N-. 198.
Msrgerr-Arrsgade. 1. Blatt.
Wissdadsner TrrgbLE.
Dsttricvstag. 27 . Aprk' 1905.
fr»«? 3.
größten Mehrzugang wiesen Schlesien mit 4564,0 Hektar darunter i486,2 Hektar Wald, unid 101371,42 M., dem -rächst Ostpreußen mit 3315,3 Hektar, darunter 1340,-. Wald, und 20 332,80 M. Grundstouer-Rcinertrag, den bädeutendsteu Mehrabgang Posen mit 14196,4 Hdktar, darunter 12 888,7 Hektar Wald, und 14109,81 "M., hier auf BrandenVurg mit 2728,1 Hektar, darunter 1173,0 Heiktar Wald, und 17710,88 M., smvic Sachsen mit 2830,0 Hektar, darunter 1400,0 Hektar Wald, und 42 460,08 M. Grundst-euer-Reinertrag ans. 'Int ganzen stieg also vis Ende 1803 die Zahl der MnlkoMMisse au' 1182 unid ihr Grun'dste uerstsieiN-ertrag aus 27 291 519,68 Mark, d. i. 6.1 v. H. desjenigen des gesamten Staates, wogegen die FtdeiloMmiß-Gesämtfläche aus 2197118/ Hektar, d. i. 6,3 v. H. des StaatAitMsanges, und dt Ftdetkommiß-Waldungen ans 1014 004,8 Hektar, d. i 2,9 v. H. der Staatsfläche, 12,3 v. H. der ganzen Wald 4lache im Staate und 46,2 v. H. der gesamten Fideikom mißsläche, sanken.
* Eine internationale wirtschastliche Konferenz zur
Beratung gemeinsamer Interessen am Warenaustausch der verschiedenen Länder und zur Beseitigung von Hemmnissen des internationalen Verkehrs findet am 18. Und 10. Mat in Berlin im Preußischen Abgeordnetenhans statt. Die Veranstaltung geht ans vom Haudelsver- tragsverein. Es beteiligen sich hervorragende Körper- schäften aus Österreich, Ungarn, Deutschland, Italien, Schweiz, Belgien, den Niederlanden, Frankreich, England, Dänemark, Schweden, Rußland, der Amerikanischen Uttivn. Die Tagesordnung der Beratungen umfaßt: 1- Besteuerung von Ge s chä fts reis enden, Agenten und Kommissionären, Zollbehandlung von Retourwaren, Warenproben, Reklamedrucksachon, Emballagen. Referate: Perband reisender Kaufleute Deutschlands, Ungarischer Mnfmünnischer Landesverband. 2. Rechtsverfolgung bei Prozessen zwischen Firmen verschliedcner Nationalität. Referate: Deutsche Handelskammer zu Brüssel, Un
garischer kaufmännischer Landesverband. 8. Vereinheitlichung der Autzenhandels-Siatiftik zur Erhöhung internationaler Vergleichbarkeit. Referat: Niederöster
reichischer Gewerbe verein. 4. Beziehungen zwischen Grachttarispolitik und Zollpolitik. 5. Begründung einer periodischen internationalen Konferenz (Kongreß) zur Beratung von Angelegenheiten des internationalen Ge- schäftSverkehrs. Referat: Deutscher Handelsvertrags- Verein.
Virnnrhtziuig der Hnndeislinmiiirr.
c>. Wiesbaden, 26. April.
