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Ko. 98

Adend-A«sgi»1»e, 1. Klatt.

Montag. 2V. FekrttarlSOS

Seite ».

Politische Übersicht.

Kolonialpolitik.

L. Berlin, 25. Februar.

Wir haben größere und kleinere Schriften über Kolonia-lPoUUk, aber vergebens wivd man wenigstens Dis vor kurzem in der deutschen Fachliteratur nach '.Büchern gesucht hüben, die den Problemen iber Kolonial-- Politik mit wissenschaftlichem Rüstzeug beikommen möch­ten. Der Mangel ist auffällig, indes wird seine Er- klärung einigermaßen dadurch erleichtert, daß man, nicht ohne Erstaunen übrigens, wahrnimmt, daß es auf diesem Gebiete bei den Engländern kaum besser steht. Die eigen- MMliche Erscheinung hat naturgemäß demjenigen unserer KoloniaUSchriftsteller auffallen müssen, der sich über das Niveau des sonst ans diesem Felde Geleisteten soweit erhebt, daß man in Verlegenheit kommt, trenn man neben ihm noch andere nennen soll. Wir haben sinen verdienten Kolonial-Schriftsteller von hohem Range, Di*. Alfred Zimmevmann, dessen fünfbändiges Werk über Hie europäischen Kolonien das ganze unendlich breite und weite Gebiet dieser Materie zum ersten Male mit der Gründlichkeit historischer Einzelforschung und mit der Überlegenheit eines klaren und klugen Politikers be­handelt hgt. Von demselben Verfasser ist jetzt (im Ver­lage von Hirschfeld, Leipzig) ein neues Werk unter 'dem TitelKolonialpolitik" erschienen, ein Buch, das als willkommene Ergänzung zu der erwähnren umfang­reichen Geschichte der Kvlonialpolitik der einzelnen euro­päische Staaten betrachtet werden kann. Denn dies jüngste Buch gibt gewissermaßen den geologischen Durch­schnitt durch die Geschichte der Kolonialpolitik in der Weise, daß alle Einzelmaterien, die Art der Kolonien, der Zweck der Kolonisation, der Kolonialbesitz vom völker­rechtlichen Standpunkt, die Regierung der Kolonien, das Auswanderungsn-esen, die Strafkolonisation u-stv., regel­mäßig so behandelt werden, daß die geschichtliche Ent­wicklung wie die gegenwärtige Methode aller Regierun­gen nebeneinander betrachtet werden. Das Verfahren hat feine ganz außerordentlichen Vorzüge; es ermöglicht, in kurzem und doch erschöpfendem Abriß einen Überblick über die Stellung aller Ko-loninlvölker in Vergangen­heit und Gegenwart zu den behandvlteik Einzelsragen zu gewinnen. Die Gelegenheit, auf den reichen Inhalt des Buches näher einzugehen, wird sich wohl noch mehrfach bieten. Die Schwierigkeiten, die der Verfasser zu über­winden hatte, waren um so -größer, je weniger Vor­arbeiten, wie schon gesagt, auf diesem Felde zu seiner Verfügung standen. Auch er beklagt es, daß einem wilden Dilettantismus auf keinem Gebiete ein so breiter Spielraum gelassen worden ist, wie auf dem der Kolonial­politik; er stellt fest, daß trotz der ungeheuren Opfer, die dieVAker von alters her gerade fürKolonialzwecke gebracht haben, noch heute jede nur einigermaßen erschöpfende, zuverlässige Zusammenstellung ihrer in dieser Hinsicht gemachten Erfahrungen fehlen. Ein Versuch, * Nutz­anwendungen daraus zu ziehen, ist seit Jahrzehnten nur einmal gemacht worden, nämlich in Frankreich, -dessen Kolonialpolitik im allgemeinen nicht als .mustergültig be­trachtet wird. Der Grund der auffälligen Lücke dürfte nach dem Verfasser wohl darin zu suchen sein, daß nach dem Abfall der Vereinigten Staaten von Amerika und der Hauptmasse der spanischen Kolonien lange Zeit hin­durch das Zeitalter kolonialer Politik für abgeschlossen angesehen und es nicht mehr der Mühe wert erachtet wurde, derartigen Fragen nähere Aufmerksamkeit zu schenken. Heute freilich sicht mau diese Dinge Wohl anders au. , Man matz zur Kolonialpolitik stehen, wie man will, so ist sie nun einmal da und fordert, daß man ein Verhältnis zu ihr gewinne. Wer das will und mutz,

er einige Male die Nachtwachen bei dem Verwundeten teilte.

