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N».S04. _ Ak-NV-Attssabr, 1. Klatt. _ Kre«»«LlLrrrr Eagklatt. _Dienstag» A. Mai 1905. Keite s.

beflaggten Straßen. Much in den Vorstädten war alles ruhig, !ha Lic Arbeiter ihre eigenen Ordnungs-Mann­schaften gestellt hatten. Das herrliche Sommerwetter lockte Hunberttausende zu Ausflügen -mit der Eisenbahn in die Umgegend, so baß die Stabt -wie verlassen schien.

Der ruisisch-sapanilche Krieg.

Zur Sec.

Ins. London, 1. Mai. In Tokio wirb über russische Neutralitätsverletzungen erneut Beschwerde geführt. Auf den Inseln Lou und Pyramid zwischen der Kawr-anbucht und Kap W-arela hätten die Russen tagelang Kohlen ein­genommen, sowie sonstige Vorräte, ebenso in der Uha- trang-Bai.

dcl. London, 1. Mai. Die Blätter veröffentlichen eine Meldung, wonach eine Anzahl russischer Matrosen während der Anwesenheit des Geschwaders in der Kam- ranbucht desertiert sind.

Ini. Petersburg, 2. Mai. Entgegen dem halbamt­lichen Dementi wird in unterrichteten Kreisen versichert, daß dos russische Geschwader durch sieben argentinische Kriegsschiffe verstärkt worden ist. Die Schiffe sollen bereits zum ^Geschwader Roschdjeswenskys -gestoßen sein. Dadurch verfüge der Admiral über eine erdrückende Schisfszahl gegenüber den Japanern.

lul. London, 2. Mai.Moerring Leader" meldet aus Hongkong: Das Observatorium tu Kaovloon in -bex Pro­vinz Emaugsu meldet das Auftreten eines Cyklons tm chinesischen Meer zwischen >dön Inseln Luzon und Parallel. Dieser Eyklon bewegt sich irr !der Richtung der Küste von Anam und droht das Geschwader Roschdses- avrnsky zu zerstören, falls es sich auf dem Wege des Eyklvns befinden sollte.

Ir,!. London, 2. Mai. Ein Telegramm aus Peters­burg berichtet, daß energische Vorbereitungen getroffen würden, um ein neues Geschwader nach Ostasien zu ent­senden. Dasselbe soll noch im Laufe des Monats Mai iertiggestellt werden.

hd. Petersburg, 2 . Mai. Aus Guntschulin wird ge­meldet: Die Osterfeiertage sind von den ruMchen Truppen fröhlich begangen worden. Wie verlautet, haben die Japaner Belagerungsgeschütze, die von Linoke ge­kommen sind, in die Front gebracht. Man vermutet in­folgedessen, daß eine Schlacht unmittelbar bevorsteht.

* Hof- und Persoiml-Nachrichtcn. Die Hochzeit des Herzogs Eduard von 9 p t it r j mit der Prinzessin von Glücksburg findet im September ans Schloß Güicksbnrg statt. Zn dc- Feier werden das Kaiserpaar und der Köniz von England erwartet.

* Die Maifeier. Anläßlich der gestrigen Maifeier fanden in Berlin und Vororten 79 Gewcrkschafts-Ber- sammlungen statt, die meist überfüllt waren und deshalb zum Teil polizeilich abgesperrt wurden. Es gelangte eine gleichlautende Resolution des Gewer-kschastsaus- schusscs zur Annahme, in der der Achjstunidentag, Aus­dehnung des Arbciterschutzes usw. verlangt wird. Dem russischen, üm Freiheit kämpfenden Proletariat wird die vollste Sympathie ausgesprochen. Die Beteiligung an der Maifeier scheint diesmal jene des Vorjahres zu über­steigen.

* Rundschau tm Reiche. In der letzten Stadtver- ordnetensitzung Duisburgs wurde einstimmig der E i n g e m c i u d u n g s v e r t r a g w r t R u h r o r t ge- nehmigt. Die in der gleichen Zeit in Ruyrort abgehal- tcne Stadtverordueten'versam'm'lung genehniigte die Ein- gc,Windung Ruhrorts in Duisburg mit 34 gegen 8 Stimmen.

