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Wiesbadener TagblaK. Movgerr-K»ssabe. i. SlE.

Sette 4.

sspe-KÜell aber -sind <eS die Wiesbadener, Mainzer, Her-del- Verger und Karlsruher Köchle, die vollzählig auf dem Plane erscheinen, um sich mit ihren Frankfurter Kollegen zu diesem friedlichen kulinarischen Wettstreit zu ver­einigen.

25 Ingenieure aus Frankreich find gestern nach­mittag hier eingetrofsen, tfro Ne 'hi-etstg-en städtischen Einrich­tungen zu besichtigen. Die H-Ar-eu sind i-m-Nassauer Hof" für die Dauer ihres Hierseins abgestiegen.

Eine BergnügnngsZacht ans dem Main. Ans dem Main, 'dicht hei der Wilhelms'brücke in Frankfurt, liegt feit einigen Tagen eine französische Jacht vor Anker. Das zierlich gebaute Bovt, das den Namen ^,Mim6e" trägt, gehört Herrn Alfred Edwards, dem -früheren Direktor der Pariser ZeitungLe Matin". Es ist 31 Meter lang und etwa 8 Meter Breit. Gegenwärtig beherbergt es außer Herrn .Edwards noch zwei Pariser Maler und einige Freunde des Eigentümers, mit dem Kapitän und der GedienungsMamlschast zusammen 20 Personen. Die Fahrt wurde von Paris aus angetreten. M,n der Seine ging es aus der Maas nach Lüttich, dann nach Antwerpen, Amsterdam, Rotterdam, den Mein hin­aus bis Bingen. Hier würde ein deutscher Schiffsmann an Bord genomimen, der dieAimäe" in den Frankfurter Hafen steuerte. Ern Berichterstatter, der dem Boot einen Gesuch abgestattet hat und freundlich empfangen wurde, machte die Entdeckung, daß der sportfreudige Eigentümer nur vom Autoinvbilismus will er nichts ivissen ein Kunstkenner und Kunstfreund ist. Die Jacht birgt eine kleine Sammlung von prächtigen Bildern, Porzellan, Was- und Silverwaren. Dler 8 Meter lange und 5 Meter breiteDining-room" ist dunkelbraun getäfelt) an den Wänden hängen Bilder von Reynolds, Belasguez und "Goya. Ein Schränkchen enthält wertvolle antike Glas­sachen, von denen ein Teil eben erst in Frankfurt gekauft wurde. Vom Eßzimmer aus reihen sich zu beiden Seiten die Kabinen an. Dann kommt man in ein geräumiges -G-esellschasts- und Musikzinnner, das an Eleganz dem ^Dining-room" nicht nachsteht. Die Vergnügungsjacht wird noch einige Zeit in Frankfurt verweilen, dann fährt sie, vielleicht ans einem Umweg, wie sie gekommen, wieder in die heimischen .Gewässer der Seine zurück. Es sei noch bemerkt, daß vor etwa 5 Jahren schon einmal eine kleine Jacht ans dem Main ankerte, Me ebenfalls jenem Franzosen mit dem englischen Namen gehörte.

Tierschutz im Sommer. Folgende Zusammen­stellung ist sehr zu beachten: 1. Kanarien- und andere Wöget setze nicht den unmittelbaren SonnWtrählen aus. Mold- und anderen Fischen gebe genügend Raum und -halte sie im Halbdunkel. 2. Pferde und andere Tiere, die warten müssen, stelle an einen schattigen Ort. 3. Bei FahrradaDflügen lasse deinen Hund zu Hause. 4. Ver­sieh das Pferd mit Ohrenkappen und Netzen, damit nicht durch Insektenstiche dem- Tiere große Schmerzen und dir noch größerer Schaden daraus erwachse. 5. Wasche deinem Pferde nach jeder größeren Fahrt Augen und Nüstern Mit einem reinen, mit Wasser ausgedrückten Schwamme, was ihm eine große Wohltat ist. 6. Zum Schutze deiner Pferde vor quälenden Insekten reibe jene mit Bremsen­öl, Abguß von Nußblättern ich», tüchtig ein. 7. Lasse deinen Hund- nicht hinter der Straßenbahn nachlausen. 8. Stutze deinem Pferd den Schweis nicht,- es ist das nur eine Modetorheit. Der Schweif ist -das- natürliche Mittel zur «Abwehr d-er J-nsöktenplage. 9. Verwehre deinen Tieren niemals den Durst mäßig zu löschen. Sorge durch ständige Wasserbereitschaft dafür, daß Hunde, besonders Kettenhunde, nie die Qualen des Durstes erleiden müssen. Setze das Trinkge-sätz nicht den Sonnenstrahlen aus. 10. Laß -deinen Kettenhund, besonders bei großer Hitze, einige Stunden frei. Die der Freiheit beraubten Tiere sind leichter Krankheiten -(Tollwut) ausgesetzt als andere.

