AsMs 4. Mittwsch, 16. August 1905. Mesbadrner Sagblalt.
wird entweder die eines Helden sein und den Träger unter Umständen zu seinen Vorgesetzten, in ein unerquickliches Verhältnis fetzen; oder sie wird die eines Schweigers -und Dückers sein und damit, der Stadtverordnetenpflicht Widersprechen; oder sie wird eine „diplo- -matische" sein/ Weder Fisch noch Fleisch und damit den -Träger ebenfalls--in einen Konflikt mit seinem Mandat dringen. Diese Erwägungen sind in unserer Zeit, wo auf die Unabhängigkeit unserer öffentlichen V-ertraneus- männer doppeltes Gewicht gelegt werden muß, so durchschlagender Natur, daß alle G-egengründe vor ihnen zurückweichen Müssen. Ein Gem-sindeHLam-ter brauch,t nicht darauf,zu.,warten, daß er Stadtverordneter -wird, -um sein sachliches Wissen und Können in den Dienst der Stadt -zu stellen. Er hat schon in seinem dienstlichen Kreise und auch in den Kommun-alvereinen überreiche Gelegenheit, -der Öffentlichkeit nutzen Zu können. Die Zahl der Ge- 'meindevertreter ist überall eine nur beschränkte. -Es werden sich immer Männer aus.Nichtbeamtenkreisen finden, um ein Vertretermandat zu übernehmen. So lange hier nicht ein Mangel eintritt, drängt wirklich nichts dazu, unsere G-emeiniebamten der Gefahr aus- zusetzen, mit ihrem Gewissen in -Konflikt z-u geraten. Wenn auf das Beispiel von Hamburg Hin-gewiesen wird, wo'der Senat selbst die Aufhebung der Verfassnngsbe- stimmung vorgeschlagen hat, die der Wählbarkeit der Beamten im Wege stand, so muß doch daran erinnert werden, daß in diesem Falle leider nicht sachliche, sondern politische 'Gründe mitg-esprochen haben. In den Motiven bekennt nämlich der Senat, daß.'der größte Teil der Ham- Lnrgischen Beamten der dritten Gruppe angehören wird, wo er einer großen geschlossenen Partei gegenübersteht, nämlich der sozialdemokratischen, deren Macht Abbruch getan werden soll. Dieses politische Motiv ist nicht geeignet, bei unserer sachlichen Behandlung der Frage Mitzusprechen. Uns sind triftigere Gründe maßgebend. Anders steht es -mit der soeben in Groß-Berlin aktuell 'werdenden Frage: „Darf ein Berliner Magistratsbeamter in den Berliner Bororten ein -Gemeindeamt annehmen?" Diese Frage ist offenbar 'unbedingt -zu bejahen und nicht zu verneinen, wie es -der Berliner Magistrat in einem bestimmten Falle getan hat, denn der oben besprochene Hauptgrund, daß der Kommunalbeamte in Konflikte mit seinen eigenen Vorgesetzten gestürzt werden könnte, fällt 'hier fort. Es liegt -in diesem Falle nichts vor, was eine Verkürzung der 'kommunalpolitischen Rechte der Gemeindebeamten begründen könnte. Fm Gegenteil kann es nur zum Vorteil der oft recht rückständigen Vorort- gem-einden sein, wenn sich das Fachwissen eines städtischen Beamten in den Dienst der Borortverwaltung stellt. Das Allgemeinwohl, das immer -ausschlaggsbend sein soll, geht auch bei der Frage: Gemeindebeamter.— treter? den persönlichen und meistens egoistischen Motiven allemal voran. In den Kreisen der Gemeindcbeamten sollte man diesen Fundamentalsatz der öffentlichen Wohlfahrtspflege mehr würdigen, als -das bisher geschehen ist. Die Verfolgung jeglicher Son-derintereffen richtet sich von selbst! _
— Tägliche Erinnerungen. (16. August.) 1580: Kurfürst Johann der Beständige von Sachsen f. 1717: Prinz 'Eugen siegt bei Belgrad- über die Türken. 1705: WarsH- ner, Komponist, geb. (Zittau). 1809: Stiftung der Universität Berlin. 1880: W. WunA, Phystolvg, geb. (Neckarau). 1870: Schlacht bei Bionville und Mars-la- Dour. 1899: R. W. Bimsen, EhemEer, f («HeideWerg).
