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Kette 4. Samstag, 2. Hrptembee 1905. _ Moxgerr-Aassalre» 1. Statt. _Ns . 409.

'Deicfjdert di« Beaufsichtigung der «An-fckMsse beim Amt ungemein. Die GKüffin hat forliwährend vor A'ugcu, -welche Stellen noch sprechen. Das zeitraubende und für «den Teilnehmer lästige AbfragenSind Sie fertig?" soll ganz we-gifallen. Auch das Rusen der anderen Ämter und der Teilnehmer eöfolgt vom Amte aus mit einem dort gemeinsam zur Verfügung stehenden Strom. Ebenso wird der SpreHstrom vom Amte den einzelnen Leitungen zugeführt. Die einzelnen Batterien, welche die Sprech­stellen heute noch haben, fallen -ganz Weg. Eine «-eitere Quelle des Versagens ist damit -aus-geschaltet. Voraus­setzung für das neue System ist die Durchführung der Doppelleitung, wie sie im «Lause 'des nüchsten Jahres in ganz Berlin mit der Verlegung unter die Erde vollendet sein wird.

Kleine Notizen. Nächsten Dienstag, vormittags 11 Uhr, veranstaltet Herr Fevd. Küpper im Hotel Hamburger Hof, Ecke der Taunus- und GelSbergstraße, eine Gemälde-Ver- ft e t fj e r n n g. .

(!) Mrslieim, 31. August. Auch hier ist ein Aufschlag seitens der Milchproduzenten von 2 Pfennig pro Liter beschlofsen »uit» etngeführt worden. Bei einer hier ans offener Strapo stattgebahten Schlägerei spielte auch das Meyer eure Rolle. Einer der Beteiligten wurde erheblich verletzt. Bisher lag die Unterrichtszeit der hiesigen gewerblichen F o r t b r l d u n 3 s - s ch u l e in später Abendstunde. Diese Zeit war fitr Handhabung der Disziplin und Erreichung der Unterrichtsziele sehr hinder­lich. Auf Veranlassung des Gewerbevercins hat der Gemeinoe- rat beschlossen, die Unterrichtszeit von 5 1 /, bis -ft- Uhr testzu- fetzen. Dieser Beschlich, der ein großer Fortschritt bedeutet, liegt sowohl im Interesse der Schüler als der Schule.

* Ans der Umgebung. In Nendorf hat sich ein Turn- ucrcttt ctcfäilibci.

In Griesheim hatte sich ein Schüler von 12 Jahren namens Wilhelm Will mittels Tusche Figuren in den Arni täto­wieren lassen. Bald darauf schivoll der Arm so stark an, daß ärztliche Hülse vergeblich war und der Knabe starb.

Die Post beabsichtigt einen Automobiwerkehr zwychcn Marien lb erg und B u r b « ch einznrichten.

Gerrchtssattl.

Strafkammersitzung vom 1. September.

Warenzeichengcsetz und unlauterer Wettbewerb.