Die heutige 122. Plenartsitzung der HandcWammer ist eine Festsitzung in doppelter Beziehung, sie gilt dktm 40jährigen Bestehen unid der Weihe des eigenen Ha'uises, Adelh-äListraßc 18. Mit den Mitglieidern Ser Kammer haben sich in dem mit der Kaiserbüste, den Porträts der ersten Präsidenten Dilthcy, Glaser, Lotichms «Nid Koepp, sowie BlattpflaNUn geschmückten Sttznngs- saale folgende Ehrengäste ciugesnndeu: ^Oberregiernngs- r«t v. Wzycki, Retzievungsrat Dr. Seidel, Polizeipräsident v. Schenck, Landrat v. Hertzberg, LaiKeshaupt- «Ann Sartorius, Landesbani-direttor Keßler, Ober- blirgcrrne'tstcr Dr. v. Jbell, Städtvervrdnetcnuorsteher Geh. Sänitätsrat Dr. Pagenstecher, Laitdgerich.tÄpräsideiit Mencke, Erster Staatsanioalt Sagen, TelegraphendirÄtor Frosch, Reichsbank-Direktor Meyer, O'bersteuer-Jrtspektor Baehr, Bidbrich und Landtags- und RcichötagK-iMgeord- «eter Bartling. ... , ^ ,
Zur Eröffnung btt Sitzung l>ä 11 ^ ön' Prag de nt, Herr Koisimerzienrat F ehr-Flach eine längere Ansprache, worin er etwa folgendes ausführte:
. , Die Heutige Feier gilt der Tatsache des vierzig)iihriae.l Bestens der Kammer und dem Einzug in das eigene Heim der vandelskamnier. Wenn diese Doppelfeier an s,ch von besonderer dsidentung für linieren Handel und unsere Fodnftric ist, io wird °uselüe noch eindrucksvoller durch die Anwesenheit hoher Beamter .sr Königl. Regierung, sowie erster Vertreter der Verivaltnngc»
Korporationen, mit denen die Handelskamincr in engen ?e,gehungert zu stehen pflegt. Redner begrüßt diese Herren und ^Mrt denselben für ihr Erscheinen. Mit besonderer verende begrüßte er auch die Kaufleute und Industriellen, welche als Wahl
berechtigte erschienen waren. Redner ging dann des näheren auf die Entstehung und Tätigkeit der Kammer ein, wie sie an anderer Stelle geschildert wird. Besonderes Interesse erweckten die Mitteilungen des Redners über einige wirtschaftlichen Erscheinungen Und den Fortschritt, den wir in unserem Bezirk seit 40 Jahren gemacht Haben. Wie überall in Deutschland, so zeigt sich auch in unserem Bezirk in seinem heutigen Umfang die starke Entwicklung zunächst in einer beträchtlichen Zunahme der Bevölkerung. Tic Einwohnerzahl stieg von Ende 1867 bis Endo 1600 von 199 095 um 200 000 auf 309 408, also um 55 Proz.. während in Deutschland die Bevölkerung von 1871 bis 1900 um 87,3 Proz. zunahm. Sljit stärksten zugenommen hat die Bevölkerung iin Kreise Höchst a. M., die sich um 160 Proz. vermehrte, die der Stadt Wiesbaden, die sich nahezu um 300 Proz. vermehrte, die des Kreises Wiesbaden-Land, die sich um 80 Proz. vermehrte, während die Kreise Usingen, Langenschwalbach tir der Bcvölkc- rnnqSziffer fast stehen geblieben sind. In viel erheblicherem Maße aber als die Bevölkerung selbst stieg deren Arbeitsleistung, deren Einkommen und deren Verbrauch. Ein Maßstab der Arbeitsleistung und des Verbrauchs sind die Berkehrsanstalten. Leider find für dieselben nicht vollständige und gleichmäßige statistische Erhebungen vorhanden. Was den Postverkehr anlangt, so möchte ich Ihnen für denselben folgendeAngaben machen: In unserem Bezirk gingen ein im Jahre 1869 2 428 689 Briefe ohne Wertangabe im Jahre 1904 29 962 442 einschließlich Postkarten und Drucksachen. Die Zahl der aufgcgcbenen Briefe war im Jahre 1876 3 482 284, im Jahre 1904 26 789 960. Die Zahl der aufgcgcbenen Telegramme betrug 1869 47 762, im Jahre 1901 806 005. Die Zahl der angekoimneneil Telegramme betrug 1889 47 401, im Jahre 1904 802 042. Die Zahl der eingcgangenen Pakete ohne Wertangabe