— Winkeladvokatenfüschäfte. Unter dieser Uberschrist berichtet die Frankfurter „'Kl. Pr.": Der Wilhelm
Merten, ein früherer Kaufmann, hat sich n-achher der Wtnkeladvokatur zugewandt, und die Geschäfte, Sie er dabei machte, haben ihm zuerst fünf Monate und dann iy s Jahre Ge'fün-gnis wegen Betrugs eingetragen: Jetzt steht er wiederum unter derselben Anklage vor Gericht. Er hat im Jahre 1908 einer armen Witwe, Sie von hier verziehen wollte, ihre Fahrnis für 200 M. abgekanft und
nachdem er eine Anzahlung von 30 M. geleistet, die Möbel holen lassen.' Aus die Bezahlung des Restes von 170 M. wartet die Witwe noch heute. Im verflossenen Herbste kam dann Merten zu einem Schuhmacher und holte ein Paar Kinderstiefel. „Wenn ich wüßte, daß sie paßten, würde ich sie sofort bezahlen", sagte er und zog ein Füns- mar'kstück ans der Tasche. Daraufhin gab ihm der Schuhmacher die Schuhe ohne Bezahlung mit, und Merten benutzte das, um nach ein paar Tagen auch ein Paar Stiefel für seine „Fräü", d. h. für seine mit ihm zn- 'sammenlebende Geliebte, zu kaufen. Da er auch dieses Paar ohne Bezahlung Mitbekam, so holte er noch vier Paare für die Frau, bei der er wohnte, ein Paar für den G. Claas, der ihm bei seinen Rechtsgeschäften half und jetzt auch im Gefängnis sitzt, und ein Paar Kinderstiefel für eine Bekannte. Da keine Bezahlung erfolgte, verlangte die Frau des Schuhmachers die Schuhe zurück und nun bot Merten dem Schuhmacher einen Wechsel über 880 M. an, worauf .ihm der Überschuß . herauMezahlt werden sollte. Der Schuhmacher mar klug genug, daraus nicht einzugehen; denn der Wechsel war wertlos. Die Schache aber hatte Merten seinen Hausleuten, als . Anzahlung aus die Miete gegeben. Der Staatsanwalt beantragte für die beiden Fälle vier Mon'ate Gefängnis. Der Gerichtshof dagegen mußte aus Freisprechung erkennen, well Merten behauptete, er sei an der Bezahlung nur durch seine im Oktober 1904 wegen anderer Geschäfte erfolgten Verhaftung verhindert worden, und weil ihm nicht nachgeiwiesen werden konnte, daß er zu -der fraglichen Zeit zahlungsunfähig gewesen! ist. — Merten stammt aus E r b e n h e i m und ist auch iu Wiesbüden zu einer gewissen „Berühmtheit" gelangt, die ihn veranlaßte, den Staub unserer Stadt von den Pantoffeln zu schütteln.
— Der Winter-Fahrplan. Die im Sommerdienst eingelegten zlwei V-Züge mit erster bis dritter Klasse, Frankfurt ab 6.05 morgens, Berlin an 0.40 nach-initt., Berlin ab 3.1b, Frankfurt an 11.35 nachmittags, haben sich so gut bewährt, daß sie auch für den kommenden Winterdienst nüeder vorgesehen sind. Vom 1. Januar Nächsten Jahres verkehren dann auch Mieder die Lnx-iis- znge mit nur erster Klasse, Frankfurt ab 8.32 vormittags, Berlin an 4.36 nachmittags, be'zw. Berlin ab 3.05 nachmittags, Frankfurt an li.22 abends. Die Luxuszüge kommen und gehen nach der Riviera. Der neue Winter- Fahrplan weilst eine ganze Anzahl mehr Züge auf als -er stletzte. Die Streche Nr an'jL'fu r t-Ho mb>u rg -erhält sechslSchu-ellzÜge, vier nach und ziwei von Homburg.