Der Minerallvasserfabrikant Georg S. von Höchst a. M. ist vor Jahren auf den nicht allziifern liegenden Gedanken ge­kommen, neben anderen natürlichen Mineralwassern auch das Kronthaler Wasser nachznmachen. Er verfuhr dabei angeblich nach einer iw Kalender für Mineralwassers rikanten gegebenen Vorschrift, mischte die Hauptbestandteile des Kron­thaler Brunnens: chemisch reines Kochsalz, Soda, Ehlorcalinm und Chlormagnesium nach den in der Analyse des Kronthaler Wassers angegebenen Mengen untereinander und setzte natürliche Kohlensäure aus der Dreikönigsauelle in Holland zu. Das Pro­dukt füllte er in Flaschen, wie solche allgemein für künstliche Wasser gebraucht werden, in die Flaschen ließ er eine holländische Königskrone einbrennen und daun brachte er das Wasser unter dem Namenkünstliches Kronthaler Wasser" zum Verkauf, das verehrliche Publikum gleichzeitig mittels Plakaten und Inseraten von seinem neuen Artikel in Kenntnis setzend. Dadurch erfuhr auch die Direktion derBetriebsgesellschaft Kronthaler Mineral- guelle" von dem künstlichen Konkurrenten ihres Naturprodukts. Sie verschafften sich eine Flasche des künstlichen Kronthaler Wassers: die oberflächliche Analyse ergab außerordentlich hohen Kochfalzgehalt. Die Betriebsgesellschaft stellte nun gegen S. Strai- antrag wegen Verletzung des Warenzeichengesetzes und un­lauteren Wettbewerbs, denn sie ist der Ansicht, daß es zunachit keinem Menschen gestattet werden könne, künstliches Kronthaler -Wasser zu machen, dann aber sei ihr eine Krone mit dem Worte Kronkhal" als Warenzeichen geschützt, der Angeklagte hätte da­her auch die holländische Krone nicht auf seine Flaschen anbringen dürfen: endlich entspreche aber das Erzeugnis des Angeklagten keineswegs auch nur einigermaßen der, chemischen Ziisaiuiueu- setznng des natürlichen Kronthaler Wassers. Das Gericht be­schloß nach längerer Verhandlung, Beweis darüber zu erheben, welche Mineralien der Angeklagte bei der Herstellung des Wassers verwendete, auch soll Herr Professor Dr. H. Fresenius als Sachverständiger gehört werden.

Ein Bahnhossdieb

scheint der Taglöhner Johannes W. zu Flörsheim a. M. zu sein Er ist sehr oft wegen Diebstahls bestraft, einmal auch schon, wegen Entwendung von Bahnsendungen. Am 20. Juni d. I. wurde er abends nach 11 Uhr ans dem Gelände des Höchster Bahnhofs erwischt, als er eben dabet war, c,nen Reisekorb zi, plündern, den er samt einer kleinen Kiste von dem Perron ge­holt hatte. Die Kiste hatte er zuerst erbrochen, da sie aber nur Drahtstifte enthielt, hatte er sie ins Feld geschleudert. Der An­geklagte, der eben noch vier Monate Gefängnis «bzumachen yat, behauptet, er fei an jenem Abend vollständig betrunken gewesen und wisse nicht, was er getan habe. Das Gericht hat alle Ursache, ihm diese Ausrede nicht zu glauben: es verurteilt rhu wegen Diebstahls in ivieiderholtem Rückfall unter Zubilligung rmlöernder Umstände zu 9 Monaten Gesängnis.

Verwischtes.

* Ein girier Schachzug. Allen Pntzgeschäfterr des Her'zogtüms Gotha hat der Gothaer Tierschutzverein die hier abgedruckie Erklärung zugehen lassen mit dein An- hcimgeben, dazu Stellung nehmen zu wollen: MW. W-ohl- geboreu wird durch die ergebenst Unterzeichneten sökgen- des unterbreitet: Viele Millionen Vögel werden in

-unserer Zeit alWhrlich getötet, lediglich weil heute ein großer Teil der Krauen und Mädchen noch an der Ge- «schmacksWirrung leidet, die Federn oder gar die ganzen Bälge von Vögeln für einen schöneren Kopfschmuck zu halten als Blumen und bunte Bänder. Das Ende der meisten dieser Tierchen ist ein- sehr klägliches, da das Fangen und Töten meist von rohen oder wenigstens ab­gestumpften Menschen ausgeführt wird. Auch ist es in (tropischen Ländern vielfach üblich, die Vögel mit bunt (schillerndem Gefieder lebendig auszubalgen, da die Leute glauben, daß der Glanz des Gefieders daun besser er­halten bleibe. Diese Mode führt zur Vernichtung ganzer. Vogelgeschlechter. Eine Menge bunt gefiederter Vogel­arten, darunter auch viele Sauger, sind dem Aussterben nähe. Welch- eine Unsumme von Qual wird durch den Fang so vieler Millionen Vögel verursacht- wie viel Poesie durch die Vernichtung gaUz-er Vogelarten roh zer­stört, lediglich, damit Frauen und Mädchen ihre Köpfe mit Vogelbälgen nnd Federn putzen können. Einen un­berechenbaren Schäden erleidet auch die Landwirtschaft -und der Gartenbau durch die Vernichtung der Vögel, die eipe so große Menge schädlicher Insekten vertilgen! Um nun diesem Massenmord Einhalt zu tun, ist ein Inter­nationaler Frauen-Bund ins Leben gerufen morden, der bereits in allen Kulturländern der Erde Mitglieder ge­worben hat. Ter Frauenbund bezweckt den Schutz der gesamten Vogelwelt gegen jede unberechtigte Verfolgung,

