Kette 6 _ Freitag. 12. Mai 1805. Wiesbadener Tagblatt. _ Aderrd-Aasgave. 1. Blatt. Us. 22 J?;
Herst (19. i:nö 20. Juni) und die Stellung von Anträgen zn dieser Versainmlung. Bei der Wichtigkeit dieser Tagesordnung ist zahlreiches -nnd pünktlicheS Erscheinen der Mitglieder erwünscht.
o. Meßgerei-Ansstellnng. In den lobenswerten Weiibeiverü Ser Geschäftswelt auf dem Gebiete anziehender Ladeneinrichtungen und Schanfenster-Ansstattnngen sind seit einiger Zeit auch die Metzger eingetreten und, wie verschiedene Beispiele in unserer /Stadt lehren, mit ganz hervorragendem Erfolg. Diese Einrichtungen zeichnen sich nicht nur durch geschmackvolle Mahl von Karben und Formen, sondern auch dadurch aus, daß sie — und dies ist wohl ihr größter Vorzug — sehr appetitlich sind. Das dabei verwendete Material ist meist Majolika, welches sich leicht so gründlich reinigen laßt, daß Rückstände ansgefchlosse» sind. Zu Liesen wesentlichen sanitären Verbesserungen gehört auch die Wekleidnng der Wände und Decken mit Majolika und Glas, sowie cher Abschluß der Theken nach außen mit Glasplatten, was wohl I«n Besichtigen der Waren zuläßt, aber ein Berühren derselben jdurch die Käufer unmöglich macht. Der Firma Steinberg |«. Vorsänger, welche seit mehreren Jahren ein Spezialgeschäft für Metzgerciartikel hier betreibt nud deren Verbindungen /bereits weit über Deutschland hinaus gehen, wendet diesem Be- /dürfnisse des Metzgergewerbes besondere Aufmerksamkeit zu. Sie 'läßt in eigenem Bureau Entwürfe zu neuen Ladeneinrichtungen »den Wünschen der Kundschast und den lokalen Verhältnissen ent- tsprcchend anfertigen und unterhält nunmehr auch in ihrem neuen Geschäftshanse Moritzstratze 68 ein großes Musterlager solcher Einrichtungen, in welchem in Farben n>ie in Formen dem Modernsten Geschmack Rechnung getragen wird. Die großen iRüume eines Lagerhauses bieten Gelegenheit, alles, was ein lMetzge». zu seinem Betriebe braucht, übersichtlich aufzuftellen !und die vielen Maschinen, welche heutzutage der Wnrstbereitung /dienen, auch i»> Betrieb zn zeigen. Bemerkenswert ist dabei seine ganz neue,Betriebskraft, ein Antvmobilbenztntnotvr, welcher /nicht nur billig ist, sondern überall eingeführt werden kann, wo «s an anderen Betriebsmitteln, wie Gas oder Elektrizität, fehlt. Neben den Metzgereimaschinen find es noch solche für Hotels und -Haushaltungen, in denen die genannte Firma ein großes Lager /unterhält. Sie Hai zur Besichtigung ihrer Muster-Ladeneinrich' 'tungei! wie der sonstigen Lagerräume die hiesigen Metzgermcistcr ans Sonntagnachmitiag eingeladen. Dieselbe ist, wie aus dem Inseratenteil hervorgeht, auch sonst jedem Interessenten gestattet.
— Handelsregister. Unter der Firma Moses Katz Nachfolger, .Inhaber Jacob Fink, Biebrich, betreibt der Kaufmann - Jacob Kink zn Biebrich ei» Geschäft als Eilizelkaufmann.
