MMWSch. 23 , Apett 1900« MesdadsMV TaghrM.
KM- K.
MLitischr Kerstchi.
f Deutschland und Amerika.
I.. Berlin. 88. April
Die von hier irach Washington ergangene Emlsdurtg su Hand-elsvertragsvsrhan-dkmrgen zwischen uns und den gereinigten Staaten ist vom Prstsidentsn Roosevelt, wie jman weiß, ausfallend kühl behandelt worden. Das amerikanische Staatsoberhaupt meinte unserem Vertreter gegenüber, daß sich über die Sache zunächst nicht- sagen lasse, da die ablehnende Haltung des Senats gegen. Liber derartigen - vertragsmäßigen Bindungen eine Tatsache sei. Selbstverständlich kann mit dieser verhüllten 'Weigerung, sich in Verhandlungen mit uns einzul-assen, noch nicht das letzte Wort -der Situation gefallen sein. Ein Zollkrieg mit Deutschland wäre für die Vereinigten Staaten allerdings ein geringeres Übel als für uns, aber ein übel wäre er doch auch, und es ist sehr die Frage, ob man sich jenseits des Ozeans bei näherer Betrachtung des Für und Wider wirklich dazu entschließen wird, es zu einem vertragslosen Zustande mit dein Deutschen Reiche und demgemäß zu allen unliebsamen Konsequen- zerr solches Zustandes konMen zu lassen. Es kann als bekannt vorausgesetzt werde::, bafe das handelspolitische Verhältnis zwischen den beiden Ländern auf der sehr unvollkommenen Basis eines ziemlich inhaltsleeren preußisch-amerikanischen Vertrages von 1828 beruht,cher später auf das Deutsche Reich ausgedehnt wurde. Nachdem -die neuen deutschen Handelsverträge mit sieben europäischen Staaten abgeschlossen worden sind, stehen die Dinge so, daß eine Kündigung des deutsch-anrerikMn scheu Vertrages unter allen Umständen erfolgen muß. Als uns nämlich die Vereinigten Staaten im Sommer 1900 die kargen Zugeständnisse machten, die sie vorher an Frankreich und Italien schon gemacht hatte::, erfolgte deutscherseits die Gegenkonzession, daß den Vereinigten Staaten -gegenüber die Zollermüßi-gungen gelten sollten, die durch- die deutschen Handelsverträge von 1892 und 1893 cm die europäischen- Vertragsstaaten gewährt worden waren. Diese Ermäßigungen aber sollten den Amerikanern -gegenüber nicht an die Frist gebunde:: sein, die in jenen Handelsverträgen mit Rußland. Österreich- Ungarn -usw. vereinbart ist. sondern sie dauern fort, auch wenn diese alten deutschen Handelsverträge -äbgelaufen sind, und nur eine ausdrückliche Kündigung, die spätestens drei Monate vorher zu erfolgen hat. kann ihnen ein Ende Mächen. Folglich Muß das deutsch-amerikanische Verhältnis spätestens am 30. November 1905 aufgekündigt werden, da mit dem 1. März 1906 unsere neuen Tarifverträge in Kraft treten, die doch wesentlich höhere Zollsätze enthalten. Würde den Vereinigten Staaten gegenüber die Kündigung unterbleibe!:, so entstände die Sonderbarkeit, daß die Union den -Genuß von Zoll- ermäßrgun-gen behielte, die Rußland, Österreich- Ungar:: usw. fortan- versagt bleiben sollen. Irgendwie also müssen unsere Begebungen zu den Vereinigten 'Staaten hcmde-lspolitisch neu geregelt werden, aber -die Schwierigkeit besteht darin, daß -man sich drüben nicht binden will- daß man vor allem keine Ermäßigungen der dortigen enorm hohen Tarifpositionen gewähren will, und daß man schließlich darauf pocht, ein eventueller Zollkrieg werde für Deutschland u-m soviel verderblicher als für Amerika sein, daß -die Deutschen sich wohl oder übel in die ihnen amerikanischerseits gestellten Bedingungen fügen werden. Jedenfalls erwächst unserer Regierung eine heikle Aufgabe, die dadurch nicht erleichtert wird, daß -der Agra-rkcmservatismus naturgemäß auf einen Abbruch aller Vertragsbeziehungen hindrüngt. Es könnte -ihm ja hassen, wenn das amerikanische Getreide, das amerikanische Fleisch mit Kamp-fzöllen belegt würden,
und der Schlachtruf „Wie du mir, so ich dir" würde überdies die nationale Saite erzittern machen können. Das Mißliche bei der Sache ist jedoch, -daß die Amerikaner unsere Industrie-Erzeugnisse eher entbehren könnten als wir ihre Rohprodukte. Gewiß ist die amerikanische Ausfuhr nach Deiltschland beträchtlich höher als die deutsche nach Amerika. Jene machte :M Wahre 1904 rund 820 Millionen Mark aus, diese nur rund 500 Millionen Mark. Wer, _ wie gesagt, diese amerikanische Zufuhr können wir nicht durch Zufuhren von and-erswoher ersetzen, und erhöhte Zölle auf ^den amerikanischen Import würden somit von den deutschen Konsunienten aufzubring«: sein. ' Nur Leichtsinn, und Leidenschaft, wie sie unfern Agrariern eignen, könnten -sich über diese Sachlage hinwe-gsötzen.