sowie die Pflege der heimischen freilebenden Vögel nach den durch Erfahrung erprobten wissenschaftlichen Grund­sätzen, Im Anschluß an den Tier'schutzverein des Her­zogtums- Gotha .wird beabsichtigt, auch hier diese gure Sache zu unterstützen und so haben sich 6ie ergebenst Unterzeichneten verpflichtet: Die zu S-chMuÄsa-chen die­nende Verwendung von Vogelbälgen im ganzen und in Teilen, sowie von' Federn mit Ausnahme der Federn des Straußes und des Haus- und JagdgefWgels nicht nur selbst zu vermeiden, sondern auch in gleicher Rich­tung aus Angehörige und Untergebene einzuwickken. In­dem wir Ihnen dies zur gefälligen Kenntnis miittMen, bitten wir Sie dringend, diese hitmanen Bestrebungen in der Ihnen geeignet erscheinenden Weise gütigst unter­stütze» zu wollen." Unterz-eichnet ist diese Erklärung von mehreren Hundert der angeschensten Frauen ans Gotha, Luisenthal, Ohrdruf, Thal, Uelleben, Bvilstädt, Sund- Hausen, Tüngeda, Teutleben, Warza, Friemär, Wechmar,- Busleben-: Kleinschmalkalden: Dietharz: Tambach: Ball­städt, Wangenheim, Manebach, Sieblebe-n, Friedrichroda, «Friedrichswerth: Ruhla: Gräsenroda: Zella: Ndeblis:

Waltershaüsen, Schnepfenihal, Ibenhain, -Crawinkel, -Georg-enthal nsw. Das wird Helsen. Run wissen die Putzgeschüstc, woran sie beim Einkauf ihrer Vorräte sind. Der Weg scheint sehr praktisch.

«° Eine Kaffernhochzeit. DieBritish Association" hat diesmal ihre J-ahresver'sammlung in- Natal äogc- halten: unter den zahlreichen Ausflügen, die ihre Mit­glieder gemeinschaftlich unternähmen, war wohl der -n- teressanteste ein Besuch der Ansiedelungen von Einge­borenen zu Henley. Sie wohnten hier einem Kasfern- tanz bei, der von 1000 Wilden in Gegenwart von Srr Henry Mc Cullum, dem Gouverneur, den sie als ober­sten Häuptling betrachten, ausgeführt wurde. Es folgte dann eine sehr interessante Zeremonie, nämlich die Ver­heiratung des Erbhäuptlings Mhlola mit. einem jungen Mädchen, das seine Hauptfran und die Mütter des. künf­tigen Thronerben werden sollte. Alle Teilnehmer an dieser grotesken Feier waren verschiedenartig mit Fellen, Federn, Perlen und grellfarbigen Tüchern be­kleidet. Biele, darunter -auch Frauen, trugen nur meni-ge Fetzen/ mit denen sie sich seltsam aufgeputzt, aus dem Leibe, einige Mädchen sogar nichts als schmäle Perlen- gürtel. So bot sich ein wunderliches Schauspiel dar, denn alle diese merkwürdigen Gestalten begannen zu tanzen, den Boden zu stamP'fen, in sonderbarerl Sprün­gen hernwzulaufen: dazu- stießen sie schrille Pfi-ße und gellende Schreie ans. Der Bräutigam, vollständig im adamitische» Kostüm, saß aus einer Matte: um ihn saß seine Familie, während gegenüber die Familie der Braut Platz genommen hatte. Zunächst führten die Frauen und Mädchen, die mit der Braut verwandt ober befreundet waren, einen Tan-z aus, während- die Braut selbst unsichtbar blieb. Dann betrat sic selbst den Schau­platz, von einem Kaffern als Brautführer und einer Brantjnngser geleitet. Alle drei waren unter -großen geöffneten Schirmen völlig verdeckt, und so schritten sic aus den Bräutigam zu. Vor ihm. -angelangt, hob die Braut den aus dem Boden sitzenden Erwählten ans und s'etzte ihn in einen Stuhl. Mhl-öla blieb unbeweglich sitzen ivähreüd- die Braut sich nun an dem Tan-z der Freundinnen beteiligte.. Der wichtigste Teil der Feier­lichkeit war die schicksalsschwere Frage an die Braut, ob sie den Mann zum Gatten nehmen wolle: sie antwortete: Ich liebe ihn: zehn Stück Rindvieh sind für mich bezahlt «worden." «Dann folgte eine Parade der Hochzeits- g es che Nike, die ei Ge ln vorgezeigt nnd mit mehr öder weniger Beifall begrüßt wurden. Jwmer, ,ven- ein Gegenstand hachMalten wurde, äußerte sich die ganze Korona darüber. Unter den Gaben befand sich ein m-ckder- ncr Reisckkoffer und manches Btt Mel mit geheimnis­vollem Inhalt. Den Beschluß machte ein allgemeiner Tanz und ein HochzeitsMHl, für das die Ochsen auf der Stelle geschlachtet wurden.

