Kekts 6.
DlSttSiM, 11. Apr^rl 1903.
Wiesbadener Tagblatt.
Werner war es keine Sünde?" Ferner betreffs der Zeugenaussagen mutz unterschieden werden im einzelnen Falle. Neigung zum romantischen Übertreiben ist im Pubertätsalter vorhanden, aber hier war davon nichts. Hier sind einfache Tatsachen, deren kriminelle Tragweite den meisten Leuten unbekannt ist. Auch wäre ohne reale Grundlage ein so stetiges Festhalte» Lei der Aussage gang, unmöglich. Der Oberstaatsanwalt übergeht die wettere», Ausstellungen des Verteidigers, weil sonst Stunden nötig wären, aber betreffs der Beamteneigenschaft des Angeklagten betont er, daß der Religionsunterricht unter Aufsicht der Staatsbehörde geschieht. Demnach ist Bcamtcneigenschaft vorhanden. , Meine Herren! Der katholische Geistliche hat kein Z ü ch t i g u n gs r e ch t, ebenso wenig wie her es a n g elis ch e. Daß der Vater des Werner dem Propst das Züchtigungsrecht erteilt, ist nicht richtig, denn der Propst Hat Jett Knaben vor der Zusammenkunft mit dem Vater ^ gezüchtigt. Der Oberstaatsanwalt widerlegt noch wertere,Ausführungen rechtlicher Art des Verteidigers. Meine Herren! Sollten Sie nur tätliche Beleidigung annehmen, so unterwerfe ich mich Ahrem Urteile. Der Angeklagte i st ein sympathischer ■Wann — i ch wiederhole: ich bemitleide ihnl Eber: Die roten Lippen der Z t m m e r m a n n
sind die Koralle nklippen, an denen er gescheitert ist. Der Verteidiger wendet sich darauf gegen einige rechtliche Ausführungen des Oberstaatsanwaltes. Er bestreitet ferner, baß das subjektive Moment festgestellt sei. Er weist auf die furchtbaren Folgen für den Angeklagten hin, wenn bei ihm wollüstige Absicht angenommen wird. —- Darauf nimmt der Angeklagte das Wort: Meine Herren Richter: Ich bin unschuldig. Ich bin nicht geflohen. Ich hatte die edelsten Absichten! (Sehr erregt): Meine Herren Richter! Seien Sie vorsichtig mit' den Kuideranssagen! Ich könnte einen Eid ablegen, daß ich nie eine goldene Uhrkette gehabt habe. Die Kinder haßten mich, weil ich die eine geschlagen, der anderen ihren „Liebling" (Werner) angegriffen habe. — Ich bin kein Nero an Grausamkeit, (weinend): und ich bin auch kein Nero an Lüsternheit! Ich war bet der Untersuchung gegen Versuchung geschützt durch meine Pflicht. Lassen Sie mein bisheriges Leben für mich sprechen. Die Arbeit war mein ganzes Leben lang meine Fronde. In der ganzen Stadt Worms ist außer den beiden Mädchen niemand, der mir Übles nachsagen kann. Ich bin unschuldig! Der Angeklagte betont, daß er nie über seine Verhaftung sich abfällig geäußert, er schließt mit nochmaliger Unschnldsbeteuerung. Darauf ziehen sich die Richter zur Urteilsberatung zurück. Nach etwa IHsitünüigcr Beratung wird die Öffentlichkeit hergestellt und der Vorsitzende nimmt das Wort zur Verkündung des Urteils. Als erwiesen erachtet ist, daß am 17. Januar der Angeklagte den Werner wiederholt geohrfeigt hat wegen der verlogenen Aussagen betreffs des Verkehrs mit den Mädchen. Der Werner,hat, über diese Körperverletzung beunruhigt, zu allem: Ja gesagt -Als erwiesen erachtet ist somit, baß der Angeklagte sich der Körper ! Verletzung des