gei*» 3. Mttmoch. 18. ImnE LSGS. MeskKdZWDV Ta-blatt. Movger»-A«sgade. L Blair. Do. 29.
UMMche Uberstchr.
Die Inszenierung der neuen russischen Anleihe.
Die vor kurzem an -dieser Stelle von Paris ans geäußerten Bedenken gegen die neue russische' Anleihe bleiben auch nach der nnttlUweile staützeffmdonen über- Zeichnung des' Papiers bestehen. Die Tatsache dieser Überzeichnung mutz man zwar gutgläubig hinnehmen, doch ist es immeEr etwas unwahFAinlich, daß selbst unter Berücksichtigung der mit Sperrverpslichtung -ge- Mchneten Stücke die Nachfrage so groß war, daß ihr nicht genügt wenden konnte. Für die Behauptung, Latz man an leitender Stelle iit Deutschland! für die Anleihe .Stimmung zu machen suche, haben sich mittlerweile neue ^Anzeichen WtbH. Zunächst muß es a-uffaillen, daß iMe Reichsbank ihren Diskontsatz zwei Tage vor dem "Zeichnungstermin heruntersetzte. Wenn sich die Maßregel auch Äus ider augenblicklichen Lage -des Geldmarkts erklären ließ, so hätte mit ihr doch füglich 48 Stunden geartet werden können, ohne daß die allgemeinen Interessen des Marktes darunter gelitten hätten. So ober liegt die AnnaiMe nahe, daß ein solches Verfahren einen Stimulus aus die Kavitalswelt ausWen sollte, der natürlich den russischen Werten zu gute kommen lmußte. Ein besorrderes Kapitel vHditznt ferner die mit Hülfe des offiziösen Wolffschen Telogrwphen-Buroaus in Diesen Tagen inszenierte Herausstreichung der Persön- 'lichkeit Wittes, - die gegenÄer allen b-e-unvuhigenden Gerüchten nach denk Fall von Port Arthur als Friedens- garaniie aus,gespielt werden sollte. Die betreffenden' Nachrichten gingen deshalb so weit, Witte von Petersburg ans z-nm Nachfolger -SwIat-vpolk-Mirskys avancieren zu lassen. Wenn diese Meldung auch, nachdem che längere Zeit unwidersprochen gobkeben war, nach der Zeichnung widerrufen wurde, so sollte sie doch unverkennbar ans die Stimmung des PrivatpublitkMis. gerade im entscheidendsten Moment eintvirken und dieser ,Zweck ist ja auch gorvissevimchcn erreicht wvrd>eu. Angesichts dieses Vorfalls mutz man sich ernstlich fragen, ob der Quelle derartiger Mitteilungen nicht nachzuforschen wäre, um ihren Urheber zur' Verantwortung zu ziehen. Bisher ist das wenigstens stets in viel weniger wichtigen Fällen geschehen, warmn. also nicht hier, wo doch so enorme Summen auf dein Spiel stehend In gleicher Weise vermittelt Ms Wolffsche Ärrveau einen Auszug aus dem russischen Budget, der wohl ebenso wie die gleichzeitige Meldung von der Revision des Goldbestandes der russischen Staatsbank der Stinmruiigsumche Menen soll. Im ersteren Fall sind die Ziffern so wieder- ,gegeben, daß der Nicht-Fachmann auf eine glänzende Lage schließen muß, während der Eingeweihte sich aus den lückenhaften und imgeordnetM' Angaben überhaupt kein Bild machen kann. Im Falle der Revision handelt es sich um bic alte Komödie, die man ja zur Genüge kennt. Alles in allem wird man -ugeiben müssen, daß bei der Unterbringung der russischen Anleihe sich Interessen breit machen, die mit denen des deutschen Kapitals wenig oder -— gerade herausgesagt —- nichts zu tun haben.
Kammerpräsident contra Ministerpräsident.
d. Madrid, 15. Januar.
