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Kette «.

Freitag, s. I««r 19 oq. Wissdadener TagblatL.

Kbend-Aasgabe, 1» Klair.

Ko. 268.

«einen grüßen Dienst leisten. (Halblautes Bravo! int kZuhörcrranm.) Der Oberstaatsanwalt ersucht im wei­teren, die Schn lösragen betreffs des Angeklagten Walter \i;ix bejahen und -Liefern Hie Zubilligung mildernder Um- tstände zu versagen. — Dann tritt 'eine kurze Panse ein. — Nach Wiederaufnahme der Verhandlung trimmt das Wort Verteidiger Rechtsanwalt I)r. Inn g (Gießen) für Hudde: Er wendet in seinem Hlaidoyer u. a. ein: Daß man keine Spur vom „Willi" .gesunden habe (der nach Huddes Behauptung Len Pfarrer getötet haben soll), beweise nichts. Am Tatort könnte die Spur verwischt sein, und nach der 'Tat Habe Willi jeden­falls Grund genug gehabt, sich allen Nachforschungen der Behörden zu entziehen. Bezeichnend sei doch auch, daß Hudde bet den -anderen Einbrüchen stets einen Genossen gehabt habe und in Frankfurt bestrebt gewesen sei, einen -neuen Genossen zu werben. Bei allen sensationellen Fällen, di« in den letzten Jahren sich z. B. in Frankfurt, Gingen, Mischen ereignet hätten, feien immer zwei Täter in Frage gelommeii. Auch die Feststellung des Chemikers Di-. Poppe bemängelt der Verteidiger und folgert, daß Willi wirklich existiert habe. Hudde habe am Nachnnttag des 11. November bei -dem Metzger Schäfer in Dorfelden, wie dieser ganz bestimmt erklärte, keinen Itberzieher bei sich gehabt, abends dagegen in Helden bergen einen solchen getragen. Den Überzieher will der Angeklagte dem Willi geliehen haben, als dieser darauf hingswiefen habe, daß er in seinen schlechten Kleidern doch nicht neben dem eleganten Hudde gehen könne. Zu bestreiten sei entschieden, -Latz Hudde, wenn er der Täter fei, >die Tötung Les Pfarrers mit Überlegung getan habe. Hudde sei ein beispiellos kühner, aber dabei sorgloser und nicht berechnender Mensch. Zum Schluß bat der Ver­teidiger -die Geschworenen, sich nicht dem Einfluß der öfsentlichen Meinung, die unerbittlich Len Tod' des An­geklagten verlange, hinzugeben. Der Kreis der prin- Kipiellen Gegner der Todesstrafe, welcher den Geschwo- rcnen Dank wisse, falls es ihnen ihre Überzeugung ge­statte, den Angeklagten nicht zum Tode zu verurteilen, erblicke in dem Angeklagten nicht einen vcrabscheuungs- würdigeir Menschen, sondern ein krankes Glied am so­zialen Körper der menschlichen Gesellschaft. — ReckM- anwalt I)r. Spohr bittet bezüglich des Angeklagten Walter mit mildernde Umstünde. — Oberstaatsanwalt Theobald erwidert: Die Geschworenen haben nicht lzu fragen: ist die Todesstrafe zeitgemäß, sondern ledig­lich die Schuldfrage zu prüfen -und diese ihrer Uber- -izeuguug gemäß zu beantworten, ohne Rücksicht, ob sie Anhänger oder Gegner der T-o-desstrafe seien. Aber selbst wenn die Geschworenen annehmen: Willi existiert und der Angeklagte habe einen Komplizen gehabt, so stehe es, Loch nach dem eigenen GePändnis des Angeklagten fest, /daß verabredet war, sollte der Pfarrer answachen, ihm mit dem Messer „bange zu machen", und daß Hudde im -Zimimer war, als Willi mit dem Messer vor dem Bett des Pfarrers gestanden und ihn ermordet habe. Irr die­sem Falle sei Hudde Mittäter. Er (Oberstaatsanwalt) sei aber der festen, unerschütterlichen Überzeugung, die Erzählung mit dem Willi sei Lüge, Hudde habe den Pfarrer Thöbes allein ermordet. — Nach kurzer Gegen- wede des Verteidigers Rechtsanwalts De. Jung richtet der Vorsitzende