ZiEs 4. KEiag. 39. Ittrmirr 1SV5. Wissbrrdsrrrr Trrghiatt.
— „TagStatP-Santmlungen". Dem „Tagblatt"-Verlag gingen Mi Für Kohlen für Arme: von E. W. 20 M. — Für Mtttags- tijch für bedürftige Kinder: von E. E. 2 M.
o. Ardcitiwcrgebung. Die städtische Baudeputation vergab: s) die Herstellung einer elektrischen Klingelanlage im städtischen Badhaus „Zum Schützenhos" an die Firma C. Th. Wagner hier, und b) die Lieferung von Beleuchtungskörpern für dieses Badhaus an die Firmen Elektrizitüts-Aktien-Gcsellschaft vorm. A. Büchner hier und N e u m a n n zu Frankfurt a. M.
— Kleine Notizen. Am Dienstag, den 31. Januar, feiern der städtische Aufseher Herr Wilhelm G ö r g und Frau, Elise, geborene Pflug, Wasenmeistcrei, Erbenheimer Chaussee, das Fest Her silbernen Hochzeit.
BereinS-Nachrichtca.
* Der heute stattfindende zehnjährige Jubtläumsball des
„355 1 1 6 f a lt fl" in der Männer-Turnhalle wird, wie vorauszusehen, ein großartiger werden. Vorzügliche Gesangskräfte und Solisten sind gewonnen. Die gesamte Vcilchenkapelle «ehemalige Militärs« ivird auf ihrem Posten sein. — Montag folgt musikalischer Frühschoppen in der Wildfangsklause bei Huppert, Mmerberg. . „
* Der „K o n ü i t o r g e h ü lf e n * Verein halb
lammenden Sonntag, 5. Februar, in den Räumen der „Loge Plato", Friedrichstraße, seinen diesjährigen Maskenball mit Preisvcrteilung ab. Die Preise sind iw Zigarrengeschäst Staffen, Krrchgasse, ausgestellt. u
* Der „Stenographen kl ub Stolze-Schrey unternimmt am Sonntag, den 6. Februar d. I., einen Familienausflug nach Erbenheim. Saalbau „Zum Löwen". Daselbst von 4 Uhr nachmittags an humoristische und gesangliche Unterhaltung mit Tanz.
* Der „Zither-Klub Wiesbaden" hält seinen Maskenball dieses Jahr am 18. Februar in dem großen Saal Hes „Turn-VeretnS", Hsllmundstrahe, ab.
Vereins-Versammlungen.
o. Die „K r a n k e n k a s s e für Frauen und In n g - trauen", eingeschriebene Hülfskasse, hielt am 24. d. M. ihre erste ordentliche Generalversammlung im Vereinshause ab. Nach dem von der ersten Vorsteherin und dem Kassierer erstatteten Berichte waren die Anforderungen an die Kasse, abgesehen von der gm 1. Juli eingesührtcn freien Arztewahl, welche für sich eine erhebliche Mehrausgabe mit sich brachte, gegen das VrWahr steigende gewesen, so daß die Beiträge zur Bestreitung der Ausgaben nicht ganz ausreichtcn. Der Gesnnüüeitszustand war ei« so ungünstiger, daß von rund 1370 Mitglieder 387 Krankenrente -bezogen: 38 wurden in Krankenhäusern verpflegt. Die Einnahmen beliefen sich insgesamt aus 27 529 M. 93 Pf. darunter LI 850 M. 20 Ps. für Monatsbeiträge und 4235 M. sür einge- zoaene Kapitalien. Die Ausgaben betrugen 26 750 M. 19 Ps., insbesondere 8773 M. für Krankengelder, 8900 M. 49 Pf. für ärztliche Behandlung, 4594 Bk. sür Arzneien und andere Heilmittel, 1965 M. 90 Pf. für VerptlcgungSkosten in Krankenhäusern, 812 M. für