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Ks. 17. Msrg-»-ANss«dr. 1. Klatt. Misskadöner TKgbLstL. Mttt«»och. 11. Ia««a» 1»08. KsiZe Z.

setzt. Die Chöre wurden zur Zufriedenheit der Zuhörer vorge- tragcn. Die humoristischen Nummern fanden reichen Beifall. Den Glanzpunkt des Abends bildete das TheaterstückDer ge­prellte Hirsch". Den Mitspielenden wurde laute Anerkennung gezollt. Die Verlosung von schönen und brauchbaren Gegen­ständen machte vielen große Freude. Ein gemütliches Tänzchen 'chloh die wohlgelungen« Veranstaltung.

4- Nordcnstadt, 9. Januar. Gestern abend hielt der hiesige GesangvereinCvncordia" im Saale desFrankfurter Hofes" sein diesjähriges Winterkonzert ab. An Chorliedern kamen zum Vortrag:Der Mai" von W. Sturm,Ma Schatzerl von Litterscheiöt undIch hört' ein Vöglein pfeifen" von K. Schaub. Die Leistungen der Sänger und Solisten wurden durch reichen Beifall anerkannt. Auch die humoristischen Szenen:Der fliegende Student",Weihnachten in der Hauptmannsküche, Auf dem Auskunftsbureau" gefielen allgemein. Ein darauf- folgender Ball hielt noch die Tanzlustigen längere Zeit zusammen.

-r- Niedernhausen, 9. Januar. Nicht allein hier, sondern auch in den umliegenden Dörfern gibt es eben sehr viele Kranke. Unter den Kindern herrschen Diphtherie und Schar­lach, unter den großen Leuten Influenza. Der Sturm der letzten Tage hat auch in der hiesigen Gegend an Dächern, in Wäldern usw. manchen Schaden verursacht, doch ist seine Wirkung in Gebirgsgegenden nicht so bedeutend wie in Ebenen. Im Untertaunuskreise gab es nach der letzten Vieh­zählung 6318 Gehöfte,- in, 5818 Gehöften wurde Viehzucht ge­trieben. Die Zahl der viehbesitzendcn Haushaltungen betrug 8852. Im ganzen Kreise waren 2942 Pferde, 19 027 Stück Rind­vieh. 2962 Schafe, 18 298 Stück Schweine und 6085 Ziegen.

-r- Idstein, 9. Januar. In unserer Stadt kamen im Jahre 1904 49 Sterbefälle vor, dag find 11,8 vom Tausend und ein Beweis daß der Aufenthalt in unserer Stabt ein gesunder ist. Unter den Verstorbenen befanden sich zwei Personen, welche ein Alter von 8080 Jahren, und sechs, welche ein Alter von 7080 Jahren erreicht hatten. Die Zahl der Geburten übersteigt die Zahl der Todesfälle ganz bedeutend! es kamen 89 Geburten vor, 44 männliche und 45 weibliche: unter den geborenen Kindern waren sieben uneheliche. Eheschließungen kamen hier in 1904 26 vor, also vom 1600 7,4.

p. Lorch a. Nh.. 9. Januar. Die am gestrigen Abend vom Vaterländischen Frauenverein Lorch a. Rh." im Saale des Rheinischen Hofes" veranstaltete F e st v o r st e I l u n g er­freute sich, wie nicht anders zu erwarten war, eines sehr guten Besuches und nahm einen recht schönen Verlaus. Der Liedervor- trag des Herrn Leutnant Kirchhofs fiel aus, da derselbe zur Vor­stellung nicht erscheinen konnte. Auch ist ein kleiner Zwischenfall zu verzeichnen. Als eben die Vorstellung begonnen hatte, versagte plötzlich die elektrische Beleuchtung und herrschte in dem Saale sowie in der Stadt völliges Dunkel. Die nun herbei­geholten alten Petroleumlampen taten nun in der Not wieder gute Dienste. Die dieser Tage abgehalteue Waisen­kollekte ergab 113 M. 52 Pf.

p. Aßmannshauser», 9. Januar. Nach den Standesamts«- r e g i st e r n kamen im vergangenen Jahre 39 Geburten, 14 Ver­heiratungen und 15 Sterbefälle vor gegen 87 Geburten, 11 Ver­heiratungen und 15 Sterbefälle im Jahre 1903, Im Jahre 1902 betrug die Zahl der Geburten 37, der Berheiratüngen 10 und der Sterbefälle 14. Die diesjährige Waisenkollekte ergab 89 M. 83 Pf. Wie verlautet, soll der hiesige Bahnhof Gasbeleuchtung erhalten.

