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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur

. Zeitung.

1851. ^ S6S

£te Feldblume.

Du gütiger Gott!

Die Mutter ist todt, die älteste, mein Kleinod, hat (Fortsetzung) ! bisher die Wirthschaft versorgt, nun aber ist die zweite

1 , auch herangewachsen, und der Pater will ihr nun AlleS

Mäßigen Lie Ihren komischen Eifer. DaS ^rem# ; übertragen, um der Weitesten Gelegenheit zu gehen, sich plar, daS Sie bei mir finden werden, wird Sie durchaus ; etroa$ ^u civilisiren, wozu sie im einsamen GebirgSdvrfe nicht incommodiren. ES ist noch ein halbes Kind, sieben, ; ^ine Gelegenheit hatte.

zehn oder achtzehn Jahre alt, die Tochter eines Land- t

Pfarrers, die nicht einmal Französisch spricht! | Spotten Sie nur! Meine Haushälterin kennt diese

Wie kommen Sie denn dazu? ; Familie seit lange, da sie auS der Gegend ist, und bürgt

Schon lange wünsche ich mir jemanden, der mir bei : mir

Den häufigen Besuchen auf dem Lande denn in die i Stadt will ich oaö Mädchen gar nicht mit nehmen

etwas die Honneurs des SalonS machen hilft, jemanden:

für das Mädchen.

Wann wird sie kommen?

Heute Abend noch.

ES kamen nun andere Gäste und nahmen die Unter»

der den Thee einschenkt und denjenigen Besuchern als | h^g der Dame in Anspruch. Unterhaltung dienen kann, die mir selbst zu langweilig '

Nach diesem Gespräche mochte ungefähr eine Stunde verflossen sein, alS ein Diener erschien und die Hausfrau abrief. Jin Hinausgehen flüstere sie Kempten, an dem sie vorübergehen mußte, zu: Die Gesellschafterin ist da.

AlS sie wieder herauf kam, ging ihr Freund ihr

find. Dann auch, da hier oft zwanzig, dreißig Herren, wie heute, versammelt sind, wäre eS mir angenehm, noch Jemanden meines Geschlechtes um mich zu sehen, eS ist behaglicher.

Kempten lachte. Zu beneiden ist Ihre Gesellschafterin ; neugierig entgegegen. Wie sieht sie auS , wie gefällt sie auf keinen Fall, so impertinent auch daS lautet, aber j Ihnen?

Sie gefällt mir sehr gut, aber daS ist gerade daS Unglück, daS Mädchen ist für ihre Stellung viel zu hübsch ! Alle die Herren hier werden ihr die Cour machen, und heirathen wird sie von m e i n e n Freunden doch wohl kein einziger!

Soll ich eS thun, um den Moralitätsruf Ihres Sa­lons zu retten?

Kempten! Kempten! Spielen Sie nicht mit dem Feuer! DaS Mädchen ist bildhübsch, und auf Eure Männerstandhaftigkeit, sobald eine Frau will, gebe ich nicht so viel!

Und sie eilte weg, indem sie ihre feinen Finger in

Ihre Gesellschaft soll ihr ja eigentlich nie zu Theils werden!

Doch, an den Tagen, wo Niemand da ist, ist eS mir : auch angenehmer, wenn Jemand Birkhofen und mir Ge- : sellschaft leistet.

Kempten verstand wohl, daß daS heißen sollte: Wenn Jemand die téte â téte zwischen mir und meinem Manne verhindert.

Ich frage nun noch einmal, wie kommen Sie zu i dem Mädchen?

Meine Haushälterin hat sie mir empfohlen. Es ist

das älteste von zehn Pfarrerskindern, wobei sechs Töch«

ter find! j der Luft schnellte Kempten aber sah ihr etwas triuni»