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g<ftg G. DierrsLag. 7» Märr 180S. WissbaSrner TagbLatt. MosgL»-A«sgKbr. 1. Matt. Da. 111.

MaM verfertigten Zeichnungen de« MalmeSiUMs FvaU R. besprochen werden. Es heißt dort: Die vorMglichen fomnambnten HetchnrmgG hes Malmodiums Frau A. haben bereits ihre industrielle Bevwertung gesunken. Girre FübE hat diese herrlich schönen Muster mit ihren prächtigen KarbenrivirktttMn und eigenartigen Ideen aus seinem Bep«tsammet naturgetreu miedergeg-eben, um ihnen auf Divankissen und Salondeckchen die weiteste Ver­breitung angÄüeihen zu lassen. Die Fätzrick ist die erste in Deutschland, die für die spiritistische Bswogung auf siese Art gleichsam Propaganda macht und die Kissen als Kissen mit okkulten Mustern" ln den Handel gebracht hat.

Nach dem Tode dekoriert. Man schreibt derZeit" aus Krakau: DieWiener Zeitung" vom 3. d. M. ver­öffentlicht im amtlichen Teil, daß dem ZivllivachtnspeTtor in Krakau, Karl Tichy, aus Anlaß seiner erfolgten Ver­setzung in den dauernden Ruhestand das silberne Vcr- Ärenstkrenz mit der Krone verliehen wubde. Der arme Tichy! Wenn er's wenigstens erlebt hätte! Die Ver­setzung Dichys in den Rnhcstand erfolgte nämlich vor einem halben Jahre,' vor etnsm Monat starb er, und nun kommt erst dieWiener Zeitung" mit der angeneh­men Überraschung. In den österrerchischLn Beamtenkreisen Sann iNan es sehr weit bringen, Mail muß es nur er­leben!

Netter Bruder. Gegen den Leiter des Lyoner Waisenhauses, Dclesidres, einen Klosterbruder, sind An­zeigen wegen widernatürlicher Unzucht bei Gericht ein­gelaufen. Die Prüfung derselben hat ergeben, daß die Aussagen der Waisen aus voller Wahrheit beruhten, wcs- habb es zu einem Strafverfahren kommen wird. Der LÄrefsonhe Klosterbruder hat übrigens bereits eine Ge­fängnisstrafe von 4 Jahren wegen gleicher Verbrechen tutet Schwurgericht Midiktiert erhalten, weshalb es er­staunliche ist, baß ihm die Leitung eines Wäisenhauses an- verlraut werden konnte.

Fabrik-Brand. Die Zuckerraffinerie in Gkrivan HBöhmen), die der Firma v. LieÄig gehört, ist nachts gbgebrännt. Die Fabrik, eine der größten Raffinerien Österreichs, war auf eine Jahr eshrodüktion von 800 000 Ms 700 000 MeterzorAner eingerichtet nstd beim Asse- LuranzverÄn österreichischer Zuckerfahsti'kanten auf meh­rere Millionen versichert.

Der Bergsturz vom Fledooberg zerstörte die Straße Niva-Campi. Auch im Fümotale versperrte ein starker Bergsturz den Taleingang. In vielen anderen Teilen SMlirols, wo jetzt Her Föhn weht, sind zahlreiche Lawinen nn>d Felsstürze, weil der neulich gefallene Schnee schnell schinilzt, niehergegangen. Im E'tschtal ist kein Schnee mehr.

Rermtiersenchc. In ö^ert Tnngitsentundren hinter Durnchansk ist unter den Renntieren eine Seuche aus- gebrochen, welcher 30 000 Tiere zum Opfer fielen. Meh­rere» Tungnsen, welche das Fleisch der erkrankten Renn- trcrg genossen, starben.

Eine.große Fenersbrnnp brach in South Shields ('Grafschaft Durham) in den . neuen, zum Belaidcn der Kohlenschiffe dienenden Kais am Tyneflusse aus. Die Kais, deren Werft aus nahezu 200 000 Lstrl. geschätzt wird, find vollkommen zerstört, ebenso eine große ^ Menge von Maschinen neuester Bauart, die zum Befrachten und Löschen der Schiffe dienten. Die Flaimmen hemächAurten sich außerdem eines großen hölzernen Schuppens. Eine Utlmenge Holz ist verbrannt, 50 Eisen'bcchnwagen fin'& zerstört. Der DampferJohannesburg" ist durch das Feuer stark mitgenommen.

