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N-. so. _ Ad-«»-A«»,aI»e. 1. D1«tt. _ Wiesbadener Tagblalt. _ Daunerstas. 12. Jannav 1905. Sette 8.

blutete, in die Garbetsche Wirtschaft hincingelaufen. Ein anderer Soldat sei eiligst die Dorsstratze entlang gelaufen. Letzterer sei sseyr bald zurückgekommen und habe gesagt, er habe sein Seiten­gewehr verloren. Der Soldat, in dem er den Unteroffizier Heine erkannt, habe auch keine Kopfbedeckung gehabt. Von einer Schlägerei habe er weder etwas gesehen noch gehört. Der ganze AZorfall habe etwa eine Minute gedauert, alsdann sei alles vor­über gewesen. In der Garbetschen Wirtschaft sei erzählt worden: ein Unteroffizier habe ein Mädchen geschlagen. Auf Befragen des Verteidigers Rechtsanwalt Guttmann bemerkt der Zeuge: Er habe an jenem Abend auch mit Dropp gesprochen- dieser habe ihm aber nicht erzählt, daß zwischen Soldaten und einem Unter­offizier eine Schlägerei stattgesunden habe. — Berhandlungs- führcr: Sie haben nicht gesehen, daß ein Unteroffizier zu Boden geworfen und von Untergebenen geschlagen worden ist? — Zeuge: .Nein. Haussohn Erich Wurzler schließt sich im wesentlichen der «Bekundung des Vorzeugen an. Er habe auch keinerlei Menschen­ansammlung oder eine Schlägerei gesehen. Dropp habe ihm erzählt, es hätten zwei Soldaten zwei Mädchen bei sich gehabt, das eine Mädchen sei von einem Unteroffizier geschlagen worden. — VerhandlungSfiihrer: Kennen Sie Dropp? — Zeuge: Jawohl, ich bin mit ihm in die Schule gegangen. — Berhandlungssührer: Ist Dropp ein gescheiter Mensch? — Zeuge: Gescheit ist er nicht. (Heiterkeit.) — Berhandlungssührer: Wo hat er in der Schule gesessen? — Zeuge: Er war der zweitunterste. sHeiterkeit.) — Verhandlungsführer: Sind Sie der Meinung, daß Dropp im­stande ist, einen Vorfall genau zu beobachten? — Zeuge: Dazu ist er zu dumm. — Zeuge Moos bemerkt aus Befragen des Ver­handlungsführers: Man erzählte sich in Dessau, Dropp sei nicht ganz richtig im Kopf. (Heiterkeit im Zuhörerraum.> — Es tritt darauf die Mittagspause ein.

* Magdeburg, 11. Januar. In der V e r h a n d l u n g d e 8 D e s s a ne r Ausruhrprozesschs vor dem Oberkriegs­gericht wurde heute beschlossen, die Mitglieder des Dessauer Kriegsgerichts als Zeugen zu laden und deshalb die Verhandlung bis zum 14. Januar zu vertagen.

* Wiesbaden, 11. Januar. (Lira fkam m er.) Der Hausbursche OÄkar H. wn_ hier hat im Oktober ü. I. Lei hiesigen Ntetzgern Bestellungen gemacht, bei deren Erledigung es sich- herauLstellte, daß es sich um einen- nichtsnürdigen Schwindel handelte und die Auf­träge fingiert waren. «H. erhielt wegen vollendeten resp. versuchten rückfälligen Betrugs 1 Monat Gefängnis zu­sätzlich einer noch in Verbüßung -begriffenen Strafe. — -Um einer «Geringfügigkeit willen gerieten -am 20. Novem­ber v. I. des Abends der Taglöhner Peter P., genannt Josef H., der FlaschenbierHändlir Peter H., der Zi-min-er- niann Jak. H. und her Arbeiter Jak. K. von «H ö ch st mit einem dortigen Arbeiter in Streit, bei dem letzterer der­artige Verletzungen erlitt, daß er 8 bis 6 Wochen im Krankenhaus lag und ein davongetragener Bruch des Zeigefingers ihn auf -die «Dauer erwerbsunfähig macht. K. wurde zu 6 und H. zu 2 «Monaten Gefängnis verur­teilt, -die anderen Angeklagten fretgesprochen. — Wegen rückfälligen Diebstahls in -zwei Füllen und v-erfuch-ien Be­trugs hatte sich der Metz-gerburfche Max -S. von W e h e n zu verantworten. Er hatte eine Kiste mit 34 Paar Schlitt- schnhen aus dem Hausflur einer hiesigen Eisenhandluug entwendet, und diese um eine -Kleinigkeit unter anderen an den K-ellner Georg 'S. und den Händler Ehr. R. ver­kauft. Dann versuchte er einen Tüncher zu betrügen, er «wollte ihm auf einen falschen Namen 20 M.. entleihen, und stahl ihm später sein Rad. Die wegen Hkhlerei an- geklagten Kellner L. und Händler R. wurden freige- fproch-en, S. wurde zu 7 Monaten -Gefängnis verurteilt, von denen er 6 Wochen 'Untersuchungshaft bereits «ver­büßt hat.