Norwegisch-Schwedisches.
Die norwegische Regierung äußerte in ihrem Gutachten, betreffend den Vorschlag , des Kronprinzregenten. daß -das norwegische Volk einstimmig Anspruch auf die Errichtung eines eigenen norwegischen Konsulats- wesens erhoben und mit ebensolcher Einstimmigkeit behauptet habe, daß die Entscheidung dieser Sache, bei der sie außerhalb der durch die Reich-La-kte errichteten Gemeinschaft zwischen den Reichen liegt, den norwegischen Staatsbehörden Vorbehalten bleibt. Das norwegische Storthing habe zur Behandlung -dieser Sache ein spezielles Komitee eingesetzt, welches für die nächste Zukunft einen Vorschlag zum Zwecke der Errichtung eines norwegischen .Konsulatswesens unterbreiten werde. Falls -der in -der gemeinschaftlichen Sitzung des norwegischen und- schwedischen Ministerkomitees gemachte Vorschlag -auf „ der Voraussetzung basiert sein sollte, daß die -weitere Förde- nmg der Sache vorläufig eingestellt werden sollte, würde der Anschluß Norwegens an eine derartige Voraussetzung gleichbedeutend sein mit der Aufgabe des einstimmigen Anspruches des norwegischen Volkes und dem Verzicht auf die Durchführung eines Rechtes, das Norwegen als einem souveränen Reiche zukommt und welches überdies durch ein Grundgesetz gewährleistet wird, und auf eine Reform, wie sie die Entwickelung und die Lage des wirtschaftlichen Lebens mit immer- wachsendem Nachdrucke erheischen, u-m statt dessen Verhandlungen zwischen beiden Reichen bezüglich dieser Reform einzuleiten, von welchen man nach wiederholten Erfahrungen leider befürchten muß, daß sie entweder erfolglos bleiben oder im günstigsten Falle die Durchführung der Sache verzögern werden. Nachdem die Regierung die im Lause der letzten 60 Fahre zu wiederholten Malen gepflogene!:, aber stets gescheiterten Verhandlungen erörtert Hai. be- tont sie, wenn die zuletzt, und zwar zu Anfang dieses Jahres geführten Verhandlungen ohne Erfolg geblieben seien, so müsse dies aus den Umstand zurückgeführt werden, -daß die schwedische Regierung trotz vo-m König -gutgeheißenen vorläufigen Abkommens eine Reihe von Forderungen aufgestellt habe, die teils als dem Rechts Norwegens als eines souveränen Staates widerstreitend anzusehen seien, teils das ausschließen würden, was -durch das vorläufige Abkommen vorausgesetzt war. Unter diesen Umständen glaube -die Regierung davon- abvaten zu müsse::, daß wegen der Unionsve-rh-ältnisse neue Unterhandlungen eingeleitet werden, ehe ein norwegisches Kon-sul-atswesen durchgeführt worden ist. Die Verhandlungen müssen aber gegebenenfalls auf einer ganz freien Grundlage unter voller Anerkennung der Souveränität jedes der beiden Reiche ahne Vorbehalt -der Einschränkung irgend welcher Art geführt werden. Es müsse bindende Voraussetzung sein, daß die bis jetzt bestehenden Verhältnisse -der Ausübung des Selb-stbestimnmngsrechtes jedes einzelnen der beiden Reiche kein Hindersnis in den Weg legen sollen, sondern daß jedes der beiden Reiche
Abend Äir««ave. 1« Man.As. 1S4.
