Wiesbadener Tagblatt.
Aben>-Arr»s«dr, 1, K!arr.
Kam-t«s, AS. MSv? 1SY».
As. 144.
Lahn erhalten. Als Notbehelf ist der Feldweg auf der linken Seite Vorgesehen, der nur von leicht -beladenem Fuhrwerk in einer Richtung befahren werben darf. Der Feldweg auf der rechten Seite, besser und breiter -ge- vßasiert, darf auch von schwerem Fuhrwerk in jeder Richtung befahren -werden. Daneben werden Ausweiche- steüen angelegt. Ich glaube nicht, daß ein subjektives Verschulden einem Beamten der Bauverw-altung vorge- morsen werden kann. Stadtverordneter Kraft: Ich kann nicht -zugeben, daß eine höhere Macht mitgewirkr hat. Der .<dcrr Regierungspräsident hätte die Genehmigung zur Schienenlegung jedenfalls auch ein Vierteljahr früher gegeben. Die Genehmigung rechtzeitig nachzusuchen, ist verbummelt worden. Mit Ausweichestellen kann man unmöglich operieren. Bürgermeister Heß: Wenn es feststeht, daß Li- Eisenbahn keine Erleichterung schaffen kann, bann möchte ich doch Herrn Kraft um Vorschläge Litten, was zu tun ist. — Stadtverordneter Kraft: Wenn man darauf hiuweist, daß die Heuerlöschgeräte- und Sanitätswagen auf der Straße nicht fortgeschafft werden können, , dann muß doch wohl der alte »Güterbahnhof in Anspruch genommen werden. — StaLtrerordneter Simon Heß: Ich habe mit Fuhrleuten gesprochen, die riesige Quader für Len Kurhaus- ueubau vom neuen Güterbahnhof abge-holt haben. Die ^euie haben mir gesagt, daß sie öfters stundenlang an einem Platz halten müßten, und der Bauführer erklärte mir, daß er den Bautermin nicht einhalten könne, wenn die Steine nicht rechtzeitig an gefahren werden könnten. Der Herr Bürgern,eist«r dürfte bei der Verhandlung -mit der Eisenbahnbehörde auch- einmal auf diesen Umstand Hinweisen, damit vielleicht die Steine am alten Bahnhof avsgeladen werden können. — Stadtverordneter B e ck e l: Ich wünsche, daß auch nachts gearbeitet werde. - Ich halte cs durchaus nicht für unmöglich, daß der alte Bahnhof noch einmal zum Ausladen benutzt wird, dort hat man doch verschiedene Ausladegeleise. — Stadtverordneter S ckirö der : Wie ich gehört habe, sollen auch die Arbeiten des" Gas- und Wasserwerks nicht so rechtzeitig geschehen sein, als cs im Interesse der Fertigstellung der Straße erwünscht gewesen wäre. Differenzen zwischen den Rcssortvorstehern sollen schuld an der Verzögerung gewesen sein. Im übrigen meine ich, dürfte man auch einmal die höhere Instanz der Elfenbahnverwaltung an- rnfen. — Bürgermeister Heß: Bon Differenzen
zwischen Gas- und Wasserwerk und Grnnncnr-erwaltung weiß ich nichts. Das Gaswerk hat keine Verzögerungen bervvrgerufen, dessen Arbeiten sind längst vollendet. Für die Weigerung der Eisenbahnbehördck, die Benutzung des alten -G-üterbahnhofes zu gestatten, ist der Hauptgrund der, daß jetzt die Zahl der über die G-ütergeleise in die Bahnhöfe ein- und auslaufenden Personenzüge bedeutend vermehrt ist. Würden Güterzüge in die alten -Geleise geleitet, dann seien die Personenzüge unter Umstünden gefährdet. — Stadtverordneter Kim mol: Vielleicht ließe sich das -Geleise der alten S-Hwalbacher Bahn zur Bewältigung des Güterverkehrs am neuen Gicterbahnhof verwenden, wenn es bis in die Nähe der Rüdeshei.merstratze hergestellt würde. . Stadtverordneter v. E cl: Bon der städtischen Verwaltung ist in diesem Falle alles geschehen, was.