Endlich kam der Tag der Erlösung aus Ungewißheft und Angst. Egon war gerade allein init Mercedes, als das Gedächtnis und mit ihm das Gefühl der WirMchkeu bei ihm zurückkehrte. Das junge Mädchen saß an seinein Bette und schien in tiefe Träumereien versunken zu sein. Ihr bleiches Gesicht verriet 'die Anstrengung und Ge­mütsbewegungen der vorhergehenden Tage. Matt uns traurig blickte sie vor sich hin, Äs ob ihre Gedanken sie weit in 'die -Feme trügen, uuid ein melancholischer Zug lag nun den schönen Mund. Egon betrachtete sie schweigend eine Weile. Es war kein Irrtum möglich, sie war es wirklich. Sehr oft vorher schon hatte er sie tm Traume zu sehen geglaubt, aber diesen Träumen waren andere quälende, verworrene gefolgt, in denen das Fieber seinen tollen Spuk mit ihm trieb. Dieses Mal aber war sein Bewußtsein klar, er sah sie deutlich ohne jede Neben­erscheinungen vor sich, und auch die Erinenrung an das Vorgefallene kehrte ihm zurück. Der Raum, in dem er sich befand, die Gegenstände, die ihn umgaben, er er­kannte sie wieder. Träume, Alpdrücken, Visionen waren verschwunden nur sie blieb, die er unaussprechlich lieöte.

Donna Mercedes", murmelte er.

Sie wandte sich schnell ihm zu. Es war das erste Mal während seiner Krankheit, daß erDonna Mercedes" sagte.

Donna Mercedes", wiederholte er.Sie hier?"

Mit einer anmutigen Bewegung legte sie einen Finger an die Lippen, um ihm Stillschweigen zu be­deuten.

Wo ist Georg?" fragte er.

Ich werde ihn rufen."

Wenige Augenblicke später standen Georg und Maria an feinem Lager. Er begrüßte sie mit einem verständnis­vollen Lächeln. Dann gelunchte er Mercedes und schloß folgsam wie ein .Kind die Äugen; ihre Hand in der seinen haltend, schlief er ein.

Bon dieser Stunde an machte die Heilung schnelle Fortschritte. Den Anweisungen Mercedes' gehorchend, sprach er auf ihren Wunsch nur wenig und gab sich mit

Wiesbadener Tagbiatt.

der kann es nur mit Genugtuung begrüßen, wenn ihm eine Arbeit vovgelegt wird, die als die Frucht von zwanzig­jährigen Studien und Beobachtungen in einer Reihe von Ländern auch dann von Wert wäre, wenn sie weniger böte, als sie tatsächlich tut.

Österreich-Ungar» und der neue Handelsvertrag.

