N». 84._ Adend-Ausgad-, 1 . Statt. _ Wiesbadener Tagdiatt. Samstag, 18 . Februar isos. Seite s.
Landistrvße ab emsig gearbeitet, desgleichen an der Gnter- ibähnstrecke Curue-Erbenheiin. Diese letztere erfordert nicht weniger als 4 Überführungen, und Mar über die M«a inz e r-La ndst r a ß e bei den Wiesbadener Kalk- und Zenienbwerken, über den Hainmermuhlweg bei Bahn- Wärterhaus Nr. 43, etwa ISO Meter weiter über die sieben Geleise der Strecke Curve-Wiesbaden und über den neuen nach der „Armenruhuvühle" abzlweigenden Teil der Maiuzer-Lanldstraße zwischen den Bahniwärterhäusern Nr. 41. und 42. — Letztgenannte Straße, welche auf eine Länge von mehreren hundert Metern mehr nach Osten '«zu verlegt wird, befindet sich gegenwärtig in einem schauderhaften Zustand. Eine zähe, breiartige Lettemasse «überzieht die mit zahlreichen Löchern versehene Fahrbahn, «welche für Fußgänger zurzeit überhaupt nicht passierbar ist. Die Arbeiten werden durch die nasse Witterung sehr erschwert. Um Las notwendige Gefälle für die Unterführung zwischen Bahniwärterhans 41 und 42 hevaus- zubelkomimen, sind große Erdbewegungen erforderlich, welche durch die dort rikhenden starken Steinlager sehr erschwert werden, indem dieselben erst durch Sprengungen beseitigt werden müssen. Ein etwas stärkeres Gefälle erhält der an der Taunusbrauerei C. Wuth nach rechts aVziweigende Erbenheimerweg. Große Schwierigkeiten bereiten auch die Arbeiten aus dem Wiesengelände hinter der Armenruhmühle am Bau der neuen Güterbahn- Strecke Curve-Walüstratze. Hier passiert die neue Mainzerstandstraße genannte Strecke mittelst Unterführung vor !ihrer Einmündung in die Kcistelerstraße. Der sumpfige Wiescugrnnd bietet keinen Baugrund für die mächtigen Bo«genpfeiler der Unterführung, wie auch der Überführung der neuen Güterstrecke über die Linie Wiesbaden-Mosbach. Mächtige Holzpfähle Müssen zunächst als Träger für das Fundament eiugerammt werden, während eine Pumpuiaschine zur Entfernung des stark auftretenöen Grnndwasiers Tag und Nacht tätig ist. Hierdurch werden auch die Arbeiten an der neuen Güterstrecke sehr aus- gehalten,' sie mußten bis aus weiteres ganz eingestellt werden. Nach alledem bedarf cs der angestrengtesten Tätigkeit, um den für die Eröffnung des neuen Bahnhofs bestimmten Termin, Oktober 1906, cinhalten zu können.