an den Angeklagten Hudde die Frage: ob er noch etwas zu seiner Verteidigung anzusühren -habe. — Angeklagter H n d d e, Her mit einer seltenen Ruhe auch den heutigen Reden gefolgt ist, antwortet mit fester, lauter Stimme: Nein. — Angeklagter Walter bemerkt auf Befragen des Vorsitzenden: Ich bitte um Mildernde Umstände. — Der Vorsitzende erteilt alsdann Leu Geschioo reuen die vorgeschriebene Rechtsbelehrung. -Gegen 6 Uhr abends ziehen sich die Geschworenen zur Beratung zurück. Nach etwa einer Stunde treten -die Geschworenen wieder in den Saal. Unter gespannter Aüsnterksamkeit der zahlreichen Zuhörer verkündet der Obmann, Gutspächter Weiß (Hof Graß) den Wahr- s p r u ch der G e s ch w o r e n e n. Danach' haben die Geschworenen die S ch u l L f r a g e b e t r e f f s H u d d e, Len Pfarrer Thöbes zu Hekdenbergen vorsätzlich und mit Überlegung getütet zu haben, bejaht. (Bravo im Zu- Hürerraunr. Der VorsWende ermahnt das Publikum zur Ruhe.) Die Geschworenen -haben außerdem die Frage wegen Raubes an dem Pfarrer Thöbes, sowie der dem tHwbde zur Last gelegten fünf Einbruchsdiebstähle und' -ebenso die Schuldsrage betreffs Walter wegen -der diesem /zur Last -gelegten zwei Einbruchsdiebstähle -bejaht und Äie betreffs Walter gestellten Fragen, ob dem Angeklagten -mildernde Umstände zuzubilli-g-en seien, verneint. — Der Vorsitzende befiehlt -darauf, dieAngeklagten wieder herein- -'zuführen. Diese werden, beide an den Händen geschlossen, cho» je zwei Gendarmen und je ein-enr Gefängniswärter aus -Lie Anklagebank geführt. Der Gerichtsschreiber, Gerichtsassessor Seibert, liest den Angeklagteu den Wahrsprnch der Geschworenen vor. — Oberstaatsanwalt Theobald beantragt gegen Hudde -wegen des Mordes die Tv.de s st rase, wegen -der fünf schweren Diebstähle eine Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus. AutzerLe-m beantrage ich, dem Angeklagte» Hudde Lie bürgerlichen Ehrenrechte -abzuerkenn-en. Gegen -den Angeklagten Walter beantragt er einschließlich zu der bereits gegen ihn erkannten Zuchthausstrafen von den Landgerichten N-eu'wied und- Weiden eine Gesamtstrafe von 8 Jahren Zuchthaus, ferner 10 Jahre Ehrperlust und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht. Verteidiger Rechtsanwalt I)r. Jung: Da die -Todesstrafe wegen Mordes eine ab­solute ist, habe ich nichts weiter zu sagen. — Verteidiger Rechtsanwalt Dr. S p o h r ersucht, angesichts des offenen Geständnisses 'und der großen Jugend des Walter diesen milder zu bestrasen. — Der Angeklagte Hudde ant­wortet -aus Befragen des Vorsitzenden, ob er noch -etwas zu sagen habe, iwiederum mit einem lauten Nein. — Angeklagter Walter bemerkt auf Befragen des Vor­sitzenden: „Ich- schließe mich meinem Herrn Verteidiger an." > 7 . Nach etwa halbstündiger Beratung des Gerichts­hofes verkündet. der 'Vorsitzende, Landgerichtsrat Prä- torius, das Urteil: Der Gerichtshof hat, gemäß dem Wahrspruch der Geschworenen, int Namen des- Groß- cherzogs den Angeklagten Hudde z um Tode, 12 Jahren Zuchthaus, dauerndem 'Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte und Zulässigkeit von- Polizeiaufsicht, den Ange­klagten Walter zu einer Gesamtstrafe von 7 Jahren Zucht- Haus, 10 Jahren Ehrverlust und Zulässigkeit von 'Polizei­aufsicht verurteilt. Bei der Strafzumessung hat der Ge­richtshof erwogen, daß mildernde Uyistände nirgends vorhanden seien. Zu berücksichtigen war die große Ge- .Meingefüyrlichkeit und Verwegenheit, mit der die Auge- 1