-geschehen konnte,' .'die Bor- eosirsc haken keinen Zweck, so lange nicht Vorschläge gemacht werden, wie dem Ubelstande abzuhelfen ist. Die einzige Frage ist die: Hat die Eisenbahn die Stadt rechtzeitig von der. beabsichtigten Eröffnung des G-üterbahn- hofes benachrichtigt. So viel ich weiß, ist die Stadt nicht benachrichtigt worden. Nun können wir nur etwas tun: wir müssen möglichst schnell pflastern. Dann müssen wir aber auch den Magistrat ersuchen, daß er die Zufahrtsstraße zum Hanptbahn-hos rechtzeitig fertig stellt, denn -hier kann er sich nicht daraus berufen, daß ihm der Er- öfsnnngstermin nicht bekannt gewesen sei. Einzelne Zufahrtsstraßen, z. B. die Prinz-Jöachimstraße, könnten jetzt schon in Angriff genommen werden. — Stadtverord- jtcier Esch: An der Dotzheimerstraße wird nachts gearbeitet.' Jetzt ist die Sachlage in der Dotzheimerstraße nicht mehr so schlecht wie vor 14 Tagen. Ich habe- gestern einen Zweispänner gesehen, der 80 Zentner geladen hatte, und eS ging ganz flott. — Stadtverordneter Dr. Oe Huer: Wenn man Herrn Kraft Hört,. muß man
glauben, an der Kalamität fei nur die Stäöi, und das Bauamt schuld. Der Stadt sind Hindernisse in. den Weg »gelegt -worden, für die sie nicht verantwortlich gemacht -worden kann. 'Die Eisenbahndirektion hätte mit der Stadt Hand in Hand arbeiten sollen, das-hat sic nicht getan. Der Personenverkehr ist schön seit dem 1. Mai 1904 so uUlsan,,reich wie heute, und was bis zum 15. Oktober aegan-aen' ist, das sollte auch bis heute gehen. Wir sind nicht schuld an den Zuständen in der Dotzheimerstraße, sondern die Eisenbahndirektion. — Stadtverordneter Dr. Drei)-er: Der Vorschlag des Herrn Kimme! scheint ganz praktisch zu sein. Ich möchte die Tiefbandeputation heute bevollmächtigt wissen, daß . sie eine V-erbindungs- strahe im Sinne des Kim-melschen Vorschlages Herstellen küßt, wenn sie denselben für richtig hält. — Stadtver- vrdu-eter Bl u me : Ich kann den Vorschlag des Herrn Kraft nickt unterstützen. Die Herstellung einer solchen Verbindung -würde viel zu kostspielig und zeitraubend. Meiner Ansicht nach mutz es auch so gehen. — Stadtverordneter B ü d i ngen : Vqz- allen Dingen dürfen Me Fuhrleute nicht so schwer laden, statt hundert Zentner vielleicht nur fünfzig. Es wird genügen, wenn die Po'lizcidirektion für die Dauer der jetzigen Zustände eine Verfügung erläßt, wonach zu schwere Lasten auf der Dopheimerstratzc nicht gefahren werden dürfen. — Damit wird diese Angelegenheit verlassen. — Bei der Vorlage: Errichtung einer Se kre t ü rste l l e b e i der
S re n e r ve r w-a l t u n g für Erhebung -der Kanal- benntzungsgcbnhr fragt Stadtverordneter Simon Heß, -ob es denn absolut notwendig sei, daß schon wieder eine neue B-eamtenstelle geschaffen werde. Es sei doch bekannt, daß das Stockbuch- bald zu existieren aufhöre, dann werde die Abteilung III sehr 'entlastet, viele Beamten dieser Abteilung.würden dann fast gar nichts zu tun haben. — Bürgermeister Heß erwidert, diese Frage solle erwogen roerden. der Finanzausschuß könne ja Herrn Beigeordneter Körner und Herrn Stadtkämmerer Dr. Scholz zu seinen Beratungen zuziehen. — Die Wahl eines Mitgliedes des W ah l a u ss ch usse A fällt auf den Stadtverordneten Weidmann. Eine Anzahl anderer Punkte der Tagesordnung und verschiedene Neueingänge werden den zuständigen. Anssthüffen überwiesen. Hierauf Schluß der Sitzung um 7 Uhr.