Gin z« teurer Graf. Eine schwere Enttäuschung erlöbte bei seiner Ankunft in New York der italienische Graf Charles de Cini. Er kam in der Absicht, Miß Elisabeth Howe aus Pittsbuvg, eine Erbin von 40 000 000 M., zu heiraten, un>d mit ihm kamen ein eng­lischer Kammerdiener und 31 Gepäckstücke. Rach seiner Lan'dung erfuhr er, daß die von ihm erhoffte Braut einen Dag vorher einen alten Spiolkameräden, den Rechts- anlwalt Frank Sproull, geheiratet hatte. Nacktem sich der Gras von der Tatsache der Trauung liberzeugt hatte, oestschiirmnd er in großer Wut, un'd man weiß nicht, wo er geblieben ist. Er hatte die junge Dame vor einiger Zeit kennen gelernt und sich mit ihr verlo'öt. Im November sollte in London die Hochzeit gefeiert werden, der BräntiWm verlangte aber die Bezahlung aller seiner Schulden, 1000 000 M. in bar als Taschengeld und eine jährliche Rente von 200 000 M., die ihm selbst im Falle einer Scheidung ausgezahlt werden sollte! Dafür ver­sprach der Gras,wenigstens zwei Jahre ganz pflichttreu zu bletben." Miß Howe fand diesen Preis selbst für einen Grafen etwas zu. hoch und löste die Verlobung ans.

Eine. Liszt-Anekdote. Als LisztsHeilige Elisabeth" in Eisenach einstüöiert wurde, kam der Komponist ferßft zu den Proben. Das Orchester war aus den Stadt- pfeisern zusammengestellt und' durchaus nicht -nach' denr Geschmacke Liszts. Nach einigen Takten klopfte er ab nNd sagte: .Meine Herren, das ist ja die reivste Bogel- schießmuftk." Zornig sprang der Siadtpfeiferkapell- Meiftcr ans nNd rief:Herr Doktor! Wir können nich dafür, wir höben se nich gemacht!"

Der Sohn der Zivilisation. (,-Frei nach dem Sohn der Wildnis".) Mein Herz, ich wäll dich fragen, Was ist denn Liebe, sag'! Zwei Seelen und der Gedanke: Wieviel sie (er) wohl haben mag? (Kladderadatsch.")

Einsendungen aus dem Leserkreise.

(Auf Rücksendung oder Aufbewahrung der uns für diese Rubrik zugehenden, nicbt verwendeten Einsendunüen kann sicd die Redaktion nicht cinlßfieiU

* Die Gesellschaft zur Verhütung der Geschlechts­krankheiten, über deren letzte öffentliche Veranstaltung Ahr Blatt berichtet, scheint meines Erachtens ihre Rechte und Pflichten zu verkennen. Diesen Eindruck gewann ich, wie viele andere Laien, die dem Vortrag betwohnten. Wenn es der Ge­sellschaft wirklich ernst ist, die Verbreitung unterdrücken und die Erkrankten zu heilen, dann muß sie sich auf den Standpunkt stellen, baß das Gute hergenonnnen werden mutz, wo immer es herkommt, Anstatt dessen hält die Gesellschaft Kesseltreiben gegen die Natnrhcilkundc und deren Anhänger ab. Warum, frage ich, nun diese Art des Kampfs'? Wenn nicht egoistische Motive oor- 'lägen, müssten doch alle Mediziner sich freuen, daß eine Volks- bewegnng vorhanden, die für Aufklärung der Massen sorgt, sich gegen den Alkoyolismus und sonstige Schädigungen wendet, da­für aber alle physikalischen Methoden fördert! Hier sicht man aber bas Gegenteil! Es geht wie bei den Orthodoxen. Man dekretiert Dogmen ohne Rücksicht auf den Fortschritt.'verdammt