betrug 1869 120 950, im Jahre 1904 1 588 506. Die Einnahmen der Postanstaltcn stiegen von 299 337 Mark im Jahre 1869 ans 8 828 846 Bi. im Jahre 4884. Man kann also sagen, daß sich der Pvstvcrkehr im Bezirk in diesen 40 Jahren mehr als verzehnfacht hat. Dazu tritt noch in dem letzten Jahrzehnt die ungehenre Entwicklung des Fernsprechverkehrs. Für den Eisenbahnverkehr stehen leider nicht so sichere und cinheit- ltche Zahlen zür Verfügung wie für den Postverkehr, weil früher zwei Eisenbahnverwaltungen im Bezirk vorhanden waren und die statistischen Erhebungen im Laufe der Jahre in den Methoden wechselten. Die Zahl der Stationen hat sich seit 1885 vervielfacht, die Zahl der beförderten Personen, die Menge der aufgegebencn und empfangenen Güter ebenfalls. Im Jahre 1882 betrug die Zahl der ans den Stationen des Bezirks abgesertigten Personen etwa 2 129 975, Im Jahre 1904 über 4 Millionen. Ter Gesamtverkehr in den Rheinhäfen des Bezirks Biebrich, Schierstein,, Rüdcsheim betrug im Jahre 1874 etwa 22 000 Tonnen, im Jahre 1904 224 000 Tonnen, doch ist derselbe nicht gleichmäßig gestiegen, hat mannigfache große Schwankungen erlebt. Redner erwähnte noch, daß sich der gesamte Wechselverkehr der Reichsbankstollen des Bezirks von 6 715 900 M. im Jahre 1877 auf 56 084 200 M. im Jahre 1804 gehoben, daß die Einnahmen aus der Erbschaftssteuer von 56 046 M. 47 Pf. im Jahre 1874 auf 861 709 M. 50 Pf. im Jahre 1904, die aus Zöllen von 190 820 M. 91 Pf. im Jahre 1875 auf 1256 357 M. 75 Pf. im Jahre 1904 stiegen. Endlich dürfte cS noch interessieren zu hören, daß die Zahl Ser Ein- kommenstcnertrüger im Bezirk sich von 28 785 im Jahre 1892/93 ans 49 505 für das Jahr 1904/05, die veranlagte Stenersnmmc von 1 978 700 Ar.- in 1892/98 auf 8 510 065 M. in 1904/05 sich gehoben Hai. Diese wenigen Zahlen, fährt Redner fort, lassen erkennen, welche nngemcin großen wirtschaftlichen Fortschritte wir unter der preußischen Verwaltung gemacht haben. Ein bescheidenes Maß des Verdienstes um den Fortschritt darf wohl auch die Handelskammer für sich in Anspruch nehme», insofern als sie zur Förderung der Gewerbe als Vertreterin der Interessen der Handel- und Gewerbetreibenden des Bezirks mit Anregungen tun Lerbefsernngen an die verschiedenen VerwalinngSzweige sowie, wenn notwendig, an die gesetzgebenden Faktoren herantrat. Ich darf hier wohl mit Genugtuung hevvorhebcu, daß unsere stets maßvoll vertretenen Wünsche allezeit eine freundliche Aufnahme bei de». Staatsverwaltungen gesunden haben. Wen» wir mit unseren Wünschen manchmal der Zeit weit voraus eilten, d. h. wenn wir manchmal ans die Erfüllung länger warten mußten, so wollen wir dies gerne höheren allgemeinen Rücksichten zitschreiben, aber die Befriedigung, die der Rückblick auf den znrückgelegte» Weg iit uns weckt, gibt uns die Hoffnniig, die Zuversicht, daß auch die kommenden Jahre uns Gutes bringen werden. Wen» wir dabei das Bei spreche» geben, daß wir auch in Zukunft unsere Pflicht, dem öffentlichen Wohl zu dienen, erfüllen wollen, baß wir allezeit bereit sein werdeit, durch unsere Erfahrungen jede Verwaltung zu unterstütze», die der wirtschaftlichen Förderung unseres Bezirks dient, so verknüpfen wir damit die Bitte an die hohenBchördc», auch inZnknnft unscrenWünschen Wohlwollen entgegen zu bringen.
J'm Anschlüsse hieran beglückwttitschteit Herr Ober- reg'icrüngsrat v. Gizycki die Kämmer namens des Herrn Regierungspräsidenten und der Kgl. Regieruiig und Herr Oberbürgermeister Dr. v. Jbell Namens der städtischen Verwaltung.