Die größte Plage der EisenSahnfahrten ist ohne Zweifel der Staub. Die ärgste Hitze würde man in reiner Lust im Eisenbahnzug verhältnismäßig leicht ertragen, wenn die Lust im Eisenb-ahnzug -wenigstens rein wäre. Sie kann es nicht sein, wenn das Abteil voll besetzt ist und für frische Luftzufuhr durch Offnen der Fenster nicht gesorgt wird. Sie kann es aber auch- in letzterem Fall nicht sein, wenn die durch! bas Fenster hereindringende Luft gänzlich verdorben -ist, einesteils durch den überall vorhandenen Staub, andererseits durch d-eu insbesondere von d-cr Lokomotive gelieferten Ruß. Es ist wohl nicht zu viel gesagt, daß gegenwärtig d-ie Frage der Bekämpfung der Ranchplage unserer Lokomotiven das oberste Erfor­dernis eines hygienischen Fortschrittes unserer Eisen­bahnen sst. Sogar bei den geschlossenen Fenstern dringt noch feiner Kohlenstaub ins Innere d-er Wagen hinein. Außerdem versucht doch immer wieder der oder jener das -Fenster vorübergehend- zu öffnen, und- das genügt, um- die -Luft nicht nur in dem betreffenden Abteil, sondern im ganzen Wagen mit Ruß zu schwängern. Man hat ja schon nach Abhülfe gesucht. Manch« Lokomotiven paradieren jetzt -mit roten Ringen um den Schornstein, die anzeigen sollen, daß diese Maschinen mit Apparate^ für Rauchver- zehrnng ausge-flattet sind-. Einen Unterschied- zwischen dem Qualm dieser Lokomotiven und anderer zu erkennen, ist aber für ein ungeübtes Auge wenigstens unmöglich. Schneller w-ürde jedenfalls d-ie Rücksichtnahme zum Ziel führen, für Schnellzüge wenigstens nur bestes, -wenig Rauch lieferndes Heizmaterial -zu verwenden.

Ein harter Schicksalsschlag Hat einen hiesigen be­liebten, tüchtigen und geachteten Lehrer betroffen, der namentlich auch in der Mnsilwelt infolge seiner un-ge- wähnlichen Begabung bestens bekannt ist. Ein lang­wieriges Leiden desselben ist vor kurzem- in Geistes­störung ausgeartet, so daß der Beklagenswerte, der im Wahn sogar Hand an sich gelegt hatte, nach der Irren­anstalt Eichberg gebracht werden mußte. Das traurige 'Geschick erregt bei allen, die den- betreffenden Herrn kennen das aufrichtigste Mitgefühl.

Vom Kriegsgericht der 25. Division. Der Mus­ketier Hermann Hansnlt von der 3. Kompagnie des Jnsanterie-MegimentS Nr. 168, geboren in Wieseck bei -Gießen, war im Jahre 1898 Laufbursche bei Dr. Weiß­brot» in Wiesbaden. Dieser Hatte einen Wechsel in Höhe von 1000 M. von dev inzwischen fallierten -Firma Wurm in Wiesbaden in Zahlung erhalten, der auf Dr. -Anic- ilung in Königstein gezogen war, und beauftragte den Hansult, diesen Wechsel einzukassieren. Hansnlt erhob