— Freie kirchlich-soziale Konferenz. Fm Verfolge der durch den Vortrag des Hofpredigers D. Stöcker am 03. Januar über „Die öffentliche Mission der evangelischen Kirche" gegebenen Anregungen hat sich eine Gruppe Nassau der „Freien kirchlich-sozialen Konferenz" gebildet, welche jüngst eine konstituierende Versammlung im „Evangelischen Bereinshairsc" hielt. Sie wurde von Herrn. Regierungsrat Bresges namens «des vorläufigen Vorstandes eröffnet und geleitet. In seinen einleitenden Worten gab er eine Übersicht über die Entstehung, die Bestrebungen, Arbeiten und Erfolge der «Konferenz, welche nunmehr auch in unserem Bezirke die Gelsinnungsgeuvssen sammeln wolle zur Beteiligung au der Arbeit. Herr Pfarrer Christian legte nun in einem Vertrage die Bedeutung der „Freien kirchlich- sozialen Konferenz" näher dar, indem er aus die Namen «kirchlich und sozial, sowie die soziale Bedeutung des Christentums von Christus und den Aposteln her bis heute hinwies. Er ging dann näher auf das Programm. der Konferenz, ihre Ziele, Aufgaben, ihr Orgaui- sationsstatut und die Richtlinien für ihr Wirken, wie «solches in Be-kanntmachungen der Konferenz vorlag, ein. «Sodann be eichnete er die Gebiete und die Art und Weise, wie die Konferenz bei uns wirken könne und müsse, be
sonders durch Vorträge, Besprechungen und in der Presse, «wozu später Konsistorialrat Jäger und Geh. Justüzrat M e y e r noch einige Ergänzungen gaben. Die Ver- sammlnng, welche von etwa 40 bis 50 Herren und Damen besucht war und ein lebhaftes Interesse für die Sache zeigte, beschloß alsdann einmütig die endgültige Bikbüng der „Gruppe Nassau", wozu sich bereits über 60 Mitglieder eingezeichnet haben. «Der Vorstand, dem das Recht der Kooptation, eventuell auch durch Damen, gegeben wurde, besteht aus den Herren: Regiererngsrar Bresgcs, Vorsitzender, Pfarrer Christian (Paulinenstist), Inspektor Claas, Tünchermeister Haxel, Geh. Justizrat Meyer, Pfarrer Schußler, sämtlich hier, und KoNftstorial- rat Jäger in Bierstadt. Die Bildung einer besonderen Frauengruppe ist in Aussicht genommen. Ein öffentlicher Bortrag, der demnächst stattftndeu soll, wird die Arbeit der Konferenz am hiesigen Platze eröffnen. An die Gestnnuygsgenossen in Stadt und Land, welche eine stärkere Betätigung evangelischen Geistes im Volks- und StaatSlöben wünschen und erstreben, ergeht die Bitte, ebenfalls der Konseren'z als Mitglieder beiWtreten durch «Anmeldung bei einem der Vorstandsmllgtiedcr. «Der Mitgliederbeitrag beträgt fürs Jahr mindestens 1 M., «wer jährlich 2 M. 50 Pf. zahlt, erhält frei die „Kirchlich sozialen Blätter", welche monatlich erscheinen und fort- laufend Mitteilungen über die Bestrebungen und Arbeiten der Konserenz bringen.
— Architckten-Wettbewcrv. Bei einem «Preisausschreiben der Stadt Bautzen unter der «deutschen Archi- tektenschafr zur Erlangung von mustergültigen Fassaden- entwllrfen ««irden vier Entwürfe der Hiesigen Archi- tckteusirma Harting u. Ratz angekäust.
— Ein Menschenanslanf entstand gestern abend Zwischen 7 und 8 Uhr aus dem Michelsberg, 'durch einen betrunkenen Mann veranlaßt, den ein Schutzmann nach dem nahen Polizeirevier beförderte. «Diese uniformierte Begleitung schien dem „Angesäuselten" nicht sehr angenehm zu sein, denn er machte seinem Univillen durch lautes Krakeelen Luft.
— Bubenstreich. «Gestern abend hatten „böse Buben" in einem der Anlageniwege hinter dem Rathause an einer dunklen Stelle einen Draht gespannt. Die Absicht, Passanten hierdurch zu Fall zu bringen, gelang leider auch. Ein Herr fiel dermaßen heftig auf Las Pflaster, daß ihm die Hände bluteten und die Beinkleider zerrissen und beschmutzt waren. Es wäre nur zu wüüschen, daß derartige Boseiwichte einmal evwischt und ihnen ein gehöriger Denkzettel angehängt würde.