Znfammenschließung zu fördern, in den wenigen Jahren ihres Bestehens trefflich erfüllt, und der schon jetzt ge­sicherte große Erfolg des Kongresses ist ein weiteres glänzendes Zeugnis für die planmäßige Tätigkeit dieser Gesellschaft. Schon bei der Eröffnung zählte der Kongreß etwa 600 Mitglieder, eine erstaunliche Zahl, wenn man bedenkt, daß es sich um ein völlig neues Gebiet der Forschung handelt, das allerdings in eine große Zahl von Einzeldisziplinen eingreift.

Die Eröffnungssitzung fand den Festsaal bis auf den lehren Platz gefüllt. Der Reichskanzler hatte eine Ver- trctung entsandt, der Minister des Innern v. Bethmcmn- Hollweg war persönlich erschienen. Außerdem waren vertreten: das Kultusministerium durch beit Unterstaats- sekretär Weber, das Kriegsministerium durch General­arzt v. Leuthold, das Handelsministerium durch den Unterstaatssekretär Neuhaus: ferner das Lcmdwirt-

schaftsministerium, das Reichsversicherungsamt, das Reichsamt des Inneren, das Reichsgesundheitsamt, die städtischen Behörden von Berlin und Charlottenburg, die Akademie der Wissenschaften, die Universität, insbe­sondere die medizinische und philosophische Fakultät, die Technische und die Tierärztliche Hochschule durch ihre Rektoren. Von wissenschaftlichen Gesellschaften hatten die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie und die Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Chirurgie ihre Vorsitzen­den, Professor Kroenlein-Zürich und Professor v. Miku­licz-Breslau, entsandt. Prof. Wertheim-Salomonson ans Amsterdam war in seiner Eigenschaft 'als Vor­sitzender des 3. Internationalen Kongresses für Medizi­nische Elektrologie und Radiologie erschienen. Endlich hatten die verwandten ausländischen Vereinigungen Ver­treter entsandt, nämlich die British Röntgen-Society, die American Medical Association, die American Röntgen- Ray Society und die British Electro-Thevasieutic- Society. Der Vorsitzende, Professor E b e r l e i n (Tier­ärztliche Hochschule-Berlin), erinnerte in der Eröff­nungsrede zunächst daran, wie die Entdeckung der Rönt­gen-Strahlen ini Dezember 1895 gleich einer Wunder­mär die ganze Welt durcheilt habe und mit einer sonst ganz ungewöhnlichen Schnelligkeit in alle Volksklassen gedrungen sei. Es wurden damals sehr bald von allen Seiten Wünsche und Hoffnungen laut, deren Verwirk- Lichung kauM evwavtst werden konnte unb tzikveise wohl

Aus Oldenburger amtlicher Quelle wird gemeldet: Minister Ruhstrat dementiert die von Berliner Blät­tern gebrachte Meldung über ein von ihm eingereichtes und vom Großherzog abgelehntes Domifsionsgesuch. Der Minister denkt nicht daran, zu demissio­niere n.

Ausland.

* Belgien. Die Maifeier in Brüssel bestand aus einem Umzug einer Anzahl Feiernde», der in aller Ruhe verlies. In Lüttich nähmen an dem Umzüge zirka 1500 Personen teil mit 50 Fahnen, mehreren Musikkorps, so­wie einem Wagen, der die Arbeit als Beherrscherin der Welt darstellt. An der Spitze des Zuges marschierten die Abgeordneten. Nach dem Umzug fanden mehrere Versammlungen statt. Auch in Charlcroi wurde der 1. Mai in gleicher Weise gefeiert.

* Frankreich. In politischen Kreisen wird die Tat­sache viel besprochen, daß Delcassä sich vorgestern sofort nach Eintreffen des Präsidenten Loubet ins Elysee begab. Man glaubt, daß Loubet sich nur sofort über die marokka­nische Lage informieren wollte. Andererseits wird aber auch vermutet, daß Delcassä, der nach allgemeiner Ansicht doch noch seine Demission geben will, aus diesem Grunde im Elysee empfangen würde.