Dein Festakte zur Feier des 40jährigen Jubiläums und der Einweihung des eigenen Kammergebäudes folgte eine Besichtigung des praktisch und schön eingerichteten Hauses und dieser die g e s H ä s t l i che Sitz« n g , an welcher unter dein Vorsitze des Herrn Kommerzienrats Feh r-F lach die folgenden KainmcrmitglieÜer teil-
Nühmeu: L. D. I u n g - Wiesbaden, Kommerzienrat H n M mel - Hochheiin, D i räktor Breuer - Höchst, C. H. SchuItz - Rsidesheim, B o r n-Usingen, W ö l l e r» LangeNfHwalbach, E. Engel- Wiesbaden, C. W. PothZ-,Wiesbaden, H. Häfs »er-Wiesbaden, S. H e y m a n n - Wiesbaden, Kommerzienrat E. Dycker- h o f f - Biebrich, B ettelhä u s e r - B iebrich, Schür» m a n n - Biebrich und der Syndikus Dr. M erbot.
Der Vorsitzende begrüßt das zum erstenmale im eigenen Heim versammelte Kollegium und heißt ins- besondere das neu gewählte Mitglied, Herrn Fabrikanten Bettelhäuser, miMommen in der Hoffnung, daß derselbe mit seiner reichen Erfahrung der Kämmer nach besten Kräften an die Hand gehen merde, was Herr Bettelhäuser gerne züsagt.
Bei der in B ieb r t ch am 14. Mürz vorgenommenen E r s a tz w a h l ist Herr Direktor Fr. Bettelhäuser znm Mitglied der HaNdelKkammer für 3 Fahre gewählt worden. Vorbehaltlich etwa noch erfolgender Einsprüche llviöd die Wahl für gültig erklärt. — Die Ersatzwahl in Rltdcshe'im soll bis Ende des Jahres verfchobeli werden, da die Wahl nur für ein Fahr Gliltigkeit häben würde. — Die stlechnung für das Fahr 1903/04 ist fertiggestellt. Sie schließt mit 26 288.97 M. Einnahme und 16 866.71 M. Ausgabe ab. Der Uberschuß, sowie der Erlös aus Verlaus von Wertpapieren hat für Anlauf des Hanfes unv die Kästen des Umbaues Veriwcu'dung gefunden. Der größere Teil der Bänrechnnngen ist noch nicht geprüft und daher noch nicht beglichen.
Äiachdem durch die Allgemeine Verfügung des Herrn J'itstitzintinisters vom 11. Mävz 1905 vom i. Juli' 1005 ab die Zahl der stellvertretenden Handelsrichter ans 4 erhöht ist, kann aus der Zahl der in der Jähres- ltste für 1905 zu Stellvertretern vvrgeschlagencn Personen eine Wahl nicht getroffen werden. I« Gemäßheit des Z 10 der Allgemeinen Versügirng vom 10. Dezember 1908 (I. M. Bl. S. 293) ersucht der Präsident des KöNigl. Landgerichts um eine Ergänzung der Vorschläge.
Anzahl der vorzuschlageindcii Personen ist ans 10 eöhüht woödeu. Im dienstlichen Interesse ist es Wün- schenÄwert, daß die zu stellvertretenden Handelsrichtern in Aufsicht genommenen Personen ihren Wohnsitz in Wiesbaden haben. Es wird beschlossen, die Evgäntzungs- voüschläge zu machen irnd' die alten JahreAoorschlägc zu wiederholen, rat ganzen also 10 Vorschläge zu machen.