— Manöver-Sendungen. Bor den Manövern sei auf die Wichtigkeit richtiger und deutlicher Auffchristen bei den MänöverlP-olstseüdnngen hingewiesen. Zur genauen Aufschrist gehören: D'ieststgräd, Truppenteil — Regiment, Bataillon, Kompanie, Eskadron, Batterie, Kolonne und für gewöhnlich der ständige Garnisons- ört, eventuell mit dem Zusatze „oder nachzusenden". Die Angabe eines Marschauartiers empfiehlt sich nur daun, wenn es genau bekannt und wenn vörauszusshen ist, daß die Sendung io zeitig an dem angegebenen Beüim- miungsort eiirtreffen wird, daß sie vor dem Weitermarsch in Empfang 'genomüren werden kann. Zur Vermeidung von Auslassungen in der Aufschrift und zur Erhöhung der Deutlichkeit empfiehlt sich die Verwendung von Briefumschlägen Mit eutfprechisnöom Vordruck.
— Hagelschlag. Infolge des am 10. August über 'Oberurfel nieidexgegangenen Hagelschlags wird die in einigen Tagen in D a r m st a d t z-n eröffnende Ga r t e n- bau-An slstellu ng eines ihr zugedach-ten außer- Hewöhnlichen Schmuckes beraubt. Die namentlich durch ihre . Nel'keri'kulturen bekannte Gärtnerei von Karl W i tz e l in Oberuriel hatte- nämlich für die genannte Ausstellung etwa 500 hochstämmige blühende Rosenstöcke in Töpfen, sowie etwa 300 Knollenbegonien in außer
seiner Person nahekommen. Auch die Kaltblütigkeit, die Napoleon später so oft bewies, hatte er schon in seiner Jugendzeit oft genug -zu beweisen Gelegenheit. Im Jahre 1793 mußte er irr Korsika, da er von den Aufständischen als Abtrünniger geächtet -war, in das Haus seines Vetters IW« Jerome Levie flüchten. Als-er gerade nach der Küste fliehen wollte, kam ein Gendarmesbrigadier Und sagte: ,/J-ch. suche Napoleon Bvnaparte und soll Ihr Hans durchsuchen." Levie beteuerte seine Unschuld und -wurde den Brigadier mit Hülfe eines Glases Wein los. Als er fort war, kam Napoleon aus dem Zimmer seines Wirtes und verabschiedete sich vollkommen ruhig von Madame Levie. Dann entkam er nach B-astia, wo er nur mit großen Schwierigkeiten ein elendes Haus mieten konnte, in dem er sich verbarg. In seinem Testament vermachte iö-ex Kaiser -Levie und seiner -Familie 100 000 Frank. Ein andermal erregten -die Federn auf dem Hut seiner Schwester Marianna die Wut des Pöbels in Marseille. -Er umzingelte das Haus -und ließ den alten Ruf hören: „Tod den Aristokraten!" Napoleon nahm den Hut seiner Schwester,, -warf ihn der Menge herab und rief: „Nicht mehr'Aristokraten als Ihr!" Sofort verwandelten sich, die Drohrufe in Hochrufe. ...