die sich gegen die geistige Bevormundung Stemmenden und sieht einen Anhänger nach dem anderen abfallcn. Der alte Winter in seiner Schwäche sendet dann ohnmächtige Schauer körnigen EiseS über die grünende Saat der Freieren. So auch hier! Man prüft nicht einmal den Standpunkt der Ketzer, sondern verurteilt ihn sofort ungehört zum Feuertode. Dabei übersieht man, daß man Richter in eigener Sache ist, also gar nicht nach Recht und Gewissen urteilen kann. Die sämtlichen Redner des Abends, die dem Gotte Merkur Weihrauch streuten, hoben immer wieder her­vor, die überwältigende Mehrheit der Mediziner huldige dem Merkurialismus, also sei die Sache gut. Nun hat die Welt­geschichte stets bewiesen, daß gute Gedanken erst von Wenigen begriffen und betätigt wurden sChristus, Luther, Galilei!). Die grobe Masse verhielt sich immer ablehnend und nur langsam n'irkte der Sauerteig der Aufklärung. Wenn die Professoren immer wieder als Kronzeugen aufgestellt werden, jo besagt dies garnichts. Diejenigen, welche sie rufen, saßen doch zu ihren Füßen und benutzten sie als Schänkamme für ihr Wissen. Der vielverbreitete Autoritätsglaube läßt die Jünger gar nicht oppo­nieren, oder wenn es einer tut, dann fliegt er. Professor Kopp meinte, die Vertreter der Natnrheilkundc sollten sich doch nicht außerhalb der Masse stellen: er scheint also gar nicht zu wissen, daß man diese Arzte hinausgrault und sic als Demimonde der Wissenschaft bezeichnet. Daß die Naturärzte eine Notwendigkeit sind, wollen die Herren nicht wissen, aber der Bankerott der Schulmedizin hat sic gezeitigt. Die Hunderttansende, welche An­hänger der Naturheilmethode geworden sind, wurden es, nach­dem sie bei den Allopathen keine Heilung fanden trotz aller Mühen und Kosten. Eine intensive Kur bei einem Natnrarzt brachte Heilung und selbstredend blieb der seitherige Patient An­hänger. So ging eg dem Schreiber dieser Zeilen gleichfalls, und soll er das erkannte Gute nun verdammen, weil dies ein Pro­fessor tut'? Nun frage ich, warum gehen die Herren Allopathen nicht auf den Vorschlag des Or. Spohr ein, ihm in einem Hospital Gelegenheit zu geben, zu zeigen, daß die Heilung der Syphilis ohne Quecksilber und Jodkali möglich? Er will dabei von den Medizinern kontrolliert werden, um deren Zweifel an die von ihm seither erfolgten Heilungen zu zerstreuen. Bcffcre Gelegen­heit, die behauptete Unzulänglichkeit der Naturhellmethode zu be­weisen, wäre den Allopathen doch gar nicht geboten, wenn Spohrs Anwendungen versagten! Aber man fürchtet den Erfolg und Götze Merkur müßte entthront werden. Als Late sage ich mir: Ist Syphilis eine JnsektionSkrankheit, dann muh sie auch ausge­schieden werden können und braucht nicht mit einem gefährlichen Gift unterdrückt zu werden. Warum den Teufel mit Belze- bub austreibcn, wenn in der Tat andere Mittel erprobt sind? Alle Syphilitiker sollen erst einmal probieren, ob es ohne Queck­silber geht, und erst dann, wenn sie keinen Erfolg verspüren, zu diesen Mittel greifen. Warum aber umgekehrt die Pferde hinter den Wagen spannen? Warum mit höllischen Latwergen die Un­glücklichen behandeln, denen doch Hülfe anders gebracht werden kann? Es ist verdammte Pflicht und Schuldigkeit der allo­pathischen Arzte, die Gelegenheit zu benutzen, sich zu informieren, ob cs so geht, aber nicht durch souveräne Verachtung anders ge­sinnter Arzte das Odium der Parteilichkeit auf sich zu nehmen. Wenn der Beifall, der den Herren Or. Spohr und vr. Schmidt wurde, vielleicht etwas geringer war, als der den übrigen Rednern gezollte, so ist dies doch kein Beweis für der letzteren Erfolg, denn das Auditorium bestand zu */, aus Ärzten allo­pathischer Richtung, die eben befangen waren. Die Früchte, die der Abend bei Laien zeitigte, sind maßgebend, denn diese sind die Richter, nicht die Mediziner, die Ankläger spielten. Wer Freiheit der Wissenschaft verlangt, gewähre sie ohne Ein­schränkung, sonst ist cs eben keine Freiheit mehr und: der Jude wird verbrannt!