die künftigen Formen fernes nationalen Daseins frei fest» stellen könne. Denn nicht eine Zwangs-union, sondern nur das -gegsnseiti-gs Zutrauen und die gegenseitige Sympathie zivsier freien und selbständigen Nationen kö-nne -die Zukunft und das Glück beider Völker urrd die Unabhängigkeit und Integrität der Reiche sichern. Bei der Behandlung der Sache vor dem Kr-onprinzregenten in der gestrigen gemeinschaftlichen Sitzung d-es norwegischen und schwedischen Ministeriums in Stockholm betonte -die norwegische Staatsratab-terlung in eotockhol-m^ daß norwegischerseits nicht bezweckt werde, die Auflösung der Union zu versuche::, andererseits glaube die StaatsrvtSabt-eilung beton.en zu müssen, daß eine solche Auflösung statthaft sei.
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Die Kevsiutisn in Rußland»
Wieder einmal die Absicht.
- 1:6. London, 26. slpril. „Daily Graphic" welkt, daß der Kaiser von Rußland die Absicht -hat, am nächsten Samstag eine neue Proklamation zu erlassen, in welcher die Einführung bckut-errdcr politischer Reformen angekündigt wird.
Die Frauen.
tick. Petersburg, 26. April. Eine Frauenv-ersamm> lang, an der 800 Personen tcilnahm-en, beschloß, die rcvotnti-vnärc Bewegung tatkräftig zu -unterstützen, Geld zu diesem -Zwecke zu sammeln, Waffen anzUkcmsen und sich an der Maifeier zu beteilige::. Die Polen schlossen sich der Moskauer Demonstration -der S-ewstwv gruppe -an»
Die Furcht vor dem 1. Mai. vck. Paris, 26. April. Aus Petersburg wird gemeldet: -Das .Herannahen des 1. Mar erfüllt-die Bevölkerung mit Besorgnis, obwohl augenblicklich vollkommen« Ruhe herrscht. Die PutiloMÄöerk« halben endgültig ihre entlassenen 8000 -Arbeiter durch neue ersetzt. Übrigens sind genügende militärische Vorbereitungen .getroffen, so daß kaum etwas zu befürchten ist. Nichts- destrneuiger entleert sich Petersburg. In kn letzten 14 Tagen sind wehr als 150 000 Pässe aSgegeben worden. >In den Petersburg 'verlassenden Zügen ist kein leerer Platz. ^
f,ck. Petersburg, 25. April. In den lehren Tagen sind hier drei Mitglieder der Kampfes-Orgamsatiorr, welche unter falschen Pässen lebten, verhaftet worden. Ihre Authentizität konnte noch nicht festgestelli werden.
hti. London, 26. April. Aus verschiedenen Teilen Rußlands kommen übereinstimmende Meldungen über bevorstehende politische Unruhen, die um die Zeit der, russischen Ostern ausbrechen sollen. Die russischen Behörde-.: haben Kenntnis davon erhalten, Hatz antisemitische Unruhen großen Stils in Kischinew, Nikolajew. J-ekateri- noslaw und Odessa ausbreche:: würden, Jnwlgedeffen sind bereits eine größere Zahl Truppen nach diesem Städten abgetan dt worden.
hd. Petersburg, 26. April. Am russischen Ostersonntag wird eine Amnestie für politische Vergehen -und die Veröffentlichung des Reform-Programms erwartet. Es heißt, die slamophile Gruppe Schcremctjcw habe darin ihren Ideen Geltung verschafft.
hd. Paris, 26. April. „Petit Parisien" meldet aus Petersburg, daß nach glaubwürdigen Mitteilungen die Führer der fortschrittlichen Parteien die Arbeiter auf- geiordert haben, sich jeder Kundgebung am 1. ©toi zu enthalten. Demselben Blatte wird berichtet, daß dre Sem'stwo-Versam-mlung, welche in Moskau stattfindeu- sollte, in letzter Stunde untersagt worden sei.