— Kleine Notizen. Ein Artillerie-Sergeant hatte das y> l ü dl, auf ein Pferdeloos einen prächtigen wertvollen Rappen Ätt gewinnen. — Am Sonntag, den. 14, d. Di., vormittags 10 Uhr, ffindct int „Deutschen Hof", Goldgasse 2, eine öffentliche Schneider- und S ch n e i d e r i n n e n - B e r s a m m ¥ 1 n it g statt. — Die Lieferung der zur Ausschmückung der Wilhelmstraße benötigten italienischen Königsstandarte wurde vom Stadtbauamt an die Firma H. Schweitzer, Ellenbogengasse 18, htcrselbst vergeben.
" MaÄiz, 12. Mai. R h e i n p c g e l: 1 m 61 cm gegen 1 m 62 cm am gestrigen Vormittag.
GerichlKsaaL.
S tr as kam »nie rsitznn g vo m 12, Mai.
Der ehrliche Name!
Wegen einer Kleinigkeit, die ihm vom Schöffengericht ,fit Höchst zmei Wochen Gefängnis eintrug, wurste der .sHanstlnngsgehMfe Johann St. aus Duisburg am 31. ^Januar st. I. verhaftet und im Höchster ÄnftsgerichtS- Ilgefängnis nntergebrachi. Als Man ihn nach seinem Namen fragte, nannte er sich Johann Werner aus Dnis- Ibnrg, denn den ehrlichen Namen seiner Eltern wollte !,er nicht mit dem Makel einer gerichtlichen Strafe belaste». Unter Hem falschen Namen stellte er sich auch stem Amtsgericht vor und obwohl man merkte, staß er seinen lrichtigen Nomen nicht angab, und er 'deAhalb in sten Vör- istacht kam, irgend ein gefährlicher Spitzbube zu sein, blieb er stoch hartnäckig dabei, er heiße Werner, bis ihm Ausgangs April die Sache stoch, zn langweilig wurste. Nun. «itzt er .mehr denn ein Vierteljahr in Untersuchungshaft, >dte .ihm in voller Höhe auf die zwei Wochen Gefängnis ..und 14 Tagen Haft angerechnet wirst, welche er wegen »intellektueller Urkwndönfälfchung und falscher Namens- !angabe gegenüber einem zuständigen Beamten erhält. /Der gegen ihn erlassene Haftbefehl wird aufgehoben.
Schwerer Diebstahl.
Den BranvurschÄr einer hiesigen Brauerei wursten »vor 6 Jahren verschredentlich die 'Portemonnaies aus «den in -den Kleiderschränken des 'Schlafsaales hängenden Hosen geholt und ihres Inhalts beraubt. Längere Zeit hatte man keine Ahnung, wer der Dieb sein könnte, bis man eines Tages den damals 16jährigen Bäcker Heinrich te. von Hier, der Brot und Brötchen in die Brauerei Krachte, erwischte, als er ans dem Schlafsaal kam, in dem er nichts zN tun hatte, und in dem ein Spind auch dies- stnal wieder erbrochen und ein Geldbetrag von etwa }10 M. gestohlen worden war. Der Angeklagte, der bisher an verschiedenen Orten Deutschlands beschäftigt war, wird wegen der alten Geschichte, die durch eine Denunziation zur Kenntnis der Staatsanwaltschaft gelangte, M einer Gefängnisstrafe von 2 Wochen verurteilt.
* Dresden. 12. Mai. Der frühere Stadtmusik-Direktor in ,Dresden und Komponist Wilhelm Schneidcnüach, sowie sein Sohn, ster Gerichtsaktuar Guido Schneidenvach, würden wegen umsang- reicher Schwindeleien zu 8 Monaten und 1 Jahr 3 Monaten Ge- 'sünanis verurteilt.
