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Heit- 2 AmKLag. AL. Jarrrrav WiesLadeWex GDblatl. Movnrrt-Arrsnltsts. 1. SIE. No.

ßrfsor Conrad parteiische. HWinstigung seiner Schüler vorgeworfen hat, so hat dieser ihn wagen Beleidigung ver­klagt. WohMmn war früher Sozialdemokrat und hatte !in einem Buche den Darw-m-imus für die Sozialdemo­kratie verwertet, rückte in der Arbeit aber weit von den Anschauungen dieser Partei ab und trat vor allem für Rvssenhygiene ein. Wie er seinen Vorwurf gegen Pro­fessor Conrad begründen will, ist schwer einzusehen, da dig Preisrichter die Urheber der Arbeiten doch vor der Entscheidung nicht kennen. Unter den preisgekrönten Arbeiters ist eine sozialistische; es ist immerhin auffällig, daß diese von der amtlichen Publikation ausgosch-lossen worden ist. Krupp hatte selbst bestimmt, daß es bei der Preiskrönung auf den polMchen Standpunkt, den der Bewerber zum Ausdruck bringe, nicht ankonrmen dürfe.

Der Kampf gegen das Arbcitslosen-Elend in England.

n. London, 18. Januar.

Das für den 14. Februar einberufene Parlament wird sich bereits in einer seiner ersten Sitzungen mit öer brennenden Frage zu beschäftigen haben, -auf welche Weise dom in -diesem Jahre besonders krassen Elend -unter den Arbeitslosen Englands begegnet werden soll. Nicht Mein in London, sondern auch in Industriezentren wie Liverpool und Manchester, sowie in Irland, das knapp vor einer Hungersnot steht, nimmt die Zahl der Unbe­schäftigten in bedrohlicher Weise zu. Angesichts dieser 'Zustände hat sich -die private Wohltätigkeit in diesem Führe zu ganz außergewöhnlichen Leistungen, -veranlaßt ,gesehen. So beliefen sich die bei dem hiesigen ZentvÄ» Eo-mitee zur Verteilung eiugLlaufenen S um men in der vergangenen- Woche aus nahezu eine Million Mark. Dieses -Komitee hat sich auch in anderer Weise dadurch verdient. gemacht, daß es die beschleunigte Ausführung der im Grafschaftsrat vorliegenden Projekte für öffent­liche Arbeiten durchsetzte und dadurch- vielen Arbeit ver­schaffte. Die Regierung ihrerseits wollte auch nicht zurückstehen und -gab den Arsenalen Aufträge für Kanonen ini Werte von etwa 40 Millionen Mark, wo- durch 17 000 Arbeiter, die seit 1900 beurlaubt waren, wieder Beschäftigung finden. Des weiteren ist die Heils­armee lebhaft Hmicht, in ihrer Weise Gutes zu stiften, und auch- die überreich -dotierte Hülfs-kasse der Trade -Unions tut ein übriges. Trotz dieser heroischen Hüffe- leistungein muß das Übel solange als ein akutes angesehen werden, als nicht administrative Maßregeln zu seiner Be­seitigung getroffen werden. In gewissen Kreisen be­geistert man sich deshalb für die Schaffung eines eigenen Ministeriums für Arbeit, -das die Schwankungen zwischen Angebot und Nachfrage auf -dem A-rbeits-mavkt zu über­wachen, alle Arbeiterfragen zu erledigen und nötigen­falls Vorkehrungen' zur Auswanderung überz-ähliger Volkselomente nach den Kolonien zu treffen -hätte. Auch müßte damit aufgeräumt werden, daß -verschiedene Ar­beiter ihre feste Stellung verlassen, um sich -als Arbeits­lose von den Vermittlungsämtern besser dotierte Posten zuweisen zu -lassen. Mit halben- Maßregeln wird das Parlament jedenfalls in diesem Jahre -der Frage nicht bei­kommen können.

Der Antagonismus zwischen Schweden und Norwegen.

ei. C h r l st i a n l a, 17. Januar.