Zeugen schuldig gemacht, ujn ihn durch Zwang zu einerÄussage zu nötigen. Daher wird nach § 228 und in idealer Konkurrenz mit 8 240 des Strafgesetzbuches die Strafe verhängt. Das Gericht ist der Ansicht, daß der Angeklagte kein Züchtrgungs- recht über den Werner hatte, auch war er nicht von den Eltern autorisiert. Nicht erwiesen ist (abgesehen von der Gewalt), daß die, Niederschrift unter Zwang, erfolgt ist. Der Angeklagte sei daher mit 100 M., im Unvermögensfalle mit 10 Tagen Gefängnis -zu bestrafen. Die Mißhandlung der Zimmeriuanm ist als erwiesen erachtet, und zwar ist der Angektagte hier als Pfarrer handelnd angesehen worden. Daher fällt die Frage über Beamtenqualität fort. Da ihm als Seelsorger keine Züchtigung erlaubt war, so sei er nach, 8 223, mit Rücksicht des Verhaltens der jZimmermanu, durch das er erregt war, mit 50 M. Geldstrafe,
!eventuell 6 Tagen Gefängnis zu bestrafen.. Ferner ist als erwiesen erachtet, daß die Zimmermann vom Angeklagten in dessen Wohnung bestellt worden lvar, in der dann auf die Kinder von dem Angeklagten eingewirlt wurde, das betreffende Schriftstück mit „Es ist wahr" zu unterzeichnen. Trotz des Leugne ns de§ Angeklagten ist als erwiesen a n z u - sehen, daß die Kinderdie reine Wahrheit gesagt haben. (Bewegung.) Es ist zweifellos erwiesen, daß er 1904 die Zimmermann verschiedene Male geküßt und zum -Lügen gegen die Mutter angehalten hat und daß die Kinder die Erklärung, daß ihnen nichts geschehen sei, unterzeichnet haben. Diese Erklärung hatte nur Sinn, wenn etwas vorgesallen war jDas ganze Verhalten des Angeklagten hat dem Gericht die Über- -zeugung gebracht, daß die Kinder die Wahrheit sagen, zumal sie -trotz aller Vorhalte -bei ihren Aussagen blieben. Das Gericht ist der Meinung, daß eine objektiv unzüchtige Handlung vorliegt. 'Ferner ist auch das subjektive Moment als vorhanden erachtet xworöen. Demnach ist die Anklage erwiesen, es tritt Strafe, nach s8 174 und nach 8 176 ei». Als Strafe ist erkannt: iw schwereren Falle Ztmmermann: auf eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten, firn Falle Schmidt von 6 Monaten. Die Gesamt st rase be st ragt ein JahrGefängnis und 16 0 M. Geld strafe. Außerdem hat der Angeklagte die Kosten zu tragen. Damit hatte gegen S l / 2 Uhr abends die viertägige Verhandlung ihr Ende erreicht.
nach ihrer Verhaftung kam aus 'der Provinz -di« Mel-
dtmg, haß Me Unglückliche dort ihre beiden eigenen Kinder, sowie zwei Nichten und Neffen, die alle in den letzten Wochen plötzlich gestorben -waren, offenbar ebenfalls erwürgt hatte.
Genickstarre. Aus Kattowitz, 10. April, wird ge- weldet: Während in den beiden vorletzten Wochen im effadt- und Landkreise Kattowitz eine Abnahme an neuen Erkrankungen an Genickstarre zu verzeichnen war, kamen nach amtlicher Meldung in der letzten Woche 47 neue &äWe und 25 Todesfälle zur Anmeldung. Dies find die meisten Fälle in einer Woche. Seit -dem ersten Auftreten der Epidemie find insgesamt 230 Fälle 'zu verzeichnen, davon 133 mit tödlichem Ausgange.
Gattenmordprvzetz. In München hat der Prozeß gegen den pra'kt. Arzt I)r. Braunstein wegen G-atten- mord-es begonnen.