Aus KLadt und Kund.
Wie -K b a d e n, 25. Mär-z. 1 Aus dem Stadtparlament.
Wie vorauszusehen -war, hat der Bezirksausschuß die Kan-albe n ntz u-n g s-ckMe-b-ü h r e n-o r-dn ung nicht so glatt -genehmigt, viel ist es jedoch nicht, was er ansznsetzen hat, und da er selbst den Fingerzeig gibt, wie die'Sache in Ordnung gebracht werden kann, wird die cndgültiae Genehmigung d-och- nicht allzu lange auf sich warten lassen. Der Bezirksausschuß weist -darauf hin, daß nach § 7 des Kommunalabgabengesetzes Ausnahmen in Stcuera-esetzen nur zugunsten Nkind-cr- bemittelter getroffen «erden können, Laß man also auch nicht sämtlichen Mietern von gewerblichen Zwecken dienenden Räumen die Vergünstigung gewähren kann, ohne Berücksichtigung des Einkommens nur 1 Prozent Kanal- benutzungsgebühr zn bezahlen, es müsse vielmehr eine Eir.'kc-m-mensgrenze festgesetzt wenden, bis zu -welcher die Ermäßigung gewährt werden solle, und da schlügt der Bezirksausschuß 5000 -Bl. vor, denselben Satz, welchen auch der -MagistratIeni-wurf in seiner ursprünglichen Fassung angenommen hatte. Der Begriff .„Minder» bemittelte" wird also noch ziemlich weit gezogen, freilich, der Mann mit einem Einkommen von 10 000 M. ist gegenüber dem Manne mit einem Einkommen von 15 000 M. zweifellos ein „Minderbemittelter", und analog verhält sich's auch hier, so daß sich ohne allzu große juristische Spitzfindigkeit der Begriff Minderbemittelte ans Leute mir einen! Einkommen von 5000 M. schon «nwenden läßt, wenn man sie solchen mit -höherem- Einkommen gegen- über stellt. Um Weiterungen aus dem Wege zn gehen, aenehmi-'.te die Stadtoerordneten-Versammlung die von dem Bezirksausschuß vorgeschlagene und von dem Magistrat beantragte Fassung. Der Bauentwurf der R iederb erg schule, der sich ans der Zeichenkarte mir seinen Terrassen ungemein hübsch ansnimmt, -wurde genehmigt: die Ban'nmme ist auf 424 000 M. festgesetzt worden, und ziemlich energisch erklärte der Referent des Banansschnsses, der Baualrsschuh beantrage, dem Entwurf zuzustimmen und die Bausumme zu bewilligen, ciber Uberschreitunqen in keinem Falle mehr zu geneh- iniaen. Man «reift dem -Stadtbauamt ordentlich in -die Mähne. Die Äureguna, welche Herr Justizrat Dr. Alberti in der letzten Sitzung bezüglich einer allgemeinen Wohnungsdesinfektion gegeben hatte und welcher sich Herr Di-. Cnntz mit -dem Wunsche anschloß, -daß dieselbe wenigstens Unbemittelten gratis und wenig Bemittelten zn billigeren Preisen gewährt werden möge, -hat insofern fruchtbaren Boden gefunden, -als der Bauausschntz nnn- mchr eine Resolution vorschlug, es möge dem Magistrat anheimg-e geben werden, ob und in welchem Umfange die -Wohnnngsdesinfekti-o n nach Fertigstellung der Desinfektionsanstalt kostenlos erfolgen solle. Man -will erst ab- -warten, -wie der Hase läuft, ob die Anstalt einigerm-asien rentabel wird und so weiter. Die lebhafteste Diskussion ries die Kraftsche Anfrage -wegen -der Dotzheim erstraße hervor. Wir haben schon mehrmals -G-cleqeuhe.it gehabt, -die himmelschreienden Zustände in der Dotzheimerstratze znm Gegenstand von Erörterungen ?