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i. Blatt. Wiesbadener Tatzbiatt.

«o. 485.

Hohenzollern verliehen worden. DieseSbe Ordensauszeichnuna erhielt auch Herr Provinzialschulrat Or. Kaiser zu Kassel, früher Direktor der städtischen Oberrealschule hier.

Das Sommerfest der nationalliüeralen Partei, das Vorgestern nachmittag um 4 Uhr »Mnter den Eichen" bei Herrn Gastwirt Ritter standfand, wurde leider von der Ungunst der Witterung sehr beeinträchtigt. Wer trotz 'des ununterbrochenen Bindsaoenregens, der sich zuweilen sogar in einem heftigen Wasfersturz gefiel, war die Teil- nehmcrzcchl -des «S-om-merfestes eine recht beträchtliche: der Saal war überfüllt, und als der Regen sich für einige Zeit auf ein >iveniger grillenhaftes Tröpfeln beschränkte und gestattete, daß der lediglich dem «Amüsement und den Kindern geiwidmete Teil des Festes ins Freie verlegt wurde, da erwies es sich, daß weit mehr «Festteilnehmer vorhanden waren, als der Saal 'zu fasten vermocht hatte. Aus allen Richtungen zogen sie noch herbei, und nicht zuletzt kam die Jugend, die sich die reichlich vorhandenen Ehrengaben mit gewohnter Begeisterung erkämpfte. Un­ter einem Arrangement von Lorbeeren und «Palmen waren die Misten Kaiser Wilhelms und Bismarcks aus­gestellt. '«Sie Kapelle der Achtundachtz'iger besorgte den Musikalischen Teil. Die Begrüßung der Festgäste hatte Herr Rechtsanwalt Siebert übernommen. Herr Reichs- und Landtagsabgeordneter Kommerzienrat Bartling führte u. a. aus: Die nationalliberale Partei wolle in der politischen Friedenszeit ihren Mit­gliedern Gelegenheit geben, sich auch persönlich näher zu kommen, und er gedachte dann' des Kaisers, der getreulich durchgesührt habe, was er sich bei seinem «Regierungsantritt unternommen. «Die Rede schloß mit einem begeistert aüsgenommenen Kaiser- hoch. Herr «Rechtsanwalt Siebert, der die Festrede hielt, schloß mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland. Ge­radezu jubelnder Beifall wurde seinen Ausführungen ge­zollt uüd mit «warmer Begeisterung stimmte die Ver­sammlung das Hossmann v. Falle röle benscheDeutsch- WM, Deutschland über alles" an. Hübsche gesangliche Darbietungen boten das Quartett des »Mäunergesaug- Gcreins" (die Herren Schuh, Müller, Gerhard und Alters, «das Doppelguartctt des GesangvereinsCacilia", sowie -die Herren Alter, Caesar, «Gerhard, Hüneke und Weyand. Abends wurde ein Feuerwerk abge­brannt. Das Schlußwort sprach (Herr Rechtsanwalt Siebert.

Aus dem Manöver. «Am Samstag bezog das Großherzoglich Badische Leibgreuadier-Regiment Nr. 4M aus Karlsruhe in Niedernhausen und in dem nahen Ober- und Nieöerjosbach auf zwei Tage Quartier. Das 1. und 2. Bataillon in der Stärke von 900 Mann mit dem Regimentsstab uüd der Regimentsmusik sind in Niedern­hausen einquartiert. Das Regiment feierte hier gleich­zeitig «Jeu Geburtstag «Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich von Baden. Die Mannschaften erhielten Freibier. Die Offiziere nahmen das «Mittagsmahl in der P-nlver- ninhle ein. Während desselben konzertierte die Regiments-«Kapelle, die weithin rühmlichst bekannt ist, -im Garten der Pulverwühle. «Nach «dem ersten «Gang «des Mahles brachte der Oberst des Regiments, Herr v. Henning auf Schönhosf, den Toast aus «Seine Königl. Hoheit den Großhevzog aus. «Die Wiusikkapelle spielte hierauf die badische Nationalhymne'Heil, Groß­herzog Friedrich, dir" us-w. Mit der Feier des G-eburts- tages des 'Großherzogs von Baden war zugleich die Feier des 50jährigen Jubiläums des hohen Herrn als Chef des Grenadier-Regiments verbunden. Nachdem bereits am Mittwoch die B ä ck e r a b t e i l u n g der Maui«vcrtrnppen in Freiendiez eingetrofsen war uno sofort mit dem «Verbacken des vorrätigen Mehles be­gonnen hatte, rückte die ganze Kolonne in der Nacht vom «Freitag auf Samstag in Limburg ein, um am Holzheimer