Galerieeinsturz. Während -der Mendbetstun'öe stürzte in -der katholischen Kirche in Malsch eine an der rechten Seitenwand angebrachte -Galerie in einer Länge von 12 Metern unter donner-ähnlichem Getöse herab und begrub vier Kinder. Ein lljähri-ges Mädchen ist seinen -Verletzungen bereits erlegen.
Leichenfnnd. Seit Freitag wurde der Oberleutnant 'Scheuren von dem in Metz garnisonierenden Infanterie- Regiment -Nr. 146 vermißt. -Montag wurde fern Letch- n-anr 100 Meter oberhalb- der Schleuse des M-oselk-anals -ausgefunden. Man vermutet einen Unglückssall.
Der Jesmteugeneral Marti«, der vergebens in Pisa durch eine Rad-iumkur Heilung eines Krebsgeschwüres am linken Arm gesucht hatte, würde operiert und ihm der ganze Arm abgenommen.
Aus einer badische« Schnle. Iw Dürfe war es -Sitte, daß die Mütter der DBC-Sch'ützen vor dem großen Schulgang ihrer lieben Kleinen dem Lehrer 'Geldstücke gaben. D-iese Mrden dann den Kindern am Anfänge der ersten Unterrichtsstun'de ausgeteilt. Kürzlich kam em kleiner Knirps, die Tafel unterm Arm und reisefertig an des Lehrers Pult, legte seinen Nickel hin und ries: „Da hosch dein Zehner wider, i -geh lieber Ham !"
Dir Katastrophe in Madrid.
hd. Madrid, 10. April. Die Zahl der Opfer bei der Katastrophe des Wasserdepots ist noch nicht genau festgestellt, da eine Mrbeiterliste fehlt. -Es heißt, daß unter den Trüm'mern noch 08 Menschen -begraben liegen. Die Trauer ist allgemein. Die geschlossenen Läden trage« schwarzen Flor. Ans zahlreichen Fenstern wehen Trauerfahnen.
M. Madrid, 10. April. Bisher sind 42 Leichen und 87 Verwundete geborgen. 22 Arbeiter werden noch- v-er- m-ißt. Arbeiter in Gruppen zu 60 Mann graben tiefe Schächte, um die Verschütteten heraüf zu befördern. Des- insizierungsöfen stehen -bereit, um einer Seuche vorzubeugen. (L.--A.)
* Frau Kracht. Die im Detmolder Prozeß verurteilte Frau Kracht hat Revision eingelegt.
* Kiel, 10. April. Nach sechs-tägiger, unter Ausschluß der Öffentlichkeit geführter Verhandlung wurde -wie die „Kieler Neuest. Nachr." -melden, heute vormittag «Wirt Kriegsgericht des zweiten Geschwaders der Leutnant «zur See Lisch vom Lini-enschiff „Braunschweig" wegen -vorschriftswidriger Behandlung Untergebener, tätlicher Beleidigung und Verleitung zum Meineide -zu 1 Fahr 4 Monaten Zuchthaus und Entfernung -aus der Marine verurteilt.
* Stuttgart, 10. April. Vor dem Hiesigen -S-chwur-
gerich-t'chatte sich heute der verantwortliche Redakteur des „Si m p l i z i s s i m u s", Kinnekogel aus München, wegen Beleidigung des Königs von Sachsen zu verant- -wvrten. Der Anklage lagen zugrunde Titelbild- und Mgkeittext der ,,Simplizissi-mus"-iNummer vom 6. D-e- -zem'ber v. I-., betitelt: „Bange -Stunden einer hohen
Frau, Weihnachten im S-chnee". Die Verhandlung -endete mit Freisprechung unter Übernahme der Kosten -auf -die Staatskasse.
, Meine Chronik.
Vcrnnglnckte Bergleute. Auf der Zeche „Konstantin '4 bis 8" in Bochum verunglückten drei Bergleute; einer von diesen war sofort tot, die anderen wurden lebensgefährlich verletzt.