Der kürzlich gemeldete Konflikt zwischen dem Präsidenten 'der Kammer Römers Robledo, der einen seiner Freunde gern zum Präfekten von 'Sevilla erhoben wissen möchte, und dem Ministerpräsidenten Azoarva-ga,' der den erledigten Posten 'anderweitig zu besetzen gedenkt, droht •— ein, Armutszeugnis für den Pavlamentarismüs in Spanien — zu einer KabinettskrisiA zu werden,. Herr Ro-mero Robledo ist auf ein paar Wochen verreist und spielt inzwischen immer noch -den grollenden Achilles, der die Beibehaltung der Präsidentschaft 'der Cortes von der Erfüllung seiner persönlichen Wünsche abhängig macht. Da es bekannt wurde, daß Herr Robledo am i23. Januar hierher zurückkehrt, hat der 0 'hn-mäch'tige Ministerrat vorläufig beschlossen, die Kammer nicht vor dem 80. Januar einzuberufen. Sollte bis zu diesem Tage keine Einigung erzielt sein, so würde entweder
die. gegenwärtige Legislaturperiode nberhäupt für beendigt erklärt oder die Kammer bis zum Frühling vertagt werden. ' Die Situation des neuen Kabinetts gilt unter solchen Umständen überhaupt für stark erschüttert unb_ es ist fraglich, ob das Ministerium- Azoarrag-a sich, selbst nach Umseglung der parlamentarischen Klippen wird halten, können. AndevHseits mutz auch schon durch die Vertagung der Kortes das Land sehr in Mitleidenschaft gezogen werden, da eine Anzahl wichtiger Fragen der Erladigüng harren, die keine Hinansschiebung vertragen. So war in der letzten Zeit von neuerlichen Projekten zur Verbesserung des Wechselkurses und . von einer beabsichtigten inneren Anleihe die Rede — Maßnahmen, die natürlich nur mit Hülfe der Cortes durch- gesetzt werden könnten. Bon der Laune des Herrn Rob- ledo hängt es nun ab, ob das politische Loben in Spanien für längere Zeit einer vollständigen Stagnation preisgegeben toerbeu soll — oder nicht.
Sitzung der Handelskammer.
y. Wiesbaden, 17. Jan'na'r.
Unter dem Vorsitze des Herrn -Komwer'z-ienrats F. Feh r-F lach sind anwesend die Herren Kommerzienrat Dr. Kalle-Biebrich, Kommerzienrat Koch- St. GoarshausenF Kommerzienrat E. Dyckerhoff- Wiebrich, C. W. Poths-Wiesbaden', H. Häffner« Wiesbaden, B re n e r-Höchst a. M., C. H. Schultz- R'ü'deshc'im, Komwierzientat H u m m e l - Ho-chhei-m-, 8. 'D. I n n g - Wiesbaden, S. H e n m a n n - Wiesbaden, >S ch ü r m a n n - Biebrich,, W ö l l e r - Lan-genfchwaWach. H. W a g e m a n n - Wiesbaden, Emil E ng el - Wiesbaden, Born-Usingen, sowie Her Syndikus, Herr T^I 1 . *6 X* 5 0 t.
Anläßlich öds 25 jährigen JuS^iläu Ms des Vorsitzenden, Herrn Kommerzienrats Franz Fe hetz l a ch , als Mitglied der Kammer überreicht ihm ntem-cnS der letzteren Herr Kommerzienrat I)r. Kalle mit warmen Worten der Anerkennung für seine langjährige ersprießliche Tätigkeit ein Album mit den 'Photographien der bisherigen Mitglieder und denjenigen der 'während dieser 25 Jahre tätigen Sekretäre, -Herrn Kanßleirat Flindt nnd Herrn Dr. Mer'bot. Der L'cdereinbau-'d des Albums ist mit den Initialen des Jubilars und Embleme» des Handels in getriebener Arbeit verziert. Dom Jubilar sind auch Glückwünsche anderer Hand-els- 'kaiDnern und vieler PMvMn znge-gangen. Zu seinen Mren fand nach der Mtzüng ein Festessen im Kurhaus statt.