Als die ersten unzuverlässigen Nachrichten über den Handelsvertrag mit Österreich-Ungarn verbreitet wur­den, kam aus Wien die falsche Mitteilung, ein Geheini- paragvaph des Handelsvertrages treffe Vorsorge für den Fall einer Zolltrennung zwischen -Österreich und Ungarn. Daß die Mitteilung falsch sein mußte, war für jeden Ein­sichtigen sofort klar. Heute, wo die Kündigung des alten Vertrages mit -dem Donaureiche vor ver Tür steht (sie wird bestimmt am 28. Februar erfolgen), ist es nun aber von erhöhter Wichtigkeit, sich jene Angabe trotz ihrer Unrichtigkeit näher anznsehen. Daß sie. in die Öffent­lichkeit kommen konnte, und zwar von Wien aus, beweist jedenfalls, wie schwül es den Nachbarn an l«r Donau bei dem Gedanken wird, der Handelsvertrag könnte vielleicht an den inneren Zwistigkeiten im Reiche scheitern, er könnte durch die separatistischen Tendenzen in Trans- lsithanien in Frage gestellt werden. Diese Gefahr ist wirklich nicht gering, und es läßt sich verstehen, daß man es an manchen Stellen in Wien gern gesehen hätte, wenn in den Verhandlungen mit uns irgend wie ein Damm gegen derartige Möglichkeiten aufgeworfen worden wäre. Das ist nun aber nicht geschehen, und selbst wenn es au­geregt worden wäre, hätte man sich hier wahrscheinlich nicht auf die Sache eingelassen. In gewissem Sinne kann man sagen: Das Fehlen einer Bestimmung für den Fall einer österreichisch-nngarischM Zolltrennung be­deutet vom deutschen Standpunkt aus eine stillschweigende Unterstützung der Bestrebungen, die auf die Fortdauer des Zusammenhalts zwischen den beiden Reichshälften hinwirken. Wie der Handelsvertrag sich heute darstellt, enthält er eine starke moralische Nötigung, für die un­garische Reichshälfte ebenso gut wie für die österreichische, übernommene Verpflichtungen zu erfüllen, also diesen Vertrag anzun-ehmen, gleichgültig, welches Regievungs- systpm in Ungarn ans Ruder kommt. Auf alle Fälle aber wird die Krise im Doncmveiche durch die bevor­stehende Kündigung des alten Handelsvertrages schneller als sonst wohl zur Entscheidung gedrängt werden. Man mutz in Betracht ziehen, daß die Zugeständnisse, die seitens der ungarischen Regierung an Deutschland gemacht wor­den sind, unter der Verantwortung von Ministern er­folgten, die heute nicht -mehr am Ruder sind, die nicht mehr das Vertrauen der heutigen Mehrheit besitzen. Es besteht also eine Lage, die sehr ernste Momente der Störung in sich schließt. Ob in Ungarn em Übergangs- 'Ministerium 'gebildet wird, ob die Kossnbhpartei bereits ans Ruder kommt, jedenfalls werden sich- die dortige Re­gierung und die Btehrheit des ungarischen Reichstages entschließen müssen, einen Handelsvertrag gutzuheißen, den sie nicht vorbereitet haben. Das ist keine kleine Zu- mutung, und denkbar ist es immerhin, daß ihr nicht ent­sprochen wird, daß mit so manchen Institutionen des Donaureichs -auch der neue Handelsvertrag mit Deutsch­land über Bord geht. Freilich hat man drüben Zeit, da der geltende Handelsvertrag ja noch ein volles Jahr in Kraft bleiben wird, aber 'die Regierungen können weder die Industrie, noch die Landwirtschaft solange im un­gewissen lassen, und in Wien wird man schon mit Rück­sicht auf übernommene Ehrenpflichten gegenüber dem verbündeten Deutschen Reich darauf dringen, daß die Ent­scheidung in Budapest möglichst schnell fällt. Man wird darauf auch -deshalb dringen, weil -diese Entscheidung notwendigerweise vorbildlich' für das Verhältnis der beiden Reichshälften fein wird.

dem Versprechen zufrieden, daß sie bei ihm bleiben wolle. Mit dieser Wendung war eine schwere Last vom Herzen Georgs gewichen und er ließ es sich gern gefallen, daß die beiden Schwestern auch ferner jeden Morgen nach dem Zwergpalast kamen. Während Mercedes und Jtza bei den: Genesenden blieben, brachte er die langen Tages­stunden allein mit Maria zu. Sie überwachten gemein­schaftlich- die Ausgrabungen, welche er nun fortsetzen ließ, die aber bisher keinen Erfolg ergaben, sie lustwandelten zusammen auf der Terrasse und fanden sich zur Stunde der Mahlzeiten bei Egon ein, wo sie sich jedoch nicht lange aufhielten, damit dieser nicht zum Sprechen -angeregt wurde.

Nachmittags saßen sie im Schatten der Ruinen -und plauderten miteinander. Maria erzählte Georg von ihrem Leben, ih'rcr Schwester, von ihrer Kindheit in New- Orleans und den Monaten der Sorge »utd- Angst, die sie in Mexiko verlebt hatten. Dabei betrachteten sie die großartige Landschaft, die sich vor ihnen ausbr-eitete, in welcher die alten Ruinen über dem Walde wie schim­mernde Gipfel über einem Meer von Grün .austauchten, nnd bei der sinkenden Sonne lange, phantastische Schatten warfen.

