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umhergehen) in der Küche herum, schnausete (durchstöbern) AlleS aus, war Jedermann im Wege und ging am Ende AbendS nicht einmal fort, sondern forderte noch ein Nacht- lager. Er hatte alle Augenblicke Etwas nöthig, strich, um es zu fordern, den Töchtern deS HauscS oder den Mâgden nach, suchte mit ihnen zu Wortwechseln, sie zu versäumen, und wo er über Nacht blieb, da erlaubte er sich gar unziemliche Dinge, und trieb eS so weit, daß man fast glauben mußte, er versuche, wie viel eS erleiden möge, ehe man Schläge kriege. Auch ließ er schon ge- heftete Kacheln auS der Hand fallen, daß sie in tausend Stücke sprangen, forderte unverschämten Lohn, branzte (zanken) über die Menge der gemachten Arbeit — kurz n tont der widerwärtigste Bengel, der je daS Land durch­strichen hatte.

Deßwegen auch wurde er von manchem Hause weg­gejagt mit Fluchen und Schelten. Ertaubete (erzürnte) Bauern hetzten ihm die Hunde nach, und drohten mit Steinen und Stecken; erboste Bauerntöchter warfen ihm Kachelstücke nach, gaben ihm Titel, mit denen man einen Hund hätte räudig machen können, und schnitten ihm Gesichter, neben welchen der geschundene Kopf einer Kröte ein unmuthig Luegen war. Zu diesem Allen lachte der Kerli nur, gab spöttische Antworten, nannte die Bauern Muttestüpfer, die Töchter Zyberligränne, und wenn man ihm den geforderten Lohn nicht geben wollte, so sagte er wohl: Er begehre gar Nichts, einem solchen Lumpen- bürli, der seiner Tochter nur silbrige Strumpfbändel ver­möge und knöpfig Haarschnüre, sei er noch im Stande ein Paar Kreuzer zu schenken. Man kann denken, was ihm dann Alles nachfuhr auf solche Rede hin; aber als ob er das gerade so wollte, ging er lachend von dannen.

Hätte der Kesselflicker in unserer Zeit gelebt, und hätte er auch schreiben gekonnt, so würde er wahrschein­lich die Welt mit Reisebildern oder Wanderfahrten be­schenkt haben.

So hatte er am dritten Tag seiner Wanderung ein großes HauS, das am Ende eines Dorfes lag, erreicht in vollem Laufe. Eine schwarze Wolke schwebte am Ho­rizont und sandte flimmernden Regen herab in reichem Gusse. Kaum hatte er sich geschüttelt unter breitem Dache, und seine leichte Boutique abgestellt, so kamen durch daS Gras unter den Bäumen her andere Gestalten hergerannt mit Hauen auf den Schultern; Fürtücher die Mädchen über die Köpfe, die Schuhe in den Händen die Bursche, Alles dem breiten Dache zu: es war das Ge­sinde, welches zum Hause gehörte, und Erdäpfel gehacket hatte. Hinter ihnen drein sprang etwas unbehülflich eine zimperliche Gestalt, besser angezogen als die Andern, aber eben nicht zu solchem Wettlauf eingerichtet. AlS sie ankam, schäkerten bereits Knechte und Mägde mit

einander, und ein dralles Mädchen schlug Sami, dem Melker, das nasse Fürtuch um den Kopf. Da zog Röst, das zuletzt angelangte Mädchen, die Tochter deS Hau­ses, ein gar schiefes Gesicht, warf Stüdi, dem drallen Mädchen, seine Haue und sein Fürtuch zu, hieß ihm bei­des abseits thun und that selbst zimperlich unter den An­dern, und trippelte mit allerlei Geberden um die Knechte herum, und übte den eigenen Augenaufschlag und daS Blinzen durch die Augenecken, welche beide zu Stadt und Land wohl bekannt sind. Endlich kam die Mutter un­ter die Thüre, eine lange hagere Frau mit spitzer Nase, und hieß die Tochter, statt da außen zu galpen (schäkern), sich trocken anzuziehen; sie wisse ja wohl, wie sie eine Leide (Schwächliche) sei, Nichts erleiden möge, und gleich auf dem Schrägen liege. (Fortsetzung folgt.)

Das Wettrennen.

(Fortsetzung.)

Für die leichte Kavallerie gab es auch Wettrennen zu Pferde, die Preise dabei waren 100 bis 300 FrS. Eines Tages wollte der Kaiser, daß die Offiziere auch Wette ritten, und setzte diesmal für den Sieger 1200 Frs. aus. Ein aus Oberoffizieren zusammengesetzter Rath wurde beauftragt, die Bedingungen des Rennens festzusetzen, und er legte dem Kaiser das Reglement vor, der eS genehmigte und selbst den Tag bestimmte, an wel­chem der Kampf stattsinden sollte. Nun kam es darauf an, wer der Gunst theilhaftig wurde, dabei zugelaffen zu werden. Ein junger Dragoner-Offizier NamenS Thierry stellte sich auch als Kandidat vor. Der Rath der Offi­ziere weigerte sich, ihn zuzulassen, unter dem Vorwande, daß er einen zu geringen Rang habe. Er war allerdings nur Unterlieutenant, aber der eigentliche Beweggrund mochte wohl sein, daß Thierrey für den besten Reiter der Schwadron galt. Von dieser ungerechten Weigerung verletzt, wendete sich der Lieutenant au den Kaiser, der sich über ihn erkundigte und als er erfuhr, daß der junge Mann in seinem Regimente sehr geachtet sei, erlaubte er ihm, mitzureiten.

Der große Tag kommt heran, Napoleon ist gegen­wärtig, alle Theilnehmenden ^aben sich in gleicher Linie aufgestellt: auf daS gegebene Signal reiten sie ab. Thierry verfehlt nicht, seinen Nebenbuhlern um vieles vorzukom­men; er ist eben im Begriff, daS Ziel zu erreichen, da wirft ein Hund bellend sich feinem Pferde unter die Beine, eS bäumt sich, fällt um, dreht sich mehrere Male mit feinem Reiter, der am Sattel angeklebt zu fein scheint, herum und kommt so noch zuerst an. Dort am Ziele bleibt eS regungslos auf der Erde liegen. Jedermann