— Bahnhms-Ncnbau. Die Be- und Eiitwässernnasarbeiten des Güterab'ertigunasschuppens, Zollschuppens und der EU- güterhalle nebst den Wohnbienstgebäuden, einschließlich Herstellung der Feuerlmchleitnng, Lieferung und Montierung der Closets der Waschtischanlagen, sowie der sämtlichen Torfit-Piffoiranlaaen wurde dem Jnställationsgeschäft für Gas-, Wasser- Seimnas- und Lüftungsanlagen Franz Fi lIbach hier übertragen
— Kwrhaus. In dein morgigen Sinfonie-Konzerte des Kurorchesters kommen zur Aufführung: Sinfonie Nr. 1 in C-dur von Beethoven, Vorspiel zur Oper „Nacrodal" von Otto Dorn, Ouvertüre zu Shakespeares „Die Zähmung der Widerspenstigen" von Rheinberger und Tassv, lamento e trionfo, sinfonischeDichtung von. Liszt. — Übermorgen Montag findet «vegen des abendlichen Cäcilien-Vereins-Konzertes nur nachmittags 4 Uhr Abonnements- Konzert im Kurhause statt.
— Ringkämpfe im Neichshallentheaicr. Aberg gegen Ahli Ahmed. Ersterer greift mit voller Energie an, aüe Angriffe werden jedoch zurückgewiesen. Nach 30 Minuten wird der Kampf als unentschieden abgebrochen. Lurich hatte mit Achner auch kein leichtes Spiel, erst nach 16 Minuten konnte Achner als besiegt erklärt ivcrden. Heute ringen Lurich gegen Ahli Ahined, ferner finden Revanche-Ringkampfe Aberg gegen Krook, Giovani gegen König statt. Sonntag finden in der Nachmittags- und Abend- Vorstellung Ringkämpfe statt.
— Kleine Notizen. Die Lieferung von 1000 Piasavabesen für das hiesige Stadtbauarnt wurde dem langjährigen Lieferanten Herrn Bürstenfabrikauten H. Becker, Bahnhofstraße, übertragen. — Der wegen Gattenmordversuchs Verhaftete ist, wie uns mitgeteilt wird, kein Kellner, sondern ein Maurev-Tag- löhner. _-
Erbciiheim, 17. Februar. Der vom Rabfahrvercin „Frischauf" im Gasthaus des Herrn Peter Stein abgehaltene Maskenball erfreute sich eines überaus reichen Zuspruchs. Damenpreise erhielten: „Bergbau", Fräulein Elise Häuser, „Mäuse- königin", Fräulein Paulinc Koch, „Nette Pfanze", Fräulein E. Wilhelm, „Deutsche Flotte", Fräulein Christiane Koch, „Friedcns- engel", Rosa Barmann, „Regenbogen", Fräulein Pauline Stahl, „Taubenkönigin", Fräulein Emma Koch und „Winzerin", Fräulein Stoll. Den Hcrrcnpreis erhielt Herr Seclgcn (Storch>. Ferner gelangten noch zwei Gruppenpreise zur Verteilung: Dieselben erhielten die Geschwister Barmann (Indianer) und die Herren Karl Reinemer und Karl Maurer (Waschweiber). — Sonntag, den 19. b. M., veranstaltet die aus 7 Personen bestehende Konzertgesellschaft „Alpenrösel" im Gasthaus „Zum Engel" (Besitzer Hch. Stemmler« ein Jnsiruinentalkonzert «nit eingestreuten humoristisch-musikalischen Borträgen. — Vorgestern zahlte der Wiesbadener Rennklub die erste Rate für die zur Anlage ei««er Rennbahn angckausteu Grundstücke an die früheren Besitzer aus.
(8) Nicderlahnstein, 17. Februar. Gesteru traf ein neues eisernes Lahnschiff — das dritte, welches die Lahn befährt, alle anderen sind von Holz — hier ein. Es ist Eigentum des Schiffers Joseph Kraus von hier. Das Schiff, welches den Na«nen „Lahntal" führt, wurde bei Gebr. Bovens am Lobith (Holland) gebaut, hat' eine Länge voir 34,40 Meter, eine Breite von 6.26 Meter und eine Ladefähigkeit von 4200 Zentner. Das erste eiserne Lahnschisf, welches im Jahre 1904 seine Probefahrt inachte, heißt „Lahneck" und gehört dem Schiffer Joh. Böhm. Das zweite heißt „Morgenrot" und gehört den« Unternehmer Johann Geis. — Auf dem hiesigen Bürgermeistcramte sind bis jetzt 93 Melduugc», darunter mehrere von Leutnants a. D., um Bewerbung der ersten Stadtsekretärstelle «ingegangen. Die Besetzung erfolgt mit 1. April d. I.