Kleine Chronik.

Gräfin Montignoso, die sich seit einiger Zeit -mit ihrer Tochter Anna Atonika Pia in Rorschach aufhält, empfing dort zu wiederholten Malen die Besuche ihrer -Eltern, des Großherzogs und der Großherzvgin von Toskana. Die Gräfin bogbstchtigt, in einigen Tagen mit «der -kleinen Prinzessin und Gefolge von Rorschach abzureisen und sich- zum Winteraufentha-lt nach Florenz zurückzubegeben. Ihr Töchterchon -wird bis zum Mai nächsten Jahves in ihrer Obhut verbleiben, um dann zur Weitererziehnn-g vertragsmäßig dem königlich sächsischen Hose übergeben zu werden. - .

Die Freigabe des Obstver'kauses an Sonn- und Fel-er- tagen verlangt in der Mo-ttatsschristDie Obst- und -Gemüseverwertnng" Oberlehrer -Steine-Steglitz, damit niemand gezwungen sei, wenn er sich erfrischen will, zu Bier oder Wein, Kaffee oder Selterswasser -zu greifen. Die Kgl, Kreisregiernn-g in Heilbronn hat diesem Be­dürfnis bereits Rechnung getragen, und auch der Re-gie- vungspräftdent von Oppeln bat eine gleiche -Verfügung für seinen Bezirk erlassen. Diese Maßnahme verdient allseitig« Nachfolge, zumal dadurch nicht nur der heilsame Obstg-enuß gefördert, sondern auch die Landwirtschaft, besonders der Obstbau, gepflegt wird. Gute Erfolge haben -manche Lehrer auf dem Lande mit der Anleitung -der Jugend zur Pflanzung und- Pflege von Ohstbäum-eu auf -Wegen und in Gärten erzielt.

Der zweitälteste Einwohner von Göttingen, der Bote Fritz Fischer, ist i-m 93. Lebensjahre gestorben. Fischer, so schreibt derHannoversche Courier", wird noch -bei manchemalten Herrn", der in Göttingen studiert hat, in guter Erinnerung stehen. Noch bis- vor kurzen, hat der fleißige Mann allnächtlich die Bäcker geweckt. -Auch manchem in vorgerückter Stunde den häusliche!, Penaten zuste-ucrnden Musenfohne bat Fischer mU der stadt­bekanntenDiogeneslaternc" heimgelenchtet.

Alter Pilgrim. In einem Marseiller Hospital starb, derNeuen Züricher Zeitung" zufolge, ein lOMhriger israelitischer Pilger namens Lazarus Pvepeliz, der, aus Kanada kommend, nach dem gelobten Lande wallen -wollte, aber sein Ziel nicht mehr erreichte.

Liebestragödie. Im Gasthause in Frieö-ersdorf in Schlosieir vergiftete -sich eirr Liebespaar, -der -Bierreisen,de

Bormau-n -aus Bolkenhain und das Ko-chfrä-ulein Gründer -aus Fri-eL-cber-g, weil ihrer Heirat Hindernisse en-tgegen- -standen.