Wöchnerinnen-Unterstützunqen, 900 M. für Beihülfe in Sterbefällen 2311 M. 22 Ps. für persönliche Verwaltungskosten (Geschäftsführung, Krankenkontrolle und Erheben der Beiträge«, 48iS M. 83 Ps. sächliche Verwaltungskosten, 2978 M. 55 Ps. angelegte Kapitalien. Das Vermögen der Kasse betrug Ende des Jahres 18 038 M. 29 Pf. AlS Rechnungsrcvisoren wurden die Herren Kaufmann W. Reitz, Buchhalter Mergenthal und Buchhalter Westcnberger gewählt. Die statutengemäß aus dem Vorstand ausschcidenden Frauen Ph. Becht, L. Hell Wwe. und M. Ries Wwe. wurden wiedergcwählt und an Stelle zwei freiwillig zurückgetrctoner Mitglieder die Frauen Gerken und Schneider neugcwählt. Die Krankenkaffe für Frauen und Jungfrauen genügt den Anforderungen des KrankenvcrsicherungS- acfetzes und ist daher berechtigt, auch versichernngspflichtige Personen vom 14. bis SO. Lebensjahre aufzunehmcn. Anmeldungen nehmen jederzeit die 1. Vorsteherin Frau Spieß, Hermann- stratze 20, die übrigen Vorstandsmitglieder und die Bereins- biencrin Frau Steuernagel, Frankenstraße 21, entgegen. ,
* Der „Stemm-unbRingkl u b Einigkeit", Zegr. 1896, hielt unter äußerst reger Beteiligung seiner Mitglieder im Vereinslokal „Zur Stadt Koblenz" seine autzerordentlicheGeneral- oersammlung ab. Der 1. Vorsitzende des Vereins. Herr Julius Christmann, erstattete den Jahresbericht, welcher mit großer Befriedigung ausgenommen wurde und aus dem man ersehen konnte, daß der Verein im vergangenen Jahre durch die tüchtige Ausbildung wiederum rege Fortschritte zu verzeichnen hatte. Er errang außer zahlreichen Einzelpreisen den 1. Vereinspreis für hervorragende athletische Leistungen auf dem Gaufest des Rhein- Maingaucs vom deutschen Atheletenverbande. Auf die ebenfalls im verflossenen Jahre so äußerst glanzvoll begangene Fahnenweihe kann der Verein stolz sein. Die Mitgliederzahl wies denn auch i« verflossenen Jahre wieder eine beträchtliche Steigerung auf, ebenso erfuhren die ttbungsstunden einen regeren Besuch als im vorvergangenen Jahre. Dem Bericht der Jnventur- kommission war zu entnehmen, daß das stattliche Vereins- Inventar nahezu einen Wert von 3000 M. repräsentiert. Der Kassierer Herr L. Christmann erstattete den Kassenbericht, welcher trotz größerer Ausgaben im verflossenen Jahre ein äußerst günstiger zu nennen ist. Herrn Christmann wurde Dccharge erteilt. Sodann wurde zur Neuwahl des Vorstandes geschritten und wurden folgende Herren neu- resp. wiedergewählt: 1. Vorsitzender Herr Julius Christmann, 2. Vorsitzender Herr Heinrich Renner, Kassierer Herr Ludwig Christmanu, Schriftführer Herr Alois Post, 1. Instrukteur Herr Karl Haffelbach, 2. Instrukteur Herr Heinrich Renner, Kassenrevisoren die Herren Ludwig Watterloh und Heinrich Kleinhens, Fahnenträger Herr Viktor Brecht, Fahnenjunker die Herren Joses Bartels und Ludwig LLaterloh.
Vereins-Feste.
(Aufnahme frei bis zu 20 Zeilen.)
* Anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Maj. des
Kaisers und Königs veranstaltete der „Wiesbadener Militär-Verein" am Donnerstagabend in der Walhalla eine Abenbunterhaltung mit Ball. Unter den Gästen bemerkten wir außer einigen Herren Ehrenmitgliedern eine Anzahl hiesiger aktiver und inaktiver Offiziere. Herr Stadtkämmerer Leutnant der Reserve Dr. Scholz hatte in liebenswürdigster Weise wegen allzu starker Heiserkeit des Verciusvorsitzenden, Herrn Oberleutnant der Landw. Schlink, die Festrede übernommen. In herrlichen Worten gedachte er darin des Zweckes der heutigen Zusammenkunft und schloß mit einem begeistert anfgcnvmmenen Hoch auf Seine Majestät, worauf die Nationalhymne stehend gesungen wurde. Die getroffenen Anordnungen waren auch diesmal sehr zufriedenstellend. Die Gesangabtcilung hatte sich, wie immer, in den Dienst der guten Sache gestellt und wesentlich zur Feier beigetragen. Nicht endenwollenden Applaus spendete man den von den Kameraden Koch, Schade, Baumann, Stauch, Rumpf, Ernst und Bodensteiner zur Äufführung gelangten humoristischen Szenen: „Der geniale Offiziersburschc" und „Liebe im Schilderhaus". In dem Theaterstück: „Einguartierung im Spreewald", in welchem die Lachmuskeln der Anwesenden stets in Bewegung gehalten wurden, wirkte Frl. M. Schupp, sowie die Mitglieder Koch, Perabo, Heymann und Uhlott mit und verdienen alle für ihr flottes Spiel vollste Anerkennung. Ein hübscher Ball beschloß tie schöne Feier. F 481
* Der „Wiesbadener Beamten-Verein" veranstaltete am vergangenen Donnerstag im „Hotel Fricdrichs- hof" zur Feier des Geburtstages Sr. Maj. einen Kommers, der sehr zahlreich besucht war. Die Feier verlief in harmonischer, würdevoller Weise. Die Festrede hielt Herr Gcrichtssekretär Rausch. In warmen Worten pries er die hohen Tugenden und die Friedensliebe unseres allverehrten Herrschers, der mit Energie und Tatkraft Deutschland zu hoher Blüte und bedeutendem Ansehen führe,, im Gegensatz zu anderen Ländern, die auch zu den Kulturstaaten zählen, in denen es aber zurzeit trostlos aussche. In das hieraus ausgcbrachte Kaiscrhoch stimmten die Festteilnehmer begeistert ei» und sangen alsdann die Nationalhymne. Die Gesangsabteilnng brachte zwei Chöre: „Dankgcbet" Ulli »Torgauex Marsch", zum Vortrage, die sich als glänzende
Leistungen erwiesen. Herr Nagel sang die Ballade „Archibald Douglas" mit großem Erfolg. Besonderes Lob verdient auch die Musikkapelle, deren Borträge vielen Beifall fanden.
* Ein auserlesenes Programm hatte die Mitglieder, Gönner und Freunde des „Evangelischen A r b e i t e r - N e r> e i n S" zu der am Sonntag im Gemeindehaus, Steingaffe 9, statt- gesnnöenen Kaisers-Geburtstagsfeier eingeladen. Der Besuch der Veranstaltung war ein überaus zahlreicher. Eröffnet wurde die Feier durch den „Weihegesang" von Schubert. Hieran schloß sich die Begrüßung der Festteiluchmer durch den Vorsitzenden des Vereins, Herrn Treisbach. In schwungvoller Weise sprach dann Herr Treisbach jun. einen der Bedeutung des Tages ange- paßtcn Festprolog, Herr Schulrat Neuendorsf nahm hieraus das Wort zur Festrede. Er feierte den Friedenskaiser, der nicht an der Newa in Petersburg, sondern an der Spree in Berlin wohne. Der Vergleich zwischen der russischen Autokratie und unserer Verfassung war ebenso aktuell wie lehrreich. Nachdem der Redner in seiner packenden Rede noch die Verdienste unseres Kaisers um das Wohl der Arbeiterklasse hervorgehoben hatte, brachte er ein begeistert aufgeuvmmeues Kaiserhoch aus, worauf die Festtcil- nehmer sichend die Nationalhymne sangen. Herr R. Schellenberg, Kirchgasse, erfreute durch einige Cello-Borträge, worunter das schwierige Larghetto von Mozart ganz besonders meisterhaft