Bcrunglückte Touristen. Wie die „Schles. Ztg." -meldet, sind vorgestern -zwei Touristen aus N-eiss.e bei einer Partie -auf den Rotenberg im Altvatergebivge -durch -einen -lawinenartigen S-chne-esturz verunglückt. -Einer, der -Kaufmann Springer, ist tot, -der andere, der Kassen- ib-eamte -Lowag, erlitt drei schwere Rippenbrüche. Der Dritte Teilnehmer, der Photograph Winkler, b-lie-b unverletzt.
Diebsgesindel. Die Polizei in Osnabrück ist einem umfangreichen Einbrecher- und Hchl-erne-st auf die Spur gcto-iumen. Fünf Personen -wurden verhaftet.
... Im Irrsinn. Als die Eheleute Weber in Paris, wohl- habende Kausmannsleute, von -einer Besorgung heim- Dehrten, fastden sie ihren zweijährigen Sohn röchelnd vor.
snl)-c 'des Kindes fand man Würgspureu. Das Kind Sckw«ae^nE«ra,rs. Der. Verdacht lenkte sich auf die Ä m §us der Provinz zugereist war und sich
allem mit dem Kinde m der Wohnung b-esan-ö. Kurz
Ketzte Nachrichten.
Konti nental-Telegraphen-Kompagnie.
Köln, 11. April. Zum Brauerstrei'k iu Köln wird aris dem BopkotWützverband 'RheinffchMiLstfälischer Brauereien m-itgeteilt: Die für gestern abend angefetzt gewe-feuen Verhandlungen über Beilegung d-es Bvykvtts und Streiks in den Kölner Brauereien sind wegen der seitens der Arbeiterschaft gestellten Forderungen 'vollständig ergebnislos verlausen.
Hamburg, 11. April. Mit dem Dampfer „-Eleonore Wormann" traten gestern nachmittag 14 Offiziere -und lo Unteroffiziere zur Verstärkung der Schutztruppe in Kamerun die Reise nach -Du-a-Ia an.
Paris, 11. April. In- -der Ve rschwö r u ngs- LI n -g elegenheit hat der Untebfuchüngsrich-ter i'm Einvernehmen mit de-m Oberstaatsanwalt die bisher gegen die Verhafteten erhobene Beschuldigung des Diebstahls .militärischer Unisormstücke und des unerlaubten Besitzes von Kr-iegsmunitron in die Böschul-diguug auf Komplott gegen die innere Sicherheit des Staates" um° gewan sielt. (Nach Artikel 91 des Strafgesetzbuches, welcher Abschläge zur Anstiftung eines Bürgerkrieges mit üew Tode bestraft.) — 'Gegen den iHaup-tmann B-olpert ist ein HaftWf-ehl^ erlassen worden. Der Kaufmann Hansen, der nach -einer in seinem Bureau Vorgenommenen Durchsuchung Auch Humöur-g rctft wxxx, ist
abend wieder nach Paris znrttckgÄchrt. Er wurde gestern abend in Hast genommen, obwohl er in Her entschiedensten Weise seine Unschuld beteuerte. Hansen ist Vertreter einer Kölner Glühlichtlampenfabrik und einer schwedischen Petroleumofenfabrik.
Rom, 10. April. (Agencia Stesa-n-i.) Der Minister des Äußeren Trttoni. erklärt, daß die ihm zugeschriebene Unterredung mit einem Vertreter des Pariser Matin" über d-ie Marokko-Angelegenheit -völlig erfunden "sei.
Algier, 10. April. Nach ^ü-em -Gefecht bei UÄja fanden die marokkanischen Truppen zahlreiche Gewehre vier Kästen mit Patronen, sowie die Überreste der e-tiigigen Kanone des Prätendenten auf dem Kampfplätze. Die Verluste des Prätendenten sind sehr beträchtlich. Es waren 10 Fr-ank auf den Kopf eines jeden Rebellen gesetzt. Die 'Truppen des Sultans hatten einen Bcrlust von nur 10 Toten und ungefähr 20 Verwundeten.