* Berlin 12. Januar. Die Verhandlungen- gegen den Rechtsanwalt Ubbelohde endeten mit der Verurteilung des An­geklagten zu 8 Monaten Gefängnis. 1500 M. Geldstrafe und 2 Jahren Ehrverlust.

* Schneidcmiihl. 12. Januar. Vor dem hiesigen Schwur- aericht wurde die Angeklagte Michelina Urbaniak auS Kreuz, welche den l 3 /, Jahre alten Sohn des Justizkvmmissars Hartung ermordet hatte, zum Tode und außerdem wegen Blutschande mit ihrem Vater, sowie wegen Diebstahls zu 4 Jahren 8 Monaten Zuchthaus verurteilt.

Kleine Chronik.

Beschlagnahmt. Die Wochenschrift „Die Dresdener Hausfrau" ist wegen eines Artikels über d'ie Gräfin M-mtignoso, der eine «Majeftätsbel-ndigung enthalten soll, beschlagnahmt «morden.

Verduftet. Der Bauunternehmer und Ingenieur Robert Freiherr von Morpurgo ist aus Wien mit Hinter­lassung von zirka einer halben Million Kronen Schulden verschwunden. «Er soll in «Begleitung seiner Geliebten sich nach Amerika begeben haben.

Rache. Gestern früh «kurz nach- 8 Uhr wurde der 70 jährige Inhaber einer Hamburger Schreibstube, Rends­burg, auf der Straße von einem jungen Manne durch vi"-r «Revolverschüsse getötet. «Der Täter stellte -sich sofort nach dem Morde der Polizei. Uber die Motive der - 2 mt «konnte Bestimmtes nicht ermittelt werden, doch nimmt man an, 'daß der Mörder als «Schreiber bei dem «Erschosse­nen an-gestcllt war und sich für seine Entlassung rächen

mollte. (B. Z.) , ^ t ..

Der Scknclldampfcr „Kaiser Friedrich" der H-am- Hurg-Ameri'ka-Lini-i «wurde für 8 Millionen Mark nach

England verkauft. ^

Aus der Schule erzählt man der „Tägl. Rundschau": Bei der Behandlung der -Geschichte von Joseph, der -von seinen Brüdern verkauft «worden war, stellt der Hehrer die Frage: „Was wird der «Vater gedacht haben, als er­den blutbefleckten Rock seines Sohnes sah?" «Darauf erfolgt im schönen schlesischen «Dialekt die unerwartete Antwort: „S' is schoad-e um dan gutten Ruck!"

Matrosen-Revolte. Auf einem mit einer Reisladung in Triest eingetroffenen englischen Dampfer ist in Ab­wesenheit «des Kapitäns' eine -Revolte unter den Matro­sen ausgebrochen. Der das «Kommando führende Schiffs- leutnant erbat polizeilich:- Hülfe, die nach Einholung der «Erlaubnis des englischen Konsulats gewährt «wurde. Ein Polizeiaufgebot begab sich auf das Schiff nn«d stellte nach großer Mühe die Ruhe w«ie«d-er her. Ein Matrose, der bei der Rauferei schwer verletzt wurde, mutzte ins Hospi­tal gebracht werden, wo er hoffnungslos darniederl-iegt.

Eine wunderbare Ozeanreise. Ans New« «Aor«k wird berichtet: In einem großen metallenen eiförmigen kleinen «Boot, «das «wie ein Unterseeboot aussieht, «kam der norwe­gische «Seemann Kapitän Brude am Sonntagabend in «Gloueester, Massachusetts, an. Es war «der „Uradd", in dem er und seine Gefährten am 27. Juni Me Stadt Aalesnnd in Norwegen verließen, um «zu b-oweisen, «daß

das Problem der «Lebensrettun-g auf See gelöst «ist. N«ach einer stürmischen Reise -über den Atlantischen Ozean, die über 6 «Monate dauerte, kam das Schiff in N-eusundlan b an. «Dort «Hatte «die Mannschaft eine Reihe schwerer «Stürme durchzumachen, -wobei auch ein Ruder verloren ging. Die Reise war trotz alldem sehr erfolgreich.