zum Vortrage kam. Er erntete reichen Beifall. Sehr beifällige Aufnahme fand auch Herr H. Hartmann mit seinen Gesangsvorträgen. Mit seiner brillanten Tenorstimme sang er bei vorzüglicher Entfaltung seiner reichen Stimmittel „Lebe wohl, du flandrisch Mädchen" von Lortzing, „Sei gegrüßt, du mein schönes Sorent" von Waldmann. Herr G. Schlosser zeigte mit seinen Bioltn-Soli „Romanze" von Svendsen, sowie Mazurka von Wieuiawski, daß er in virtuosenhaster Weile bei eleganter Technik und sicherer, warmer Tongebung sein Instrument beherrscht. In dem Trio für Violine, Cello und Klavier von I. Haydn vereinigten sich die Herren Schlosser,. Schellenberg und Heinze, um einen rechten Kunstgenuß zu bieten. Herr Heinze, der tätige und rührige Dirigent unseres gemischten Chores, hatte wieder einige neue Sachen «instudiert, darunter auch „Elslein von Ccmb". Dieses, sowie die eigene Komposition „Wiederfiuden" fanden rauschenden Beifall. Auch für den Humor hatte man vvrgcsorgt und „Friede! und Christel", die Rekruten, gespielt von den Herren Scherer und Fügqe, sowie der „Verliebte Hausknecht" des Herrn Scherer fanden sehr beifällige Ausnahme, Der Vorsitzende des Kriegervereins „Fürst Otto v. Bismarck", Herr von Branconi, war mit einer Deputation erschienen und wies in herrlichen Worten ans das gemeinsame Ziel: „Pflege der Vaterlandsliebe", hin. Der Verein darf mit Stolz auf seine diesjährige Kaisers-Geburtstagsfeier zurückblicken. F 481
+ Nordenstaöt, 28. Januar. Der hiesige L e s e v e re i n «Ortsgruppe des KreiL-Lesevercins) ist im Laufe dieses Winters mit einer der stärksten des ganzen Kreises geworden. Wie jeden Winter, so wird auch in diesem Jahre ein Familienabend des Vereins abgehalten werden. Anfangs des nächsten Monats steht dem Verein eine Serie Bilder über „Japan" «Land und Leute« zur Verfügung und sollen dann dieselben.mittels des Lichtbilder- Apparates des Kreisvercins vorgesührt werden.
— Eltville, 26. Januar. Herrn A. L t e ü l c r , dem Direktor des hiesigen Vorschuß-Vereins, wurde bei dem Orbensfeste in Berlin der Kronenorden 4. Klasse verliehen. — Am Fastnacht- Dienstag hält der Gesangverein „Licderkrauz" seinen diesjährigen Maskenball mit Preisvcrteilung in der Turnhalle ab. — Das W o h l t ä t tgkei t s k o nzert für Erhöhung des Grundlcgekapitals zur Errichtung eines städtischen Krankenhauses findet nicht am 5., sondern am 12. Februar, nachmittags 4 Uhr, in der Turnhalle statt. Der Eintritt ist von 5 auf 3 M. herabgesetzt worden. — Herr Kellermeister Philipp M e n g e S verkaufte sein an der Schwalbacherstraßo gelegenes Wohnhaus an Herrn Kaufmann Max Eis.,
m. Geiseuheim. 27. Januar. Bet der Generalversammlung des „Nheinaaucr Obst- und Gartenbau-Vereins" wurde beschlossen, im kommenden Jahre einen O b st m a r k t dahier abzuhalten. — In der Kgl. Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau werden wieder im Laufe desJahres folgende K itrfe «bg«halten: «iuOicb- lauskursus, ein Obstbaukursus, ein Banmwärterkursns, ein Obst- weinkursus, ein Hefekursus, ein AnalyscWrfus, ein Obstbau- und ein Baumwärternachkursns, ferner cinObstverwcrtuugskursus für Männer und ein solcher für Frauen. — In einem hiesigen Geschäfte sind geacnwärtig prachtvolle Arbeiten häuslicher K u n st ausgestellt. Insbesondere ist es ein Frauenkopf «Gobelin- Malerei« mit der dazu gehörigen Staffelet, der in:« Auge fällt. Außerdem sind es noch Kreuze, Etageren nsw.. die sir.utlich tadellos ausgeführt sind. Eine hiesige Lehrerin mit ihren Schülerinnen haben diese wunderschönen Arbeiten ansgeführt.
* Aus dem Nhciugau, 26. Januar. Nach amtlichen Angaben wurden im vorigen Herbst in der Gemarkung A ß m a st n s - hausen 1000 Hektoliter Rotwein geerntet.
