een ornlich Muul »uQ Klümpp (Klöße), nu Chrischan kriegst du wedder eenen*, und dabei hatte er sehr ruhig und sicher gezielt und sein Geschütz abgefeuert, als gin> gen ihn die feindlichen Kugeln, die von allen Seiten in die Batterie einschlugen und die Erde derselben so aufwühlten , daß eS am andern Morgen noch aussah, als wenn der Boden mit einem schlecht geführten Pflug durch» zogen wäre, auch nicht das Mindeste an, hatte HanS- Peter den ganzen Morgen bei seinem Geschütz den Dienst verrichtet. Jede kleine Panse, die bisweilen nöthig wurde, um die wenigen Kanonen nicht zu sehr zu erhitzen, hatte er benutzt, um sich aus seinem Buttertopf, den er vorsorglich in eine Ecke gestellt hatte, ein mächtiges Butter, brod zu schmieren.
Da traf endlich eine verhängnißvolle feindliche Kugel den Wischer in HanS - Peler'S Hand, zerschmetterte ihm denselben, so daß er selbst dabei zu Boden stürzt», und fuhr dann — in den Buttertopf, denselben in tausend Stücke zerschmetternd. Der erste Blick des Getroffenen, als er sich wieder aufgerichtet hatte, sah auf diese Verwüstungen, und jetzt wäre auch feine bis dahin so unerschütterliche Ruhe fast in Zorn gerathen. Ein grimmiges: „Den verfluchten Himmelhunden von Dänen, mir meinen schönen Boddertopp mit twee Pund frisch saltenen Bodder intwei to scheelen, nu sall se eck det Dunnerwäddcr hoa» len", kam über seine Lippen, und dabei richtete er so sicher das Geschütz, daß die Kugel desselben mit einem Kernschuß daS dänische Linienschiff traf. (Forts, folgt.)
Westerwälder Beglückwünschung zur Heimführungsfeier.
Schon manches „Heil" ward Dir gebracht, Tu theures , edles Fürstenpaar!
Auch hier ward's längst Dir zu gedacht; Nur daß es schnell gereimt nicht war.
Denn auf dem ächten Westerwald Jst's, wenn auch gut, prosaisch kalt.
Noch dien' mir zur Entschuldigung,
Daß Dir in unsrer letzten Zeit
Vor lauter H aup t st ad t s hu l di g u n g
Mich anzuhör'n nicht blieb die Zeit: So nimm denn, was ich sagen kann, Mit nachsichtsvoller Huld nun an.
Nicht glänzt von Golv und Silber sie, Die Gabe, die ich bringe Dir.
Vom Ausland noch bezog man nie Die Waar', sie ist alltäglich hier. Doch ist sie in der Fürsten Kron' Die schönste Zier, der Eoeln Lohn:
„Ein biedrer Sinn, ein Herz voll Treu',
„Das seinen Herzog redlich liebt;
„Und seiner Liebeswahl sich frei’
„Mit gleicher Innigkeit ergibt." Dies ist die West er w â lde r Art, Als Hochzeittgabe Euch bewahrt.
Miszellen.
(Klop stock in Zürich im Jahre 1730 — 1751. Von I. C. Möriko fer. Zürüch und Frauenfeld. Druck und Verlag von Chr. Beyel 1851). Die vorstehende Schrift ist ein werthvoller Beitrag zur Aufhellung eines seither noch gar nicht recht im Detail beleuchteten Abschnittes unserer Literatur- Geschichte. Sie zeigt uns, anknüpfend an die näheren Umstände, denen wir Kloppstock's Ode auf den Zürcher-See verdanken, den Dichter des „Messias" während seines Aufenthaltes in Zürich, in Bodmers Hause, und lehrt den Dichter des „Messias" von einer ganz neuen Seite kennen. Die mystische Aureola, mit welcher eine übertriebene Verehrung das Haupt des Altmeisters deutscher Dichtung umgeben, schwindet, und wir sehen statt dessen einen lebensfrohen jungen Mann, im rothen scharlachenen Soul- merkleide, auf der blauen Flut des Zürcher-Sce's sich wiegen, i umgeben von einem Kranze schöner Verehrerinnen, denen der Sänger des „Messias" Verse seines Meisterwerks vorträgt und nebenbei wohl auch einer oder der anderen einen Kuß raubt; wir sehen ihn chevaleresk in Zürich tyerumreiten, lustige Trinkgelage mit Studenten halten, Glas zerbeißen und „Kohlen verschlingen". Der alte Bodmer, der sich eine überschwängliche Vorstellung von dem genialen Messias-Propheten gebildet hatte, sah sich durch das jugendliche Treiben des letzteren bitter enttäuscht, bis es am Ende zum unheilbaren Bruche zwischen den Freunden kommt, so daß Klopstock am Ende Bodmer's Haus verläßt und zu seinem nachherigen Schwager Rahe zieht mit dem wir ihn eine Zeit lang in Seiden-Druck spekuliren sehen. Die Monographie enthält eine Menge pikanter, werthvoller Notizen und ■ gibt durchgängig die Lokalfarde jener sentimentalen Jugend- Periode unserer neueren Literatur treu wieder.
Tageschronik.
21. Mai 1849. Heldentod des österreichischen Generals Hentzi bei Erstürmung der Festung Ofen durch die Ungarn.
Er starb wie einer, der auf's Sterben Studirte, und das kostbarste der Güter Warf er gleichgültig hin, als wär es Staub.
(Macbeth, Ir Aufz., 7r Auftr.)
Verantwortlicher Redakteur: Dr. 21. Boczek.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