* Ein eigenartiges Mißgeschick hatte der Krimtnalschutzmann Brumme in Berlin, als er sich in der Nacht zum 26 . März d. I. auf der Jagd nach Einbrechern befand. Er hatte zerlumpte -Kleider, zerrissene Stiefel und ein Knüpstuch um den Hals angelegt, um leichter an verdächtige Personen heranzukommen. Jit der Kvvpenstraße bemerkte er vier junge Burschen, die mit einem .Dietrich verschiedene Haustüren aufschlossen nüü zuletzt in den» Hause Grüner Weg 15 verschwanden. Nach einiger Zeit erschien einer von ihnen wieder auf der Straße »nd stand anscheinend '„Schmiere". Als dieser sich auf kurze Zeit entfernte, schlüpfte ' tder Beamte in das Haus. Kaum befand er sich drinnen, als er Hinter sich Schritte, hörte. Es, erschien der Nachtwächter, um den „Stromer" zu suchen, der das Hans betreten hatte. Der !Krimina!schntzmann flüchtete nun, um einer Unterredung mit dem Nachtwächter zu entgehen, welcher die Diebe verscheucht hatte, Sie Treppen herauf. Der Nachtwächter folgte ihm aber auf den Kerfen. Nachdem sich diese „DiebcSjagd" bis zn den obersten Stockwerken fortgesetzt hatte, zeigte der Kriminalbeamte dem Nachtwächter seine Erkennungsmarke, aber erst nach längerem Wcrhandeln gelang eö ihm, jenen davon zu überzeugen, daß er wirklich Beainter und kein Dieb war. Inzwischen hatten die '-Diebe bas Haus unbehindert verlassen. Am nächsten Morgen 'entdeckte die dort wohnhafte Witwe Seidel, die ein größeres Manufakturwarengeschäft betreibt, daß aus ihrem Lagerkellcr >300 seidene Tücher im Werte von 2000 M. gestohlen waren. Der Krimiualschiitzmaun Brumme hatte in der Nacht aber die von sihm verfolgten vier Personen als die in den Berbrecherkreiscn unter den Spitznamen „Bouillon-Richard", „Kiebich", „Muskel" und .Der kleine Franz" bekannten „Arbeiter" Gustav Klawatscheck jund Franz Katzurke, den Tischlergcsellen Hermann Schmidt und den Gelegenheitsarbeiter Richard Bvchinöky -erkannt. Die vier
Verbrecher saßen alsbald hinter Schloß und Riegel, nachdem eine Haussuchung bet Klawatscheck die gestohlenen Seidenwaren zutage gefördert Hatte. Der Gerichtshof erkannte gegen Katzurke auf IV, Jahr Gefängnis, gegen die drei übrigen auf je zwei Jahre Gefängnis.
Kleine Chronik.
Gasexplosionen. In ster M-arienwerderstr-aße in GraNdenz ereignete sich gestern 'vormittag bei ster Legung gußeiserner Röhren eine Gasexplosion, wobei ein Arbeiter getötet, zwei leicht veriwunstet wursten. — Aus Paris, 11. Mai wirst berichiet: Unter ste'nr Bürgersteig des Bostl'Lvarst Sobastopol ereignete sich heute mittag eine Gasexplosion, die sich auf eine Strecke von -über 360 Mieter erstreckte. Das Trottoir wusiste an 'verfchiestenen Stellen ausgeriffen nnst schwere Steinplatten aus sten Fahrstamm geschleudert. Sechs Personen, d-ie an der Explostons- stelbe porü'bergiugcn, wussten verletzt, eine von ihnen schwer. Die Explosion wirst der Verlegung eines starken Gasrohres zugeschrieben, die vor kuvze'm- wegen der Arbeiten an ster Stadtbahn erfolgt ist. Eine weitere Depesche besagt: Durch die Explosion ans stem Boulevard Sebasto- pvl «mur-den im ganzen 18 Personen verletzt, von diesen wirrsten zwei ins Krankenhaus gebracht, die übrigen sind leichter verletzt. Da die Wirkung ster Explosion senkrecht aüfrecht ging, entstand kein Schaden an Kauflüsten oster Gehstil den.
Der feit Woche»» vermißte Student Hans Paul Freiherr v. Wvllvgeii wurste als Leiche in ster Grünhaister Forst bei Berlin ausgesnnsten. Es liegt Selbstmord vor.