— Hahnstättcn, 27. Januar. Der, wie schon kurz gemeldet, hier verstorbene hochverdiente Semiuarlehrer a. D. Wilhelm Z i m m e r m a n n hatte 25 Jahre an dem Seminar zu Usingen in reichem Segen gewirkt. Auch auf schriftstellerischem Gebiete war derselbe sehr rührig. Wertvolle pädagogische Aufsätze, anmutige Erzählungen und vor allem interessante Naturschilde- rungen sind seiner Feder entflossen. Leider zwang ihn ein Nervenleiden, seinem Bevuse, dem er mit wahrer Begeisterung oblag und in welchem er stets eine hohe Befriedigung fand, allzufrüh zu entsagen. Mit herbem Schmerz schied er von der ifmt so lieb gewordenen Tätigkeit. Bor ungefähr zwei Jahren erwarb sich Herr Zimmermann in unserem Dotfe, seinem Geburtsorte, ein behagliches Heim. Er hoffte, in der friedlichen Stille der ländlichen Gegend,, der reinen Luft der ausgedehnten Waldungen, Stärkung feiner geschwächte» Nerven zu finden. Da machte ein Schlaganfall seinem Leben ein jähes Ende. Mit tiefer Rührung vernahmen seine ehemaligen Schüler die Kunde von dem Hin- scheiüen ihres geliebten Lehrers. Ihre zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung desselben, die kostbaren Kranzspenden legten sichtlich Zeugnis davon ab, wie sehr es der Verewigte als Lehrer verstanden hatte, sich bei seinen Schülern bauernde, über das Grab hin-ausreichende Liebe und Verehrung zu erwerben. Der Orts- gei«!Ische schilderte den Verstorbenen in trefflicher Rede als einen Mann, der ein reiches Wissen, hohe Begabung und seltene Herzcnsgüte besaß. Ein stattlicher Chor von Lehrern sang am Grabe in ergreifender Weise mehrere Lieder. Kränze wurden nicdergelegt im Aufträge der Klassenkameraden des Verblichenen, des Seminars und der Präparaudenanstalt zu Usingen, des Lehrcrevcreins Unteraar, des Lehrervcreins Homburg v, d, H. und des Lehrerkollegiums der Licbfrauen-Schnle zu Frankfurt am Main. Auch sämtliche, in Wiesbaden wirkende Schüler des Verstorbenen, ungefähr 60 an der Zahl, hatten ihrem Lehrer einen prächtigen Kranz gespendet, den ein Mitglied der nach hier ent- iaudten Deputation an dem Grabe niedcrlegte mit den Worten: „Im Aufträge seiner zahlreichen Wiesbadener Schüler und Freunde lege ich diesen Kranz als äußeres Zeichen aufrichtiger Verehrung und inniger Dankbarkeit an dem Grabe des nun Verewigten nieder. Alle seine ehemaligen Schüler werden dem geliebten, hochherzigen Lehrer stets ein treues Andenken bewahren. Dir aber, du teurer Entschlafener, rufen wir als Abschiedsgrub die Worte nach: Ruhe sanft, schlaf wohl, treuer Freund, edler Lehrerl"
e. Aus der Dillgcgend, 26. Januar. Die Wirkungen des Be r garbeiter st re ikcs im Ruhrgebiet machen sich immer mehr auch bet der Bevölkerung der hiesigen Gegend bemerkbar. Bekanntlich find zahlreiche junge Leute und auch verheiratete Männer aus den nahen Wcstcrwaldortschaftcn und mehr noch aus den Dörfern des Kreises Biedenkopf in de» westfälischen Jndnstriebezirken beschäftigt, und viele dieser Arbeiter verlieren nun wegen der durch den Streik hcrvorgerufenen Betriebsein- stellnna ans den verschiedenen industriellen Werken ihre Arbeil und kehren nach und nach in die Heimat zurück. Zugleich ist aber auch eine erfreuliche Tatsache zu berichten, die einigermaßen diese Erwerbslosigkeit eines Teiles der Bevölkerung ausgleicht: au die Braunkohlengruben auf dem Westerwalds richtet sich nämlich seit etwa 14 Tagen eine immer noch zunehmende Nachfrage nach Braunkohle», so daß diese Werke alle verfügbaren Arbeitskräfte anspannen, um die Aufträge bewältigen zu können, und es finden daher jetzt zahlreiche Arbeiter in diesen Gruben bei Breitscheid, Erdbach, Höhn-Urdorf, Langenhahn und Westerburg Beschäftigung. Von Arbeitseinstellungen bet gewerblichen Unternehmen
Movaerr-Am-sskr, 1. M-M. Ds. 49.
