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Seite G. Mont«g, 6. Marx 190 5. Wiesbadener TagblE« Abend-Ausgabe. 1. Blatt. As. 110 .

alle Mitglieder, sowie Gäste, auch Damen, frcundlichst etngc- iaden. Dieser Vortag wird die Reihe der Vortrüge des Vcrctns- jahres 190-1/05 beschließen,

o. Jmmobilien-Bcrsteigcrung. Bei der heutigen wiederholten Versteigerung deS den Erben der Witwe des Ludwig Bäppl e r, geb. Schneegaß hier, gehörigen, Adlerftratze 1.7 belogenen Besitz­tums, taxiert zu 48 000 M., blieb Herr Glasermeister Josef Faigle hier mit 84 000 M. Höchstbictender.

Besitzwechsel. Herr Gastwirt Jean Volk von hier hat das Gasthaus des Nikolaus H i r s ch m a n » in Mittelheim im Rheingau gekauft.

Kleine Notizen. Beachtung verdient die Ausstellung in dein neu ausgestattetcn Schaufenster der Hofjuweliere Krausnick ii. Ko. am Kaiser Friedricholatz im Nassauer Hof. Es zeigt sich da eine vollständig gedeckte Tafel, welche alle die Silbergcrnte enthalt, die zu einem Mahl im reichen Hause als erforderlich er­achtet werden. Auch die Gegenstände für den Nachtisch,. Kaffee-, Rauch-, Likörservice usw. sind in geschmackvoller Weise darum gruppiert. Besonders fällt natürlich das Zierwerk,, ein in massivem Silber durchweg getriebener Tafelaufsatz auf Sptegel- platean, sowie zwei Armleuchter, welche durch ihre gedrungenen und dennoch leichten Linien im modernen Stil den vornehmen Charakter des Arrangements vervollständigen, ans. Morgen Dienstagabend findet in der Turnhalle Hellmundstvatze 2b Maskenball des MännergesangverelnsHilda" statt.

Fremdeu-Berkehr. Zugang der zu längerem Aufenthalt angerneldetcn Fremden: Ml Personen.

N. Biebrich, 8. März. Der Fa st nachtstrubel war am Samstag und Sonntag in hiesiger Stadt außerordentlich stark. Nicht allein, daß am Samstag neun Maskenbälle stattfanden, die Zahl derselben stieg am Sonntag auf mindestens ein Dutzend, und alle sollen gut besucht gewesen sein. Tagsüber war das Masken- treibeu auf deu Straßen, zum größtenteil Kindermasken, sehr be­wegt, dagegen waren die Straßen am Abend nach Beginn der Bälle ruhig. Ruhestörungen oder sonstige Exzesse sind nicht vor­gekommen.

R. Liugcnschivalbach, 6. März. Wie schlägt des Watdmanns Herz so freudig, wenn cS heißt S a u j a g d ! Gestern mittag lief die Kunde ein: zwei Sauen fest im Htnterforst bei Nieder­gladbach. Sofort waren die hiesigen Jäger Feuer und Flamme und hinaus ging'S zur fröhlichen Sauhetz. Es kamen auch richtig zwei Tiere in Sicht und Herr G. G. Lange von hier brachte durch einen brillanten Kugelschuß eine Bache zur Strecke. Das Tier, welches nicht weniger als sieben Frischlinge bei sich hatte, wog auSgeweidet 176 Pfund. Es ist dies seit kurzer Zeit die dritte Sau, welche in hiesiger Gegend geschossen wurde, ein Beweis, daß Misere dichten Waldvestände und einsamen Forsten wie ge­schaffen für die schwarzen Borstentiere sind, die sich trotz eifriger Nachstellung stetig vermehren und dem fleißigen Landmann großen Schaden zufügcn.

T. Naurod, 4. März. Der seitherige Gemeinderechner Herr Christian H a ch e n b c r g e r wurde heute zum Bürgermeister gewählt.

