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es. Iahrg-ms

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Verlag:'Langgasse 27.

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Ko. 561.

VerlagS-Fernfprecher No. 295s.

Freitag, den 1. Dezember.

Redaktions-Fernsprecher Nr. 82. 1905.

Morgen - Kusgabe.

1 . Wkcrtt.

Die Bevölkerung Hejsen-Unffurs

am 1. Dezember 1905.

Dis heutige Volkszählung wird nach funfjährger A'ause wieder einmal die Bilanz des Volksbestarzes ziehen und, das kantl schon jetzt mit Sicherheit unschwer dorausgesagt werden, mit einem bedeutenden Gewiln- ilbcrschutz gegen 1800 abschlretzen. Nicht nur das Momstt der natnrlicheit Volksvermehrung (Überschuß der G- bnrten über die Sterbefälle während der 5jährigK Periode) wird sich entscheidend geltend machen, sondev auch die Vermehrung von außen (Überschuß der denk scheu Binnenwanderung für den Westen) stark in Frag- kommen. Es scheint vielleicht eine müßige Frage, sich schon heute über das erst in Wochen zu erwartende Er­gebnis für unsere Provinz den Kopf zu zerbrechen. Und doch kommt dem Versuche, deir rechnerisch erwar- Inngsgemäßen Bevölkerungsbestand der einzelnen Provinzen schon vorher zu erspüren, aus volks- wirtfchsftlichen Gründen eine erhebliche Bedeutung zu. So wie nämlich in der Praxis der heute wunderbar aus- gebauten Lebensversicherungstechnik die Wahrscheinlich­keitsberechnungen der Versicherungsmathematik eine ent­scheidende Rolle spielen, ganz getiau so hat der Volks­wirtschaftler festzustellen und dann weiter, zu verwerten, ob die Bevölkerungsbewegung einer bestimmten Periode ans Grund der bisherigen vorliegenden Erfahrungen sich in sog. normaler Weise abgewickelt hat oder ob bemer­kenswerte Abweichungen zu verzeichnen sind. Tritt das letztere ein, so liegt die Frage nach den Ursachen nahe und weiter nach der Behandlung dieser Ursachen durch entsprechende Maßnahmen der öffentlichen und nicht­öffentlichen Gewalten.

Es liegt nun durchaus im Sinne und im Wunsche einer gesunden Kulturentwickelung, daß eine Nation ständig ein mäßiges nicht mehr!- Anwachsen der Koptzahl aufzuweisen hat. Jeder absolute und relative Rückschritt der Volkszahl, lvie letzterer bekanntlich dauernd in Frankreich zu beobachten ist, muß dieselben sozralvhilosophischenBedenken erwecken, wie der unmäßige Hang zu einer Überbevölkerung (slavische Völker), bei dm- einer dem andern un Wege steht und einem dem ändern Licht, Lust und Brot streitig macht. So führt lganz von selbst eine Vorbetrachtung der neuen Volks­zählung auf das noch immer strittige Gebiet des Mal­thusianismus, und das will an sich schon genug sagen.

Im nachstehenden soll versucht werden, die Volkszahl dl r Provinz Hessen-Nassau, dievon Rechts wegen" ani 1. Dezember d. I. zu erwarten sein sollte,

zu berechnen, wobei naturgemäß ein paarTausender keine Rolle spielen können. Das wirkliche Ergebnis des 1. Dezember wird zeigen, ob die hessen-nassauische Be­völkerungsentwickelung seit 1900 normal gewesen ist. Tie bevölkerungspolitischen Folgerungen ergeben sich für den Staatsmann, wenn er mehr ist als bloßer Ver- waltungsbüreaukrat, von selbst.

Hessen-Nassau hatte 1895 einen Bevölkerungsbestand von 1 756 802 und 1900 einen Bestand von 1 897 981 Köpfen. In dieser 5jährigen Periode vermehrte sich also die Bevölkerung um 141179 Seelen oder um 8%. Der jährliche Durchschnittszuwachs war demnach 1,6%. Vergleichsweise betrug er für *"

18551900 = 0,80 %

18851890 0,90 %

1890=1895 1,11 %

18951900 = 1,60 %;

