DEtteVS-kLA, IS, April 1905.
WrsSdaL§ner TsgöLM.
MsL'ßsrr-MsKliLe, 1. MaU.
KF. E
«in. Di« Antrag« «mMm angenommen und -der Landes- al-sschuß ermächtigt, -die Mzeichneten Beamter! mit Wirksamkeit vom 1. April 1905 ad in die neuen Gehaltsstufen «inznreHen. — Die Eingabekonmi'rssion (Berichterstatter: Mdg. v. W u s s o vo) beantragte ferner, das Gehalt des Vorstehers des Tau-bstUMmen-Jnstituts zu Camberg lauf Z500 bis 5000 M., der Lehrer auf 2100 -dis 3800 M., nebst freier Di'enitwohnnng und- Wo-hnnngSgeldzuschuh bei -dem Direktor und nur Wohnnn-gsg-cldzusch-uß bei den Lehrern festzus-etzen. Die Zeitdauer bis zur Erreich-nng -des Höchstgehaltes soll bei -dem Vorsteher 15 und bei den Lehrern 21 Jahre betragen. Die neue Be-soldungsvrd- nnng soll ebenfalls vom 1. April 1905 ab wirksam sein. Der Antrag Wurde angenommen. Die Eingabe-Kommission (Referent: -Abg. v. Wussow) beantragte in Kbereinstimmung mit dem Landcsausschuß, der Kommen allandtag wolle mit den nachstehenden -Grundsätzen sich einverstanden erklären: 1. Den in Betrieben oder im unmittelbaren Dienste des B ez i r-ksv erband e s g e ge n Entgelt vol lb e s chäftigten Personen können im Falle der Erkrankung, soweit sie nicht kraft Gesetzes der Krankenversicherung unterliegen oder selbständige Gewerbetreibende sind, oder soweit nicht aus G rund des § 3 des Kran re nve rsichcruntzs- gesetzes oder auf Grund sonstiger Regelung eine ander- weite Fürsorge getroffen ist, bis auf weiteres und ohne Mrerkennnng einer rechtlichen Verpflichtung bis zur Dauer von je 26 Wochen die folgenden, jederzeit widerruflichen Unterstützungen durch den Ländes-haupt-mann, bei Bediensteten der Lande sba-wk durch den Landesbank- dirÄtor namens des B-ezirksverbanöes geiwährt werden: u) km Falle der Erwerbsunfähigkeit vom dritten Tage nach der Erkrankung ab. ein Krankengeld für jeden Arbeitstag in Höhe der Hälfte des ortsüblichen Tagelohnes gönÄhnlicher Tagearbsiter. Das Krankengeld darf nicht mehr als die Hälfte des Arbeitsverdienstes betragen: b) der Mhge-wiösene Aufwand für Arzt und Arznei bis zu einem Viertel des ortsüblichen Tagelohnes gewöhnlicher Dagearbeiter, sofern nicht ärztliche Behandlung und Arznei unmittelbar gewährt wird: c) die Unterbringung in einem Krankenhaus, falls eine solche nach ärztlichem Gutachten notwendig oder Zweckmäßig ist. 2. Als vollbeschäftigt gelten Personen, die während der Dauer ihrer Beschäftigung in Betrieben öder im Dienst des Be-zirksverbaUdes aus dieser Beschäftigung nach deren Art und Umfang in der Hauptsache ihren LrbenSunter- HM finden. 8. Diese Bestim'müngen finden, keine Anwendung auf Personen, deren Beschäftigung durch di« Natur ihres Gegenstandes oder im voraus durch den Arbeitsvertrag ans einen Zeitraum von weniger als eine Woche beschränkt ist. 4. Die nach diesen Bestim- mun-gen zu leistenden Ausgaben sind in den Rechnungen des Bezirksvcrbandcs und der Landesbauk besonders ersichtlich zu machen. Döm Antrag wurde stattgege-ben.
Aus Stadt nnd Land.
Wiesbaden, 13. April.