Das }w\\tIch" eines berichillleu Dichters.

Von 'den -Erfindungen und Lügen, 'die über bekannte Persönlichkeiten in der Presse umgehen, kann Wohl ein jeher Mann -mit einein halbwegs berühmten Namen -ge­ring erzählen, und erst ein so vielgelesener «Dichter wie 'der englische Romanschriftsteller Hall Caine, dessen Bücher in Amerita eifrig gelesen werden und mit dessen Persön­lichkeit sich die amerikanischen Blätter so reichlich be­schäftigen! Bon diesemDoppelgänger" nun, von dieser phantastischen und erdichteten Gestalt, die unter «dem ist amen Hall Caines durch die Zeitungen geht, spricht der Dichter selbst höchst launig in einem Toast, den er bei einer Festlichkeit hielt und den Harpers Weekly wieder- gibt. Der Verfasser dcöVerlorenen Sohnes" nennt sich keinen berühmten, aber einen viel genannten Mann, 'und 'weint, es würde vielleicht interessieren, zu erfahren, wie wenig ähnlich ihm der «Mensch sei, der an seiner statt seit 15 bis 20 Jahren in der öffentlichen Meinung herum- zeschleppt werde.Erstens ist meinanderes Ich" ein -ntsetzlicher Geschichtenerzähler. Er berichtet von mir, vas ich nie gesagt habe, und er schreibt unter mernem stamen Dinge, die ich nie geschrieben habe. Das wäre a kein Unglück, ivcnn seine Worte vernünftig und gut vären, aber sie sind immer einfältig und sinnlos. Ich >mbe die Unmöglichkeit, ihm zu widersprechen, längst ein-- gesehen, und habe es seit langem aufgegeben, ihn zu berichtigen. Seine Lügen wachsen, werden groß und lausen durch die Welt; meine Entgegnungen bleiben bald unbeachtet. ' Meinalter Ego" ist so eitel wie ein Pfau. Gelegentlich stellt er Vergleiche an zwischen sich selbst und Dickens, Thackernay Fielding, aber seine wahnsinnige Selbstüberhebung scheut auch vor noch erstaunlrcheren Parallelen nicht zurück. Als ich zum ersten Male nach Amerika kam, erzählte er zu allgemeinem Erstaunen mit meinem eigenen Munde, in,ein Kops gleiche dem Shakespeares' und -mein Gesicht habe Ähnlichkeit mit dem von Christus. Ich glaubte, man würde die Geschmack­losigkeit und Frechheit dieses Vergleiches nicht glauben; doch die Zeitungen meldeten das alles als meine eigenen Worte. Mein anderes Selbst ist ein schrecklicher Narr. Als König Eduard uns die Ehre antat, die Insel Man. au? der ich wohne, zu -besuchen, wurde von meinem Doppelgänger gemeldet, er habe neben dem König im Wagen gesessen, ihm alles erklärt und gezeigt, und sich zirei Stunden mit ihm unterhalten. Beim Abschied sei er vor Verehrung in die Knie gesunken. Obwohl ich« «den König nicht einmal gesehen hatte, mußte ich doch ver-

