfeier, bestehend in Konzert, Verlottiiig „nd Tanz, am Montag, den 1. Januar 1906 «Neujahr«, nachmittags ,m oberen Saale des „Dent,chen Hofes", Goldgasse 2 n ab '
- Das diesjährige Weihnachts-Konzert des Männ'crgcsang- Bere,ns „Hilda" findet am 7. Januar, abends 8 Uhr, in der nnrnhalle, Hcllmnndstraße 25, statt.
,G
-r- Sounenberg, 23. Dezember. Der Männergesang-Verein Semüthltchkeit", nnter der bewährten Leitung des
Herrn H. Stillger ans Wiesbaden, veranstaltet sein diesjähriges großes WeihnachtS-Konzert mit Ball am ziveitcn WeihnachtS- seicrtage im „Kaisersaal" jAug. Köhler,. Das sehr reichhaltige Programm verzeichnet an größeren Chören: „Gothentrene" von H. Wagner, „Der junge Rhein" von I. Schwartz, „Elsnla" von H. Wagner, sowie einige Volkslieder, welch« hei dem stattlichen Chor von 90 Sängern ganz besonders ansprechen werden. Ein besonderer Kunstgenuß wird den Besuchern noch durch di« freundliche Mitwirkung einiger Herren des „Wiesbadener Zitherklubs" geboten. Im humoristischen Teile gelangt eine Ensemble-Szene, Couplets und ein Theaterstück zu Gehör. Tombola und Ball beschließen die Feier.
B. Vom Rhein, 23. Dezember. Gestern nachmittag r i ß im Bingerloch dem S ch r a u b e n d a m p f e r „Lobit", Eigentum der Firma Knipscheer in Ruhrort, ivclcher einen Schleppkahn „Hugo Stinnes" im Anhang hatte, das Schlepptau. Der Kahn ging treiben und geriet vor Aßmannshausen auf einen Felsen. Der Kahn muß jetzt erst geleichtert werden. Leckage hat «r bis jetzt noch nicht bemerkt.
ein Höchst a. M.. 22. Dezember. Unsere Polizei verhaftete «inen Arbeiter, der seinem Zimmerkollcgen 12 M gestohlen hat. Der Verhaftete ist im Besitz« von Papieren, die ans den Namen Walter Thomas ausgestellt, 'aber eingestandenermaßen gefälscht sind. Unter den Sachen deö Festgcnommcnen fand man eine Anzahl Taschenuhren, die aller Wahrscheinlichkeit nach gestohlen sind. Jedenfalls hat Misere Polizei einen guten Fang getan. — Eine hiesige Wirtschaft, «reiche durch Verkauf in andere Hände übergegangen, deren Konzession aber ««iän auf den neuen Besitzer übertragen worden ivar, ivurde dieser Tage ans polizeiliche Anordnung geschlossen. Der frühere Konzesstonsinhaber ist iin Laufe des Sommers gestorben und seine Erben hatten auf die «vettere Konzession verzichtet. Jedenfalls «vcrden sich die Gerichte noch weiter «nit dieser Angelegenheit zu beschäftigen habe««., da der jetzige Besitzer an den Ko««- zcssionSinhabcr beim Kauf für die Konzession 10 000 M. gezahlt hat lind nun Schadenersatzansprüche macht.
# Limburg. 22. Dezember. Seit ein«r Reihe von Jahren hat der verstorbene Herr Hermann Z i m m e r n« a n ,« dem hiesigen Magistrat gegen Weihnachten den Betrag von 4M M zur Verfügung gestellt, damit armen Schulkindern und Haus^ armen ohn« Unterschied der Konfession eine Weihnachtssrcude bereitet werde. Vor seinem Tod hat der großherzige Spender durch eine Stiftung dafür gesorgt, daß sein Werk svrtdaucre. Sa wurde auch gestern abend den armen Schulkindern im Rathaussaale ein Cbrinbaum angeznndet und jedes Kind erhielt ein nütz-
LZ7e^AZb«s, L b - m üb««-» Weihnachtsgebäck nsw. Herr oberen SL ,~ C pa S, e!ti,c Ansprache und Schüler der
Fm evanÄn^b"' s'»nige Gedichte lind Weihimchtslieder vor.
cvanaelit-ber wurde außerdem de«, Kindern
der katholischen^Konsesston^noch" bKerl""Eu^S°spital denen
den «er^Jaür"«'» Gestern abend wurde der in
feiler kXfnxZ ü^°"be Tünchern«erster Richard Franz Huy in
m tiinbevUmi ist in diesem Jahre dem 55 U Gütler I. Wolfhard von Morschreut NI S sewescn. Am 14. Januar 1905 wurde
H ^"ier Ehefrau mit Zwillingen und letzten Sonm tag, den D. d. M., mit Drillingen beschenkt.
r CÖ Oberbürgermeisters von Potsdam " -.d ausgeschrieben. Das Gehalt beträgt 12 000 Mark und steigt bis 15 000 Mark. ‘
Anfgegebener.Rettungsversuch. Wie dem „Vogtland. Anzeiger gemeldet wird, ist die Rettung der im Helenen- bei Neusattel (Bezirk Falkenau) unweit der ^'Mchcn Grenze eingeschlossenen 19 Bergleute nicht gc- ibmohl die Rettungsmannschaften mit größter Selbstaufopferung Tag und Nacht tätig waren. Der brennende Schacht hat vorgestern zugemauert werden muffen. Bon den übrigen 14 Bergleuten, die sich zu retten vermochten, sind am Donnerstag zwei an schweren Brandwunden gestorben.