Tägliche Erinnerungen. (13. April.) 1598: Heinrich IV. von Frankreich erläßt das Edikt von Nantes. -1695: La Fontaine, Fabeldichter, st (Paris). 1784: Geu-e- .rälfeldmarschall v. Wrangel, geb. (Stettin). 1789: L. Mellstab, Dichter, geb. (Berlin). 1838: Rud. Falb,
Meteorologe, geb. (Obdach). 1849: Erstürmung der Duppe- ler Schanzen.
— Sein 28jähriges Dienstjnbilänm als Schutzmann feiert am 14. April Herr Fr. Schulze dahier. Derselbe diente 11 Jahre im Heere und nahm an dem Feldzug 1870/71 teil. Nach der militärischen Dienstzeit trat derselbe in den hiesigen Schutzmannsdienst und erfreut -sich der Vollkommenen Zufriedenheit seiner Vorgesetzten, solwi-e der Achtung seiner Kollegen. Ebenso ist Herr Schulze im Kreise seiner Bestaunten und Mitbürger geachtet un!d -geehrt, und es dürfte an s-eine'm Ehrentage M Beweisen hierfür nicht fehlen.
— Die Fenster auf! muß jetzt mehr als je der Ruf sein. Alle Frühjahrskrisen, wie Schnüpfen, Husten, Müdigkeit und nervöse Verstimmungen aller Art, werden leichter überwund-en, wenn jetzt durch geöffnete Fenster die anregende Frühlingsluft in die Ztntmer dringen kann. Der dauernd« Aufenthalt in der verdorbenen Lust der Wohnungen, Werkstätten und Bergung-uutzs- lostale mit ihrem Tabaksrauch, Kohlenruß und Staub, ihren ßnbsrstöMe-hren-de» Ofen und Lamp-on, die mangelnde Bewegung der Städter in frischer Lust während des Winters führen in ihrer Zusamm-emvirkung zu Störungen des Stoffwechsels. Es sind Folgest des Mangels reiner Luft, die sich daun in den Beschwerden des Frühjahrs entladen. Darum gilt es, vornehmlich in den Schlafzimmern, diesem Mangel abzuhelfen. Denn im Schlafe bedürfen wir besonders reiner Lust, damit das Blut einen Sauerst-Mvorrat für den kommenden Tag gewinnen kann und wir nicht i-mmer wieder mit der ausgoatmeten Kohlensäure uns vergiften. Es gibt ja noch imwer Leute, die davon durch kein Zureden zu überzeugen sind. -Ihnen ist folgende Pr-öbe zu Empfehlen. Nach dem Erwachen am Morgen mögen sie recht bald ihr -Schlastz-i'm>mer mit geschlossenen Fenstern und Düren verlassen und nur 10 Minuten tief atmend draußen in ö-er frischen Morgenluft spazieren gehen. Sodann sollen sie zurückkühren in das verlassene, noch geschlossene Sch-lafz-tmlm-er und jetzt ihre Nase gebrauchen! Sie worden ersch-reckt sein über die Stickluft, in der sie sich stundenlang befunden haben. Vielleicht begreifen sic auch nun, warum sie oft benommen und müde das Lager verließen. Ihnen fehlte die reine Luft während der Nacht, ohne die sich nun mal im Schlaf keine Erneuerung unserer Spannkraft vollziehen kann. — Wer cs also im Winter nicht wagte, der öffne jetzt die Fenster seines 'Schlafzimmers. Er stelle sie so, daß Zugluft die Schläfer nicht treffen kann und bedecke sich gut. Ruhiger Schlaf wird diese „Kur" löhnen, zu der nMer besonderer Geldaufwand noch Heroismus gehören.
— Vergehen gegen das Patentgcsstz. Die unter diesem Titel von uns gebrachte Notiz ist dahin zu berichtigen, daß die Inhaber der Firma Val. Waas in Geisenheim, statt mit 150 M., nur mit 100 M. bestraft wurden. Gegen das Urteil wird Bernfiingsklage erhöben.