«Weg ihre «Zelte auszuschlagen. Sofort wurden die Zette ausgeschlagen und die mitgebrachten' 12 «Backöfen in Hitze gebracht. Die Nachtschicht der Bäcker richtete den Teig her uüd «besorgte bald den ersten Schutz Brot, während die «Tagschicht ihre Quartier« aufsuchte. «U-m 1 Uhr kam diese an 'die «Ar'beit, welche bis 10 Uhr abends dauerte. «Gestern früh um 5 Uhr trat die «Tagschicht -wieder zur Arbeit an und «backte bis 12 Uhr. Nachdem die ganze Mannschaft um 12 Uhr -zu Mittag gegessen, -wurden die 'Zelte abgelegt, alles eingepackt und der Zug ging gegen 2 Uhr nach Mühlen, -wo sofort ca. 200 Zentner Mehl ver­backen «wurden. Noch gegen Abend wur'de dann in Runkel mit der Arbeit begonnen. Die ganze Einrichtung der Feldbäckerei unterscheidet sich wesentlich von der früheren, besonders durch die fahrbaren Backöfen. Be­währt sie sich in diesem Manöver, so soll sie beibehalten -werden. Gestern begannen nunmehr die eigentlichen K a i s e r m a n ö v c r. Für einige Regimenter, z. B. 115er, 116er, 118er, die Wer Artillerie, und Teile der hessischen, badischen und preutzischen -Kavallerie war be­reits der Samstag ein Marschtag, die Regimenter sind westwärts über den Taunus -gerückt, zum Teil über die Saalburg, Königstein, Falkenstein und durch den Kreis Usingen. Letzterer Kreis war vorgestern von Kavallerie und Artillerie vollständig überflutet. Mehrere Jnsanterie- Regimeuter, z. B. «die 166er (Hanau), 168er («Offenbach), 81er -(Frankfurt), 80er (Homburg) verließen gestern früh per Bahn ihre Garnison und fuhren ins Manövergelände nach Wis'baöen, Lan-genschwalbach; die 168er wurden in die Gegend von «Limburg befördert. Das ganze 18. Armeekorps trat gestern früh den V o r m a r s ch g e g e n -C ob lenz unter dem «Befehl des «Korpskommandenrs >v. Eichhorn, an und Hat gestern abend aus der Linie Lim­burg, Hahnstätten, Kirberg, Idstein, Hohenstein, Langen- schwalbach Ausstellung genommen. Das 8. «Armeekorps sollte nach seiner Parade, gestern nachmittag noch, über Lahn und Rhein ostwärts vorrucken. Heute Dienstag «wird es wahrscheinlich nur zu Vorposten- und Kavallerie- gesechiten kommen, das Haupt-gefecht wird sich Mittwoch abspielen, und zwar in der Gegend von Nastätten, Miehlen, Katzenelnbogen, Hahnstätten. Dienstag und Mittwvch werden fast sämtliche Truppenteile Biwak aus dem«Schlachtfeld" beziehen.

Der stramme Grenadier. «Ein eigenartiges Miß­geschick stieß bei -der Homburger K'aiserparabe einem Leib­grenadier -des Grotzh. Bad. -Leibgrenadier-Regiments aus «Karlsruhe -zu. Mag es sein, wie es will, war der Stiesel zu groß oder der Fuß zu klein, kurzum, der Leib-gre- nadier -warf seine Beine so hoch, daß ihm ein Stiefel ans­flog, so daß er hinter seinem Regiment Zurückbleiben mußte, um seinen verlorenen Stiefel wieder zu erhaschen. Für diese stramme Heldentat wurde er von dem Publi­kum mit lautem Bravo und herzhaftem -Lachen begrüßt. Selbst «die Herren Ha-uptlent«, die hinter dem 'Regiment ritten, konnten «sich kaum vor «Lachen- im Sattel aufrecht halten.