klagten zu Werke gegangen sind und daß sie nicht eine Spur von Reue an den Tag gelegt haben. Der Vor­sitzende schließt die Verhandlung mit der Hoffnung, daß rn diesem Saale niemals mehr ein so grauenhaftes Ver­breche» verhandelt werden möge, wie es heute seine Sühne gefunden hat. Die Angeklagten nehmen beide das Urteil mit vollem Gleichmut entgegen. Hudde äußerte zu dem ihn abführenden Gendarmen: „Es ist doch

sch i -e f g e g a n g e n !" Vor dem Gerichtsgebäude hatte eine vieltausendköpfige Menschenmenge Posto gefaßt.

Kieme Chronik.

Verhaftet. Der steckbrieflich- verfolgte ehemalige Pastor Walter Kreuzler aus Celle, Provinz Hannover, wurde in Wien mit der in seiner Begleitung befindlichen Eleonore Hoppe verhaftet.

, Infolge einer Dammrutschung des Zusnhrgeleiscs vom Güterbahn-Hofe in Wernigerode nach- dem limlade- bahnhof durch Hochwasser ist der direkte Wagenladungs- verkehr für Wern-igerode-Staatsbahnhof nach den Sta­tionen über Wernigerode hinaus auf 10 bis- 12 Tage unterbrochen. Der WagenladlAgsverkehr nach Werni- gcrode-Loko, sowie der Stück- und Eilgutverkehr wird in vollem Umfange aufrecht erhalten. Der Betrieb auf der Hauptstrecke W-ernigerodeMordhau-sen und Dret-An-nen- Hohne-Brocken ist nicht -gestört. Auf Wunsch der Inter­essenten erfolgt der Wag-enladungsverkchr in direktem Verkehr nach den Stationen über Wernigerode hinaus -durch Leitung über -die Station Nordhansen.

Ern Pfarrer als Bürgermeister. In der letzten S-tadt- verordnetensttzung zu Juliusberg, O.-Schl., wurde an Stelle des am 1. Juli -d. I. ausfcheidend-en Bürger­meisters Schwarz der Pastor a. D. Dr. jnr. Steffen aus Potsdam von 63 Bewerbern mit großer Mehrheit zmn S'tabtoberhaupt gewählt.

Sträflingsrevolte. Im Arrestlokal des Kreisgerichts in Zloczow brach gestern abend eine Revolte aus, welche so große Dimensioneu an »ahm, -daß zwei Bataillone Infanterie einschr-citen mußten, die von der Waffe Ge­brauch machten. Ein Sträfling -ivirrde getötet, einer schwer verwundet, ein Unteroffizier durch einen Sieinwurf er­heblich verletzt. Nach vieler Mühe gelang es endlich, der Revolte Herr zu werden und die Ruhe wieder her­zu stellen.

Letzte Nachrichten.

Konti nental»Telegraphen - Kompagnie.

Wien, 9. Juni. Der internationale Fischereikongretz beschloß, Len nächsten Kongreß in einer noch zu bestimmenden Stadt Amerikas abzuhaltcn.

Paris, 9. Juni. Der Untersuchungsrichter Lehdct vernahm die Dame, die, bei -denn Anschläge auf den König von Spanien -auf -dem Rade fahrend, deutlich gesehen hatte, wie jemand eine Bombe schleuderte. Die Be­schreibung des Täters, die sie gibt, paßt auf Fermz.

Paris, 9. Juni. In parlamentarischen Kreisen erörtert man fortgesetzt die etwaigen weiteren Berschiebnngen, welche der Rücktritt ®elc a ssLS im Kabinette zur Folge haben würde. Man hält es nunmehr für ziemlich sicher, daß R o u v i c r daS Finanzministerium abgeben und sich ausschließlich den aus­wärtigen Angelegenheiten widmen werde. Als künftiger Finanz- minister wird vielfach der gegenwärtige Aolonialministcr Clem eilte! genannt, welcher entweder durch den früheren Kolonialminister Doumergne oder durch den Deputierten Hubert ersetzt werden soll. Rouvier. hatte gestern eine lange Unterredung mit Bourgeois, was in den Wandelgängon der Kammer zu dem Gerüchte Anlaß gab, daß der Minister-' Präsident ihm den Botschafterposten in Berlin angcboten habe.

Paris, 9. Juni. Die konservativen und die nationalistischen Blätter richten seit mehreren Tagen lebhafte Angriffe gegen den Kricgsminister B e r t e a n x. Sie verlangen, daß er baS Finanzportefenille übernehme, für welches er jedenfalls berufener sei und treten heute dafür ein, daß ein General, entweder de la Croix oder Langlois, an die Spitze des Kriegsministeriums ge­stellt werde. Ferner wird gerüchtweise gemeldet, daß der Minister­präsident beabsichtige, den französischen Gesandten in Marokko wegen des Mißerfolges seiner Mission abzuberufen und an seiue Stelle den früheren Generalgonverneur von Algerien, Reuvoil, zu erueuuen, welcher deu Posten in Tanger bereits vor mehreren Jahren inne hatte.