* Frankfurt. 6. März. Ter 14jährige Sohn Fritz der in der Hufnagelgasse 18 wohnenden Eheleute Reuter wurde au der Ecke 6usliagelstraße und Matrizeplanöstraße von einem Automobil aus Höchst überfahren und schwer verletzt. Eine Backe und ein Öhr wurde ihm vollständig weggerissen.

* Mainz, 8. Mürz. Dompropst Malzt von Worms wurde Nestern abend ans der Hast entlassen, da die Voruntersuchung be­endet ist und Justizrat Dr. Schmitt, der Verteidiger des Ange. schuldigten, au diesem Abend die Kaution von 10 000 M. hinter­legt hat. Die Anklage wegen SittlichkeitSvcrgehen wird dem­nächst gegen Malzt erhoben werden.

st. Siegen, 4. Mürz. In dem Kanal der Brcmerhiitte bei Geisweid fand man die Leiche des seit einigen Tagen ver­mißten 88jährigen verheirateten Arbeiters Wieget aus Geisweid. Der Kopf zeigte eine klaffende Wunde. ES wird angcn-omnicn, daß ein Verbrechen vvrliegt. Jni Hochofen Hessen des fNassauischen Hüttenvereins -Oberscheid sind bei Mon- ticrnngSarbeiten zwei Arbeiter durch Abstürzen verunglückt. .Einer ist tot, der andere schwer verletzt.

. * Mainz, 6. März. R h c i n P c g c l : 82 cm gegen 33 cm am gestrign Vormittag.

GerlchtsjaM.

o. Wiesbaden, 6. März. (Schwnrgerich t.) Die erste diesjährige Schwurgertchtstagung wurde heute vormittag um 19 Uhr eröffnet. Tie erste Verhandlung richtet sich gegen den Gcmeinderechner Heinrich Christian Henrict von Ansbach bei Usingen, welcher der Unterschlagung im Amte ange­klagt ist. Den Vorsitz führt Herr Landgerichtsrat S t a m m l e r , Beisitzer sind die Herren Landgerichtsrat Wilhelmi und Assessor Dr. Schlüge r. Die Anklage vertritt Herr Staats­anwalt Dr. Müller, die Verteidigung des Angeklagten führt Herr Rechtsanwalt E ck c r m a n n. Der Angeklagte, der am 23. Januar 1808 zu Ansbach geboren n»d noch nicht bestraft ist, wird beschuldigt, in den Jahren 1888 bis 1801 der Gemeinde Ans­bach 6000 M. und in den Jahren IMS und 1M4 8- bis «ooo M. unterschlagen und in diesem Falle und das ist bas erschwerende Moment, was den Angeklagten vor das Schwurgericht bringt zur Verdeckung der Unterschlagung als Gemeinderechner, als Be­amter die Bücher gefälscht zn haben. Der Angeklagte hat die Unterschlagungen schon früher zugegeben und er stellt sie auch heute nicht in Abrede. Bürgschaftsleistungen für seinen Vater und jahrelange Krankheiten in seiner Familie im Verlaufe von einigen Jahren find ihm 4 Kinder gestorben und seine Frau ist darüber erkrankt und nicht wieder gesund geworden wollen ihn zu den Veruntreuungen veranlaßt haben. Die in der Zeit 'von 1888 bis 1901 verübten Unterschlagungen sind einfache im Sinne des Gesetzes und daß der Angeklagte überhaupt Gelegen­heit hatte, Gemeindegeldcr zu unterschlagen, kommt daher, daß er seinen Vater, der Gemeinderechncr, aber alt und fast erblindet war, häufig vertreten hat. Ob der letztere von den Unter­schlagungen etwas bemerkt, weiß er nicht, er habe wenigstens nie etwas gesagt. In 1801 wurde der Angeklagte anstelle seines Vaters Gemeinderechner: er suchte zunächst bas vorhandene

