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Mizegen-Ansgade. 1. Statt
WirsdaLener Zagdlatt.
Mette Ä,
Schädelbruch, fodaß die Gehirrrmaffe heraustrat. Das Automobil unternahm eine Probefahrt. Durch Versagen Her Bremse wuröe der Unfall herbeigeführt.
Eine teure Ecke. Die teuerste Ecke in Berlin wird zum Verkauf gestellt. Es ist das Haus Leipzigerstraße und lJriedrichstratzen-Ecke. Die Quadratrute stellt sich, laut Konfektionär, auf 60 060 M. — der höchst« bis jetzt für «in Grundstück geforderte Preis. Mir das Aegenüber- liegende Equitablegebäude wurden seinerzeit 54 Ovtt Mark für die Quadratrute gezahlt. Für einen in Aussicht gs- nomiAenen Neubau müßte noch das Nachbarhaus hinzugenommen werden. Hundert Quadratruten würden dann mit 6 Millionen Mark bezahlt werden Müssen.
Ein ganzes Bahnhofsgebäude gestohlen. Den Spitzbuben ist auch wirklich gar nichts heilig, und wenn man meint, das; die Ausführung eines großen „Coups" nur in der Großstadt passieren kann, so wird die Ansicht durch folgende Meldung Lügen gestraft: An der _ Kleinbahn Thorn—Leibitsch befindet ftd) eine kleine Station Ilbbau- Leibitsch, deren Bahnhofsgebäude aus Holz erbaut ist. Dieser Tage nun fanden die Bahnbeamten, als sie morgens ihren Dienst antraten, keine Spur mehr von dem Gebäude vor. über Nacht hatten Diebe das Bretterhänschen ailseinandergen ommen und die einzelnen Teile fortgeschleppt.
Sensationelle Verhaftnng. Der Direktor der Kunst- und Industrieschule in Genf, Vecharet, ist wegen Betrugs und Nnterschlagung von 100 000 Franken verhaftet worden.
Einen eigenartigen Selbstmord verübte der Fleischermeister Förster, Besitzer einer der größtem Fleifchwarem geschäste der Stadt Auerbach (Sachsen). Nach einer heftigen Szene mit feiner Frau begab er sich, etwcks angetrunken, in das Schlafzimmer, schlief erst aus und legte dann die zur schmerzlosen Tötung des Viehs dienende Schießmaske an. Ein Druck mit dem Finder und Förster war eine Leiche. Die Kugel war ihm durch die Brust gegangen und am Rücken wieder herausgetreten.
Abgestürzt. Aus Innsbruck wird gemeldet: Frau
Eugenia d'Andrca ist in den Dolomiten abgesturzt und schwerverletzt von ihrem Manne aufgefunden worden: beim Transport verschied sie.
Die Gewalt des Sinrmes. In Tynkod tat Szat- marer Komitat ist bei einem Orkan, wie ans Pest gemeldet wird-, eine Scheune eingestürzt, in der sich 60 ^Arbeiter befanden. Neun davon wurden getötet, die übrigen rnd mit Verletzungen davongekommen.
Letzte Nachrichten.
Telegramm des „SB iesbadener TagblattS".
Moskau, 11. Juli. Während des 'Empfanges von Bittstellern bei dem Stadthauptwann Schu- w a n o f f feuerte einer der Leute drei Schüsse ab, welche den S t adt h a u p t m an n töteten. Der Mörder wurde verhaftet.
UoLkswirtschastilches.
Genossenschaftswesen.