* Halbe Arbeit. Die vier Zifferblätter der Berg- k i r ch e n - ll h r , welche erst im Spätherbst des vorigen Jahres einer Renovierung bezw. Neuvcrgoldnng unterzogen wurden, machen jetzt schon wieder ein recht böses Gesicht. Wochenlang war der Turm mit einem Gerüst versehen und ließ die Länge der Er- neuerungsarbciten vermuten, daß letztere mit ganz besonderer Sorgfalt ausgeführt würden, wenigstens erwartete man eine ein­heitliche Ausgestaltung der vier Zifferblätter. Nun hat man aber merkwürdiger Werse das Zifferblatt auf der Westseite, also nach der Stcingassc hin, mit einer schön vergoldeten Umrahmung ver­sehen, die auf den drei anderen Seiten fehlt vollständig oder ist dieselbe schon wieder den Unbilden des Wetters zum Opfer ge­fallen, was auch auf diesen Seiten mit den Ziffern der Fall sein dürfte, da dieselben schon wieder so schlecht sind, wie sie waren, nachdem sie 25 Jahre ihren Zweck erfüllt hatten. Wahrscheinlich hat hier entweder das Gold oder das Geld nicht gereicht und in nicht zu langer Zeit dürfte man eine Nenvcrgoldung wieder vornehmen.

Unsere Anleihen,. Vor einigen Tagen teilten wir mit, daß sowohl eine deutsche Reichsanleihe wie eine Anleihe des Staates Preußen, eine sogenannte Kanalanleihe, bei der gegen­wärtigen Geldflüssigkeit in Sicht sei, zumal das Reich sich auf die Dauer doch nicht mit Schatzanweisungen behelfen kann. Die Börse nahm diese Aussichten nicht gerade günstig auf und setzte sowohl die Reichsanloihe wie die 3proz. Preußi­schen Konsols um 0.10 Proz. herunter. Daß etwas in Sicht ist, geht schon daraus hervor, daß an zuständigen Stellen mit­geteilt wurde, es sei noch sehr zweifelhaft, ob die Genehmigung des Etats so bald erfolgen werde, daß die gegenwärtige günstige Konjunktur am Geldmarkt zur Begebung einer Anleihe benützt werden könnte. Für den Fall, daß dies nicht möglich sei, würde das Reich, eventuell auch Preußen, erst im Herbst dieses Jahres an den Markt treten.

Der neue Erlaß des Zaren. Laut dem neuesten Erlaß des Zaren wird nun die Teilnahme des Volkes an der Gesetzgebung angeordnet. Die Börse hat den Erlaß günstig beurteilt, da die Hoffnung besteht, daß die Zustände im Zarenreiche, wenn auch nur allmählich, einer Besserung entgegengeführt werden; so spricht sich dasB. T. aus. DieK. Z. meint, daß der zweite Erlaß des russischen Kaisers nicht zu der Wirkung kam, die man nach der gegensätzlichen Wirkung des ersten Er­lasses hätte erwarten dürfen. Die Börse blieb vielmehr sehr zurückhaltend. Auch die Aufwärtsbewegung an der Peters­burger Börse, an der die Kundgebung des Zaren eine stürmische Preissteigerung der leitenden Werte hervorgerufen hat, kam in Berlin nicht einem durchgreifenden Einfluß, wenn auch russische Werte sich höher stellten. Und schließlich schreibt derB. B.-C., der für russische Werte recht eingenommen ist: Die überraschende Wirkung in der inneren russischen Politik, die Ankündigung im kaiserlichen Manifest, daß eine Volksvertretung zur Verarbeitung an der Gesetzgebung ge­schaffen werden soll, hat nicht nur an der Petersburger Börse einen vorzüglichen Eindruck gemacht, sondern auch am hiesigen Platz die Verstimmung beseitigt, welche durch die ent­gegengesetzten offiziösen russischen Meldungen hervorgerufen worden war.

Dresdener Bank Schaaffhansenscher Bankverein. Am

Samstag sind die Hauptziffern der Bilanz beider Institute herausgekommen und der Aufsichtsrat der Dresdener Bank so­wohl wie der des Schaaffhausenschen Bankvereins haben die Dividenden festgesetzt. Die erstere wird 7/j Proz. vorschlagen. Von dem Aktienkapital in Höhe von 160 Millionen Mark sind 130 Millionen Mark voll an der Dividende beteiligt, während 30 Millionen Mark nur zur Hälfte an der Dividende teilnehmen. Der Aufsichtsrat des Schaaffhausenschen Bankvereins wird 7 1 /» Proz. Dividende vorschlagen; hier sind 100 Millionen Mark voll berechtigt und 25 Millionen Mark mit der Hälfte. Auf die Einzelheiten der Abschlüsse beider Banken hier des Näheren einzugehen, gebricht es an Raum, doch sei festgestellt, daß sie einen recht guten Eindruck machen. DieK. Z. hält die

Abschlüsse für die besten unserer Großbanken. Sie zeigen nicht nur eine der Kapitalerhöhung und der Angliederung anderer Unternehmen entsprechende Zunahme des Ertrags, wie sie auch anderwärts beobachtet worden war, sondern darüber hinaus auch eine prozentuale Steigerung der Gewinne, die es beiden Banken erlaubt, eine höhere Dividende als im Vorjahr zu verteilen.