II Ems. 9. Januar. Die ans einem Felsvorsprung neben der Bahn in der Froschbach gelegene RestaurationRottmanns- h e" ist für 80 000 M. in den Besitz eines Herrn aus Frank­furt übergegangen. Der Fiskus hofft, die König Wil­helms-Fel seng n allen, die August«- und Biktoriaqnelle hinter demNassauer Hof" bis zur Eröffnung der Saison in der­selben Weise auszustatten, wie die fiskalischen Quellen im Kur- hause. auch der hinter demNassauer Hos" gelegene freie Raum soll eine angemessene Ausstattung erhalten. Das Ganze wird mit den fiskalischen Quellen und Gurgelräumen durch eine durch­gehende Wandelbahn verbunden werden. Man hat auch auf dem linken Lahnmfer Versuche angcstellt und es wird van weiteren Beobachtungen abhängcn, wie man die dort vorhandene Menge Mineralwasser noch anders als zu Baöczwecken nutzbar machen kann.

* Ans der Umgebung. Dom Gcmeindcrechncr Müller in Oberems ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden.

D a r m st a d t hat nach den neuesten Feststellungen 80 652 Einwohner.

Die durch das Vrandnnglück in Homburg schwer verletzte M. Luster, die einen heißen Stein zum Erwärmen des Bettes gebraucht hatte, wodurch das Bett in Brand geriet, ist ihren schweren Brandwunden schon folgenden Tages erlegen.

Die Stadt Marburg hat es abgelehnt, sich an dem Ge­schenk der preußischen Städte zur Hochzeit des Kronprinzen- Paares zu beteiligen.

Memo Chronik.

Selbstmord. In einer Badeanstalt in Weimar durch- schnitt sich dir »Student Zehrt den Hals. Zerwstr'fnis mit den 'Eltern soll Ser Grund zu der Tat sein.

«Schauspieler und Kritiker. Am 'Stadttheater zu Erfurt wurde unlängstOnkel Bräsig" gegeben, und der Held" brachte durch seine 'Unsicherheit die 'Vorstellung hin und wieder in Gefahr. Der Sch'auspielkritiker einer Zeitung, der in seiner Besprechung diese Tatsache durch­aus sachlich behandelte, 'war nicht 'wenig erstaunt, als er ivon dem Schauspieler ein Schreiben erhielt, in dem die­ser den Kritiker ausforöerte, sein Urteil über ihn um­gehend öffentlich znrnckzunchmen, anderenfalls müsse er alsalter Akademiker" dem Theaterkritiker eine 'Forde­rung übersenden. Die Zurücknahme wur'öe verweigert.

Spielerei mit der Waffe. Aus Mai'karls 'Försterhof bei Heidelberg schoß ein 20jahriger Monteur mit einem Vermeintlich nicht geladenen Gewehr aus ein 15 Jahre altes Mädchen. Eine Schrotladung drang dem Mädchen in den Kopf, raubte ihm Me Sehkraft und verletzte -es lebensgefährlich. 'Der Täter ist flüchtig.

Eine Traucrfeier für Anna Rothe, verbunden mit einerEhrenrettung" des Blumenmediums, wird in Berliner spiritistischen Kreisen geplant. Die 'Verstorbene wird in Spiritlsten-Blättern alsMärtyrerin der Wahr­heit" gefeiert, dieden plumpen Keulenschlägen des Materialismus" zum Opfer gefallen. 'Augenzeugen be­richten, daß sie sich noch bis in ihre letzten Lebenslage alsnnMveiselhaft echtes Medium" bewährt, nicht nur Blumen und Früchte, sondern auch . . . Fichtenbäumchen aus der ßuft apportiert hatte.