Einsturz. Bei heftigem Sturme -stürzte Her im Bau begriffene «Giebel «der neuen Zinkhütte in -Rvsdzin-Mitritz ein. Die -am Bau beschäftigten Arbeiter stürzten in,di« Tiefe. Ein Maurer wurde getötet. Drei Maurer wur- «den. schwer, mehrere wurden leicht verletzt.

Ein Hnnd als Lebensretter. Eine merkwürdige alpine Heldentat hat am 25. -«September in -der Ada-mello- gruppe «in Hund vollbracht, den drei «Düsfeldorser Tou­risten,- der Ingenieur Richard Singer, d«essen Schw«ester -und der Jurist Paul Frank, auf das Corno -di Cavento mitgenommen hatten. -Beim Abstiege znm Fnmogletscher kam das Fräulein an einer -steilen -Eisw-an-d zu -Fall; Richard Singer vermochte zwar seine Schwester vor einem Abstürze zu bewahren, verlor aber dabei selbst «den Halt und kollerte über !die vereiste Lehne hinab. Da sprang ihm sein Hund nach, verbiß sich in sein Lodewkleid und brachte ihn zum Stehen. Som-ohl Singer als auch« sein« Schwester trugen -mehrfache Verletzungen davon.

Einbruch ins Polizeiamt. In der Nacht vom Sonn­tag auf Montag wurde im Polrzeiamt in der Marsstr-aße zu München eing-eb-rochen, wöbet -dem, «Dieb ungefähr 700 M. in die Hände fielen. Unter dom -gestohlenen Geld befand sich auch das fast voll« M-onatsgeha'lt eines Po-li-zei- beamten: er hatte es «der größeren Sicherheit wegen auf -dem «Amt gelassen.

Der jugendliche Lehrer Menge! aus Wiefenfeld, der, wie wir seinerzeit meldeten, in Roda -die 18jährige -T-och«ter «des Landwirts Kinkel angeblich- -aus Eifersucht erdolchte, -ist außer Verfolgung gesetzt worden. Nach dem Gutachten der -Irrenärzte, die ihn 6, Wochen lang beobach­teten, ist -er bei Begehung der Bluttat geistig unzurech­nungsfähig -gewesen. Der junge M-an-n wurde seinem Vater, dem Kantor Mengel in Roda, in eigene Fürsorge übergeben.

Das Steigen der Grundstückspreise !n einigen Ge­schäftsstraßen Berlins wird vomKönfekti-onär" wie­derum in einigen Beispielen beleuchtet: So- soll das Haus Jerusalemer Straße 28, Ecke Kronenstraße, das vor «dreißig Jahren für 100 000 Taler erstanden wurde, n-un- mehr für 1300 000 M. an Bannreister Heim verkauft werden. Das ehemals Heesesche Grundstück Leipziger 'L-traße 87, das vor -dreißig Jahren 80 000 Taler kostete, ist schon vor einigen Jahve», von dem jetzigen «Besitzer Gngettheim sin Firma Michels rr. Ko.) für i% Millionen Mark erworben -worden und -seitdem weiter im- Preise -gestiogen. «Für «das 19 Quadratruten fassende Grundstück Leipziger Straße 113, Ecke Mauerstraße, -sind 1900 000 «M. gefordert worden.

Erstickt. «In Stallupönen nahm ein lOjährtger Junge einem kleineren -einen kleinen runden Bonbon weg und schluckte das N-aschwerk hinunter. Dabei blieb ihm dieses in «der Luftröhre -stecken. Kein Mittel hals, und nach etwa 10 -Minuten starb der Knabe infolge Erstickung.

Der frühere Pio»ierle«t«a»t Wessel ist aus -den: Thorner Gefängnis, entlassen worden, nachdem er seine Strafe verbüßt hatte. Wessel wurde, -wie «riimerlich fein wird, am 29. Mai wegen Betruges zu einer Gefängnis­strafe von -ei-n«m Jahre verurteilt, wovon neun Mvnare aus die Untersuchun-gKhafi angerechu-et wurden. Wessel begibt sich sofort.zu seiner Fra» nach Nizza.