— Obernrsel, 9. Juli. Unter Beteiligung von ca. 139 Dele» gierten der Vereine des-Berbandes der nassäuischen l a n d w i r t f chfa f t l i ch e n Genossenschaften, Ehrengästen und Freunden des Genossenschaftswesens fand heute dahier im Saale „Zur Rose" der 17. Vcrbandstag dieser Vereine statt. Herr Verbanüsdirektor Schreiner- Biebrich a. Rh. eröffncte 41V- Uhr die Verhandlungen mit dem begeistert anfgenommenen Kaiserhoch und begrüßte mit herzlichen Worten zunächst den Vertreter des Herrn Regierungspräsidenten, Herrn Oberregierungsrat Giczyki-Wicsbaden, sodann den Vertreter der Königlichen Regierung, Herrn Regierungsrar Keller von Wiesbaden, ferner Herrn , Landrat Ritter v. Marx, Vertreter des Obcrtannuskreises, Homburg, Herrn Bürgermeister Füller als Vertreter der Stadt Obernrsel, Herrn Okouomicrat Müller-Wiesbaden als Vertreter der Landwirtschaftskammer, Herrn Gustav Selbcrt-Wiesbadcn, Vertreter des Verbandes der Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften am Mittelrhein, sowie die Delegierten der Genossenschaften und die anwesenden Freunde des Verbandes und seiner Bestrebungen. Aus dem Jahresbericht. erstattet von dem Verbandsdirektor, Heben wir hervor, daß auch im Berichtsjahre wiederum eine Anzahl neuer Genossenschaften dem Verbände betgetreten sind, und zwar: 8 Spar- und Darlehnskassen und 5 Bezugs- und Absatzgenossenschasten, zusammen 11 neue Genossenschaften mit 1097 Mitgliedern. — Am Schlüsse des Jahres 1901 hatte der Verband einen Bestand von 204 Genossenschaften mit 19 458 Mitgliedern. Von diesen Vereinen haben 171 die unbeschränkte und 30 die beschränkte Haftpflicht gewählt. Im Berichtsjahre erzielten die Kreditgenossenschaften einen Umsatz von 58 009 893 M., die Bezugs- und Abiatz- genossenfchaften weisen einen Warenbezug von 1 407 910 ,M. mict). Die sonstigen Genossenschaften brachten es aus einen Gesamtumsatz von 2 132 647 M. Mithin beläuft sich der Geld- und Warenumsatz der sämtlichen Verbandsvereine ans 61 610 4 50 M. Im letzten Jahre sind 103 Vcrbandsgenossenschaftcn der gesetzlich vvr- geschricbencn Revision unterworfen worden. 56 Vereine hatten ihre Bücher an das Rechnungs-Revisionsbureau eingesandt zwecks postenweiser Nachprüfung und Stellung der Jahresrechnung Neb>r Bilanz. Stutzer dem, in jedem Jahre stattsindenden Verbandö- tage, wurden im Berichtsjahre zwei genossenschaftliche Bezirks- vcrsammtnngen abgehaltcn, »nd zwar zu Dodenau und zu SBciu bürg. Der Verbandsansschuß trat im abgelaufencn Jahre zwei- n,al zusammen. An dem Gcnossenschaftstag des Rcichsverbanöes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften, der in der Zcir vom 15. bis 20. August in Posen tagte, nahmen Herr Verbandsdirektor Schreiner als Vertreter des Verbandes und Herr Bank- rcndant St. Pctltjean als Vertreter der Nafsauischen Hanpr- gencsscnfchaftskasse teil. Dem ReichLverbande (Sitz in Darmstaüt, gehören aus allen Teilen Deutschlands 11 246 Genossenschaften mit rund IV 2 Millionen Mitgliedern an. Die Geldumsätze aller Arten von Genossenschaften in diesem Verbände betragen in, Jahre 1904 2050 Millionen Mark. Zum Schluffe ermahnt der Vorsitzende die Anwesenden, treu zur Fahne zu halten und unbeirrt weiter zu arbeiten im Dienste des Genossenschaftswesens. Der Jahresbericht des Vorsitzenden wurde mit großem Betiail ausgenommen. Im mciteren Verlaufe der Versammlung wurde dem Verüandsvorstand Entlastung von der l904cr Rechnung erteilt. Die durch Dienstalter aus dem Verbandsausschutz anö- scheidenden Herren Bürgermeister Hcpp-Seclbach, Htmmerich- Herschbach und Hatzmann-Mansfelden wurden einstimmig wicder- nnd neugewählt die Herren Bankrcndant A. Petitjcan-Wiesbadcn, Bürgermeister Simon-Nied und Pfarrer Balzer-Echelshanfen. Sodann referierte Herr Verbandsdirektor Schreiner über den erfolgten Zusammenschluß des Rcichsverbandes und des Gcncral- verbandeS ländlicher Genossenschaften zu Neuwied und über das Übereinkommen, welches zwischen dem Verbände ländlicher Genossenschaften, Wiesbaden, und dem Verbände der naffauilchen landwirtschaftlichen Genossenschaften, Wiesbaden, abgeschlossen wurde. Die folgenden zwei Vorträge der Herren Assessor GeiincS und vr. Pfannenschmidt-Darmstadt landen wohlverdienten Beifall. Der von dem VerbandsanSschiiffe gestellte Antrag: Eintragung des Verbandes in bas Vereinsregister, wurde «instimmig angenommen. Nachdem auf Antrag des Herrn Direktors Becker der Beschluß gefaßt worden war,' den