M. Paris, 26. April. Die Explosion in der abgebrannten Fabrik in Moskau soll durch eine Bombe h-er- vorgerufen worden sei, welche Arbeiter in der Fabrik versteckt hatten. Seit mehreren Tagen kommen auch in
Alle waren sie tief bewegt von solchem Bericht. Hannes wurde reichlich traktiert, und -d-er Schulte mit Beileids- und Trostsprüchen bedacht. Und alle waren der Bewunderung voll, daß er Las schwere Schicksal, das ihn betroffen, den Tod seines Erbsohnes, mit so viel Würde und männlicher Fassung ertrü-ge. Das sei, so meinte -d-er Schulmeister Bell-ermann, des Vaters eines solchen westfälischen Hel-denso-hneS würdig. Und -der Schulte brummte dazu -und versicherte, daß sein Henrich sich so und- nicht anders' betragen habe, das erfülle ihn mit Stolz und Freude, und solche Gefühle führten bald sicher den Schmerz-hinweg.
Andern Tags ging der Schulte mit -dem Burschen nach Lüttgenschiedeck zu Brüggemanns Hof. D-ie blasse Seifatm: fuhr dem Schulten, weinend vor Freude, an die Brust, -als sie erfuhr, daß Henrich noch an: Leben ser und daß er oft und viel von ihr gesprochen habe, immer beklagend, daß etwas zwischen sie gMmM-en,
Ja, ja, er könne nicht vergessen, was er ein-mal lieb gehabt habe, sagte Hannes. Das scheine nun einmal so in seiner Art zu liegen. Und das könne er. -der Hannes, wohl beschwören, -daß der Henrich- in dem ganzen Rußland kein Mädchen angesehen habe. Und doch wären in der goldenen Stadt Moskau, die später so schrecklich niedergebrannt sei. die feinsten Damen, worunter sogar eine leibhaftige Prinzessin -mit feu-errotem Haar und milchweißem Gesicht, ganz närrisch auf den Henrich gewesen. Das könnte man ganz gewiß glauben, und- es würden sich wohl noch andere Landsleute einfinden, d-ie das bestätigen könnten, wenn sie nicht imterwegens der 'Kälte oder den Kosaken erlegen seien.
„Es wird nach alles gut, wird alles gut, mi-ett Döchter- feit. Nur abwarten, nur abwarten", sagte der Schulte zu dem neu auflebenden Mädchen. Und Dirk meinte, der Henrich würde sich nun wohl die Hörner gründlich dbgestoßen haben, und wenn er jemals Dummheiten gemacht habe, so sei das alles wieder aufgehoben worden durch den Umstand, daß er nun gegen den Bonaparte kämpfen wolle, um sein Vaterland befreien zu Helsen. Und ihm sei gar nicht bange, daß er einst heil und gesund wiederkehre, denn einer, der die Schrecknis des russischen Feldzugs überstandcn habe, der überstände auch noch mchr^
IFortsetzung folgt.)
Femüetmr.
Aus Kunst und Leben.
* Dir StatrrcWamc in Frankreich. -Aus Paris, 24. April, schreibt unser «-Korrespondent: Wird schon in Deutschland über die Denkmalswut unseres Zeitalters, -das die steinernen Gaben der Unsterblichkeit ohn-e Wahl un-d Billigkeit verteilt, lebhaft Klage geführt, so haben wir hier in Frankreich noch viel mehr Grund, an -ein epidemisches Auftreten dieser Zeitkrarrkheit zu glauben. Die Denkmäler schießen hier -wie Pilze -aus dem Erdboden, und da die Zähl der „ganz Großen", die -aus diese Weise bedacht werden können, naturgemäß begrenzt ist, sind es Größen zweiter, dritter und vierterRangvrdnung, die als Surrogate für -den Un-sterülichkeitsgedauken heran- gezvgeu Werden. Gäbe -es eine Statistik über die Motive, die bei der -Errichtung von Denkmälern maßgebend sind, so würde sich, die traurige Tatsache Herausstellen, daß es in -den -wenigsten Fällen die Begeisterung für die Verdienste des zu Bercwi-genden ist, die zu der Ehrung Anlaß gibt. Gelingt -eS einem armen Teufel von Bildhauer, künstlerisch oder politisch einflußreiche Persönlichkeiten von der ÄNfbesferunHs-Kedürfti-gkeit _ seiner Finanzen zu überzeugen, so -wird slngs ein Komitee gebildet. das dem Hülfsbed-ürstigen die Ausführung eines Denkmals überträgt. Die Persvnensrage konmnt dann erst in zweiter -Linie in Betracht -und verursacht in keinem Falle -Verlegenheit. An Parlamentariern, Akademiemitgliedern nsm., die -aus der Gegenwart oder jüngsten Bergangeuheit herauKgegriff-en werden, herrscht kein Mangel und soll das Denkmal durchaus einen historischen Anstrich haben, io braucht man nur ein paar Archive durckiznstöbern und findet obskure Persönlichkeiten genug, die sich ihre Wiedererweckung in Stein niemals hätten träum-en lassen. Das ist die eine Art der Entstehung. Eine andere, nicht minder bezeichnende hängt unmittelbar mit den politischen Verhältnissen zUfancm-eN. Da die D-cnkm-alwut auch die Provinzen erfaßt hat, so braucht ctn .Kammerkandidat, der sich die Gunst der Wähler in seine.:: Wahlkreis mit einem Schlage erobern will, nur einer Persönlichkeit von rein lokaler Bedeutung — dem früheren Abgeordneten des Arrondissements-, dem eben verstorbenen Bürgermeister u. a. — ein Monument zu -errichten und — fein Einzug in die Kämmer ist gesichert.
