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Warum hat Meister Hamrath mir nichts davon gesagt"? sprach Gottwald, setzte die Schale mit dem Thee auf das Tischchen, daS neben dem Großvaterstuhl stand, stemmte beide Hände auf dessen Seitenlehnen und richtete sich kerzengerade in die Höhe, dazu rufend :Meine Stiesel, meine Montur, meinen Saraß, meinen Helm ich will zu Seiner Kurfürstlichen Durchlaucht"!

Gottwald"! schrie Lisbeth, die Hände zusammen schlagend.Seid Ihr von Sinnen? Sprecht Ihr im Fieber" ?

Ich spreche, wie mir's um's Herz ist, Jungfer Lisbeth, und nicht anders auch werd' ich mit meinem gnädigsten Kriegsherrn reden! Ich werde dem Kurfürsten sagen, daß Meister Hamrath in jenem unglückseligen Augenblicke eher des Himmels Einsturz vermuthet, als daß ich die Kellertreppe hinunter kommen würde; ich werde ihm sa­gen, daß Euer Vater daS Loch im Kopf, das er mir ohne es zu wollen geschlagen, schon zehnmal wieder an mir gut gemacht, daß er mich auS dem Rathskeller in sein HauS genommen, alles Mögliche für mich gethan hat ein Vater kann nicht mehr thun für seinen Sohn! Meine Stiefel"

Nein", unterbrach! ihn Lisbeth,der Herr Regi- mentS-Feldscherer hat Euch gestern erst erlaubt, zum ersten Male aufzustehen , und als mein Vater gefragt: Wie lange eS wohl noch dauern möchte, bis Ihr wieder an die frische Luft gehen könntet, da hat er meinen Vater angedonnert:Bildet Ihr Euch ein, eine Kopfwunde heilt so schnell, als Ihr einen Riß in einem Kleide zu­sammenflickt? Wenn's Zeit ist, daß der Patient in die Luft darf, werd' ich's Euch schon sagen""!Bedenkt, Ihr könntet den Tod haben von dem Gange."

Und wenn ich den Tod davon hätte, was wäre daran gelegen? Da ich doch keine Freude, mehr habe auf der Welt"! Und der junge Kriegsmann , dem diese feurigen Worte entfuhren, wie Pulver und Blei einer unversehens loSknallenden Büchse, deckte schnell die Hand auf die Augen, als wolle er eine Brücke schlagen über daS Wasser, was ihm plötzlich in die Augen getreten war.

Gottwald"! rief Lisbeth ihn an.Ihr habt keine Freude mehr auf der Welt? Ja, warum denn"?

DaS kann ich nicht sagen, Jungfer Lisbeth, Euch am allerwenigsten".

Ihr habt also ein Geheimniß"?

Ja, ein Geheimniß, und zwar eins, daS mir das Herz abdrückt und das ich mit mir begraben lassen werde auf dem nächsten Schlachtfeld, wo ich sterbe für Kurfürst und". Er verschluckte daS Wort, das er schon auf der Zunge hatte, und stöhnte einen Augenblick lang. Als

er (heute Abend wurden's acht Tage) auf der Tafel im Rathskeller lag: er hatte nicht schmerzlicher gestöhnt.

Sterben wollt Ihr"? fragte Lisbeth, und sie hatte sich dergestalt entfärbt, daß das Morgenroth der Jugend auf ihren Wangen auf einmal erloschen war.

Sterben für Kurfürst und Vaterland, wollt' ich sagen", fuhr Gottwald fort.Aber da fiel wir ein, daß ein Findling, vielleicht gar ein Bastard wie ich bin, kein Vaterland hat.

Ein Bastard? Ihr" ?" schrie Lisbeth auf find war unwillkürlich einen Schritt zurückgeprallt.

Da lachte Gottwald bitter auf und sagte:Hab' ich's nicht gedacht? Auch Ihr, auch Ihr schrecket vor mir zurück. Auch in Euren Augen, die sonst Keinen, Keinen bös ansehen können, bin ich ein Verworfener, ein Unehr­licher, den man nicht mit Füßen forlstößt, geschweige anrührt mit der Hand. Und da fragt Ihr noch, für wen ich sterben will, für meinen Kurfürsten und für Euch"!

Für mich" ? rief Lisbeth, und schnell that sie den Schritt, den sie vorhin zurückgeprallt war, wieder vor­wärts auf Gottwald zu.

Ja, für Euch, Jungfer Lisbeth"! gestand der junge Kriegsmann, fortgerissen von seinem Gefühle, das wie flüssiges Feuer sein Innerstes durchrann.Leben kann ich doch nicht für Euch und mit Euch, so will ich wenig. stenS für Euch sterben. Und lieber wär mir's : Euer Vater hätte mich auf dem Fleck todt geworfen"

DaS ist ja ein recht gottloser Wunsch", unterbrach Lisbeth,ein Wunsch, wie ich ihn eher dem Meister Dietrichs zugetraut hätte, als einem frommen Christen­menschen wie Euch. Erst wollt Ihr selber auf's Schloß, um bei dem Kurfürsten für meinen unglücklichen Vater zu sprechen, und 'nun wünscht Ihr ihm den Henker an den Hals". (Forts, folgt.)

M is z elien.

Die Brutto - Einnahme der englischen Eisenbahnen betrug vom I. Juli bis 1, Dezember 5,267,633 Lstr. bei einer Bahn- lange von 5631 Miles, also 953 Lstr. 10 Sh. auf die Meile. Im vergangenen Jahre- betrug die Brutto-Einnahme während desselben Zeitraums 4,476,680 Lstr. bei einer Bahnlänge von 4705 Miles, also 951 Lstr. 9 Sh. auf die Meile. Die Bahn­strecke im Betrieb hat um 926 Miles, die Brutto-Einnahme um 790,953 Lstr. zugenommen; die Einnahme auf der Mile nahm natürlich ab , da die neuen Bahnen schwächeren Verkehr haben.

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.

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