Diese stummen, geheimnisvollen Paläste, die feierliche Ruhe der tropischen Natur, die herrliche Vegetation, welche d-ie schlafende Stadt langsam überwucherte, um'sie schließlich in ewiges Vergessen einzuhüllen, dies alles sprach zu der Einbildungskraft Marias. Sie gefiel sich darin, die Vergangenheit heraufzubeschwören, in Ge­danken die zerstörten Mauern wiederherzustellen, die -längst versunkenen -Geschlechter, -deren Füße dereinst aus den ausgetretenen Steinfließen gewandelt waren, wieder aufleben zu lassen und aus den Legenden dieses alten Volkes auf seine Lebensweise Schlüsse zu ziehen.

Dann kam die Stunde des Abschieds, mit den für­sorglichen Ermahnungen Mercedes' an den Patienten und der Versicherung, sich am nächsten Tage wieder ei-n- zusinden. Georg begleitete die beiden Schwestern bis zu ihrer Wohnung, während Jtza bei Egon. blieb. Am Abend unterhielt er sich dann noch kurze Zeit mit seinem Vetter von den Vorfällen des Tages und sprach zu ihm von den Schwestern. Und Ego-n war glückliche wenn. er -den Namen der Geliebten vernahm und wurde nicht

Die Revolution Ln Rußland.

Gorki.

bcl. Petersburg, 25. Februar. Das Schicksal Maxim Gorkis ist noch immer nicht entschieden. 'Es fehlt di« Unterschrift Trepows -unter dem Entlassungs-Dekret. Ein regelrechtes Gerichtsvers-a-hren wird -wahrscheinlich nicht erfolgen, sondern, falls es notwendig erscheint, Be­strafung auf administrativem Wege. Erst in letzter Zeit ist ihm literarische Tätigkeit gestattet worden. In seiner Zelle trägt er Gefängniskleidung, doch ist ihm gestattet worden, wenn ihn Freunde besuchen, eigene Kleidung anzulegen.

Die Vorgänge in Warschau, wb. Warschau, 26. Februar. Der Verkehr auf der Warschau-Wiener Bahn wurde um Mitternacht wieder ausgenommen. Man erwartet, -daß in nächster Zeit der regelmäßige Betrieb wiederhergestellt -sein wird. Auf einigen Btetallsabri'ken ist die Arbeit wieder aufgenom°- men. Mau hofft, daß Montag in allen Fabriken gear­beitet wird. Der -Straßenbahn-Verkehr wurde eingestellt, wb. Warschau, 26. Februar. Die Angestellten der Banken reichten bei ihren Direktionen zur Besserung ihrer wirtschaftlichen Lag-e 'Forderungen ein, welche Ge­haltserhöhung und Hergabe von -Geldern zu Unterrichts- zwecken betreffen sollen und bis Mittwoch beantwortet werden.

tick. Warschau, 27. Februar. Hier hat ein partieller 'Polizeistreik begonnen. Die Mehrzahl der Polizeiposten wurde durch Militär ersetzt. Biele Telegraphen-Säulen in der Umgegend -wurden umgestürzt. Kavallerie patrouilliert ans den Chausseen. In der Nowolipki- Stratze feuerte ein Unbekannter drei Revolverschüsse auf den Polizei- und Militär-Straßenposten ab. Ein Soldat und -ein Schutzmann wurden schwer verletzt. Der Täter entkam.

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lid. Kattowitz, 25. Februar. Der Eisenbahnverkehr Berlin-Warschau ist sowohl über Thvrn-Alexandrowo, als auch über Kattowitz-S-osnowice nach wie vor unter­brochen. Es besteht also zurzeit keine Möglichkeit, von der preußischen Grenze ans mit der Eisenbahn nach Russtsch-iPolen weiter z>» reisen. Als Urheber des Streiks wird in erster Reihe -das Maschinen-Perso»al angesehen.

dcl. Petersburg, 26. Februar. Im Steinkohlen- bergwerl von Donften hat der Generalstreik begonnen. Die Bedieuftete» der Petersburg-Warschauer Bahn be­absichtigen, ebenfalls in den Streik zu -treten.