— Willst du ein echter Deutscher sein, so sprich auch deine Sprache rein. Ein Freund der Reinheit unserer deutschen Sprache schreibt uns: Die Stimmen aus Frankreich über deutsche Fremdwörterei im Feuilleton des „'Tagb-latts" von, 10. April sollte man auch hier sich zu Herzen nehmen, wird doch d-e-r Spott der 'Ausländer über diese Narrheit schon bei einem Gang durch die Stadt durch die fremdländischen Aufschriften unserer -Güschästshäuser Herausgefordert. Dieses ElNgegeuko'n- men den Fremden gegenüber ist um so uuvcrstäNMch>er, als damit nicht der geringste MchkWich-e Nutzen erzielt wird. Oder sollte einöm in Deutschland reisenden Ausländer, selbst einen: Chinesen,, nicht längst die Bedeutung vor: Bädh-aus. Bäder,- Leihbibliothek, Apotheke auch ohne die beigefügte Übersetzung bains, baths, Pharmaci-e, Dispensary, Medical Hall, chemist, Circulating- library. Vouveant/s -ansgogangen sein? Ebenso als Lockmittel hinfällig sind die -Aitfschristen: 0n parle krangais. PnZlIsb spbßon, da der hier kan-sende Franzose oder EngläM-er die Kenntnis seiner Sprache in jedem Laden -der Weltkürsta-dt voraussetzt oder selbst so viel Brocken Deutsch kennt, als zum Kausabschluß nötig ist. Je weniger solch« fre-nMändi- schen Bezeichnungen auf den Schildern und in den Auslagen dein Geschäft nutzen, um so angensälltger aber sind sie, unD um so leichter MmRnen sic das Urteil der Fremden über unsere uationa'le S-elb-stachtüng, die sie darnach mit Recht sehr gering einschätzen. Während der- Gebrauch mancher Fremdwörter in ö-er Schistst- und Umgangssprache oft schwer zu vermeiden ist, bedarf es nur geringer Selbstüb-cWinduM, die Anwendung oben gerügter Mittel, sich den Fremden zu Mpsehlen, auszu
geben. Ich weiß von manchem Mitglied unserer natio nalcn Vereine, daß sie den Besuch solcher Läden uw Gasthäuser mit fremdländischen Bezeichnungen #<j* Na'men meiden. Wie wär's, wenn dieser Gebrauch all' gemein würde und solche Geschäfte nur aus fremde M such-er und Käufer angew-icsen wären? Das würde de» betreffenden Geschäftslcntcn sicherlich nicht recht sein-
— Königliche Schauspiele. Franziska Etlmenreich E Deutschen Schauspielhaus in Hamburg eröffnet heute „Iphigenie" in Goethes gleichnamigem Schauspiel ein aus ä 10 ® Abende berechnetes Gastspiel. Als zwecke Austrittsrolle Samstag: den 13. b. M., hat die Künstlerin die „Orsina LessingS „Emilia Galotti" gewählt.
— Kleine Notizen. Der T r e p p c n w e g an der Augs?. Heilanstalt zwischen Elisabethenstraße und Kaveüenstraße wv
zivecks Leriüngerilng des StrKukanals iür den wJÄ Verkehr auf die Dauer der Arbeiten polizeilich gesperrt: ebem zwecks Reparatur einer Wasserleitung vor dem Hause MaiE stratze 608 die Mainzerstraße von der Lefsing- bis Wi stratze und die M e tz g e r g a s s e von der Kleinen Lauggasst zur Goldgosse zwecks Herstellung einer Master- und GasleituM'
Vereins-Nachrichten.
* .Der. Klub „B o russi a" veranstaltet kommenden ® £,!t i 5 tag, den 16. April, im Saalban „Zur Maldlust", Platterstrap - eine humoristische Unterhaltung mit Tanz.