In der Stinrmuacht zum Samstag strandeten im Dollart 'zwei Tjal'ken, die den Schleppzug des Schall­dämpfersBor'kum" bildeten.Borkum" 'übernahm vor- >her 'die etwa 15 'Insassen beider «Djakken, darunter, wie Verlautet, acht Kinder, und ging anscheinend mit diesen und seiner eigenen Besatzung unter.

Opfer der Kälte. Der Kälte- und Sturmperio'de der letzten Woche sind nach bisher vorlieg-enden 'Nachrichten in Ostpreußen 26, in Westprcutzen und Posen 8 Menschen­leben zum Opfer gefallen, in Ostpreußen sind 11, in West- preußen 4 Personen im Freien erfroren, darunter «zwei Postboten, ein Postillon, ein Nachtwächter und ein Fischer bei Ausübung ihres Berufes. Ferner sind in Ostpreußen bei K uh reu 15 Fischer ertrunken und 4 Personen Beine, Hände und andere Körperteile erfroren. In Posen und

Westpreußen .wurden 4 Leute durch vom Sturm umge- iwobsene Häusergiebe! erschlagen. Ein Telegramm ans Breslau meldet, daß nach den bisher vorliegenden Nach­richten vom 31. Dezember bis 4. Januar 18 Erwachsene und 8 Kinder erfroren sind.

Die vvu der Sturmflut in Binz Verschlungene große Brücke soll sofort wieder hergestellt werden und bis zur Badezeit fertig sein.

Auf einer Hochgebirgsfahrt ist beim Übergang über den Pragelpaß der Illjährigc russische Stzrdent Josef S'wirs'ki an der Züricher Hochschule erfroren.

Unglücksfall aus einer Bühne. In dem neu eröffne- teu Kolosseum in 'London ereignete sich am Freitagäbend ein schwerer Unglückssall. Aus einer sich drehenden Platt­form wird dort aus richtigen Rennpferden von richtigen Jockeys das Derby-Wettrennen vorgeführt. Einer der Jockeys versuchte, mit seinem Pferde einen anderen Jockey in eine weniger günstige Stellung zu drängen. Das Pferd des letzteren wich dabei etwas zurück, trat mit einem 'Hinterhuf auf den feststehenden Teil der Bühne, übevschlng sich infolgedessen und stürzte mit dem Reiter in das Orchester. Die Musiker 'konnten zum Glück aus dem Weg,» springen. . Der Jockey 'war tot, während das Pferd vollständig unverletzt war.

Die ältesten Leute in Paris. Mit dem neuen Jahre beginnt auch das 105. Lebenswahr für eine Pariserin, Mme. Ro'bmveau. Die alte Dame erfreut sich einer so Vorzüglichen Gesundheit, daß der Br. Metschuikow ihr «einen Besuch machte, um von ihr das Geheimnis ihrer 'Langlebigkeit zu erfahren. Mwe. Robineau erklärte dem Gekehrten, daß sie wie alle Welt lebe und keine besondere LebensiwÄse befolge. Sie ist zwar die älteste Pariserin, aber nicht die einzige Hundertjährige, denn nach der letz­ten städtischen Statistik vom Ende des Jahres 1004 zählt Paris Zwei Männer und drei Frauen, die das Alter von hundert Jahren überschritten haben. Dann kommen 680 Personen zwischen 05 bis 100 Jahre, und weitere 10 617 Neunzigsührige.

Wozu ein Tapezier gut ist? Bon glaubwürdiger Seite 'wird derDeutschen Zeitung" folgender Höchst 'komische 'Vorfall 'mitgeieilt: In R,, einer kleinen Kreis­stadt des Ermlan'des lOftpr.s, wurde der katholischen Mädchenschule von der Vorgesetzten Behörde ein größeres Wandbild 'der Kaiserin zum «Geschenk überwiesen. Das Bild stellt die Kaiserin in Gösellschaststoilette dar. Der Erzpriester als Vorsteher dieser Schule ließ n'un eines Tages das bereits in einem Klassenzimmer angebracht: Bild «abnehmen ,und den seiner Ansicht nach anstößigen Teil des Bildes von einem in 'dem Städtchen wohnenden Tapezier und Stu'benmalcr Mit einem SpitzenUmhang übermalen, gewiß in dsm Glauben, daß das Seelenheil der Schuljugend gefährdet werden könnte. Das so ab«ge- än-dcrte Bildnis 'der Kaiserin darf nun dank 'der 'Kunst­fertigkeit des Tapeziers die erste Klasse 'der 'katholischen 'Mädchenschule in R. schmücken.