Zur gefälligen Begleichung. Ein Herr, der vor et::- 30 Fahren i-m Jenaer Krankerrhause behandelt worden war, sänö-te, -derJenaer Zig." zufolge, zur Begleichnug der «damals -der «Stadt Jena -zugefallenen Kosten seine- Behandlung nebst -Verzinsung des Kostenbetrages 800 Mark ein.

Zahlreiche Russen beginne» jetzt, ans Deutschland nach ihrer Heimat zirrück-zukehren. Die meisten von ihnen -ivaren ins Ausland gegangen, um nicht vielleicht «Kriegs- -dienst tun zu müssen. Wie erheblich die Zahl der rnffischen -Reservisten in «Berlin zurzeit ist, geht daraus hervor, das? -sie abends eines der -größten C-ascks der Friedrich- stadt in Berlin fast vollständig für sich in Anspruch noch men. Außer >de-njenigen, die «Lein Krieg «us dem Wege gingen, sind aber auch noch sehr viele wohlhabende Fabri­kanten, Kausleute und Gutsbesitzer wegen der inneren Wirren ins Ausland und zumeist nach >Deutschlan«d g?- kvnrmen: Diese Leute «bleiben großenteils hier, bis sie wieder ruhig ihrem Erwerb nachgehen können. Im- See­bad Cranz hörte man im Juli -mehr Russisch -und Po-lnisch a-ls Denisch.

Sehr zuftiede». Bei einem Wiener «Baukbea-int-cn «wur-öe kürzlich eingebrochen. Die Diebe durchsuchten sämtliche Kästen und Läden und nahmen «das Wertvollste mit. In -einer Lade fanden sie neben S-chm-uckgegen- stänö-eii auch die dem Söhn che» gehör igen -SHu-lfleitzzettes. Um ihrer Freude über die vorgefu-ndene Beute Ausdruck -zu geben, legten «d-ie Diebe die Zettel auf den Tisch, auf denen stand:Sehr zufrieden!"

Altes Ehepaar. -In «dem Dorf« Verjux lFrankreich, feierte, -wie dieHamburger Nachrichten" Mitteilen, un­längst ein altes Ehepaar die fünfun«dsiev-zigst-e Wieder­kehr -seines - Hochzeitstages. Der greise Ehemann ist hundert, seine -Ehefrau neunzig Jahre -alt. Sie nennen diese bisher wohl kaum erreichte sechste Hochzeit, nachdem sie -die -grüne, silberu-e, goldene, diamantene und- eiserne gefeiert, die Platina-Hochzeit,

Von einem Elefanten erdrückt w'urde in Paris der Wächter Francois N-eff im dortigenJardin des Plantes". «Der Unglückliche wurde von dem -aufgebrach­ten Tiere beim -Eintritt in dessen Stall -mit «dem: Rüssel gepackt und bnch-stäblich -zermalmt. Es kostete -unen-d-licke Mühe, den Körper dem Elefanten durch- Stange-nstöße und Haken zu entreißen. Der Tod- trat während des Transpvrtes (lach «dem Hospitale ein. Der Elefant, namens Said-, -galt allgemein als harmlos, und man kann sich »och nicht die Griin-de erklären, die das Tier in di- anormale Aufregung versetzt haben. Der unglückliche N-csf hinter-läßi eine Witwe und drei unmündige Kinder.

Lieblingsparsüms gekrönter Häupter. Unser Kaiser soll Yläng-Alang und Corylopsis bevorzugen, König Eduard Moschus, «König Viktor Emainrel Heliotrop. Der Zar und die Königin von Holland sollen jegliches Par­füm verschmähen.

Schwarze Füchse. ImWeekly -Standard" -tvird be­richtet/ daß in dem Bezirk Bed-ale ans der Besitzung des Herzogs von Clev-elan'ö- zwei -schwarze Füchse geboren -sind. In -dom Werke von I. E. Millari -über «die -eng­lischen Saugetiere werden nur zwei Fälle vonMelauis- mus" beim Fuchse, Me früher beobachtet -wurden, er­wähnt. Andererseits deutet das alte englische Sprich-

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