* Eine Tannhäuser-Erinuerung, die von Interesse ist. veröffentlicht die Augsburger Abendzeitung: Heute, am 12. August'dieses Jahres, sind es 50 Jahre, daß Wagners „Tannhäuser" znm erstenmal in München aufgeführt wurde. Die erste Aufführung dieser Oper in Augsburg war am 6. März 1854 unter der Direktion Engel, somit 17 Monate, vor München. Daß durch diesen Vorsprung Augsburger Musikliebhaber den „Tann- Häuser" vollständig, fast auswendig kannten, war selbstverständlich. Am 12. August 1854 unternahmen 22 Mit- glieber der Augsburger Liedertafel ein-e kleine Geb-irgs- sesttour über Münch» Weilheim, Murnau, Partenkirchen, Lermoos, Reuthe, Hohenschwangau — wo im Schloßhof der dort residierenden Königin -Marie ein Ständchen gesungen wurde, in den anderen Orten fanden fröhliche Ausführungen.durch Chorgesang statt, die schönste in Murnau, — über Füssen zurück nach Augsburg. Um der ersten Aufführung des „Tannhäuser" imHoftheater in München beizuwvhnen, hatten sie Billette znm Sperrsitz in dritter und vierter Reihe belegt und -wohnten ihr auch bei. Alle hatten -graue Gebirgssoppen mit grünem Kragen. Schon nach der Ouvertüre des „Tannhäuser" begann ein heftiges MißfallzischM. dem die 22 Augs
burger/ die die Oper durch die Aufführungen im Augsburger Stadttheater vollständig kannten und deshalb auch durch das. ausg-ezeichinete Münchener Orchester erst recht würdigen konnten, -einen großen Applaus durch Beifallklatschen- entgegensetzten. Nach jedem Akte wiederholte -sich -das Zischen,/vermischt mit Pfeifen, und von Seite der Augsburger der große Beifall, dem sich dann auch andere Theaterbesucher anschlossen, Nach dieser Aufführung war bei -den Besprechungen , in MMchen-er Blättern zu lesen, es scheine, daß die Thea terintend-anz J-oppenmänner ins Theater geschickt habe, um 'den Tannhäuser durchzu- drücken. Äon den 22 Mitgliedern glaube ich der einzige noch Lebende zu sein.
* Das Urbild der Wilhelmine Buchholz, dieser köstlichen Schöpfung des eben verstorbenen Julius Stände, mar, was viele überraschen wird, trotzdem sie der Urtypus einer Berlinerin war, in «Wirklichkeit eine Hamburgerin, und zwar eine Hamburger Weiß- Wäscherin. Ws Srinde als junger Chemiker in Hamburg lebte, erhielt er von einem dortigen Verleger den ehrenvollen Auftrag, ein hauswirischaftliches Buch zu schreiben, das den Titel „Wasser Und -Seife" führen sollte. Da Stindes Name noch gan'zlich unbekannt war, so kam der findige Verleger auf die Idee, die damals in der Alster-, stadt bei der .Frauenwelt beliebte Wei ßw'a 's ch e r i n Wilhelmine Bn-chhol.z als Autor -des Buches anzusühren. Der Trick zog, das Buch wurde viel gekauft, und Strnde, durch , den Erfolg ermutigt, veröffentlichte im Jahre 1877, kurz nachdem er seinen Wohnsitz nach Berlin verlegt hatte, im „Deutschen Montagsblatt" den ersten Aufsatz in Berliner Dialekt unter dem'Namen „Wilhelmine Buchhollz". Er fand beim Publi'ku'm' allgemeinen Auklang, und fo entschloß sich denn Stnrde, jenen vielgeleseü-en ersten Büchholz-Band „Buchhvlzens in Italien" .herauszugeben, dem dann eine ganze Buch- Holz-Serie folgte. Stinde hat übrigens die wackere Wcihiwäscherin persönlich nie gekannt. Sie selbst soll aus die „Berühmtheit" ihres Namens recht stolz gewesen sein.
t. Das Angstschreien von Fröschen. Daß manche 'Vertreter der Frösche- und Krötensamilien über eine recht 'kräftige Lunge und ein entsprechendes Lärmorgan verfügen, davon kann sich jeder alltäglich oder besser allabendlich an dem nächsten . Teich überzeugen. Was. aber Herman Löns in der Monatsschrist,/Der Zoologische
Msr-gsrr-ArrMKSs. 1. Statt._U». 319,
ordentlich schönen und seltenen Sorten- kultiviert. Der Hagelschlag Hat diese Kulturen derart beschädigt, daß nicht zur Ausstellung gebracht werden können. Der Bestand der Netten kn lru r und der prächtigen Eric-en, welch er den besonderen Amziehun-gspnnkt der Witze-ls-chen- Gürt- uerei-M-nlagen bildet, ist da-ge-gen von Mn Unwetter verschont geblieben.