Neuer Exerzierplatz. DieSchierst. Ztg." meldet, daß die Würfel in der Exerzicrplatzsrage -gefallen seien. «Dessen -Anlage in Schiersteiner Gemarkung sei beschlossene Sache uüd die von Bürgermeister Lehr protokollierten «Dcrkaufsve rsprechungeu -mären angenommen «worden.

Kriegsgericht der 21. Division. Aus Gutmütigkeit lud der Musketier Rehbock von der 2. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 88 am 20. August den ihm bekannten «Musketier Ferdinand «Schell von der 8. Kom­pagnie desselben Regiments zu einem -Glase Gier ein. «Schell stahl dem «Rehbock bei dieser Gelegenheit das Porte­monnaie «mit «9 M. Das «Urteil lautete ans 4 Wochen strengen Arrest und «Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. «Der Füsilier Georg Pleines von der 10. «Kompagnie «des Füsilier-Regiments Nr. 80 hat am

ächtliche Bemerkungen über meinen Byzantinismus über mich- ergehen lassen, und selbst von der Kanzel herab -wurde ich wegen meines unwürdigen Benehmens ge­tadelt. Mein Doppelgänger in den Zeitungen ist ein schamloser literarischer Barnum, der nicht nur anonyme Lobeshymnen auf «sich selbst singt, sondern auch Leute über ihn zu schreiben veranlaßt, was mir doch- eigentlich als eine Dn-mm-heit erscheint, da doch die Leute «dann meistens schlecht über ihn urteilen. So veröffentlichte einmal der angesehene Herausgeber einer angesehenen englischen Wochenschrift unter meinem Namen einen Artikel über mich- selbst, von dem ich nicht ein einziges Wort geschrieben hatte,' dahinter war die Karikatur einer Person, die mich- darstelltc und die einen Brief mit -der AufschriftHerausgeber" in einen Kasten steckte, dazu sagte ich:Ich wundere mich nur, wie daö alles- in die Zeitungen kommt!" Außerdem ist mein Stellvertreter ein entsetzlicher Geizkragen, fast ein Shylock. Als ich mir ein Haus ans der Insel Man kaufte, brachten meh­rere Blätter die Meldung, ich hätte mehrere arme Wit­wen aus ihren -Wohnungen hartherzig vertrieben, und inan warf mir vor, ich bereicherte mich an dem Unglück anderer, hätte die ganze Insel fast in meinem Besip und noch sieben kleinere «dazu, und übte einen schreckliche!! Terrorismus aus, wäre ein Aussaugcr des- Landes. Auf dcr anderen «Seite ist mein Doppelgänger ein sentimen­taler Idiot in Geldangelegenheiten, der sein Geld ver­liert und verschenkt, und aus jeden Betrug hercinsüllt. Daneben ist er ein lärmender alter Griesgram und Weiberfeind. Er hat mit seinen Dienstboten so schlechte Erfahrungen gemacht, daß er «das ganze röcketragende Geschlecht verachtet. Er soll die Frauen für eine tief unter den Männern stehende Menschenklasse ansehen, und die Mutter, die zuerst eine Tochter -gebiert, für ein un­glückliches nutzloses Wesen halten. Ernsthafte Führer der Frauenbewegung sind gegen dies« Äußerungen sehr erregt zu Felde gezogen. Schließlich ist mein Doppel­gänger ein Betrüger und ein Dieb. Obwohl seine Bücher schon ohnehin völlig wertlos sind, stiehlt er sie doch ans den Plänen und Mitteilungen, die ihm arm«c Leute über ihr Leben und von ihren Ideen machen, zusammen. Ein Herr aus Chicago hat mir große Plagiate in einem der Bücher nachgewiesen und- den Magistrat der Stadt ver­anlaßt, einen Hastbeschl gegen mich zu erlassen, wie auch gegen Edmond Rostand, von dem der Herr sich ebenfalls geschädigt glaubt. Wenn ich- -daS nächste Mal nach Chicago komme» wird man mich vielleicht dort einspem. :n, und das alles wegenmeines Doppelgängers" ..."