f!) Dotzheim. 11. April. Im Laufe dieser Woche finden ()> die öffentlichen Sch ulprüsungen statt, während diejenm der oberen Jahrgänge wegen der Entlassung der KonftrwckE^. schon am 30. und 31. März aügehaltcn wurden. — In vorm „ Woche fanden durch Herrn Professor Lautz von Wiesbaden- die Prüfungen in der Gewerbeschule statt, womit zuSss' ^ das Äintersemeiter seinen Abschluß fand. ES wurde unterrlE- in Deutsch. Rechnen und Raumlehre in Klasse 3 von v e 'j, Hauptlehrer Weber, in Klasse 2 von Herrn Lehrer Müller ü in Klasse 1 von Herrn Lehrer Arnold. Die Schüler der 1. »lchb erhielten außerdem noch Unterweisung in der gewerblichen »« e chnen erteilte Herr Architekt Winterme« ' Zeichnen Herr Lehrer Bca-
führung. Fach; Frcihand- und Zeichnen in der
geometrisches
Vorschule Herr Lehrer Fries. Die gewerblÄ FortbildniWschule wurde im letzten Winter von ca. 130 Schültz^
besucht. Da die Schülerzahl jedoch bedeutend steigt, wird nächsten Herbst wahrscheinlich noch eine 1. Klasse eingerichtet ch-zg. den müssen. Wie alljährlich, so wurden auch dieseSmal nufi- ( an die besten Schüler der obersten Klasse als Anerkennung !'A gute Leistungen, Fleiß und gutes Betragen Prämien vet} c 'J Es sind dies die Schüler Adolf Schmidt, August Steinhaultz Karl Wiutcrmener, Wilhelm Körppen, Karl Maus/ Emil Prensk Adolf Vonhausen und Heinrich Plaß. — Auf Veranlassung ist „Gewerbevereins" hielt vor einigen Tagen Herr GyuNütjn oberlehrer Kahl aus Tarmstadt einen Bortrag über: -W
Sicherung der Handwerker gegen Verluste durch' den Bansch^.. de!". Obwohl der Vortrag sehr interefsam und zeitgemäß 3)","
„na ö-N 1,fr; J fr, d-v SRpiürfl ein mifiprfr aertNö..
_ der Besuch ein äußerst gerinll,.»
Viele Handwerker wollen immer st,
war trotz des freien Eintritts
was sehr z» bedauern ist. Viel« g>uno,oci>cr muu™ lum»; .« durch Schade» klug werden. — Die Klasse 2 der Gewerbesal" machte am letzten Sonntage einen Ausflug ans die Kau brücke bet Mainz, woselbst Herr Architekt Wintermeyer von u' sachliche Erläuterungen des interessanten Bauwerkes gab. —- • ( vergangenen Sonntag fand im. „Goldenen Löwen" dahier c h, f Versammlung des 13. l a n d w i r t s ck> a f t l i ch e n 3l e z i r t ver e i n s statt, bei welcher Gelegenheit Herr Inspektor «<" . von Wiesbaden eine» Vortrag hielt über: „Die Arnveno» -
künstlicher Düngemittel und deren beste Bezugsquellen".
.p§. Erbenheim, 12. April. Gestern nachmittag hatte nnst^ g e w c r l> l i ch e F ortb I l d u « g S! ch n l e ihre dieSjähr>) öffentliche Prüfung. Abgehalten wurde dieselbe durch Professor Lautz aus Wiesbaden. Herr Professor Lautz und L
beidcn • unterrichtenden Lehrer prüften in Deutsch, Rechnen
und
Raumlehre. Die vorliegenden Aussatz- und BuchWrungsRn« zeigten, daß den Winter über mit großem Fleiß und reger W , m.erksamkeit gearbeitet worden ist. Auch die anSgelegten nnngcn der Vorbereitungs- und Gewerbeschule fanden gebühreiu Ancrkcunuug. Letztere gelangen erst nach der Generalvorsamst lnng, welche in diesem Jahre zu Kambcrg stattsindet, in eim Schulsaa.le der neuen Schule in der TaunuSstraßc zur Alst stellünä. — Die A ns saaj von S o m m o r g c t r e i de ist schon längst begonnen, wird aber durch die anhaltend unqünitist Witterung sehr verzögert. Mit Legen v.-n Frühkariosseln se cbciis-alls begonnen worden. In den Gürten wird auch isjst fleißig gearbeitet. Die Obstbäume zeigen reiche Blütenani-r-- und versprechen, wenn keine Nachtfröste resv. Schädlinge ,.st zwischen kommen,- eine befriedigende Ernte. Die Äprikpse»b>u. ist durch die Fröste der vorletzten Woche wenig ' beeintr'"''"
worden.