— Ein Antomvbilunfall ereignete sich gestern nach-, nnttag -wieder zwischen Erbenheini und Nordvnstadt. n llx diese Zeit war der -Selbstfahrer Heinrich Ullrich cm ü F rankfurt a. M. mit seinem Wagen unterwegs nach Wiesbaden. Beim Nehmen einer Kurve versagte die Lenkvorrichtung und das Autom-obil stieß mit -dem Pferde des Landwirts W. Born von Noröenftadt, der sich mit -dein Tier auf das Feld begeben wollte, so heftig zusammen daß das Pferd schwere Verletzungen erlitt, das. Auto mobil aber sich überschlug und demoliert -wurde. Die Insassen eine Däme, zwei Herren und -ein Ehaufseur, flogen -arrk die Straße und erlitten zum Glück nur leichte Beschädigungen. Natürlich war auch die Kleidung der Autler stark mitgenommen. Das Pferd -wird schwerlich noch dienstbranchbar sein. — Wie wir noch hören, sollen di-> Berletzungen des einen -der Insassen doch erheblicherer Art sein. Die Autler sind Hamburger und kamen von Homburgs wo sie zur Kur weilen. Das Auto gehör, dem Hotelwirt in Homburg.
— Die Zigennerplage. Die Bc-w-öhner der Umgegend, n-aMentlich aber der Ortschaften des oberen Rheingans, fühlen sich durch bettelnde und vagabnn-- dierende Zigeunertrupps sehr belästigt. Kaum, daß man glaubt, eine Bande sei über das Weichbild einer Stadt oder eines-, Dorfes abgeschvben, so erscheint sie oder eine -andere unversehens. wieder aus der Bildfläche, um ihren dreisten Bettel von Haus zu Haus zu inszenieren. Auch vor Diebstahl ist man nicht sicher. Davon können z. B zurzeit der Traub-enreife die Weinberge erzählen. Es sollte doch wohl möglich- sein, hier Wandel zu schlaffen sei es durch andere Vereinbarungen mit den Heimak' st-aaten der Zigeuner, oder vermittels' schöffengevichitricher Erkenntnisse durch überlweisung an die Landespolizei- behörde (Arbe'iGhäuffer) und durch Verwei-gernng öes Wandergeiwerbescheins, wo didser ersichtlich nur als Vom. wand benutzt wird. In Deutschland selbst sind wohl die wlenig-'sten Zigeunersamilnen heimatberech'tigt. Bon 700 000 enropäi'sch'en- Zigeunern entfallen allein aus die Türkei 500 000, auf Lsterreichl-iUngarn 150 0M. Es ist daher unbillig, daß gerade Deutschland die Lalsten üex Zigeuner-Äagabviidage tragen soll.
— Walhalla-Theaier. Heute Mittwoch, den 16. August, findet die offizielle Wiedereröffnung der Bariet,-- saison mit einem durchweg glänzendem Programme statt. Die Direktion hat für diese Spielserie folgende Attraktionen verpflichtet: Baronesse von Meeren, Sch-nlreiterin vom Zirkus Busm in Berlin, Brothers Parros, phänomenaler equilibristisckiev Wundevakt, Almasio-Trio, akrobatischer Sporting-Ballakt ersten Ranges, ferner The Ballcots nnt ihren olympischen Spielen ,,, höchster Vollendung, Hugo und A. Mvtlay, Original-Musikat, Komedians. Als Gesangnnmmern sind verpflichtet: das berützinte Rensdorf-Meistersängerinnen-Quartett, anerkannt bestes Damen» Kunstgcfangs-Ensem'dle, Claire Hegel, Vortragssängerin, sonn» der bekannte Humorist Karl Bernhard. Der Bioskop bringt dte- neuesten Aufnahmen einer Reise des NorddcutfchenLloydd-am>>f<>^-, „Kaiser Wilhelm II."