das-Geld und ging nach Amerika durch. Nach össt Jahren kam er wieder zurück und stellte sich der Militärbehörde, um seiner Dienstpflicht zu genügen. Inzwischen kam seine Unterschlagung heraus, weshalb er jetzt erst vor das Kriegsgericht kam. Der Angeklagte ist geständig und wird zu einer Gesün-gnisstrafe von 3 Mon-aten ver­urteilt. Eine wegen Körperverletzung ihm- kürzlich aus­erlegte Gefängnisstrafe von 3 Tagen wird in 2 Tage umge-nWndelt. Der Musketier Wilhelm Schmidt von der 6. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 168 aus Biebrich bekam eines Tages Besuch von -seiner Braut und Schwiegermutter, und verließ mit diesen, wie schon früher mehrmals, seine -Garnison Offenb-ach. Nach eini­gen Tagen wurde er in Wiesbaden, wo er sich auch Zivil- kleider Zugelegt hatte, festgemM-men. Da er -wegen -des gleichen Vergehens der unerlaubten Entfernung schon wiederholt voWestra-ft ist, erhält er zwei Monate Ge­fängnis.

Die Frage der Borsäure. Borsäure und -Borax sind von allen Mitteln zur Konservierung von Speisen nächst dem gewöhnlichen Kochsalz die wichtigsten, und es ist deshalb auch bei den maßgebenden Faktoren in Deutschland viel darüber verhandelt worden, ob und wieweit der Zusatz dieser Chemikalien zu einem Näh- rungsmittel auf die menschliche Gesundheit schädlich ein- wirken kann. Sehr ausführliche Versuche über die noch immer strittige Frage hat aus Veranlassung des Land­wirtschafts-Ministeriums der Vereinigten Staaten I)r. Wiley mit außerordentlicher Sorgfalt angostellt. Es würden zwölf Personen a-uL'göwählt und unter ständiger Überwachung und auch ärztlicher Prüfung hinsichtlich- der Zustände des Blutes, der Körpertemperatur, des PülseS und des Körpergewichts gehalten. Die fraglichen Stoss-e wurden in Nahrungsmitteln verabfolgt, die vorher ge­nau auf ihren «Inhalt an Wasser, Stickstoff, Phos-vhor- säure üsm. analysiert worden waren. Die Ausschei­dungen ö-es Körpers wurden gleichfalls chemisch unter­sucht. Das' wesentliche Ergebnis war der bestimmte Eindruck von Störungen d-er Gesundheit in vielen Fällen. Wenn Borsäure in kleinen Mengen genossen wurde, so traten unmittelbar allerdings keine merklichen Wir­kungen hervor. Andauernde Anwendungen kleiner Mengen in einer kürzeren Zeit führen zu einer Vermin­derung des Appetits, zur Erzeugung eines Gefühls von Fülle und Unbehaglichkeit im Magen, das zuweilen ge­radezu in Übelkeit übergeht und sich auch- durch heftigen und anhaltenden Kopfschmerz bemerkbar macht. Außer­dem treten zuweilen scharfe S-«nerzen in der-gen- gegend aus. Diese BM'lich-keiten verschwanden in der Regel, wenn die Zufuhr an Borsänre aüfhörte. Bei starken Dosen trat oftmals geradezu eine Erkrankung ein, die den Betreffenden arbeitsunfähig machte. Die Menge von Borsäure, die ein gesunder Mensch- allenfalls längere Zeit noch verträgt, ist gegen 3 Gramm täglich, während mehr als 8% Gramm schon ziemlich unvedingi schädlich- wirken. Eher muß man noch- vorsichtiger sein, denn es hat sich yerausgeflellt, daß unter Umständen -schön die geringe Menge von IjM-rämim täglich eine Störung des gesundheitlichen Befindens veranlassen kann.