in hiesiger Gegend infolge des BergarbcWrstreikeS hört man noch nichts. — Die strenge Kälte, die seit' dem 13, Januar herrichte hat in den letzten Tagen bedeutend nachgelassen. Nur auf den bergen liegt noch etwas Schnee, in den Tälern ist kaum noch eine Spur davon zu sehen.
t v o r f v, V **®*M» c lilCb dl JiWUUl! Jd GL tZ
W1« kels, abgehaltene« Treibjagd erlegte Herr , Höhl von A^^Meim im -rcstrikie „Jakobsborn" einen Keiler im ansehn- Ircheu Gewichte von 240 Pfund
Dem Schmiedemeister Adolf Maus zu K e m e l wurde Ge- brauchsmusterschutz auf einen Pflug mit der Bezeichnung: Verschiebbare Pflugschaufel mit Einschncppbolzen unter Nr. 242 212
Sport.
Ei«« #wß* international- J-gd-, Schäfer.. Kriegt», «ud Polizeihundc-Ausstellstug veranstaltet am 12. und 13 Februar 1805 der Jagdhund-Verein Berlin im Luisenbof, Dresdenerstraße 34, In den Hauptklassen werden bei 10 M, Standgeld als erster Preis 39 W zweiter Preis 20 M., dritter Preis 10 M. vergeben. Zu de» Nedenklafsen beträgt das Standgeld 5 fOL, wofür die Preisgcwtnner des 1., 2., 3. Preises ein Kopfrclicf der betreffen- den Raffe in Elfeubeinmasse, modelliert vom Tierbtldhauer Q. Pflug, erhalten. Die besten Kenner der aufgeführten Rassen haben als Preisrichter zugcsagt. Der Meldeschluß ist auf 1. Febr. festgefetzt. Programme und Meldescheine versendet auf Wunsch kostenlos Hofbüchscnmacher W. Foerster, Berlin W. 8., Tauben, straye 50.
Wemrschtes.
* Ein Mord an einenr Dienstmädchen ist am letzten Sonntag in ein-em Dorfe des Kreises W o l f h age n »er. übt iworöen. Dem Mädchen, welches bei einem Wirt in Diensten stand, war, wie die »Wöfer-E- schreivt, am Samstag ein Lotteriegswinn in Höhe von 1500 M. ansgezahlt worden, welchen es in seiner Schlafkammer ver- waihrte.^ Da dem Mädchen das Geld dort nicht sicher genug -erschien, wollte es dasselbe am SonntagfrÄh seinen in einein^ Nachbardorfe woHneMen Eltern bringen. Als der Dienstherr davon erfuhr, hielt er das MädkMn mit dem Hinweis zurück, daß im Hause noch Arbeit zu tun sei und eg niit der Forifchgsfung des Geköes recht wohl bis zum Abend warten könne. Der Anordnung uach- kvmmend, machte sich das Mädchen bei Anbruch der Dämmerung mit dem «Aelde aus den Weg. Als es sich bereits eine beträchtliche Strecke von dem Orte entfernt hatte und eben ein ans dem Woge liegendes Wäldchen passieren >wvkl!e, begegnete ihm der OrlaeÄdmem: der von devr Mädchen den Zweck fenves Ausganiges erfuhr. Kaum war der GÄidarm etwa 100 Schritte weiter gegangen, als er aus der Richtung des Wäldchens die gellenden Hülseruse einer , Frauenstimme vernckhm. Sofort den gemachten Wog znrückeil-eNd, fand er in dem VWldchen zur Seite des Weges das Mädchen mit durchschnittenem HaPse als Mi che vor und neben der Leiche ein großes, VluDeslecktes TaschennteMr. Das Geld war aus der Tasche des Mädchms vcrschirrlllnden. Nachdem der Gendarm sich überzeugt, daß in dom Walde niemand sich verborgen halte, b>oga!b er sich nach dom Dorfe in bas nämliche Wirtshaus, in dem das Mädchen beidierrstet gürvesen. Er best.'Ih: eilt Glas Bier und legte das blutige, Messer vor sich aus den Tisch. Als dann der ILMrkge Sohn des Wirtes ihm das brstellle Bier brachte und das Messer ans dem Tische erblickte, ries er: ,.Ei, das ist ja meines Bakers Messer!" wobei er das Messer an sich nehmen wollte. Der Gsnöarm legte jedoch die Hand auf daZ Messer und fragte den Knaben, wo sein Vater sei.