Ms- Marburg, 17. Februar. Der Student der Philosophie Otto Hartmann aus Hagen in Westfalen hat sich gestern abend in seiner Wohnung erschossen. Der Tod ist auf der Stelle eingetretcn. Hartman«« war ersichtlich schon längere Zeit stark nervös und auffällig überreizt: er wird die unselige Tat in einem solchen Anfalle begangen haben. Jrgcnö- «velche Aufzeichnungen Hat er nicht hinterlassen.
Ms. Kassel, 17. Februar. Ein plötzlicher unerwarteter Tod hat abermals einen verdienten Schulmann unserer Stadt hin- «veggerafft, den Oberlehrer am Wilhelms-Gymnasium Professor Dr. Julius Zülsch, infolge eines Schlaganfalles im Alter von 53 Jahren. Der Verstorbene, welcher lang« Jahre hier erfolgreich wirkte, war sehr geschätzt und beliebt. Direktor und Lehrerkollegium der Anstalt »vidmen ihm einen höchst ehrende,«! Nachruf.
* Mailnz, 18. Februar. Rhein pegel: 20 cm gegen 21 cm am gestrigen Vormittag.
Sport.
, * Fußball. Der „Biebricher Fußballklub 1902" wurde durch Beschluß vom 14. d. M. in den Verband Süddeutscher Fußball- vcreiue aufgcnv«uu«en.
Meine Chronik.
Selbstmord. Dem „Leipziger Tageblatt" zufolge ließ sich ein nnbetannter Man» bei der Bahnüberbrückung bei Eonndwitz, an der sogenannten Mohrenbrücke, von «dem Sonderzng überfahren, in dein der König von Sachsen von Leipzig nach Altenburg fuhr.
Ein Häftling — der seinen EÄortenr sucht. Ein heiterer Vorfall spielte sich, «w«ie man kirn „Prager Tagbl." aus Gablonz schreibt, dieser Tage aus «der Station Easto- lowitz an der Strecke Prag-Mittelwalde -der Osteri- reichischen Nordwestbahn ab. Mit dem Zug von «König- grätz war ein Sträfling gekommen, d«er mit gefesseltem Händen vv«n einem Waggon zum anderen eilte und sich mit «sitlicher Aufregung 'erkundigte, ob kein «Gendarm da sei. Dieser sei, «so erzählte er, in Königgrätz ansge- stiegen, mm sich in «der Restauration ,des Bahnhofes zu erfrischen und sei in den Wagen nicht mehr zurückge- kehrt. Es mußte nun für einen entsprechenden «Ersatz für «den in «Verlust geratenen Gendarm Sorge getragen und de«m unfreiwilligen Passagier ein neuer Wächter beigestcllt werden, der ihn nach Reichenau a. K. brachte.
Im Irrsinn. Der 56jährige pensionierte Major Jösef Heimbach in Wien hat in feiner Wohnung in einem Tob- fuchtsanfalle seine Köchin, welche sch«lasend im Bette lag, mit einem großen Messer überfallen und durch drei Stiche schwer verletzt. Der Major wurde einer Irrenanstalt überwiesen.
Explosion auf dem Unterseeboot. Aus Qucenstvnm wird gemeldet: Wie jetzt sestgestellt ist, «sind «bei der Explosion des Unterseebootes A 5 sechs Personen umge- kommen.
Der Typhus in St. Petersburg. Wie die „«Schlesische Zeitung" aus Petersburg meldet, herrscht dort in bedenklicher Weise der Unterleibstyphus. «Die Erkrankungen sind vermutlich auf den Genuß schlechten Trin'kwassers znrsickzuMhren. «Gegenw«ärtig sind alle Krankenhäuser von Typhuskranken überfüllt. An einem Tage allein würden über 200 Todesfälle gemeldet.