Dienstag, 12. S eptemb er? 1905, Kette 8.

18. 'August durch «Unvorsichtigkeit «beim «Laden den vor ihm in «der «Schützenlinie liegenden -Gefreiten «Schneider durch einen Platzpatronenschuß am Kopse verletzt. Er wurde wegen unvorsichtiger Behandlung einer «Waffe zu 3 Wochen Mittelarrest verurteilt.

Ein neuer Truppenübungsplatz? Mit Rücksicht aus den Umstand, daß die Anlage eines Truppenübungs­platzes für das 18. Armeekorps in den «Gemarkungen Wermertshausen («Kreis Marburg) und Rüddings-Hausen («Kreis Gießen) wegen der Höhe der Kosten wohl nicht in Erfüllung geht, beschloß die Alsselder Stadtverord- ncten-sitznng, das «Generalkommando ans das sich hierzu vorzüglich eignende Hochplateau des Wogelsbergs auf­merksam zu machen. «Es liegen hier keine Dörfer am Wege, und der durchweg mit Wald bestandene Grund und Boden gehört größtenteils« dem Fiskus.

Eine Millionenerbschaft? Aus -Köln, 9. Septem­ber, wird gemeldet:«In Duisburg herrscht seit einigen Tagen -Erregung. !Jrl Frankfurt a. M. starb vor etwa 15 Jahren ein mehrfacher Millionär, der sein Vermögen, ohne direkte Leibeserken zu haben, seinem einzigen Neffen hinterlietz. «Dieser ist -jetzt auch gestorben-, ohne verheiratet gewesen M sein. «So fällt nun das Vermögen den nächsten Anverwandten der schon früher verstorbenen Ehefrau des «Frankfurter Millionärs, einer geborenen Fendel «ns Oedekoven, zu. Es handelt sich durchweg um kleinere Leute, die nunmehr über Nacht zu «Reichtum kommen." Der Name desmehrfachen Millionärs" wird nicht genannt.

In eine unangenehme Situation hat sich dieser Tage die Frau eines hiesigen Geschäftsmann es gebracht, indem sie sich nachts um 11% Uhr mit zwei Herren (an­geblich Offiziere) im «Casck de Paris in Mainz befand und durch ihr ausfälliges Benehmen die Ansmerksawkeit der «Sittenpolizei von Mainz aus sich, lenkte. Da sie der letzteren schon sr'üher ausgefallen -war, -wurde sie zur Feststellung ihrer «Personalien -zur Wache gebracht. Dort legte sie sich den Namen einer -Freundin, einer mit ihrem Manne in Scheidung lebenden Frau von hier, «bei, was wohl unangenehme Folgen für sie haben wird.

ck. Ein gefährlicher Betrüger stand gestern in der Person des öfters vorbestraften Agenten Hermann Hild, genannt B ö t t g e r, von hier vor der S t r a f «k a m m e x. «Nach den Straftaten, die ihm gestern zur Last gelegt -wurden, gehört er zu den gewissenlosen Burschen, welche arme Leute unter der Vorspiegelung, ihnen gut« «Stellungen zu verschaffen, um ihre letzten Notgroschen bringen. «Hild machte sich am Anfang dieses «Jahres zu­erst an den Dienstmann K. heran, erzählte diesem, er sei von einer Berliner Zeitung, die er einmalDeutsche Rundschau", das andere malTägliche Rundschau" nannte, als Buchhalter oder Prokurist engagiert worden mit dem «Auftrag, in Cöln und Frankfurt a. M. Filialen für den Vertrieb der Zeitung und Buchhandlungen größeren Stils einzurichten und für diese Ziweigbnreaus die nötigen Arbeitskräfte anzunehmen. 'Er nahm den Dien'stmann als Bureaudiener «für die Frankfurter Filiale an und versprach ihm einen Tagesverdienst von 5 M. «Ter beglückte Dien'stmann bezahlte den: Schwindler eine «Provision von 15 M. «Fast gleichzeitig suchte Hild den Dienstmann «Sch. auf, den er unter gleich günstigen Be­dingungen gegen eine Provision von 28 «M. als Bureau­diener für das Cölner -Zweiggeschäft engagierte. Daneben suchte er diesen Angeführten noch eine Kaution von 600 M. heranszulocken und wahrscheinlich wäre ihm auch dieser «Streich völlig gelungen der Dienstmann hatte ihm schon entsprechende Wertpapiere anvertraut, wenn nicht der Schwiegersohn des ersten D-ienstmanns nach langem Nasführen den gescheiten Einfall bekommen hätte, sich das Frankfurter Bureau einmal anzusehen. Er fuhr nach «Frankfurt und wußte, woran er mit