Ein Land, in dem Honig fließt, scheint das -westliche Abessinien, das Grenzgebiet der SHankallah, zu sein. Ein Schweizer, der sich gegenwärtig in -dieser Ge-gend aufhält, schreibt darüber: „Das -Land ist voll von Honig, wilder Bienen. Überall hängen an den Bäumen Honig­körbe, wo sich die Bienen einnisten. . . . Für zwei Patronen «von dem französischen «Gras-Gewehr bekommt man sechs Liter Honig."

Die Bewegung im Kohlenrevier.

hd. Berlin, 11. Januar. Die amtliche Lage i«m Ruhrkohlen-Revier «wird von zwei «Seiten im Parlament zur Sprache gebracht werden. Die Sozialdemokraten gedenken im Reichstage wegen dieser Angelegenheit den Reichskanzler zu interpellieren, «das Zentrum beabsich­tigt, im Abgeordnetenhause in «der gleichen Frage eine Interpellation einzubringen,

hd. Bochum, 11. Januar. Der Regierungspräsident wird heute aus Düsseldorf zur Besprechung mit «den Be­hörden hier cintreffen. Man beziffert die Zahl der Streikenden im ganzen Revier nunmehr auf 10- bis 12 000. Auf einigen Zechen hat «sich seit gestern die Zahl «d«er Streikenden verringert, so auf Priuzregent mm 50 Mann. Die Arbeiterführer halten morgen hier einen D-clegiertentag ab, um zu beraten, ob -sie den Aus stand gut heißen sollen.

lid. Bochum, 11. Januar. Auch heute mittag ist im Boch-umer Revier eine bedeutende Ausdehnung -des Aus- stan-des zu verzeichnen. -ES streikt -die Belegschaft «der Zeche «Dannenbaum I und II, Schacht III Friedericke schließt sich zweifellos -an, wenn, was bestimmt anzu­nehmen ist, die Verwaltung die Forderungen, die ihr überreicht «werden sollen, ablehnt. Weiter traten in den Ausstand die Belegschaft der Zeche Engelsburg, Julius Philipp und Konstantin III. Man befürchtet auch, «daß der allgemeine Konzentrationsprozeß und die Aufsaugung der kleineren Gruben durch -den Ausstand gefördert wer­den. Es verlautet sogar, Stinnes beabsichtige, auch die Zeche Brnchstraßc still zu legen.

rvh. Bochum, 11. Januar. «Der Ausstand gieift auf das Herner Revier über.

hd. Esten, 11. Januar. Auf den Funke-Schächten fuhren heute früh an: Auf Zeche Dahlhanser Tiefbau Niemand, auf der Zeche Herkules von 270 Mann nur 115, auf dem Schacht Katharina die ganze Belegschaft. Auf den hiesigen «Stinnes-Zechen ist alles angefahren, auch die Belegschaft von Graf Beust.

hd. Berlin, 12. Januar. Wie Hein „Vorwärts" aus Dortmund gemeldet wird, ist der «Streik im Dort­munder Revier fast auf allen Zechen ausgebrochen. ^Ins­gesamt sei bisher der Ansbruch des Streikes auf fünfzig Zechen mit einer Gesamt-Belegschaftsstärke von über 80 000 Mann gemeldet. Auch im Herner Revier habe der Streik Feuer gefangen, und wie «der Korrespondent des Blattes mitteilt, werden dort in den nächsten Tagen 200 000 Bergleute im Ausftailde stehen.

hd. Bochum, 12. Januar. Tie seit gestern zur Kon­ferenz mit den Behörden anwefendeu Regieruiigs- Präsidcnten sprechen in «den von ihnen erstatteten Be? richten sämtlich die llberzeugnng aus, daß die Streik­bewegung sich in kurzer «Frist verlaufen werde. Jß-mt einer «morgen stattsindenden geheimen Sitzung des Dcle- gicrtentages ist die Entscheidung zu erwarten, ob die Führer ihren durchgegan-genen Massen folgen wollen ober nicht. Ihre Kassen -sind zwar leer, -aber sie hossen auf Unterstützung von außen und vom Anslande. Das Verhalten -der Leute ist geradezu musterhaft, wie auch von den Behörden gesagt wird. Ruhestörungen sind nur zu erwarten, -wenn die Belegung nach dem MÜnster- -lande zu fortschreitet, wo das fremde Element arbeitet. Wichtig ist, «daß auf «der Zeche Herkules, bekannt durch -den -Wagner-Fall, die Hälfte der «Streikenden zu der Nack in it tagssck icht wieder einfnhr. — Eine von Tausen­den besuchte Bersamimlung der «Schamrock-Bergleute be­schloß, den Arbeitgebern die bekannten Forderungen zu unterbreiten und wenn die Wünsche nicht erfüllt werden, Freitag -zu streiken. Der sozialde-m-vkratische Abgeordnete Hud ist nach Berlin abgereist, um im Reichstage «die Interpellation seiner Genossen zu begründen.

lid. Bochum, 12. «Januar. Von «den Forderungen, «die der Hibernia-Verwaltung überreicht werden sollen, sind bemerkenswert die -Gleichstellung der Lehrhäuer mit den Häuern und eine 25prozentige Lohnerhöhung für alle Bergleute -als Minimallohn.