selbe sei soeben von einem Ausgange zurückgelehrt, erklärte dieser, und kleide sich droben im Schkaszrmlmer um. Ms dann der Gervdarm dein Wirte mit dem Messer in der Hand gogeuitbertrat, gestand dieser das Verbrechen ein, lieferte auch die er®eui-cten 1500 M. an den Beamten -aus. Er wurde sofort in Untersuchungshast genommen.
* Humoristisches. Kinder m u « fi. Fünfjährige: ,-Gclt, Mama, Tante Eulalia ist eine Zauberin?" — „Wie kommst dir denn darauf?" — „Weil sie sich ihre sämtlichen
Zähne aus dem Munde nehmen kann." ,--S ö hn chen
eines ostclbischien «Autsbositzers: „Muttchen, weißt, du. ivie lieb ich dich habe?" — Mutter: „Na, wie denn?" -~ Söhnchen: „So dick, wie Vater ist." — Pari er t. „Bon euch Weibern", sagt Tolstoi, „stammt alles Mel." — „Sogar die Männer stammen von uns!" (Jugend.)
KZeiue Chronik.
Der Kops abgerissen. Der bei dem -Karussellbesitzer S-ievers in Bochum angestellte Arbeiter Hünel wurde avends, als er nachse-Mt Wvllte, ob in dem Kessel der Azetyl-enanlaffe genügend Wasser vorhanden war, durch -eitle Explosion der Kopf vom Rumpfe gerissen.
Selbstmord. J-m Pastvratsgarten zu Russe erschoß sich d-er Oberförster Freiherr von Hüne aus Koberg.
Graf Pückler und das undankbare Baterlarrd. Graf Pückler beklagt sich in seinem neuen Organ, das Ä-ies-er Tage -zum erstenmal erschienen ist, bitter über die Undankbarkeit des deutschen Vaterlandes. Über seine V-er- nrteilmig schreibt er u. a. folgendes: „Also sechs Mouate Gefängnis! Das ist der Dank des deutschen Volkes für die ungehe-uven Opfer, welche ich -gebracht. Pfui Teufel, da kann man allerdings beinahe verzweifeln -an der e-Wnen Nation! . - . Nicht «ine Gcfün-g-niAstrase von sechs Monaten, sondern eine hohe Auszeichnung verdiene ich, -den Orden Pour le indrite hätte ich schon lange erhalten müssen" nsw. nsw. „Meine Parole lautet ab-er nach -wie vor: Es -wird sortg-e-droschen!"
Ein schwerer Unfall, dessen Folgen noch nicht v-oraus- ges-chen werden können, stieß, wie der „O-berschl-es. Auz." berichtet, dem Staatsanwalt Dr. Barg in Gleiwitz zu. Er war d-am-it beschäftigt, -einen schon lange -unbenutzt liegenden Revolver no-nr Rost -zu befreien, und muß nicht mehr gewußt haben, daß die W-affe geladen war, als plötzlich ein Schuß krachte, der ihn in die Seite -traf: ärztliche Hülfe war bald zur Stelle. Es -wurde sestge-stellt, daß die Kugel den Körper des Schwerverletzten durchbohrt hat.
Ein rtener Gaunerkniff. Der D-üssekdorfer Kri-ininal- pvltzei -ist es gelungen, einen gefährlichen Schwindler fostzunehmen, der sich als Graphologe ausgab- und sein Augenmerk auf stellesuchende K-anfl-eute richtete. Deren Adressen verschaffte er sich -durch Ausschreibung günstiger Bureaustellen in den Zeitungen, lwvrauf er -den sich Mel-