Der Vorsitzende begrüßt die neu eingetretenen Mitglieder, die Herren Hugo Wagswann un'd Emil Engel von hier. Herr Hugo Wag-M-ann ist in der am 11. Jan. abgehaltenen Ersatzwahl für Herrn Wi'kh. Gö'bel auf drei Jahre gewählt worden. Herr Emil Engel wurde am 14. Januar für Herrn L. 'Schild ans 5 Jahre gewählt. — Aus ge sch reden sind zwei Mitglieder: 1. Herr Albert Sturm wegen Ausscheidens aus Her Firma Joh. Bapt. Sturm und Herr Kommerzienrat Dr. K alle, bisheriger Inhaber der Firma Kalle u. Wo., weil seine Firma in die Firma Kalle u. Ko., Mtiongesell- sHaft, ansgegangen. Herr Ko'Mmerzienvat Kalle ist -zwar Borlsitzender des Aussichtsrats dieser lAMengesellschast, aber als 'solcher nicht wählbar. 'Nach h 8 des Gesetzes über die Handelskammern darf die Kammer früher wählbare Mitglieder, die die Wählbarkeit begründende Tätigkeit oder 'Stellung aufge-gebeu haben,, Mwählen. Der Anständige Ausschuß der Kammer empfiehlt, von dem Rechte der Zumahl in Zukunft Gebrauch zu machen. Die Ka'mWer beschließt, von diesem'Recht sofort GeSvauch zu machen. In geheimer Wahl dürfen zwei Mitglieder, H. i. der zehnte Teil der gewühlten Mitglieder, znge- wählt werden, und zwar für 3 Jahre. Di« Versammlung beschließt, Herrn Kowm-erzicnrat Dr. Kalle zuzu- wählen. — Die Ersatzwahlen in Biebrich' und Rüdes- heiür werden demnächst istatijiwden. Zu Wahbko'Mmissaren werden die Herren Schürmann und' Schultz ernannt. Bei Hem -Anwachsen der Tätigkeit der Handelskammer' mackst es sich fühlbar, daß für den Borsitzeirden nur ein Stellv-er- treter vorhanden ist. Es ist wiederholt vorgekommen, daß
tor K. in Dr.) Die Zunge war knollig stark verdickt, so- daß die Zähne nicht mehr geschlossen werden konnten. An der linken Seite begann ein krebstg-janchiger Zerfall. Die Drüsen waren -mäßig geschwollen. Die Wunde reinigte sich nach einiger Zeit und begann gut zu verheilen. Die Härte und Verdickung bildeten sich lcmgsckm AUvück, so daß die Zähne wieder aufeinander komnren konnten. Die Drüsen schwanden voWändig. Auch hier war eine starke schmerzhafte Erregung der Hinterkopfs- nerven vorhanden. Sec letzte Bericht, Ende Dezember, lautet: „Die Härte der Zunge hat zwischenzeitlich wesentlich: nachgelassen und ist die Bewegbavkeit derselben eine viel freiere geworden; ich glaube, daß, wenn die Besserung so fortschreitet, in 8 Tagen die Zunge' nicht mehr als die frühere normale Größe haben dürfte, kurzum in der Hauptsache herrscht eine g-anz bedeutende.Bessevmvg, von der ich Sie spätestens im: Laufe der nächsten Woche zu überzeugen gedenke." — Dies ist in -dem erhofften Maße nicht eingetroffen. Wie im ersten Falle ist eine starke Speichelabsonderung wtö viel zäher Schleim vor- handeir, was sehr belästigt.
Die Anwendung des Mittels geschah meist in der gewöhnlichen. Weise: morgens und abends nüchtern eine Oblate zu 0,20 oder zu 0,80 oder zu 0,80. Auf jauchende Wunden wurde das Pulver direkt gestreut. Bei Unter, leibserkmnkun'gen wurden Ausspülungen gemacht (Griserin 4,0, Natr. bicarb. 12,0, Ag. 200. Hiervon einen Eßlöffel voll auf einen Irrigator Wasser). Bei Speiseröhren- urrdMagenkrobs ließ ich von einer stark verdünnten Lösung schluckweise etwas trinken, nur aussetzen, wenn Durchfall entstand, was mehrmals der Fall.
Wenn die bei weitem größere Anzahl der Fälle noch in Behandlung sich befindet, denn zu einer Heilung bedarf es einer lang-dauernden Kur, so kann doch jetzt schon mit Sicherheit ausgesprochen werden, daß das Mittel in keinem Falle ohne Einfluß ist, d a ß d e r K r e bs h eil.
b a r un d b aß dieser b ei f r üh- zeit iy be- g i un e nd e r K u r seine S ch r e ck e n verloren ha t.
Nach meinen Beabachtungen wirkt das Mittel dort am günWgsten, wo -der Krebs im schwamniiigen, blut- reicheir (fleiwebe sich befindet, fvie bei der Brustdrüse. Von den Krcbsformen beginnen diejenigen am ersten zu Weichen, die gallertartig, die weich sind. Harte Krebsknoten wie harte krebsige Drüsen setzen naturgemäß dem Mittel einen starken Widerstand entgegen, weil wenig von demselben in diese harten Stellen gelangen kann. So ist es denn als ein gutes Zeichen der Einwirkung zu begrüßen, tvenn harte Drüsenknoten sich etwas erweichen und größer werden. Bei meinem ersten beobachteten Falle -ist das Gewächs ganz göschtvmvden, nur eine pferde- dohnegroße harte Drüse weicht ganz langsam, sie hat sich tellerförmig abgeplattet. Wie ich schon in meiner ersten Veröffentlichung ausführte, bringen die in harter Um- Wallung sich befindlichen K'rebsparasiten keine Gefahr. Ich habe bei einer an einem Herzleiden schwer erkrankten alten Dame zufällig einen kinderfaustgroßen Krebsknollen in der Brust entdeckt, deir die Kranke schon «Men 20 Jahre gehabt hatte und der erst kurz vor dein Tode an einigen Stellen' aufzubrechen begann. Auch- wenn nach Operation'eu neue Krebsknoten m dein narbigen Gewebe sich entwickeln, so Bieten diese infolge des harten narbigen 'Gewebes einen größeren Widerstand-.-
M eine -Beh auptung , -daß -d er Kreb s e i n e p a r a s i t ä r e K r a n k he i t ist, hat sich glänzend bewährt, da so n st die W i r k u n g des G rise ri ns unerklärI i ch wä re. Es hat mich -daher auch nicht überrascht, daß die Nachricht durch alle Zeituiigen ging, Professor Doyen in Paris habe als Ursache des Krebses kleine Lebewesen entdeckt. Es erscheint kaum zweifelhaft, daß dies bestätigt werden wird.