Defizit zu decken, was ihm auch durch Aufnahme verschiedener Darlehen gelang. Doch die Darleiher drängten in 1808 auf Rück­zahlung, und um diese zu bewirken, begann Henrici die Unter­schlagungen von neuem. Er wußte dieselben einige Zeit zu ver­schleiern, indem er Geld vorübergehend in die Kasse legte und bereits bezahlte Posten im Restvcrzeichnis anfführte. Schließlich ging cs doch nicht mehr und der Angeklagte kündigte seinen Dienst. Bei einer danach bei ihm vorgenommencn Revision wurde ein Defekt von 8387 M. 22 Pf. festgcstellt, welche Summe sich im Laufe der weiteren Untersuchung ans über 7000 M. erhöhte. Henrici bezog als Gcmeinderechner ein Gehalt von 700 M. nebst 12 M. für Schreibmaterial und 10 M. für Porto. Er ist in­zwischen in Konkurs geraten. Die Gemeinde hat eine Kaution von 8000 M., sie mußte also mit 4000 M. in den Konkurs gehen und da voraussichtlich in dem letzteren 80 Proz. bezahlt werben, so hat sie einen Schaden von über 2000 M, Daß, wie die An­klage anstimmt, der Angeklagte einen liederlichen Lebenswandel geführt, vermag der Bürgermeister nicht zu sagen, nur hätte er Manchen Groschen" sparen können, wenn er in seinem landwirt- fchastlichcn Betriebe sparsanier gcwirtschaftct hätte.

* Mainz, 2. März. Bor dem Kriegsgericht der 21. Division hatte sich heute der 30jährige Oberkellner und Musketier Angc Parger aus Elberfeld, vom 87. Infanterie-Regiment, wegen Be­harrens im Ungehorsam zu verantworten. P. stammt aus einer vermögenden Elverfelder Kaufmannöfamilie. Er hatte gute Schulen besucht, sein Drang trieb ihn aber hinaus in die Welt. Er brannte von zu Haus durch und Hielt sich jahrelang in Eng­land, Holland und Afrika ans. wo er sich meist als Kellner er­nährte. Er kam nach Deutschland zurück und wurde in Berlin um Käiferhotel Oberkellner. Er' spricht perfekt vier fremde Sprachen. Als er zum Militär ansgehoben wurde, ging er wieder ins Ausland. 1802 kehrte er nach Elberfeld zurück und ifUJUe sich freiwillig. Er kam nun hierher zum 87. Infanterie-

Regiment. Da er sich gut führte, wurde er zum Offtzierskasino abkommandiert, aber dort gefiel cS ihm so wenig, baß er bald fahnenflüchtig wurde. 1803 kam er wieder ans dem Auslande zurück nach Elberfeld, wurde verhaftet und zu 7 Monaten Ge- sängnis verurteilt und zur zweiten Klasse deS Soldatenstandes ocrfetzt. Parger ist ein kranker Mensch: er soll als Rcvierkranker am ö. Februar dem wiederholten Befehl eines Oberleutnants nicht Niachgekommen, die Achtung verletzt und eine lächelnde Miene gemacht haben. Am 9. März wäre seine Dienstzeit vorüber ge­wesen. Er wäre wahrscheinlich alS bicnstiinbranchbar oder als Invalide entlassen worden. Nach dem Gutachten eines Stabs­arztes ist der Angeklagte schwer krank und leicht erregbar. Trotz­dem wurde er zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, obschon der Verteidiger Dr. Btllhardt darauf hinwies, baß der Angeklagte bei seinem Zustande die Strafe garnicht abbüßen könne.

* Posen, 4. März. Die auf den 8. März vor der 4. Zivil­kammer des hiesigen Landgerichts angcsetzte Verhandlung in der Klagesache der Bahnwärterssrun Meyer in Frei-Hermers- dorf gegen den Grafen und die Gräfin Kwilccki in Wrobledo wegen Herausgabe des kleinen Grafen Josef Kwilecki wird ver­tagt werden, weil von beiden Parteien neue Bemeisanträge ge­stellt wurden. Die Klägerin betantragte auch die Vernehmung des Professors Dr. Duehrszcn und des Gerichtschemikers Dr. Stürmer aus Berlin. Der vom Bezirksgericht in Krakau ernannte Vormund des Knaben, Advokat Dr. Leo Filimowski in Krakau, hat sich der Klage der Meyer angeschlossen.