Deutsche Bank. Die Generalversammlung dieser Bankl ist auf den 29. d. M. einberufen. In derselben sollen auch! Statutenparagraphen geändert werden; u. a. derjenige, der dia Vcrstandstantiöme festsetzt. Diese soll künftig von denii öVaproz. (seither 6proz.) Vordividende übersteigenden Reingei winn berechnet werden. Im Einklang damit soll auch in § 3(i| die Quote, welche den Aktionären aus dem Reingewinn nach eventueller Reservedotierung vorweg zu überweisen ist, andere weitig festgesetzt werden.

Pfälzische Bank. An der Berliner Samstagsbörse gingeS wieder einmal Gerüchte um, laut welchen der A. Schaphausens sehe Bankverein sich mit der Pfälzischen Bank vollständig) fusionieren werde. Es darf auch heute noch die volle Richtig­keit dieser Nachricht bezweifelt werden.

Rheinische Hypothekenbank Mannheim. Dem Vorschläge! der Direktion und des Aufsichtsrats entsprechend wurde di® Dividende für das Geschäftsjahr 1904 auf 9 Proz. festgesetzte Demgemäß gelangt der Dividendenschein Nr. 12 der Aktien ä 600 M. mit 54 M. und der Aktien ä 1200 M. mit 108 M. jetzt zur Einlösung. Die Generalversammlung beschloß, das Aktien-; kapital von 18 000 000 um 2 100 000 M., somit auf 20 100 OCQ Mark zu erhöhen. ^

Kronprinz-Metallindustrie. Schon gestern haben wir da­rauf hingewiesen, daß die Aktien der Kronprinz-Metallindustrie infolge der günstigen Dividende am Mittwoch 19V- Proz. in die Höhe gegangen sind. Inzwischen ist diese Steigerung nochj nicht des Guten genug gewesen, denn die Aktien sind ans Donnerstag an der Berliner Börse bis 465, also an einem Tag® um volle 50 Proz. weiter gestiegen. Das ist unseres Erachtens spekulative Übertreibung, die sich mit nichts rechtfertigen läßt'

Elektrische Schnellbahn Bässeldnrf-KBln. Nach dem im' preußischen Verkehrsministerium liegenden Projekt dieses Bahn, die von der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft gemein­sam mit den Siemens-Schuckert-Werken gebaut werden soll, stellen sich die Kosten auf 21 Millionen Mark, wovon die Hälfte als Obligationen, die andere Hälfte als Aktien auszugeben ist Es ist eine Geschwindigkeit von 80 bis 100 Kilometer bei einen) 10 Minuten-Betrieb vorgesehen. Haltepunkte zwischen beiden Städten sind nicht beabsichtigt. Die Bahn soll als zwei' geleisige gebaut Werden.

Von den Schiffahrtsgesellschaften. In unterrichteten Kreisen wird die bevorstehende Erhöhung des Kajütenpassagier-* Preises auf 10 Proz. geschätzt. Die Hamburg-Amerika-Linie kaufte von der Pacific Steam Navigatione Co. in Liverpool zwei Dampfer.

Eisenbahn-Einnahmen. Die Einnahmen der Luxem-3 burgischen Prinz Heinrich-Eisenbahn in der dritten Fejoruardekade mit nur 7 Arbeitstagen aus dem Bahn­betriebe betrugen 118 457 Frank, 9467 Frank. Der ganze Monat Februar ergab aus dem Bahnbetrieb 396 880 Frank, 13 457 Frank. Die Gesamt-Einnahme seit 1. Januar bia 28. Februar aus dem Bahnbetrieb (also abgesehen von der Ein­nahme aus den Minen) beträgt 811928 Frank, 20 049 Frank gegen die entsprechende Zeit des Vorjahres. Diese Weniger- eirmahme dürfte Mehreinnahmen Platz machen, sobald der Kohlenarbeiterstreik in Belgien beendet ist. Dem Ausfall, welcher durch die Streiks entstanden, hat der Verwaltnpgsrat der Prinz Heinrich-Eisenbahn durch seinen Vorschlag auf neue Rechnung 78 000 Frank (i. V. nur 6693 Frank) vorzutragen, hin­reichend Vorsorge getroffen.