Der frühere Kabinettschef Co mb es hielt anläßlich der Einweihung einer Brücke in Beillaut eine längere politische Rede, worin er erklärte, daß er das Kabinett so lange unterstützen -werde, als es mit der Linken regiere und seine jetzige Politik fortsetze. Combes kam alsdann ans das Trennungsgesetz zu sprechen und forderte alle Republikaner auf, dem Trenuungsgesetz die weitgehend­sten Konzessionen zu machen. Combes drückte ferner die Ansicht ans, daß das Gesetz dem Senat in einem Monat, zu Wiederbeginn der Tagung, unterbreitet werden müsse, weil die Feinde jede Gelegenheit rvahrnehmen, um das Scheitern der Vorlage herbeizuführen.

Trupps von Sozialisten durchzogen die Straßen von Toulon und reranlaßten die Schließung der G:- schäste. Die Manifestanteil zogen zum Arsenal und mitz- handelten dort die Arbeiter, die sich nicht an -der Maiseier beteiligten.

Der Untersuchungsrichter Chäne Benoit hat, ent­sprechend sein Anträge der Staatsanwaltschaft, die Haupt- leute Tamburini und Volpert wegen der mehreren Offi­zieren gemachten Komplottvorschläge und die übrigen Beschuldigten, Bunot, Hansen, Vrinat und Meyer wegen unerlaubten Besitzes von Geivchrpatroncn vor das Zucht- poli-zeigericht zu stellen beschlossen.

Aus Stadt und Land.

Wiesbaden, 2 M ai.

Sind Erkältungskrankheiten zu verhüten?

Diese Frage ist aktuell geworden, denn Lei weitem mähr als zu Großvaters Zeiten nehmen die Erkran>kungeu dieser Art das Interesse der medizinischen Welt heutigen Tages in Anspruch. Man wird kaum fehl-gehcn, wenn man annimlmt, daß ein Drittel, bisweilen nahochl die Hälfte der ganzen ärztlichen Klientel an krankhaften Störungen laboriert, die ausschließlich oder doch vor­wiegend aus Evkältungen zurückzuführen sind. Vom simplen Schnupfen bis zur heftigsten Pneumonie, vom Mageü-Dar'mkatarrl, an bis zum akuten Rhcumatis- mius alles Erkältung und wieder Erkältung! Der eine Hai sic von zu kaltem Trinken, ein anderer durch plötzlichen Temperatürwechsel, der dritte, wenn er sich Haare und Bart abnehmen läßt, und ein vierter, wenn er einmal vergaß, die Nachtmütze aufzusetzen oder sein Shawltuch vorziMndcn. Es gibt solche Gelegenhcits-

anch unmöglich war. Röntgen selbst ließ die Frage der praktischen Verwertung für Medizin und Technik uner- örtert, gab aber in mustergültiger Weise die physikalischen Grundlagen für die weiteren Arbeiten und namentlich bezüglich der photographischen Eigenschaften der Strahlen und ihrer Verwertung. Ärzte, Naturforscher und Techniker bemächtigten sich -des neuen Untersiichungs- mittels mit dem größten Eifer, dem es gelang, die zu­nächst durchaus nicht geringen Schwierigkeiten mit seltener Schnelligkeit und Energie zu überwinden. Das Hauptinstrument der Röntgenforschung, die sogenannte Röntgenröhre, hat in dem noch nicht vollendeten Jahr­zehnt, das seit ihren Anfängen verflossen ist, eine wiche Entwicklung erfahren, daß heute die ältesten Röhren fast wie ein Spielzeug erscheinen. Bald wurden so die Rönt­gen-Strahlen zu einem unentbehrlichen Hülfsmittcl bei vielen Forschungen, aber man mußte auch gleich in der ersten Zeit ihre zerstörenden Wirkungen kennen lernen. Machten diese es notwendig, besondere Schutzmaßrsgeln gegen die Einwirkung der Strahlen auf den menschlichen Körper zu erdenken und einzuführen, so ergab sich doch gleichzeitig ein Vorteil, indem durch die Bestrahlung kranker Gcwebsteile wesentliche Ergebnisse in der Besse­rung und Heilung von Hautkrankheiten erzielt wurden. Tie Industrie wußte auch für sich manchen Nutzen aus der Anwendung der unsichtbaren Strahlen zu ziehen, die ihr ein ganz neues Minel an die Hand gaben, in die Zusammensetzung von Rohstoffen hineinzuleuchten, ihre etwaigen Mängel aufzudecken und Echtes von Unechtem zu unterscheiden. So knüpfte sich an diese Entdeckung eine gewaltige Summe von Erfolgen. Röntgen selbst hatte die Strahlen bescheidentlich mit dem unbestimmten Namen der X-Strahlen belegt. Es fand aber allge­meinen Beifall, als Professor Kocllickcr 1896 in einem Vortrag vor der Physikalisch-Medizinischen Gesellschaft in Würzburg vorschlug, sie zu Ehren des Entdeckers Rönt­gen-Strahlen zu taufen. Es war die Absicht der Rönt­gen-Vereinigung, mit diesem Kongreß eine Huldigung für den berühmten Forscher zu verbinden, dem die Grund­lage all dieser Errungenschaften zu verdanken gewesen ist, und sie lud Professor Röntgen als ihren Ehrengast ein. Es hat der Bescheidenheit des Gelehrten jedoch wider­strebt, diese Ovation persönlich eistgegenzunehmen, und er ist daher dem Kongreß ferngeblieben. Der Ausdruck