Wir erkennen also eine außerordentlich entschieden ansteigende Tendenz. Es besteht nun. keine Veran­lassung, für das allerjüngste Jahrfünft 19001905 eine Minderung dieser Tendenz anzunehmen. Das gerade Gegenteil dürfte eher richtig sein, denn die Entwickelung der Geburten- und Sterbeziffern in Hessen-Nassau, so­wie der ostdeutschen Landflucht, ferner die immer noch zunehmende Jndustriealisierung der Provinz reden eine Zu deutliche Sprache. Dazu ist die hessen-nassauische Bevölkerungsdichtigkeit eine verhältnismäßig beschei­dene, wenn der Provinzdurchschnitt auch seit 1871 von 9,2 aus 120,9 Köpfe pro Quadratkilometer gestiegen ist. n Hessen betrug i. I. 1900 die Volksdichte 146,8 und st nahen Rheinland sogar 213,4 pro Quadratkilometer, stinnach darf man mit einiger Sicherheit als jährliches Äwachsprozent in Hessen-Nassau pro 19001905 die Äser von mindestens 1,90, also für die gesamte 6jährige Psiode 9% ansetzen. Die per 1. Dezember d. I. zu er- ivwende Bevölkerungszisfcr der Provinz müßte hier- »acdie zweite Million überschritten haben nnü-und 2 068 000 betragen; das bedeutet einen Kopf- znwjhs von ca. 170 000. Und nun hat das Statistische LaNlZaint das Wort. Alfred M o e g l Ich.

Deutsches Reich.

* ieroachnng der Wegübergänge bei Nebenbahne«.

Ans e,xx oom Minister der öffentlichen Arbeiten ver­anstalten Erhebung hatte sich ergeben, daß die Mehr­zahl dc Elsenbahndirektionen eine nur zeitweise Be­wachung unübersichtlicher, nicht mit Schranken ver­sehener Zxgübxrgänge auf solchen Nebenbahnen, die von Zu'n mit mehr als 40 Kilometer Geschwindigkeit bcsahrcnverdcn, im allgemeinen nicht für zweckmäßig hält. DeMintster ist dieser Ansicht beigctreten und hat daher bcfnmt, daß die fraglichen Übergänge während

der Vorttberfahrt aller Züge bewacht werden, soweit nicht ganz besondere Verhältnisse es unbedenklich er­scheinen lassen, die Bewachung auf die Zeit zu beschrän­ken, zu der die Vorüberfahrt der mit mehr als 40 Kilo­meter fahrenden Züge stattfinöct. Ist das nicht ein etwas gewagter Entschluß im einseitigen Interesse einer starken Überschußwirtschaft?

* Die überseeische Auswanderung aus öem Deut­schen Reiche ttbertraf im Oktober ü. I. die vorjährige nicht unerheblich. Es wurden über Bremen 1748 deutsche Auswanderer befördert gegen 1424 im Oktober 1904 und über Hamburg 784 gegen 601. Die Auswanderung über deutsche Häfen betrug mithin 2532 Personen und war damit um 417 oder 19,7 v. H. größer als im vorigen Jahre, über fremde Häfen sind, soweit bisher ermittelt, 417 deutsche Auswanderer befördert gegen 702 im Vor­jahr, doch dürfte bei endgültiger Feststellung die Zahl auf mindestens 850 steigen, so daß die Zahl der deut­schen Auswanderer rund 3080 betragen haben wird gegen 2817 im Vorjahre.

Die Devolution in Rußland.

Bauernnnrnhen.

Der Korrespondent einer in dem am stärksten von oen Bauernunruhen betroffenen Saratower Gouverne­ment erscheinenden Zeitung schildert die Bauernbe- wegnng folgendermaßen: Die Bewegung entstand nicht in allen Orten zugleich, sondern ergoß sich gleich einer Welle von einem in den anderen. Die mit elementarer Wucht ausgebrochenen Unruhen entstanden durch die furchtbar elende Lage der Bauernmasse und der sich steigernden Erbitterung, die sich seit langem angesammelt hatte. Durch nichts aufgehaltene, unorganisierte Bauern­massen haben sich auf die Gutshöfe gestürzt. Es gab nirgends Rettung. Die Behörde gewährte keinen Schutz. Man hofft auch nicht mehr ans eine Hülfe seitens der Regierung, sondern auf eine Reaktion der Bevölkerung, überall war der Hergang folgender: Die Häuser wur­den dem Feuer überliefert, bas Getreide verteilt und nach außerhalb gebracht, das Vieh entweder einfach ver­trieben oder anderwärts untergebracht und schließlich alles verwüstet. Mit kleineren Ökonomien war man in einem Tage fertig, mit größeren beschäftigte man sich längere Zeit. Vergewaltigungen von Personen kamen mit Ausnahme einzelner Fülle nicht vor, nur einige Persönlichkeiten ans der Administration der Gutshöfe, die der Bevölkerung besonders verhaßt waren, wurden einfach öavongejagt. Die Polizei durfte sich selbstver­ständlich nicht zeigen. Um sich vor ihr zu sichern, hatten die Bauern auf den Straßen Wachtposten aufgestellt, die; vorübergehende Personen revidierten; ganz besonders kontrollierten sie die Überbringer von Telegrammen. In den meisten Fällen wurden die Gutshöfe von den Bauern der benachbarten Dörfer ausgerauvt; es kam

FemÄeZon.