nächstjährigen Verbandstag in Hachenburg abzuhaltcn, schloß der Vorsitzende mit Worten des Dankes für das zahlreiche Erscheinen und die große Slnfmerksamkeit der Vereinsvertretcr die Versammlung. Dieselbe legte in ihrem würdigen Verlauf bc; redtes Zeugnis ab von der intensiven, streng soliden Geschäftsführung dieses Verbandes, der auf eine außerordentlich erfolgreiche Tätigkeit zurückbitcken kann. An dem sich im „Frankfurter Hof" anschtietzcnöen Festessen nahmen 120 Personen teil. Herr Matthcs-Rödelhetm toastete in launiger Rede aus Herrn Vcr bandsdirektor Schreiner, Herr Bürgermeister Füller auf den Ver band und Herr Schreiner ans die Stadt Oberursel nebst Ihrem tatkräftigen Herrn Bürgermeister.
Weinbau und Wcinhandcl,
)— f RiidcShcim, 8. Juli. Ergänzend zu dem Bericht über den Slnsfall der Rheingauer Weinversteigernngen in Nr. 313 dürfte es gewiß interessieren, daß unter den vielen bekannten großen Weinfirmen, die sich an dem Slnkauf von feinen 1904er Crcs- zenzen hervorragend beteiligten, auch verschiedene Wiesbaden c r F i r m e n befinden, wie z. B. W. Ruthe, B. Rosen- stcin, Gebrüder Wagemann, Philipp Göbel usw., welch letzterer allein ca. 70 Halbstück ans den verschiedensten Gewarknngen des rheinischen Weinbaugebietcs, darunter feinste Hochgcwächse aus den Gütern des Grafen Schönborn, des Freiherr» Langwerth v. Stmmern und Kaüinettswcine von Schloß Johannisberg, erworben hat. Daß gerade alte Firmen mit langjähriger Ge- fchäftspraxis und reichen Erfahrungen immer wieder die Rheingauer Weine allen anderen Weinen noranstollen, beweist die Bor- züglichkeit der Rheingauer Gewächse, die nach wie vor ihren hohen Rang behaupten.
Bienenzucht.
-I- Wallan, 7. Juli. Am Sonntag fand dahier im Saale des Herrn Scherrcr („Gasthaus Nass. Hof") eine Versammlung des Bienenzüchter' - Vereins, Sektion Wiesbaden, statt. Trotzdem in zwei Nachbardörscrn Feste abgehaltcn worden sind, war dieselbe verhältnismäßig zahlreich besucht, und zwar nicht allein von Jmkcroätern, sondern auch von mehreren Jmkermttttcrn, was mit größter Freude begrüßt wurde. Herr Lehrer Hcnmach hier hielt einen Vortrag über „Honigernte und Verpackung des Honigs". Der Vortrag war nicht allein für Imker, sondern gerade für Nichtimker von größtem Interesse. Es sei deshalb gestattet, hier etwas ausführlicher zu berichten. Zwei Ereignisse sind es, die dem Imker das Herz bewegen, das Schwärmen und die Hvnigentnnahrne. Bet letzterer muß die größte Sorgfalt und Reinlichkeit obwalten. Nachdem mittelst Schlender der süße Inhalt ans den Wabcnzellen gefördert, beginnt das Einfüllen in die VersaNdgcfäße, Gläser oder Töpfe. Diese müssen sorgfältig gereinigt sein und gut und luftdicht mit Pergamcntpapier oder Metalldeckel verschlossen werden. Ein junger Imker sagt: „Eine schlecht zusammengoivnrstelte Packung zeugt von mangelhaftem Inhalt". Leider, so klagt Redner, sicht man in Wiesbadener Schaufenstern hier und da schlechten, unreinen und mangelhaft verpackten Honig. — Nach Erledigung einiger Bereinsangclcgenhciten, wie Gläser- und Depotsrag-, wurden eine ganze Anzahl Honigzettel verteilt und dann die Ver- san:mlnng geschloffen. Vor derselben fanden auf dem Stande des Herrn Hcymach praktische Slrbeitcn statt. — Die nächste Versammlung wird am 1. Sonntag im September zu Norden- st a d t stattfinden. Herr Dienstbach-Erbenheim wirb einen Vortrag halten.