hd. Paris, 25. Februar. Hier sind Privatnachrichten eingelaufen, wonach es der russischen Polizei -gelungen sei, ein m e r k w ü r d i g e s Alten t a t zu verhindern, das gegen das Schloß von Zarsko-je Selo geplant war. Die Revolutionäre wollten, so heißt es, einen Luftballon aufsteigen lassen, von 'welchem aus -das Schloß mit Bom­ben überschüttet werden sollte.

wb. Tschita iTransbaikalien), 25. Februar. Heute früh find die Arbeiter -der Eisen-bahn-wcrkstütten in «den Ausstand getreten. Ihre Hauptforderung ist Beendigung des Krieges. Da der Verdacht -austauchte, daß die Ar­beiter beabsichtigen, die Bahn zu beschädigen, und die am Bahnhof stehenden Lokomotiven unbrauchbar zu machen, werden die Werkstätten militärisch bewacht.

hd. Paris, 25. Februar. Nach Meldungen auS Petersburg hätte der gestrige Mtnifterrat den Vor­schlag eines ,Ministers abgelehnt, wonach vor Erlaß jedes neuen Gesetzes die Vertreter der betreffenden Fnter- essentengruppen -und die zeitweilige Bereinigung der Zem'sti Zobor zur Begutachtung der Entwürfe zu be­fragen seien. Diese Neuerung sei als zu -weitgehend' er­achtet worden. Großfürst Alexis wohnte dem Minister- rat bei.

bd. Petersburg, 26. Februar. Gestern abend fand beim Landwirtschaftsm ini'ster eine Zusammenkunft -meh-

-müde, Georg die Vorzüge der beiden Mädchen und die Aufopferungsfähigkeit Mercedes' rühmen zu h-ören. Maria hatte ihrer Schwester von den Vermutungen und Plänen der Vettern erzählt, und die letztere wußte also, bei welcher Gelegenheit Egon verunglückt war. Mercedes bat die jungen Männer inständig, von weiteren Nach­forschungen abzustehen, -denn sie konnte sich nicht ver­zeihen, daß diese Angelegenheit Egon beinahe 'das Leben gekostet hatte und- war -die Beute einer abergläubischen Furcht, die der Pfarrer Carillo umsonst bekämpfte. Wer ihre Bitten waren vergeblich, und selbst der Mißerfolg, den Georg mit seinen letzten Nachforschungen hatte, konnte ihn nicht entmutigen und sein Vertrauen auf end­lichen Erfolg erschüttern. Maria bat ihre Schwester, den jungen Männern von nun an volles Vertrauen zu schenken, da an ihrer -Ergebenheit und Diskretion nicht zu zweifeln war. Sie machte ihr auch Vorwürfe, -daß sie sie selbst so -vollständig in Unwissenheit gelassen hatte über das, was sie -doch- so nahe mit an ging, Georg und Egon schlossen sich diesen Vorstellungen an, aber Mer­cedes zögerte noch -immer, bis ein Zwischenfall ihrer Un­entschlossenheit ein Ende machte.

Egons Befinden hatte sich -so weit gebessert, daß er das Bett verlassen konnte. Eines Morgens trafen ihn Mercedes und Maria auf der Terrasse sitzend an. Seit einigen Tagen schon planten Georg und Maria einen Ausflug in -den Wald, auf welchem Jtza sie begleiten sollte. Georg hatte zu Maria von der Idee gesprochen, die Indianerin anszu-fragen, und Maria war mehr als sonst jemand -dazu geeignet, -dabei behilflich zu -sein. Sie sprach und verstand die Sprache der Mayas, und- Jtza war ihr besonders zugetan. Um den gewünschten Zweck zu erreichen, war es angebracht, -unter irgend einem Vor­wand einige Stunden des Alleinseins mit der Indianerin herbeiznführen und sie dabei gesprächig zu machen. Donna Maria billigte diesen Plan -und die beiden hatten sich, vor- genomimen. die nächste Gelegenheit zu seiner Ausführung zu ergreifen. Mercedes erhob keinen Einwand gegen die anaeknndigte Erknvsion- und Egon tat es schon deshalb nicht, weil die Abwesenheit der anderen Mercedes zwang, in seiner Nähe zu bleiben und sich ihm ausschließlich zu widmen.

(Fortsetzung folgt.)