Wiederholt -wirrde in der Vergangenheit und Gegenwart mit den in Frankreich so gesch-ärften Waffen des Witzes und der Satire gegen -Liesen Unfug zu Felde gezogen — Pailleron beispielsweise verspottet ihn wei-dlichl in seinen „Eabotins" — ohne daß -die Sache jedoch besser wurde. Neuerdings hat der Umstand, daß sich für den jüngstverstorb-enen Walöeck-Nousseau bereits ein Denk- -Mal-Ko-m-itee -gebildet hat, zu einer öffentlichen Debatte über die Frage geführt, ob es nicht angezeigt wäre, nach dein -Tode einer „Celeörität" eine -gewisse Ghrenfrist verstreichen zu lassen, bevor an die Bersteinerung geschritten wird. -Die Anlsichten über diesen Punkt sind -geteilt. Eharaktcrisiisch in ihrer Gegensätzlichkeit sind die Auisassnngen der Leiden letzten Leiter des eben durch ein Unterstaatssekretariat ersetzten Direktoriums der Schonen -Künste. Nach -der Ansicht des Herrn Rougon kann cs nicht -genug Statuen geben. Die guten müssen die schlechten entschuldigen. Warum -also mit der Ausführung warten? Man muß das Eisen schmieden, so lange es warn: ist, und Vesser ist es, d-er Nachwelt einige unbekannte -Größen zu überliefern, als etwa die Pllicht gegen -wirkliches Verdienst zu verabsäu-men. -.Herr Henry Marcel ist ganz entgegengesetzter Meinung und h-at damit die Eir:sich-ti-gen auf seiner Seite. Man muß. meint er, erst die Zeit ihre Nivellierun-gsarbeit verrichten lassen, -bevor man ein Urteil über die Unsterblichkeit eines Nienschen — -nnd das Denkmal ist ein solches — wagen darf. Immerhin möchte auch er nicht -länger als Kehn Jahre gewartet haben, da sonst die undankbare Nachwelt sich auch ihren wirklichen Förderern gegenüber vergeßlich zeigen konnte.
T. Die Heilung des Krebses. In sehr verständiger Weise stellt und beankwvrtet Ilr. Edmund Owen die Frage, ob schön je ein Ehirnrg habe behaupten dürfen, daß er einen Krebskranken geheilt habe. Ein Chirurg kann d-er W-ahvhelt gemäß sage::, daß er jemand von einem gebrochenen Bein Vöer -von einem Abszeß an -irgestd einem Körperteil güheilt hübe, dem: er hat ikw v-on dieser Krankheit durch seine Behandlung ein- für allemäl befreit, aber mit dem Krebs liegt die Sache anders. Da kann der Chivur-g nur versprechen, daß er sein Bestes tun will, aber mchr kann und darf er nicht versprechen. Und uw sein Bestes zu tun, beschreibt er mit seinem Messer einen wcliten -Umkreis uw die KrebZ- wucherniig. so weit über sie hinaus, daß er wohl hoffen und glauben darf, er habe mit der Geschwul'r zugleich