Ans Kunst und Leben.

Pclzmoden für den Herbst.

«Ans London wird geschrieben: Der Pelz verschwindet jetzt während des ganzen- Jahres nicht aus den Toiletten der Modedamen. «Galt es selbst im Som'mer für vor- uehin, sein Pelzkollier zu tragen, so wird im «gerbst der Pelz für Morgenspazier-gänge oder Mutom-obilfahrten, «awie überhaupt für die vornehme Promenadeutoilette .in notw«endiger Bestandteil. Die Neuheit in dieser Saison sind schneeweiße Pelze, die man in langen Pele- "incn, Stolen oder Jacketts trügt. Weißer Fuchspelz rst asijenige Material, das am meisten geschätzt wird. -Ein sackett aus fleckenlosem weißen Fuchs, das im Rücken vis zur Taille reicht und vorn in breit ausgehenden Enden verlädst, dazu ein übertragen mit einer breiten Spitzenkrause und Spitzenapplikationen ist die eleganteste Herb-sttoi'lette für Damen, denen Weih steht. «Weißer «Z'Nchspelz steht jetzt höher in der Nachfrage als selbst der kostbarere Silber- und Schwarzfuch-s, obwohl auch seine Dauerhaftigkeit nicht halb so groß ist als die der anderen Fuchspelze. «Doch gilt natürlich auch anderer Fuchs als ehr fein) «für ein Fell Silberfuchs werden 1800 bis 4000 Mark bezahlt und zu einer «Stola sind zwei solcher Fell? von nuten. Tadelloser Schwar-zfuchs, der eine große Seltenheit ist, kostet das Fell 16 000 M. «Es werden jetzt «ehr breite Kolliers und Taillenjacketts aus Pelz getra-- : cn, die mit Sammet- öder Ledereinsatz züsammengestellt merien und an Kragen und Stulpen mit prachtvollen Stickereien von Gold-, Silber- oder BroNzefärbung ge- ',iert sind. -Schmale Bo-as sind ganz aus der Mode ge­kommen, man trägt Stolen, die in der Mitte sehr breit sind und nach «den Enden zu spitz werden. -Zobel, See- Hund und Chinchilla behalten ihre Beliebtheit. Die Preise iind höher als jemals, und besonders für Zobel uüd Nerz werden 50 bis 80 Prozent mehr gezahlt als im «Vorjahr. Natürlich sind die Pelzhändler darauf bedacht, gute und dabei billige Imitationen aus den Markt zu brinaen. So wird jetzt sehr viel Bisam verlaust, der dem Sechundssell so ähnlich aussehend erscheint, daß ihn nur Kundige davon unterscheiden können. Ein Bisam- Jackett, das in Seehundsart gearbeitet ist, kostet höchstens -100 M-, während ein wirtliches Seehunds-Jackett zu IN min«desien 800 M. kostet. Die kommende Größe unter -den «orPelzen ist Nutria, das Fell des ameriMi,