Hunger. Aus Sslawijanosserbsk im russischen Kreise Tiraspol erhielt die „Jushn. Obosr." folgenden Brief, den zivei Gebildete und zwei Bauern, unterzeichnet und der Dorfälteste mit seiner Unterschrift «und «dein D«orf- siegel versehen hat: „Krieg, Krieg, Krieg «des Wehrlosen, Hülflosen mit einem erbarmungslosen, schonungslosen Feinde, dem Hunger. Auf unseren Straßen sieht man nicht Leute, sondern was daran nur noch erinnert. Was mag wohl in ihren Herzen Vorgehen? Helft, Ihr Leute! Man gab uns ungefähr 680 Pnd Getreide für 1800 Einwohner. Wir bekamen 5—6 Pud pro Familie. Es ist schwer, wenn man die Sache irgendwo verschleppt, hinMt, während hier Ne Leute kaum gehen kön«nen,
d«ie Kinder wie «die Fliegen sterben (15 in 15 Tagen), vom 1. bis zum« 15. Januar). Helft, Ihr Leute: Beschleunigt «die Hülfe! Eilt uns zu Hülfe! «Wir -haben ja nicht einmal Brot! Es gibt «Familien, welche nur wie durch ein Wunder noch leb«en. Einige haben sich irgendwie, etwas Mais verschafft, kochen diesen und essen ihn ohne Salz und Brot. «Bei den Znsamme ukünsten: Ber- bittertheit, Larin, Grimm. In den Fainilicn — «die Hölle."
Politischer Witz in Rüßland. Ein russisches Witzblatt brachte d«ieser Tage ein Zerrbild, das einen Hasen «und einen Fuchs darstelltc. Unter dem Bilde stand folgender Text: „Warum läufst di« über die Grenze, Hase?" — „Weil Hei uns jetzt die Kam«elc mit Hufeisen beschlagen werden!" — „Aber «was geht denn dich das au? Dil bist doch keiu Kainel?!" — „Oh! fa«;' das nicht — bei uns kann inan nie wissen, «wo das Kamel ansängt!"
Letzte Uachrrchten.
Koniincntal-Telegraphen-Kompagnie.
Paris, 18. Februar. Die Blätter veröffentlichen weitere entsetzliche Einzelheiten über die von «dem der- hafteten Kolonralbeamten Georges Toqiiet und dessen Genossen begangenen Grausamkeiten in Franz«ö«sisch- K«ongo. Diese Beamten sollen nicht nur einen, sondern drei Eingeborene mit T«ynaniitpatronen getötet «haben. Ern Adlninistrator namens Marsnut Hai eine Eingeborene, die ihm nicht zu Willen «war, «bei lebendigem Leibe verbrenn e n l a s s e n.
D e p c s ch e u b >! r c a i, Herold.
Berlii«, 18. Februar. Juni Schutze der akademischen Freiheit fand gestern eine von 3000 Studierenden be- suchte Versammlung in der Brauerei Friedrichs-hain statt. Die Versammlung,, cm der «auch Gehermrat Wlhelm Förster, Professor Liszt und Graf Hoensbroech teiln«ah«me 7 !, faßte eine Resolution, in der es u. a. heißt: Die Per- fammlung ist der Ansicht, daß die Tradition «des deutschen Studcntentums wie das Recht unseres m«o«dernen Staatsund Gesellschastslebens in gleich«er Weise erfordern, daß der «deutschen Stndentsnschaft grundsätzlich bis Freiheit gewArleiftet wird, über alle das studentische Leben wie die aka'demischcn Interessen berührenden Frageu sa«chlich M beraten und auch von Hochschule zu Hochschule in Verbin>du«ng zu treten,. Mit sreudiger Genugtuung be- grüßt es die Versammlung, daß der deutsche Kaiser sich als Schirmherr der akademischen Freiheit bekannt habe.