Kleine Finanzchronik. Auf der Tagesordnung der zuiri 31. d. M. einberufenen Generalversammlung der Allgemeinen Elscässischen Bankgesellschaft in Straßburg steht u. a. auch ein Antrag auf Statutenänderung und Vollzahlung der Aktien au| das bisher mit 60 Proz. einbezahlte Aktienkapital von 12 Mi!!. Mark, sowie teilweise Erneuerung des Aufsichtsrats. Ara 10. d. M. gelangen 3 800 000 M. 3'/-proz. mündelsichere Schuld­verschreibungen der staatlichen Bodenkreditanstalt für das Herzogtum Oldenburg zum Kurse von 99 1 /« Proz. zur öffent­lichen Zeichnung. Eine unter der Führung der Pfälzischen Bank stehende Gruppe hat die, Umwandlung von 3 150 000 Mj Ludwigshafener Stadtanleihe aus einer 4proz. in eine 3proz. übernommen.

Geschäftliches.

tOOe, 1000c, ja nicht selten ihr Vermögen opfern heutzutag« Personen für Krankheiten, weil sie es nicht verstehen, denselben durch die einfachsten Mittel und Anwendungen vorzubeugen oder dieselben noch im Entstehen zu bekämpfen. Zu diesem Zweck sind Pfarrer Sol». Kneipp.« Werke (für Laien leicht verständlich)'unentbehr­lich. Stets vorräthig Kneipp-Hauö, nur rBheiiistraste SV. Telef. 3210. Gleichzeitig bringe meine vorzügl. bewährten Blut« reinigunsss-, Brust«, Kebirgs- und alle andern tSesundüeits» kräuter-TheeS, fotoie alle Artikel zur natitrgemätz. Heil- «. Lebensweise in empfehl. Erinnerung. 307

Gin vornehmes Gesicht,

kann jede Frau haben, wenn sie auf die Pfleg« des Teints und der Haut achtet. Falten im Ge­sicht sind nicht nur ein BrweiS des beginnenden Alters, sondern auch ein Zeugnis von mangel­hafter Teintpflege; mit Hebesin kann man in wenigen Minuten alle Fallen und Fältchen aus dem Gesicht entfernen und die Glätte und Frische des Teints wieder Herstellen. Der Erfolg ist ebenso überraschend wie sicher. Kein Wunder, daß sich Hebesin bereits einen enormen Kreis von Verehrerinnen erworben hat, die in ihm das Mittel der Zukunft erblicken. Es sollte daher auf keinem Toilettentisch Hebesin fehlen. Originalflasche Mk. 3., Doppelflaschen Mk. 5.. Zu beziehen von E. Ä. Weidemann, Liebenburg No. 104 i. Hann.

Hebesin ist also nicht nur ein Mittel, welches die Falten und Fältchen beseitigt sondern auch ein Schönheitsmittel allerersten Ranges (keine Schminke) welches dem Teint ein vornehmer und natürliches Aussehen gieot, daher sowohl für jüngere wie für ältere Damen sehr zu empfehlen. Permanent eingehende Anerkenmnigen bezeugen dieses. Es schreibt n. a.:

Frau Marie M-tzger-Pechatschek, Konzert- und Oratorien- sängerin, Hanuaver. Bestätige Ihnen gern, das: Hebesin ein wirk­lich austerordenttiches Schönheirsmittel auf dem Gebiete der Haut, pflege ist. Es wirkt überraschend, sieht dabei stets vornehm und natürlich aus. Weil leicht und angenehm in der Anwendung, kann es allen Damen aufs Wärmste empfohlen werden. F4

Ais M^rgrN-Aiiskukre ttmfwP £4 SM t*p

und eine Sonder-Beiiage.

Leitung: W. Schulte vom Brühl.

BerantworNicher Redawur für de» gesamten redaktionellen Teil. C. Rötherdt; für die Änzeigen und Rellamen: H. Dornauf; beide in Wieibaden.

Sirut und Verlag der L. kchklleubergscheu Hos-Bnchdruckerei tu Wiubaden.