Der Vorschlag der Handelskammer, die durch Anstellung des RÄtors Wever als Leiter der kaus- m 8 n n i s ch e n Fortb i l d u n g s s ch u l e entstandenen Mehräus'gäben von etwa 3000 M. durch Erhöhung des THulgeldes> aNfznbringcn, hat nicht die Zustimmung des Magistrats gefunden. Der Magistrat besteht darauf, daß die Handelskammer auch trotz der A'blchnung des Antrags, das Schulgeld zu erhöhen, ein Drittel des Defizits der Schule decken müsse. Er würde es tonst lebhaft bedauern, ivenn die Händelslämmer durch teilweise Verfügung der notwendigen finanziellen Nnter- stützung der Schule ihn in die Lage versetzen würde, den Verzicht ans die Mitwirkung der Handelskammer bei der Schule überhäupt in Erwägung ziehen zu müssen. De!m Magistrat ist geairtwvrtet worden, daß die Hanidels- karnmer an ihrem Beschlüsse s>e,Malten müsse, daß sie zu den durch Anstellung des Rektors Wever entstandenen Mehrkosten der Schule nicht beitragen könne. Für 1903/04 hat die kaufinänirische Fortbildungsschule ein Defizit voll 4638.69 M. aufzNweisen. Die Stadt hat bereits bei der Handelskammer einen Zuschuss von 1548.23 M. angefordert. Das Kollegium stellt sich mit Herril L. D. Jüng auf den Standpnult, daß die Ziele der Schule entschieden zu weit gesteckt sind, das Material der Schüler gar nicht im stände ist zu folgen itiid leichter verbildet als gebildet werden kann. Herr J'nng bemerkt noch, daß Herr Schulinfpoktor Müller derselben Ilitsicht ist und äns diesem Grunde auch verschiedene Lehrer von dem Unterricht zurücktreten wollten. Das Kollegium billigt den oben erwähnten Beschluß des Aus- schussesniNd ninnscht, daß die Delogierten im Vorstand der Schule, die Herren L. D. Jung und I)r. Merbot,
k^MnzüWirken. Sie war ein Hindernis für die Frauen U'-td tyrannisierte die Ntanner, und oft erhoben sie da- her hie Fahne der Gmpörnng. „Die Krinollnc mag Etagen, wer will", schloß sie, „ich daitkei" und nun Kören wir die möderne Schöne! Pille, sorcl niese Entrüstung durchaus nicht, sie hat die Krinoline zwar nicht gekannt, aber sie glaubt, daß sie gut steht und vet- süh re risch wirkt. „Ich liebe das 18. Jahrhundert , versicherte sie. „Es ist die einzige Epoche, in der man die Arail in ihrem Werte recht zü schätzen wusste, ^ in der nian wirklich sich der Ästhetik der weliblichen Tvrlette be- >»nßt war. Im 18. Jahrhundert trug man Päwcrs, »nid was ist die Krinoline anlders als die Erneuerung dieser Mode? Ich glaube, daß nur sehr weite Kleider kiraziös sind. Sie verfeinern die Büste, machen die Taille biegsam und erlauben schöne Bewegungen. Nalur- iich darf die Krinoline nicht genau so getragen werden wie unter dem Kaiserreich, sie Muß sich den molSernen Forderungen anpaffen. Und dann gibt es überhaupt keine häßlichen Moden für solche, die sie »» tragen wisse,,". Do steht es also. Die möderiierl _ P»ioer schönen haben augenscheinlich nicht geringe Lnft es mit k'er Krinoline zu versuchen. Ob da der Protest der alteren Damen viel helfen wird?
* Klassische Bücher in England. Bon dem Umsatz, ben die billigen Neitdrncke klassischer Werke m England finden, erzählt Josef Shaylor in einem Aussatz des "Eornihill Magazine". Darnach hat die „Rationalst Preß", die wissenschaftliche Werke in Volksausgaben verbleitet, von Säckels „Welträtses" mehr als 100 000 Exem- sie veröffentlichte auch Hauptiw'er'ke -L.ar- wins, Spencers, Mills, Kstrleys und setzte über eine Million Exemplare ab. Bücher, welche religiöse Fragen Mhairdeln, finden nicht mehr sehr viele Leser in Eng- ian'd, abgesehen von so berühmten Werkelt, w>ie Thomas' v Keinpis „Nachfolge Christi", Augustilts „'Konfessivnen" °öer Mare Aurels „SeWstbetrachtungen". Am meisten »evkaust wird Shakespeare. Eine einzige Ausgabe, der Temple-iShakespeare, wird jährlich in 250 000 Exemplaren
abgesetzt, von denen allerdings wohl 100 000 nach Amerika gehen. Bon anderen vielgÄauften Ausgaben führt Her Autor auch noch etwa zivanzig an. Es ist merkwürdig, daß eilte Zeit lang neben dem größten englischen Dichter ein persischer Poet in England am meisten gekauft wurde. War es die pessimistisch angehauchte Lebcnsphilo- sv'phie, die graziöse Spruchiweisheit, die dem „Rübajat" von Omar CyijaM in England jenen rätselhaften Erfolg in der Übertragung von Fitz Gerald sicherte, während bei uns die viel frühere vorzügliche Verdeutschung des Grafen Schack fast unbeachtet blich? Jedenfalls hat sich das Buch noch heute in unverminderter Gunst des Publikums erhalten. Von Dantes „göttlicher Komödie" sind allein in der Ausgabe der Temple-Clafsics 20 000 Exemplare vertäust wo öden.