Trrßdcm". In der Beilage zu Nr. 294 derOber- schlesischen Volksstimmi", der Kattowitzer BolWzeitung" mild derBenthener Bolkszeitung", alles ulträmontane Blätter, heißt es wörtlich: ,1Der Herr 'Landrat, dessen alleiniges Werk das Zustandekommen der Amgemeindun-g ist, hat sich trotzdem er Protestant ist als edeldenkeU- der, gerechter Mann der 'Gemeinde gegenüber gezeigt."

Letzte Nachrichten.

Telegramm desW ixsbadener TagblattS".

Berlin, 10. Januar. Unser Kaiser hat den Generalen Stöffel und Nogi in Anerkennung der von ihnen und ihren Truppen bewiesenen heroischen Tapferkeit den Orden nonr 1 e m 6 r i t e verliehen nnd de« Zar, sowie den Mikado «nr Znstimmnng zu Der Annahme der Auszeichnung gebeten.

wb. Saarbrücken, 10. Januar. Zur «Frage der Mosel- und S a a r k a n a l i s i e r u n «g teilt die St. Johann-Sarrbrücker Bolkszeitung" mit, daß die Handelskammer von Saarbrücken erneut eine 'Eingabe an das preußische Abgeordnetenhaus richten wird, in der die Bedenken widerlegt werden sollen, die in der «zweiten Lesung der Borlage in der Kommission des Abgeordnetenhauses gegen die Kanalisierung der Mosel und Saar erhoben worden sind.

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wb. Berlin. 10. Jannar. Die Deutsche Reich? bank setzte den Wechseldiskont auf 4 Proz., den L o m b a r d - Zinsfuß auf 5 Proz. herab.

Ps!kswirtschast!iches.

Marktberichte.

Fruchtpreise, mitgeteilt von der Preisnotierungsstelle der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden am Frachtmarkt zu Frankfurt a. M. Montag, 9. Januar. Per 100 Kilogramm gute, marktfähige Ware: Weizen, hiesiger 13 M. 50 Pf. bis 18 M. 55 Pf., Roggen, hiesiger 14 M. 60 Pf.

bis 14 M. 65 Pf., Gerste, Ried- und Pfälzer 18 M. bis 18 M.

50 Vst. Gerste. Wetterauer 17 M. 50 Ps. bis 17 M. 75 Pf., Hafer, hiesiger 14 M. 65 Pf. bis 15 M. 25 Pf., Raps, hiesiger 22 M.

60 Pf. bis 23 M., Mais, Laplata 12 M. 60 Pf. bis 12 M. 70 Pf.

Bichmarkt zu Frankfurt a. M. vom 9. Januar. Zum Ver­kaufe standen: 462 -Ochsen, 41 Bullen, 742 Kühe, Rinder und

Stiere, 319 Kälber, 227 Schafe und Hammel, 1808 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochsen: a) vollflcischige ausgc»

mästete höchsten Schlachtwertcs bis zu 6 Jahren (Schlachtgewicht) 7275 M., b) junge, fleischige nicht ausgemästete nnd ältere aus­gemästete 6770 M., c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere 6063 M. Bullen: a) vollfleischige Höchsten Schlachtwertcs 6264 M., b) mäßig genährte jüngere nnd gut genährte ältere 57B9 M. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a) vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertcs 8668 M., b) vollfleischiae ausaemästetc Kühe höchsten Schlacht- wcrteS bis zu 7 Jahren 6062 M., c) ältere ausgemöstetc Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rindcri 5153 M., d) mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 4148 M. Bezahlt wurde für 1 Pfund: a) feinste Mast- (Vollm.-Mast) und beste Saugkälber (Schlachtgewicht) 8183 Pf., (Lebendgewicht) 4850 Pf., b) mittlere Mast- und gute Saugkälber (Schlachtgewicht) 7276 Pf., (Lebendgewicht) 4246 Ps., c) geringe Saugkälber (Schlachtgewicht) 5760 Pf. Schafe: a) Mastlümmer und jüngere Masthümmcl (Schlachtgewicht) 6667