Wenn eine so untergeordnete Frage wie die der Schaffung selbständiger, von der Regierung in Stockholm unabhängiger norwegischer Konsulate nun schon seit Fahren eine Reibungsfläche zwischen den Regierungen und Parlamenten von Schweden und Norwegen bildet, so kann bereits aus dieser Tatsache ersehen werden, daß zwischen den beiden- Ländern Gegensätze herrschen-, die leicht zu einem schärferen Konflikt auAwachsen können. Der tiefere Grund- für diesen Antagonismus ist in den

habe haben aber die berufsmäßigenMotsuKabrAanten" -der Zeitungen null die Pamphletisten st In Rochosort. Sie müssen irgend eine drollige Verunstaltung oder Wus­le gung der Namen der künftigen Minister finden. Gei -einigen häb-en sie es -allerdings Nicht nötig, da denen Namenwitz längst geschaffen ist. Besonders gelungen ist lder des bei den Kombi Nationen viel genannten Senators PviNcarrä,(Jicöron c'est Poincarrö" (Cicero ist Pvin carrä, kann nämlich auch so .geschrieben werden: »8! cest rond, cest point carr6, auf deutsch: Wen-ns wund ist, ist's nicht eckig). O. W.

Aus Ärmst imö Leben.

^ Wie Kolportage-Romane gemacht «-erden. Wir lesen in den Blättern für Bolksbibliotheken und Lese- Hallen (Herausgeber Prof. 9r. E. Liefe g ang- Wiesbaden, Verlag von O. Harrasfo-mitz-LeipM):Wie Kolpoptagie-Momane gemacht 'werden", erzählt in der -ZeitschriftDas Land" ein gelegentlicher Mitarbeiter, der unter dem Zwang der Verhältnisse sich vorübergehend in diesem Erwerbsz-Ivelg versucht -hat. Namentlich die erste Lieferung des Machwerks -werde mit ausgesuchtem Rafstnemeut zusammengestellt, da von ihr der Ausfall des Geschäftes zum großen Teil abhäng«. Selbst die er­fahrensten -Verleger dieser Ware verlassen sich niemals auf das vorliegende Manuskript des Romans, vielmehr ist das erste Heft -ein Fühler, an dem erprobt werden, soll, -ob es sich verlohnt, sich an die Sache die Her­stellungskosten betragen oft 20 000 bis 80 000 M,- zu wagen. 'Die Verfasser kommen bei derartigen Unter­nehmungen erst an zweiter Stelle. Entweder beziehen sie als Angestellte des Verlegers ein geringes Monats- salair oder aber sie erhalten alsfreie Schriftsteller" eine bestimmte Summe für jeden Druckbogen oder allen­falls noch eine Tantieme nach- Maßgabe -des Absatzes der Hefte. Jene ersten haben von morgens 8 Uhr bis abends 8 Uhr mit zweistündiger Mittagspause gegen, höchstens 150 M. monatlichFortsetzungen" zu schreiben. Die Lage her freien Schriftsteller ist verschieden,' einerstklassiger Meister", wie der. Verfasser desScharfrichters von Berlin", hat mit -diesem seinem Erstlingswerk ein Ver­mögen verdient und kann trotz immenser Fruchtbarkeit nicht allen Nachfragen genügen. Ein solcher Autor, -der Womöglich zugleich an einem halben Dutzend -Erzählungen gleichzeitig arbeitet, -diktiert der Kürze -halber einem Stenographen die zur Füllung dev folgenden Hefte

Tha-rakterverschi-ed-Lnh eiten der beiden Völker zu suchen. Der Norweger, von Natur aus ernst, gesetzt und maßvoll hat gegen -das heitere. Wesen des temperamentvolleren Schweden eine instinktive Wne-ig-ung, -die förmlich nach Ans-druck sucht. Zur Verschärfung der gegenwärtigen Spannung trägt der Umstand nicht wenig bei, daß der schwedische Minister des Äußern, La-gerheim, der -die norwegischen- Sonderb-estrebnngen bis zu einem gewissen Grade begünstigte, nach seinem Ausscheiden -aus dem Kabinett keine Persönlichkeit zum Nachfolger erhielt, die in seinem Sinne weiter-gewirkt hätte. Die Norweger verlangen nun mit um so größerer Hartnäckigkeit die Errichtung von norwegischen Generalkonsulaten in Berlin, Paris, -St. Petersburg, London, Antwerpen Barcelona, Genua-, New Jork, KaMa-dt, Montreal und SchaAhai. Da die Regierung in Stockholm sich diesen Forderuug-en gegenüber neuerdings wieder sehr reserviert verhält, muß die Situation als nicht unbedenklich ange­sehen. werden.

AWWM M seine WWMM.