Paris, 8. Juni. Die nationale Bereinigung der Gelben ldas sind die Arbeiter, welche für die persönliche Freiheit bezüg­lich der Arbeit find) richtete an den Minister des Innern ein Schreiben, in welchem sie gegen die Hindernisse protestiert, welche der Freiheit bei der Arbeit durch die Gewalttätigkeit der den roten Syndikate» angehörigen Arbeiter iii den Weg gelegt wer­den. Die roten Syndikate zwingen ihren Anhängern ihre Ent­scheidung bezüglich der Ausstünde auf. -Sie erklärt, sie Hab« 190 900 Mitglieder, die in allen Fällen gerechtfertigter Notwehr die Waffen gebrauchen würden. Das Protestschreib«« weist be­sonders auf die Angriffe hin. unter welchen die Gelben bei den Zusammenkünften der roten Syndikate in Nantes und Havre zu - leiden hatten.

London, 9. Juni. Der erste Offizier der „Hall" teilte der Admiralität mit. daß über der Stelle, auf welcher das Untersee­boot A 8 liegt, von Tauchern eine heftige Explosion vernommen wurde, so daß keine Hoffnung auf Rettung der Untergegangenen mehr sei.

Eriwan, 9. Juni. Am 5. Juni feuerten MvhMNme- Äaner auf dem Basar auf Armenier. Da-bei wurden über 20 Personen getötet und -verwundet, -darunter zwei Dar- taren. Die Läden wurden sofort geschlossen. Am folgen, .den Morgen wurde das Schießen fortgesetzt. -Aus -den Häusern und von den Dächern wurde geschossen. Die Armenier gingen ihrerseits zmn Angriff vor. Eine B o -m, b e n - E r p l o s i o n wurde gehört. D-ie Kugeln flogen in die Häuser und schwirrten über die Köpfender -die Straßen durchziehenden Kosaken. Am 7. Juni abends wurde die Stadt in B e l a gerungs z u- st a n d erklärt, Die Läden -sind- geschlossen.

Washington, 9. Juni. Tie deutsche Regierung hat in den letzten Tagen verschieden«« Mächten einen förmlichen Vorschlag wegen der Einberufung einer internationalen Kon­ferenz zur Beratung der Marokko-Angelegenheit gemacht. (Ainnerknttg des Wölffschen Telegraphenbirreaus: Hier liegt ein Mißverständnis vor. Die Einladung zu der Konferenz geht be­kanntlich vom Sultan von Marokko ans. Die kaiserliche Regie­rung hat den Vertragsmächten der Madrider Konferenz von 1880 mitgeteilt, daß und aus welchen vertvagsrechtlichen Gründen sie bereit ist, die Einladung anzunehmen.>

Depeschenbureau Herold.

Danzig, 8. Juni. Die in der hiesigen kaiserlichen Werft liegende Dampfjacht „Seeadler,, wird instand gesetzt, uw dem K r v n v r t n z c n p a a r e zu Seefahrten zu diene».

Kien, 9. J-lnil. ^ Das „FremdMblatt" stellt fest, daß der h-antloverische Hof anläßlich- der.Uernlühlurrg dc-r

Kronprinzen- das abgesandte Telegramm nicht an der. Berliner Hof, sondern an die niecklenibur-gisch'e Fam-iUs gerichtet habe.

Paris, 9. Juni. „Eclair" berichtet, Ro-ubier be« schüft,ige sich rn-it der Nachfolgerschast des fmntzSsische» Gesandten in Marokko. Das Blatt -glaubt zu wissen,« daß Rouvier a-ngenbl-icklich mit dem früheren General- -gonvernonr von Algier, Reveil, -unterhandle, der für diesen Posten, auserseihen sei. — „Liberty" erklärt sich irr der Lage-, das Gerücht zu dementieren, wonach daN Kabinett Rouvier bereit sei, Deutschland eine Interessen- Sphäre in Marokko abzutreten. Übrigens wird hervor- gehoben, daß Deutschland keine d-ies-bezü-glichen Forde- rnngen erhebe.