für kürzere Zeit beide Borsitz-enüen verreist waven. D«r Ausschluß schlägt vor, die Geschäftsordnung dahin abzu- än'öern, daß außer dem ersten stellvertretenden 'Vorsitzenden ^ noch eilt zweiter stellvertretender Vorsitzender in Zukunft gewählt wird. Die Wahl wird sofort vor-geuvm- wen. SU füllt auf Herrn L. D. Jung.
Die Ausschüsse für 1Ü05 werden wie folgt kouftitui-er-t: 1. iAus'schuß für Handel. Gewerbe- un'd Zoll- angelegenheiten: Hermann Breuer-Höchst a. M., L. D. Jmrg-^W'ieschade'n, K-omNi-erZienrat Dr. W. Kallc-B'i'cbrich. C. H. Schultz-Rirdesh-eim. 2. -Ausschuß für Verkehr: Heinrich- Häsfuer-Wieslb-ad-en, S. HeymvnnqWiesLa'd-en, L. D. J'ung-W'i'es'bäden, Kv-Mmerzi-envat Dr. W. Kalle- Biebrich, Heinrich Schü'rmnnn-B'ie'bri'ch. 3. Ausschuß für innere Angelegenheiten und Jahresbericht: Kvmm'erzien-- rat H. I. Hummel-Hochheini, 'L. D. Jung-M-iesba-ben, Kv-miuerzienrat H. Koch-St. G-oarshaus-en-, >C. W. Poths- Wiesbad-en, E. H. Schultz-R-üdesheim. — Die RechUung 1903/04 ist von den Herren Haffrver und Heymann geprüft und richtig befunden -worden. Dem K'affenvevwg'l- ier, Herrn Poths, wird Entlastung erteilt. — Der Vor - a n schlag für 1905/06 sieht eine AuAgabe von 22 300 Mkar'k vor, darunter Mehrausgaben für G-öhälter Und Zuschiissen zu den kaufmännischen F-orDildungsschulen in Wiesbaden und Höchst (2000 M. statt bisher 1200 M.l. Mi'N'derausgaben erwachsen bei 'AnSg-aben für das Bureau. Dagegen ist eine eimmMUe Ausgabe von 6000 Mark für Hauseinrichtungen vorgesehen. Die -EinUah- me'n ans Zinsen, Ehrenurkunden, Miete und Han-dels- kamUterbeitrügen sind auf rund 24 800 M. veranschlagt, wenn, wie bisher, 10 'Prozent Zuschlag erhoben werden.
Laut Ab-machüng mit dem Magistrat hat di-e K-amU«r V 3 der Unkosten der ka uf'mä n n ische n F-o r tbi l- -d « n g s s ch ule -zu tragen. Da mit d-em Sch-uljahr 1904 die -Schule vollständig ansgeb-aut ist, hat ddr Magistrat ibeschlosse'n, den -Leiter der lS'chirle rm Hauptamt anzu- stellen. D>nrch die 'Anstellung erhöht sich die jährliche iAuAgabe der Schul-: um sv'enigftens 2400 M. D-a die Hand'elskam'm-er für 1904 bereits einen jährlichen' 'Zuschuß von mindestens 1500 M. zu leisten haben wird, würde -sie von 1905 ab 'Mn-Mtens 2300 M. für die kaUs- 'inünU'i's-ch'e -Fortbildungsschule zahlen wüsten/ 'Die H-an- delskam'mier hat zu der durch die Änstellun-g eines ei-ge» ue-n S-chnAe'iters notwendigen Erhöhung der Ausg-aben für die >Sch!ule unter der -Bedingung zuge-stimmt, d-atz das Schnl-gel-d der Schule von 20 M. auf 30 M. erhöht wird. Eine Beteiligung an den Kosten der Pensionierung des Schulleiters hat sie grundsätzlich abgelchn't.