Ps., b) ältere Masthämmel (Schlachtgewicht) 5458 Ps.. c) mäßig genährte Hammel und Schafe (Märzschafe) (Schlachtgewicht) 48 bis 50 Pf. Schweine: a) vollfleischigc der feineren Nassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 14/, Jahren (Schlachtgewicht) 5960 Pf., (Lebendgewicht) 47 Pf., b) fleischige (Schlachtgewicht) 58 Pf., (Lebendgewicht) 40 Pf., ci gering entwickelte, sowie Sauen nnd Eber (Schlachtgewicht) 6254 Pf.

Hancfelsteili

Nassauische Bank in Wiesbaden. Dies Institut, von dein man in letzter Zeit nur Unliebsames zu hören bekam, befindet sich schon wieder in einer kritischen Lage. Die Kammer liir Handelssachen in Wiesbaden verurteilte die Bank dazu, 100 000 Mark Betriebskapital der Firma Hellmer u. Ko. sicherzustellen. Es fragt sich noch sehr, ob die Bank, die schon wiederholt dem« Konkurse nahe war, einen Betrag in dieser Höhe sichersteUen kann.

Deutsche Bank. Bekanntlich verlautete, daß die Deutsche Bank eine der neuen russischen Anleihe feindliche Stellung eingenommen habe und dieselbe heimlich bekämpfe. So soll sie es hauptsächlich gewesen sein, die durch Abgaben russischer Werte in Paris dort vergangene Woche die Russenbaisse hervor­rief und ausdrücklich jede Beteiligung an der neuen russischen Anleihe abgelehnt habe. Demgegenüber erklärt nun ein Ver­treter der Direktion der Bank einem Vertreter derF. Z.", daß sie sich in keiner Weise feindlich gezeigt habe und feindlich zeigen werde, obwohl das Syndikat ihr weder eine Original­beteiligung noch eine sonstige Mitwirkung an der Subskription offengehalten habe. Aus welchen Gründen, ist bis jetzt noch nicht bekannt geworden.

Zur Lage im Euhrkohlenrevier. über die Streikgefahr in den rheinisch-westfälischen Ruhrkohlenbezirken ist man, wie leicht begreiflich, an der, Börse recht beunruhigt, da der Aus­stand auch bereits auf der ZecheScharnhorst ausgebrocheiS ist, eine Zeche, die der Harpener Gesellschaft gehört. Dis Börse wendet der Arbeiterbewegung nunmehr ihre volle Auf­merksamkeit zu. Vorläufig wird nicht geglaubt, daß es zu einem allgemeinen Arbeiterausstand kommt, da überall auf den Zechen noch große Vorräte lagern. Immerhin muß die Lage als bedenklich angesehen werden und es sind auch bereits ziemlich erhebliche Rückgänge der Kohlenaktien zu vew zeichnen.

Gründung von Aktiengesellschaften. Nach demDeutschen Ökonomist betrug die Zahl der im Jahre 1904 gegründeten Aktiengesellschaften 104 gegen 84 im Jahre 1903. 1904 betrug

das aufgelegte Aktienkapital der Neugründungen «140.65 MillJ Mark, 1903 300.04 Millionen Mark. Der Zahl nach ist die Gründungstätigkeit 1904 größer gewesen als >1903, dagegen ist die Summe des Aktienkapitals 1903 eine höhere gewesen als' 1904, da damals die Firma Krupp in ein Aktienunternehmen mit einem Kapital von 100 Millionen Mark umgewandelt wor-: den ist. Die Gründungstätigkeit auf dem Gebiet der Aktien-! gesellschaften ist seit 1892 nicht mehr so bezeichnend für den' Gang des Wirtschaftslebens wie früher, weil für viele Grün-; düngen, besonders in den letzten Jahren, die Form der Gesell-^ schaff mit beschränkter Haftung gewählt wurde. Das größte Gründungsjahr war das Jahr 1899 mit 364 Gründungen und 544.39 Millionen Mark Aktienkapital. 1892 wurden nur ca. 7st Millionen Mark in Gründungen angelegt und im Jahre 1894 fanden die wenigsten Gründungen, nämlich 92 mit 38.26 Millv Mark Aktienkapital statt.