Paris, 9. Juni. Ein Redakteur des, „Temps" traf bei gem-ein'samen Freunden Pen interimistischen Geschäfts­träger -der deutschen Botschaft, Flot-ow, Der ihm über seine Unterredung mit Rouvier am Mittwoch wörtlich sagte, er habe'mit Rouvier natürlich nicht Ein­zelheiten der schwebenden Fragen berührt, könne aber die Versicherung -geben, daß die deutsche Regierung von versöhnlichen!' Geiste beseelt sei. Der au-geuscheinltch auf beiden Seiten bestehende gute Wille lasse ein gntes' Ergebnis erwarten. (T. R.)

Paris, 9. Juni. Der „Matin" glaubt mittcilen zu, können, baß Rouvier beabsichtigt, den Posten beS französische« Botschafters in Berlin Leon Bourgeois anzubietcn.

Paris, 9. Juni. Die französische Marine wirb fortan eine doppelte See-Division südlich vor Kreta halten.

Paris, 9. Juni. Nach einer Privatmeldung aus Tanger unterhandelt die deutsch-amerikanische Fjnanzgrupxe mit dem Sultan wegen einer A »leihe von 5 Millionen Dollar. Doch macht die Frage der Sicherstellung Schwierigkeiten. Man glaubt, cs werde sich dabei um große Bestellungen handeln.

Petersburg, 8. Juni. Das Gerücht, wonach Witte zum Reichska-ttzler ernannt werden soll, wird offiziös d e NI 6 n t i e r i.

New Uork, 9. Juni. Nachdem neuerdings ein m4 einem amerikanischen Kriegsschiff als Diener angestelücv Japaner dabei ertappt wurde, als er wichtige Teile des Schiffes, abzeichnete, ist Befehl ergangen, 'Daß in Zu­kunft k ein I a p a n e r mehr Zutritt zu einem ameri- kan-ischon Kriegsschiff erhalten darf. In dem Besitz des Verhafteten -wurden ganze Stöße van Aufzeichn-ungerr über amerikanische Kriegsschiffe aufgefünden.

rvd. München, 8. Juni. Bei einer Übung des Eisenbahn­bataillons unterhalb der Bogcnhaufener Brücke kippte ein P o n t o n u m , vier Mann stürzten ins Wasser, drei wurden sofort gerettet, der vierte ist tot. -

Maelitrag zum Frankfurter Kursbericn*

Win 8 . Juni SWttäS,

Neueste Zulassungen.

Russ. St.-A.v.05j84.8G Missour. Pacific|85.40 MainzObl.r 1905 99.20 8ao Paulo E.-B. 98.50

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Pr.Centi\ B.-Kr.

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Marktücrrcvre.

Fruchtmarkt z», Wiesbaden vom 8. Juni. 100 Kilo Hafrj 16 M. 20 Pf. SIS IS M. 80 Pf., 100 Kilo Richtstroh 5 M. bis S M. 109 Kilo He« 7 M. 40 Pf. bis 7 M. M Pf. Angefahren waren 4 Wagen mit Frucht und 8 Wagen mit Stroh und Heu.

Geldmarkt.

Frankfurter Börse. 8. Juni, mittags IN/, Uhr. Kredit. Aktien 1209.20, Diskonto-Kommandit 188.60, Staatsbahn 142.80, Lombarden 18.60, Laurahütte 267.50, Bpchumer 244, Gelsen» ktrchener 227.50, Harpcuer 214. Tendenz: ziemlich fest.

Vetteeöienst

ocr Landwirkschaftsschule zu Wcilburg.

Voraussichtliche Witterung für

Sa ms-tag, den 10. Juni 1905:

Zeitweise windig, aufklärend, tagsüber etwas wärmer. Genaueres durch die Weilburger Wetterkarten (monatlich- 80 Pf.), welche an der Plakattafel des TagLlatt. Hauses, Lang gaffe 27, täglich angeschlagen werden.

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Die ZUrerrd-Arrssrrbe «mfaßt 12 Kette«,

Setmng: W. Schulte vom Brühl.

VeraniworMÄer Redakteur für Politik und Feuilleton: W, Schulte »«m BrLlll <n Soimenbcrg: für den ütiriaert redaktionellen Teil: U, Rütherdt; für die Ä>i,,i.,:n lind Reklamen: H, Dornaul: beide in Wiesbaden.

Druit u«d Verlag der 3. Schellenbergiche» Hof-Bachdruckerei in »eltoaa