Ursachen noch mehr, indes sie sind nebensächlich. Be, kanntermaßen wsilfen zahlreiche JndiviDuen eine gaNz besondere Neigung (Prädispositivn) für Erkältungen aus, so daß ihnen oft schon geringere Schwankungen der Temperatur Katarrhe und dergl. wiederbringen. Zu­meist handelt es sich allerdings üm blutarme, nervös« und solche Personen, die es in der Verweichlichung ihres Körpers ausnehmend weit gebracht haben. Zweifellos treibt hier die durchaus irrige, leider oft von Ärzten noch unterstützte Annahme, baß frische Lust dem kranken oder schwächlichen Organismus scheiden könne, recht son­derbare Blüten und hat wähl manchem nach uNd nach die verkehrte Überzeugung beigböracht, daß dasWarm- yalien" den besten und eiuizigen Schutz vor Evkältung mid deren Folgen biete. Dom ist nun freilich nicht so; aber ängstlichen Gämütern se'i gesagt: es existiert ein wirklicher Schutz vor Erkältungen, mithin auch vor EvkältungstraNthciten, der aber nicht in der Verweich­lichung und dem möglichst hermetischen Abschluß vor Luft und Außentemperatur, sondern in vernünf­tiger Abhärtung des Körpers zu suchen ist. Es ist schwieriger, als es scheint, für die krankhafte Störung des Stoffwechsels, die wir Erkältung nennen, eine physiologisch richtige Erklärung zu geben. Bei Tieren, z. B. einem Hund, den man nach starLem Erhitzen in kaltes Wasser warf, das er durchsetzte, war es nicht möglich, eine Erkältung herbeizUführen. Das­selbe negative Resultat haben andere ähnliche Experi­mente ergeben. Daraus wäre mithin nur zu erkennen, wie widerstandsfähig der tierische Organismus ist. Das Zustandekommen einer Erkältung im Organismius des Mestschen dürfte etwa von folgendem abhängig sein: Die Disposition dazu ist bei den meisten stets vorhanden, weil ihre Haut dermaßen schlecht funktioniert, daß sie sich plötzlichen Temperaturschwankungen nicht oder nur ungenügend anzupassen vermag, das Blut außerdem mit krankhaften Stoffen verschiedener Art (Toxine) ge­schwängert ist, welche dem Entstehen von Evkältungs- kranlkheiten ungemein Vorschub leisten. Jnfolg-edeffen genügt ein Kältereiz von kürzerer Dauer schon, um eine Stockung des Stoffwechsels hervorzürNfen. lJnte-nsivere und laug anhaltende Abkühlungen des Körpers webden natürlicherweise entsprechend schwerere Erscheinungen tm Gäfol-ge haben. Als stärkste Erkältung ist das Er­frieren bezeichnen. Im Haushalt unseres OrganiAmus spielt die Wärme eine eminent wichtige Rolle: je besser sie reguliert wind, um so sicherer sind wir geschützt vor Erkältungen. Hierfür erforderlich sind aber wieder eine hinreichende Wärme-Erzeugung durch Verdauung, Respiration und mechanische Müskeltätigkcit, die sich in Wärme umsetzt, einerseits und eine güt funktionierende Hcklrt andererseits. Der letzteren gerade! liegt die wichtige Ausgabe der Regulierung der Körper­wärme ob und deshalb bildet sie in gesundheitlicher wie in pathologischer Beziehung ein überaus wichtiges^ Organ, welches größte Beachtung fordert. Unter nor» malen Verhältnissen ist die Wärmebikdung im Körper eine sehr beträchtliche, man schätzt sie bei einem Er­wachsenen z. B. ans etwa 80 000 Calorien pro Tag, ein Quantum, welches genügen würde, 80 Liter Wasser auf IM Grad zu erhitzen. Dieser WärmereichtuM bedingt eine gleichzeitige Abgabe derselben an die Anßen- temveratur: sie erfolgt in der Hauptsache durch die Aus- strahliliig, in zweiter Hinsicht durch Leitung und schließ, lich noch durch Verdunstung. Als starken Wärmeleiter unserenr Körper gegenüber kennen wir das Wasser, als weniger starken die Luft: daher kommt cs auch, daß uns eine bestimmte Temperatur des Wassers kalt erscheint und uns frieren macht, die wir in der Luft noch ganz behag­lich finden. Man muß annehmen, daß bei den zu Er- kältüngen stark hinneigenden Individuen die der Vlut- gefätz-Bewegnng vorstehenden (vasoMvtvrischen) Nerven