Sch-oip strt^Mikte dieses Jahrhunderts hat Rußland stän-d'ig -seine Südostgrenge nach- -den indischen Gebieten vorgeschoben; und wenn bisher Afghanistan noch- immer als Pufferstaat zwischen beiden Rivalen steht, so ist es eben nur der Eifersucht -des einen auf den andern zuzu­schreiben.. Im Jahre 1860 begannen die Russen den Vormarsch gegen -das Gelände südlich -vom Balkafchsee. Sie schufen sich in den folgenden Jahren das Gouverne­ment - Turkestan mit der Hauptstadt Taschkent. 1873 folgten die Provinzen -Amu-Darj-a, Transcasparien; des­gleichen wurde Chiwa -und- Buchara als Vasallenstaaten in d-i-e Macht-Sphäre eingezogen. Die 80er Jahre brachten eine weitere Annäherung an die -afghanische Grenze. 1884 wurde Merw der Z-entralp-un-kt der russischen Besitzungen in Turkestan, 1885 Afghanistan die Nordgrenze stark beschnitten, 1895 das Hochland Pamir dem russischen Reiche angegliedert. Diesem steten Vorwärtsd-ringen des russischen Einflusses begog-

nötigen -Fortsetzungen und macht sich ein Merkmal, wo er in. jedem einzelnen Fall -stehen geblieben ist. Der Vertrieb Her Kolportage-Hefte füllt vornehmlich in- die Zeit vom Oktober b-is -zum April, weil die Hanpt- abo-nnentM H-jc Landbewohner, im Sommer keine Zeit haben. Der ungenannte Verfasser des Aufsatzes schließt -mit einem -warmen -Appell an die deutschen Schriftsteller, durch volkstümliche Erzählungen dem Kolportage- Roman Wbruch zu tun. -Das deutsche Volk verlange keine Milieuschilderungen und Seelenanalysen, sondern Handlung, Geschehnisse und Begebenheiten, die di-e Ein­bildung beschüftigen und die Spannung nicht erlahmen lassen.

* Verschiedene Mitteilungen. Der Landschafter -Valentin -Ruths ist achtzigjährig in H a -in b -u r- g gestorben. Er -hatte in Düsseldorf Unter Schirmer -studiert und gehörte zu den namhaftesten Vertretern dieser Schule. Er -widmete sich ausschließlich- Her Dar- - stellung der nächsten Umgebung Hamburgs und -der hol­steinischen Landschaft.

Mrnnar -HeibergS lakti-g-es SchauspielT r a g ö d i e der Liebe" erzielte bei der Erstaufführung im Natio­naltheater -z-u Christiania einen -durchschlagenden Erfolg.

'91 ntoine übernimmt die Direktion des vom fran­zösischen Staate suventionierten Odäon - T hea t e rs in Paris.

Be-i den Leipziger P o st ä m t -e r n wurden im Jahre 1908 2 y 2 Millionen Micherpakete im Gewichte von 12 Millionen Kilogramm aufgegeben.

Ein sonderbarer literarischer Prozeß wird, nach demB. T.", in näch-ster Zeit in Petersburg zur Verhandlung kommen. Eine junge Schriftstellerin hat ihren Verleger verklagt, weil er gegen ihren Willen das Bild einer halbnackten Frau auf dem Umschlag ihres Buches hatte anbringen lassen.

Der Großh. Ob-erschulrat hat für sämtliche Mittel­schulen Badens eine Gedächtnisfeier des 100. Todestages Schillers angeordnet. Am 9. Mai darf kein Unterricht erteilt werden.

Aus R o m wird berichtet: M a r c o n t, der De- rirhmte Erfinder -der drahtlosen Telegraphie, hat sich mit der Fürstin Giacinta Ruspoli, der Tochter des Fürsten Ruspoli, verlobt. Die junge Dam« gehört einem der ältesten Adelsgeschlechter Roms an, Las- seine Ahnen bis in Las 14. Jahrhundert zurückverfolgt -und ist das fünfte und jüngste Kind des Fürsten: sie ist jetzt 22 -Jahre und gilt für -das sch-ön-st-e Mädchen Roms. Die Ruspolis ge­hören durchaus -zur päpstlichen Partei und der zukünftige

nete England seinerseits durch entsprechende Maßnahmen. So wurde die indische -Grenze allmählich nach Belu-d- schista-n Qusgedehnk, und schließlich 1899 das Gckirgs- land Tschitva, nördlich von Peschawur, -der indischen Krone unterstellt. Es trennt jetzt -nur noch ein ganz schmaler Streifen -afghanischen Gebietes Pamir -und Lschitral von -einander, während östlich davon die Provinz Ki des großen chinesischen Reiches liegt, deren Haupt­stadt Rufchgar ist. Die Russen- haben -angeblich Ruschgar jetzt besetzt, einmal um ein Gegengewicht gegen -die tibetanische Expedition der -Engländer zu haben, zweitens aber allem Anschein nach um auch östlich von dem afghanischen- Gebiete direkt in -englische Besitzungen eiu- brechen zu können. Nachdem die Eisenbahnlinie, welche das europäische Rußland von -Orenb-u-rg aus mit Da-sch-keut und S-arma-k-and -verbindet, fertig-gestellt ist, häb-en -die Russen, wie auch -aus unserem Bilde hjervo-rg-eht, drei Wege, aus denen -sie Truppen nach Dur-kestan werfen können: durch, den Kaukasus über Baku, über Astrachrrn