(NaMrvck MrJrftn.)

Monatliche Mmmelsscha« ßinraiict).

Bon Dr. F. K. D. Müller.

Merkur, der am 14. Dezember um 7 Uhr abends ins Pcrihel gelangt, wird am 15. Dezember um 11 Uhr nachts Morgenstern und dürfte gegen Ende des Monats, fast zwei Stunden vor der Sonne ausgehend, leicht zu beobach­ten sein. Am 21. Dezember .um 4 Uhr nachts steht er rn Konjunktion mit Venus, so daß man ihn etwa um 7 Uhr 30 Minuten morgens um so leichter aufsiuden kann, am 24. Dezember um 10 Uhr nachts steht er mit Sern Monde in Konjunktion (weniger günstige Konstellation, wecl der Mond am nächsten Morgen zu weit absteht und am Weth- nachtsmorgen schon selbst unsichtbar sein durste). Venus wird am Schlüsse des Monats, nur mehr % ©tmröeft vor­der Sonne ausgehend, unsichtbar. Am 24.. Dezember um 7 xtfix morgens steht sie mit dem Monde in Konfunktton Iwie die obige Annäherung des Mondes an Merkur kaum mehr sichtbar). Mars, rechtlänfig im Stecnbock und Wassermann, geht am Schlüsse des Monats um 8 A Uhr nachts unter, so daß die Dauer seiner S'chtbarkest auf zwei Stunden anwächst. Am 30. Dezember steht Mars n Konjunktion mit dem Monde, am 25. Dezember um 5 Uhr 'morgens in Konjunktion mit Saturn (am Abend vorher zu beobachten). Jupiter, rückläufig im Strer, steht spat abends am Südbimmel; er geht bei Tag auf und am Ende des Monats um 4 Uhr 40 Minuten morgens unter. Am 9. Dezember um 7 Uhr morgens steht er rn Konfunk- tu'- mit dem Monde. Saturn, rechtläusig im Wanermann, geht Ende des Monats um 8 y 2 Uhr nachts unter. Am 2 Dezember um 6 Uhr abends und am 29. Dezember um 0 Uhr morgens steht er in Konjunktion unt dem Monde.

Uranus ist unsichtbar. ,

Am 3. Dezember um 7 Uhr 37,6 Minuten abend» haben wir erstes Viertel, am 11. Dezember um 12 Uhr 25,7 Minuten nachts Vollmond, am 19. Dezember um

1 Uhr 8 , 6 ojnuten nachmittags letztes Viertel und am 25. Dezernb mn 5 uhx 3,3 Minuten morgens Neumond. Am 7. Dez^hxx um 11,1 Uhr nachts steht der Mond in Erdferne, et; 23 . Dezember um 11,2 Uhr nachts in Erd­nähe.

Verfinstc ugen der Jupitermonde finden im Dezem­ber statt: am. Dezember um 12 Uhr 1 Minute nachts Eintritt des rstcn Mondes am Rande (Austritt um " Uhr 23 Mnsiu 17 Sekunden nachts),- am 2 . Dezembcr nm 7 Uhr " wstste» nachts Eintritt des zweiten Mondes am Rande Umritt itm 10 Uhr 3 Minuten 21 Sekunden nachts); am 3. ^cmOet um 6 Uhr 27 Minuten Eintritt des ersten 1% gm Rande (Austritt um 8 Uhr 52 Minuten 8 '~55*)en nachts)am 8. Dezember um 1 Uhr 45 Minuten © m it des ersten Mondes am Rande (Aus­tritt um 4 Uhr; Minuten 32 Sekunden nachts),- am 9. Dezember um nhx 19 Minuten nachts Eintritt des zweiten Mondes m Rande (Austritt um 12 Uhr 38 Minuten 33 Sekten nachts); am 10 . Dezember um