Zur Wirfschafis- und BSrsenlage in Österreich. Mit

seltener Einmütigkeit glauben die österreichischen Börsenkreise daran, daß unter der 1 neuen Regierung der industrielle AufJ schwung sich noch besser ausgestalten könne, als unter der des Ministerpräsidenten Korber. Das Parlament soll nun wieder zu fruchtbringender Arbeit bereit sein. Es war deshalb auch an der Wiener Börse seit dem ersten Tag des neuen Jahres eine wesentliche Besserung der Kurse, besonders für Bankaktien, zu bemerken. Wie man sich denn überhaupt von der Bank-; tätigkeit im neuen Jahre recht viel verspricht. Wenn ganz be­sonders die Aktien des Wiener Bankvereins durch die kon­kurrierenden Käufe des Wiener und Berliner Platzes auf den Schild gehoben wurden, so ist dies durch die besonderen Ver­hältnisse dieses. Instituts genügend erklärt. Nach langer Zeit wendet sich auch den Kreditaktien wieder viel Interesse zu,' da das leitende Institut an seinem Effektenbesitz, speziell an Hirtenberger- und ah Fezfabrik-Aktien, die in den letzten, Wochen um ca. 80 Kronen gestiegen sind, ansehnliche Gewinne erzielte. Daß die Belebung von Industrie und Handel sich inj erster Linie im stärkeren Verbrauch des Eisens aussprechen wird, liegt auf der Hand und daher auch die gute Meinung für, Eisenwerte. Einstweilen geht die Wiener Börse wieder ganz ihre eigenen Wege, im Gegensatz zu Berlin und Frankfurt, die immer wieder von der Londoner, besonders aber der New Yorker Börsenbewegung abhängig sind.

Zar Geschäftslage in Ostasien wird derN. Hamb. B.-H. aus unterrichteten Kreisen mitgeteilt, daß man nach dem« Fall von Port Arthur eine Belebung des Geschäfts erwartet, da damit doch manches Hindernis für den regulären Verkehr fortgefallen ist und sich das Geschäft mit der Mandschurei wieder freier, entwickeln kann. Überhaupt ist zu konstatieren, daß nament­lich das Bankgeschäft sich trotz, des Krieges in regelmäßiger Weise entwickelte.

Petrcleranin dnsf rie in Rumänien. Die Diskonto-Geselb schalt im Verein mit der Firma 8. Bleichröder und der Socidtd des Industries hat nun den Bau einer großen Petroleum­raffinerie beschlossen. Zu diesem Zweck ist eine Aktiengesell­schaft mit 5 Millionen Lei Kapital gegründet worden. Da die Ergiebigkeit der Terrains, die der Gruppe der Diskonto-Gesell­schaft gehören, in stetem Steigen ist, erscheint der Bau dei Raffinerie als eine dringende Notwendigkeit.

Kleine Finanzchionik. Die Mittelrheinische Bank in Kost«, lenz wird 7 Proz. gegen 6V- Proz. Dividende im Vorjahr in Vor­schlag bringen. Die Stadtgemeinde Ulm wird eine Anleihe im Betrage von 3 Millionen Mark aufnehmen. Die Badische Aktiengesellschaft für Rheinschiffahrt und Seetransport «Mann­heim hat im abgelaufenen Jahr etwas besser gearbeitet als im Jahre 1903. Es wird angenommen, daß das Erträgnis die Ver­teilung einer Dividende von etwa 5 Proz. gegen 4 Proz. im Vor- j ahr ermöglicht.

Geschäftliches.

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ausdrücklich die Originalmarks ||

,,S®r. EHosajBiuelM ZSi-»-'»»-»'«»«",, W und lasse sich Wsaelisiltmsmgeti nicht S| aufreden. M

Dir M»rgeir-A««sa1»r,umfaßt 16 Kelten.

Leitung: W. S ch u l t e vom Brühl.

Verantwortlicher Redakteur für den gesamten redaktionellen Teil: (£. Rötherdt;

für die Anzeigen und Reklamen: H. Dorr auf; beide in Wiesbaden.

Druck und Verlag der L- Schellendergscheu Hos-Buchdrurkerei in Wiesbaden.