Das Wintergetreide, sowie die verschiedenen
ächtiö - iqc<
(orten, haben gut überwintert. Auch die Bienen haben den Äistst gut verlebt und zeigen reichen Brutansatz: nur wäre ihnen l«j günstigere Witterung zu wünschen, damit sie sich gut entwickelte'' um zurzeit der H-aupttracht leistungsfähig zu sein.
■'—•Tai^ csr c^io-rs”'
be>>> kst es Ausgabe des Arztes, die oft sehr starken Sck-me-Mn zu lindern. Die erkrankten Teile müssen in völliger Ruhe festgelegt werden. Das Verfahren v-on Calor, der die Gefahr einer Buckel-bildung dadurch beseitigen wollte, daß er die betreffenden Wirbel Mwä-ltsam ein drückte, ist jetzt wieder oer-lassen worden, hat aber anregend aus die Ausarbeitung besserer Mittel gewirkt. Wenn durch- Erkrankung der Gelenke eine falsche Stellung oder ein Mangel au BÄveglichkeit zurückgeblieben ist, findet der Arzt ein besonders dankbares Feld für die Orthopädie. Auch hier ist man von der gewaltsamen Behandlung zurückgeko-mmen und hilft sich mit festen Verbänden, mit Massage und Gymnastik in Verbindung mit Heißluft. Die Verkrümmungen der WirbolArrle werden jetzt auch- energ-ksch-er bekämpft als früher, doch gehören iw D-urchsch-nitt ein bis zwei Jahre zur Heilung. Schließlich ebwällnt Dr. Jwm-elmann mehr b-eilänsig, daß man neuerdings auch versucht hat, erkrankte Sehnen und Nerven durch Einpflanzung entsprechender Gewebe von gesunder Be-schasfenheit w-iöder herzifftellen. Doch ist dies einschneidende Verfahren noch in der ersten Entwickelung begriffen.
* Das Bankwesen im alten Babylon. Man nimmt allgemein an, daß die Institution -des Bankwesens und der G-eldwechielgeschäfte zu Beginn des modernen Zeitalters durch die Juden und die lombardischen Bankiers -begründet worden sei) damals wur-de der durch Giro übertragbare Wechsel eingefü-hrt und eine gewisse Tech- nik des Börsenwesens ausgebildet. Wohl hatten die Griechen schon ihre „Trapetziten"., die «Römer ihre Mngentarii", aber das waren Geldwechsler und keine Bankiers. Wohl aber waren Ideen, die erst in dem -modernen Bank- und Bötzsenwesen zur völligen Ent- wickelnng kamen, schon bei den alten Kmrfmannsvölkexn -im U'mlauf. Schon die Phönizier sollen solche Forin-c-» des Handelsverkehrs gekannt und diese Tradition aus die Juden vererbt haben, von denen sie bis in die -Neuzeit weiter -getragen worden wäre. Für solche Vermutungen hatte man bisher keine rechte wisseNschaft-liche -Grundlage, -nun aber werfen neueste archäologische Ent- deckung-en ein überraschendeZ Licht ans das Bvrsenwesen
uralter Zeiten. Professor Hilprecht hat bei seinen Ans- grabungen in Babylon derartige Funde gemacht, über die er in den Publikationen der UniverWüt von Pemi- -sylvanien Bericht erstattet. Er hat, als er zu Nippur -die lAnsdccknng des großen Bal-Tümp-els leitete, die -Akten Zweier großen BanLsirmen, Egibi und Sohn, aus dem 7. Jahrhundert v. Ehr. und MnraschN und Sohn -ans dem 5. Jahrhundert -v. Ehr. aufgesnnden. Diese beiden Bankhäuser, die ganz bedsutendc Geschäfte machten, wechselten Geld oder liehen -es auch ans gegen Hinterlegung von Urkunden oder Pfandvbjökten, wobei -sie den beträchtlichen Zinsfuß v-on 20 Prozent in Anspruch nahmen. In einer Stadt wie Babylon, wo ein -sehr lebhafter Handelsverkehr herrschte, waren nichts- destöiveniger Silber und Geld