— Lieder-Abend. Im Kasino (Friedrichstraße) findet a», Dienstag, den 22. August, abends 8 Uhr, der Liederabend von der jugendlichen Konzertsängerin Steffi Perino (-Sopran , unter Mitwirkung von -Karl Zeis che (Tenorist),
WtIhelmy als Rezitator, sowie Herrn Musikdirektor R n p t, aus Mainz bestimmt statt. Wie wohl zu hoffen, steht ein feil* * genußreicher Abend in Aussicht und weisen wir schon -heute La» rauf hin,
— Uber die Verwendung der Stenographie durch Studenten sprach Herr H. Paul in der Stenographieschule. Wjp entnehmen dem Vortrage einige Punkte: Die Stenographie nach Len Urteilen vieler Gelehrten von großem Vorteile für bie Hörer von Vorlesungen an Universitäten, Akademien, Handels» Hochschulen usw., sowie bei jedem an-zuhörenden Vortrage. D-r Student kann sich, wo es sich um den Wortlaut von Ausführungen Handelk, bei Anwendung der Stenographie den Vortrag genau
Garten" -über geleg-entlichies Schreien von- Kröten und Fröschen zu berichten weiß, sind jedenfalls seltene darum um so merkwürdigere Erscheinungen. Schon nls Junge hat Löns eintmal -an einem Sommer-ab-end ik„ Garten einen eigentümlichen, durchdringenden S-chres Vernommen, den er nicht zu deuten wüßte. Er fand an- 'der Stelle, woher das Geräusch- gekommen zu sei» schien, in einem Salätbeet einen- grünen Gr-assrvsch- der platt aus 'dem Boden lag -und die Beine in gan- sonderbarer Stellung in die Höhe ' Hielt. Trotzden, glaubte !Lön-s noch nicht daran, daß der Frosch einen solchen Schrei sollte ausgest-oßen haben. Der Laut wider» holte sich n-o-ch einige Male später, aber i'm'mer in- der Dunkelheit, wänn seine Entstehung nicht sestMsteffe^ war. Später aber wurde Löns an diese jugendliche Beobachtung lebhaft erinnert. Er hatte ein befond-ers ansehnliches 'Exem'p-l-ar der gelben 'Knoblauchkröte gefangen und sie in eine Pappschachtel gesetzt, um sie später eineln Museum zu übergeben. -Aus Versehen streß er »nn nachts die Schachtel üni und war nicht wenig überrascht, als die Kröte dabei denselben schrillen Schlrei ausl stieß, der ihm früher ein Rätsel g-e'we'sen war.' 'D-aZ Geräusch' war so Heftig gewesen, daß mehrere im Nebenzimmer schlafende Leute davon geweckt Wurden. -zoologischen Werken findet sich bisher kaum eine Andeutung über den Angstschrei der Frösche. «Löns suhri aber noch zwei weitere Fälle a», bei 'denen die fraglichen. Frösche einmal von einer Spitzmaus, das andere Mg- von einer jungen Katze überfallen worden- waren "und ihrer Todesangst auf gleiche Weise Lust gemacht hatte«
* Verschiedene Mitteilungen. In -D res den feiert der Komponist Ho'frat Professor Felix Dr-aesex» am 7. Oktober seinen 70. Geburtstag.
Wie der „Fran'Sf. Ztg." mitgeteilt -wird, fand man F e ch e n h e i m bei Frankfurt bei A u s -g r a h u n g e ,, z-u einem Neubau sechs wohlerh-altene Krüge, eine Öllampe und verschi <sde ne andere Gegenstände, sowie Reste eines menschlichen Skeletts, dessen Schädel noch gut erhalten ist. .M«! führt die Fundstücke, die von- eineln -Mit-gliede der Limes-K-omimission dem Museum in Frankfurt ein verleibt wurden, aus die Franken-zeit z«- rück urtd glaubt, daß an der Fundstätte ein großer «w mit zugehör-ender Begräbnisstätte gestaUde-n hat. Die ^Nachgrabungen weKen 'fortgesetzt. /