* Batermord. Das Kriminalgericht in Aarau verurteilte den Wsährigen Metzger Walter Veyerlcr aus Wählern (Berng wegen Totschlags, begangen an scinemVater, zu zwei Jahren vier Monaten Zuchthaus. Er hatte seine Mutter vor den Mißhand­lungen des Alten beschützen wollen und diesen dabei erschlagen.

Kieme Chronik.

Zit dem Grnvenirnglück mtf i&e'ittOAkarschacht" der lEoitf'üI'i'fnerlen Huldschiner Steinkohlengrnbe bei Petrizko- «rvitz meldet der Draht, 'daß von den in der zaveiten Sohle durch das HnbrnHgelicn eines Pfeilers abgeschnittene'n 14 Arbeitern nach MstÜn'di-ger anstrengender Arbeit sechs lebend und acht tot zutage gefördert wurden. Die Ge­retteten befikMh sich den Umständen angemessen wohl und konnten ohne Hülfe ihre Wohnungen aüffuchen. Gei den Rettmrgsarbeiten fand man in einer Msche zehn Alaun, von denen inzwischen fünf gestorben send, die übrigen Ar­beiter wurden gerettet.

Der 200 000. In Essen gelangte dieser Tage der 200 000. Bürger der Staldt Essen auf dem Standesambe zur Anmeldung. Es ist der -Sohn des Bahuarbeiters Pieper in der Eickenscheidterfnhr. Für den jungen Erden­bürger wird seitens der Stadt ein Sparkassenbuch mit einer Einlage von 300 M. -angelegt. Das erste Hunbert- tansend überschritt die Stadt u-m die Mitte des Fahres 1896.

Mord. Dem 22 Jahre alten Dienstmädchen S-nsanna Songes aus HemstaOt ist äm Samstag-vormittag in Mannheüm, während die Dien-stherrln, die verwitwete -Priivatiere Hirsch, in der Synagoge weilte, in dem -Salon der Wohnung von einem noch Unbekannten der Schädel eingeschlagen,worden. Drei junge Burschen sind als der Tat verdächtig verhaftet worden. Da nichts geraubt ist, scheint es sich uw sine Liebesaffäre zu handeln.

Der Pulvcrtnrm von Chamas in SÜösrankreich ist abends in die Luft geflogen. Einzelheiten fehlen noch-.

Explosion. In der Feuertwerksschnle z'u Bvürges erfolgten am Samstag nacheinander mehrere heftige Explosionen. Die Maschine, welche -zur Ladung von Dynamit diente, slog in die Lust, als man damit beschäf­tigt war, zlwei Granaten unter Druck zu füllen. Die Explosionen verursachten großen Sachschaden. -Verletzt iwurde niemand.

Bahnnnglttck. In Cliston bei Pittsbnrg stießen zwei Sonderzüge derPittsbnrg and Fortwayn-e-Bahn", lwelche 400 Passagiere zur Inangura tionsseier bringen sollten, auseinander. 'Vierzehn Schlafwagen wurden -zer- trAm'mert und fingen Feuer. Biele Menschen wurden unter den Trümmern bei lebendigem -Leibe vor den Augen der Zuschauer geröstet, welche trotz fast übebmenlsch- lich'er Anstrengungen die schweren Trümmerstücke von den Verunglückten nicht entfernen konnten. Die Toten- -zahl beträgt zwischen 12 und 30. Zwanzig Personen sind schwer verletzt. Die Ursache des Unglücks ist die Fahr­lässigkeit des Personals des ersten Zuges, welches die Älnbringnng der Gefallriignale versäumte, als der Zug -wegen eines heihgewovdenen Achsenlagers 'stillstehen mußte.