T. Verschiedene Arte« von Fnßschmerzeu. Die Klagen über Schmerzen in den Füßen sind so häufig und können oft so wenig begründet werden, daß es dem Arzt schwer fällt, ihre Entstehung anfzuklärcn und die richtige Abhülfe zu finde». Gewöhnlich denken die Leute an Rheumatismus und, wenn sie alt genug dazu find, an Gickst, und unternehmen es wohl gar, ans eigene Faust Heilung in irgend einer Art der Behandlung oder in Bädern zu suchen. Dr. Jdelsohn aus Riga weilst in der „Petersburger Medizinischen Wochenschrift" darauf hin, daß sich ganz sicher eine nicht geringe Zahl von Kranken eine kostspielige Badereise hätten ersparen können, da eine gründlichere Untersuchung über die Ursache der Schmerzen die Nutzlösigkeit der betreffenden Kur und die Notwendigkeit einer anderen Behandlung ergeben hätte. Der genannte Arzt hat feine Erfahrungen während einer Reihe von Jahren in dem bekannten liv- ländtschen Badeort Kemmern gesammelt, dessen Schwefel- gnellen namentlich gegen Gicht und Rheitmarismus benutzt werden. Daraufhin bespricht er verschiedene Arten voll Fnßschmerzen, wobei er jedoch solche ausscheidet, die ohne Zweifel mit örtlichen Erkrankungen der Knochen oder Gelenke, mit Geschwülsten im Becken oder im sttückenmark, sowie mit Rückenmarksschwindsucht oder RückenmarkSentzündung zusammenhängen. Die unteren Extremitäten nehmen als Körperteile eine gewisse Son
derstellung ein, die ihre Neigung zu gewissen Erkran- kungen erklärlich erscheinen läßt. Sic müssen die schwerste Arbeit verrichten und sind den Einflüssen des Wetters am meisten ausgesetzt. Vor allem stehen sie aber unt-r den ungünstigsten Bedingungen mit Rücksicht auf den -äslekreislaus, einmal wegen der weiten Entfernung von ldefsen^Zentrnm und ferner wegen der Gegenwirkung der Schwerkraft, die zu Stauungen in den Adern führen kann. Endlich wirkt auch die Macht der Mode noch oft dazu mit, den Steinen ihre harte Arbeitsleistung zu erschweren. Dr. Jdelsohn bespricht im ganzen 188 Falle, n: denen er wegen Fus;sch>mcrzdn zu Rate gezogen w'urde. Die häufigste Erkrankung war die Ischias, näm- l«- »st oh aller Fälle. Unter diesen Kranken waren 32 Männer und 21 Frauen im Alter zwischen 18 und ,6 Jahren. Die Erkrankung fand sich 21mal auf der unö aus öei-' linken
Ischias ist dem Arzt überhaupt nie vorgekommen Die Erschetnungeii dieser Krankheit sind leider sehr bekannt, -^ie äußern sich hauptsächlich in Schmerzen dein- Strecken des in, Hüftgelenk gebogenen Beines und Ätachlassen der schmerzen bei der Beugung des Kniegelenkes, Ver- schlunmernng während der Nacht, schmerzhafte Nückwir- knng des Riesens und Hustens nsw^. In der Häufigkeit kommt der Ischias am nächsten die Entzündung und Verkalkung der Adern (Arteriosklerose) an den Füßen Das äußere Merkmal dieses Leidens ist zeistveillaes Hiulcu. Es kann an den Flitzen häufig ganz unab- hangig von aiu-eren Körperteilen anftreten, und zwar namentltch schon in verhältnismäßig iungeu Jahren sogar schon vom dritten Jahrzehnt des Lebens an. Dr Jdelsohn hält dies übel für häufiger, als mau bisher angenommen hat. Wodurch es entsteht, weiß man noM, nicht. Erb hat es auf den TabakMißbranch zurückführev wollen, wofür Jdelsohn keinen Anhalt gefunden ha Dieser Arzt hält den Einfluss kalter Lust, d«S Stehen unter freiem Himmel bei Winterkälte, ferner Srivbilis Ultvln lisMAs, Zuckerkrankheit und den Plattfuß für ve- deuluugsvoller mit, Rücksicht auf den Ursprung dieser Krankheit, «ic scheint sehr viel häufiger bei Männern als bei Frauen zu sein, temi unter den Patienten deS