der Verehrung mußte sich daher mit der olbsendung eines Telegramms mit folgendem Wortlaut begnügen:Die zur Eröffnu',^:-ieier versammelten Teilnehmer des Röntgen-Kongresses in Berlin haben soeben dem genialen Forscher und Entdecker der Röntgen-Strahlen ehrerbietigs und begeisterte Huldigungen dargebracht." Der Vor­schlag zur Absen'dnng dieser Depesche wurde von der Ver- samrnlnng mit lebhaftem- Beifall entgegengen ommen, desgleichen ein zweites Telegramm an Excellenz v. Berg­mann, den Ehrenvorsitzenden, der leider durch eine Er­krankung zu einem Aufenthalt im '-Silben gezwungen ist. Nachdem der Vorsitzende noch die Vertreter der Behörden und der wissenschaftlichen Gesellschaften willkommen ge­heißen hatte, erklärte er den Kongreß für eröffnst.

An zweiter Stelle ergriff llnterftaatssekretäL Weber als Vertreter des Kultusministers das Wort, um die lebhafteste Anteilnahme der Preußischen llnter- richtsverwaltnng an der Berufung und an den Verhand­lungen des Kongresses hervorzuh-eben. Auch er bedauert ei -ausdrücklich, daß Röntgen selbst sich den ihm zuged-achten Ehrungen aus bescheidener Zurückhaltung entzogen habe« Der Strahl, der vor 10 Jahren aus dem Würzburger Laboratorium hervorg-egangen sei, habe in wunderba-rev Weise die -Welt erhellt und sogar eine neue MöglichkS't gewährt, dem Ilrvroblem der Naturwissenschaft, dem Weien dqr Materie, näher zu kommen. Als das Wich­tigste aber habe sich die -medizinische Tragweite der Ent- deckung bewährt. Das erste Röntgeubild, jene Küochen- hand, deren Anblick damals jeden mit Staunen und einem gewissen Schauder erfüllt habe, habe als Wegweiser gedient -und -als Pfadfinder nicht nur z-um Sitz der Krankheiten, sondern auch zu neuen Heilverfahren. Auf- keinenr Gebiet der modernen Technik seien in -kurzer Zeit so viele Konstruktionen entstanden wie zur Verbesserung und Vervollständigung der Röntgen-Apparate. Es sei ein besonderes Verdienst der Berliner Röntgen-Ver­einigung gewesen, für dies Gewirr ein Zentrum zum Ausgleich der Erfahrungen und zur gegenseitigen Be­fruchtung der Arbeiten geschaffen zu haben. Nach- dem noch Di'. Leonard aus Philadelphia im Namen der ausländischen Gesellschaften gesprochen hatte, hielt Dr. Jmmelman n - Berlin einen einführenden Vor­trag über die Entwickelung der Röntgen-Untersuchungen auf medizinischem Gebiet. An der Hanid einer -großen