Handel und Industrie.
Haasenstein n. Vogler, A.-G. In der Generalversammlung am 27. Juni d. I. wurde die vorgeschlagene Dividende von 5 Proz. genehmigt und gelangt dieselbe znm 4. Juli er. zur Aus- zahlnng. Dem Ilufsichtsrat und der Direktion wurde Entlastung erteilt- '
Marktberichte.
Frnchtpreise, mitgeteilt von der Preisnotierungsstelle der Landwirts,hastskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden am Frnchtmarkt zu Frankfurt a. M. Montag, den 10. Juli. Per 100 Kilogramm gute, marktfähige Ware: Weizen, hiesiger 18 M. 75 Ps. bis 18 M. 80 Pf., Roggen, hiesiger 15 M. 75 Pf., Hafer, hiesiger 15 M. bis 16 M., Mais, Laplata 14 M.
Btehmarkt zu Frankfurt a. M. vom 10 . Juli. Zum Berkanfe standen: 548 Ochsen, 64 Bullen, 810 Kühe, Rinder und Stiere, 480 Kälber, 166 Schafe und Hämmel, 1180 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochsen: s) vollfleischige aiisgemästete
höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren (Schlachtgewicht) 71 bis 73 M., kl junge, fleischige nicht ansgemästete und ältere ansge- mästcte 16—»8 M., c) müßig genährte junge, gut genährte ältere 60 bis 68 M. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertcs 63—65 M., 1)1 mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 60—62 M. Kühe und Färsen iSttere und Rinder): a) vollflcischige, ansgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes 68—70 M., b) vollflcischige auSgemästete Kühe höchsten Schlacht- wertes bis zu 7 Jahren 62—64 M., ct ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 49—51 M., cl) mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 42—44 M. Bezahlt wurde für 1 Pfund: Kälber: a) feinste Mast- (Bollm.-Mast) und beste Saugkälber (Schlachtgewicht) 82—87, Pf., (Lebendgewicht) 48—52 Pf., b) mittlere Mast- und Sitte Saugkälber (Schlachtgewicht) 71 — 76 Pf., (Lebendgewicht) 42—46 Pf., c) geringe Saugkälber (Schlachtgewicht) .60—63 Pf. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast-
hämmel. (Schlachtgewicht! 72—74 Pf., b) ältere Masthämmet (Schlachtgewicht) 64—66 Pf. Schweine: a) vollfleischige der feineren Raffen und deren Kreuzungen im Silier bis zu IV» Jahren (Schlachtgewicht) 70 Pf., (Lebendgewicht) 56 Pf., b) fleischige (Schlachtgewicht) 69 Pf., (Lebendgewicht) 55 Pf., c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber (Schlachtgewicht) 64—65 Pf.
Einsendungen aus dem Leserkreise.
lAus Rücksendung oder Aufdewabrung der »NS für di-ie Rubrik zugehenden. nicht nerwendetgn Einsendunaen kann sich die Rebnkrion nicke eintbiien.)
* In einer Wirtschaft der Moritz st raße war in der Nacht zum Sonntag bis zum frühen Morgen ein solcher Lärm — Musik, Choraesänge und dektamatorische Vorträge, daß die ganze Nachbarschaft cmpsindlichst in ihrer Nachtruhe gestört wurde,- als dann die Sitzung nach 3 Uhr aufhörte, pflanzte sich der Radau aus den Straßen fort mit Johle» und Heulen, als wäre eine Bande Wilder losgelaffen worden. Ging denn in der ganzen Zeit zwischen 11 bis nach 8 Uhr nicht ein einziger Schutzmann an dem Hause vorbei, der gegen diesen Unfug eingeschritten wäre? (Auch in der H e l l m n nd st ra st c , nahe der Bertramstraße, herrschte in der Nacht znm Sonntag bis morgens gegen 4 Uhr von jungen angetrunkenen Leuten verursachter arger Lärm, ohne daß irgend jemand gegen die Spcktakelmacher eingeschritten wäre. — ES vergeht nicht -ine Woche, in der die hiesigen Zeitungen nicht eine oder mehrere Lärmszenen zu melden haben, und es mär- wirklich an der Zeit, daß die Polizei energischer gegen dieses Treiben vorginge, wenn nicht Wiesbaden bald ein trauriges Nenvmmcc wegen seines Rowdytums erlangen soll.