Eine der reichsten Frauen der Welt, Jane Leland Stanford aus San Francisco, Witwe des Eisenbahn- nnid Minenmagnaten Senator Stanford, ist im MoNala- Gasthöf ans Honolulu vergiftet worden. Vor ihrer Ab­reise ans San Francisco, Mitte Januar, war schon ein Versuch gewacht morden, sie mit Mineralwasser, das Strychnin enthielt, zu vergiften, ein VreHmittel rettete sie damals. Bei ihrem jetzigen Aufenthalt in Honolnln nahm sie etwas Natron, das sic aus San Franeiseo mit- gehracht hatte, und starb bald daraus an Bergiftuwgser- scheinnngen. Das Natron soll Strychnin enthalten Haben. Der Täter und der Grund des Verbrechens sind nnbe- kannt. Die Verstorbene schenkte bei ihren LeHzeilen 120 Millionen Mark an die von ihrem Gatten gegründete Stanford-Universität, die jetzt das gesamte Vermögen ebbt.

Letzte Uachrichtmr.

Kontinental-Telcarap Yen-Kompagnie.

London. 6. März. Die chinesische Regierung schloß, wie die Morning-Post" meldet, mit einer auswärtigen Firma LiefernngSvcrtrüge für Geschütz- und Gesvchrmunition im Be­trage von 2 Millionen Taels ab.

Athen, 8. März. Die heutigen K a m m e r w a y l o n sind im ganzen Lande in voller Ruhe und Ordnung verlaufen. Die Regierung erzielte eine beträchtliche Mehrheit. Fast die ganze Liste von den Delyanisten'ist gewählt. Sämtliche Minister wur­den wiedergewäylt.

Depeschenbureau Herold.

Wie«, 6. März. Trotz der seit Samstag stattfinden. den Audienzen mehrerer Politiker ist es bisher nicht ge- lunacn, in der ungarischen Krise eine Änderung herdeizu- fiif)-ren. Sämtliche bisher empfangene Persönlichkeiten erklären übereinstrmmenld, daß die Situation andauernd sehr schwierig sei und daß an eine Entwirrung der Lage erst dann -gedacht -werden könne, wenn die Oppositions-

Parteien ein Koalitions-Programm finden, welches der Kaiser -akzeptieren kann. Die Undi-enzen werden- noch- in d-er ganzen kommenden Woche foMmrern.

Wien, 6. März. Graf Ferdinand Zichy, der Eh-ren- präsi-dent der -nnM-rischen Volks-part-ei, der .gestern vom Kaiser empfangen wurde, erzählte nach der And-ienz, eS fei d-arin hauptfächLich die Frage erörtert worden, unter welchen Bestimmungen sich ein Konlitlo-nsministerium bilden lasse. N-a-chdieni Graf Zichy >dvn S-tandipunkt der Volks-Partei dargel-egt hatte, -bat ihn -der Kaiser, sich eifrig,st für die Lösung -der schweren Krise eingusetzen-. Auch- Baron Banfsy wurde vom Kvrser -empfangen. Er berichtete nach der Audienz, daß er dem Kaiser davgelogt habe, -daß -sich ohne große Zugeständnisse an das National. MW in Sachen -der Armee- und der w-irtzschastlichen Trennung -kein Ko-mprvniiß -werde troffen lassen. Als Dritten empfing -der Kaiser den Abgeord-neten und- Chef­redakteur desPoster Lloyd", Dr. Max Falk, der später erklärte, der Ka-i-ser sei sehr -genau über die Lage informiert und -fasse diese sehr ernst -auf.