Schierlingsvergiftnng. In ster Ortschaft Sattnar bei Wolfenb-üttel hatten sich drei Kinder eines Arbeiters ans Schterlin'gsstengeln Pfeisen gemacht. Alle drei • et* krailkten an scW»eren Vergiftungs-Evsch-einungen. Eins ster Kinder liegt bereits im Stephen und auch die beiden anderen dürften kaum mit stem 'Leben davoMoMmen.
Lawine. Ans Innsbruck, 11. Mai, wirst gemeldet: Durch eine vom Laberg niedergegangene Lawine entstand eine große Merschwelulmnng. Ein SchutzldaMm- «wurde durchbrochen. Die Fluten setzten Felder und Häuser unter Wässer. 20 italienische Arbeiter, welche von der Strömung überrascht wursten, konnten Nur 'mit Mühe gerettet 'werden.
Schiffszusammeustoß. Der von Stettin nach Swine- m>üNde abgehenste dänische Dampfer „C. P. A. Koch" stieß vorgestern am Eingang« 'zum Paveirwaffer Mit einein schwöstHsch-en 'Schoner zusammen. Der Schoner sank sofort. Bon der vier Mann zählenden Besatzung ertrank der Brnster des Kapitäns. Das Wrack liegt inmitten des Fahrwassers.
Ein Dorf im Havelland entdeckt. Ans dem Havel- lanste kommt eine sonderbare' Mär. Ein Bauer ans Hohen na »reu pflügte seinen Ackers plötzlich versank das Pferd vor seinen erstaunten Angen. Mit vieler Not nnd Mühe wurste d>as Tier aus dem Loch in der Erde herans- gezogen. Als man ster souderbaren Grube mit Spaten und Schaufeln nähertrat, entsteckte >man ein Kellevge- wölvc, das aus dem Mittelalter stammte. Im Gamölbe fand man einen stempclartigen Mgenstand, ans stem der Name „B'ezelltn" zu lesen war. Man nimmt an, daß au dieser Stelle unter dem Acker das Dorf BexeMn >ge- standen, -das, wie so viele andere, im dreitzigjährügen Kriege nnterging und nicht wieder errichtet wurde.
Bei dem gemeldeten Unglück ans der Pemisylvania- bahn hei HarrtÄburg explodierten zunächst die Kessel der Lökomotive des Passagierzuges. Hierdurch wurde die Explosion zweier mit Dynamit beladener Wagen verursacht, und dadurch rvurden sämtliche Personenwagen in tausend Trümmer .zersplittert. Diese bildeten zusamnien mit den zerstörten Wagen des Güterznges einen großen TrWm'merhanfen, ster alsbatst in Flarnmen ansging. Ans sten iSchlaskabinen ster Wagen wurden die -Leichen der Reiscniden durch die Gewalt der Explosion ans den Bahndamm und in den Susquehannvflntz geschleudert. Arzte und die Feuerwehr wurden sogleich- Herbeigeru'ftn und die 'Verwundeten, die man ans den TEMmern be'freien konnte, in das Krankenhaus gebracht. Das Stöhnen derer, die nicht befreit weitsten konnten, war 'herzzer- reißenst. Ein Sonderzug 'wurde stür den Kraukenirans- port eingerichtet. Er war nach kurzer Frist gestillt. Der Personenzug war ein solcher der Pennsylivaniabahn, der Güterzug ein solcher der Elöveland-Eincinnati-iSaint- Louisbahn. Es heißt, das Unglück sei dststnrch veranlaßt wollden, däß ein Schlauch der Lirstdrnckbre'mse des Güter- zuges Platzte, wodurch eine Anzahl Wagen quer über das Geleise des Perionenzuges geworsen worden seien. Gleich darauf ist der Expr.eßzug in den von Güterwagen gebildeten Trümmerhaufen hineingesahveu.