Ein Sonntag der Tiere. In England, der Wiege der 'Tierschutzbewegung, hat sich eine schöne Sitte einge­bürgert, die auch bei uns nachg-eahmt werden müßte. Am Sonntag nach Trinitatis -(diesmal der 16. Juli) wird dort in über 2000 Kirchen und Kapellen die Pflicht der Bärin-Herzigkeit -und Gerechtigkeit gegen die -Tiere gepre­digt. Zum erstenmale geschah dies im Jahre 1862, als die LondonerKönigliche Gesellschaft zur Verhütung von Grausamkeiten gegen Tiere" an die Geistlichkeit mit einer derartigen Bitte herantrat. 610 Geistliche erfüllten so­gleich diese Bitte. Unter allen damals gehaltenen Pre­digten erregte die des Dekans Stanley in der Whitehall- Kapclle zu -London das meiste Müffchen. Seitdem- sind diese Tierschntzpredigten am 4. Sonntag nach Trinitatis beibehalten worden, und mit ihrer mächtigen Hülfe ist das Recht der Tiere -auf eine menschliche Behandlung in immer weiteren Kreisen Großbritanniens anerkannt wor­den. Bei uns in Deutschland sind Predigten zugunsten der Tiere fast noch unerhört,' sie gelten vielen geradezu als eine Entwürdigung des Heiligen. Doch sehr zu Unrecht' d-enn es ist durchaus religiös, daß auch von ge- weihter Stätte herab die Menschen zur Gerechtigkeit und -Milde gegen die niederen Geschöpfe Gottes ermahnt wer­den. Möge also das gute Vorbild der Engländer auch in unseren Kirchen Nachahmung finden, gemäß dem Spruche Salomonis (31, 8):Tue deinen Mund aus für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind".

Die Chemie des Regens. Sollte es überhaupt eine Chemie des Regens geben? Die Wollen bestehen doch nur aus Wasscrdampf, also aus gasförmigem reinem Wasser, muß dann nicht der Regen gleichfalls reines! Waffer sein? Die Antwort ans diese Frage lautet unge­fähr dahin, daß d-ie Reinheit des Regens von der Rein­heit der Lust abhängig ist, da -der Regen beim Durch­gang durch die Atmosphäre Verunreinigungen ausnehmen kann. Ist viel Staub in der Lnft, so kann ein ordentlicher Schmutzregen niedergehen. Das ist aber noch nicht -das schlimmste, in Großstädten, wo viel Industrie getrieben -w-ird, und -was leider damit noch immer in engstem Zu­sammenhang steht, viel Rauch in die Luft geht, erhält der Regen mitunter eine ganz merkwürdige Zusammen­setzung, die wohl der Chemie etwas zu tun gibt. Der Lancet" veröffentlicht dafür einige überraschende Be­weise. über der Industriestadt Manchester enthält der Regen auf eine Million Teile 7 Teile von freiem Am­moniak, 0,3 Teile von organischem Ammoniak, 47 Teile von Schwefelsäure und fast 6 Teile von Salzsäure. Der Londoner Regen bringt es nicht ganz so weit, -sondern in allen Teilen dieser Zusammensetzung kaum auf die Hälfte, über dem freien Land sind -die Verunreinigungen des Regens noch geringer, wenigstens was- das Am­moniak und d-ie Schwefelsäure angeht. Mit der Bei­mischung von Salzsäure steht die Sache dagegen anders, weil die Nähe des Meeres zu deren Vermehrung bei­trägt. An der Küste hat der Regengehalt 66 Teile Salz­säure au? eine Million ergeben. _ Beim Niedergang von großen Regenmassen können diese B-eim-ischungen durch­aus nicht gleichgültig für den Menschen sein. Jnsbefo-n-

Uo. 3%^. _

d-ere ergibt sich für die Industriellen daraus die Ver» pflichtung, -die Entwicklung von Rauch und Gasen aus d-en farbigen Schloten mit allen Mitteln zu unterdrücken.

(?) Dotzheim, 17. Juli. Folgende Beschlüsse wurden in -.»er letzten G e rn e i n ö e ratssi tz un g gefußt: 1 . Die Schälholz- versteigerung vom 12. d. M., wpelche den Betrag von 386 M. 23 Ps. ergeben hat, erhält die Genehmigung und das Holz wird zur Abmhrt überwiesen. Der Vertrag mit der Stadt Wies­baden wegen Kanalisierung des Gebiets von der Wasserscheide nach Wiesbaden zu und Anschluß an deren Kanalnetz hat die Ge­nehmigung der Gemeindevertretung erhalten und gelangt nun­mehr zum Abschlüsse. Herr Wilhelm Höhn suchte um pacht­weise Überlassung des noch unbenutzten SchulkellerS auf die Dauer von 6 Jahren nach. Dem Gesuch wird stattgegeben.. Daö dem Fuhrmann Wilhelm Ehmig gehörige einstöckige W o h n- h a us mit Stall-gebäude in der Steingasse 8 ging durch Kauf an den Milchhändler Wolfgang Hacker znm Preise von 9400 M. über.