London, 6. März. E-in Sonnta-gsblatt will erfahren haben» da-ß König Eidua-r-d seine Reise nach- dem Kon­tinent rmfgogeben habe. Das hänge -möglicherwvise mit dem -drohenden Regierungswechsel zus-awmen. Die jetzige Regierung wünsche noch -bat- Vertrag mit Deutschland fertig zu stellen, über den jetzt verhan-dolt werde, mild eine Erfassung für Trausv-aal zu schaffen. Lord- Cromer werde wahrschc-lnlich von seinem Posten zurücktireten und Lord Milner werde sein Nachfol-ger werDn. Lordl Cromer dürfte einen -Bo-tschafwrp-osten erhalten. L-ord DuiMY werde wahrscheinlich- von sein-em Posten als Vizekönig von Irland -z-urücktroten -und der Herzog von Marlb-o-ro-ugh werde diesen erhalten. (L.-A.)

hd. Mannheim, 6. Mürz. Unter dem dringenden Verblicht, das Dienstmädchen SengeS ermordet zu haben, wurde ein Schreiner n-amcns Becker in Haft genommen. Becker, der ver­heiratet und Vater von Uvet Kindern ist, io!l den Mord aus Rache verübt haben, weil dte Senges ein Liebesverhältnis des Becker mit einem anderen Mädchen zu hintertreiüen suchte. Becker kann sein Alibi nicht Nachweisen. Auf dem Speicher seiner Wohnung wurde sein frisch gewaschener, noch nasser Arbeitsanzug gefunden. Becker hat schon wegen Mordversuchs eine Zuchthausstrafe verbüßt.

litl. Luzern, 6. März. Eine großartige Schi-lle-rf.ei'er beging in Äu-z-evn Äa-s Volk -d-er Ur­schweiz -an d-er Wiege Wilhelm- Teils. Die S-t-adl Luzern hatte es un-ternommen, in einem- großartigen ko-stümier- ten Festzug-e mit über 1500 Toiln-epmern, 400 Berittcucn und Wagen, alle -großen -W-er-5e Schillers und ihre Zeiten wieder erstshsn zu -lassen. -Aus -allen Teilen der Schweiz war das Volk zu Tausenden -herbergeeilt, -um -an -dem HuMgungsa-kte teilz-uneh-nien, und die Feier g-estaltete sich zu einer Ehrung -des großen T-ichterS durch das ganze Schwei-zerv-olk. (L.-A.)

bd. New Aork, 6. Mürz. Jener genieingeführltche S ch w t N d l e x , der feit Jahren als Professor Koch, mit dem er einige Ähnlichkeit besitzt, Mittel zur Heilung der Schwind­sucht annonziert, wurde hier verhaftet.

Roiksmirtschastiiches.

Geldmarkt.

Frankfurter Börse. 6. März, mittags 12-/, Uhr. Kredit. Aktien 21.4.40, Diskonto-Kommandit 192.40, Deutsche Bank 244, Dresdener Bank 160, Staatsbahn 141.10, Lombarden 17.88, Lanra- hütte 289.60, Bochumer 246.10, Gelscnkirchencr 222.80, Harpener 210.80. Tendenz: ziemlich fest.

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Wetterdienst

der Landwirtschaftsschule zu Wcilbnrg.

Voraussichtliche Witterung für Dienstag, d-cn 7. März 1805:

Steift schwachwindig, vorwiegend trübe, etwas milder, stellen­weise geringe Regcnfällc.

Ge n au-e re s durch die Wellb-urger Wetterkarten (Op-n-atlich 80 Pf.), welche an der Plakattafel -des Tagblatt- Haufes, La nggasse 27, täglich- angeschlagen werden.

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iukl.Land- und hauSwirtschaftliche Rundschau" Nr. ö.

Leitung: W. Schulte vom Brüh,.

Berainwortlicher Rcbatteiir für Palitik und pfcutUrtiiü: ES. Schult, »om Brühl In Sonnsuberg; für den übrigen rcdaltrinclleii Teil: C. brbtherdt: für die Anreisen uttb Ner'umen: H. Dornaul: be'.be in Wiesbaden.

Lru .1 und Lerlag der L. Scheliciidergschcn Hoi-Ibuchbrucler« tu Wieöbad«.