Letzte Nachrichten.

Konti nental-Telegraphen-Kompagnie.

Paris, 11. Januar. Die sozialistisch-radikale Gruppe der Kammer beschloß einstimmig eine Adresse -an Brisson, in der sie ihm ihre Sympathie und die Versicherung aus­drückt, «daß sein Mißerfolg bei der Wahl zum Kammer­präsidenten die Republik selbst in der Person eines ihrer besten Diener treffe, und ihn nur noch in der Achtung und dem Vertrauen aller aufrichtigen Republikaner steigen lasse. Sodann« beschloß die Gruppe einstimmig, das bisherige Kabinett, von dein sie sehr energische Er­klärungen erwarte, zu unterstützen.

Drpeschenbureau Herold.

Beuthen (O.-S.), 12 Januar. Über die Grenze sind hierher Gerüchte gelangt, wonach eine Ver­schwörung gegen -beit Zaren entdeckt sein soll. Nach anderen Meldungen wäre ein Anschlag zur Ausführung gekommen, glücklicherweise aber miß­lungen. (L.-A.)

Wien, 12. Januar. Ministerpräsident Gautsch be­gibt sich heute m«it dem Handels- und Acker-bauminister nach Budapest, wo eine gemeinsame Beratung mit den ungarischen Ministern über d-en« in -der Viehseuchen-Kvn- vention vorliegenden Vermittelungs-Vo-vschlay ab-ge-

halten werden wird. Dieser Beratung wird eine ent» scheidende Bedeutung in -bezug auf das Zu-standek-ommen des Handelsvertrages beigcl-e-gt.

Wien, 12. Januar. Die Zeichnungen ans dir r n s s i s ch e A n l e i h e in Sö h m -c n «werben in hiesi­gen unterrichteten Finanzkreisen auf ca. 25 Millionen Rubel -geschätzt. Hiervon haben die tschechisch-cn Ban«ken mehr als die Hälfte subskribiert.

Lemberg, 12. Januar. In Czenstochau hat eine neue gewalttätige Demonstration -der -Sozialisten stattgefnnden. Ein GendarmErie-Wachtmeister wurde, als er den Demon­stranten die rote Fahne entreißen wollte, getötet, ein Wachtmaun schwer verwundet. Einer der Demonstranten hatte zwei Revolver, -mit denen er blind darauf los schoß un-d viele Personen verw«undete. Die Sozialisten in Czenstochau kündigen an, -sie würden -bei der bevorste-heu- den Festtagen noch größere T-emonstmtionen ausführen.

Paris, 12. Januar. Nach einer Petersburger Depesche des „Petit Parisien" werde Fürst «S-wiatopol-k-Mirski auf Drängen des Zaren vorläufig auf seinem Posten ver­bleiben. Er werde sogar das Portefeuille noch längere «Zeit inne haben. Sollte der Posten neu besetzt werden, so dürfte der frühere Mitarbeiter Plehwes, Dnrnowo, «damit betraut werden. — Aus Petersburg «wird demselben Blatte gemeldet, der Ministerrat werde «sich in seiner Heutigen «Sitzun«g mit der «Frage «der «Pretzreformen b:- «schäftigen. Der Korrespondent des Blattes erfährt hier­über, daß es sich darum handle, die Mahnungen an die «Presse.a-bzüschaffen, ferner das Verbot des Einzel-v-erkaufs «anfzüheven, sowie dasjenige ans «Einstellung des «Erschei­nens nach wiederholter Mahnung. Als einzige Acaßregcl g.'gen die Zeitungen sollen -Geldstrafen Leibehalten werden.

Paris, 12. J-annar. Com-bes hat dem Senator Pt-ot brieflich« m-itget-r«ilt, daß er den Fin-an'zmiNister ersucht habe, möglichst zu erwägen, demnächist einen Kredit zu­gunsten der Familien mit -zahlreichen Kindern zu reser­vieren. «

London, 12. Januar. «Der „«Standard" meldet aus Tanger, ein Kurier habe aus 'der Stadt -La Maroqn« -die Nachricht gebracht, die Stämme jener Provinz hätten den Bruder des Sultans zu ihrem Herrscher proklamiert.

