deutsches Herz besitzt, der wird Wohlgefallen und stille Freude haben an dem süßen Dufte einer frommen Minne und an dem, daS Weltall erleuchtenden und verklärenden Glanze deS Christenthums, die sich darin kundgeben. In Amaranth lauschen wir den Tönen der Minnesänger; denn seit Wolfram von Eschenbach hat nur selten eine solche Poesie durch die Seiten einer deutschen Harfe gerauscht und mächtig daS deutsche Gemüth ergriffen, zn- mal in einer Zeit, in der Treue und Glaube in unserm Vaterlande nur leerer Wahn und Wahrheit und Liebe Fremdlinge geworden sind. In dem Vordergrund deS poetischen Gemäldes erblicken wir Walther, Amaranth und GhiSmonda als die Hauptpersonen. Walther, ein frommer und tapferer Heldenjüngling aus dem deutschen Mittelalter; Amaranth, eine deutsche minnigliche Jungfrau, deren Liede durch den christlich frommen Glauben geläutert und verklärt ist. Beiden steht GhiSmonda gegenüber, die stolze Italienerin, geschmückt mit allen Reizen und aller Gluth eines südlichen Himmels. Sie ist der personifizirte Unglaube, die Repräsentantin des modernen, oberflächlichen, fremden und undeutschen Wesens, im Gegen'atze zur Tiefe und Herrlichkeit deutschen Glaubens und Gemüthes. In den beiden ersten Figuren pulSt der volle, warme Herzschlag deS Dichters, während in der letzten, der GhiSmonda, trotz aller äußern Pracht und Schönheit daS poetische Leben nicht so recht zur Er, scheinung kommen will. ES ist dies wohl die schwierigste, aber auch zugleich die schwächste Partie im ganzen Gedichte. Außer der schönen Naturmalerei sind ganz besonders ansprechend die einfachen tiefgefühlten meist achl- zeiligen HerzenSliekchen, mit welchen einzelne Stellen deS Gedichtes geschmückt sind und die wir vorzugsweise hier alS Probe gegeben haben. Ihre Sangbar- keit und ihren melodischen Fluß haben diese Liedchen hauptsächlich dadurch erhalten, daß sie der Dichter singend dichtete und mit den Tönen der Guitarre , deS Klaviers oder der Z'lher begleitete. Die Komponisten haben die Echtheit der Lieder gar bald erkannt und das seelenvolle Wort mit seelenvollem Klang vermählt.
Statt aller weiteren Erörterung deS Inhalts lassen wir einzelne Strophen auS dem „Abschied von Amaranth" folgen:
„So zieh zur Fremde denn hinaus,
Geh wandern durch die deutschen Gauen !
Grüß sie mir All in jedem HauS,
Zumeist die frommen deutschen Frauen!
Du sollst der Mutter Angesicht
Entlocken süße LicbeSzähren!
Du sollst mit frommer Minne Licht
Der Jungfrau züchtig Aug verklären!
Dem Jüngling sing vom ernsten Gang,
Daß nimmer sein Geloben wanke!
Schlag an den reinsten Himnielsklang
Von Kindeslieb und Kindesdanke!
Nach dem geweihten irdschen Bund Sollst du ein heilig Sehnen regen! Aufs Dulderhcrz von Täuschung wund Sollst du des Trostes Balsam legen!
Du sollst den, der den Herrn erkor Ein Engel im Triumph umschweben!
Und dem, der seinen Gott verlor, Soll ihn dein Friede wiedergeben"!
(Schluß folgt).
â i s) e 11 e n.
(Polnische Zeitungen in Po sen.) Der in Krakau erscheinende Czas bringt in einer Uebersicht über die Zustände im Großherzogthum Posen während des Jahres 1850 eine An^ gäbe über die in demselben erscheinenden Zeitschriften. Es sind folgende: Der Beobachter von Posen (Przeglad Posnanski), die Polnische Zeitung, das Polnische Tageblatt, Kreuz und Schwert, der Großpole, Miarus, die kleine Sonntagsschule, die Kirchen- zeitung, der Landedelmann, die Polnische Schule, die Sonntagszeitung, die Zeitung für das Großfürstenthum und die Volksschule, (welche letztere zu Kulm in Westpreußen herauskommt). Die politischen und religiösen Ansichten, die sie vertheidigen, sind außerordentlich verschieden, aber Polen hat doch noch eine Literatur. —
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(Künstliche Befruchtung der Fische ier.) In einer Versammlung derZentralgesellschaft des Ackerbaus zu Paris stattete Hr. Milne Edwards Bericht ab über die künstliche Befruchtung der Fisckeier, so wie über das Aufziehen der Fische, und stellte der Gesellschaft einen Fischer, Namens Remy, vor, welcher die Sache seit vier Jahren mit Erfolg betrieben hatte. Die Sache hat ebensowohl ihre naturwissenschaftliche als ökonomische Bedeutung.
Tageschronik.
14. März 1848. Metternich und Sedlnitzky fliehen aus Wien.
Johanna geht und nimmer kehrt sie wieder!
(Jungfrau v. Orleans. Prolog, 3t Austr.)
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.
Theater zu Wiesbaden.
Donnerstag den 13 März. Kabale und Liebe. Bürgerliches Trauerspiel in 5 Akten von Schiller.
Druck und Verlag der L. Vchelleaberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