Durch de« Tornado, der tu der Stadt Snyder wütete, wurden 128 Personen getötet und ISO verletzt. Die Stadt, w'elihe 1000 Einwohner zählte, ist zerstört' Großer Schaden wurste auch an der Eisenbahn augerichtet. Die Hauptlinie nach San Francisco ist unterbrochen. Jur selben Zeit wurden in dem Stadtgebiete von Oustee, einige Meilen südlich von Snystcr, 30 Personen getötet.
Letzte Nachrichten.
Kontlnental-Telegrapyen-Kompasnie.
Paris, 12. Mai.. Der Deputierte Pressenfc richtete an den Miinster Dclcaffc ein Schreiben, in welchem ex ihm ankündigt, daß er nach Wiedercröffiinnq der Kammer eine Interpellation cindringcn werde, ob der Minister entsprechend dem vom Parlament kunögcaebencn Willen die nvtwenöincn Maßnahmen ergriffen habe, um den friedlichen Charakter der französischen Politik in Marokko und die Aufrechtcrhaltuna der Neutralität Frankreichs in Ostasten zu sichern. „Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wen», Sie für die Erörterung in dieser Interpellation, von der ich gleichzeitig den Ministerpräsidenten verständigt habe, ein möglichst nahes Datnm sestsctzcn wollten."
Drveschenbureau Herold.
Berlin, 12. Mai. Des Reichs-amt des Innern hat Berhandlungen mit den Bimdes-Reqierungen über eine Revision der Peheimmittellisten eintzeleitet.
Berlin, 12. Mai. Die hiesige Stadtverordneten-Bersamm- lnng bewilligte für die Ansschinückunq der Feststraßen anläßlich der Einholung der Herzogin Cäcilie 150 060 M,
^ Meß, 12. Mali. In Gegenwart -des Kaisers fand gostern nachmittag auf dem Frisdhase von Gravelotte die Einweihung der zu Ehren der dort 1870 gescftl'snen deutschen Krisger' errichteten Gedenkhall« statt. Der Kaiser traf um Wn, Uhr auf dem Friedhöfe ein. Muß dem Wege dorthin bildeten die Truppen der -hiesigen Garnison Spalier. Vor der Gedenkhalle hatte eine Kompagnie des 67. Regiments mit sämtlichen Fahnen und eine Eskadron der 18. Dragoner mit sämtlichen Standarten der Garnison Aufstell'ung geno-rmnen. Ws der Kaiser die Halle betrat, stimmte der Metzer Lieder- kränz einen Choral an. Statthalter Fürst Hohenlohe hielt eine kurze Ansprache, in -der er dem Kaiser für fein. Erscheinen, sowie für die Schknkunig einer Statue -des Friedensengels für die Gedenkhalle dankte und die Er- laubnis zur Einweihung der Halle erbat. Mach Geb-sten der Division-s«GeWichen folgte eine eingehende Besichtigung der Halle. Nachdem 'sich der Kaiser noch in das goldene Buch eingetraigen hatte, verließ er den Fri'sdh'lH und begab- sich nach Metz.
Budapest, 12. Mai. Die bevorstehende Wiener Reise Seä Ministerpräsidenten soll die Betrauung des Barons B u r t o »t oder des Botschafters in Berlin, Szögyeny, mit der Kabinettsbildung bezwecken.
Paris, 12. Mai. Die Meldung, daß fortan Düng.« eine Station der Hamburg-Amerika-Lime sein wird, wirkt hier überraschend. Lan erblickt in dieser Entschließung einen neuen Beweis, daß Dsutschland svina Handelsbeziehungen rasch zu steigern gewillt ist. (L.-A.)