Dresden, 18. Februar. Heute vormittag 11 Uhr werden «sämtliche -säch«sische Staats-minister unter V«o«vsitz «des Königs Friedrich August in« hiesigen. Residengsch-loß eine Konferenz abh«alteu und über weitere Maßnah«men in «der M o n t i g n o s o - A n g, e I e g e n h e i t bemtem
wb. Halle a. d. S.. 18. Februar. Bei Ricstaedt stießen ein Automobil und ein Lastivasien zusammen. Die beiden Insassen des Automobils, ei» Herr und eine Dame, sind schwer verletzt.
bd. Schoxsheim, 18. Februar. Unweit der Stadt wurden die Leichen eines jungen Mannes und eines jungen Mädchens mit Schußwunden aufgefnnden. Es handelt sich uin einen Doppel. Selbstmord.
bd. Dresden. 18. Februar. Aufsehen erregt hier die Verhaftung des Musikdirektors EilerS, der noch bis vor kurzem Dirigent der Kapelle im städtischen Ausstellungspalast war. Er steht im dringenden Verdacht, eine Summe in Höhe von 60 000 M unterschlagen zu haben.
Uolksmirtschafiliches.
Versicherungswesen.
Magdeburger Lebensvcrsichcrnngs-Gesekschast. In der Leben«
Versicherung «varen im Jahre 1904 zu erledigen 7278 Anträge über 80 870 726 M. Bersicherun-gssumme. Ausgefertigt wurdM^ggl Policen über 26 181827 M. und dazu aus einem rückwirkeMen Rückversicherungs-Verträge erstmalig überwiesen 1627 Versicherungen über 4 114 166 M. Der reine Zmoachs des Versicherungsbestandes betrug infolge dessen 3662 Police«, über 17 230 342 M., so daß letzterer sich Ende 1904 auf 79 069 Policen über 237 616 261 Mark Versicherungssumme belief. In der Unfallversicherung erhöhte sich die Prämien-Einnahme auf ca. 818 00(1 M. und der Ver- sicherungsbestand auf rund 134 Mttllionen Mark auf den Todesfall, 828 Millionen Mark auf den Jnvaliditätsfall und 107 000 M. tag, liche Entschädigung für vorübergehende Erlverbsunfähigkeit.
Geldmarkt.
Frankfnrter Börse. 18. Februar, mittags 12 l l» Uhr. Kredit- Aktien 213.60, Dtskonto-Kormnandit 194.25, Deutsche Bank 243 Dresdener Bank 160.30, Laurahütte 258, Bochumer 246, Gelsen- kirchener 226.70, Harpciicr 21g. Tendenz: ziemlich fest
- Wetterdienst
der Landwirtschastsschnlc zu Weilburg.
Voraussichtliche Witterung für S o n n t a-g , den 19. «FeHrnar 1905:
Zettiveisc windig, vorivicgcnd trübe, etivas milder, besonders nachts, vielfach Regenfälle.
Genaueres durch die Weilburger Wetterkarten, welche an der Plakattafcl des „Tagblatt"-Hanses, «Lang- gasse 27, täglich angeschlagen werden. _
GeschMÜches. ”
gegen das JUrset
M isi natzlos, m
solange nicht ein wirklich verniinftig-er, praktischer Ersatz geschaffen ist. Dies ist durch Erfindung des
Korset-Ersatz „Johanna“
glänzend erreicht. „Johanna“ übt keinen schädlichen Druck aus, gibt dem Oberkörper vorzüglichen Halt und macht tadellose Figur. Für Kinder von 2.50, lür Damen von 3 Mk. an. Alleinige Niederlage bei Frani Scliirg, Wiesbaden, 'Webergasse 1.
Specialität: Reform-Unterkleidung. 380
Dt- Avenv-Ansgnbe »mfößt ia f riten.
Leitung: W. Schulte vom Brühl.
Beranlwortlicher Rcdalteur für Politik und Feuilleton: W. Schulte vom Brüdk in Sonnenbcrg; siir den übrigen reduktionelle» Teil: C. Rütberdt; für di- Anzeigen und Reklamen: H. Sornuul: beide ü: Wiesbaden.
Druck und Berlag der L. Schellenbergschen Hof-Buchdruckerei in Wierbade».