«i: machen, der Magistrat und die Eisenbahndircktion. der Polizeipräsident und der Regierungspräsident haben sich bereits eingehend mit der Angelegenheit beschäftigt, trotzdem darf man sich freuen, daß sie auch einmal in, Staütparlain-cnt zur Sprache gekommen ist. Man hat auch-diesmal vielfach dem Stadtbanamt die Schuld an der zerfahrenen. -Wirtschaft in die Schuhe geschoben, und auch Herr Kraft wetterte gestern in erster -Linie über das Stadtbanamt. Aber man tut ihm unrecht, wer die Ncn- vilasternng der Dotzheimerstraße von ihrem ersten Stadium an genau verfolgt hat, der weiß, daß die Verzögerung. zunächst wegen der Schieneulegung entstand, und daß -man im Stadtparlament selbst ausdrücklich gewollt hat. daß nicht gepflastert werde, bevor die Schienen gelegt seien. Als dann der Regierungspräsident die Erlaubnis zur -Anbringung des Straßenbahn-geleises- gegeben hatte, kam ein schwedischer Streik der Steinliefc- rnng in die Quere und zuguterletzt eröffnet« die Eisen- ba-hndirektion den neuen Güterbahnhof beinahe plötzlich und obwohl sie wußte, daß es noch an einer geeigneten Znsahrtstraße fehlte. Die größte Schuld an den traurigen Zuständen in der oberen Dotzheimerstraße trägt die Effcn-bahnbehörde. Vielleicht hätte auch die Stadt die Eisenbahndirtzktion nachdrücklicher darauf aufmerksam wachen können, daß es durchaus untunlich, ja, beinahe »mn-öglich sei, den Güterbahnhof dem Verkehr zu nb-cr- geben,' so lange nickt die -Dotzheimerstraße fertig ausgebaut. Jetzt scheint in der Tat möglichst rasches Arbeiten, unter Zuhülsenahme der' Nächte, das einzige Mittel, welches uns. am ersten aus der verzweifelten Situation retten kann, wenn nicht dock die Eisenbahndirektion nachträglich die Sache in der Weise arrangiert, daß sie -den alten Güterbahnhof noch auf einige Wochen dem Verkehr über- gibt. •_ , d.
— Matinee im Königlichen Theater. Um den erfolgreichen .Abschluß der morgigen vielversprechenden Ver- au'staltüng im Königlichen Theater znm Besten -des neuen Schiller-DenkmalS haben -sich durch kostenfreie Leistungen und Lieferungen, letztere bestimmt für das zu errichtende kalte Büfett, besonders verdient gemacht die nachgenann- tcn Personen -und Firmen. Es liefern die Programme: Rudolf Bechtold u. Ko., das künstlerische Titelblatt hierzu: Kaspar Kögler: Blumen: Ernst
Wahl, Weber u. Ko. und Schröder u. Born: Tafel- bier: die Germania-Brauerei Wiesbaden: S-ckt-
spenden: Senkel u. Ko. <„Henkel Trocken"), C. H. Schultz („Grün Lack extra sec"), Matheus Müller („Extra"), G-ebr. Höhl („Kaiserblumc"), Sühnlcin u. Ko. („Rheingold"), Burgesf u. Ko. („B-nvgcff Grün") und Fuchs! u. Werum („Moussierender Hochheimer"): V-üiettausstattung: August Engel, Foyer-
Restaurant Ehr. Klauer, Wilheln,. Ruthe, Hoflieferant, Kurhaus, E. Grcther Söhne, C. Acker Nachfolger Hees, Hrch. Kürzer, Zentral-Bvdega. Web-ergasse, C. Mertz, Wilhelmstraße, Restaurant Mutter Engel, Nassauer Lief, Rhein-Hotel, Hotel Metropole, W. Maldaner, Hos- kond-itorci G. A. Lehmann. Es gebührt allen Spendern Dank und Anerkennung und darf nun wohl auch erwartet werden, daß der .Besuch der Matinee ein vollzähliger werden wird. Namentlich dürften die -hiesigen
^tVit S.