Pretoria, 10, April. (Reuter.) Wie die Zeituna „Pretoria News" mitteilt, ist unter den Eingeborenen eine Bitts-chvkst im -Um-laüs und bereits von 33 000 Eingeborenen unterschrieben worden, die dein König überreicht webden soll, in welcher die Bitte ausgesprochen wird die Regierung möge bei -der Abfassung der neuen Verfassung für Transvaal auch die Interessen der Eingebor--nen b-erücksichtigen, die bedroht würden, wenn alle Macht in die Hände der Weißen gelegt würde. Das genannte Blatt sagt, die Bittschrift sei fast identisch'mit der -bÄann- ken Petition, welche die Uitlanders vor dem Aushruch des Krieges an die Regierung gerichtet hätten.
Depeschen bureau Herold
Köln, 11. April. Die Verhandlungen zwischen der Boykott-Kom-mission und dem Syndikat der Brauereien
Abrnd-Arrsgü-ve. 1. Klatt. A-. 1?%.
verliefen ergebnislos. Die KaMn-al-iFord-erung: stellung -aller Ausgesperrten, wurde abgel-chnt. Es w-uvds -zugestanden, soweit noch Posten frei sind, Aus-gespeM einznstellen. Es ist möglich, daß -der Kampf auch aus Rheinland-Westfalen überspringt. (Vorwärts.)
München, 11. April. Zum Kommandanten des 8. Armeekorps wustde L'er Div-isionAomwanü-e-ur in NürN' berg, General Freiherr vonderTann und zu feinenr Nachfolger in dieser Stellung General v. Sterne öS ernannt.
Pans, 11.. April. Wegen Teiln-ah-me an der Dcm» b-urlm-Verschwörung wurde der Agent Hanssen verh-aft^^ der sich zuletzt in Hamburg un>d Brüssel aufhielt. Ein Freund Tamburinis, Kapitän Volpert, ist flüchtig- Mehrers Offiziere, die dem in Vou-ziers garnisonierendLN Kurassler-Regiment angeh-ören, erh-ielteü die bestimmte Zusicherung von 10 000 Frank für jeden Offizier, welchek -stch von Tamburini anwerben lasse. (L.-A.)
London, 11. April. Der Berliner Vertreter des „Stand-ard" telegraphiert, daß der neue Vertrag, iv-elchek zwischen Deutschland und Marokko abgeschlossen worden ist, dem Deutschen Reiche keineswegs ein Monopol oder besondere Rechte zusichert. Der neue Vertrag sichere die Kusten-schlffahrtsrechte, -aber nur gleichmäßig mit dsn anderen Mächten. Der deutsche -Geschäftsträger Tanger habe -den Inhalt d-es Vertrages den diplomatischen Vertretern aller Länder in Tanger mitgeteilt. Dies, geschah -mit der Ab-sicht, alle Mißverständnisse zu v-ermeiden- Tie Meldung, daß Italien^ zwischen Deutschland und Frawreia) vermitteln w-ill, sei zum mindesten verfrüht-- Tre deuMe Regierung habe bisher keinerlei Mittellung von einer solchen Absicht Italiens erhalten.
_ Sofia, 11, April. Der aus Mentone heim gekehrt Pre'mierwinister, General Petrow, erklärte, Fübst Ferd-i- n-and habe bei seiner Europa-Mmvbreiise die llb-erzeugüng gewonnen, ö-aß -die Interessen d-er Mächte für d-as w'alkc- oo.nksche Reformwerk iw Wachsen begriffen seien. Die Erklärungen Lansdowmes würden die Ruhe in Makedonien sichern, weil sie das Vertrauen der Bsvölkeriiüg -auf eine bessere Zukunft stärken müßten. Bul-garien würde seine Friedenspolitik fortsetz-cn.