Die Hand-olskanimer Koblenz regt -eine dauernde B e r e i n i g u n g der H a n d l s k a in in c r n ö c r W c i u bang e b- iete an, um ein gleichlm'äß'iges Vorgehen in einzelnen den W-einbau und W-einhandel b'c- tvesfcnd-en 'Fragen zu sichern. Die befragten s-ach!v'erständr- gen Mitglieder der Kammer haben sich zumeist gegen diese Anregung ausgesproKen. Bisher sind den WteinHaud-cl ang'e'heude Fragen von Fall z-u Fall in bald- von der Handelskammer Mainz, bald von der Han'de'lskammer' Wi-cs- biaden einbernjenen V-erfammknngcu -Le'hanlöelt worden. Düs Bedürfnis für eine -dauernde Bereinigung hat sich -aber bisher nicht ergeben.
'über Len gerichtlichen -Z-wangsvergleich außerhalb d:s 'Konikurses erstattet Herr L. D. Jung ein ausführliches Referat: D-as zurzeit in Deutschland- allein gültige -gerichtltHe Verfahren zum Zwecke der g-keich'- m-äßigen Befriedigung -aller Gläubiger eines in Mr- 'm'ögensverfall geratenen Geschüftsschu-ldin'ers, das Kon» knrsverfahreu, befriedigt nicht mehr d'ie G-e'schüf-tswelt. Vor -allem kla-gjen die tziett-erbetreibciiden b-arWer, daß das Verfahren zu lan-gwier-ig und zu kostspielig nnd die Verwertung der Massen m-ü'st ungenügend und für die ganze 'Geschäftswelt oft schW-lich sei, weil sie mit ungenügender S'ach'kenntnis vovgeno'mmen wird. Dabei wird -der Schuldner oft wirtschaftlich völlig.zugrunde gerichtet. Die Handelskammer Berlin erhofft eine Verbesserung von der 'Einiführuntz eines neuen gerichtlichen ZwaNgs- vevgleichv-Mahrens, das bereits vor 40 Jahren vom Deutschen H-andelstag an-gestrebt worden, -aber bei der Ausarbeitung der deutschen Kostkursordnung 1877 nicht Devückslchtigt worden. In einer -großen Anzahl anderer -Länder s-Eng-land, Frankreich, Belgien, 'Schweiz, Italien,
Aus Kunst nnd Leben.
* Verschiedene Mitteilungen. Die Kon'zertfän-gerin Fräul. Berdro w von hier sang di-es-:r Tage in einem Konzert der „Liedertafel" in As-Haffen-bnrg und erMI-te, wie wir einem dortigen Blatte entnehmen, lebhaftesten Beifall mit öfterem Hervorruf.
-Ein neues Stück von Richard -S k o w r v n n e E, „Die argentini'sche Ernte", 'kommt d-emnächst im Hamburger Thalia-Theater zur ersten Aufführung. Sein Stoff ist dem Großkanf'man'n'slebcn des „Deutschen Venedig" entnommen.
Aus London wird berichtet: Ein äußerst zahl
reiches Publikum hatte sich am Donnerstag bei Christie -eiugefunden, um -der Versteigerung der Möbel des Marquis von Anglescy beizuwo-hnen. Unter anderem' gelangte eine große, fast örei-zehn Fuß hohe Orgel zur Versteigerung, deren Gehäu-se ein W-erk Thonras Chipponö-ales war und- reich mit -geschnitzten Blumen nnd Schnürkelwerk verziert ist. Die -Orgel brachte 8815 Mark. Ein Eichenstu-Hl aus -der Zeit Karls II. wurde für 6450 -Mark verkauft, ein Preis, wi-e er kaum je für einen einzelnen Stuhl -gezahlt worden ist Im ganzen ergab -d-er Verkauf 86 680 Mark. -e
Der vor -zwölf Jahre-n begounene Versuch, zahme R e n n ti e v e in Alaska zu akklimatisieren, ist vollständig gelungen. Die amerikanische Regierung hatte i-m- Jahre 1892 gegen 1000 lappländische Renntiere nach Alaska bringen lassen und -eine Anza'hl Lappländer verpflichtet, -die Eingeborenen in der Behandlung der Tiere zu unterweisen. Die Renntiere haben sich schnell vermehrt und -kommen nur für Post- und Transport- zwecke zur Verwendung. Ein Paar zieht eine 'Last von 400 -Kilogramm und l-egt täglich gegen .60 Kilometer zurück.