Kurfremden gern die Gelegenheit ergreifen, ei-n-er so seltenen Veranstaltung in so glänzendem Rahmen bei- zuwohnen. Auch unsere Schüler sollten bei der Vorstellung nicht fehlen. Die Eintrittspreise sind die gewöhnlichen, so daß jedermann- in der Lage -ist, aw dem -Feste zu Ehren Schillers teilzunehmen.
o‘. Todesfall. Gestern abend ist Herr Privatier -Georg R ü h l von hier im Alter von 64 Jahren- nach län-gercm Leiden gestorben. Der Verstorbene w>ar früher Inhaber eines unter der Firma E. L. Specht & Co. in der Wi'lhelm-straße -bestandenen Stickereigeschästs. Er nahm auch an den ösfentkichen Angelegenheiten unserer Stadt regen Anteil und wurde s. -Z. in den früheren G-ürger- ausschuß berufen, de'm er eine Reihe von Jahren angehörte. Allgemein bekannt und beliebt war er auch durch seine aktive Mitwirkung in der Gcksell'schaft ,-Spru-del". In den Spriröelparlamenten vertrat er die Stelle eines „Reichskanzlers" und behandelte als solcher -die hohe Po'l-itik mit so viel tressen-dem Witz, ö-atz er immer als einer der gefeiertsten S-prudelredner galt. In d-ie-sen Kreisen, wie über'hanpr überall da, wo man den Verstorbenen -seines biederen Wesens 7-alber -schätzen gelernt, wird sein verhältnismäßig früher Tod aufrichtig Bedauern erwecken, sein Andenken aber in Ehren bleiben.
-jck Das Krieger-Denkmal im Nerotal. Für den KreiS-Kr!c»zcr-Vcrband WieS-baden-Stadt erläßt dessen Tenkmals-Kom-mission, bestehend ans -den Herren E. R u m v f, Schrchinachermeister, C. K l e i n , Leutnant -der Reserve, BerHairds-Vovsitzender, und G-. -Sch lin k, Architekt und Oberleutnant der Landwehr, nachstehenden Aufruf: „Jur Jahre 1878 -wurde zur Erinnerung an die im glorreichen Kriege 1870/71 gefallenen An-gehüri-gen der naffauischen Regimenter 87 und 88 ans Mitteln, die von Offizieren und Mannschaften dieser Truppenteile ausgebracht waren, das Krieger-Denkmal im Nerotal zn Wiesbaden errichtet. Die Figur, sowie der Sockel dieses Denkmals sind im Laufe der Jahre -durch- Witternugs- «inslüff« derart mitgenommen worden, daß ihre völlige Erneuerung dringend erforderlich erscheint. Hierfür ist die Bereitstellung einer Kostensum-m-e von rund 17 000 M. nötig. -Mit diesem Betrage -wird es zu ermöglichen sein, ein Denkmal in der bisherigen Form zu erstellen, das, ans Bronze und Granit -aeschassen, Jahrhunderte überdauern wird. Der nnLerzeichnetc Kreis-Krieger-Berban-d wendet sich zwecks Erlangung dieser Mittel in erster Linie an alle alten Krieger, insbesondere die früheren Angehörigen der naffauischen Infanterie-Regimenter Nr. 87 und 88, ferner an -die jetzt aktiven Kameraden dieser Truppenteile, endlich an die ganze- Bevölkerung Wiesbadens. . Es ist eine Ehrenpflicht jedes alten -Soldaten, die "Erinnerung' an seine in dem siegreichen Kampfe von 1870/71 gefallenen Kameraden nicht ersterben zu lassen, sondern durch Errichtung eines würdigen Denkmals dafür -zu sorgen, daß die Taten jener Braven und das leuchtende Vorbild, welches ihr Heldentod fürs Vaterland -nab, den kommenden Geschlechtern sichtbar und augenfällig stets ins Gedächtnis gerufen werdest Es liegt aber auch im Interesse der Wiesbadener Bürgerschaft, daß ein geschmackvolles Denkmal den Eingang des schönen Nerotals schmückt." — Spenden für den Bau des Denkmals, über die öffentlich quittiert wird, werden entgegcngenommen von den Mitgliedern der DenkmalS-Ko-mmiffion, auf/dem Botenamt der Kgl. Regierung, B-ahnhofstraße, aus dem- Botenamt im Rat» banse, auf der Wache des Polizeidienstaebändes in der Friedrichstraße und im Verlag des „Wiesbadener Tagblatt", Lan-ggasse 27.