. Sofia, 11. April. .Aus Tschepelarc, Rhvhope-'Ge'birge. w-rr.d gemeldet, daß ein türkischer Grenzp-ästen sechs birl- g-arffche Bauern -gefangen und nach -der .Türkei geschleppt habe. Die Nachricht verursacht im Publikum und in der Presse große Erregung. (Boss. Ztg.)
New York, 11. April. Die 2. Eskadron des Iß- K'av-allerieMegiments meuterte, weil ein Oberleutnant der Mannschaft 'mißfiel. Sä-mtlich-e 65 Gemeine wurden verhaftet. Die revoltierenden Truppen garnifonieren im Fort Ethan Allen in Neu-England.
hei. Kassel, 11. April. Die -Genickstarre tfi auch hier ausgebroche-n. Der Kanonier Apcl aus Bochum von der 1. Batterie des hiesigen Artillerie-Regiments ist au der Krankheit gestorben. Weitere 20, Mann, ^ die ebenfalls an -Genickstarre erkrankten, wurden in Baracken untergebracht. (B. T.)
llck Hamburg, 11, April. Das KarlSchultze- T.heater ist gestern geschlossen worden, nachdem die Direktoren ^.ull und Schnitze den Konkurs ang-emeldet hatten. Das Theater wird zuin 1. Mai von Direktor Monn übernommen werden.
bä. Berlin. 11. April. Madame Akte von Ser Pariser Großen Oper, die zurzeit in Dresden aastiert, wirb im Mai int Öiettflen komMchen Opernhause als Elsa im „Lohengrin" un» al» Margarete in „Faust auftretcn.
bä. Amverg, 11. April. Der F o r st m e i st e r Köhler, der sich am letzten «amstag von Frendenberg aus zur Jagd veaav und bisher nicht zurnckgekehrt ist, wurde nun-mehr mit durch- schvssenem Kopfe tot aiifgefunden. Ob ein Unglücksfall oder ein Verbrechen vorliegt, ist noch imbekannt.
pd. London 11. April. „Exchange Telegraphen Comvamff meldet aus La ho re, die Gesamtzahl der bei der Erd- b e B e n-K a i a st r o p h e ums Leben Gekommenen dürfte 10 000 übersteigen.
UolkswirLschaMiches.
Geldmarkt.
Frankfurter Börse. 11. April, mittags 12V- Uhr. Kredit? Aktien 208.60, Diskonto-Kommandit 190.60, Deutsche Bank 242.10, Dresdener Bank 158.80, Staatsbahn 141, Lombarde» 16.50, Laurahüttc 276.50, Bochumer 251.75, Gelsenktrchener 229.80, Harpener 212.30. Tendenz: ruhig.
Wiener Börse. II. April. Österreichische Kredit-Aktien 663.75, Staatsbahn-Aktien 658.75, Lombarden 89, Marknoten 117 . 18 . Tendenz: ruhig.
WeiterMenft
der Landwirtschastsschttle zu Weilburg^
Voraussichtliche W i t t e r u n g fÄ M i ttwo ch, den 12. April 1606:
Zeitweise windig, vorwiegend trübe, etwas kühler, geringe Rcgenfälle.
-Genaueres durch -die Weilbur-ger Wetterkarten (-monatlich 80 Pf.), welche an der Plakattafel des Tagb-latt- Hauses, Laugg-asse 27, täglich -angeschlagen werden.
Geschäftliches.
Für Haushaib KüßheisNie condensirfe
AipenmilcfiNesne
unentbehrlich,säuerf nicht stets gebrauchsfspiig als Sahna hKaffee Sie e, ab Müch f. Kakao, Chssol.Ä Speisen.
Bir Ake«d-A«sgckbK rrmfatzt 1» Kette«
Leitung: W. S ch u l t e vom Brüh!.
Verantwortlich,r Reditteur för Politik und Feuilleton: W. Schulte dom Bcübl in Hdnncnberg; iür den übrigen redaktionellen Teil: (£. RStberdt: für die Anzeigen und Reklamen: H. Dornau!; beide in Wikibsde!,
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