Briefkasten.
Slbonnentiu Mainzcrstraße. Die Errichtung eines Testaments ist nicht erforderlich. Ein Ehegatte hat an der Hinterlassenschaft des anderen den Nießbrauch. Ohne Einwilligung der Fran können die Grundstücke nicht verkauft werden.
G. Eine solche Frist besteht überhaupt nicht, die Ladung znm Offenbarungseid kann sofort erfolgen. Gegen diese Hinterziehung können Sie sich nur dadurch sichern, daß Sie das Geld zur rechten Zeit pfänden lassen.
Wette, liber diesen Zoll erhalten Sie bei dem Stcneramt im neuen Rahnhof an der Fischcrstraßc Sluskunft.
F. K. Die Slnforderungen für das Slbiturientencramen sind so mannigfache und nmsangreichc, daß sie sich hier nicht wiedergeben lassen. Die Verhältnisse in der Schweiz sind uns unbekannt. Uber die übrigen Fragen geben die Slestimmnngcn über die Zn- lastnng zum Universitätsstndinm Slusschiutz. die Sie von iedcr Universität beziehen können.
Mittwoch, 12. Juli 1905.
Handelsteil.
Fortsetzung det Bankenfusionen. Zur Dislcontogesell
schattsgruppe gehört auch die Rheinische Diskontogesellschafi in Aachen, resp. sie hat dort die Führung für den rheinisch) westfälischen Bezirk. Kürzlich hat sie den Neuwieder Bankverein in sich aufgenommen; nun ist man weiter geschritten und hat auch die Westfälische Bank in Bielefeld und die Bochumer Bank in Bochum durch Fusionsverträge angegliedert. Die Rheinische Diskontogesellschaft erhöht zu diesem Zwecke und zur Beschaffung der 1 Million Mark neue Aktien, welche die Fusion mit dem Neuwieder Bankverein erfordert, sowie zur Verstärkung ihrer Betriebsmittel ihr Aktienkapital um 16 Millionen Mark, also auf 60 Millionen Mark. Die Reserven erhöhen sich durch die Fusion auf 12 Million Mark. Die gegen Barzahlung auszugebenden neuen Aktien von etwa l 3 /« Mill. Mark werden zu 1.30 Proz. einem Bankkonsortium überlassen, das_ diese im Verhältnis von 1 : 10 zu 132V- Proz. den alten Aktionären der beiden Gesellschaften zum Bezug anbieten wird.
Kriegsprofite. Daß die Banken aus den Kriegsanleihen stattliche Profite ziehen, ist nach den Erfahrungen der beiden letzten Jahre bekannt genug. Friedensanleihen hingegen bringen jetzt wirklich nur noch sehr bescheidenen. Nutzen. Die letzte deutsche Reichsanleihe von 300 Millionen Mark hat den Konsortien alles in allem 0,40 Proz. Nutzen gebracht. Da* macht 1 200 000 M. auf eine sehr stattliche -Anzahl von Mitgliedern; hier hatte einmal das Reich den Profit. Was hei den Russen und Japanern jedoch verdient wurde, das wird nicht so leicht bekannt gegeben, man kann es sich nur herausrechnen; unter 2 Proz. Gewinn hat es sicher niemals gegeben. Die Russen jedoch haben den deutschen Bankiers für die letzterhaltenen 150 Millionen Rubel im Mai noch ganz andere Summen gezahlt. Bei den 325 Millionen Mark russischer An- teihe im Januar sind den Berliner Russen-Bankiers 8 Millionen Mark rachgerechnet worden.