§8 Erbcnheim, 17. Juli. Gestern besuchte unserTur:,- Verein" das G a n t u r n f e st des Di i t t e l - T a n n u s . Gaues zu Königshofen. Im Einzelwettnrnen errangen die Turner Karl Göbel den 4. und Angust Krag den !5. Preis in i?er Oberstufe. In der Unterstufe errangen Heinrich Dienstbach den 6., Adolf Momberger den 16., Emil Drctzlcr den 18. und Peter Preutz den 28. Preis. Im Vereinswetturnen erhielt der Verein den 1. Preis.

, -r- Königshofen, 16. Juli. Aus Anlaß des 15. G a u t u r n -

teste S des M i t t e l - T a u n u s - G a u e s war unser Dorf auf das Schönste geschmückt. Die Preisrichter und Vorstände der einzelnen Turnvereine, etwa 150 Mann, wurden bei den Ein. wohnern unseres Dorfes cinquartiert. Das Fest wurde am Vor­abend cingeleitct durch ein unter dem Vorsitz des Herrn Obergau- tnrnwartes Prenß aus Erbenheim abgehaltenen Sitzung der Preisrichter, einem von den hiesigen Turnern veranstalteten Fackelzug durch die Ortsstratzen und einen Kommers im Harsy» schen Saale. Bei dem Kommers trug der hiesige Gesangverein Einigkeit" unter der Leitung des Herrn Lehrers Reitz einige Lieder ganz vorzüglich vor. Heute morgen um 5 Uhr' begann das Wett- und Preisturnen ans dem Festplatz amFeldgraben". An demselben beteiligten sich 16 Riegen mit 140 Turnern. Von diesen gehörten 115 zur Unterstufe und 25 zur Oberstufe. Es wurde am Reck, am Barren und am Pferd geturnt, dann wurden noch Übungen mit den Stäben und im Steinstotzen und im Sprin­gen vorqenommcn. Die Leistungen der einzelnen Turner waren gute und sehr gute. Heute Mittag um drei Uhr bewegte sich der stattliche Fcstzng durch die Ortsstraßen nach dem schön gelegenen Festplatz. Hier wurden noch Massenübungen der Turner des -ganzen Gaues vorgenommen. Dann entwickelte sich in dem schar­tigen Buchenwald ein Bolksfest. Am Abend beschloß eilt Festball den heutigen Festtag, dem morgen Mittag ein Bolksfest folgt.. Bei der Prcisverteilung erhielten im Einzelwettnrnen in der Oberstufe den 1. Preis Göbel-Rambach, den 2. Schinlein- Mainz, den 3. Merkel-Ranibach, den 4. Göbel-Erbcnheim und oen 5. Krag-Erbenheim. In der Unterstufe erhielt den 1. Preis Schmidt aus Bierstadt. Von den Vereinsriegen erhielt den ersten Preis die Riege zu Erbenhcim und den 2. Preis die Riege zn Äierstadt. Leider wurde das Fest nach der Preisverteilung in sehr unliebsamer Weise durch einen -benachbarten Turnverein gestört, der auf dem Festplatz wegen eines Preises, der einzelnen Mitgliedern als zu gering erschien, eine Schlägerei anfing, die einen ziemlichen Umfang annahm. Diese Schlägerei wird, noch ein gerichtliches Nachspiel haben, auch wird der Verein aus dem Gau ausgeschlossen werden.

ch. Höchst a. M,. 16. Juli. Auf der Bahnstrecke Höchst a. M.4 Köntgstein waren in -den letzten Tagen oberhalb der Station Hornau wiederholt die Geleise mitSteinen bclegr worden, ja, man fand eines morgens sogar H o l z st ü ck e ari die -Schienen angebunden. Gestern ist es nun dem Bahnmeister Körner gelungen, die Derüber dieser Bubenstreiche zu ertappen. Es sind zwei jnnge Burschen aus Fischbach. Hoffentlich gibt ihnen das Gericht Zeit genug, um über ihre Heldentat Nachdenken zn können.

