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meiner Feinde hoffe ich noch Rettungsmittel zu finden; aber nie werde ich einen Winterfeldt wieder bekommen". Er hält eine Karte in der Hand und scheint mit den vier ihn Umgebenden Raths zu pflegen. Diese sind Kleist, der Körner deS siebenjährigen Krieges, DieSkau, Prinz Eugen von Würteniberg und der mulhige Vertheidiger BreSlauS, Tauenzien. Hinter ihnen zeigen sich in fchwä- cher auslaufendem Relief zwei Figuren zu Pferde: der junge Prinz von Preußen, nachmals als Friedrich Wil­helm H., Friedrichs Nachfolger und General Ebeling.

Die Anordnung der Figuren auf der entsprechenden Breitseite ist dieselbe: vorn fünf stehende Gestalten, im Hintergründe zwei zu Pferde. Hier bildet den Mittel­punkt der Bordergruppe der tapfere Erbprinz Leopold Mar von Dessau, den Felbherrnstab in der Hand. Um ihn reihen sich Wedell, derpreußische LeonidaS", den Friedrich spater mit den Befugnissen eines Diktators den Russen entgegenfandte; dann Wartemberg, von der Golz und Geßler, der kühne Anführer deS DragonerregimenlS von Baireuth, daS in der Schlacht von Hohenfriedberg allein 20 Bataillone in die Flucht schlug, 2500 Gefangene machte und 66 Fahnen mit 4 Geschützen erbeutete. Die beiden Reiter sind die berühmten Feldherren Leopold von Dessau und Schwerin, der vor Prag den Heldentod fand. Letzteren, so wie Winterfeldt, Keith und Seidlitz hat Friedrich selbst noch durch die Statuen deö Wilhelmö- Platzes geehrt; Ziethen und deralte Dessauer" kamen später hinzu.

Die eine Schmalseite zeigt in ähnlicher Gruppirung fünf Stehende, dahinter zwei Reiter. Die vordern sind die Generäle Lestwitz, Prittwitz, v. Hülsen, ferner August i Wilhelm, Prinz von Preußen, der Bruder des Königs, I und von der Heyde, der brave Kommandant Kolbergs. ' Hinter ihnen zu Pferde der Marschall Keith und der Markgraf von Brandenburg, der in den Laufgräben vor Prag fiel. Bemerkenswerth ist bei aller Aehnlichkeit in der Anordnung dieser drei Seiten der Reichthum von fei« ; nen Nüancen und Motiven im Einzelnen, der verbunden mit der ausgeprägten Charakteristik der Köpfe der Betrach­tung ein weites Feld eröffnet.

Die vierte Seite endlich ist den Gelehrten und Künst­lern gewidmet. Da werden wir sogleich gefesselt von den durchgearbeiteten Zügen Kants. Er ist in angelegentli­cher Unterredung mit Lessing, der den geistvollen klaren Kopf mit der breiten gedankenträchtigen Stirn dem diS- putirenden Königsberger Philosophen zuwendet. Graf (Partner, nach Cocceji der Reformator der preußischen Justiz, hat sich zur Seite Finks von Finkenstein niederge, lassen, der sinnend den Griffel hebt. Neben diesem Schlab- ;

rendorf und in der Mitte Kapellmeister Graun. Alle diese bedeutenden Köpfe sind in gcistvollsterjWcise behan­delt ; die Anordnung der Gruppe gibt in höchster Präg­nanz den ganzen Bollgehalt deS Momentes wieder. Im Hintergründe schweben zwei Genien mit lFüllhorn und Lorbeerkranz, Frieden und Ruhm verkündend. (Forts. f.)

Miszellen.

Sp o n ti ni wurde als Knabe wie Herr Scudo erzählt der Sorgfalt eines Oheims anvertraut, der bei der Kirche zu Jesi als Dekan angestellt war. Wahrscheinlich waren die Glocken dieser Kirche derartig zusammengesetzt, daß sie ein har­monisches Geläute bildeten, und der Klang desselben reizte die Wißbegier des jungen Gasparo Luigi Pacifico Spontini. Nicht genug, daß er gern den Tönen des seltenen Geläutes sein Ohr lieh, wenn die melodischen Glockenstimmen ein Fest oder eine Feierlichkeit verkündeten, er fühle den Drang, mit eigenen Augen zu erforschen, wo der Quell dieser Klänge, die so tiefen Eindruck auf ihn machten, seinen Ursprung habe. Was thut er? Eines Tages, als eben ein furchtbares Gewitter am Himmel steht und die Glocken geläutet wurden, um den Blitz zu beschweren, klettert der junge Spontini auf den Glockenthurm, kauert sich dicht in der Nähe der großen Glocke nieder und sah nun das, was er bisher nur gehört hatte, sah läuten. Plötzlich schlägt der Blitz in den Thurm, der Knabe wird durch den gewaltigen Schlag hinab in ein unteres Stockwerk geschleudert und würde noch tiefer gefallen sein, hätte nicht zum Glück eine enge Luke seinem Körper den Durchgang versperrt. Einige Zeit nach diesem Abenteuer auf dem Thurme kam ein Orgelbauer, Namens Crudeti, nach Jsi, um die schadhafte Orgel auszubeffern. Dieser hatte sich für seine Musestunden ein Spinett mitgebracht, ein Klavier, dessen Saiten mit Federkielspitzen geschlagen werden, und das er mit Meisterhand spielte. Die Aufmerksamkeit, mit der Gasparo diesem Spiele lauschte, machte Signor Crudeti hinwiederum aufmerksam auf den Knaben. Er beschäftigte sich mit ihm, erkannte in ihm musikalisches Talent, unterrichtete ihn und legte so in Spontini den ersten Grund zu der Kunst, die derselbe nochmals mit so großer Meisterschaft betreiben sollte.

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Jenny Lind hat dem Pianisten Otto Goldschmidt in Hamburg aufgesordert nach Amerika zu kommen und sie während der übrigen Dauer ihrer atlantischen Kunstreise zu begleiten und zu unterstützen. Herr Goldschmidt ist diesem Rufe gefolgt und befindet sich bereits aus der Reise.

Tageschronik.

28. Mai 1848. Ban Jellachich wird aufgefordert sich in Inns­bruck zu rechtfertigen.

WaS sollen alle diese Masken? Sprich!

(Die Piccolomini, 2r Aufz., 5r Auftr.)

Berantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.