Leonhard Tietz, Aktiengesellschaft in Köln. Die Gründung dieses Warenhaus-Unternehmens ist jetzt handelsgerichtlich eingetragen worden. Das Unternehmen umfaßt die Geschäfte in Köln, Düsseldorf, Bonn, Coblenz, Krefeld, Elberfeld, Düren, Mainz und Stralsund. Das Aktienkapital ist auf 10 Millionen Mark festgesetzt.
Schutzverband der deutschen Brauereien. Einen Boykott- Schutzverband auf Gegenseitigkeit haben in diesen Tagen eine große Anzahl Brauereien gegründet. Der Zweck des Verbandes besieht in der Versicherung seiner Mitglieder gegen die durch Verrufserklärungen und Boykottierungen sie treffenden Schäden unter Ausschluß der durch Arbeitseinstellungen (Streiks) ihnen erwachsenden Nachteile.
Der Ratenkampf in der Ostindienfahrt. Wie aus Bremen gemeldet wird, tobt dieser Kampf zwischen der Bremer Hansa- Lmie und der P. u. 0. Line und Indian St. Company unentwegt weiter. Man berechnet in London, daß der Frachtkrieg bisher den beteiligten Schiffahrtslinien 200 000 Lstr. gekostet hat und monatlich einen Verlust von 44 000 Lstrl. zur Folge hat, ohne daß ein Ende zu erwarten steht. Die Frachtpreise nach Kal- kutta und Bombay sind infolge des Kampfes um 65 Proz. und diejenigen nach Colombo um 50 Proz. gefallen.
Ernteanssichten in Ungarn. Zuverlässigen Meldungen von der Wiener Getreidebörse zufolge soll Ungarn diesmal einen überaus reichen Erntesegen in Getreide erzielt haben. Der Mehrerlös aus den 5 Hauptgetreidegattungen wird im Vergleich zum \orjahr auf 150 Millionen Kronen geschätzt.
Neue Gründung. Die Vereinigten Deckenfabriken Zöppriz, Wagner u. Ko. in Calw sind in eine Aktiengesellschaft uinge- wandelt worden. Das Aktienkapital beträgt 1200 000 M.
Mexikanische Staatspapieie. In neuester Zeit hat sich auf dem Gebiete der exotischen Staatsfonds, an deren Spitze jetzt ja die neuen Japaner stehen, reges Leben gezeigt. Argentinier sind ncch immer gesucht und die mexikanischen Staatspapiere erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Der Kursstand, den die 4j>roz. Goldmexikaner errungen haben, ist gegenüber den arideren Schuldverschreibungen dieses Landes ein verhältnismäßig hoher. Die öproz. Goldmexikaner, die im Jahre 1909 schon zurückgezahlt werden können, stehen ca. 103 und habe« den übrigen Sorten gegenüber den Vorzug, daß ihnen 62 Prozj Zölle verpfändet sind. Die inneren mexikanischen Anleihen haben aber jetzt auch eine gleichmäßige Verzinsung und es hat daher der hohe Kurs der 4proz. die Aufmerksamkeit auf die 6proz, inneren gelenkt und diese haben dadurch die steigende Bewegung eingeschlagen.
Nene Differenzen im Stahlwerksverband. Die Differenzen im Stahlwerksverband wollen kein Ende, nehmen. Nun wird wieder aus Breslau gemeldet, daß man sich wegen der Einschätzungen im Verband recht uneinig sei.
Kleine Finanzchronik. Die Chemische Fabrik Griegheim Elektron beabsichtigt auf ihrem Werke II. in Bitterfeld die Anlage eines Betriebs zur Aufarbeitung der bei der Chloral- Elektrolyse erhaltenen Zellenlösung. — Den Aktionären der Akkumulatoren- und Elektrizitätsgesellschaft vorm. W. A. Boese u. Ko. in Berlin ist noch einmal eine Frist bis zum 2-1. d. VI. gelassen worden, zur nachträglichen Umwandlung ihrer Stammaktien in Vorzugsaktien. — Die Maschinenfabrik Eßlingen zahlt 5 1 /-- Proz. Dividende wie im Vorjahr für die Prioritätsaktien und IV» Proz. wie im Vorjahr für die Stammaktien. — Der Norddeutsche Lloyd kaufte von der Dampfschiffsgesellschaft Hansa die Dampfer „Löwenburg“ und „Wartburg“ zur Einstellung in die neue australische Linie.
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