selten; M-e Steuern aber, die «Wen des ausgedehnten Beaintenwesens und der Größe der Armee sehr beträchtlich waren, wurden nur -in Wertmetallen eingetricben; die Leute waren also zum großen Teil in die Hände der Banken gegeben, wie noch heute die ägyptischen Fellahs von griechischen Geldleihern völlig abhängig sind, und daher kam der Reichtum dieser babylonischen Bankiers, die sich ihr Gold und Silber von den armen Steuerzahlern recht teuer bezahlen ließen. Aber nicht nur für die kleinen Letrte, auch für die großen -waren sie unentbehrlich. Man findet ans den 'Ziegel- steinen, deren Schrift man hat entz-iffern können, per- -stsche, sMils-che und chaldäfsche Namen nebeneinander. Die BucbMhrung w-ar eine äußerst genaue und sorgfältige. Jedes Gelddepot, jede Hinterlegung von Wertgegenständen, jedes.-Darlehen, jeder Handelsvertrag, sie alle wurden auf einen bestimmten Ziegel au'fge'schriebH,' m-it dem Siegel der Kontrahenten versehen und ebenso auch mit der Unterschrift der Zeugen, die entweder ihr Siegel daruntersetzten öder den Nagel ihres Daumens- daraus prägten. Je nach der Wichtigkeit und Dauer des Vertrages wechselte die Zahl der Zengen. die zwischen zwei und dreißig betragen konnten. Zlllc diese -Ziegel waren nmneriert und geordnet. Es ist interessant, s-estzustellen, daß die -Ziegel der 200 Jahre älteren Firma Egibi Eintragungen in sunkmerischer Sprache enthalten, die ntit babylo n ischen Schristz-eichen nnie Wischt
sind und eine sehr wertvolle Erkenntnis über -die «<** malige Sprachentw-ickelmig in Mesopotamien vermittels Die Rechnungen und -Kontoziegel der jüngeren Firö^ Muraschn dagegen weisen neben Eintragungen in babll^ lonischer Schrift auch schon viele Niederschriften -in iE märscher Schrift aus. Diese letztere Schriskform, die st. reits alphabetisch ist, -hat es erlaubt, die Namen einichs bisher unbekannter Götter D entziffern, die mit Gottheiten -anderer Vötker - Kleinasiens identisch sin-d-
Nsm ONchrvtifch.
* Fm Verlage der Hösbnchhan-d'lnng von Karl Stell'^ mnnd in Berlin Dessanerstraße 13, erschien soebeü' Stech-erts Armee-Einteilung und Qnartierliste des best scheu Reichshcercs und der Kaiserlichen Marine. M« dem Stande »o'm 1. April d. I. Nach amtlichen Quells bearbeitet und herausgegeben von der Redaktion „Deutschen So'löatenhortes". Einzelpreis. 80 Pf. — D> seit 45 Jahren regelmäßig erscheinende Armeeliste epö hält u. a. eine tabellarische und sehr übersichtliche 3^ sammcnstellnng aller Truppenteile der deutschen Arw^ mit namentlicher Angabe der Chefs (Inhaber), Kö^ mandeure und Standorte, sowie kurze isniformböfchi'^ billigen und Abbildungen der Regiments-Namen^ züge usw.
e- D-er Kleine Toussaint--Lan.genschcidt. Mit Ängan der Aussprache nach dem phonetischen System der Methot Tonssaint-Kang-enscheM. Englisch. Zur schnellsten fj 1 * eignung der Umgangssprache durch -Selbstunterrist' ReisesprachWter, Konversationsbnch, Grammatik Wörterbuch. Reisegespräche, auch zur Anwendung Sprechmaschincn. Bearbeitet von vr. Heinrich MR mann, Ma&ter c»t Arts of London TJniverPÜ. v ‘ Taschenformat, LXXXYIII, 484 Seiten, mit ewe" Karte, einer Münztafel und einem Leserost. GanMR wan-dband 3 M. Lan-genscheidtsche BertagsVuchhandl«"» (Professor G. Lagenscheidt), BerlinßSchönebera.^ BW"* straße 29/30, . ^ ---