wb. Homburg v. d. H.. 17. Juli. Am -Samstag gelang e * wie derTannnsbvte" meldet, der hiesigen Gendarmerie, in der Arbeiterkantine des Rahnhvsneubancs zwei zugereiste, lang qe- snchte Kroaten zu verhaften, welche der Ermordung und Beraubung eines anderen Kroaten in der Nähe van Bonn dringend verdächtig sind. In Usingen und in der Um­gebung ist gestern ein schweres G c w i t t er mit Wolken, b r n ch nieöergegangen. Das Unwetter hat auf den Feldern großen Schaden angerichtet.

* Nus der Umgebung. In M o mba ch wurde im Floßhafen der LLtährtge Schmied Peter Deivel geländet. Des Schwimmens unkundig, war er beim Baden verunglückt.

Saiiitätsrat Dr. Nenschäfer von Steinbrücken erschoß einen der Tollwut verdächtigen Hund. Der Kopf desselben wurde gleich in eine Büchse verlötet und zur Untersuchung nach Berlin geschickt.

Ans einer Tongrube bei Girod ereignete sich dieser Tage ein schwerer Unfall. Ein dort beschäftigter junger Mann ans Stein cf reit's geriet in eine Maschine, die ihm -den rechten Arm dreimal brach, die Knochen zum Teil bloßlegte und auch das rechte Bein zerbrach.

In K l i n g e l b a ch wurde Herr Jakob Thorn als Bürger» meister gewählt.

Uerwischtes.

Die Tragödie desKarfadct".

Der To-beskamps der acht Seeleute, die das Untersee­bootF-arsadet" mit sich in die Tie-se des Sees von Biserta hi nab gezogen hat, Wertrisst an G-rauenhastigkeit alles, was die EinbilL-ungAkrast -ersinnen kann. Der Boss. Ztg." -w-ird darüber aus Paris, 11. Juli, geschrie­ben: Als das Bovt tauchen wollte, schloß der selb-sttätige Klapckdeckel nicht. Das Wasser stürzte mit solcher Wut in den offenen Sch-iffsranm, daß der Kapitän und die beiden Unterossi'ziere, die mit ihm- in der Mirtekkabine unter Deck waren, vom Lnstörück im Bv-gen heraus-g-e-schjle-ndert wurden. Dem verdanken die drei ihr Leben. Ans dem Wasser, wv-rin sie schlwam!men, wurden sie leicht heraus- gefischt, denn der Unfall trug sich weniger als 800 Meter vom User zu. Bon den 18 Leuten, die im Innern des Bootes blieben, befanden sich fünf vorn und acht im Hinterschiff. Zum Schließen der Schotten blie-b- keine Zeit. Der Vorderteil wurde schnell überschlwem-m-t, und man nimmt an, m-an hofft! daß die dort ei-ngeschloffe- neu Seeleute sofort den Tod des Ertrinkens fanden und nicht einmal minutenlang litten. Fürchterlich dagegen war das Los der acht Männer im Achiterschfff. Diese -konnten sich ein-schlictzcn und das Wasser drang nicht ,n ihren Raun:. Eng znmmmen-gedrängt, mit einer Luft­menge, die selbst für eine einzige atmend-e Brust nach weiügcii Stunden zur Erhaltung des Bewußtseins, via» h-cht des Lebens, mitanalich ge,worden wäre, holten sie da zn-ölr Meter unter dem Wasserspiegel und wußten daß sie unrettbar verlören waren, wenn man ihnen nich- vvn oben, von außen zu Hülse kam. Es dauerte ent­setzliche zwölf Stunden, bis Taucher züv!Stelle- waren und- an die Staßlwand ihres halb im GrunBsch-lalm-m be­grabenen Sarges klopften. Sie klopften zurück und tauschten nach dem MorseMlphäbet kurze B-emerkungen mit der Außenwelt aus. Es begann ein Pochen, Häm­mern und Ketten raffeln, das ihre Hoffnung rege hielt-, während in der v-erdvrbenerr , Lust die Erstickung sie