Rom, 12. Mai. Nach dem heute der Kammer vom Minister Mirabello vorgelegten Flotten-Pro- g r a m m wird die italienische Flotte Ende 1909 besitzen: 13 moderne PanZer-Linienschiffe, 12 weniger moderne Panzer vom Typ der Sardegna, 14 gedeckte Schiffe älteren Typs und ebenso 6 leichtere Schiffe, 2 Aufklürungsschiffe, 27 Torchedosäger, derm- Geschwindigkeit auf 30 Knoten -berechnet werden- soll, 12 .Minenschiffe, 42 Hochsse-To-rpedoboote, 7 Torpedoboote 1. und 40 2. Klasse und- -ein Unterseeboot. (L.-A.)
Tanger, 12. Mai. Llavoria, der neue spanische Gesandte, ist hier eingetroffcn. Er beabsichtigt, in Kürze sein Be- glanbignngsschreiben dem Sultan in Fez zu überreiche»» und ihn über die spanische Politik betreffs Marokko zu »rnterrichten. Spa,lic»,s Wunsch gehe dahin, daß sich Marokko gemäß den »»euer: Admachilngen mit Frankreich entivickele.
I»6. Kaitowitz, 12. Mai. In Lublinitz »vurde vorgcsterm ein älterer Russe wegen Mädchenhandels verhaftet. Er kam iviederholt mit jungen Dtädchen über die preußische Grenze nnd betrieb den Mädchenhandel zweifellos in großen» Mahstabe. Wohin die Mädchen kamen, ist noch nicht fcstgestellt.
l»d. Budapest, 121 Mai. Ein aus dem Gebiete Budapests auS- gewiesener, übel berüchtigter Manu »vurde von eine»»» -Schatz- »na»»-»» »vegen verbotener Rückkehr festgenommen und nach der Wache gebracht. Dort zog der Fcstgenommene ein fchai-f geschliffenes Messer und st a ch es de»», Schutzmann in den Rücken, so daß dieser ans der Stelle tot zusamnienbrach. Der Mörder wurde vcr-haftet.
Nachtrag zum Frankfurter Kursbericht
3-ft
4 ..
4..
4..
1/1.7 [Reiehsajil. 1905 l/1.04IAnat.-A. (607«) 1/3.9 j Türk. Bagdb.SU 1/6,12 Mexik. 6-.-A.r.04i
vom 9.1. Kai 19tl5.
Neueste Zulassungen.
101.10
103.30
89.
94.50
47-
4.. 3 V»
5..
1/1.05; Russ. St.-A.y. 05(94.50 1/8.9 jMissoui-. Pacifio|95.70 1/2.8 MainzOM.i-1905,99.50 1/1.05 Sao Paulo E.-B.I98.10
UsLkswirtschaftLiches.
Marktberichte.
Frnchtinarkt zi» Wiesbaden von» 11. Mai. 100 Kilo Hafer 16 M. bis 16 M. 40 Pf., 100 Kilo Richtstroh 4 Dt. 80 Pf. bis 3 M. 40 Pf., 10» Kilo Heu 6 M. 40 Pf. bis 7 M. 20 Pf. A,»gefahren »raren 15 Wagen mit Frucht, 86 Wageu mit Stroh und Heu.
wettSrörenst
der Landwirtschgstsschule zu Weilburg.
Voraussichtliche Witter u n g \dt S a in S t a g, den 13. Mai 1908:
Zeitweise etwas windig »ind wolkig, tagsüber etwas kühler <rls heute.
Genaueres 'durch die Weilburg-er Wetterkarten lmonatlich 80 Pf.), welche an der Plakattafel des Tagblatt. Hauses, Lauggasse 27, täglich angeschlagen -werden.
Geschäftliches.
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Dir Ahrrrd-Air-ssndr umfaßt t‘4 §tiUn.
Leitung: W. Echulle vom BrStzk.
Lerantwortücher Redakteur für Politil und Feuilleton- W. Schulte »OM Bill— in Eonnenbers; iür den übrigen redaktionellen Teil! 6. Rbtherdt; für die Anzeigen und Reklamen: H. Larnaul: beide in Wikdbadcn.
Druck und Verla« der L Schelltuberzicheu Hof-Buchdruckerei i» ffliti ttt at