8 Uhr 11 Minnte-tgHjg Eintritt des ersten Mondes am

Ratide (Austritt 1 ig Uhr 47 Minuten 20 Sekunden nachts); am 12. Deghxx um 2,6 Uhr Eintritt des ersten Mondes am Rande,fustritt um 5 Uhr 16 Minuten 14 Sekunden abends),. Osten vielleicht zu sehen; am 16. Dezember um 11 U 34 Minuten nachts Eintritt des zweiten Mondes am gde (Austritt um 3 Uhr 13 Minu­ten 52 Sekunden nach, gut 17. Dezember um 9 Uhr 57 Minuten ttachts Ein^ ersten Mondes am Rande (Austritt um 12 Ubtz Minuten 45 Sekunden nachts) ; am 19. Dezember »3 Minuten abends Eintritt

des ersten Mondes ati' fin öe, irn Osten sichtbar (Austritt um 7 Uhr 11 Minuten Sekunden riachts); am 23. Dezem­ber um 1 Uhr 50 Miibn nachts Eintritt des zweiten Mondes am Rande Owt um 5,8 Uhr morgens); am 24. Dezember um 11 Ub > 3 Minuten nachts Eintritt des ersten Mondes am Ran>^,instritt um 2 Uhr 38 Minu­ten 16 Sekunden nachts^^ 26. Dezember um 6 Uhr

9 Minuten abends Eintr^A ersten Mondes am Rande «Austritt um 9 Uhr 7 S)iL n 13 Sekunden nachts); am 27 . Dezember um 6 Uhr Minuten 9 Sekunden abends Eintritt des dritten Mot- Rande (Austritt um

7 Uhr 56 Minuten 41 Sekunden nachts) und um 7 Uhr

7 Minuten 4 Sekunden nachts Austritt des zweiten Mon­des: am 31, Dezember um 1 Uhr 30 Minuten nachts Ein­tritt des ersten Mondes am Rande (Austritt um 4,6 Uhr nachts).

Am 22. Dezember um 1 Uhr nachmittags tritt die Sonne ttt das Zeichen des Steinbockes (Eintritt der Winter-Sonnenwende ans der nördlichen Halbkugel). Die Sonne geht am 1. Dezember um 7 Uhr 54 Minuten auf, um 4 Uhr 4 Minuten unter, am 10. Dezember um 8 Uhr 5 Minuten auf, irm 4 Uhr unter, am 20. Dezember um

8 Uhr 14 Minuten auf, um 4 Uhr 1 Minute unter und am 31. Dezember um 8 Uhr 18 Minuten auf, um 4 Uhr

9 Minuten unter. Am 1. Dezember beträgt die Tagcs- länge 8 Stunden 10 Minuten, die Nachllänge 15 Stunden 50 Minuten, ain 23. Dezember die Tageslünge 7 Stunden 46 Minnteir, die Nachtlänge 16 Stunden A4 Minuten, am 81. Dezember die Tageslünge 7 Stunden 51 Minuten, die Nachtlänge 16 Stunden 9 Minuten. Es nimntt also im Dezember der Tag bis zum 22 . Dezember um 24 Minu­ten ab, daitn bis zum Schluß des Monats um 5 Minu­ten zu.

Um Mitternacht am höchsten am Himmel stehen im Dezember die Fixsterne: Iota Fuhrmann (3. Größe) am 3. Dezember, Epsilon Fuhrmann (veränderlich) am 6 . Dezember, Beta Eridanus (3. Größe) am 7. Dezember, Kapella ( 1 . Größe) uitd Rigel (1. Größe) am 8 . Dezember, Eia Orion (3.4. Größe), Bellatrix ( 2 . Größe) und Beta Stier ( 2 . Größe) am 11. Dezember, Beta Hase (3,4. Größe) am 12. Dezember, Delta Orion (veränderlich), Alpha Hase (3. Größe) und Lanida Orion (3,4. Größe) am 13. Dezem­ber, Iota Orion (3. Größe), Epsilon Orion ( 2 . Größe) und Ceta Stier (3,4. Größe) am 14. Dezember, Ceta Orion ( 2 . Größe) am 15. Dezember, Chi Orion (3,2. Größe) am 17. Dezember, Betageuze (veränderlich) am 18. Dezent­ster, Beta Fuhrmann ( 2 . Größe) und Theta Fuhrmann (3. Größe) am 19. Dezember, Eta Zwillinge (veränder­lich) am 23. Dezember, Ceta großer Hund (3,2. Größe) utid Mi Zwillinge (3. Größe) am 25. Dezember, Beta großer Hund (3,2. Größe) am 26. Dezember, Gama Zwillinge (2,3. Größe) am 20 . Dezember, Epsilon