Petersburg, 12. Januar. Die kaiserliche Familie wird den Winter im Schloß zu Zarskoje Selo verbringen. Alle Vallsestlichkeiten und großen Empfänge sind für d«en Winter abgesagt.

Rom, 12. Januar. In vatikanischen Kreisen «verlau­tet, daß die Heiligsprechung des verstorbenen PapsteS Pius IX. demnächst erfolgen werde.

Belgrad, 12. «Januar. Große Sensation erregt hier die plötzliche «Flucht «des türkischen Generalkonsuls Nomik Bei. Derselbe stand schon seit längerem unter Beobach­tung von türkischen Geheimpolizisten und erhielt tele- gr-aph-isch Berufung nach Konstantinopel, der er aber nicht «Fölge lci«stete, sondern -flüchtete.

w b. Speqcr, 11. Januar. Der pfälzische Bischof von Ehrl er ist schwer erkrankt und der Sprache völlig beraubt. Der Tod infolge von Herzschwäche wird stündlich erwartet.

wb. Erfurt. 12. Januar. Bei dem Zusammenstöße der elek­trischen Straßenbahn mit einem Spediteurwagcn wurde der Bahnführer verletzt, der Motorwagen zertrümmert und ein Pferd getötet.

■wh. Travemünde, 12. Januar. Große Besorgnis herrscht wegen -des Ausbleibens «des Kopen - Hagener P o st d a m P f e r s „Najaden". Man fürchtet, daß er das Opfer des Unwetters geworden ist.

wb. Berlin, 12. Januar. Gestern wurde der Arbeiter Emil Tschioner unter dem Verdacht, den Raubmord an der Witwe Sinnig verübt zu haben, hier verhaftet.

wb. Rom,. 11. Januar. Der internationaie Künst- lerverein n-a-h-m eine Tagesordnung au, nach welcher die geplante A u s g r -a b u n g H e r c u I a u u m s -durch-die italienische Regierung und italienische Gelehrte auf Kosten Italiens ausz-uführen sei.

Dolksmirlschastliches.

Marktberichte.

J-ruchtmarkt zu Wiesbaden vom 12. Januar. 100 Kilo Hafer n, M 20 Pf. bis 15 M. 40 Ps., 100 Kilo Richtstroh 4 M. bis 4 M 40 Pf., 100 Kilo Heu 7 M. bis 7 M. 40 Pf. Angefahren waren 7 Wagen mit Frucht und 14 Wagen mit Stroh und Heu.

Geldmarkt.

Frankfnrtcr Börse. 12. Januar, mittags Ist^/z Uhr. Kredit- Aktien 218.80, Diskonto-Kommandit 184.50, Deutsche Bank 237.80, Dresdener Bank 158.75, Staaisbahn 189.10, Lombarden 17.10, Lanrabütte 250. Bochnmcr 240.75, Gelsenkirchener 219.80, Har- neuer 209.60, neue Russen 95.75. Tendenz: abgeschwächt.

Wiener Börse. 12. Jannar. Österreichische Kredit-Aktien 879.75, Staatsbahn-Aktien 651.50, Lombarden 89.50, Marknoten 117.50. Tendenz: still.

rveLLeröienst

der Landwirtfchaftsschulc zu Wcilburg. Voraussichtliche Witter u u g für Freitag, «den 13. Januar 1005:

Windig, vorwiegend wolkig, etwas kälter, stellenweise noch geringe Niederschläge. ^ .

Genaueres durch die Weilburgcr Wetterkarten, welche an der Plakattafcl des „Tagblatt"-Hauscs, Lang­gasse 27, täglich a ngeschlagen werden. _

Redaktionelle Einsendungen 1;

Verzögerungen, nicmals andieAdresse eine»Redakteurs, sondern stets an die Redartion des Wiesbadener Tagblatts zu richten. Manuskripte sind nur auf einer Seite zu beschreibe». Für Rücksendung unverlangter Beiträge übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Die Ai»end-A«sgal»e «mfaßt 1» Seite«.

Leitung: W. Schulte vom Brühl.

Berantworilicher Redakteur sür Politit und Acuilletou- W. S«ulte dom Brüh' in Sonneuberg; iür den übriaen redaktionellen Teil: C. Rotherdt; sür die Anzeigen und Reklamen: H. Tornaus: beide m Wiesbaden.

Druck und Verlag der L. Schellenbcrgschcn Hos-Bnchdruckerci in Wieibaden.