— Der „Allgemeine Vorschuß- und Sparkajscn- Werein E. G. m. b. H." hält -heute abend 8s^> Uhr iur Garten sa-ale des „Fried-richshofs" seine ordentliche General-Versammlung ab, worauf die Mitgiieder desselben auch hierdurch aufmerksam gemacht seien. Die Tagesordnung ist wichtig und enthält u. a. die Nemvahk bezw. Wiederwahl des Direktors und des -Kontrolleurs, sowie den geplanten -Ankauf eines NachbargrundstückeS zur Abrnndung des Vereinsgrun-dstückes Mauritius- straßc 5. Letzterer wird im Hinblick auf die fortwährende Ilusdehnnng des Geschäftes, welche eine Erweiterung der Vetriebsränme in iricht ferner Zeit nötig machen dürfte, empfohlen werden.
— Die Kolonial-Gesellschaft Wiesbaden hielt am 23. März -ihre 22. Generatversamw-lung im „Europäischen Höf" ab. Ans dem Jahresbericht, welchen der . Vorsitzende erstattet, ist -zn entnehmen, daß die Gesellschaft 319 Mitglieder zählt und im Jahre 1904 9 Vorstands- sitzungen und 1.2 Versammlungen abhielt. Elf Vorträge, teilweise mit Lichtbildern, fanden statt außer Hcn regelmäßigen wöchentlichen Znsammenkttüf-teu. In den Vorstand traten neu ein General Bennin, Oberst Wensel-ow und Exzellenz General v. Falkcnhanßen, und Zwar an Stelle der Herren Postdirektor Schlw-artz und Exzellenz v. Bartenwerffer, welche von -Wiesbaden verzogen und des Herrn Telegrcrphendire-ktor v. Seckendorf, welcher aus -Gesundheitsrücksichten aus dem Vorstand ausschied. Die Einnahmen betrugen 8026 Mk., die Äusgäb-en 7274 Mark, unter letzteren befanden sich ca. 3000 Mk. für die notleidenden Ansiedler.Deütschsliidwe-stafrikas und 135 Mk. zur -Unterstützung kolonialer Vereine. Die AnsknnftS- stelle für Auswanderer steht unter 'Herrn Kolvnie->Direk- tor a. D. Canstatt und die Bibliothek des Vereins unter Herrn Hofrat Westberg. Mit anderen nationalen Vereinen hier hat die Gesellschaft 'Fü-hlnng behalten. Der Bericht geht sodann über zu dem Ausstand- in Deutsch- Süd,westasrika und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die geschädigten Ansiedler und Gesellschaften genügend ent« schädigt werden müssen, denn nur so sei der Kolonie es möglich, sich von dem schweren Schlage zu erholen. Erfreulich seien die Fortschritte, «welche unsere anderen Kolonien im Jahre 1904 gemacht hätten. Eine Anzahl neuer Ge>selljchasten hat sich gebildet und in allen Kolonien seien Eisenbahnen von der Kiffte ins Innere teilweise schon im Betrieb, wie in Kiautschon, teilweise km Vau begriffen und mit Ende des laufenden oder SeS nächsten Jahres beendet. Auch der G-eldverkehr hat sich bedeutend verv-vllkominnet. In Deutsch-Ostäfrika i-st ein festes Verhältnis der Rupie «zur Mark eingeführt/koloniale Banken haben sich gebildet und auch Kolon'ialban-k- noten kommen nächstens, in den Verkehr. In allen Koro» nien hat sich der Umsatz vergrößert und daß-derselbe nicht so unbedeutend ist, geht schon daraus hervor, daß einige