Letzte Nachrichten.
T e l e g r a m m e des „Wiesbadener T a g b l a t t r,
Paris, 23. Dezember. Ter deutsche Kaiser ubersandte dem G e n e r a l d e l a C r o i r der de' der Hochzeitsfeier des Kronprinzen Wilhelm Frankreich der- ^at, als W e r h n a ch t s g e s ch e n k ein prachtvolles Album zur Erinnerung an die Hochzeils- seicr.
Moskau, 23. Dezember. (Petersburger Telegr - Agentur.) Gestern abend wurde eine in der Loskowski- gasse belegene Schule, in der eine Arbeiterversammlung abgeh alten wurde, von Truppen umzingelt, welche die Übergabe der Waffen forderten. Eine blinder Schuß, der von den Soldaten abgegeben wurde, wurde aus den Mustern mit scharfen ; wchüssen und Bomben beantwortet. Es wurde Artillerie herangezogen, «nid das Haus in der Nacht beschossen, bis die Teilnehmer an der Ver- laaiullnug sich ergaben. — Im Bureau der politischen Polizei wiirdeu durch zwei Bomben eine Wand, die Decke und^das Innere zerstört. Der Revieraufseher und eln Schutzmann sind verwundet.
^, Petersburg, 23. Dezember. In Reval sind zwei Schützen-Bataillone und eine Maschinengewehr-Abteilung eingetrosfen. Aus P e t e r h o f gehen die Garde-Ulanen oer Kaiserin, Infanterie, Artillerie und Maschinen- Gewehre nach Riga ab.
wb. Petersburg, 23 Dezember. Graf Woronzow Taschkow uberiandte dem Kaiser nachfolgendes Tele> grastini: ^.iflis, 1,. Dez. Vollständig unerwartet brach am 31. November in Jelissawetpol ein Gemetzel zwischen unü cui#, ba§ itotf) einen
heftigeren Charakter annahm, als Banden beider Ratio- nalitäten aus den umliegenden Weilern in der Stadt erschienen. General Malama. welcher nach Jelissawetpol entsandt wurde, gelang es, dem Gemetzel Einhalt zu tun. Unter dem Eindruck der Ereignisse in Jelissawetpol entstand in Tiflis eine P a n i k unter der armenischen Bevölkerung, welche sich mit Waffen versah und 'einen Verteidigungsdienst einrichtete. In den Straßen erschienen etwa 6500 bewaffnete Personen. Die Ent- waffnung derselben war unmöglich. Da die Polizei aiis- ständig ist, mußten Truppen herangezogen werden, um die Stadt gegen die tatarischen Banden zu verteidigen.
der dcacht Zum o. d. begann in dem asiatischen Teile der Stadt ein schreckliches Gewehrfeuer zwischen Armeniern und Tataren, von denen namentlich die letzteren Verluste erlitten. Angesichts dieser Vorgänge ordnete ich an, 500 Gewehre unter die Arbeiterpartei zu verteilen, welche sich anbot, die Regierung gegen die Armenier und die Tataren zu unterstützen. Die weiteren Ereignisse taten die Wirksamkeit dieser Maßnahmen dar. Während der beiden folgenden Tage war das Ge- wehrfeuer zwischen Armeniern >«nd Tataren eingestellt, aber am dritten Tage stürzten sich die Tataren ans die bewaffneten Arbeiter. Tie Arbeiter wichen zurück'und hatten mehrere Tote und Verwundete. Militär ersetzt sie. Am folgenden Morgen wurde das asiatische Viertel in Brand gesteckt und mehrere Häuser vernichtet Tie Untersuchung ergab, daß das Blutbad von Armeniern angestiftet war. Jetzt herrscht in Tiflis verhältnismäßig Ruhe.
wb. Petersburg, 23. Dezember. Gestern sind 82 000 Arbeiter, die den Fabrik-Inspektionen unterstehen, ausständig geworden. Dies sind zwei Drittel der Arbeiter dieser Kategorie. Vorgestern beendete der Ministe, raj die Beratungen über die Wahlen zur Dnina.
wb. Petersburg, 23. Dezember. Die „PeterSb. Tele- graphen-Agent." verbreitet folgende Meldungen: In Kostoma sind die Fabrikarbeiter im Ausstanöe, in Wilna sind in dem litauischen Eisenbahnnetz die Linien Wilnn- Barnowitschi und Baranowitschi-Bielostok im Betrieb, während die Strecken Lnniner-Rownv und Lnniner- Pinsk ausständig sind. Im Norden verweigerte namentlich die Eisenbahnbrigade Baranowitschi es, sich dem Ails- stande anzuschlietzen. In Rostow am Don stellten gestern sämtliche Eisenbahnen den Betrieb ein, heute legten Straßenbahnen, Buchdrnckereicn, mehrere Fabriken und Werkstätten die Arbeit nieder. In Saratow feiern die Eisenbahnwerkstätten der Strecke Riazan-Ural. Die Meldung polnischer Blätter über Unruhen und Verwüstungen in Bielostok wird als falsch bezeichnet. In Kiew schließt