und über die neue Bahnlinie. Andererseits ist aber kaum auzunehmen, daß Rußland glaubt, seiner -augen.- blicklich^ prekären Lage -dadurch -aib-helfen zu können, daß es sich in neue Unternehmnn-gen einläßt. -Vielleicht sind die -darüber verbreitet gew-eseuen Gerüchte etwas über­trieben, -vielleicht sogar unwahr. Jedenfalls toerdM -die nächsten Tage Ausschluß geben, ob -die Au-fro-llung der engiisch.Mssischeu Herrschastsfrage in Indien -bev-oifftcht.

Der InlilenarlieiternHSflanti ii Duhrrevier.

Eine konservative Stimme zum Streik.

Gegenüber -den Forderungen der streikenden Berg­arbeiter mutz sogar der konservative'Reichs- Lote" folgendes zug-eben: Der SchaLeu eines so großen Streikes ist ganz unbercchen-var, und die Regierung sollte -deshalb endlich -mit vollem Ernst -die Reorganisation der Arbeltsverhältnissc in Angriff nehmen. Sie muß ja auch bei-M Streik in Aktion treten und dabei das

Schw-leg-ervater -Marcvnis, der über 60 Jahve alt ist, ist ein 'hoher Würdenträger am Hose Papst Pius X. Marconi war schon einmal mit einer jungen iSlmeri- kanerin verlobt: die Verlobung ging aber, wie damals berichtet wurde, -zurück, -weil -der junge Erfinder allzu­viel mit seinen Ideen beschäftigt -war und für seine Braut keine Zeit finden konnte.

Di\ MasterMan hat ständige BeoLach-tungen über die N i v e a u - S ch w a n -k u n -g e n des Toten Meeres während -der -zweiten Hälfte des ver­gangenen Jahres a-usgeführt. Daraus Hat sich -ein ständiges Fallen des Wasserspieg-e-ls ergeben. Am 26. Oktober stand Las Tote Meer 28 Zentimeter niedriger als im April: der -niedrigste Stand im Jahre 1904 war gegen 40 Zentimeter tiefer als der niedrigste von 1908.

72 Verlagsfirm-en haben sich bereit erklärt, ihre Ver- lagAwerke kostenlos der geplanten Reichs-Mnsik- bibliothek zur Verfügung zu stellen.

Auf der Sonn -e ist gegenwärtig ein Flecken- maximunr eingetreten. Insbesondere erregen im Älugen- blick drei -mächtige, nebeneinander befind-lich-e Flecken, welche fast in der Mitte der Sonnensch-eib-e stehen, -die Aufmerksamkeit.

In der Nähe von Olkus-z (G-onvern-e-ment Kiele«, Russisch-Polen) sind bedeutende Eisenerzlager ent­deckt -worden. Erzproben weisen 42 Proz. Eisen­gehalt auf.

Die Ziffer der in den Jahren 1903 und 1904 nach Amerika ausgesührtcn Ölgemälde und anderer Kunstwerke ergibt, daß München 1904 nach Auverika für rund eine halbe Million Mark, Berlin dagegen nur für ungefähr eine Viertelmillion ausführte. Im Jahre 1903 führte München nach Amerika für 070 000 Mark, Berlin dagegen nur für 380 000 M. Gemälde aus. Der Rückgang im Export wird -hauptsächlich der W-eltaus- -stellung in St. Louis zugeschrteben.

Mr. John Philipp Sons -a, -der -amerikanische Marsch-kvnig" und Schöpfer der mit Recht so berühmten Waffiington - Post", der jetzt mit seiner Kapelle zurzeit -wieder in London weilt, hat^ sein literarisches Herz ent­deckt.Bei meiner Ankunft im Carlion - Hotel fand ich die -Korrekturbogen meines neuen Romans vor", er­zählte er dem Vertreter eines dortigen Blattes.Dieser Roman in 80 000 Worten enthält Erinnerungen aus nieiner Kindheit: er Hat seit zehn Monaten meine ganze freie Zeit beansprucht. Der Schauplatz spielt in Washington, aber über den Titel bin ich noch nichj schlüssig geworden."